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Kap. 3.3.1.3: Hinweise zur Fünftelregel: Negatives Einkommen — 39 Kommentare

  1. Vielen Dank für die sehr hilfreichen Tipps zur Fünftelregelung.

    Wie sieht es denn in dem Fall aus, wo man keine weiteren Einkünfte in dem Jahr der Abfindungszahlung hat, sondern nur Sonderausgaben (wie z.B. Rürup-Rente, etc.). In Ihrem Beispiel oben sieht es so aus, als ob diese dann von dem vollen Abfindungsbetrag abgezogen werden vor der „Fünftelung“ oder können diese (in dem Sonderfall, wo keine anderen Einkünfte bestehen) voll als Steuerleichterung auf das bereits gefünftelte Einkommen von der Abfindung wirken?

    • Der Rechenweg ist nicht anders, wenn keine weiteren Einkünfte vorhanden sind. Also auch in diesem Fall: Erst die Sonderausgaben abziehen, danach wird gefünftelt. Andersherum wäre schöner – ist aber nicht so. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Leider ja- bevor man sich jetzt reich rechnet. Bei grossen Abfindungen bleibt der Effekt der Fünftelregelung beim Grenzsteuersatz hängen. Bsp. Abfindung 400.000 + abzgl. max. Sonderausgaben (Spenden etc.) sagen wir mal 100 K. Dann werden 300.000 nach der fünftelregelung (Steuer auf 60K ×5) versteuert und leider nicht 1/5 von 400.000 =80.000 und davon die Sonderausgaben erst abgezogen. Das sind natürlich Luxusprobleme. Aber: jeder weitere Euro der steuerlich relevante Sonderausgaben erzeugt „spart“ natürlich den Spitzensteuersatz nebst Soli ein. Also besser im Jahr der Abfindung z.B. eine Stiftung gründen, als ein Jahr später. Wichtig ist: Ausgaben ins Jahr der Abfindung „ballen“ und von der Abzugfähigkeit des Spitzensteuersatzes profitieren.

        • „Bei grossen Abfindungen bleibt der Effekt der Fünftelregelung beim Grenzsteuersatz hängen.“

          Ich weiß nicht so richtig, wie das gemeint ist. Es hört sich irgendwie falsch a – oder zumindest unklar.
          Aber egal: Der Rest der Aussage ist soweit korrekt. Ob sich die Gründung einer Stiftung empfiehlt, wage ich allerdings auch zu bezweifeln. Allerdings fehlen mir da auch detaillierte Informationen.

          Gruß, Der Privatier

          • Was ich damit meinte ist, dass ab 57.000 der 42% Grenzsteuersatz beginnt. d.h. bei Abfindungen oberhalb 285.000 Eur (5×57) (incl. sonstiger Einkünfte) hat jeder Euro der als Sonderausgabe geltend gemacht werden kann, den maximalen „Steuerspareffekt“ von 42 cent.

            Natürlich sollte man keine Stiftung wegen der Steuerersparnis gründen, aber falls man das vorhat, dann besser in dem Jahr der Abfindung. Oder wer Parteien o.ä. regelmässig unterstützt. Dann lieber im Jahr der Abfindung die Beträge mehrerer Jahre „zusammenballen“.

          • Wenn man die Aussage „bei Abfindungen oberhalb 285.000 Eur“ dahingehend abändert, dass man sagt: „bei einem zu versteuernden Einkommen oberhalb von 285.000€“ (da sind dann die Sonderausgaben u.ä. bereits abgezogen), dann mögen die 42cent vielleicht stimmen.
            Ich bin aber gerade zu faul, das genau auszurechnen und das zu bestätigen oder zu widerlegen. Jedenfalls bei einer Abfindung von 300.000€ (über 285.000€!) und Sonderausgaben u.ä. i.H.v. 100.000€ stimmen die 42Cent nicht.

            Außerdem dürfte die Rechnung auch nur für Fälle gelten, in denen es keine sonstigen Einkünfte gibt. Also ausschließlich die Abfindung zu berücksichtigen wäre.

            Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Peter und Hardy(Steuerprofis),

    noch eine Frage zur Steuer. Bei einem zu versteuernden Einkommen(Abfindung) von 111.300,00 was nach der Fünftelung 22.260,00 EUR entspricht liege ich hier eigentlich als lediger und nicht Kirchenmitglied unter der abgezogenen Abgeltungssteuer?

    Einkommen Steuer steuersatz zuschlag KiSt. Steuer steuersatz
    22.260 € 3136 14 % 28 % 172,48 0,00 3.308,48 15 % 30 %
    Gelten hier die 14% oder der Grenzsteuersatz von 28%. Mir gehts hier natürlich nur darum, ob eine Günstigerprüfung Sinn macht, oder ob ich ohnehin über den 25% abgezogener Abgeltungssteuer liege.

  3. Hallo versfachwirt,

    ich bin kein Steuerprofi und habe mir Deine Frage noch nie vorab gestellt.
    Ich gebe in der Einkommensteuererklärung einfach alle Kapitalerträge an und mache ein Kreuz bei „Günstigerprüfung“. das im Formular in Zeile 4.

    Viele Grüße, Hardy

    • Ich schließe mich der Aussage von Hardy an: Ich stelle mir diese Frage im Vorfeld nie, sondern fülle die Anlage KAP schon seit Jahren regelmäßig aus. Das FA wird dann schon ausrechnen, was günstiger ist (daher die Bez. „Günstigerprüfung“ 😉 ). Schaden kann das Ausfüllen nicht, ich empfehle dazu ggfs. noch einmal meinen Beitrag zur „Anlage KAP„.

      Es ist ohnehin oftmals schwer, im Vorfeld eine Prognose abzugeben. Wenn man vorab ein Ergebnis haben möchte, sollte man das Ganze einfach vorher einmal durchrechnen. Ein Steuerprogramm ist da sehr hilfreich.
      Ich gebe aber gerne mal eine Schätzung ab: Ich denke, die Abgeltungssteuer ist in diesem Falle die günstigere Variante (ist aber nur geraten!).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Ihr Beiden,

        habe mich aus Neugier schlau gemacht und dabei festgestellt, dass wie in meinem eingefügten Beispiel ersichtlich, der durchschnittliche Steuersatz gefünftelt maßgebend ist. Bedeuted 11% gibts anscheinend für die zuviel gezahlte Steuer nach der Günstigerprüfung zurück.

        • „Bedeuted 11% gibts anscheinend für die zuviel gezahlte Steuer nach der Günstigerprüfung zurück.“

          Das mag im Einzelfall durchaus möglich sein. Dürfte aber u.a. auch von der Höhe der Kapitaleinkünfte abhängen. So werden zusätzliche Einkünfte von z.B. 100€ am durchschnittlichen Steuersatz kaum etwas ändern und die Aussage wäre damit richtig.
          Betragen die Einkünfte hingegen 100.000€, dürfte das Ergebnis etwas anders aussehen. Und alles dazwischen ergibt irgendwas dazwischen. 😉

          Gruß, Der Privatier

  4. Hallo,

    wie wird das AGL bei negativem Einkommen bzgl der beiden Verfahren berücksichtigt.

    Wird das negative Einkommen gegen das AGL gerechnet und somit würde ggf wieder ein positives Einkommen entstehen oder
    wird das AGL zur (Abfindung abzgl negativ Einkommen) dazugerechnet und dann wie oben durch 5 geteilt und somit die Steuer errechnet.

    Vielen Dank für ein kurzes Feedback

    • Gute Frage! Das wäre einmal eine schöne Frage an einen Steuerberater… 😉

      Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass das ALG zunächst einmal mit dem negativen Einkommen verrechnet wird, so dass es auch wieder positiv werden kann. Ist dies der Fall, müsste wieder ein Vergleich: Steuer ohne und Steuer mit 1/5 Abfindung durchgeführt werden.

      Mehr zum Thema ALG und Abfindung im Beitrag „Hinweise zur Fünftelregel: Mit ALG-Bezug“ .

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo,

    als Rentner habe ich ein zu versteuerntes Einkommen von 20.000 Euro unter anderem aus positiven Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (Gebäude voll vermietet). Da ich meine Betriebsrente kapitalisiert in einem Betrag in Höhe von 35.000 Euro auszahlen lasse und diese Auszahlung der Fünftelregel lt. Arbeitgeber unterliegt hätte ich eine zusätzlich Steuerbelastung im Differenzbetrag der zu zahlenden Steuer zwischen 20.000 Euro und 27.000. Euro mal 5. Durch eine größere Investition (Heizung) in das vermietet Gebäude in Höhe von 19.000 Euro würde ich mein zuversteuerntes Einkommen vor (20.000 – 19.000 = 1.000 Euro) und nach der Fünftelregel (20.000 – 19.000 + 7.000 = 8.000 Euro) drücken, so dass ich defacto keine Steuern auf die Abfindung bezahlen müsste (Basis Grundtabelle). Ist meine Rechnung richtig oder habe ich etwas nicht bedacht?

