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Vervielfältigungsregel in der betrieblichen Altersvorsorge — 20 Kommentare

  1. Hey danke,

    Aber ….

    Laut meiner betrieblichen Pensionskasse, geht bei mir da keine Einzahlung von meiner Abfindung.

    Da ich krankheitsbedingt seit mitte 2018 bereits eine Erwerbsminderungsrente und die Pensionkassezahlungen beziehe und beide Renten „“hoch–„“ gerechnet wurden , sei eine Einzahlung der Abfindung von 7/2021 nicht möglich.
    Das Arbeitsverhältniss ruhte bis zur Kündigung.

    Ob dass wirklich so ist ?!? Habe diese Aussage 2x am Telefon bekommen…

    Hmmm … ??

    Jetzt bin ich wieder voll am zweifeln ob ich die Rüruprente abschließen soll…

    Kann man theoretisch beides machen ? 25787 in die Rüruprente und den rest ca 9000 in die pensionskasse?

    Oder fühle ich mich nur deshalb von dem artikel so angesprochen, weil die Zahlen ziemlich auf mich zutreffen… ??

    • Ah … sorry …

      Hab den Artikel das erste mal um 7 uhr früh gelesen und jetzt erst gesehn, dass es eh schon geschrieben steht dass man beides machen könnte …. nur wohl ich nicht 😔

    • @Bezzi: Ich sollte vielleicht bei den Punkten, die beachtet werden sollten, noch ergänzen, dass es keinen Rechtsanspruch auf die im Beitrag erläuterten Einzahlungen gibt. Wenn die Versicherung also die Zahlungen ablehnt, dann geht es eben nicht. Die Begründung ist dann eher nebensächlich.

      Gruß, Der Privatier

  2. Ja dann …

    Ist ja schon heftig , wenn für sowas dann kein Rechtsanspruch besteht!
    Muss mich ja schon glücklich schätzen, dass ich überhaupt eine Abfindung bekommen habe …

    Schönes Wochenende

  3. Ging bei uns leider auch nicht…..
    Wäre zu schön gewesen, Auszahlung bei uns ist
    40% der Eingezahlten Summe p.a. 😁

  4. Hallo Peter geneigte Leserschaft .
    Hier sollte m.M.n. dringend §22 EStG gelesen werden ( für Zukunftsfragen !!! )
    und auch der Unterschied zwischen der Tabelle aa) vs bb) , für eine ggf. anstehende
    zeitnahe Entschlussfassung !!! Berücksichtigung finden !!!
    Insbesondere für Zukunftsfragen ggf. Komplex , jedoch m.M.n. mit deutlichen
    Mehrwert , bei Bezügen mit bb) = Ertragsanteilsbesteuerung .

    Im Fall mit aa) , sind ggf. 100,00 Euro ( ab 2040 ) dem % Steuersatz der EK-Steuer Erklärung zu unterwerfen = Ggf. 100,00 Euro mal X ( = ? Individualfragen Zukunft ) Prozent an Zahllast FA .

    Im Fall mit bb) , sind ggf. 20,00 Euro ( mit 63 Jahren erstmaliger Bezug ) dem
    % tualen Steuersatz zu unterwerfen . 80,00 Euro zwar auch EK , aber für FA dann UNBEACHTLICH !!!
    Und natürlich dann , solange das Gesetz in dieser Form fortbesteht , bis ggf. auch
    Lebensende . Die fehlenden 80,00 Euro im Fall bb) sind KEIN ERTRAG ( lediglich eine
    Rückzahlung des bereits versteuerten Einkommens = Keine Doppelbesteuerung in D !!! )

    Somit 80,00 Euro aus FA-Sicht = UNBEACHTLICH , der unbeachtlichen Sichtweise ,
    hat sich aber die GKV ( incl. PPV ) halt nicht angeschlossen = Beitragspflicht .
    Somit KV , PPV Beitragspflicht , habe ich aber für den aa) Anteil auch !!!
    Damit n.w.v. eine individuelle Puzzelsteinchenfrage , für Langlebigkeitsrisiko .
    Ggf. auch mit oder ohne Amortisationsrisiko .

