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Arbeitslosengeld und Nebeneinkünfte — 33 Kommentare

  1. @Privatier,

    danke für den Hinweise zum Punkt „Erhöhung des Freibetrages“. Damit wäre der Erhalt des „zusätzliche Freibetrag“ wegen der Durchführung eines Dispositionsjahres „Nicht“ möglich. Ich beziehe das auf den Vermerk:

    „Sie muss (Nebentätigkeit) neben einem Versicherungspflichtverhältnis bestanden haben!“

    Gruß
    Lars

    • Richtig, Lars. Gute Ergänzung!

      Ich habe im Beitrag ja nur darauf hingewiesen, dass eine kurzfristige Gestaltung mit Nebenbeschäftigungen nicht möglich ist. Also z.B. die Idee, während eines Dispojahres einen Mini- oder Midijob auszuüben, um diese Einkünfte dann später beim ALG-Bezug „mitzunehmen“. Das funktioniert nicht.

      Aber genau so wenig funktioniert es, dass man bereits lange zuvor eine Nebenbeschäftigung ausgeübt hat (also auch noch während der Hauptbeschäftigung), anschliessend nach Ende der Hauptbeschäftigung ein Dispojahr einlegt und dann meint, die Einkünfte aus der Nebenbeschäftigung würden beim ALG-Bezug den Freibetrag erhöhen. Funktioniert leider auch nicht.
      Denn dazu müssten die Nebeneinkünfte in den 18 Monaten vor ALG-Beginn für 12 Monate neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung bestanden haben. Und das geht in der Regel nicht.

      Ausnahme: Eine (langfristige) selbstständige Nebentätigkeit besteht schon länger und im Dispojahr wird ein Midijob ausgeübt. Dann könnten die Einkünfte aus der Selbstständigkeit den Freibetrag erhöhen.

      Aber das erscheint mir doch eher eine theoretische Konstruktion zu sein. Und vor allen Dingen hat das mit der Idee eines „Privatiers“ so ziemlich nichts mehr zu tun.

      Gruß, Der Privatier

      • @Privatier
        aber dann würde nicht der Midijob die Bemessungsgrundlage bilden, falls während des Dispojahres ausgeübt?
        Minijob sind während des Disposjahres „unschädlich“ aber bei Midijob bin ich mir nicht so sicher.

        • Die Frage bezieht sich vermutlich auf die im letzten Kommentar genannte Ausnahme.

          Hier wäre der Midi-Job die versicherungspflichtige Tätigkeit und die langjährige (auch vorher schon) ausgeübte nebenberufliche Selbstständigkeit die Nebentätigkeit, die parallel zur versicherungspflichtigen Tätigkeit ausgeübt wurde. Die Gewinne aus dieser Nebentätigkeit würden den Freibetrag beim ALG-Bezug erhöhen, sofern die Nebentätigkeit weiterhin ausgeübt würde.

          Gruß, Der Privatier

  2. Wie sieht es den aus bei Bezug von ALG 1 (unversteuert; außer Progressionsvorbehalt) und Einkommen aus einer beginnenden selbstständigen Tätigkeit (versteuert)? Ich konnte dazu im Blog nichts Passendes finden. Der Freibetrag ist ja mit 165 €/Monat sehr gering. Wenn durch die selbstständige Tätigkeit mehr Einkommen erzielt wird, wird das ALG wohl gekürzt. Wie ist das steuerlich. ALG 1 gibt es bis auf den Progressionsvorbehalt steuerfrei, das Einkommen aus selbstständiger Arbeit ist zu versteuern. Wie soll da ein erstrebenswerter Übergang stattfinden?
    Oder habe ich da irgendetwas wichtiges übersehen?
    Danke für Eure Hilfe

  3. Hallo, man kann sich ja auch tageweise vom Arbeitslosengeld abmelden, wenn man z,B. gerade einen Auftrag hereinbekommt und diesen ausführen möchte ohne das das Geld aufs ALG 1 angerechnet wird. Für diese einzelnen Abmeldungen muss man sich bei der Krankenkasse selbst versichern. Welche Nachweise darf die Arbeitsagentur für diese tageweise Abmeldungen anfordern? Wenn ich als Kleingewerbetreibende gehandelt habe, kann ich dann die offizielle Arbeitsbescheinigung der Arbeitsagentur in meinem Namen ausfüllen? Eigentlich geht es doch die Arbeitsagentur nichts an, was ich bei tageweiser Abmeldung gemacht und verdient habe, da ich ja keine Bezüge erhalten habe…?