    • Ich kenne mich mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung im Detail nicht so aus, ich könnte mir aber gut vorstellen, dass größere Investitionen wie z.B. eine neue Heizung nicht sofort im Jahr der Anschaffung steuerlich in voller Höhe berücksichtigt werden können, sondern über mehrere Jahre angeschrieben werden müssen.
      Bin mir da aber nicht sicher – besser mal bei einem Steuerberater nachfragen.
      Ansonsten wäre die Überlegung aber korrekt.

      Gruß, Der Privatier

    • Erhaltungsaufwände können im Jahr des Anfallens vollständig abgesetzt werden. Herstellungsaufwände müss hingegen über die Zeit abgeschrieben werden. Erhaltungsaufwand ist es z.B., wenn eine alte Ölheizung durch eine neue Ölheizung ersetzt wird; also ein „1:1-Ersatz“, bei dem nichts zusätzliches entsteht. Herstellungsaufwand ist es z.B., wenn eine alte Nachtstromspeicherheizung durch eine moderne Gasheizung ersetzt wird, weil dadaurch etwas neues ensteht, was den Wert der Immobilie dauerhaft erhöht.

  6. Zunächst ein großes Lob für diese tolle Seite und die vielen hilfreichen Tipps!!!

    Ich bin leider auch gerade in die Situation gekommen, dass ich mich u.a. mit dem Thema Abfindung auseinandersetzen darf …
    Als Laie kämpfe ich natürlich an allen Fronten und versuche dabei, für weitere Entscheidungen verlässliche Zahlen zu ermitteln.
    Die Fünftelregelung ist auch für mich sehr interessant und dazu habe ich diverse Abfindungsrechner bemüht und komme zu folgendem Problem:
    Sämtliche Abfindungsrechner ermitteln für die Lohnsteuer einen viel zu hohen Wert!
    Wenn ich diesen Wert mit einem klassischen Brutto-Netto-Rechner vergleiche, klaffen da großen Lücken, so dass ich der kompletten Berechnung der Abfindung misstraue.
    Ist jemand auch schon auf dieses Problem gestoßen? Hab ich einen Denkfehler?

    Als kurzes Beispiel mal beide Rechner auf steuern.de:
    Jahresbrutto 50.000€, Abfindung 100.000€
    Abfindungsrechner: ESt+Soli 12.808 €
    Brutto-Netto-Rechner: Lohnsteuer+Soli 9.214 €

    Dieses Beispiel lässt sich auf beliebigen Abfindungsrechnern im Netz übertragen.

    Außerdem wird in den Abfindungsrechnern vom Bruttoeinkommen nur die Steuer abgezogen und daraus der Nettolohn ermittelt. Die weiteren Abgaben bleiben offenbar völlig unberücksichtigt.
    Kann jemand vielleicht einen ausführlicheren Abfindungsrechner empfehlen?

    Danke & Gruß
    Thommy

    • Hallo Thommy,

      ich weiß nicht was du da gerechnet hast aber bei 100000€ Abfindung und einem Gehalt von 50000€ in gleichen Jahr dürfte mit Fünftelregelung allein die Steuer auf die Abfindungbei über 40000€ liegen.

      Gruß BoHei

    • Hallo Thommy,

      bei der Eingabe in die Rechner ist vom normalen Gehalt nicht das Brutto sondern das „zu versteuernde Einkommen“ einzugeben. D.h. vorher sind vom Brutto die persönlichen Abzüge vorzunehmen. Darauf kommt dann die Abfindung (ggf. nach der 1/5-Regelung).
      https://n-heydorn.de/abfindungsrechner.html

      Viel Erfolg
      Stephan

      • Tipp:
        Ich habe mit dem Steuerrechner (Elster) alle möglichen Varinanten durchgerechnet.
        Insbesondere wie sich zusätzliche Einnahmen (Alg, neuer Job) und zusätzliche Ausgaben auswirken (z.B. Einzahlungen in die Rentenkasse oder in eine Rürup-Versicherung). Die Berechnungen habe ich dann vom Steuerberater überprüfen lassen.

