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Kap. 10.8.3: Steuern auf Kapitalerträge – Die Anlage KAP — 29 Kommentare

  1. Angenommen ich beziehe als Privatier ausschließlich Einkünfte aus Kapitalvermögen und zahle ausschließlich AbgSt.
    Können dann in einer Est-Erklärung die Ausgaben für KV und freiwillige RV-Einzahlen auch steuermindernd wirken?
    Oder müssen wegen der abgeltenden Wirkung andere Einkunftsarten dazuhinzukommen.
    Demnach müsste eine Est-Erkärung sich stets lohnen bei Zinsen minus Ausgaben unter EUR 49100 (2016-Durchschnittssteuersatz bei exakt 25%).
    Liege ich da richtig ?

    • Ob sich eine EkSt-Erklärung „lohnt“? Hmm…

      Ich empfehle, meine Beiträge zum Thema Steuern auf Kapitalerträge noch einmal zu lesen (Kap. 10.8.1., Kap. 10.8.2 und Kap. 10.8.3 noch einmal genau zu lesen.

      Ich habe dort versucht, den Unterschied zwischen der AbgSt. und der „normalen“ Besteuerung zu erklären, um dann im Anschluss den Rat zu geben, grundsätzlich die Anlage KAP auszufüllen und abzugeben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Wenn die Kapitalerträge „normal“ versteuert werden, zählen sie ganz normal zum zu versteuernden Einkommen, welches z.B. durch Sonderausgaben für Vorsorge-Aufwendungen reduziert werden kann.

    • Hallo Stefan,
      mit Ausfüllen der Anlage KAP kann man die „Günstigerprüfung“ beantragen.
      Wird die Günstigerprüfung für Kapitaleinkünfte durchgeführt, prüft das Finanzamt, ob es finanziell vorteilhafter ist, wenn der Steuerpflichtige seiner Steuerpflicht nicht über die Abgeltungssteuer nachkommt, sondern die Einkünfte in seine regulären Einkünfte einbezieht.
      Viele Grüße, Hardy

  2. Hallo Stefan

    Bei der Steuer ( Zumindest der Deutschen ) geht es immer darum zu unterscheiden , ob etwas dazu kommt ( Erträge / Gewinn ) oder bereits etwas da ist ( Kapitalstock ), welches bereits einmal versteuert wurde .
    Dieses ist wichtig zu verstehen .

    Bei den Erträgen , könnte man sich jetzt überlegen ob es überhaupt gewünscht ist das jedes Jahr etwas über einen notwendig zum Leben benötigten ( also Verbrauch des Kapitals ggf. NUR Kapitalstocks , oder NUR der Gewinne daraus ) Betrag dazu kommt ( Ertrag / Gewinn ) , oder ggf. NUR etwas VERBRAUCHT werden soll . Also die Entstehung des Ertrages ( VERBRAUCHES ) wäre hier zu prüfen .

    Auf den VERBRAUCH des Kapitalstocks ist oft NICHTS zu bezahlen , da ja einfach nur eine Entnahme aus dem ( bereits versteuerten ) Kapitalstock erfolgt . Hat man sich jedoch für den Verbrauch der Erträge entschieden , sollte hier geprüft werden , ob ein GEGENSTEUERN nicht im Rahmen der MÖGLICHKEITEN gegeben ist .

    Hier könnte z.B. Rürup oder GRV eine Möglichkeit sein . Mit diesen nicht zu unterschätzenden Instrument besteht die Möglichkeit , Einkünfte ( im gewissen Rahmen ) von der Gegenwart in die Zukunft ( mit dann ggf. wieder neuen Rechtsgrundlagen aber evt. auch wieder neuen anderen Möglichkeiten )
    zu legen .

