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Kap. 6.5: Die Höhe der Rente — 13 Kommentare

  1. Interessant ist ja, dass bei vorzeitiger Inanspruchnahme pro Jahr ein Abschlag von 3,6% hingenommen werden muß, jedoch bei verspäteter Inanspruchnahme pro Jahr ein Zuschlag von 6% gewährt wird. Hast Du eine solche verspätete Inanspruchnahme in Deinen Plänen mal einfließen lassen?
    LG,
    Dummerchen

    • Sehr guter und korrekter Hinweis! Danke.

      Abschläge und Zuschläge werden über den im Beitrag erwähnten Zugangsfaktor geregelt. Mehr zum Thema der Abschläge werde ich im nächsten Beitrag erläutern. Wer sich vorab und etwas detaillierter informieren will, findet bei Wikipedia eine gute Übersicht.

      Ich selber habe eine verspätete Inanspruchnahme der Rente bisher nie in Betracht gezogen. Vom Gefühl her denke ich auch, dass das keinen Sinn macht. Aber ich denke noch einmal darüber nach… (das Ergebnis ist hier zu finden: „30% mehr Rente?“)

      Danke und Gruß,
      Der Privatier

  2. Na, da bin ich aber mal auf Deine Gedanken gespannt :-).

    Wenn ich das deutsche Rentengesetz halbwegs richtig verstanden habe, ist in der Rentenformel nur der Faktor „aktueller Rentenwert“ (aRW) beim Erreichen der Regelaltersgrenze eine potentiell zukünftig schwankende Unbekannte. Die anderen drei Faktoren sind dann ja eigentlich fix.
    Klar, die Regierung kann über ein Gesetz die Formel über den Haufen werfen, aber das wäre schon ein größerer Eingriff. Und klar, bislang ist der aRW nur nach oben angepasst worden – das könnte auch mal anders verlaufen.

    Würde man allerdings bei Erreichen der Regelaltersgrenze vermuten, dass der Wert zumindest konstant bleibt, dann würde ich eine „sichere“ 6% Steigerung meines Rentenanspruchs aber schon als relativ lukrativ ansehen. Der Verlauf des Finanzplans (https://der-privatier.com/kap-4-4-3-finanzplan-graphische-darstellung/) sollte dann zwar einen längeren fallenden Verlauf über 65/67 hinaus nehmen, dann beim Einsetzen der bis zu 30% höheren Rente aber weniger steil abfallen.
    Der US-Autor William Bernstein hat in einem seiner E-Books (Review http://wpfau.blogspot.de/2012/06/review-of-william-bernsteins-new-e-book.html) auf diese Möglichkeit („delaying Social Security to 70“) hingewiesen als eine sehr ertragreiche Form der Geldanlage. Die US-Bedingungen sind aber vermeintlich noch lukrativer (jährliche Erhöhung um 8% + Inflation). Ich traue mir nicht zu, dies vergleichend zu bewerten – dazu habe ich zu wenig Ahnung von beiden Systemen.

    Bei allen Gedanken zum Thema stellt sich natürlich immer die Frage: „Welches Vertrauen habe ich in eine stabile Zukunft der Rentenversicherung?“ Man sattelt quasi mit der verzögerten Rente um so stärker von einer selbst gesteuerten privaten Zusatzrente mehr in Richtung gesetzliche Rente um. Ist ja immer die Frage, in welches System man wie viel Vertrauen hat.

    Viele Grüße
    Dummerchen

    • Deinen Überlegungen zum aktuellen Rentenwert (aRW) kann ich uneingeschränkt zustimmen. Wir können also für eine vereinfachte Rechnung einmal von einem unveränderten Wert ausgehen.

      Ich bin mir allerdings bedeutend weniger sicher, ob ich die „sichere 6% Steigerung meines Rentenanspruchs“ ebenfalls als lukrativ ansehen möchte.
      Ich habe nämlich so den Verdacht, dass (wenn es auch nicht so formuliert und ausgesprochen ist) sich im Hinterkopf oder im Unterbewusstsein doch ein wenig die Vorstellung einer 6%igen Rendite eingenistet hat.
      Und 6 Prozent !! Das ist ganz ordentlich! Und dazu noch (halbwegs) sicher. Das hört sich lukrativ an.

      Aber es ist eben keine Rendite. Es ist nur ein Umverteilen nach hinten. Und damit ergeben sich (für mich) gleich zwei Probleme:

      Erstens erreiche ich einen Gleichstand der insgesamt ausgezahlten Rentenbeiträge (bei früher, normaler oder verspäteter Inanspruchnahme) erst jenseits eines Alters von 90 Jahren.
      Ich erhalte in der Summe also erst dann ingesamt mehr an Rente gegenüber der vorzeitigen Rente, wenn ich älter als 90 werde. Ich werde diese Rechnung übrigens in einem der nächsten Beiträge etwas ausführlicher erläutern.

      Zweitens würde mir eine aufgeschobene Rente auch bei meinem monatlichen „Einkommen“ einfach fehlen. Natürlich könnte ich in dieser Zeit mein Kapital weiter aufzehren, aber weniger Kapital wirft dann in der Folgezeit auch weniger an Dividenden/Zinsen ab.
      Ganz exakt habe ich diesen Aspekt noch nicht kalkuliert. Da fehlt mir momentan auch gerade die Zeit, da ich sozusagen auf gepackten Koffern sitze und mich jetzt erst einmal für 2-3 Wochen in den Urlaub verabschiede.
      Aber ich werde nach dem Urlaub diese Varianten noch einmal in meinen Finanzplan einbauen und über das Ergebnis noch einmal gesondert berichten (siehe hier: „30% mehr Rente?“).