        In Peters Buch und hier im Blog hast du sicher schon etliche Infos zu den Auswirkung und Steuerungsmöglichkeiten gefunden.

        Viel Erfolg beim Ausprobieren mit teilweise überraschenden Ergebnissen.
        Stephan

        • Das mit Elster werde ich ebenfalls mal testen!
          Zunächst geht es mir ja um möglichst korrekte Zahlen als Basis.
          Als nächsten Schritt muss ich natürlich auch Ruhezeiten und Sperrfristen für das AlG und die Krankenkasse einbeziehen, die dann mit dem ersparten Geld wieder aufgefangen werden müssten.
          Aber es gibt ja hier viele Infos dazu … 😉

          Gruß
          Thomas

      • Hallo Stefan,
        ich glaube, DAS war der entscheidende Hinweis!
        Die persönlichen Abzüge sind Renten- ,Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung, korrekt?
        Wenn ich nun diese vorher abziehe, komme ich tatsächlich auf stimmige Ergebnisse zwischen beiden Arten von Rechnern.

        Vielen Dank zunächst
        Thommy

  7. Hallo BoHei.

    vielen Dank zunächst für deine Nachricht.
    Es ist korrekt, die Steuer auf die Abfindung würde z.B. laut VLH-Rechner bei über 47.000€ liegen.
    Es geht mir aber um die Berechnung der Lohnsteuer NUR auf die Lohneinnahmen des Jahres, also in diesem Fall 50.000€. Alle Rechner weisen die Berechnung der Steuer auf die Abfindung und die in diesem Jahr angefallenen Lohnsteuern auch getrennt aus, um sie am Schluß zu addieren. Und genau diese Steuer ist, wie oben beschrieben, bei Abfindungsrechnern deutlich höher und somit verfälscht sie auch das Gesamtergebnis.

    Gruß
    Thommy

    • Hallo Thommy,

      man kann ja nicht wirklich trennen in eine Steuer nur auf die Lohneinnahmen und auf die Abfindung. Die Fünftelregelung dient doch nur dazu, bei einer Zusammenballung von Einkünften, wie sie bei einer Abfindung auftritt, die Wirkung der Steuerprogression abzuschwächen.

      Gruß BoHei

      • Hallo Thommy,
        schau dir mal
        1) den Paragraphen 34 Abs. 1 EStG dazu an und
        2) den Abfindungsrechner auf abfindunginfo.de von Thomas Schulze, der uns hier auch hin und wieder mit Rat und Tat zur Seite steht.
        Das sollte dir beides helfen.
        Viel Erfolg!
        Gruß, Nick

  8. Hallo Privatier,
    Zunächst möchte ich Ihnen danken, denn die von Ihnen und den anderen Lesern bereit gestellten Informationen haben mir, 57, sehr auf meinem Weg zum Privatier (Auflösungsvertrag, Abfindung, ALG 1, Versteerung, neg. EK, etc.) geholfen.
    Ich habe zwei Fragen zur Generierung des negativen Einkommens:
    Nach einem Dispojahr (beginnt am 1.9.2020, endet am 31.8.2021) melde ich mich zum 1.9.2021 arbeitslos, Abfindung wird im Januar 2020 in Höhe von €240.000 gezahlt. Neben der Abfindung habe ich in 2021 Mieteinnahmen von €3.000 sowie voraussichtlich ALG 1 Bezug für vier Monate in Höhe von circa €8.400. Ich möchte nun die Mieteinnahmen und das ALG 1 „unschädlich machen“ und ein verbleibendes zu versteuerndes negatives Einkommen generieren. Entweder durch eine freiwillige Sonderzahlung in die RV oder Rührup in Höhe von €24.000 (92% ansetzbar in 2021, also €22.080) und sofern möglich, eine Vorauszahlung in meine PKV in Höhe von €10.780 (Basisabsicherung der PKV X 2).
    Das wären dann insgesamt €34.780 die das verbleibende zu versteuernde Einkommen auf – €31.780 drücken würden, wenn hier noch das ALG 1 berücksichtigt wird, wäre das negative EK circa -€23.380.