    Sind die Einkünfte/Gewinne zu hoch , könnte evt. eine Investition im Rahmen
    VuV , oder ggf. eigener Betrieb dieses wieder ein wenig senken .
    Wichtig bei den Einkünfte , ist auch hier , zu unterscheiden , handelt es sich hier um eine ENTNAHME oder einen GEWINN . Ich habe dafür Jahre gebraucht , selbst HEUTE ist mir immer noch nicht ganz klar was der jeweilige Unterschied sein soll . Daher sind meine Sichtweisen nicht immer Deckungsgleich mit den
    Sichtweisen des FA , jedoch versuche ich mir seit ca. 30 Jahren die Sichtweise des FA anzueignen um Sachverhalte so zu sehen wie FA es meistens auch macht .
    Hier ist dann öffter eine Grenzwertige Betrachtung mit den sich jeweils für mich verbundenen Möglichkeiten doch recht aufwendig gegeben . Sicherlich nicht für Alle so gewünscht. Der hierfür benötigte Aufwand steht oft nur minimal in einen Verhältnis , welches sich für andere rechnen würde . Ich habe aber einfach auch Spaß an der Sichtweise des FA und nehme auch manchmal eine andere Position ein , welche dann aber auch recht gut begründet sein muss .
    Also in meinen Fall öffter Grenzwertig , aber auch oft mit Erfolg belohnt .

    Da hier die Übergänge oft fliessend sind , sollte m.M.n. hier schon auf eine richtige Abgrenzung geachtet werden . Nicht das nachher noch die einfachen Entnahmen aus dem bereits versteuerten Kapitalstock der Steuerpflicht unterworfen werden .

    Beispiel: 100k Aktien Kapitalstock , ( Buch ) Kursgewinn 10k , Depotbestand Neu 110k .
    Fall A) Entnahme z.B. 11k aus 1k realisierten Kursgewinn , 10k aus Bestand Kapitalstock . Kapitalstock Neu 90k plus 9k Kursgewinn der jedoch noch nicht realisiert wurde.

    Steuerpflicht NUR auf 1k entstehend , da andere 9k ja noch nicht realisiert ,
    da es sich ja vorerst nur um einen Buchgewinn handelt .
    Realisierter Kursgewinn somit 1k , Entnahme 11k , 10k OHNE Steuerpflicht .
    Bestand Neu 99k davon 90k Kapitalstock , 9k nicht realisierte Buchgewinne .

    Fall B) Entnimmst Du jedoch NUR die Kursgewinne , indem Du z.B. alles verkaufst und wieder zurückkaufst , sind hier dann auch die Gewinne ( oder auch Verluste ) 10k Steuerpflichtig .
    Bestand bei beiden Aktionen nachher 99k .( Kosten vorerst unberücksichtigt ).

    Die Sichtweise des FA ist jetzt aber eine geteilte .
    Bei Fall A) NUR 1k zu berücksichtigen ( Da 10k Gewinn nicht realisiert sondern nur 1k realisiert , die anderen 10k sind Kapitalstock Entnahme ) .
    Bei Fall B) 10k zu berücksichtigen ( Da hier 10k Gewinn realisiert ) .

    Entnahmen bei beiden 11k , einmal aus Gewinn 10k plus 1k Kapitalstock , einmal
    10k aus Kapitalstock plus 1k aus Gewinn .

    Dieses gilt jedoch nur bei Kursgewinnen ( Kursverlusten ) aus Aktien .
    Bei Bar-Div. ist dieses ANDERS , diese gehören z.Zt. noch den Zinsgewinnen
    ( außer bei einigen UN z.B. Post / Sondervermögen ) und damit den Einkünften aus Kapitalvermögen Zinsen an .
    Ebendso Kursgewinne bei Anleihen oder ETFs / Fonds , diese scheinbar auch den Zinsen angehörend ( Dann auch evt. mit bereits gezahlten Stückzinsen zu verrechnen ) evt. dann in der EKST auch noch mit anderen bereits gezahlten Zinsen aus anderen Einkunftsarten ( leider noch nicht ganz geklärrt , hinsichtlich der vertikalen und horizontalen Verrechnungsmöglichkeiten bei den unterschiedlichen Einkunftsarten ) zu verrechnen , bleibt also vorerst halt erstmal abzuwarten . Rechtssprechung hier noch nicht einheitlich gegeben .

    Somit muss ja erstmal überhaupt geschaut werden , was habe ich überhaupt der EKST zu unterwerfen , Wie und Wo wirkt es sich dann ggf. auch aus .
    Wird dieser Teil zu UMFANGREICH , sollte ggf. auch mal ein Steuerberater aufgesucht werden , um hier dann die Individuellen Möglichkeiten zu prüfen.

    Ich hoffe dieses konnte jetzt etwas zu Steuerlichen Sichtweisen bei der Ermittlung der EKST beitragen , alles nicht ganz einfach , aber sicherlich lohnend sich mal damit auseinanderzusetzen . Evt. sieht der Privatier das genauso und schließt sich meiner Sichtweise an .

    LG Det

    • Ähm… was war jetzt gleich die Kernaussage?

      Wenn die Aussage lautet: „Bei Kapitalanlagen sind die Erträge zu versteuern, das eigentlich Vermögen aber nicht.“ … dann kann ich dem zustimmen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter
        Das war erstmal die Kernaussage , jedoch auch auf sein Verhalten ,
        sollte immer geprüft werden , ob man nicht lieber “ NICHT zu
        versteuernde Kapitalstockentnahmen “ tätigt , wie entnahmen oder
        realisierungen aus Gewinnen . Solange diese Gewinne nämlich nur
        Buchgewinne sind , sind diese halt NICHT zu versteuern . Erst
        mit einer realisierung oder ENTNAHME fällt erst die STEUERPFLICHT
        an. Und bis es dann tatsächlich zu einer realisierung kommt , kann
        ja auch nochmal viel passieren . Daher würde ich lieber aus dem
        ( bereits bei der entstehung versteuerten ) Kapitalstock
        ( unversteuert ) entnehmen , wie aus dem ( zu versteuernden )
        Gewinn .

        LG Det

      • Aus dem bereits besteuerten Kapitalstock entnehmen kannst Du aber wohl nur dann, wenn dieser irgendwo nutzlos herumliegt (z.B. unter der Bettdecke), oder?

        Oder wenn „alte“ Bestände (Aktien vor 2009, Immobilien nach 10 Jahren) verkauft werden. Oder was hattest Du im Sinn?

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Peter
          Genau wie oben bereits mitgeteilt , wäre meine Handlungsweise.
          Es müssen ja nicht NUR die Gewinne entnommen werden , sondern
          es kann ja auch ein abschmelzen des Kapitalstocks stattfinden .
          Das “ Abschmelzen “ wäre hierbei Steuerfrei .
          Solltest du den Kapitalstock wieder aufbauen wollen , dann
          natürlich wieder mit Gewinn ( wo soll sonst Aufbau herkommen )
          Versteuerung .
          Beispiel : Kapitalstock 10000,00 Euro zur Anlage mit 10% p.a.
          Entnahme 3000,00 Euro , 1000,00 Euro MIT Steuerpflicht ,
          2000,00 Euro OHNE Steuerpflicht , da einfach NUR Entnahme .
          Kapitalstock Neu 8000,00 Euro . ( Restentnahmemöglichkeit
          Steuerfrei ) .

          Darüber hinnaus , kann natürlich auch eine Steuerfreie Gewinn
          Mitnahme ( Wie Immo oder Aktien vor 2009 oder,oder,oder…. ) entnommen werden . Je höher der Kapitalstock bereits ist ,
          umso länger kann eine STEUERFREIE Kapitalstockentnahme
          stattfinden , und ggf. langt es bei einen selber , ja auch
          bis das Langlebigkeitsrisiko zugeschlagen hat .
          Versteuert werden , muss jedenfalls nur maximal der Gewinn .
          Entnahmen aus dem Kapitalstock jedenfalls z.Zt. noch nicht .
          Dabei kann der Kapitalstock sehr wohl weiter ARBEITEN .
          Aber wenn bereits ein Kapitalstock von z.B. 100k aufgebaut ist ,
          könnte hier ja z.B. 100 mal 1000,00 Euro/mon. oder 200 mal
          500,00 Euro entnommen werden , ohne das eine STEUERPFLICHT
          einsetzt . Und bei 200 Monaten , wäre man ja auch bereits
          schon mal 16,5 Jahre weiter , OHNE Steuerpflicht auf den
          persönlichen Verbrauch auszulösen .