    • Du brauchst bei einer Abmeldung gar keinen Grund anzugeben.
      Im Sinne einer auch in Zukunft guten Zusammenarbeit mit dem Vermittler sollte man dem gegenüber mit offenen Karten spielen und sagen dass man für 1, 2, 3? Wochen einen Auftrag an Land gezogen hat und erst danach (sofern Folgeaufträge ausbleiben) wieder bei ihm aufschlägt.

      Du erhälst als Kleingewerbetreibende keinen Arbeitslohn und zahlst wahscheinlich nichts in die Arbeitslosenversicherung ein, was soll da auf einer Arbeitsbescheinigung stehen? Ich würde ein Ausrufungszeichen hinter deinen letzten Satz setzen.

    • Naja… man kann sich auch tagweise vom ALG-Bezug abmelden. Das ist schon richtig. Das ist aber wohl eher für „Tagelöhner“ oder andere temporäre Aushilfstätigkeiten gedacht.

      Bei selbstständigen Tätigkeiten erfolgt die Verrechnung von ALG und selbstständigen Einkünften aber eher auf Monatsbasis. Zumindest habe ich das selber so erlebt/praktiziert.

      Eine tag-genaue Betrachtung könnte hingegen zu mißbräuchichen Vorgehensweisen einladen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Eine Arbeitsbescheinigung muss ein Selbstständiger natürlich nicht vorlegen. Es muss aber den Umfang seiner Tätigkeiten (Std./Woche etc.) angeben und Auskünfte über seine monatlichen Gewinne (anhand vorläufiger Buchnungsunterlagen) vorlegen.

    • Dein Ernst? Zu beachten ist auf jeden Fall, sich zunächst einmal selber so weit wie möglich schlau zu machen und einzulesen, z.B. auf dieser hervorragenden Seite, um erst danach damit zu beginnen, bei Klärungsbedarf konkrete Rückfragen selektiv zu stellen. So hab ich das auch gemacht und viele andere hier ebenfalls. Ist sehr zu empfehlen!

      • ‚Ne Menge!‘ wäre auch eine mögliche Antwort 😂 Aber eine qualitative Bemerkung ist auch mit den wenigen Fakten schon möglich: Abfindung UND Einkünfte im gleichen Jahr (auch wenn nur Progressionsvorbehalt) sind suboptimal. Steuerlich gerne auch auch Vollkatastrophe.
        MbG
        Joerg

      • Die Frage ist anders gemeint.
        Ich bekomme z B. ALG 1.
        Die Sperr- oder Ruhezeiten sind abgelaufen und während ich ALG1 beziehe bekomme ich die Abfindung (nicht vor ALG1 Bezug)

    • Dass die Abfindung per Fünftelregelung versteuert wird.
      Dass man das ALG1 im Abfindungsrechner (Startseite, rechter Rand, etwas nach unten scrollen) unter Entgeltersatzleistungen eingibt.
      Achtung der Rechner ist für Verheiratete vorbelegt.

      Nachdem man sich an den Zahlen erschrocken hat, kann man dann optimieren. Entweder den ALG1-Bezug aussetzen oder steuerlich durch entsprechende Ausgaben ausgleichen.

  4. Die Frage ist anders gemeint.
    Ich bekomme z B. ALG 1.
    Die Sperr- oder Ruhezeiten sind abgelaufen und während ich ALG1 beziehe bekomme ich die Abfindung (nicht vor ALG1 Bezug)

    • Du hat immer noch keine sinvoll zu beantwordende Frage gestellt. Worauf willst Du hinaus? Umgang mit der Agentur? Optimierung der Steuer? Fallstricke beim Aufhebungsvertrag? Nebenberufliche Selbstständigkeit? …

      Meine allgemein gehaltene Antwort ist immer noch die gleiche wie vorgestern.

      • Die Frage ist
        Ich bekomme z B. ALG 1.
        Darf praktisch nix dazuverdienen.
        Aber jetzt gibt’s eine Abfindung, welch den genehmigten Zuverdienst deutlich übertrifft. Als ALG1 Empfänger darf ich dich keine 100T als Einmalzahlung dazuverdienen. Wie wird das gehandhabt, bekomme ich in dem Auszahlungsmonat kein ALG 1, wird das ALG 1 komplett gestrichen. Betrifft nur ALG 1 Bezug und gleichzeitig Abfindung.(Glaube so müsste doch meine Frage rüberkommen, betrifft nicht die Versteuerung).

  5. eSchorsch vielen Dank für die kompetente Antwort.
    Die Frage ist somit 100% beantwortet
    Ruhezeit und Steuer ist mir klar da habe ich mich hier und bei der Agentur erkundigt.
    Dankeschön

  6. Hallo zusammen,
    Noch eine Verständnisfrage vom meiner Seite zum Thema ALG und „Nebenbeschäftigung“.
    Angenommen die Nebenbeschäftigung ist sehr variabel, sprich ich erziele im Monat Januar nur 100 Euro Ertrag dafür im Februar 3.000.
    Würde ich dann im Januar das volle ALG beziehen (da unter dem Freibetrag) und im Februar nichts da weit drüber oder wird am Ende der gesamte Nebenverdienst während der Arbeitslosigkeit kumuliert?

    Ich hoffe die Frage ist verständlich und freue mich auf Eure Antworten
    LG Gipsy

    • Moin Gipsy,

      siehe AfA Informationsblatt „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“ S.5+6:

      Wie wird Nebeneinkommen angerechnet?
      Wenn Sie ein monatliches Nebeneinkommen in gleich bleibender Höhe haben, so zieht die Agentur für Arbeit den Anrechnungsbetrag (= Nebeneinkommen minus
      Freibetrag) von Ihrem Arbeitslosengeld auch monatlich ab. Den Anrechnungsbetrag können Sie dem Bewilligungs-/Änderungsbescheid entnehmen. Nicht gleichbleibendes Nebeneinkommen wird nachträglich angerechnet. Dazu erhalten Sie einen Änderungsbescheid mit dem monatlichen Anrechnungsbetrag. Ist der Anrechnungsbetrag höher als das zustehende Arbeitslosengeld, wird kein Arbeitslosengeld ausgezahlt.

      Antwort auf die Frage:

      Im Monat Januar ist das Nebeneinkommen von 100€ unschädlich, im Februar würde kein ALG1 Bezug möglich sein.

      Gruß
      Lars

  7. Hallo an die Experten,
    Hier noch eine kurze Frage zum Thema „Dispojahr“ und Nebenbeschäftigung.
    Ich habe vor, dass viel beschriebene „Dispojahr“ in Anspruch zu nehmen. Welche Auswirkungen hat das auf den zukünftigen Freibetrag beim ALG wenn ich seit vielen Jahren eine freiberufliche Beschäftigung (unter 15 Stunden) habe und auch weiterführen möchte!? Laut dem Merkblatt der Agentur müssen in den letzten 18 Monaten NEBEN dem Versicherungspflichtverhältnis die Nebenbeschäftigung ausgeübt worden sein. Wenn ich die 12 Monate Dispojahr mache habe ich ja nur 6 Monate als versicherungspflichtverhältnis vorzuweisen???
    Vielen Dank im Voraus

    • Moin Gipsy,

      „Wenn ich die 12 Monate Dispojahr mache habe ich ja nur 6 Monate als Versicherungspflichtverhältnis vorzuweisen???“

      Richtig erkannt und siehe ersten Kommentar im Blog und die Antwort vom Privatier.

      Um den „zusätzlichen“ Freibetrag (neben dem Freibetrag von 165€/Monat) beim späteren ALG1-Bezug zu erhalten, musst in den letzten 18 Monaten vor dem ALG1-Bezug ein Pflichtversicherungsverhältnis neben der Nebenbeschäftigung bestanden haben. Und das wäre im Dispositionsjahr mindestens ein „MIDI“Job.

      Dieser löst ein Versicherungspflichtverhältnis aus, würde aber bedeuten, dass sich die spätere ALG1 Höhe damit rapide verringert und von einem Dispositionsjahr kann man dann definitiv nicht mehr sprechen. Außerdem (falls eine Abfindung gezahlt wird) zählt ein „MIDI“Job zu den einkommensteuerpflichtigen Einnahmen was sich wiederum negativ auf die Versteuerung der Abfindung auswirkt.