    Nun meine Fragen:
    a) Kann ich die freiwillige Sonderzahlung in die RV mit einer zusätzlichen Vorauszahlung in die PKV kombinieren, um so ein möglichst hohes negatives EK zu generieren, oder werde ich hier durch irgendwelche Höchstsätze oder gesetzlich Bestimmungen ausgebremst?
    b) Ich bin verheiratet, meine Frau verdient circa €100.000, bisher wurden wir nach Splittingtarif veranlagt. Nun möchte ich für 2021, dem Jahr der Abfindungszahlung, auf getrennte Veranlagung (Grundtarif) umstellen, da hier die insgesamte Steuerlast für uns beide dann deutlich niedriger ist.
    Die Frage ist nun, wenn ich für mich und meine Ehefrau jeweils die Einzelveranlagung wähle, welcher Höchstbetrag wird denn dann bei einer freiwilligen Sonderzahlung in die RV steuerlich absetzbar für mich? Sind das die in 2019 geltenden €24.305 (der Wert für 2021 ist mir nicht bekannt).

    Vielen Dank und viele Grüße
    Alexander

    • Zu den Fragen:
      a) Zahlungen zur Altersvorsorge und Krankenversicherung sind unabhängig voneinander, können daher auch ohne gegenseitigen Einfluss steuerlich geltend gemacht werden. Jede für sich hat aber natürlich eigene Grenzen.

      b) Bei einer getrennten Veranlagung gelten die Grenzen wie für einen Ledigen. Bei der Altersvorsorge für 2020: 25.046€
      Die Werte für 2021 werden erst gegen Ende 2020 festgelegt.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier, vielen Dank für die wichtigen Informationen zur Abfindung und Besteuerung/Sozialbeiträgen.

    Bei mir stellt sich die Frage ob ich als Rentner (seid dem 1.1.2020) , der mit seinen Einkünften (BFA Rente , Betriebsrenten) oberhalb der Bemessungsgrenze der KV liegt ( >monatlich 4687,50€) in den Vorzug der Vorauszahlung der KK Beiträge für z.B 3 Jahre (ab 2020) kommen kann. Laut Bescheid der KK (Techniker KK) bin ich pflichtversicherter Rentner.
    Grund hierfür ist dass ich eine Abfindung in 2020 erhalten habe und so meine Sonderausgaben für 2020 maximieren möchte. Sonder-Zahlungen in die Rentenkasse und Rürup sind mir bekannt. Vielen Dank und Gruss Michael

    • Moin Michael57,

      erst einmal Glückwunsch zu solch einer hohen Rente 😊
      Mit der Vorauszahlung von KK-Beiträgen wird das wohl nichts werden, denn das dürfen nur:

      – gesetzlich freiwillig Versicherte
      – Versicherte in einer PKV
      – Selbstständige

      Als Rentner die KVdR-Mitgliedschaft erfüllt? Dann bist Du als Rentner gesetzlich Pflichtversicherter in einer KK. Warte bitte aber noch auf die Kommentare von anderen Forenmitglieder.

      https://krankenkassen.net/gesetzliche-krankenversicherung/vorauszahlung-der-krankenversicherung.html

      Gruß
      Lars

    • Eine Vorauszahlung geht steuerlich auch bei einer Pflichtversicherung, nur muss die TK eine Vorauszahlung auch erlauben. Meine Tochter ist als Studentin pflichtversichert bei der HKK. Nach etwas Verhandlung erlaubte sie eine Vorauszahlung.

    • Wie Frei_2020 schon schreibt, ist eine Vorauszahlung von KV-Beiträgen für Pflichtversicherte nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Aus steuerlicher Sicht ohnehin nicht.
      Das Problem liegt eher darin, die Partner dazu zu bewegen mitzuspielen. Während ich mir das bei einer Krankenkasse noch ansatzweise vorstellen kann, kann ich mir das für die Deutsche Rentenversicherung (die ja dann die Beiträge nicht mehr abführen dürfte), nicht wirklich vorstellen.
      Versuchen kann man das – aber große Hoffnung habe ich da nicht.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo, bei 150000 Euro Abfindung und keine weiteren Einkünfte im Jahr bei Anwendung der Füntelregelung (30000×5)sagt mein StB. eine Steuer von ca. 22500 € voraus. Sämtliche Abfindungsrechner im Internet berechnen aber nur ca. 12500 €. Was habe ich übersehen?