          LG Det

          • Hallo Det,
            alles i.O. soweit. Du sagst allerdings „Dabei kann der Kapitalstock sehr wohl weiter ARBEITEN“.
            Wie soll er das tun? Bei mickrigen 0.25% Zinsen auf einem Tagesgeldkonto? Bei allen anderen Möglichkeiten, die ich im Moment sehe, reden wir immer von Anlagen in Wertpapieren und dann kann ich kein Geld ohne Verkauf und damit Versteuerung entnehmen.
            Oder sehe ich hier was falsch und du noch ganz andere Möglichkeiten?

            Mein Ziel ist allerdings folgendes: „Der Lebensunterhalt kann nachhaltig durch erwirtschaftete Kapitalerträge ohne Kapitalverzehr des Investmentkapitals bestritten werden“. Dafür habe ich 2 Strategien entwickelt inkl. eines 10J-Finanzplans. Dieser sieht jedoch kein Abschmelzen des Investmentkapitals vor, sondern dessen Erhalt. Also habe ich ein Jahresziel (-> benötigtes Kapital für Lebensunterhalt pro Anno) und bei Erreichen des Zieles durch meine Investment/Trading-Strategien kann ich Schluss machen für das Jahr und von den realisierten Erträgen leben. Diese Erträge liegen natürlich Cash auf einem Konto und sind bereits versteuert.

            VG
            Jürgen

  3. Hallo,

    ich möchte nochmal zur ursprünglichen Frage zurückkommen:

    Wenn ich nur noch Kapitalerträge habe und von diesen lebe (also keinen Job mehr und somit keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit), mache ich doch eine Steuererklärung mit Anlage KAP und Günstigerprüfung, solange mein Steuersatz lt. Einkommensteuertabelle unter 25% liegt bzw. liegen sollte. Denn dann bekomme ich die zuviel gezahlten Abgeltungssteuern zurück. Anlage N brauche ich nicht, da ich ja kein entsprechendes Einkommen habe. Vorsorgeaufwendungen wie KV-Beiträge werden entsprechend in der Anlage (ich glaube VL) eingetragen
    Ist dies grundsätzlich so richtig?

    VG
    Jürgen

    • Hallo Jürgen,

      meiner Meinung nach ist das grundsätzlich richtig.
      Die Anlage heißt aber „Vorsorgeaufwand“; VL ist für „Vermögenswirksame Leistungen“.

      Viele Grüße, Hardy

  4. Hallo Jürgen
    Ich glaube es sind 2 Unterschiedliche Sichtweisen .
    Wenn ich einen Kapitalstock aufbauen will , oder ´nur aus den
    Gewinnen leben möchte , kann ich nur auf Steuerfreie Gewinne
    ausweichen ( z.B. Immogewinn nach 10 Jahren , Gold nach 1 Jahr
    u.s.w. , u.s.f. ) .
    Wenn jedoch bereits der Kapitalstock aufgebaut ist , also nicht
    zwingend zur Gewinngenerierung benötigt wird , ist halt auch ein
    VERBRAUCHEN dieses Kapitalstocks eine Option .
    Und genau dieses Verbrauchen , ist halt Steuerfrei .
    Dieses ist analog einer Rentenversicherung zu betrachten , daher
    gibt es ja überhaupt eine Ertragsanteilsversteuerung .
    Und eben genau diese Ertragsanteilsversteuerung könnte halt auf
    den eigenen Kapitalstock gesehen , wenn gewünscht , auch selbst
    gemacht werden .

    LG Det

  5. Wird keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt, dann wirkt sich die Anlage Kap auf die Beiträge für die Krankenversicherung aus. Alle Kapitalerträge, die im Steuerbescheid aufgeführt werden sind Beitragspflichtig. Wurde die Abgeltungssteuer einbehalten, entsteht keine Auswirkung auf die Beiträge.