      Gruß
      Lars

  8. Hallo Lars,
    Vielen Dank für die schnelle Antwort, die ich leider befürchtet hatte.

    Würde sich an der Situation etwas ändern, wenn ich mich anstelle des Dispojahr gleich Arbeitslos melde um mich dann wieder für 12 Monate abzumelden. (Diese Variante wird ja auch oft besprochen)? Damit hätte ich ja die berühmten 4 Jahre…..
    Ich möchte auf alle Fälle 12 Monate reisen aber eben nicht auf den zusätzlichen Freibetrag verzichten.
    Vielen Dank

    • Moin Gipsy,

      „Würde sich an der Situation etwas ändern, wenn ich mich anstelle des Dispojahr gleich Arbeitslos melde um mich dann wieder für 12 Monate abzumelden. (Diese Variante wird ja auch oft besprochen)? Damit hätte ich ja die berühmten 4 Jahre…..“

      Leider nein, denn durch das Abmelden erwirkst du „kein“ Versicherungspflichtverhältnis und die berühmten 4 Jahre … bedeuten, dass der ALG1 Anspruch ein Bestand von 4 Jahren hat.

      Gruß
      Lars

  9. Hallo an die Experten,
    ich hätte eine Frage zur Auszahlung von Resturlaub, Überstunden und Abfindung während dem ALG1 Bezug.
    Mein Fall ist etwas komplexer, da ich mich noch während der laufenden Elternzeit arbeitslos melden mußte, um die geforderte Anwartschaftszeit zu erfüllen.
    Konkret habe ich mich Ende Juli arbeitslos gemeldet, mein Beschäftigungsverhältnis bei meinem Arbeitgeber endet aber erst am 30.11.2021 nach Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist.
    Ich beziehe kein laufendes Geahlt aber Ende Nov. 21 bekomme ich noch Resturlaub und Restüberstunden ausbezahlt, die vor meinem Elternzeiteintritt, also vor 8.6.2020 (ca. 2.000€) entstanden sind und dann natürlich die Abfindung.
    Welche Zahlungen werden gegen das ALG1 angerechnet und in welchem Modus?
    Wenn mein ALG1 ca. 1.000 € pro Monat betragen würde – wird das ALG nur für Monat Nov gekürzt oder wird mein Gesamt-ALG, also ca. 12.000 € dann um 2000 € oder sogar komplett gekürzt wegen der Abfindung.
    Gibt es eine Möglichkeit, wie ich eine Kürzung vermeiden kann?
    Derzeit ist mein ALG1-Antrag noch nicht genehmigt, weil mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung nur bis Ende Juli ausgefüllt hat, besteht die Gefahr, dass durch diese Bezüge für Nov. 2011 der ALG1-Anspruch komplett gestrichen wird bzw. der Antrag nicht genehmigt wird?
    Herzlichen Dank und freundliche Grüße

    • Moin Marylaza,

      dein Fall ist wirklich komplexer gerade in Hinblick auf die noch laufende Elternzeit. Der beste Weg wäre die Konstellation (Elternzeit, Resturlaub, Restüberstunden) im VORFELD mit der AfA zu besprechen.

      „Welche Zahlungen werden gegen das ALG1 angerechnet und in welchem Modus?“
      – Restüberstunden
      – Resturlaub

      Resturlaub und Restüberstunden:

      Beides führt zum RUHEN von ALG1. Das Ruhen des ALG1 Anspruchs ist im §157 SGB III „Ruhen des Anspruchs bei Arbeitsentgelt und Urlaubsabgeltung“ beschrieben.

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__157.html

      Abfindung:

      “ … oder sogar komplett gekürzt wegen der Abfindung.“

      Nein, die Abfindung wird beim ALG1 nicht betrachtet. (hatte dir damals den Passus aus der FW wegen der Höhe … über 0,5 Monatsgehalt genannt) … aber: steuerlich suboptimal ist eine Abfindungszahlung und gleichzeitiger ALG1 Bezug. (bitte einmal mit dem Abfindungsrechner simulieren)

      Urlaubsabgeltung:

      Bei einer Urlaubsabgeltung führt der AG ordnungsgemäß die Sozialversicherungsbeiträge ab.
      Erhältst du eine Urlaubsabgeltung so ruht Ihr Anspruch auf ALG1 für die Zeit des abgegoltenen Urlaubs (§ 157 Abs. 2 SGB III).

