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Kap. 9.3.2.5: Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitssuchendmeldung — 54 Kommentare

  1. Wenn ich mich nun an den Standardweg halte und 3 Monate vor dem Ausscheiden eine Arbeitssuchend-Meldung abgebe, dann mag das vlt. keinen Sinn machen, wenn ich ein Dispo. Jahr plane, aber ein Nachteil kann mir doch nicht daraus entstehen, oder?

    Entstehen aus der Arbeitssuchend-Meldung Pflichten/Aktivitäten von mir und der Agentur, die lästig und unnütz sind, da ein Dispo. Jahr ansteht?

    Ich werde auf jeden Fall, den von Ihnen empfohlenen Weg wählen und im Vorfeld meines Ausscheidenes einen Gesprächstermin bei der Agenur suchen.

    VG aus der Quadratestadt
    Akim

    • Hallo Akim,
      ich habe eine Bitte an dich: Wenn du das Gespräch bei der Agentur hattest, dann schreib mal kurz, wie es war.
      Vielen Dank, BigMac

    • Nachteile entstehen durch die Arbeitsuchend-Meldung nicht. Zumindest nicht in finanzieller Hinsicht.
      Aber mit einer solchen Meldung setzt man eben auch die Vermittlungsbemühungen der Agentur in Gang, als da sind: Termine/Gespräche bei der Agentur, Vorschläge für Bewerbungen, ggfs. Qualifizierungsmassnahmen, etc.. Dies ist allerdings immer nur sehr eingeschränkt möglich, da der Betreffende ja in der Regel noch beschäftigt ist und daher nicht jederzeit verfügbar ist.

      Ich würde in dem geplanten Beratungs-Gespräch das Thema Dispojahr ansprechen. Ein kompetenter Berater wird danach eine Arbeitsuchendmeldung für unnötig erklären. Ob man allerdings im ersten Versuch auf einen solchen trifft, ist nicht unbedingt gesagt.

      Gruß, Der Privatier

  2. Eine Arbeitsuchendmeldung ist problemlos online möglich und hatte keinerlei Kontakt der Agentur zur Folge. Dem Sachbearbeiter, mit dem ich dann das Dispojahr besprach, war es aber wichtig gewesen, mind 3 Monate suchend gewesen zu sein.
    Noch ein Hinweis zum Artikel auf dieser Seite: falls man gekündigt wurde, muß der Termin der Arbeitslosmeldung nicht exakt ein Jahr nach Dispojahr sein. Er kann auch davor liegen. (für den Fall, das nicht alle Artikel zum Dispojahr gelesen wurden) LG Feli

    • Danke für den Hinweis, dass es nicht immer ein (vollständiges) Dispojahr sein muss. Das hängt eben immer von den Motiven ab, bzw. von dem Effekt, den man damit erreichen will. Zu den wichtigsten Motiven habe ich im Beitrag: „Dispojahr: Vor- und Nachteile“ einige Erläuterungen gegeben.

      Und wer (aus welchem Grund auch immer) keine Sperre und/oder keine Ruhezeit zu befürchten hat, muss natürlich auch kein Dispojahr machen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit dem Arbeitsamt und wenn man rechtzeitig der Agentur signalisiert was man vor hat, dann wird das meist auch positiv aufgenommen.

    • Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein freundlich/sachliches Auftreten wird in der Regel auch so erwidert. Mehr zum Umgang mit der Agentur in einem der nächsten Beiträge…

      Gruß, Der Privatier

  4. Folgendes Szenario:

    Austritt 06/2019 nach vereinbarter bezahlter Freistellung.
    Neuer Job vom 1.7.2019 bis zum 31.12.2019 (Eigenkündigung zum 31.12.2019)
    Auszahlung Abfindung Januar 2020 aus vorherigem Job

    Berechnen sich jetzt Ruhezeiten ab Austritt alter Job oder neuer Job ?

    Könnte man jetzt mittels des Dispojahr Sperr- (wegen Eigenkündigung neuer Job) und Ruhezeiten (wegen Abfindung) vermeiden und ab 2021 ALG1 beantragen ?

    Wenn man sich dann nach Beantragung wieder abmeldet, wann müsste man spätestens ALG1 in Anspruch nehmen (+ 4 Jahre) ?

    • Ruhe- und Sperrzeiten starten immer ab dem Zeitpunkt des Ereignisses, welches Anlass für diese Zeiten war.
      Bei der Prüfung eines ALG-Antrages werden alle Ereignisse, die ein Jahr (oder länger) zurück liegen, nicht mehr hinsichtlich Ruhe- und Sperrzeiten geprüft. Das ist genau der Hintergrund des Dispojahres!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier

        Hab ihre Seite leider erst heute Abend im Internet entdeckt. Daher bitte ich höflichst vorab um baldige Beantwortung da meine Arge nur vormittags auf hat.
        Frage:,
        Heißt das dass keine Sperrzeit erteilt wird wenn man sich exakt an dem darauf folgenden Werktag nach genau einem Jahr Erwerbslosigkeit ( bei Selbstkündigung und letzter Arbeitstag am 31.05.18 und wegen dem jetzt vergangenen Wochenende also genau am 03.06.19, also morgen ) Arbeitslos melden muss um dadurch eine Sperrzeit verhindern zu können ?

        Ich hab mich am 31.05 also vorgestern Arbeitslos gemeldet. Kann ich den Antrag noch abändern lassen ? Muss das genau morgen sein, oder geht das auch 1 – 2 Tage später ?

        • Auch wenn die Mitarbeiter der Agentur wenig Begeisterung für solche Aktionen zeigen werden, sollte eine Änderung der Meldung m.M.n. dennoch möglich sein. