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Finanzplan – Aktualisierung Apr. 2022 — 4 Kommentare

  1. Beim Thema der künftigen Inflationsraten könnten wir wahrscheinlich zehn sog. Experten befragen und würden 15 Antworten bekommen. Es hat nun mal keiner die Glaskugel bzw. keiner kann sie wirklich richtig bedienen. Aber Fakt ist, dass wir uns auf höhere Werte einstellen müssen.

    Als einer von wenigen Steuerberatern in Deutschland erstellen wir auf Wunsch für unsere Mandanten auch private Finanzplanungen. Das eine private Finanzplanung für den Abfindungsempfänger absolut sinnvoll ist, hat Herr Ranning schon zur Genüge beschrieben. Das kann ich nur unterschreiben.

    In unseren Finanzplanungen haben wir bisher meist mit 2% Inflation gerechnet. Auf Wunsch auch gerne mal 2,5%. Wir besprechen den Ansatz immer mit unseren Mandanten im Vorhinein. Wichtig ist auch die Kenntnis wie die Inflationsrate ermittelt wird. Das will ich hier nicht alles aufführen. Eine sehr schöne Erklärung als auch die Möglichkeit seine persönliche Inflationsrate zu berechnen, findet sich hier: https://service.destatis.de/inflationsrechner/

    So ist z.B. die persönliche Inflationsrate bei jemanden der in einer abbezahlten Immobilie wohnt eine andere als derjenige der eine monatliche Nettokaltmiete zu tragen hat.

    Das sich die Preise jetzt jährlich um 6% erhöhen werden, halte ich persönlich für nicht so wahrscheinlich. Sieht man sich die Inflationsraten seit 1950 an (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/), dann findet man ganze fünf Jahre mit Inflationsraten von 6% und mehr. Und bei einer privaten Finanzplanung schaut man ja nicht nur ein Jahr in die Zukunft, sondern meist 30-40 Jahre.

    In unseren kommenden Finanzplanungen wird wohl eher die Diskussion lauten ob 2,5% oder 3% Inflationsrate angesetzt werden. Aber das Schöne an einer finalisierten privaten Finanzplanung ist ja, dass sich die Auswirkungen einer höheren angenommenen Inflationsrate sehr schnell darstellen lassen.

    • Zwei Anmerkungen dazu:

      * Ich weiß von Hrn. Schmetz, dass er in seiner Kanzlei für die Erstellung von Finanzplänen eine professionelle Software einsetzt. Ein gleichwertiges Ergebnis wäre mit „selbstgestrickten“ Excel-Sheets sicher nur mit viel Aufwand zu erzielen. Von daher auch eine Alternative für alle, die sich selber nicht an eine Tabellenkalkulation heranwagen.

      * Ich habe vor einiger Zeit einige allgemeine Erläuterungen zur Inflation veröffentlicht. Nachzulesen hier: https://der-privatier.com/inflation-gemessen-nicht-gefuehlt-teil-1/

      Gruß, Der Privatier

  2. Ich denke, man sollte in seinem Finanzplan immer die „Netto-Inflation“ berücksichtigen. Denn im Beitrag wurde richtigerweise gesagt, dass mit steigender Inflation auch die Renten, Löhne und andere Einnahmen steigen werden. Ich habe in meinen Planungen daher nur die Differenz mit 2% gerechnet. Und mit 7% Inflation und 5% Rentenerhöhung bleibt dieser Wert auch 2022 ganz konstant.

    • „Ich habe in meinen Planungen daher nur die Differenz mit 2% gerechnet.“

      Ist vielleicht auch eine Möglichkeit…

      Ich habe da allerdings die Befürchtungen, dass damit die Realität nicht wirklich gut abgebildet wird. Denn Preissteigerungen wirken sich immer in voller Höhe aus, während es z.B. bei Renten und Löhnen immer noch Abzüge in Form von Steuern und Sozialabgaben gibt. Das kann aber individuell recht unterschiedlich sein.
      Bei mir kommt hinzu, dass ich einen Teil meiner Einkünfte ja auch aus Kapitalerträgen bestreite und hier ist der Zusammenhang zwischen Inflation und Erträgen sicher noch etwas komplexer.

      Ich bevorzuge es daher, alle Effekte einzeln zu prognostizieren. Also: Preissteigerungen, Einkünfte durch Renten und Kapitalerträge, Abzüge in Form von Steuern und Krankenversicherungen. Damit kann ich auch jeden Parameter einzeln verändern, wenn ich das Gefühl habe, es wäre erforderlich.

      Gruß, Der Privatier

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