      In bestimmten Fällen kann eine Urlaubsabgeltung sogar vorteilhafter sein. Auf das ALG1 werden die Urlaubstage angerechnet, welche abgegolten wurden. Beachtet werden muss noch wie die arbeitsrechtliche Urlaubsregelung bei dir war.

      Beispiel:
      Du hast z.B. noch 35 Urlaubstage, diese würden 6000€ Brutto entsprechen. Das ALG1 ruht nur für 35 Tage und das ALG1 würde 67% (mit Kind) pauschalierten Nettogehaltes entsprechen (also Urlaubsabgeltung = eventuell mehr Geld ???), oder einfach ausgedrückt:

      Je höher der Abgeltungsbetrag bzw. Anzahl der Resturlaubstage, desto mehr Geld bleibt bei einer Abgeltung gegenüber dem ALG1 hängen … (unter gewissen Umständen!!!)

      „Gibt es eine Möglichkeit, wie ich eine Kürzung vermeiden kann?“

      Ich sehe keine Möglichkeit … (insbesondere wegen der laufenden Elternzeit).

      “ … dass durch diese Bezüge für Nov. 2021 der ALG1-Anspruch komplett gestrichen wird bzw. der Antrag nicht genehmigt wird?“

      Gestrichen wird nichts, der Anspruch ruht. Der Anspruch auf ALG kann folglich ungemindert nach dem Ablauf des Ruhenszeitraums geltend gemacht werden, sofern dann die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für die Gewährung des Arbeitslosengeldes noch vorliegen. So bewirkt das Ruhen im Ergebnis lediglich eine Verschiebung des Leistungszeitraums.

      Thema Steuern (Restüberstunden):

      Restüberstunden, … wurden diese über zwei Jahreszeiträume angesammelt, ich meine damit in 2019 und 2020?

      Gruß
      Lars

  10. Hallo Lars,
    Danke für deine Ausführungen.
    Es geht nur um 5 Überstunden, die in 2020 aufgebaut wurden, aber das ist glaub ich ein Nebenkriegsschauplatz. Falls die Auszahlung der Überstunden schädlich für das ALG1 sein sollte, verzichte ich lieber auf die Auszahlung.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt aktiv auf meinen Arbeitgeber zugehen und darauf drängen soll, dass er die Arbeitsbescheinigung wie von der Arbeitsagentur gefordert gleich ausstellt mit den Gehaltsdaten bis Ende Nov -> denn solange diese Bescheinigung nicht vorliegt, kann die Arbeitsagentur meinen Antrag nicht genehmigen.
    Und wie du schon richtig drauf hingewiesen hast, ich will in diesem Jahr eigentlich gar kein ALG1 mehr wegen der Steuerbelastung und versichert bin ich ja bis Ende Nov. auch noch über meinen Arbeitgeber weil ich in Elternzeit bin.

    Üblicherweise würde mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung erst Ende Nov. nachdem der letzte Gehaltslauf abgerechnet wurde, ausstellen, d.h. die Arbeitsagentur kann erst im Dez. über meinen Antrag entscheiden.
    Arbeitslos gemeldet habe ich mich aber schon Ende Juli.
    Würde ich dann rückwirkend ab Ende Juli das ALG nachbezahlt bekommen, also je ca. 1000 € für Aug, Sep, Okt. und ca. 500 € für Nov, in dem das ALG für ca. ein halbes Monat wegen Urlaubsgeld ruht.
    Oder gibt es keine rückwirkende Auszahlung und das ALG1 startet erst Mitte Dez. (nach einem halben Monat Ruhen wegen Urlaub) und dann aber für 12 Monate?
    Letztere Variante wäre mir deutlich lieber, aber wenn erste Variante zutrifft, wäre das ungünstig, weil ich zum einen bei der Steuer Nachteile habe und zum anderen 4 Monate Sozialversicherung über ALG verplempere, die mir dann später fehlen.

    Wenn ich die Arbeitsbescheinigung jetzt schon einreichen könnte, würde hoffentlich der Antrag dann im Sep noch genehmigt und ich könnte mich dann wieder abmelden und erst im nächsten Jahr wieder anmelden.
    Damit würde ich auch das Ruhen des ALG im Nov. wegen Urlaubsabgeltung vermeiden können und ich hätte keine Einbuße beim gesamten ALG1, oder?

