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Arbeitslosengeld und Nebeneinkünfte — 97 Kommentare

  1. @Privatier,

    danke für den Hinweise zum Punkt „Erhöhung des Freibetrages“. Damit wäre der Erhalt des „zusätzliche Freibetrag“ wegen der Durchführung eines Dispositionsjahres „Nicht“ möglich. Ich beziehe das auf den Vermerk:

    „Sie muss (Nebentätigkeit) neben einem Versicherungspflichtverhältnis bestanden haben!“

    Gruß
    Lars

    • Richtig, Lars. Gute Ergänzung!

      Ich habe im Beitrag ja nur darauf hingewiesen, dass eine kurzfristige Gestaltung mit Nebenbeschäftigungen nicht möglich ist. Also z.B. die Idee, während eines Dispojahres einen Mini- oder Midijob auszuüben, um diese Einkünfte dann später beim ALG-Bezug „mitzunehmen“. Das funktioniert nicht.

      Aber genau so wenig funktioniert es, dass man bereits lange zuvor eine Nebenbeschäftigung ausgeübt hat (also auch noch während der Hauptbeschäftigung), anschliessend nach Ende der Hauptbeschäftigung ein Dispojahr einlegt und dann meint, die Einkünfte aus der Nebenbeschäftigung würden beim ALG-Bezug den Freibetrag erhöhen. Funktioniert leider auch nicht.
      Denn dazu müssten die Nebeneinkünfte in den 18 Monaten vor ALG-Beginn für 12 Monate neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung bestanden haben. Und das geht in der Regel nicht.

      Ausnahme: Eine (langfristige) selbstständige Nebentätigkeit besteht schon länger und im Dispojahr wird ein Midijob ausgeübt. Dann könnten die Einkünfte aus der Selbstständigkeit den Freibetrag erhöhen.

      Aber das erscheint mir doch eher eine theoretische Konstruktion zu sein. Und vor allen Dingen hat das mit der Idee eines „Privatiers“ so ziemlich nichts mehr zu tun.

      Gruß, Der Privatier

      • @Privatier
        aber dann würde nicht der Midijob die Bemessungsgrundlage bilden, falls während des Dispojahres ausgeübt?
        Minijob sind während des Disposjahres „unschädlich“ aber bei Midijob bin ich mir nicht so sicher.

        • Die Frage bezieht sich vermutlich auf die im letzten Kommentar genannte Ausnahme.

          Hier wäre der Midi-Job die versicherungspflichtige Tätigkeit und die langjährige (auch vorher schon) ausgeübte nebenberufliche Selbstständigkeit die Nebentätigkeit, die parallel zur versicherungspflichtigen Tätigkeit ausgeübt wurde. Die Gewinne aus dieser Nebentätigkeit würden den Freibetrag beim ALG-Bezug erhöhen, sofern die Nebentätigkeit weiterhin ausgeübt würde.

          Gruß, Der Privatier

  2. Wie sieht es den aus bei Bezug von ALG 1 (unversteuert; außer Progressionsvorbehalt) und Einkommen aus einer beginnenden selbstständigen Tätigkeit (versteuert)? Ich konnte dazu im Blog nichts Passendes finden. Der Freibetrag ist ja mit 165 €/Monat sehr gering. Wenn durch die selbstständige Tätigkeit mehr Einkommen erzielt wird, wird das ALG wohl gekürzt. Wie ist das steuerlich. ALG 1 gibt es bis auf den Progressionsvorbehalt steuerfrei, das Einkommen aus selbstständiger Arbeit ist zu versteuern. Wie soll da ein erstrebenswerter Übergang stattfinden?
    Oder habe ich da irgendetwas wichtiges übersehen?
    Danke für Eure Hilfe

  3. Hallo, man kann sich ja auch tageweise vom Arbeitslosengeld abmelden, wenn man z,B. gerade einen Auftrag hereinbekommt und diesen ausführen möchte ohne das das Geld aufs ALG 1 angerechnet wird. Für diese einzelnen Abmeldungen muss man sich bei der Krankenkasse selbst versichern. Welche Nachweise darf die Arbeitsagentur für diese tageweise Abmeldungen anfordern? Wenn ich als Kleingewerbetreibende gehandelt habe, kann ich dann die offizielle Arbeitsbescheinigung der Arbeitsagentur in meinem Namen ausfüllen? Eigentlich geht es doch die Arbeitsagentur nichts an, was ich bei tageweiser Abmeldung gemacht und verdient habe, da ich ja keine Bezüge erhalten habe…?

    • Du brauchst bei einer Abmeldung gar keinen Grund anzugeben.
      Im Sinne einer auch in Zukunft guten Zusammenarbeit mit dem Vermittler sollte man dem gegenüber mit offenen Karten spielen und sagen dass man für 1, 2, 3? Wochen einen Auftrag an Land gezogen hat und erst danach (sofern Folgeaufträge ausbleiben) wieder bei ihm aufschlägt.

      Du erhälst als Kleingewerbetreibende keinen Arbeitslohn und zahlst wahscheinlich nichts in die Arbeitslosenversicherung ein, was soll da auf einer Arbeitsbescheinigung stehen? Ich würde ein Ausrufungszeichen hinter deinen letzten Satz setzen.

    • Naja… man kann sich auch tagweise vom ALG-Bezug abmelden. Das ist schon richtig. Das ist aber wohl eher für „Tagelöhner“ oder andere temporäre Aushilfstätigkeiten gedacht.

      Bei selbstständigen Tätigkeiten erfolgt die Verrechnung von ALG und selbstständigen Einkünften aber eher auf Monatsbasis. Zumindest habe ich das selber so erlebt/praktiziert.

      Eine tag-genaue Betrachtung könnte hingegen zu mißbräuchichen Vorgehensweisen einladen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Eine Arbeitsbescheinigung muss ein Selbstständiger natürlich nicht vorlegen. Es muss aber den Umfang seiner Tätigkeiten (Std./Woche etc.) angeben und Auskünfte über seine monatlichen Gewinne (anhand vorläufiger Buchnungsunterlagen) vorlegen.

    • Dein Ernst? Zu beachten ist auf jeden Fall, sich zunächst einmal selber so weit wie möglich schlau zu machen und einzulesen, z.B. auf dieser hervorragenden Seite, um erst danach damit zu beginnen, bei Klärungsbedarf konkrete Rückfragen selektiv zu stellen. So hab ich das auch gemacht und viele andere hier ebenfalls. Ist sehr zu empfehlen!

      • ‚Ne Menge!‘ wäre auch eine mögliche Antwort 😂 Aber eine qualitative Bemerkung ist auch mit den wenigen Fakten schon möglich: Abfindung UND Einkünfte im gleichen Jahr (auch wenn nur Progressionsvorbehalt) sind suboptimal. Steuerlich gerne auch auch Vollkatastrophe.
        MbG
        Joerg

      • Die Frage ist anders gemeint.
        Ich bekomme z B. ALG 1.
        Die Sperr- oder Ruhezeiten sind abgelaufen und während ich ALG1 beziehe bekomme ich die Abfindung (nicht vor ALG1 Bezug)

    • Dass die Abfindung per Fünftelregelung versteuert wird.
      Dass man das ALG1 im Abfindungsrechner (Startseite, rechter Rand, etwas nach unten scrollen) unter Entgeltersatzleistungen eingibt.
      Achtung der Rechner ist für Verheiratete vorbelegt.

      Nachdem man sich an den Zahlen erschrocken hat, kann man dann optimieren. Entweder den ALG1-Bezug aussetzen oder steuerlich durch entsprechende Ausgaben ausgleichen.

  4. Die Frage ist anders gemeint.
    Ich bekomme z B. ALG 1.
    Die Sperr- oder Ruhezeiten sind abgelaufen und während ich ALG1 beziehe bekomme ich die Abfindung (nicht vor ALG1 Bezug)

    • Du hat immer noch keine sinvoll zu beantwordende Frage gestellt. Worauf willst Du hinaus? Umgang mit der Agentur? Optimierung der Steuer? Fallstricke beim Aufhebungsvertrag? Nebenberufliche Selbstständigkeit? …

      Meine allgemein gehaltene Antwort ist immer noch die gleiche wie vorgestern.