    @ Lars , oder auch OHNE Amortisationsrisiko aus bb) und MIT Amortisationsrisiko
    aus aa) bei der individuell auszufüllenden Anlagen R , betr. der einzelnen Blätter ,
    für ein individuelles Langlebigkeitsrisiko ( Oder auch 2 im Haushalt ) .
    Wenn ich n.w.v. einen DS Rentner spiegeln kann , reicht mir das i.d.R. an Amortisationsrisiko ( n.w.v. im Plan , für so ca. 1/3 an Vermögensfragen ) .
    Für ÜBER Bedarf an Langlebigkeitsrisikodeckung , spricht für mich n.w.v. nur
    eine starke Rebalancingnotwendigkeit im jeweiligen VAJ .

    LG Det

    • Moin Det,

      hatte letzte Woche den §22 EStG verlinkt mit Querverweis auf Abs.1 S.3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb (Besteuerung Ertragsanteil).

      Im Rückspiegel betrachte war deine damalige Entscheidung (pRV) wohl richtig. Eventuell hast du ja auch noch eine weitere Optimierungsmöglichkeit: Haushalt = 1+1+1 vs. (1+1)+1 = (Einzel vs. Zusammen)

      Du musst dich „TRAUEN“, geht aber nur mit „SCHEIN“. 😊

      Gruß
      Lars

      PS:
      „Die fehlenden 80,00 Euro im Fall bb) sind KEIN ERTRAG ( lediglich eine
      Rückzahlung des bereits versteuerten Einkommens = Keine Doppelbesteuerung in D !!! )“

      Eine Doppelbesteuerung … das würde (könnte) ??? eventuell auf die gesetzliche Rente, Rürup-Rente, Rente f. landwirtschaftlichen Altersklasse, berufsständische Versorgungseinrichtungen (BStBl I S.1098 = Liste) zutreffen. (nichtzutreffend auf private RV)

      • Tja Lars , da ich ja für Glaskugelfragen , nicht immer das passende Putztuch
        habe , kann ich ja auch oft nur Rückspiegelbetrachtungen machen .

        Für ca. 2/3 Anlage Vermögensstock via Langlebigkeitsschutz ( Plan = 30% ) mit ausfüllen Anlage R ( mehrere Blätter anzuhängen ) mit Anteil bb) = Best Case
        Plan 30% , ist durch den Verfall des Amortisationsrisikos ( Normaler DS Rentner )
        auch einem gewissen Inflationsrisiko ausgeliefert !!! Dieser Wertverlust der
        Zahlen = Weniger Kaufkraft der Zahlen , somit auch bei gleichbleibenden , sogar
        in meinen Fall steigenden Zahlen ( + 3% p.a. der auszuzahlenden Renten , jedoch
        auf ein gleichbleibenden Kapitalstock !!! / Meine grösste Fehlannahme bei > 30 J.
        Laufzeit , da eigentlich der Kapitalstock , ja die ableitung der Rente ergibt !!! ) , n.w.v. eine ständige Verbrauchsmasse an Kühlschrankfüllungsbeitrag .

        Gegensteuerung des Wertverlustes , und somit weitere Erhöhung des Kap. Stocks
        um ca. 30% ( z.Zt. ca. 40% für weitere Zukunftsabschmelzungen ) für Glaskugelfragen
        um auch n.w.v. einen DS Rentner spiegeln zu können = Im Plan .
        Für ca. 1/3 Anlage Vermögensstock via Langlebigkeitsschutz mit ausfüllen
        Anlage R ( mehrere Blätter anzuhängen ) mit Anteil aa) = Glaskugel

        Mischkalkulation aa) + bb) = Best Case + Glaskugel für Zukunftsfragen .
        Amortisationsrisiko aus bb) = Bereits Null . Amortisationsrisiko aus aa )
        = Glaskugel . Nach putzen der Glaskugel , erwartbares Szenario = 1/3 Mix aa) mit 2/3 Mix bb) lässt den Break Even um 65/67 als erwartbares Null-Risiko mit normalen Anfangsamortisationslauf ab 65 bis 67 Jahren als relativ wahrscheinlich , erscheinen . Vorteil für ca. 1/3 , u.a. ausgelegt als
        Langlebigkeitsschutz = Amortisationsrisikoentfall ab ca. 65 bis 67 für 1 .

        Damit ist n.w.v. eine Spiegelung des DS Rentnereinkommens OHNE Risko
        des Amortisationsrisikos ( = Entfall ) relativ wahrscheinlich .
        Erstes Blatt aa) mit 60 anzuhängen , 2tes Blatt aa) mit 62 anzuhängen ,
        3tes Blatt aa) mit 67 anzuhängen ( Quasi Inflationsausgleich ) .
        Ca. 10% Ausgleich/Rebalancing , oder auch ca. 30% Ausgleich des Kap. Stocks
        Langlebigkeitsschutz ( Plan , n.w.v. , ca. 1/3 = DS Rentner , im Plan )

        Wenn ich mich doch noch TRAUEN würde , wohl auch kein Unterschied .
        Für Kaleun und mich , passt es so , wie es ist . KEIN erbbarer
        Langlebigkeitsschutz aus bb) = Abgelaufene Rückzahlung des Kap. Stocks .
        Noch erbbarer Langlebigkeitsschutz aus aa) als Kap. Stock –> Von mir an Ihr .

        Eigener Anspruch Kaleun , Valuta etwas > als DS Rentner .
        Erste Auszahlmöglichkeit ab 58 , wird aber wohl erst TATSÄCHLICH mit 80 oder
        ggf. 90 wahrgenommen . Erbanspruch von Ihr an mich = Null . Könnte ich dann
        mit Schein ändern ( Aber für ca. 30% ??? noch warten auf 80 oder 90 ??? NEEE ) .

        LG Det

  5. Lieber Privatier und Team,

    ich hätte eine Frage zum Thema Einzahlung eines Teils der Abfindung bei Altverträgen.
    Mein Vertrag wurde Ende 2004 geschlossen und ich habe die meiste Zeit mit einigen Unterbrechungen während meiner Elternzeit in den Vertrag eingezahlt, zuletzt immer Beträge in Höhe von 1578,- €/Jahr (der Deltabeitrag zu den 1752 € Standardrate war eine Anteil für Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeitsschutz, den habe ich nach meiner Elternzeit rausnehmen lassen).
    Der Vertrag läuft bis 1.12.2040, d.h. es würden noch 19 Jahresraten fällig, was ca. 30k€ entspricht, ich also die 30k€ von der Abfindung in die Direktversicherung abführen lassen würde.
    Kann „ich“ nun wählen, ob die Vervielfältigungsregel angewendet werden soll oder die Pauschalierung? Oder entscheidet das die Versicherung oder der Arbeitgeber?
    Wenn die Vervielfältigungsregel angewendet wird, müßte ich hier auf die 30k€ keine Steuer abführen, oder doch?
    Bei Anwendung der Pauschalierung wären es 20% von 30k€, also 6k€, die der Arbeitgeber direkt ans Finanzamt abführen würde?
    Hat der Arbeitgeber in einer der beiden Varianten Kosten, die bei ihm „hängenbleiben“?

    Wäre es zusätzlich parallel möglich, dass ich eine vom Arbeitgeber angebotene Bruttoentgeltumwandlung eines weiteren Teils der Abfindung in eine Pensionskasse und Aufbaukonto (Direktzusage vom Arbeitgeber) nutze oder gibt es hier „Hürden“ vom Gesetzgeber, weil beide Angebote nicht parallel vom gleichen Arbeitgeber bedient werden dürfen?

    Gibt es aus Ihrer Sicht Gründe, warum ein Arbeitgeber die Abführung in beide Altersvorsorgen gleichzeitig verwehren könnte?

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

    • Moin Marylaza,

      „Kann „ich“ nun wählen, ob die Vervielfältigungsregel angewendet werden soll oder die Pauschalierung? Oder entscheidet das die Versicherung oder der Arbeitgeber?“

      Die Frage stellt sich anders:

      1. Einzahlung (pauschal versteuert)
      2. Einzahlung steuerfrei

      Schau dir bitte das Beispiel „Bernd B.“ im Beitrag vom Privatier oben rechts … „Neue Beiträge“ … „Vervielfältigungsregel in der betrieblichen Altersvorsorge“ genauer an.

      Bernd B. zahlt in seinen „Altvertrag“:
      1. den max. Teil nach §40b Abs.1 u. Abs.2 S.3+4 (pauschal mit 20% versteuert) ein
      2. den restlichen Teil bis zur max. Summe (Achtung! 2022 wird es etwas weniger wegen Absenkung der BBG RV) steuerfrei ein.

      Spätere Auszahlung/Verrentung der (Teil)Einzahlung 1:

      Auszahlung:
      Bei (Teil)Einzahlung Nr.1 wäre später eine steuerfreie Auszahlung möglich
      Verrentung:
      Bei Teileinzahlung Nr.1 wird später der Ertragsanteil prozentual nach §22 Nr.5 EStG versteuert

      https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__22.html

      Spätere Verrentung der (Teil)Einzahlung 2
      Dieser Teil würde später mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

      Spätere Verrentung Krankenkassenbeiträge (Teileinzahlung 1+2)
      Hier werden KK-Beiträge in voller Höhe fällig, abzüglich des Freibetrages (in 2021 164,50€)

      Vervielfältiger (max. Summe in 2022)
      4% BBG x Betriebszugehörigkeit (max.10 Jahre) = 4% x 84600€ x 10 = 33840€ (West)
      4% BBG x Betriebszugehörigkeit (max.10 Jahre) = 4% x 81000€ x 10 = 32400€ (Ost)

      Wichtig: Trotz Einzahlung in die bAV (Reduzierung der Abfindung) muss unbedingt die Zusammenballung der Einkünfte bestehen bleiben, ansonsten wird die vorteilhafte Fünftelregelung nicht angewendet.

      Hat der Arbeitgeber in einer der beiden Varianten Kosten, die bei ihm „hängenbleiben“?

      Personeller Aufwand im Lohnbüro.

      „Wäre es zusätzlich parallel möglich, dass ich eine vom Arbeitgeber angebotene Bruttoentgeltumwandlung eines weiteren Teils der Abfindung in eine Pensionskasse und Aufbaukonto (Direktzusage vom Arbeitgeber) nutze oder gibt es hier „Hürden“ vom Gesetzgeber, weil beide Angebote nicht parallel vom gleichen Arbeitgeber bedient werden dürfen?“

      Steuerfrei aus der Abfindung nicht, jedoch nach dem §3 Nr.63 S.1 EStG … Beiträge des AG aus dem ersten Dienstverhältnis … steuerfrei

      2022
      8% BBG = 8% x 84600€ = 6768€ (West)
      8% BBG = 8% x 81000€ = 6480€ (Ost)

      Die Häfte der Einzahlung hiervon ist sozialabgabefrei, die andere Hälfte sozialabgabepflichtig.

      späterer Bezug Rente: steuerpflichtig mit dem persönlichen Steuersatz, komplett sozialabgabepflichtig (Freibetrag in 2021:164,50€ … dieser wird jedoch nur 1x gewährt)

      Gruß
      Lars

  6. Moin Lars,

    Danke! Dann könnte ich meine Direktversicherung ja wie in Fall 1 beschrieben mit Pauschalversteuerung ausfinanzieren und hätte dann später eine steuerfreie Auszahlung. Kann mir der Arbeitgeber die pauschalbesteuerte Abführung in die Direktversicherung aus irgendwelchen Gründen verwehren?

    Den Kommentar „Steuerfrei aus der Abfindung nicht, jedoch nach dem §3 Nr.63 S.1 EStG … Beiträge des AG aus dem ersten Dienstverhältnis … steuerfrei“ habe ich leider nicht ganz verstanden…
    Bei uns ist es so, daß zuerst 4% BBG, also knapp 3400 € in eine Pensionskasse abgeführt werden und alles was darüber hinausgeht als Bruttoentgeltumwandlung als sogenannte Direktzusage in ein Aufbaukonto vom Arbeitgeber fließt. Und der Betrag der Abfindung, der über die Bruttoentgeltumwandlung direkt in das Aufbaukonto fließt, wird meines Wissens doch dann erst bei Auszahlung mit Rentenbeginn versteuert und reduziert direkt mein Bruttoeinkommen und damit meine Steuerlast, oder?
    Da ich ja letztes Jahr nur Teilzeit (25k€) gearbeitet habe und dieses Jahr in Elternzeit kaum Einkommen hatte (2k€), dürfte das mit der Zusammenballung der Einkünfte (170k Abfindung – 20k Direktzusage – 30k Direktversicherung) kein Problem sein, oder?
    Danke nochmals!

    • Moin Marylaza,

      „Dann könnte ich meine Direktversicherung ja wie in Fall 1 beschrieben mit Pauschalversteuerung ausfinanzieren und hätte dann später eine steuerfreie Auszahlung.“

      Ja das wäre möglich. Im Buch vom Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“ gibt es ein extra Kapitel zur Vervielfältigungsregel. Zwei Hinweise hierzu:

      1. nach der Reduzierung der Abfindung (Einzahlung in die bAV) muss die Zusammenballung der Einkünfte gewährleistet bleiben
      2. Im Aufhebungsvertrag … (ich zitiere)
      „Der Aufhebungsvertrag sollte nach Möglichkeit keine Formulierungen aufweisen, bei denen von einer „Aufteilung“ der Abfindung die Rede ist. Besser ist es, beide Vereinbarungen (Einmalzahlung in die Direktversicherung und Zahlung einer Abfindung) in getrennten und voneinander unabhängigen Passagen festzulegen“

      „Kann mir der Arbeitgeber die pauschalbesteuerte Abführung in die Direktversicherung aus irgendwelchen Gründen verwehren?“

      Eine Einzahlung in die bAV (aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses) ist eine Vereinbarung zwischen dir und dem AG, wenn der AG nicht zustimmt … ?

      „Bei uns ist es so, daß zuerst 4% BBG, also knapp 3400 € in eine Pensionskasse abgeführt werden und alles was darüber hinausgeht als Bruttoentgeltumwandlung als sogenannte Direktzusage in ein Aufbaukonto vom Arbeitgeber fließt. Und der Betrag der Abfindung, der über die Bruttoentgeltumwandlung direkt in das Aufbaukonto fließt, wird meines Wissens doch dann erst bei Auszahlung mit Rentenbeginn versteuert und reduziert direkt mein Bruttoeinkommen und damit meine Steuerlast, oder?“

      Sorry, du hattest ja schon im ersten Kommentar von einer „Direktzusage“ geschrieben. Der §3 Nr.63 S.1 EStG bezieht sich auf die Durchführungswege: Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.

      Nachfrage: Werden die Einzahlungen Pensionskasse + Direktzusage gemeinsam durch eine Bruttoentgeltumwandlung realisiert? … oder erbringt der AG die Leistungen für die bAV? (Pensionskasse) … Link

      https://www.betriebliche-altersvorsorge24.info/direktzusage/direktzusage-durch-entgeltumwandlung

      Wenn das zutrifft (Bruttogehaltsumwandlung), dann greift später die nachgelagerte Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz.

      „Da ich ja letztes Jahr nur Teilzeit (25k€) gearbeitet habe und dieses Jahr in Elternzeit kaum Einkommen hatte (2k€), dürfte das mit der Zusammenballung der Einkünfte (170k Abfindung – 20k Direktzusage – 30k Direktversicherung) kein Problem sein, oder?“

      Ich sehe keine Probleme wegen der Zusammenballung der Einkünfte.
      Zusätzliche Altersvorsorge und steuerliche Optimierung der Abfindungszahlung? Willst du uns verraten wie alt du bist? Ich hätte noch einen Vorschlag, hängt jedoch mit deinem Alter zusammen. Einzahlungen in die DRV nach §187a SGB V geht erst mit 50. Es gibt noch eine andere Möglichkeit, jedoch nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres. … oder ein Rürupvertrag … oder eine Kombination aus beiden.