    • Bei der obigen Darstellung handelt es sich um eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

      Richtig ist vielmehr, dass bei einem freiwillig gesetzlich Krankenversicherten, der keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausübt, sämtliche Einkünfte zur Berechnung seines KV/PV-Beitrages herangezogen werden. Seien sie nun aus einer selbständigen/gewerblichen Tätigkeit, aus Vermietung und Verpachtung oder eben aus Kapitalerträgen.
      Der Einkommensteuerbescheid ist nur ein einfacher und quasi amtlich bestätigter Nachweis dieser Einkünfte. Liegt ein solcher Nachweis nicht vor (wenn z.B. keine Anlage KAP abgegeben wurde), sind die Kapitaleinkünfte eben auf anderem Wege nachzuweisen. Z.B. anhand der jährlichen Steuerbescheinigungen der Banken. Liegen auch diese nicht vor (bei ausl. Banken/Brokern) sind entsprechende Erträgnisaufstellungen vorzulegen.
      Es ist ein fataler Irrglaube, dass die Abgeltungssteuer von sämtlichen Abgaben befreit. Wie der Name schon sagt, ist damit lediglich die Steuer abgegolten. Sie befreit keinesfalls von den Krankenkassenbeiträgen.

      Die Abgabe der Anlage KAP ist daher nicht zwingend erforderlich (in welchen Fällen es doch erforderlich ist, steht im Beitrag). Gibt man sie aber nicht ab, entbindet dies niemand von der Pflicht, seine Kapitalerträge dennoch bei der Krankenkasse anzugeben. Wer dies unterlässt, macht sich des Versicherungsbetruges schuldig.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Der Kommentator war sich dieser Tatsache offensichtlich durchaus bewusst, denn er hat vorsichtshalber eine gefälschte Email-Adresse angegeben. Normalerweise lasse ich solche Kommentare erst gar nicht zu, in diesem Falle könnte es aber sein, dass der Hinweis einige Unwissende rechtzeitig auf einen möglichen Fehler aufmerksam macht.

      • Hallo Peter,

        du warst schneller als ich. So wie du es beschreibst ist es genau richtig. In meinem Vertrag mit der KV als freiwillig Versicherter ohne sozialversicherungspflichtiges Einkommen gibt es auch einen Passus, der besagt, dass ich Änderungen bei meinen Kapitalerträgen unverzüglich melden muss – als Beleg gilt der Jahresbescheid der Bank.
        Um die KV-Beiträge auf ein notwendiges Minimum zu beschränken, achte ich daher penibel darauf nur so viel Erträge zu erwirtschaften wie ich tatsächlich zum Leben brauche. Denn jeder Euro mehr kostet ca. 17% KV/PV (abgesehen von den Steuern) …
        VG
        Jürgen

      • Richtig Jürgen, das ist ja auch völlig legitim und das mache ich genauso.

        Ist manchmal etwas mühselig und das Ergebnis auch nicht immer so ganz exakt zu kalkulieren. Aber der Aufwand lohnt sich. Und wenn ich erst mal Rentner bin, kann ich wieder so viel Erträge haben, wie ich will. Meine Frau allerdings nicht. Da ist dann doch noch ein paar Jahre rechnen angesagt.

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo Jörg,

      Veräußerungsgewinne zählen neben Zinsen und Dividenden auch zum ‚beitragsrelevanten‘ Einkommen.
      Ich fand das auch etwas schwammig formuliert und habe deshalb mit der KV telefoniert.

      VG
      Jürgen

  6. Möglicherweise habe ich das falsch verstanden. Kann ja sein.
    Dann lösche meinen letzten Kommentar einfach.

    Die Erklärung der TK ist aber schon missverständlich

  7. Ein Missverständnis gab es leider auch bei mir.

    Ich möchte mich daher für den Vorwurf der gefälschten Email-Adresse entschuldigen. Ich habe mich hier von mehreren ungewöhnlichen Besonderheiten irritieren lassen. Also: Sorry – es ist tatsächlich alles in Ordnung.

    Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Jürgen , Hallo Gemeinde .
    Da wir das Thema KV/PV und Steuer , bereits schon mehrfach hatten , möchte
    ich nochmal die Sichtweise auf Gewinne und den unterlegten Kapitalstock lenken .