    Vielleicht kannst du mir hier einen Rat geben, ob ich meinen Arbeitgeber bitten soll, die Bescheinigung schneller auszustellen.

    DANKE!

    • Moin Marylaza,

      „Üblicherweise würde mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung erst Ende Nov. nachdem der letzte Gehaltslauf abgerechnet wurde, ausstellen, d.h. die Arbeitsagentur kann erst im Dez. über meinen Antrag entscheiden.
      Arbeitslos gemeldet habe ich mich aber schon Ende Juli.“

      https://www.anwalt.de/rechtstipps/anspruch-auf-arbeitslosengeld-waehrend-der-elternzeit_059077.html

      Die Arbeitsbescheinigung wird erst beim Ausscheiden ausstellt. In deinen Fall (gezahlt wird z.Zt. Elterngeld = Lohnersatzleistung) würde ich beim AG nachfragen, ob er eine vorzeitige Ausstellung vornehmen kann.

      „Würde ich dann rückwirkend ab Ende Juli das ALG nachbezahlt bekommen, also je ca. 1000 € für Aug, Sep, Okt. und ca. 500 € für Nov, in dem das ALG für ca. ein halber Monat wegen Urlaubsgeld ruht. Oder gibt es keine rückwirkende Auszahlung und das ALG1 startet erst Mitte Dez. (nach einem halben Monat Ruhen wegen Urlaub) und dann aber für 12 Monate?“

      Ich kann das mit Gewissheit nicht beantworten, deswegen die Empfehlung von gestern Kontakt mit der AfA aufnehmen und den Sachverhalt schildern/darlegen.

      „Vielleicht kannst du mir hier einen Rat geben, ob ich meinen Arbeitgeber bitten soll, die Bescheinigung schneller auszustellen.“

      Ja, dass würde ich empfehlen, dann aber !!! die weitere Vorgehensweise mit der AfA besprechen.

      (zum Thema)
      Arbeitslosengeld I und Elterngeld gleichzeitig beziehen, mit Anrechnung …
      Wenn Du ALG1 und Elterngeld* gleichzeitig beziehst, dann wird das Elterngeld auf das ALG1 angerechnet.
      Dazu kommt allerdings noch eine weitere Besonderheit: Du musst dem Arbeitsmarkt dabei zur Verfügung stehen (siehe Link oben). Das Amt kann Dich also für 15 – 30 Stunden wöchentlich vermitteln.

      Zum „Nebenkriegsschauplatz“:
      Es gibt zum Thema Lohnsteuer ein Urteil des Finanzgerichts Münster vom 23. Mai 2019. Es hatte entschieden, dass auf eine Überstundenvergütung, die aufgrund eines Aufhebungsvertrages für mehrere zurückliegende Jahre in einer Summe ausbezahlt wird, der ermäßigte Steuersatz anwendbar ist. (Az. 3 K 1007/18) Hierzu ist noch ein Berufungsverfahren beim BFH VI R 23/19 anhängig.

      … deswegen mein Nachfrage zu den Überstunden… 2019/2020

      Gruß
      Lars

      * Der Mindestbetrag des Elterngelds ist anrechnungsfrei.

      Beispiel:
      Eine Mutter erhält monatlich 700€ AlG1. Dazu hat sie Anspruch auf Basiselterngeld in Höhe von 670€ (67% des letzten Nettoeinkommens).

      In Höhe des Mindestbetrages von 300€ wird das Basiselterngeld nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet!!!

      Jedoch ist das Arbeitslosengeld mit 700€ höher, als der verbleibende Anspruch in Höhe von 370€ Basiselterngeld (670€ – 300€). Der Rest des Elterngeldes reduziert sich in der Folge auf 0€.
      Die Gesamteinnahmen der Mutter betragen 1000€, diese setzen sich zusammen aus 700€ ALG1 und 300€ Basiselterngeld.

  11. Danke Lars!
    Dann kontaktiere ich erstmal die Arbeitsagentur!
    Ich bekomme übrigens seit über einem Jahr kein Elterngeld mehr, hier kann also nichts angerechnet werden.
    Dieses Forum war und ist wirklich eine große Hilfe mich und ich bedanke mich bei allen, die hier im Sinne des Privatiers weiter unterstützen mit Kommentaren!

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