      Die folgenden Beiträge zum Thema „gesetzliche Rente“ sind aber bereits vorbereitet und werden auch während meines Urlaubes erscheinen (so hoffe ich zumindest…).
      Es wird dabei um die folgenden Themen gehen:
      * Abschläge von der Rente
      * Früher oder später in Rente
      * Freiwillige Einzahlungen in die Rentenkasse

      Bis dahin,
      Der Privatier

  3. Vielen Dank für die gute Erklärung. Leider muss ich noch 36 Jahre warten, bis ich Anspruch auf Rente habe. Oder einiges verzichten, wenn man Frührentner sein möchte. Ehrlich zu sagen, ich ignoriere komplett die staatliche Rente. Die Rentenbeiträge sind in meiner Rechnung wie Steuern. Ich möchte in 15 Jahren finanziell frei werden und alles mit eigenem Kapital! Ich hoffe, dass die Einkommen- und Abgeltungsteuer nicht erhöht wird, damit die Regierung ihre Wahlgeschenke finanzieren kann.

    • Da hast Du Dir ja ein ambitioniertes Ziel vorgenommen! Aber warum auch nicht? Auf jeden Fall wünsche ich Dir weiterhin viel Erfolg und immer den nötigen Adler-scharfen Blick für die richtigen Entscheidungen.
      Einen Vorteil hat das Älterwerden: Das Ziel der finanziellen Freiheit wird mit jedem Jahr ein wenig leichter zu erreichen. Allerdings wird es dann auch schwierig, sich für den richtigen Ausstiegspunkt zu entscheiden…

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo,

    wird Krankenzeit auch auf die Wartezeit (also, ich meine die Zeit, die ich brauche um in Rente gehen zu können )angerechnet?

    • Eine äußerst schwierige Frage, die wohl in letzter Konsequenz nur durch einen Besuch bei der Rentenberatung zu klären sein wird.

      Denn: Eine längere Krankheit kann (wenn überhaupt) als sog. Anrechnungszeit gezählt werden. Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen man keine Beiträge einzahlt, trotzdem können diese Zeiten für die spätere Rente zählen. Typische Beispiele sind Arbeitslosigkeit, der Besuch einer Fachschule, eine Schwangerschaft oder eben auch eine längerer Krankheit.

      Aber: Anrechnungszeiten sind diese Zeiten in der Regel aber nur, wenn sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung unterbrochen haben. Einfach „nur krank“ sein, reicht also nicht. Allerdings haben sich die Voraussetzungen für die Anerkennung im Laufe der Jahre immer wieder geändert. Es gab Zeiten, in denen man Krankengeld bekommen musste, in anderen wiederum war dies nicht erforderlich. Hier kann wirklich nur die Rentenberatung helfen. Und das würde ich dann auch dringend empfehlen. Und zwar möglichst bald. Am besten gleich hier einen Termin reservieren!

      Je nach Lage der Dinge und des Zeitraumes, um den es geht, könnte nämlich der Nachweis schwierig werden. Ggfs. vorhandene Bescheinigungen (von der Krankenkasse, vom Arzt) oder auch einen Bewilligungsbescheid einer Rehabilitationsmaßnahme direkt mitnehmen zur Beratung!

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

  5. Heute (29.4.15) hat das Bundeskabinett eine Erhöhung der Renten beschlossen!

    Ab 1. Juli sollen die ca. 20 Millionen Rentner höhere Bezüge bekommen. In den alten Bundesländern steigt die Rente um 2,1 Prozent, im Osten um 2,5 Prozent. Immer Brutto – natürlich.

    Grund für die Anpassung ist u.a. auch die allgemein gute wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Entwicklung der Löhne. Basis für die Berechnung sind die statistisch ermittelten Lohnsteigerungen von 2,08 Prozent in den alten Ländern und 2,5 Prozent in den neuen Ländern.

  6. Hallo,

    wie ist es eigentlich mit den Entgeltpunkten ? Können diese auch sinken ? Also z.B. wenn ich ab 60 Jahren drei Jahre kein Einkommen habe und von meinen Ersparnissen leben will.

    Gruß, Paul

    • Nein.
      Außer Du mußt Punkte abgeben. – Wegen Scheidung…
      Sonst kommt es für die Höhe der Rente nur noch darauf an, wie (Behinderung usw.) und wann (Abschläge) man in Rente geht.
      … mal „Wert der Rentenpunkte“

    • Die Anzahl der einmal erarbeiteten Rentenpunkte kann sich nicht mehr verändern (Ausnahme: S. Kommentar von Kurti).
      Was aber jedes Jahr neu festgelegt wird, ist der Wert dieser Rentenpunkte. Und der richtet sich prinzipiell nach der Bruttolohnentwicklung. Dazu kommen aber dann noch gewisse Faktoren (Nachhaltigkeits- u. Riester-Faktor), die dafür sorgen könnten, dass trotz gestiegenem Lohnniveau der Wert sinken könnte. Aber dann kommt die Schutzklausel zum Zuge, die dafür sorgt, dass die Renten nicht sinken, sondern höchstens unverändert bleiben.

      Daher Antwort: Weder Anzahl noch Wert der Rentenpunkte kann sinken.
      Es sei denn, es gibt eine Gesetzesänderung…

      Gruß, Der Privatier

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