    @ Jürgen
    Da du ja bereits zu den Schluss gekommen bist , nur die Erträge zu
    generieren , die du auch tatsächlich zum LEBEN verbrauchst , kann ja
    eigentlich auch nicht soviel falsch laufen .
    Jetzt zu Sicht KV/PV und Steuer . Bei z.B. einer Rentenzahlung einer privaten
    Rente ( Lebenslang ) ist hier halt die Sichtweise des FA und der GKV eine
    unterschiedliche . Die GKV verbeitragt die ZAHLRENTE , das FA den angenommenen
    Gewinn . Dieses nennt sich dann Ertragsanteil . Dieses ist jedoch eine total
    unterschiedliche Sichtweise . Bei KV wird also der Kapitalstock im Zuge der
    Zahlrentenverbeitragung mit verbeitragt . Bei FA der unterlegte Kapitalstock
    der halt NICHT 2 mal versteuert darf , NICHT . Hier wird vom abschmelzen des
    Kapitalstocks ausgegangen ( über Restlebenszeit ) , daher gibt es hier auch
    eine Ertragsanteilsversteuerung . D.h. nur die Gewinne sind STEUERPFLICHTIG .

    Jetzt noch ein Verständnissbeispiel .
    Rente 1000,00 Euro / mon.
    Dieses wäre der Kapitalstockverbrauch über Restlebenszeit incl. der Zinsen
    ( wobei jedoch nur die Zinsen den Gewinn ausmachen )
    Annahme weiter , 17% KV/PV Beitrag , Steuersatz 25% , Ertragsanteil Rente
    z.B. 27% .

    Sichtweise KV/PV, 1000,00 Euro/mon. mal ca. 17% gleich Zahllast
    170,00 Euro/mon. an KV/PV abzuführen .

    Sichtweise Finanzamt . 1000,00 Euro/mon. Ertragsanteil ( das ist der
    vermutete Gewinn des Kapitalstocks auf Restlebenszeit , dafür gibt es
    Ertragsanteilstabellen , die sich nach dem Alter bei erstmaligen Bezug
    der lebenslangen Rente richten ) z.B. 27%

    Somit 1000,00 Euro/mon. mal Ertragsanteil 27% , gleich 270,00 Euro/mon.
    der Versteuerung zu unterwerfen , bei angenommenen EkST – Satz 25%
    gleich 270,00 Euro mal 25% ergibt Zahllast 67,50 Euro .
    Somit wären bei Sichtweise KV 170,00 Euro zu zahlen , bei Sichtweise
    Finanzamt 67,50 Euro zu zahlen .

    Dieses bedeutet dann , das 1000,00 Euro , einmal mit 67,50 Euro
    belastet wären , einmal mit 170,00 Euro .

    Evt. hilft dir das , die unterschiedlichen Sichtweisen zu verstehen ,
    insbesondere auf einen unterlegten Kapitalstock . Das abschmelzen
    des Kapitalstocks , wird bei FA jedenfalls ( noch ) nicht bestraft ,
    die Gewinngenerierung jedoch schon . Auch bei KV/PV ist ( noch ) die
    Sichtweise bei NICHT mon. regelmässig wiederkehrenden Zahlungen , auf
    den Kapitalstock gesehen , eine zweigeteilte . Wenn die Gewinngenerierung
    dann mit Gewinnen gemacht werden kann , die dann wiederrum nicht der
    Steuer zu unterwerfen sind ( Aktien vor 2008 , Immo nach 10 Jahren u.s.w. )
    könnte ja dadurch wieder ein Kapitalstock aufgebaut werden , der wieder
    steuerfrei abschmelzen könnte . Insbesondere sind auch noch weitere Grenzen
    für das steuerliche Existenzminimum ohne Steuerpflicht auf Einkommen
    auszulösen ggf. zu berücksichtigen . Im weiteren auch der ggf. zu berücksichtigende umschließende Personenkreis .

    So einfach sind halt immer meine Sichtweisen. Auch wenn dieses nicht
    immer gleich verstanden wird , ist diese Sichtweise , für mich bereits
    seit mehreren Jahrzehnten , eigentlich immer die richtige gewesen .
    Insbesondere auf den unterlegten Kapitalstock , den Gewinnen , die
    Entnahme zum Verbrauch , das abschmelzen des Kapitalstocks und welche
    Zahlungsverpflichtungen dieses immer mit sich bringt .