    • „Was habe ich übersehen?“

      Da fallen mir spontan zwei Antworten ein.
      a) Du hast übersehen, dass Du gar nicht verheiratet bist. 😉
      b) Du hast übersehen, dass Dein Steuerberater nichts taugt. 😉

      Ich habe die Zahlen nicht nachgerechnet, aber es sieht mir danach aus, dass der Unterschied evtl. auf einem falschen Familienstand (led./verh.) beruht.
      Es könnte natürlich auch sein, dass hier noch weitere (nicht genannte) Faktoren eine Rolle spielen. Ist aus der Ferne schlecht zu beurteilen.
      Am Besten einfach mal direkt den Steuerberater fragen. Er sollte darauf eine Antwort haben!

      Gruß, Der Privatier

  11. Ich habe mir das neue Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ mit den aktuellen 2020 Zahlen gekauft. Ich fand es für mich sehr informativ, und kann es nur weiterempfehlen! Das Buch hat mich zu ein paar weiteren Excel „Fleißaufgaben“ und Analysen inspiriert, wobei ich auf folgenden (unkeglärten) Sachverhalt gestoßen bin: Dazu habe ich das Beispiel 7 von Bernd B wie folgt abgeändert:

    Bernd B. ist 64 Jahre alt und verheiratet. Er hat seine Firma im Dezember 2019 über eine Abfindungsregelung verlassen, die im Folgejahr 2020 ausgezahlt wird. Bernd B. verbleiben noch 24m bis zu seinem offiziellen Renteneintritt. Er möchte sich gleich im Januar 2020 arbeitslos melden, rechnet aber mit einer dreimonatigen Sperrfrist, verbunden mit einer Kürzung der ALG1 Bezugsdauer von 24 auf 18m.
    Weiters will er den maximalen Betrag zur Altersvorsorge in Höhe 46.000€ ausschöpfen, und seine PKV Beiträge vorab für 3 Jahre entrichten (zusätzlich zu denen von 2020), welche sich auf insgesamt 20.000€ belaufen. Seine Frau arbeitet halbtags und hat ein Jahreseinkommen von 25.000€. Ferner fließen jährliche Mieteinnahmen über 15.000€.

    Gehalt in 2020: 0€
    Abfindung in 2020: 250.000€
    ALG1 Bezüge in 2020 (6m): 16.000€
    Gehalt Ehefrau: 25.000€
    Mieteinnahmen: 15.000€
    Sonderausgaben: 46.000€ + 20.000€ = 66.000€

    Die Summe der Einkünfte inkl. ALG1 (aber ohne Abfindung) abzüglich der Sonderausgaben beträgt für 2020 somit:
    0€ + 16.000€ + 25.000€ + 15.000€ – 66.000€ = -10000€, bleibt also trotz ALG1 negativ.

    Im Falle ohne ALG1 Bezug und einer negativen Summe, fände die vereinfachte „1/5 Regel“ Anwendung – soweit ok, aber nun meine Fragen:

    Wie erfolgt für den obigen (negativen) Fall die Besteuerung der Abfindung von 250.000€ unter Berücksichtigung des ALG1 Progressionsvorbehalts; gibt es dazu ebenfalls eine „vereinfachte“ 1/5 Regel?
    Wäre die Summe der Einkünfte oben positiv, wäre wohl das Berechnungsschema nach Beispiel 7 anzuwenden.

    Bin für jeden Hinweis dankbar!
    Gruß Rudi.

    • „…gibt es dazu ebenfalls eine „vereinfachte“ 1/5 Regel?“

      Schlichte Antwort: Ja – auch hier greift die vereinfachte Fünftelregel.
      Und das ist insofern bemerkenswert, dass mit den hohen Sonderausgaben eben nicht nur ein weiteres Einkommen „neutralisiert“ werden kann, sondern auch der Einfluss des ALG-Bezuges auf die Progression.
      Man kann sich daher, sofern man so hohe Sonderausgaben generieren kann, im Grunde aller anderen Klimmzüge wie ein Dispojahr oder An-/Abmelden eigentlich sparen. Habe ich selber, als es bei mir soweit war, zu spät gemerkt.
      Ich habe diesen Effekt in einem länger zurückliegenden Beitrag „Die Rürup-Strategie“ einmal erwähnt.

      Gruß, Der Privatier

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