      Gruß
      Lars

  7. Hallo Lars,

    Danke!

    zur Nachfrage: Werden die Einzahlungen Pensionskasse + Direktzusage gemeinsam durch eine Bruttoentgeltumwandlung realisiert? … oder erbringt der AG die Leistungen für die bAV? (Pensionskasse) …
    Ich denke in meinem Fall wird für beides (Pensionskasse und Direktzusage) meine Abfindung umgewandelt, da ich in Elternzeit bin und kein Gehalt mehr beziehe. Der Arbeitgeber führt also aus meinem Abfindungsbetrag einen Teil in Pensionskasse und Aufbaukonto (Direktzusage) ab. Die Auszahlung der Abfindung ist dann um den Betrag, der in bAV und Aufbaukonto geht, reduziert.
    Ich bin 45,5 Jahre, dann wahrscheinlich leider 0,5 Jahre zu alt für die weitere Lösung, oder ;.)? Aber interessieren würde sie mich trotzdem 🙂

    Andere Frage noch: Könnte es ein steuerliches Problem geben, wenn mir der Arbeitgeber meinen Resturlaub und die Überstunden (ca. 2-3k €), die bis Juni 2020 entstanden sind, zusammen mit der Abfindung auszahlt (170k)?
    Wie sind die Urlaubsabgeltung und die Überstunden steuerlich zu behandeln?

    Danke!

    • Moin Marylaza,

      „Ich bin 45,5 Jahre, dann wahrscheinlich leider 0,5 Jahre zu alt für die weitere Lösung, oder ;.) “

      Ja, die Idee war: (zusätzliche Altersvorsorge = Sonderausgaben = steuerliche Optimierung der Abfindungszahlung)

      Es ist möglich (bis zur Vollendung des 45 Lebensjahres) DRV-Einzahlungen mit Formular V0080 „Antrag auf Nachzahlungen von freiwilligen Beiträgen für Ausbildungszeiten“ unter Umständen zu tätigen. Damit können evt. Beitragslücken zw. dem 16-17 Lebensjahr oder dem Studium geschlossen werden (Nichtbelegung mit Pflichtbeiträgen). Das geht jetzt leider nicht mehr. Eine andere Möglichkeit die dir trotzdem offen steht, wäre der Abschluss einer Rüruprente. Teste einmal oben rechts mit dem Abfindungsrechner wie sich die steuerliche Belastung verhält.

      „Andere Frage noch: Könnte es ein steuerliches Problem geben, wenn mir der Arbeitgeber meinen Resturlaub und die Überstunden (ca. 2-3k €), die bis Juni 2020 entstanden sind, zusammen mit der Abfindung auszahlt (170k)?“

      Das wird die steuerliche Belastung eventuell nach oben treiben. Teste mit dem Abfindungsrechner oben rechts die Auswirkung der ca.3K (3K als Jahresbrutto eingeben).

      „Wie sind die Urlaubsabgeltung und die Überstunden steuerlich zu behandeln?“

      Abfindungen sind sozialabgabefrei, unterliegen jedoch der Steuer. Unter gewissen Umständen greift die vorteilhafte Fünftelregelung (Zusammenballung der Einkünfte).
      Urlaubsabgeltungen und Überstunden sind LSt + SV pflichtig.

      Gruß
      Lars

  8. Moin Lars,
    noch eine letzte Frage zur vereinfachten Fünftelregelung.
    Ich habe ja das tolle Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ und da sind so viele Tipps und wertvolle Hinweise drin, allerdings bin ich als Laie manchmal überfordert mit den steuerlichen Fachbegriffen….
    Fall 1):
    170k Abfindung inkl. 2k Urlaubs- und Überstundenabgeltung (oder gehört die Urlaubsabgeltung zum „normalen“ Gehalt?)
    Zu versteuerndes Einkommen:
    +2k€ Gehalt € – 1 k€ Werbungskostenpauschale = +1 k€
    +1k€ Kapitalerträge
    -3k€ Vermietung und Verpachtung
    Total zu versteuerndes Einkommen -1k € => vereinfachte Fünftelregelung wird angewandt

    Fall 2)
    zu Fall 1 kommen „leider“ noch + 3k€ ALG1 dazu => +2k€ vereinfachte Fünftelregelung kann nicht angewendet werden, oder?

