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Kap. 9.14: Arbeitslosengeld nach einer Zwischenbeschäftigung (2) — 52 Kommentare

  1. Interessant.
    Ich habe meinen 15monatigen ALG1 Bescheid im Januar 2018 erhalten und habe am nächsten Tag
    meine Arbeitslosigkeit schriftlich wieder beendet. (Ende Januar 2018 erhielt ich meine
    Abfindung)
    Im Juli 2018 habe ich ein Gewerbe angemeldet, aber noch keine Einnahmen erziehlt.
    Am 01.10.18 bin ich 450€ Basis beschäftigt. Liegt jetzt für meine selbständige Tätigkeit eine
    Zwischenbeschäftigung im Sinne des Artikels vor?
    Ich gehe davon aus, dass ich meine 4 Jahre „ALG 1 Wartezeit“ spätestens im Dezember 2021
    beenden sollte, um noch 15 Monate ALG1 zu erhalten. Oder schon eher, weil ich mich ja
    selbständig gemacht habe?

    • Die Selbstständigkeit spielt für den bestehenden ALG-Anspruch zunächst einmal keine Rolle. Es sei denn, es wäre eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige gewählt worden. Dadurch könnte dann auch ein neuer Anspruch entstehen, der Auswirkungen auf den alten hat.

      Ansonsten spielen bei einer späteren erneuten Arbeitslosmeldung der zu diesem Zeitpunkt bestehende Status dieser Selbstständigkeit eine Rolle. Je nach Umfang und Gewinn könnte ggfs. gar keine Arbeitslosigkeit vorliegen (bei hauptberuflicher Selbstständigkeit) und/oder der Gewinn wird auf das ALG angerechnet.

      Gruß, Der Privatier

      • …Es sei denn, es wäre eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige gewählt worden…. Nein, das habe ich nicht.
        …Je nach Umfang und Gewinn könnte ggfs. gar keine Arbeitslosigkeit vorliegen ….
        Umfang < 15 Std/Woche. Gewinn 500€/Monat.

  2. Hallo Privatier und Interessierte, können Sie bitte meinen „Plan“ bewerten:

    Ich habe 50% GdB, trotzdem wurde ich betriebsbedingt gekündigt. Mit Anwalt und Kündigungsschutzklage wurde vorm Arbeitsgericht ein Vergleich unter Einhaltung der Kündigungsfrist (Freistellung bis 31.12.18) und 74.000 Abfindung im Jan-19 erwirkt. Arbeitsuchend bin ich seit Okt-18 gemeldet. Arbeitslos werde ich mich Ende Dez.-18 melden (24m Alg1-Anspruch) und Anfang Jan-19 wieder abmelden. In 2019 wollte ich mich nur freiwillig GKV versichern (ca.200€/m?) und Anfang 2020 eine Ex-Gründung über die AfA starten,…..

    Im Rahmen der Fünftel-Regelung sollten es in 2019 nur ca.6-7.000Euro an Steuern werden lt. Abfindungsrechner, und die GKV sollte auch nur den Mindestbeitrag kosten, da ich ja die gesetzlichen Kündigungsfristen eingehalten habe und die Kündigung Betriebsbedingt war. Sperr-bzw. Ruhezeiten der AfA sollte es auch nicht geben,-oder?

    Jetzt habe ich ein Angebot als Midijob mit ca. 500Euro/m für 2019. Dies wäre eine auf 12monate begrenzte Zwischenbeschäftigung, somit würde keine Eigenkündigung mit den bekannten Folgeproblemen notwendig sein. Lt. Abfindungsrechner würden dadurch höhere Steuern anfallen. Wie kann man dies vermeiden?
    Ich würde jeweils 1x/m ca.800km fahren um für einige Tage diesen Midijob auszuüben. Würden diese Kosten für ca. 10.000km/a als Werbungskosten die Steuerlast senken? Die Tätigkeit wäre interessant, auch wenn die Fahrtkosten das Gehalt auffressen und ich wäre über den Midijob auch in der GKV versichert und könnte mich ein Jahr auf meine geplante Selbständigkeit vorbereiten und da ich unter der 2-Jahresfrist Alg beziehen würde käme auch keine neue, fiktive Alg-Berechung ins Spiel,…
    Gäbe es außer Rürup noch andere Ausgaben um die Steuer im Abfindungsjahr zu reduzieren.

    Vielen Dank

    Ronald

    • Meine persönliche Meinungen zu solchen Vorhaben habe ich ja bereits im Beitrag geschrieben: Ich würde so etwas nicht machen. Muss aber jeder selber wissen. Darum weiter mit den Fragen:
      * Gründe für Sperr- und Ruhezeiten sehe ich auch nicht.
      * Ideen zur Steueroptimierung habe ich im Beitrag „Steuern sparen bei der Abfindung“ zusammengestellt.
      * Fahrtkosten kann man als Angestellter als „Weg zur Arbeit“ mit Km-Pauschale steuerlich geltend machen. Ist allerdings fraglich, ob das Finanzamt dies anerkennt, wenn die Kosten in keinem Verhältnis zum Gehalt stehen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Gibt es zum Thema Zwischenbeschäftigung neue Erkenntnisse, insbesondere mit geringfügiger Beschäftigung, z.B. Minijob ?

  4. Kann man denn davon ausgehen, dass eine Zwischenbeschäftigung mittels Minijob < 165 € im Monat generell unkritisch ist bei der Berechnung der Höhe des ALG1 ?

    • Sie bringen hier einiges durcheinander!

      * Die Grenze von 165€/Monat gilt für Einkünfte, die man parallel zum Bezug von ALG1 haben darf.
      * Ein „echter“ Mini-Job ist nicht versicherungspflichtig und löst damit keinen Anspruch auf ALG1 aus.

      Gruß, Der Privatier

  5. Dann sagt mir die reine Logik, wenn man 165,- € als Minijob neben ALG1 haben darf, dann kann ja ein solcher Minijob gar nicht als schädliche Zwischenbeschäftigung wirken.

    Was verstehen Sie unter einem „echten“ Minijob ?

    • Naja… mit der Logik ist das manchmal nicht so einfach. 😉

      Mit einem „echten“ Minijob wollte ich zum Ausdruck bringen, dass es sich um eine nicht-versicherungspflichtige Tätigkeit handelt muss, die Vergütung unterhalb von 450€/Monat liegt und der AG pauschale Abgaben entrichtet.

      Gruß, Der Privatier

  6. Mir wurde der volle Anspruch auf ALG1 gewährt. Ich habe ein Nebengewerbe seit 10 Monaten < 10h/Woche und nur geringere Einnahmen, so um die 400€/Monat.

    • Im Beitrag oben geht es um versicherungspflichtige Beschäftigungen, mit denen u.U. ein (neuer) Anspruch auf ALG erworben wird, der dann ggfs. im Konflikt zu einem bereits vorher erworbnen Anspruch stehen könnte.
      Dies ist bei selbständigen Tätigkeiten generell nicht der Fall. Es sei denn, man habe eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen.

      Parallel zum Bezug von ALG1 kann durchaus auch noch eine Nebenbeschäftigung ausgeübt werden, sofern sie bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Bis zu einem Betrag von 165€/Monat werden diese nicht berücksichtigt. Alles darüber wird mit dem ALG verrechnet.

      Gruß, Der Privatier

  7. Es ist ja ganz schön knifflig..
    Wenn ich in der Zeit , wo ich meinen Anspruch auf ALG I ruhen lasse einen 450 Euro-Job annehme, könnte sich das ungünstig auswirken, wenn ich nach den 4 Jahren den Anspruch geltend machen möchte?

    • Im Beitrag oben geht es um versicherungspflichtige Beschäftigungen, mit denen u.U. ein (neuer) Anspruch auf ALG erworben wird, der dann ggfs. im Konflikt zu einem bereits vorher erworbenen Anspruch stehen könnte.
      Ein Mini-Job ist in der Regel aber nicht versicherungspflichtig und dürfte aus meiner Sicht daher kein Problem darstellen.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier,
    kurze Frage zum Thema:
    Angestellt 01.10.2014 und auf den 30.06.2018 selbst gekündigt. Arbeitslos gemeldet (natürlich kein ALG I erhalten, weil Sperre wegen Eigenkündigung). Dann neuer Job zum 01.08.2018 (weniger Brutto) aufgenommen und nun zum 15.05.2019 eine betriebsbedingte Kündigung vom Arbeitgeber erhalten.
    Jetzt Anspruch auf ALGI für 9 Monate(16.05.2019 bis zum 14.02.2020).
    Wie sieht es aus wenn ich nach Ablauf der 9 Monate einen Job für z.b. 6 Monate annehme befristet annehme? wäre dann nach 2.5 Monaten Soz.vers.pf. Arbeitsverhältnis ein neuer Anspruch entstaden (Weil Soz. Vers.Pfl. Verhältnis für 10,5 Monate aus der alten Beschäftigung (01.08.2018-15.05.2019) + 2,5 Monate (bzw. 6 Monate) neuem Arbeitsverhältnis.
    Mal unabhängig von der Höhe des Anspruches- welche ja verfällt, wenn ich die 9 Monate Bezug ausgenutzt habe?!
    Danke und Grüße

    • Ich habe die Frage nicht wirklich verstanden, aber bevor wir hier dreimal zurückfragen und antworten, möchte ich empfehlen, diese Frage besser in einem Arbeitslosenforum zu stellen (oder direkt bei der Agentur).
      Für häufig wechselnde Phasen von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.

      Gruß, Der Privatier

  9. Die Sache ist doch eigentlich klar aus

    § 151 (4) SGB III Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.

    Eine Zwischenbeschäftigung von bis zu 2 Jahren nach einem ALG-Bescheid dürfte damit unschädlich sein.

    • Meine Bedenken habe ich ja nun ausführlich im obigen Beitrag beschrieben! Es macht wohl keinen Sinn, diese hier jetzt noch einmal zu wiederholen.
      Bei Bedarf vielleicht einfach noch einmal lesen…

      Gruß, Der Privatier

  10. In den aktuellen Fachlichen Weisungen zum §150 SGB III der AA unter https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/FW-SGB-III-150_ba015157.pdf findet sich im Abschnitt 150.2 „Außer Betracht bleibende Zeiten“ folgende Definition:
    „(4) Eine nicht nur vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit liegt vor, wenn
    die verminderte Arbeitszeit für mindestens drei Monate vereinbart war.“
    Wenn die Teilzeitvereinbarung z.B. nur für 4 Monate vereinbart wird, würde sie bei der ALG-Berechnung somit nicht berücksichtigt, und wegen der vertraglichen Befristung wäre auch keine Sperre zu befürchten.

    • Vielen Dank für den Hinweis!
      Ich denke, das dürfte eine gute Planungsgrundlage bilden für alle, die eine solche Variante in Erwägung ziehen.
      Ich habe den obigen Beitrag um einen Link auf den Kommentar ergänzt.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Frei_2020,

      irgendwie passen bei mir die beiden Formulierungen noch nicht zusammen:
      „(4) Eine nicht nur vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit liegt vor, wenn
      die verminderte Arbeitszeit für mindestens drei Monate vereinbart war.“
      und jetzt das Beispiel mit vier Monaten dazu:
      „Wenn die Teilzeitvereinbarung z.B. nur für 4 Monate vereinbart wird, würde sie bei der ALG-Berechnung somit nicht berücksichtigt, und wegen der vertraglichen Befristung wäre auch keine Sperre zu befürchten.“

      Stünden im Beispiel ZWEI MONATE, würde es bei MIR passen. Verstehe ich hier etwas falsch??

      LG FÜR2012

    • Damit die Zeiten aus einer Teilzeitvereinbarung beim Bemessungszeitraum außer Betracht bleiben, darf diese nicht nur vorübergehend bestehen. Gemäß der Definition aus der Weisung ist sie dann vorübergehend, wenn sie kürzer als 3 Monate vereinbart wird. Im Umkehrschluss wird die Teilzeitvereinbarung bei einer längeren Laufzeit nicht mehr als vorübergehend eingestuft und der Zeitraum somit nicht mehr berücksichtigt, falls die restlichen Voraussetzungen vom §150 Abs.1 S.5 SGB III eingehalten werden.
      Interessant sind auch die in der Weisung verlinkten Beispiele. Die Beschäftigungszeit aufgrund der Teilzeitvereinbarung muss sich nicht unmittelbar an die Beschäftigungszeit mit der längeren Arbeitszeit anschließen.

      • Hallo Frei_2020, Privatier,

        mein Plan:
        Auflösungsvertrag mit ratierlicher Abfindung zum 31.08.2021 (55J)
        01.09.2021 – 31.08.2022 Dispojahr mit Midijob als Teilzeitvereinbarung (500€ <15h)
        01.09.2022 – 31.04.2023 18 Monate ALG1 berechnet auf Basis des Vollzeitjobs vor 01.09.2021 (24J)
        Nun habe ich gedacht ich hätte den §150 verstanden wann der Midijob außer Bertracht bleibt. Ich bin bei der Vereinbarung flexibel möchte eben KV/PV sparen (für 12 Monate jeweils ca.800€!)
        AfA schreibt auf meine Anfrage zurück dass das gar nicht möglich sei:
        der Tatbestand des § 150 Abs. 2 S. 1 Nr. 5 findet nur dann Anwendung, wenn der Arbeitnehmer bei bestehendem Arbeitsverhältnis mit einem Arbeitgeber eine kürzere Arbeitszeit als bislang arbeitsvertraglich geschuldet vereinbart.
        Geht der arbeitslose Arbeitnehmer hingegen ein neues Arbeitsverhältnis ein und wird mit dem Arbeitgeber dabei eine Teilzeitbeschäftigung vereinbart, kommt die Sonderregelung nicht zum Tragen. Denn der § 150 Abs. 2 S. 1 Nr. 5 setzt nach seinem Wortlaut voraus, dass die wöchentliche Arbeitszeit „vermindert“ war, was nur der Fall sein kann, wenn zuvor eine längere Arbeitszeit arbeitsvertraglich geschuldet war.

        Eine SV-pflichtigen Beschäftigung nach dem 31.08.2021 (unabhängig von der Höhe des erzielten Arbeitsentgeltes und der Dauer der Tätigkeit) würde immer bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes mit berücksichtigt.

        also ist Midijob/Teilzeitvereinbarung keine gute Idee während des Dispojahrs! Gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit die KV/PV auf ein akzeptables Niveau zu drücken?

        Bin sehr gespannt auf Antworten und Kommentaren

        • Eine interessante Auslegung des §150 Abs.2 S.5 !

          Ich bin momentan allerdings überfragt, ob es dazu entsprechende Urteile etc. gibt. Das müsste man bei Gelegenheit einmal recherchieren. Ich selber kann aus dem Gesetzestext jedenfalls nicht herauslesen, dass die Verminderung der Arbeitszeit zwingend bei demselben Arbeitgeber erfolgen muss, bei dem zuvor in Vollzeit gearbeitet wurde.

          Zu anderen Möglichkeiten der Beitragssenkung möchte ich hier nichts sagen, da ich mich damit nicht genug befasst habe. Ich erinnere mich aber, dass hier jemand mal so etwas wie ein freiwilliges soziales Jahr absolviert hat…

          Gruß, Der Privatier

          • Moin Zusammen,

            ich habe die FA (Stand 02/2019) zum §150 quergelesen, da finde ich auch keinen Verweis, dass die Verminderung der Arbeitszeit bei demselben AG erfolgen muss. Einige zusätzliche Informationen zum Thema Arbeitszeitverkürzung stand unter Punkt 150.2

            150.2 Außer Betracht bleibende Zeiten

            (1) Die in § 150 Abs. 2 aufgelisteten Zeiträume werden bei der Bemessung nicht
            berücksichtigt, um unbillige Ergebnisse zu vermeiden.
            Dies gilt nicht, wenn die Berücksichtigung zu einem günstigeren Ergebnis führen würde.

            (2) Bei Diensten nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz (JFDG) und dem
            Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) liegt ein unmittelbarer Anschluss i. S. d.
            § 344 Abs. 2 noch vor, wenn zwischen dem Ende des Versicherungspflichtverhältnisses und dem Beginn des Freiwilligendienstes nicht mehr als ein Monat liegt.

            (3) Bei § 150 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 kommt es auf den Grund für die Teilzeitvereinbarung nicht an. Die Frist von 3 ½ Jahren geht der Entstehung des Anspruchs unmittelbar voraus.
            Teilzeitvereinbarungen nach dem Altersteilzeitgesetz sind jedoch nach Absatz
            2 Satz 2 ausgeschlossen.

            – Teilzeitvereinbarungen

            (4) Eine nicht nur vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit liegt vor, wenn
            die verminderte Arbeitszeit für mindestens drei Monate vereinbart war.

            (5) Bei variablen Arbeitszeiten ist die durchschnittliche Arbeitszeit eines vergleichbaren Arbeitnehmers in Vollzeit zu Grunde zu legen.

            Allerdings steht im §150 Satz 1 … „jeweiligen“ Beschäftigungsverhältnis“ ??? … und Satz (2) Unterpunkt 3 in der FA (siehe oben) spricht von „Teilzeitvereinbarung“, also muss doch bei einem bestehenden AV eine Minimierung der Arbeitszeit vorliegen = ein und derselbe AG?

            Gruß
            Lars

          • Vielen Dank für die hilfreichen Infos. Echt toll!. Der Kommentar des Privatier’s, sowie die ersten Zeilen von Lars haben mich
            optimistisch gestimmt, die Vorgehensweise mit der Zwischenbeschäftigung während des Dispojahrs noch nicht komplett zu beerdigen.
            Aber ab ‚Allerdings‘ am Ende wieder die vielen Fragezeichen????….
            Bis nächstes Jahr ist noch was Zeit. Vielleicht gibt es bis dahin noch mehr spannende Kommentare und Erfahrung zu diesem Thema.
            Ich bleibe dran.

            @eSchorsch – danke BufdI leider <20,1 h/w nicht möglich. Ansonsten eine gute Alternative.

            Gruß
            heilands

  11. Hallo Privatier, eine kurze Frage. Ich habe von 09/2013 bis 11/2018 versicherungspflichtig gearbeitet. Bin dann am 01.12.2018 arbeitslos geworden und habe für 6 Monate ALG1 bezogen. Am 01.06.2019 habe ich einen neuen versicherungspflichtigen Job aufgenommen, welcher zum 15.03.2020 gekündigt wurde. In diesem Job habe ich wesentlich mehr verdient als die Jahre davor. Der ALG1 Bescheid beläuft sich auf auf den vorherigen Bescheid von 2018. Macht es Sinn dagegen Widerspruch einzulegen, da ich in den 10 Monaten danach wesentlich höher verdient habe ? um das ALG 1 neu zu berechnen ?
    Vielen Dank
    MFG

    • Fuer ALG1 muss in den 24 (30) Monaten vor Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtige Beschaeftigung vorliegen. 10 Monate reichen nicht. Ab 12 Monaten gaebe es sechs Monate ALG1, muss man also auch noch gegen den alten Anspruch rechnen (Beispiel besser 12×1000 als sech x 1500).

        • Sorry, da war ich missverstaendlich… Es gibt KEIN ALG1 nach 10 Monaten versicherungspflichtiger Taetigkeit, also keine neue Berechnung. Das Beispiel meinte, dass man vielleicht noch 12 Monate Alt-Anspruch hat. Und wuerde man sechs Monate Neu-Anspruch haben, z.B. durch 12-monatige versicherungspflichtige Taetigkeit, kann der ALG1-Anspruch in Geld geringer sein, als der Alte.

          • Nu, fuer eine Neuberechnung des ALG1 reicht es nicht, aber gutes Geld trotzdem. Und bissl in die Rentenkasse. Aber die Frage abschliessend beantworten kann dir eh nur das AMT 😉

  12. Der Anspruch für 12 Monate ist ja da, da die 6 Monate ja abgezogen wurden, also im Klartext, umsonst den Arsch aufgerissen , ich muss mit dem alten wenigen Geld leben ?

    • Joerg (mit oe) hat es schon richtig erklärt: Für einen neuen ALG1-Anspruch sind mindestens 12 Monate Beschäftigung erforderlich. Liegen diese nicht vor, gibt es keinen neuen Anspruch und lediglich der alte Anspruch (sofern vorhanden) kann weiter verbraucht werden.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Jörg,

      Sie benötigen zumindest noch weitere „zwei Monate versicherungspflichtige Tätigkeit“. Wenn Sie dann arbeitslos würden, erfolgte bei zwölf Monaten Tätigkeit innerhalb der letzten 24 Monate, eine Neuberechnung des ALG1. Sowohl was die „Zeit“ (Summe Altanspruch + Neuanspruch) betrifft, als auch den „Tagessatz“ des ALG1 (sogenannte „Günstigerprüfung“).
      Bei dem ganzen Konstrukt gibt es noch ein paar weitere Randbedingungen die Sie, aus der Ferne betrachtet, einhalten könnten.

      LG FÜR2012

  13. Hi!

    Jetzt bin ich also in diesem Kapitel gelandet. Es ist doch wirklich alles ziemlich verzwickt.
    Ich habe natürlich auch hierzu eine Frage 😔:

    Ich würde evtl. gern dieses Jahr im September mit einem Minijob anfangen wollen (weil mich der Job reizt).
    Werde voraussichtlich im August/September einen Auflösungsvertrag unterschreiben.
    Ich werde dann im nächsten Jahr …ja werde ich?…arbeitslos.
    Also: meinen aktuellen Hauptjob werde ich nicht mehr haben, aber den Minijob.
    Kann ich mich dann arbeitslos melden oder bin ich das nicht???

    Oder anders: ich habe evtl. 2021 ein Dispojahr vor mir. Möchte mich dann in 2022 arbeitslos melden. Ich gehe mal davon aus, dass ich den Minijob aber weiterhin in 2022 haben werde. Kann ich mich dann überhaupt arbeitslos melden???

    Wenn ich das oben lese, dann kann ich mich gar nicht arbeitslos melden wenn ich einen Minijob habe?! Das wäre ja mehr als schade!!
    Bzw. mein Minijob-Arbeitgeber müsste mich kündigen, um mich dann ein paar Tage später wieder einzustellen, denn parallel zum ALG1 kann ich ja einen Minijob annehmen.

    ???ich scheine irgend etwas nicht zu verstehen?!?

    Gruß,
    Sandra

    • „???ich scheine irgend etwas nicht zu verstehen?!?“

      Ja, das fürchte ich auch. 😉
      Zumindest passen die Fragen nicht zum Thema des Beitrages! Im Beitrag geht es um Zwischenbeschäftigungen, also um Jobs, die zwischen Phasen von ALG-Bezug ausgeübt werden. Deine Fragen beziehen sich aber auf den parallelen Bezug von ALG und Nebeneinkommen. Darum geht es hier nicht. Steht auch ausdrücklich im ersten Teil unter Hinweis vermerkt.
      Ebenfalls im ersten Teil wird bereits zu Beginn darauf hingewiesen, dass sich sämtliche Ausführungen NICHT auf Mini-Jobs beziehen.

      Deine Frage, ob eine Nebenbeschäftigung parallel zum ALG-Bezug möglich ist, hat FÜR2012 heute bereits beantwortet.
      Kurz zusammengefasst: Eine Nebenbeschäftigung ist möglich, sofern die weniger als 15 Std. umfasst (und die Vermittelbarkeit nicht beeinflusst). Einkünfte oberhalb von 165€/Monat werden auf das ALG angerechnet. Heisst: Das ALG wird entsprechend gekürzt.

      Gruß, Der Privatier

  14. Guten Morgen!

    Ja. Mir ging es auch gar nicht um eine Parallelbeschäftigung.
    Wahrscheinlich hab ich mich wieder mal falsch ausgedrückt (arbeitslos anstatt beschäftigungslos).

    nochmal ein Versuch:
    ich höre bei meinem aktuellen Arbeitgeber zum 31.3.2021 auf.
    Mache dann ein Dispojahr bis 31.3.2022.
    Parallel zum Dispojahr (also von 31.3.21 – ??) arbeite ich in einem Minijob.
    Kann ich mich dann am 01.04.2022 arbeitslos melden (Minijob ist nicht gekündigt)?

    Im obigen Beitrag steht:
    „Wer nun innerhalb des Dispojahres irgendeinen anderen Job ausgeübt hat, egal ob es sich dabei um eine reguläre Beschäftigung gehandelt hat, oder einen Mini- oder Midi-Job, wird diesen ja zum Ende des Dispojahres wieder kündigen müssen, wenn er sich nach Ablauf des Dispojahres arbeitlos melden möchte.“

    Da steht doch, dass man den Minijob wieder kündigen muss, damit man sich nach dem Dispojahr arbeitslos melden kann.
    Also eigentlich ist es für mich ja eindeutig geschrieben und ich müßte gar nicht nachfragen. Aber für mich wäre das super schade bzw. ich müßte halt schauen, dass man mich kündigt um mich dann ein paar Tage später wieder einzustellen (während des ALG1-Bezugs…wenn das möglich ist…aber das ist eine andere Frage).

    Die Hoffnung stirbt zuletzt…aber vielleicht ist es ja ein Schreibfehler im obigen Beitrag??

    Gruß,
    Sandra

    • „vielleicht ist es ja ein Schreibfehler im obigen Beitrag?“

      Nein, es war kein Schreibfehler, sondern eine gewollte Formulierung.

      Deine Kritik ist aber durchaus berechtigt und ich werde die Formulierung nachher etwas abändern: Denn einerseits gehört der Mini-Job hier überhaupt nicht hin (denn der ist hier nicht das Thema) und andererseits ist die Frage, ob eine Nebenbeschäftigung aufgegeben werden muss, wenn man sich arbeitslos melden will, nicht so pauschal zu beantworten, wie ich das ursprünglich dargestellt habe. Ich werde das etwas umformulieren.

      Trotzdem ist in Deiner Gedankenwelt noch einiges in Unordnung, wie z.B.:
      * Du schreibst hier wieder von einem Mini-Job, obwohl Dir offenbar bewusst ist, dass dieser KEINE Krankenversicherung beinhaltet. Das Motiv eine pflichtversicherte Beschäftigung auszuüben, wird damit nicht erfüllt.
      * Du schreibst, dass es Dir gar nicht um eine Parallelbeschäftigung geht, fragst dann aber später doch wieder, wie der Minijob während des ALG-Bezuges möglich sein kann.
      * Zur Klärung: Eine Nebenbeschäftigung ist auch während des ALG-Bezuges möglich, wenn die im letzen Kommentar genannten Bedingungen eingehalten werden.
      * Ein Mini-Job stellt dabei gar kein Problem dar, der erfüllt aber von vorne herein nicht die Anforderung an eine pflichversicherte Beschäftigung. Macht also keinen Sinn.
      * Es bliebe ein Midi-Job. Auch dieser ist im Dispojahr und darüberhinaus möglich. Macht aus meiner Sicht während des ALG-Bezuges aber aus zwei Gründen ebenfalls keinen Sinn:
      a) Die KV-Beiträge werden bereits von der Agentur für Arbeit übernommen. Der Midi-Job erfüllt seinen Sinn daher nicht mehr.
      b) Es ist mehr als fraglich, ob jemand der in einem oftmals schlecht bezahlten MIDI-Job Verhältnis z.B. 1.165€ im Monat verdient, am Ende gerne auf 1.000€ verzichten möchte, die ihm beim ALG abgezogen werden. Kann man natürlich alles machen, aber ich halte es für wenig sinnvoll.

      Gruß, Der Privatier

      • Bleiben m.E.
        -eine Teilzeitbeschäftigung die zur Beendigung ansteht
        -VuV die maximale KV-Beiträge rechtfertigen
        -eine neuer Job zum Spass
        Na dann ist doch alles gut und ich würde mir keine Gedanken um AA machen. Oder verstehe ich jetzt etwas falsch?
        MbG
        Joerg

      • Hallo!

        Ich glaube jetzt weiss ich wo wir das Problem haben.
        Ihr seit einfach zu gute Mitleser und Mitdenker.
        Ich spiele in der Tat mehrere Szenarien durch und aufgrund dessen habe ich teilweise widersprüchliche Fragen/Aussagen.

        Und ich denke, dass ihr teilweise „alte“ Fragen/Aussagen von mir im Kopf habt, die dann mit einer von mir neu gestellten Frage nicht zusammen passt.
        Vielleicht irre ich mich aber auch und ich drücke mich einfach zu doof aus.

        Das Problem bei mir liegt zur Zeit noch daran, dass alles noch ziemlich ungewiss ist. Es gibt zur Zeit nur eins was sicher ist: ich werde meinen Arbeitgeber verlassen. Wie hoch die Abfindung sein wird, weiss ich noch nicht. Wann ich offiziell austreten werde, weiss ich noch nicht. Ob ich freigestellt werde, weiss ich noch nicht.

        „Dummerweise“ habe ich jetzt zufällig noch eine Jobangebot gesehen, welches mich total interessiert. Darauf habe ich mich beworben. Aber ob das tatsächlich etwas wird: weiss ich noch nicht. Die Bezahlung dieses Jobs, kenn ich auch noch nicht. Das ist Verhandlungssache.
        Und hier hatte ich überlegt, was ich fordern kann bzw. was am besten ist. Ich hatte erst die Idee mit diesem Job ein Midijobverhältnis einzugehen, der mir dann mittel-/langfristig meine Krankenkassenbeiträge finanzieren würde.

        Mittlerweile, aufgrund der Informationen die ich hier erhalte, bin ich davon wieder weg und würde einen Minijob bevorzugen (und in der Gehaltsverhandlung fordern).

        Und plötzlich lese ich oben, dass ich diesen kündigen müßte damit ich mich arbeitslos melden könnte. Das würfelt mir alles wieder über den Haufen und ich hab mich schon vom Minijob gedanklich verabschiedet.
        Jetzt ist vom Minijob im Beitrag keine Rede mehr…und ich freue mich darüber 🙂

        Sorry, ich wollte solche langen Ergüsse eigentlich vermeiden. Aber ich glaub das war jetzt nötig.
        Ich bin quasi am Zusammenbauen meines Gebäudes. Ich glaube so langsam steht es.
        Sorry für die Verwirrungen.

        Grüße,
        Sandra

        • Hallo Sandra,

          den Mini-Job muss du nicht kündigen!
          Wichtig ist jedoch, dass du mit dem Mini-Job während des ALG-Bezugs immer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitest.

          Es ist von Vorteil, wenn du bereits vor Bezug von ALG 1 für mind. 12 Monate einen Mini-Job hattest.
          Der Verdienst wird dir dann in der bisherigen Höhe nicht auf das ALG 1 angerechnet (zusätzlicher Freibetrag – siehe Seite 4 im Informationsblatt)
          Ansonsten sind nur 165 Euro anrechnungsfrei.
          https://www.arbeitsagentur.de/datei/Merkblatt-Nebeneinkommen_ba015792.pdf

          Während des Dispojahres könntest du auch einen Mini-Job mit einem (befristeten) Midi-Job kombinieren.
          Bleib auch dabei zusammengerechnet unter 15 Std damit kein neuer ALG-Anspruch entsteht.
          Die Befristung des Midi-Jobs hat den Vorteil, dass du nicht kündigen brauchst und du somit auch keine Diskussionen wegen Sperrzeiten zu befürchten hast.

          Viele Grüße und viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung
          Stephan

          • @Stephan: Ich bin mit den Ausführungen nicht ganz einverstanden. Ich habe aber den Eindruck, dass Sandra inzwischen ihren Weg gefunden hat, von daher müssen wir das nicht weiter vertiefen.

            Gruß, Der Privatier

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