      • Die Frage ist
        Ich bekomme z B. ALG 1.
        Darf praktisch nix dazuverdienen.
        Aber jetzt gibt’s eine Abfindung, welch den genehmigten Zuverdienst deutlich übertrifft. Als ALG1 Empfänger darf ich dich keine 100T als Einmalzahlung dazuverdienen. Wie wird das gehandhabt, bekomme ich in dem Auszahlungsmonat kein ALG 1, wird das ALG 1 komplett gestrichen. Betrifft nur ALG 1 Bezug und gleichzeitig Abfindung.(Glaube so müsste doch meine Frage rüberkommen, betrifft nicht die Versteuerung).

  5. eSchorsch vielen Dank für die kompetente Antwort.
    Die Frage ist somit 100% beantwortet
    Ruhezeit und Steuer ist mir klar da habe ich mich hier und bei der Agentur erkundigt.
    Dankeschön

  6. Hallo zusammen,
    Noch eine Verständnisfrage vom meiner Seite zum Thema ALG und „Nebenbeschäftigung“.
    Angenommen die Nebenbeschäftigung ist sehr variabel, sprich ich erziele im Monat Januar nur 100 Euro Ertrag dafür im Februar 3.000.
    Würde ich dann im Januar das volle ALG beziehen (da unter dem Freibetrag) und im Februar nichts da weit drüber oder wird am Ende der gesamte Nebenverdienst während der Arbeitslosigkeit kumuliert?

    Ich hoffe die Frage ist verständlich und freue mich auf Eure Antworten
    LG Gipsy

    • Moin Gipsy,

      siehe AfA Informationsblatt „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“ S.5+6:

      Wie wird Nebeneinkommen angerechnet?
      Wenn Sie ein monatliches Nebeneinkommen in gleich bleibender Höhe haben, so zieht die Agentur für Arbeit den Anrechnungsbetrag (= Nebeneinkommen minus
      Freibetrag) von Ihrem Arbeitslosengeld auch monatlich ab. Den Anrechnungsbetrag können Sie dem Bewilligungs-/Änderungsbescheid entnehmen. Nicht gleichbleibendes Nebeneinkommen wird nachträglich angerechnet. Dazu erhalten Sie einen Änderungsbescheid mit dem monatlichen Anrechnungsbetrag. Ist der Anrechnungsbetrag höher als das zustehende Arbeitslosengeld, wird kein Arbeitslosengeld ausgezahlt.

      Antwort auf die Frage:

      Im Monat Januar ist das Nebeneinkommen von 100€ unschädlich, im Februar würde kein ALG1 Bezug möglich sein.

      Gruß
      Lars

  7. Hallo an die Experten,
    Hier noch eine kurze Frage zum Thema „Dispojahr“ und Nebenbeschäftigung.
    Ich habe vor, dass viel beschriebene „Dispojahr“ in Anspruch zu nehmen. Welche Auswirkungen hat das auf den zukünftigen Freibetrag beim ALG wenn ich seit vielen Jahren eine freiberufliche Beschäftigung (unter 15 Stunden) habe und auch weiterführen möchte!? Laut dem Merkblatt der Agentur müssen in den letzten 18 Monaten NEBEN dem Versicherungspflichtverhältnis die Nebenbeschäftigung ausgeübt worden sein. Wenn ich die 12 Monate Dispojahr mache habe ich ja nur 6 Monate als versicherungspflichtverhältnis vorzuweisen???
    Vielen Dank im Voraus

    • Moin Gipsy,

      „Wenn ich die 12 Monate Dispojahr mache habe ich ja nur 6 Monate als Versicherungspflichtverhältnis vorzuweisen???“

      Richtig erkannt und siehe ersten Kommentar im Blog und die Antwort vom Privatier.

      Um den „zusätzlichen“ Freibetrag (neben dem Freibetrag von 165€/Monat) beim späteren ALG1-Bezug zu erhalten, musst in den letzten 18 Monaten vor dem ALG1-Bezug ein Pflichtversicherungsverhältnis neben der Nebenbeschäftigung bestanden haben. Und das wäre im Dispositionsjahr mindestens ein „MIDI“Job.

      Dieser löst ein Versicherungspflichtverhältnis aus, würde aber bedeuten, dass sich die spätere ALG1 Höhe damit rapide verringert und von einem Dispositionsjahr kann man dann definitiv nicht mehr sprechen. Außerdem (falls eine Abfindung gezahlt wird) zählt ein „MIDI“Job zu den einkommensteuerpflichtigen Einnahmen was sich wiederum negativ auf die Versteuerung der Abfindung auswirkt.

      Gruß
      Lars

  8. Hallo Lars,
    Vielen Dank für die schnelle Antwort, die ich leider befürchtet hatte.

    Würde sich an der Situation etwas ändern, wenn ich mich anstelle des Dispojahr gleich Arbeitslos melde um mich dann wieder für 12 Monate abzumelden. (Diese Variante wird ja auch oft besprochen)? Damit hätte ich ja die berühmten 4 Jahre…..
    Ich möchte auf alle Fälle 12 Monate reisen aber eben nicht auf den zusätzlichen Freibetrag verzichten.
    Vielen Dank

    • Moin Gipsy,

      „Würde sich an der Situation etwas ändern, wenn ich mich anstelle des Dispojahr gleich Arbeitslos melde um mich dann wieder für 12 Monate abzumelden. (Diese Variante wird ja auch oft besprochen)? Damit hätte ich ja die berühmten 4 Jahre…..“

      Leider nein, denn durch das Abmelden erwirkst du „kein“ Versicherungspflichtverhältnis und die berühmten 4 Jahre … bedeuten, dass der ALG1 Anspruch ein Bestand von 4 Jahren hat.

      Gruß
      Lars

  9. Hallo an die Experten,
    ich hätte eine Frage zur Auszahlung von Resturlaub, Überstunden und Abfindung während dem ALG1 Bezug.
    Mein Fall ist etwas komplexer, da ich mich noch während der laufenden Elternzeit arbeitslos melden mußte, um die geforderte Anwartschaftszeit zu erfüllen.
    Konkret habe ich mich Ende Juli arbeitslos gemeldet, mein Beschäftigungsverhältnis bei meinem Arbeitgeber endet aber erst am 30.11.2021 nach Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist.
    Ich beziehe kein laufendes Geahlt aber Ende Nov. 21 bekomme ich noch Resturlaub und Restüberstunden ausbezahlt, die vor meinem Elternzeiteintritt, also vor 8.6.2020 (ca. 2.000€) entstanden sind und dann natürlich die Abfindung.
    Welche Zahlungen werden gegen das ALG1 angerechnet und in welchem Modus?
    Wenn mein ALG1 ca. 1.000 € pro Monat betragen würde – wird das ALG nur für Monat Nov gekürzt oder wird mein Gesamt-ALG, also ca. 12.000 € dann um 2000 € oder sogar komplett gekürzt wegen der Abfindung.
    Gibt es eine Möglichkeit, wie ich eine Kürzung vermeiden kann?
    Derzeit ist mein ALG1-Antrag noch nicht genehmigt, weil mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung nur bis Ende Juli ausgefüllt hat, besteht die Gefahr, dass durch diese Bezüge für Nov. 2011 der ALG1-Anspruch komplett gestrichen wird bzw. der Antrag nicht genehmigt wird?
    Herzlichen Dank und freundliche Grüße

    • Moin Marylaza,

      dein Fall ist wirklich komplexer gerade in Hinblick auf die noch laufende Elternzeit. Der beste Weg wäre die Konstellation (Elternzeit, Resturlaub, Restüberstunden) im VORFELD mit der AfA zu besprechen.

      „Welche Zahlungen werden gegen das ALG1 angerechnet und in welchem Modus?“
      – Restüberstunden
      – Resturlaub

      Resturlaub und Restüberstunden:

      Beides führt zum RUHEN von ALG1. Das Ruhen des ALG1 Anspruchs ist im §157 SGB III „Ruhen des Anspruchs bei Arbeitsentgelt und Urlaubsabgeltung“ beschrieben.

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__157.html

      Abfindung:

      “ … oder sogar komplett gekürzt wegen der Abfindung.“

      Nein, die Abfindung wird beim ALG1 nicht betrachtet. (hatte dir damals den Passus aus der FW wegen der Höhe … über 0,5 Monatsgehalt genannt) … aber: steuerlich suboptimal ist eine Abfindungszahlung und gleichzeitiger ALG1 Bezug. (bitte einmal mit dem Abfindungsrechner simulieren)

      Urlaubsabgeltung:

      Bei einer Urlaubsabgeltung führt der AG ordnungsgemäß die Sozialversicherungsbeiträge ab.
      Erhältst du eine Urlaubsabgeltung so ruht Ihr Anspruch auf ALG1 für die Zeit des abgegoltenen Urlaubs (§ 157 Abs. 2 SGB III).

      In bestimmten Fällen kann eine Urlaubsabgeltung sogar vorteilhafter sein. Auf das ALG1 werden die Urlaubstage angerechnet, welche abgegolten wurden. Beachtet werden muss noch wie die arbeitsrechtliche Urlaubsregelung bei dir war.

      Beispiel:
      Du hast z.B. noch 35 Urlaubstage, diese würden 6000€ Brutto entsprechen. Das ALG1 ruht nur für 35 Tage und das ALG1 würde 67% (mit Kind) pauschalierten Nettogehaltes entsprechen (also Urlaubsabgeltung = eventuell mehr Geld ???), oder einfach ausgedrückt:

      Je höher der Abgeltungsbetrag bzw. Anzahl der Resturlaubstage, desto mehr Geld bleibt bei einer Abgeltung gegenüber dem ALG1 hängen … (unter gewissen Umständen!!!)

      „Gibt es eine Möglichkeit, wie ich eine Kürzung vermeiden kann?“

      Ich sehe keine Möglichkeit … (insbesondere wegen der laufenden Elternzeit).

      “ … dass durch diese Bezüge für Nov. 2021 der ALG1-Anspruch komplett gestrichen wird bzw. der Antrag nicht genehmigt wird?“

      Gestrichen wird nichts, der Anspruch ruht. Der Anspruch auf ALG kann folglich ungemindert nach dem Ablauf des Ruhenszeitraums geltend gemacht werden, sofern dann die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für die Gewährung des Arbeitslosengeldes noch vorliegen. So bewirkt das Ruhen im Ergebnis lediglich eine Verschiebung des Leistungszeitraums.

      Thema Steuern (Restüberstunden):

      Restüberstunden, … wurden diese über zwei Jahreszeiträume angesammelt, ich meine damit in 2019 und 2020?

      Gruß
      Lars

  10. Hallo Lars,
    Danke für deine Ausführungen.
    Es geht nur um 5 Überstunden, die in 2020 aufgebaut wurden, aber das ist glaub ich ein Nebenkriegsschauplatz. Falls die Auszahlung der Überstunden schädlich für das ALG1 sein sollte, verzichte ich lieber auf die Auszahlung.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt aktiv auf meinen Arbeitgeber zugehen und darauf drängen soll, dass er die Arbeitsbescheinigung wie von der Arbeitsagentur gefordert gleich ausstellt mit den Gehaltsdaten bis Ende Nov -> denn solange diese Bescheinigung nicht vorliegt, kann die Arbeitsagentur meinen Antrag nicht genehmigen.
    Und wie du schon richtig drauf hingewiesen hast, ich will in diesem Jahr eigentlich gar kein ALG1 mehr wegen der Steuerbelastung und versichert bin ich ja bis Ende Nov. auch noch über meinen Arbeitgeber weil ich in Elternzeit bin.

    Üblicherweise würde mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung erst Ende Nov. nachdem der letzte Gehaltslauf abgerechnet wurde, ausstellen, d.h. die Arbeitsagentur kann erst im Dez. über meinen Antrag entscheiden.
    Arbeitslos gemeldet habe ich mich aber schon Ende Juli.
    Würde ich dann rückwirkend ab Ende Juli das ALG nachbezahlt bekommen, also je ca. 1000 € für Aug, Sep, Okt. und ca. 500 € für Nov, in dem das ALG für ca. ein halbes Monat wegen Urlaubsgeld ruht.
    Oder gibt es keine rückwirkende Auszahlung und das ALG1 startet erst Mitte Dez. (nach einem halben Monat Ruhen wegen Urlaub) und dann aber für 12 Monate?
    Letztere Variante wäre mir deutlich lieber, aber wenn erste Variante zutrifft, wäre das ungünstig, weil ich zum einen bei der Steuer Nachteile habe und zum anderen 4 Monate Sozialversicherung über ALG verplempere, die mir dann später fehlen.

    Wenn ich die Arbeitsbescheinigung jetzt schon einreichen könnte, würde hoffentlich der Antrag dann im Sep noch genehmigt und ich könnte mich dann wieder abmelden und erst im nächsten Jahr wieder anmelden.
    Damit würde ich auch das Ruhen des ALG im Nov. wegen Urlaubsabgeltung vermeiden können und ich hätte keine Einbuße beim gesamten ALG1, oder?

    Vielleicht kannst du mir hier einen Rat geben, ob ich meinen Arbeitgeber bitten soll, die Bescheinigung schneller auszustellen.

    DANKE!

    • Moin Marylaza,

      „Üblicherweise würde mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung erst Ende Nov. nachdem der letzte Gehaltslauf abgerechnet wurde, ausstellen, d.h. die Arbeitsagentur kann erst im Dez. über meinen Antrag entscheiden.
      Arbeitslos gemeldet habe ich mich aber schon Ende Juli.“

      https://www.anwalt.de/rechtstipps/anspruch-auf-arbeitslosengeld-waehrend-der-elternzeit_059077.html

      Die Arbeitsbescheinigung wird erst beim Ausscheiden ausstellt. In deinen Fall (gezahlt wird z.Zt. Elterngeld = Lohnersatzleistung) würde ich beim AG nachfragen, ob er eine vorzeitige Ausstellung vornehmen kann.

      „Würde ich dann rückwirkend ab Ende Juli das ALG nachbezahlt bekommen, also je ca. 1000 € für Aug, Sep, Okt. und ca. 500 € für Nov, in dem das ALG für ca. ein halber Monat wegen Urlaubsgeld ruht. Oder gibt es keine rückwirkende Auszahlung und das ALG1 startet erst Mitte Dez. (nach einem halben Monat Ruhen wegen Urlaub) und dann aber für 12 Monate?“

      Ich kann das mit Gewissheit nicht beantworten, deswegen die Empfehlung von gestern Kontakt mit der AfA aufnehmen und den Sachverhalt schildern/darlegen.

      „Vielleicht kannst du mir hier einen Rat geben, ob ich meinen Arbeitgeber bitten soll, die Bescheinigung schneller auszustellen.“

      Ja, dass würde ich empfehlen, dann aber !!! die weitere Vorgehensweise mit der AfA besprechen.

      (zum Thema)
      Arbeitslosengeld I und Elterngeld gleichzeitig beziehen, mit Anrechnung …
      Wenn Du ALG1 und Elterngeld* gleichzeitig beziehst, dann wird das Elterngeld auf das ALG1 angerechnet.
      Dazu kommt allerdings noch eine weitere Besonderheit: Du musst dem Arbeitsmarkt dabei zur Verfügung stehen (siehe Link oben). Das Amt kann Dich also für 15 – 30 Stunden wöchentlich vermitteln.

      Zum „Nebenkriegsschauplatz“:
      Es gibt zum Thema Lohnsteuer ein Urteil des Finanzgerichts Münster vom 23. Mai 2019. Es hatte entschieden, dass auf eine Überstundenvergütung, die aufgrund eines Aufhebungsvertrages für mehrere zurückliegende Jahre in einer Summe ausbezahlt wird, der ermäßigte Steuersatz anwendbar ist. (Az. 3 K 1007/18) Hierzu ist noch ein Berufungsverfahren beim BFH VI R 23/19 anhängig.

      … deswegen mein Nachfrage zu den Überstunden… 2019/2020

      Gruß
      Lars

      * Der Mindestbetrag des Elterngelds ist anrechnungsfrei.

      Beispiel:
      Eine Mutter erhält monatlich 700€ AlG1. Dazu hat sie Anspruch auf Basiselterngeld in Höhe von 670€ (67% des letzten Nettoeinkommens).

      In Höhe des Mindestbetrages von 300€ wird das Basiselterngeld nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet!!!

      Jedoch ist das Arbeitslosengeld mit 700€ höher, als der verbleibende Anspruch in Höhe von 370€ Basiselterngeld (670€ – 300€). Der Rest des Elterngeldes reduziert sich in der Folge auf 0€.
      Die Gesamteinnahmen der Mutter betragen 1000€, diese setzen sich zusammen aus 700€ ALG1 und 300€ Basiselterngeld.

  11. Danke Lars!
    Dann kontaktiere ich erstmal die Arbeitsagentur!
    Ich bekomme übrigens seit über einem Jahr kein Elterngeld mehr, hier kann also nichts angerechnet werden.
    Dieses Forum war und ist wirklich eine große Hilfe mich und ich bedanke mich bei allen, die hier im Sinne des Privatiers weiter unterstützen mit Kommentaren!

  12. Guten Morgen an die Experten,
    dank des sehr gutes Buches und die äußerst informativen Blogbeiträge, ist es mir bisher gelungen mein Dispojahr steueroptimiert am 31.12.21 zu beenden.

    Am 01.01.2022 werde ich mich arbeitlos melden.

    Jetzt habe ich folgende Frage, bevor ich mich bei der AfA melde.

    Ich habe in 2021 (mein Dispojahr) geheiratet.
    Meine Steuerklasse war zum Ausscheiden bei meinem letzten Arbeitgeber Stkl.I.
    Die Steuerklasse meiner langjährigen Partnerin ebenso bei Stkl. I.

    Nun habe ich in den Artikeln und Blogbeiträgen, hier im Forum gesehen, dass bei einer Änderung zur Steuerklasse III, das ALG1 höher ist.
    Da mein letztes Gehalt über der Beitragbemessungsgrenze lag, würde ich ca. 400€/Monat mehr ALG1 beziehen, wenn die AfA die Steuerklasse III akzeptiert

    Frage:
    1) Ist es ausreichend, dass man den Steuerklassenwechsel auf III / V zum 01.01.2022 angibt?

    2) Wäre es angeraten bereits den Steuerklassenwechsel zum 01.12.2021 durchzuführen, falls die AfA mit dem 01.01.2022 ein Problem hätte?

    3) Bei der Bestimmung der Höhe des ALG1 habe ich auf verschiedenen Seiten gelesen, das die Berechnug des ALG1 vom letzten Nettogehalt abhängt, auf anderen Seiten widerum vom letzten Bruttogehalt. Wenn das letzte Nettogehalt herangezogen wird, komme ich nicht in den Genuß der +400€/Monat, beim letzten Bruttogehalt wäre es natürlich nochmal ein schöner Zugewinn, denn ich nicht auf dem Radarschirm hatte.

    Vielen Dank schonmal für eure Hinweise
    Gruß
    Uwe

    • Moin Uwe,

      Frage:
      1) Ist es ausreichend, dass man den Steuerklassenwechsel auf III / V zum 01.01.2022 angibt?
      2) Wäre es angeraten bereits den Steuerklassenwechsel zum 01.12.2021 durchzuführen, falls die AfA mit dem 01.01.2022 ein Problem hätte?

      Der Steuerklassenwechsel (III/V) III für dich, V für die Ehefrau sollte zweckmäßig beim FA Anfang Dezember 2021 mit Gültigkeit zum 01.01.2022 beantragt werden. Beim ALG1-Antrag dann die Steuerklasse III für dich angeben. Eine Kopie des vom FA bestätigten Steuerklassenwechsels kann man beim ALG-1 Antrag mitanfügen.

      Das entsprechende Formular findest du im Internet:

      „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“
      Zeile 17: bisherige Steuerklassenkombination
      Zeile 18: neue Steuerklassenkombination

      3) Bei der Bestimmung der Höhe des ALG1 habe ich auf verschiedenen Seiten gelesen, das die Berechnug des ALG1 vom letzten Nettogehalt abhängt, auf anderen Seiten widerum vom letzten Bruttogehalt. Wenn das letzte Nettogehalt herangezogen wird, komme ich nicht in den Genuß der +400€/Monat, beim letzten Bruttogehalt wäre es natürlich nochmal ein schöner Zugewinn, denn ich nicht auf dem Radarschirm hatte

      ALG1-Höhe basiert auf Brutto. (jedoch bei der BBG findet die Kappung statt) … Bei dir trifft die BBG von 2020 zu.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars,

        vielen Dank für deine Antwort.
        Dann werde ich den Steuerklassenwechsel für den 01.01.2022 beantragen und erfreue mich ein erhöhten ALG1 😉

        Wenn ich mal resümiere, wievel Steuern ich bei meiner hohen Abfindung allein durch die Tipps im Buch und die Blogs gespart habe, da kommt ein sehr hoher fünfstelliger Betrag zusammen.
        Vielen Dank an alle
        Gruß
        Uwe

  13. Hallo,

    welche Auswirkung hat ein Minijob 165€ bzw. 450€ im Dispojahr dann auf das ALG1 ? Wird das Einkommen vom Minijob auf die Abfindung angerechnet?

    • Hallo Baschi,
      bis 165.- € wirkt es sich auf das ALG1 nicht aus. Was darüber ist dann schon.
      Die 165.- € waren bei mir kein Problem und ist gesetzlich auch so abgescihert.
      Gruß
      Lothar

      • Hallo Lothar, meine Formulierung zur Frage ist vielleicht falsch, ich meinte hat ein Minijob während des Dispojahrs eine Auswirkung auf den Anspruch des ALG1 vom ursprünglichen Verdienst? Die Bedingungen zum Anspruch auf ALG1 sind alle erfüllt, dazu Alter 62 also 24 Monate.

    • Ein Minijob im Dispositionsjahr hat keine Auswirkung auf die spätere ALG1-Höhe.

      „Wird das Einkommen vom Minijob auf die Abfindung angerechnet?“

      Nein.

      Gruß
      Lars

  14. Kurze Frage zu “Hinzuverdienst im Dispojahr” zum Jahresende 😉
    Wenn ich mich im Dispojahr selbstständig mache und somit nicht Sozialversicherungspflichtig bin, kann ich dann so viel verdienen wie geht oder gibt es Einschränkungen, um die Höhe des ALG nach dem Dispojahr nicht zu gefährden?

    Mit besten Wünschen für 2022 & danke für den tollen Blog
    Doro

    • „Wenn ich mich im Dispojahr selbstständig mache und somit nicht Sozialversicherungspflichtig bin, kann ich dann so viel verdienen wie geht“?
      Ja, das hat keinen Einfluss auf die Höhe des ALG1.

    • Während des Dispojahres ist eine selbstständige Tätigkeit (ohne Arbeitslosenversicherung!) nicht schädlich für den ALG-Anspruch.
      Im Anschluss an das Dispojahr ergeben sich dann aber folgende Varianten:
      a) eine weitergeführte hauptberufliche Selbstständigkeit verhindert den ALG-Bezug, da keine Arbeitslosigkeit vorliegt.
      b) eine weitergeführte nebenberufliche Selbstständigkeit verringert die Höhe des ALG-Bezuges bis auf einen Freibetrag von 165€/Monat.
      c) eine nicht mehr ausgeübte Selbstständigkeit hat keinen Einfluss auf den ALG-Bezug.

      Gruß, Der Privatier

  15. Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr. Bin jetzt ab dem 1.1.2021 im dispositionsjahr. Wie schaut es eigentlich mit einem nebenjob aus. Ich habe gelesen, dass einige Testzentren Leute suchen. Das wäre für mich schon interessant. Gibt es später Probleme mit der Afa? Will das nur als minijob machen?

    LG

    Blümchen

  16. Hallo zusammen, ich hätte eine Frage zu einem Minijob (€450) während des Dispojahres.

    Aktuelle Konstellation:
    Arbeitsvertrag endete nach 20 Jahren am 31.12.21; Zahlung der Abfindung erfolgt im Januar 2022
    Vorhersehbare Einnahmen in 2022 sind die Abfindung, Einnahmen aus Vermietung und die EU-Rente meiner Frau (wir werden steuerlich gemeinsam veranschlagt).
    Geplante Beantragung von ALG1 im Dez. 2022 für ALG1 an Januar 2023.

    Frage:
    Ist es ratsam, während des Dispojahres (2022) einen Minijob anzunehmen, oder ergeben sich hieraus steuerliche Nachteile für die Einkommensteuererklärung 2022 ?

    • Ein Minijob, der vom AG pauschal versteuert wird, erscheint nicht in der Steuererklärung und hat insofern keinen Einfluss auf die Einkommensteuer.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo, ich habe zum 31.01.22 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben mit sofortigem Ausscheiden. Nun habe ich von der AfA meinen Bescheid bekommen, das ich erst ab Oktober Arbeitslosengeld beziehen werde. Darf ich bis dorthin einen 450€ Minijob voll ausschöpfen oder gilt da auch diese 165€ Regelung?

        • Die 165€ Regelung besagt ja, dass der Arbeitslosengeldbezug um die Nebenverdienste gekürzt wird. Wenn aber kein ALG-Bezug stattfindet, kann er auch nicht gekürzt werden.
          Also: Bis zum Oktober kann der Minijob keine Auswirkungen auf das ALG haben.

          Gruß, Der Privatier

  17. Hallo, ich würde gerne folgenden Fall diskutieren:
    Alter über 58
    freiwillig gesetzlich krankenversichert
    Aufhebungsvertrag und Freistellung seit 02/2021 (kein Datumsfehler, so etwas gibt es tatsächlich)
    Minijob (450,–) seit 03/21.
    Beschäftigungsende: 31.7.22 (ordentliche/vertragliche Kündigungsfrist wurde eingehalten)
    Abfindung wird im Januar 2023 gezahlt.

    Da ich über 58 bin, plane ich kein „Dispojahr“ sondern die Arbeitslosmeldung zum 1.8.22 und nach Bewilligung sofort wieder Abmeldung.
    Ab 1.1.2024 möchte ich dann ALG1 beziehen.
    Da mir mein Minijob gefällt und ich lt. meinen Informationen einen Freibetrag von 600,– habe, würde es auch keine Kürzung auf 165,– geben und es würde finanziell weiterhin Sinn machen. Nach An- und Abmeldung in 09/22 muss ich mich selber krankenversichern. Nach meinem Kenntnisstand wäre dies für den Mindestbetrag von ca. 200 EUR pro Monat möglich. Erklärung wäre, dass ich zwar eine Abfindung erhalte, aber mein Aufhebungsvertrag die ordentliche Kündigungsfrist enthält, stimmt dies?
    Eine weitere Überlegung wäre, den 450 EUR aufzustocken auf mind. 451,– und somit für rd. 50 EUR eine Krankenversicherung zu haben. Wäre dies möglich? Nachteil wäre dann ein Einkommen im Jahr der Abfindung in 2023 (Minijob hat keine Auswirkungen, die Einnahmen aus Midijob könnte ich evtl. durch freiwillige Einzahlung in die gesetzl. Rente kompensieren, falls notwendig)
    Danke und Gruß
    Hannibal58

    • Moin Hannibal58,

      „Da mir mein Minijob gefällt und ich lt. meinen Informationen einen Freibetrag von 600,– habe, würde es auch keine Kürzung auf 165,– geben und es würde finanziell weiterhin Sinn machen.“

      Nicht der Nebenverdienst, sondern das ALG1 wird entsprechend gekürzt.

      Zu den Fragen:

      „Nach meinem Kenntnisstand wäre dies für den Mindestbetrag von ca. 200 EUR pro Monat möglich. Erklärung wäre, dass ich zwar eine Abfindung erhalte, aber mein Aufhebungsvertrag die ordentliche Kündigungsfrist enthält, stimmt dies?“

      Ja, wenn die ordentliche Kündigungsfrist eingehalten wurde, wird die Abfindung durch die KK nicht verbeitragt.

      „Eine weitere Überlegung wäre, den 450 EUR aufzustocken auf mind. 451,– und somit für rd. 50 EUR eine Krankenversicherung zu haben. Wäre dies möglich?“

      Ja, z.Zt. … bitte die eventuell anstehenden Gesetzesänderungen zum 01.10.2022 ??? im Auge behalten. Ab da könnte die max. Minijobgrenze bei 520€/Monat liegen.

      Entsprechen könnte sich der „Übergangsbereich“ (siehe §20 Abs.2 SGB IV) für „MIDIjobs“ verschieben. Angestrebt: 520,01€ bis 1600€. Ist aber alles gesetzlich noch nicht beschlossen.

      Gruß
      Lars

  18. Hallo in die Runde,
    Ich hatte Mitte letzten Jahres schon mal ein paar Fragen gestellt, die meine spezielle Situation (freiberuflicher Nebenjob unter 18 Stunden) und Dispojahr betreffen.
    Ich habe inzwischen meine Pläne konkretisiert und würde gerne nochmal euren Rat einholen, ob ich etwas übersehen bzw. falsch verstanden habe.
    Ausgangslage:
    Ich bin 52 und seit über 30 Jahren in einem gut bezahlten Vollzeitjob und werde zum 30.06.22 mit Aufhebungsvertrag (und Abfindung) ausscheiden.
    Parallel betreibe ich bereits seit 2020 eine Nebenbeschäftigung unter 18 Stunde/Woche mit einem Einkommen von ca. 1000 Euro monatlich. (schwankt allerdings sehr)
    Ziel: Ich möchte eine 6 Monatige „Auszeit“ machen, aber auf der anderen Seite den Bezug des ALG 1 nicht um die 1000 Euro aus der selbst. Beschäftigung „verlieren“.
    Hier der Plan:
    Ab dem 01.07. bis 31.12.22 6 Monate Weltreise (Nebenbeschäftigung läuft weiter)
    Ab dem 01.01.23 bis 30.06.23 ein Midijob (Ich kann bei einem Freund für 6 Monate arbeiten)
    Ab dem 01.07.23 Arbeitslosenmeldung und Bezug von ALG 1.
    Nach meinem Verständnis habe ich in diesem Konstrukt Anspruch auf die Erträge aus meiner selbständigen Tätigkeit (ohne Abzüge) da ich in den letzten 18 Monaten 12 Monate in einem Versicherungspflichtigen Job tätig war.!?
    Die bringt allerdings folgende „negativen“ Folgen:
    – Ich werde wahrscheinlich für 3 Monate „gesperrt“, außer mein Freund kündigt mir ??
    – Nachdem ich derzeit noch sehr gut verdiene, würde die Summe aus 6 Monaten Vollzeit (01.01.22 bis 30.06.22) und 6 Monaten Midijob (01.01.23 bis 30.06.23) gerade so über der Beitragsbemessung liegen und daher das maximale ALG 1 nicht reduzieren?? (Die 6 Monate dazwischen zählen ja nicht oder?)
    Habe ich sonst noch etwas vergessen??
    Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße
    Gipsy

    • Zumindest bei der Höhe des zu erwarteneden ALG gibt es einen Denkfehler!

      Die Höhe des Arbeitslosengeldes berechnet sich immer zunächst einmal aus den Einkünften der letzten 12 Monate vor ALG-Beginn. Das wären hier also nur die 6 Monate mit dem MIDI-Job. Somit eher nachteilig.
      Der Bemessungszeitraum wird nur dann auf zwei Jahre erweitert, wenn in den ersten 12 Monaten weniger als 150 Tage mit versicherungspflichtigen Beschäftigungen vorliegen. Man müsste also den MIDI-Job etwas verkürzen. Er bleibt aber dennoch in jedem Fall in der Berechnung enthalten.

      Gruß, Der Privatier

  19. Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung und den sehr wertvollen Hinweis.

    Wenn ich mich, wie in Ihrem Buch öfter beschrieben, gleich am 01.07.22 für ein paar Tage Arbeitslos melde wird das Leistungsentgeld (bzw. Leistungsbescheid) basierend auf meinem jetzigen Verdienst erstellt uns berechnet. Dies würde dann bei erneuter Arbeitslosenmeldung im Juli 2023 trotz der 6 Monate MDI-Job wieder herangezogen. (Gehalt während des MIDI-Jobs und die 12 Monats Regel sind dann nicht mehr relevant)

    So verstehe ich jedenfalls die Gesetzeslage. Ist das so richtig bzw. hätte diese Vorgehensweise andere Nachteile?

    Vielen Dank im Voraus!

    • Moin Gipsy,

      „BESTANDSSCHUTZ“ … (man muss min.1 Tag ALG1 bezogen haben und die „Zwischenbeschäftigungsdauer“ muss unter 2 Jahre liegen).

      Der „BESTANDSCHUTZ“ ist im §151 Abs.4 SGB III „Bemessungsentgelt“ beschrieben:

      (4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.

      Gruß
      Lars

  20. Wie verhält es sich? Aufhebungsvertrag zum 31.1.22 mit Abfindung zum selben Datum. Minijob 450 Euro seit 08/21. Arbeitslos und suchend gemeldet ab 1.2.22. Antrag auf Arbeitslosengeld noch nicht eingereicht. Sperrfrist wird estnische geben, aber Ruhezeit wegen Abfindung.
    Die Idee ist, neben dem Arbeitslosengeld den Minijob für 450 Euro weiterzuführen. Laut Arbeitsagentur ist das Beziehen von ALG1 das entscheidende Datum, um zurückzugucken, ab wann der Job gemacht wurde. Im Idealfall 12 Monate, damit die 450 nicht gekürzt bzw angerechnet werden. Korrekt?
    Oder ist entscheidend der Tag ab Arbeitslosmeldung?
    Sollte ich also den Antrag auf Arbeitslosengeld so lange zurückhalten, um die 450 Euro Grenze in den letzten 12 Monaten eingehalten zu haben?

    • Wie die Agentur bereits richtig erläutert hat, muss die Nebenbeschäftigung in den 18 Monaten vor dem ALG-Bezug mindestens 12 Monate lang ausgeübt worden sein.
      Aber, wichtig: Parallel zu einer versicherungspflichtigen Beschäftigung.

      Mit den oben genannten Daten sehe ich daher keine Möglichkeit.

      Gruß, Der Privatier

  21. Kurze Frage zu der Berechnung der Fristen wg. 18 Monate
    Ich habe seit Okt.2021 einen Minijob neben meiner versicherungspflichtigen Beschäftigung.
    Das sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis endet 31.12.2022, der Minijob wird weiter laufen. Ich werde mich zum 01.01.2024 arbeitslos melden – den Minijob möchte ich auch dann weiter ausüben. Wird mein Verdienst auf 165 € gekürzt oder darf ich 450 € verdienen neben ALG1?

    • Die 18 Monate reihen sich vor den ALG1-Begin, betreffen also den Zeitraum 1.7.22 – 31.12.23.
      Wenn in 2023 ein Dispojahr genommen wird, dann werden da keine 12 Monate parallel zu einem versicherungspflichtigen AV aufkommen, ergo wird nur der Freibetrag von 165€/Monat gewährt. Was darüber hinaus verdient wird, wird angerechnet/abgezogen.

  22. Hallo Privatier,

    vielen Dank für die tolle Webseite. Eine Verständnisfrage:
    Nachdem der ALG 1-Anspruch festgestellt ist, bleibt dieser bis zu 4 Jahre erhalten. Das heißt, nachdem ich mich dann wieder abgemeldet habe beim Arbeitsamt darf ich auch deutlich über 165 EUR Nebeneinkünfte im Monat haben (z.B. selbstständig während Auslandsaufenthalt) und ich kann mich nach Rückkehr nach Deutschland wieder beim Arbeitsamt anmelden, ALG 1 beziehen auf Basis der ersten Anspruchsfeststellung und ohne das meine zwischenzeitlichen Einkünfte eine mindernde oder verändernde Wirkung auf den ersten Feststellungsbescheid hätten? Ist das so korrekt?

    Viele Grüße!

    • Hinweis: Auch wenn der ursprünglich gewählte Name recht phantasievoll war, musste ich ihn etwas verkürzen. Bitte zukünftig nur die von mir geänderte Version benutzen. Danke.

      Zu Fragestellungen, die etwas mit „Ausland“ zu tun haben, kann ich generell keine Auskünfte geben.
      Wenn man diesen Punkt aber einmal weglässt, so hat ein festgestellter Anspruch bis zu 4 Jahren Bestand. Was es damit im Detail auf sich hat, habe ich in den Beiträgen: „ALG-Anspruch hat bis zu 4 Jahre Bestand“ und „ALG nach Zwischenbeschäftigung“ erläutert.

      Gruß, Der Privatier

  23. Hallo an die Experten,
    ich habe die Kommentare zu den Nebeneinkünften nur überflogen und jetzt zu meinem Thema nichts auf den 1. Blick gefunden.
    Ich beziehe aktuell ALG1 und helfe sehr spontan bei einem Tennisverein dieses Wochenende aus und bekomme 12 €/Std. bezahlt. Ich habe denen vorab gesagt, dass ich das nur bar auf die Kralle kriegen kann. Die wollen mir das aus Abrechnungsgründen allerdings (können es wohl nicht anders ausbezahlen) als Ehrenamt angeben. Das wären ungefähr für dieses Wochenende dann ca. 400 € gesamt. Muss ich Ehrenamtliche Einkünfte auch dem Arbeitsamt melden? Zählt das zu Nebeneinkünften?

  24. Erst mal vielen Dank für Eure vielen wertvollen Beiträge!!!

    Meine AUSGANGSLAGE:
    – Ich werde im nächsten Jahr eine Abfindung als monatlich Zahlung für 4 Jahre erhalten und
    – muss darum die vollen Sozialbeiträge 900 € mtl. zahlen (in dem Zeitraum, in dem ich kein ALG erhalte)
    – Seit 2 Jahren habe ich neben meiner Festanstellung ein freiberufliches Nebengewerbe angemeldet und arbeite seit einem Jahr aktiv an der Konzeption eines Trainingsangebots, mit dem ich in diesem Jahr einen Gewinn von 7.200€ erzielen werde.
    – Mit diesem freiberuflichen Training werde ich wahrscheinlich im nächsten Jahr zumindest in einigen Monaten den erhöhten Freibetrag für Zuverdienst überschreiten

    Zu folgenden FRAGEN habe ich noch keine Antwort gefunden:
    1. Erhöht sich mein Freibetrag für Nebeneinkünfte somit um mtl 600 €? Welches Datum zählt denn für die „12 Monate Betreiben“ des Nebengewerbes, der Beginn der Konzeption des Trainings oder die erste Rechnung?
    2. Zahlt die Agentur auch in Monaten die KV-Beiträge, in denen ich die Nebenverdienst-Freibeträge überschreite?
    3. Falls Frage 2.= ja: gibt es eine Obergrenze für den Nebenverdienst?