    Gibt es eine Möglichkeit bei Erhalt von ALG1 trotzdem die vereinfachte Füntelregelung hinzubekommen?
    z.B. durch weitere Reduzierung des zu versteuernden Einkommens durch Sonderausgaben?
    Was sind gleich nochmal Sonderausgaben?
    Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen?
    Spenden?
    Sonstige Sonderausgaben?

    DANKESCHÖN und schönen Sonntag/Feiertag!

    • Moin Marylaza,

      „vereinfachte Fünftelregelung“, hierzu im Buch S.108-109 … und insbesondere der Merksatz auf S.109.

      Fall Nr.1
      Vorweg: + 1k Kapitaleinkünfte
      Bei Kapitaleinkünfte gibt es den Steuerfreibetrag (801€/Ledige/er und 1602€ Verheiratete). Alles was über den Freibetrag liegt, wird mit der Kapitalertragssteuer (25% + Soli 5,5%) besteuert. Die Kapitalerträge fallen bei der Betrachtung Fall Nr.1 damit weg.

      2k Gehalt – (minus) 3K Vermietung und Verpachtung = negatives Einkommen (-1K)
      Negative Einnahmen aus V+V können mit positiven Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit verrechnet werden.

      Fall Nr.2
      Dito Werte wie Fall Nr.1 jedoch mit +3K ALG1. ALG1 ist zwar steuerfrei unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Simuliere das Beispiel einmal anhand des Abfindungsrechners.

      „Gibt es eine Möglichkeit bei Erhalt von ALG1 trotzdem die vereinfachte Fünftelregelung hinzubekommen?“

      Bitte hierzu auf S.107 das Beispiel nachvollziehen und die Bemerkung dazu auf S.108.
      Sonderausgaben sind z.B.
      – Vorauszahlung von KK Beiträge
      – Spenden
      – Sanierungskosten
      – Kirchensteuer
      – Kosten für die Kinderbetreuung

      Gruß
      Lars

  9. Moin Lars,

    der Abfindungsrechner nimmt beim Jahresbrutto keine negativen Zahlen.
    Kann ich dann das negative Einkommen einfach als Positivbetrag bei Krankenkasse oder Altersvorsorge eintragen?
    Oder verfälscht die Eingabe dann das Ergebnis zu stark?
    Danke!

  10. Lieber Lars,
    sehr herzlichen Dank für die Tips!
    Der empfohlene Link ist genau das, was mir zur Vervollständigung meines steuerlichen Gesamtbildes noch gefehlt hat 🙂
    Hier gibt es z.B. auch noch einen sehr interessanten Hinweis zum Thema Kindergeld/Kinderfreibetrag.
    Habe mich noch nicht vollständig durch die Seite „gewurschtelt“.
    Wäre aus deiner Sicht zum Steuern sparen eine Auszahlung der Abfindung in 2 Raten möglich? Zum Beipiel 140 k in 2021 und 30k in 2022 (Vorsicht: > 5%), wenn mein Arbeitgeber die 30k dann direkt als Bruttoentgeltumwandlung in die Pensionskasse/Aufbaukonto abführt?
    Müßte doch eigentlich dann in der Steuererklärung kein Gehalt ausgewiesen sein und damit der verschobene Betrag in 2022 < 5% sein.
    Oder meinst du, das ist zu riskant und ich riskiere dann die komplette 5ftel-Regelung?

    • Moin Marylaza,

      ich weiß nicht genau ob ich das jetzt richtig verstanden habe. Eine Auszahlung der Abfindung in 2 Raten ist vom Gesetzgeber her erlaubt, wird aber bestimmt zu Diskussionen mit dem FA führen.

      Etwas Literatur im nachfolgenden Link unter Punkt: „Wenn Teilzahlungen über mehrere Jahre getätigt werden“ … (BFH-Urteil vom 8.4.2014, IX R 28/13, BFH/NV 2014 S. 1514)

      https://www.steuernetz.de/lexikon/ausserordentliche-einkuenfte-und-fuenftelregelung

      Gruß
      Lars

      PS: würde ich nicht machen (ist aber meine ganz persönliche Meinung)

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