    Und genau mit diesem Wissen , kann sich halt jeder selber überlegen , wie
    sein Kapitalstock einzusetzen ist . Z.B. Aktien , lieber bei Berkshire
    die Gewinne ( da thessaurierend ) in die Zukunft legen , oder mit z.B.
    Gladstone oder Freenet sofort Gewinne auszahlen lassen ??? . Beides keine
    schlechten Möglichkeiten , zusätzlich kann der Kapitalstock bei beiden dann
    Stückweise verbraucht werden ( dann ggf. nach Gewinn oder Verlustrealisierung
    auf die Gewinne oder Verluste des für den Verbrauch benötigten Kapitalstocks . Entnahme des Kapitalstocks ( NICHT jedoch der Gewinne oder Verluste AUS Kapitalstock ) jedoch steuerfrei und z.Zt. noch KV/PV frei ).

    Die Wahl , Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach , hat jedenfalls
    jeder selber . Im Alter würde ich dann halt auch lieber mal den Spatz
    nehmen , nicht das die Taube auf dem Dach niemals zu verbrauchen ist .

    LG Det

    • Hallo Det,
      danke für die, wie immer, sehr ausführliche Ausführungen. Alles schon soweit verstanden – es gibt halt unterschiedliche Herangehensweisen.
      Nur einen Kommentar kann ich mir nicht verkneifen: ich sehe Steuern nicht als „Strafe“ an. Ich will hier natürlich optimieren aber im Grundsatz sind sie ok und notwendig. Die KV/PV Beiträge tun schon eher weh, da ich den vollen Beitrag zahlen muss, der sich auch noch von Jahr zu Jahr ändert ….
      BG
      Jürgen

  9. Hallo Jürgen
    Ich sehe Steuern auch nicht als Strafe . Da ich jedoch sowieso bereits
    EHRENAMTLICH ( oder wie könnte man das nennen , wenn eine Arbeit unbezahlt
    verrichtet werden darf und dann für den Mehraufwand beim Steuerberater auch
    noch ein Obulus bezahlt werden muss ??? ) monatlich als Handlungsgehilfe
    die Umsatzsteuer für das FA herreinholen darf , ist meistens meine Geduld
    damit auch fürs erste bereits erreicht.
    Ja Steuern sind notwendig , aber ein SINNVOLLER Umgang damit auch .
    Und damit ich eben auch verstehe , was der Staat in Form FA hier von mir
    möchte , versuche ich halt diese Denkweise ( TEILWEISE ) anzunehmen .
    So ähnlich würde ich es bei der GKV auch sehen .

    LG Det

  10. In meinem Depot habe ich Aktien und ETFs, die vor 2009 gekauft wurden – sogenannter Altbestand. Wird mir der (steuerfreie) Gewinn nach einem Verkauf in der Steuerbescheinigung der Bank ausgewiesen? Falls ja, auf welche Zeile(n) der Anlage KAP wirkt sich dieser aus? Und in welcher Form – wenn überhaupt – findet sich dieser im Einkommensteuerbescheid wieder?

    Viele Grüße
    Homer

    • Steuerfreie Kursgewinne erscheinen in der Steuerbescheinung nicht. Sind ja auch vollkommen uninteressant. Zumindest für das Finanzamt 😉

      Bei den ETFs könnte es allerdings trotzdem sein, dass ein Gewinn anfällt, der zu versteuern ist, denn steuerfrei sind immer nur die Kursgewinne. Die zwischenzeitlichen Erträge sind es aber nicht. Je nach Art der ETFs (ausschüttend oder thesaurierend) könnte da beim Verkauf noch „etwas“ zu versteuern sein.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke; dann warte ich mal hoffnungsvoll auf die Steuerbescheinigung für dieses Jahr.

        Ab 2018 werden die steuerfreien Kursgewinne aus Altbestand leider auch für das Finanzamt interessant, soweit es Fonds betrifft (Investmentsteuergesetz). Im Einkommensteuerbescheid könnten sie weiterhin fehlen, falls es für den persönlichen Freibetrag von anfangs 100000 € einen zusätzlichen Bescheid gibt, so wie es beim Verlustvortrag der Fall ist.

        Viele Grüße
        Homer

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