    Schöne Grüße und ein herzliches DANKE
    von Anke

    • Zu den Fragen:
      1. In §155 Abs.2 SGB III ist festgelegt, dass für die letzten 12 Monate ein Durchschnittseinkommen berechnet wird. Solange Sie irgendwie glaubhaft machen können, dass Sie auch in den Monaten ohne Einkünfte tätig waren, würde sich in Ihrem Beispiel der Freibetrag um 600€/Monat erhöhen.
      2. Ja, die KV-Beiträge werden weiter bezahlt.
      3. Es gibt keine Obergrenze. Allerdings wäre es u.U. sinnvoller, sich bei hohen Einkünften aus dem ALG-Bezug abzumelden.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die schnellen Antworten 😉
        1. und 2. verstehe ich
        zu 3.: Warum wäre es u.U. sinnvoller, sich abzumelden? (die moralische Frage muss ich natürlich noch für mich beantworten …)

        Unterm Strich geht es also um 600€ (Freibetrag) – Steuer + 900€ (Sozialabgaben) = 1.500€ mtl – (Steuer auf 600 €), korrekt?

        Sonnige Grüße und ein neues herzliches DANKE
        von Anke

        • Zu Pkt.3: Alles, was an Einkünften (bzw. bei Selbstständigen: an Gewinnen) über den Freibetrag hinausgeht, wird ja vom ALG abgezogen. Im Grunde hat man also für diese Summe „umsonst“ gearbeitet. Das mag bei kleinen Beiträgen nicht so schlimm sein, aber je höher die Summen werden, desto mehr wird es einen ärgern.
          Und da wäre es eben u.U. vielleicht sinnvoller, in dieser Zeit den ALG-Bezug zu beenden. Um ihn dann, falls die Geschäfte aus der selbstständigen Tätigkeit einmal wieder schlechter laufen sollten, wieder aufzunehmen.
          Also: In Zeiten guter Auftragslage kein ALG. bei schlechter Auftragslage wieder mit ALG-Unterstützung.

          Gruß, Der Privatier

          • Das ist eine sehr gute Idee – wunderbar.

            Welches Datum gilt denn für das Einkommen bei selbstständiger Arbeit:
            a) Beauftragung
            b) Leistungserbringung
            c) Rechnungsdatum
            d) Zahlungseingang

            Wenn es c) wäre, könnte man ja sammeln und alle 6 Monate Rechnungen schreiben

            Herzlichen Dank und Gruß,
            Anke

          • @Anke: Mir ist nicht bekannt, ob es dazu irgendwo konkrete Regeln gibt. Ich kann nur sagen, dass die Agentur Nachweise über die Einkünfte anfordert. Dies geschieht in der Regel über Auszüge aus der BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung). also aus den Daten der laufenden Finanzbuchhaltung. In einem gewissen Rahmen besteht da also sicher auch ein gewisser Gestaltungsspielraum. Das hängt aber natürlich auch stark von der Art der Selbständigkeit ab.

            Gruß, Der Privatier

      • Hallo,
        ich war die letzten 3,5 Jahre versicherungspflichtig beschäftigt. nun wurde ich zum 31. August gekündigt und bin für 1-2 Monate auf ALG1 angewiesen. Ich habe zusätzlich eine Nebenbeschäftigung in Form von minijob, wo ich 2 mal im
        Monat arbeite und 400€ verdiene. nun meine Frage, besteht die Möglichkeit weiterhin diese 400€ zu verdienen, ohne das es mit dem monatlichen Betrag verrechnet wird und man nur die 165€ dazu bekommt. Kann man sich an den Tagen von der Leistung abmelden, auch wenn man nicht selbstständig ist.

        Vielen Dank für die Antwort

        • @leclerc: Eine Erhöhung des Freibetrages von 165€ ist nur möglich. wenn man in den letzten 18 Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit neben einem Versicherungspflichtverhältnis mindestens 12 Monate eine Nebenbeschäftigung von unter 15 Stunden wöchentlich ausgeübt hat. (Zitat aus dem obigen Beitrag). Die 5 Monate sind also zu wenig, um einen höheren Freibetrag zu bekommen.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank für Ihre Antwort!
            Freundin von mir ist selbständig und meinte, sie hat sich 3-4 mal monatlich, an den Tagen, wo sie Aufträge bekommen hat, von der ALG1 Leistung abgemeldet und so stand sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Wäre sowas bei mir mit dem
            Minijob auch möglich, wenn ich keine Gewerbe habe?

          • So ganz sicher bin ich mir bei der Antwort nicht, ich denke aber, dass dies mit einem Minijob nicht funktionieren wird. Denn es besteht ja ein dauerhaftes lückenloses Anstellungsverhältnis, bei dem u.U. zwar nicht täglich gearbeitet wird, aber für diese Zeiten jeweils ALG zu beantragen, wird wohl nicht funktionieren.

            Aber die Frage wäre auch besser in einem Arbeitslosenforum aufgehoben. Dort kennt man sich mit solchen Feinheiten meistens besser aus.

            Gruß, Der Privatier

  25. Guten Tag, ich war in den 12 Monaten vor dem Erhalt des ALG1 (seit 01.05.22) bereits nebenberuflich selbstständig. Meine Steuererklärung für 2021 habe ich noch nicht gemacht. Nun fordert die Agentur für Arbeit mich (für die Berechnung des erhöhten Freibetrags) auf, dass ich meine nebenberuflichen Einkünfte nicht nur in Brutto, sondern auch in Netto angebe. Meine Frage ist: Ist es korrekt, wenn ich auch hier pauschal 30% vom Brutto abziehe? Vielen Dank bereits vorab für die Antwort.

    • Die Regelung lautet, dass 30% der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben angesetzt werden können, sofern keine höheren Beträge nachgewiesen werden. Und das gilt aus meiner Sicht auch im Zusammenhang mit der Berechnung einer Beschäftigung, die vor dem ALG-Bezug vorgelegen hat.

      Gruß, Der Privatier

  26. Herzlichen Dank für die schnelle Antwort zu später Stunde. Ich werde es genau so wie von Ihnen beschrieben machen. Sollte die Agentur daran etwas zu beanstanden haben, würde ich mich hier nochmals melden. Alles Gute und liebe Grüße, Iris Janssen

  27. Nur um ganz sicher zu sein, habe eine kurze Frage zur Auszahlung einer Direktversicherung (betriebliche Altersvorsorge) während des Bezugs von ALG1:
    Eine Lebensversicherung wird doch zum Vermögen gezählt. Selbst die Auszahlung einer Lebensversicherung ist kein Einkommen, sondern eine Vermögensumwandlung und hat somit keine Auswirkung auf den ALG1-Bezug.
    Ist das so korrekt?

    • Moin NoWorkWastl,

      Betriebsrenten (nach BetrAVG) sind kein Einkommen und werden damit nicht auf das ALG1 angerechnet.

      Gruß
      Lars

  28. Hallo,
    habe mal eine neue Frage.
    Ich kann meine Betriebsrente ( nur vom Arbeitgeber finanziert) als Einmalzahlung ausgezahlt bekommen.
    Sind meine folgenden Annahmen und Informationen richtg?

    1. Die Gesamtsumme Der Zahlung wird durch 10 diffidiert und ich muß 10 Jahre jeweils auf das Zehntel die Krnkenkassenbeiträge + Pflegeversicherung monatl. also ein Zwöftel zahlen?

    2.Mein ehemaliger Arbeitgeber zahlt auch aus bei Krankheit Arbeitslosigkeit oder wenn man einen versicherungspflichtigen Job ausübt!
    Nur nicht bei ALG 2 und soz. gestützte Zahlungen.

    3.Wenn ich auch nach der Zahlung sozialversicherungspflichtig arbeite , also über 450 € ,fällt die Zahlung für die Zeit weg?
    4. Ich muß nur für die geleistete Arbeit KK Beitrag PV Beitrag zahlen?
    5.Wenn ich also zb. die Einmalzahlung vereinnahme und zb. 3 Jahre arbeite zahle ich die 3 Jahre Beiträge aus der Arbeit. Bekomme dann Altersrente und arbeite nicht mehr.
    6. Somit zahle ich ab dann die Hälfte ,ich meine 7,5 % von der Rente und erst dann die vollen Beiträge aus der Einmalzahlung, also 15,5% + Pflegeversicherung?
    7. Wichtigster Punkt: ich muß nur 7 Jahre für die Einmalzahlung KK+PV Beiträge zahlen??
    Die Drei Jahre sind somit für mich eingespart!?

    Fazit : lieber noch 3 Jahre einen soz.vers.pflicht. Job ausüben und die 3 Jahre das Geld sparen! Ist das so richtig??

    Vielen Dank
    Bernd

  29. Hallo Privatier,

    mir ist wichtig zu wissen ob ich dann nur noch die 7 Jahre für die Einmalzahlung an die Krankenkasse zahlen muß.

    Danke und hoffe es klappt jetzt mit der Freigabe.

    Danke und Gruß Bernd

    • Moin Bernd11,

      etwas Literatur:

      https://www.tk-lex.tk.de/web/guest/externalcontent/-/print/serviceId/2011/externalcontentid/HI2286048/haufeChapterIndex/HI2752187.html

      ……

      7. Wichtigster Punkt: ich muß nur 7 Jahre für die Einmalzahlung KK+PV Beiträge zahlen??
      Die Drei Jahre sind somit für mich eingespart!?

      siehe Link:

      Es handelt sich dabei um eine starre Frist. Zwischenzeitlich relevante versicherungs- und beitragsrechtliche Änderungen verändern den Verlauf der Frist nicht.

      So verlängert sich z. B. die Frist nicht, wenn

      – zwischenzeitlich eine Familienversicherung besteht oder der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung gänzlich unterbrochen ist,

      letzter (Teil)Satz im nachfolgenden Punkt!

      – eine Zeit lang keine Beiträge aus der fiktiven monatlichen Einnahme anfallen, weil durch andere vorrangig zu berücksichtigende beitragspflichtige Einnahmen bereits die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird.

      >450€ Job (Midijob / Grenze ab 01.10.2022 >520€) reicht nicht aus, liegt weit unterhalb der BBG …

      Gruß
      Lars

  30. Hallo,
    bei mir liegt der folgende Fall vor: Ich beziehe seit einem Monat ALG1 und betreibe nebenberuflich (besteht seit mehr als 18 Monaten) ein Gewerbe. Für einzelne Events habe ich mich tageweise (Sa,So) abgemeldet, da mit dem Start des 1 Tages ohne Leistungsbezug (Sa) die 15h-Grenze überschritten worden wäre.

    Jetzt treibt mich die Sorge um, dass ich mich statt für jene Tage an denen ich die 15h Grenze Überschreite, für die ganze Woche hätte abmelden müssen.

    Im Merkblatt für Arbeitslose steht:
    „Erreicht oder überschreitet die Dauer der kalenderwöchentlichen Arbeitszeit 15 Stunden, besteht wegen fehlender Arbeitslosigkeit kein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Gegebenenfalls ist eine erneute Arbeitslosmeldung erforderlich.“

    Für meinen Fall deute ich dies wie folgt: Ich könnte Mo-Fr 14:59h arbeiten und zusätzlich x-Stunden an jenen Tagen an denen ich mich abgemeldet habe.

    Liege ich da richtig?
    Vielen lieben Dank für eure Antworten vorab

    • Wenn ich die Regel richtig deute, so kommt es auf die kalenderwöchentliche Arbeitszeit an. Liegt diese bei 15 Std. oder mehr, so besteht kein Anspruch auf ALG. Eine Betrachtung auf Tagesbasis wäre somit nicht korrekt und von daher würde aus meiner Sicht eine Abmeldung für die ganze Woche erforderlich, wenn 15 Std. oder mehr mit Beschäftigung vorliegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Was sich mir dann nicht erschließt ist folgendes:
        Wenn ich mich für 2 Tage abmelde, gebe ich ja an, dass ich einer Beschäftigung von mehr als 15 Wochenstunden nachgehe. Folglich weiß das Arbeitsamt ja, dass ich nach dieser Logik für diese Woche keinen Anspruch auf ALG1 habe. Auf dem neuen Bescheid steht allerdings, dass ich nur für diese beiden Tage keine Leistungen erhalte.

        Ergo bedeutet dies, dass ich meine Pflicht gegenüber des Arbeitsamtes erbracht habe zu melden, dass ich in der Woche die 15 Stunden überschritten habe.

        Man hat halt immer irgendwie die Sorge, dass man irgendetwas falsch gemacht hat und die einem nachher einen Strick draus drehen. Aber so lange ich diese Angaben mache ist es ja deren Aufgabe meinen Anspruch zu prüfen, bewilligen oder abzulehnen.

    • Moin Max_1400,

      Die 15-Stunden-Grenze ist im §138 SGB III geregelt.

      Liegt eventuell ein „gelegentliches“ Überscheiten der 15-Stunden-Grenze bei dir vor? Dazu findet man im §138 Abs.3 SGB III folgendes:

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__138.html

      “ … gelegentliche Abweichungen von geringer Dauer bleiben unberücksichtigt.“

      In der FW (Fachliche Weisungen) Arbeitslosengelt §138 SGB III „Arbeitslosigkeit“, gültig ab 01.10.2022, S.10, Unterpunkt 138.3 15-Stunden-Grenze ist „gelegentlich“ definiert:

      138.3 15-Stunden-Grenze

      (3) Beschäftigungslosigkeit entfällt nicht bei gelegentlicher Überschreitung der Arbeitszeit von geringer Dauer.
      Eine gelegentliche Überschreitung der bisherigen Arbeitszeit liegt vor, wenn
      – sie nicht voraussehbar ist und
      – nicht zu erwarten ist, dass sie sich innerhalb eines Jahres wiederholt.

      Eine Abweichung von geringer Dauer liegt vor, wenn die Abweichung bei einer Beschäftigungsdauer von mindestens
      – 4 Wochen nicht mehr als 1 Woche,
      – 8 Wochen nicht mehr als 2 zusammenhängende Wochen,
      – 12 Wochen nicht mehr als 3 zusammenhängende Wochen
      beträgt.

      Musst du einmal für Dich überprüfen ob das zutrifft.

      Gruß
      Lars

  31. Hallo,

    ich beziehe derzeit ALG1 bei Weiterbildung.

    Meine Frage ist, ob auch Glücksspielgewinne/Gewinne aus Sportwetten zum Nebeneinkommen zählen, oder ob dies bei ALG1 keine Rolle spielt (auch wenn es über 165€/Monat sind)?

    Vielen Dank vorab!

    • Hi Stefan777!
      Dies ist kein Einkommen, sondern Gewinn (oder Verlust). Nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz und dem Umsatzsteuergesetz sind alle Gewinne aus Glücksspielen steuerfrei, deshalb nennt man es wohl auch Glücksspiel.
      MbG
      Joerg

  32. Hallo Jörg!

    Danke für deine Rückmeldung.

    Kann man Glücksspiel dann dem mühelosen Einkommen zuordnen und die 165€-Grenze spielt somit keine Rolle? Muss ich es der Bundesagentur für Arbeit trotzdem melden, oder spielt es keine Rolle?

    Viele Grüße

    • Hallo zurück!
      Noch einmal, es handelt sich nicht um Einkommen, deshalb heißt es ja Glücksspiel. Und du hast keine Verpflichtung dies mitzuteilen. Aber interessant wäre die Reaktion schon, also erzählen würde ich es also schon 😉
      MbG
      Joerg

      • @eSchorch: Der Profi rechnet aber auch seinen Aufwand gegen, Berufsspieler betreiben kein Glücksspiel, sondern stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, weil sie ja einen Beruf haben. Sportwetten jedoch werden vom Veranstalter so kalkuliert, dass dieser einen Gewinn macht. Anders bei staatlichen Lotterien, wo die Steuer bei 16,66% liegt, ist diese bei Sportwetten 5%. Plus Kosten und Ertrag des Wettbüros/Internetportals kommen ca. 70% zur Verteilung unter den mehr oder weniger erfolgreichen ‚Glücksspielern‘.
        MbG
        Joerg

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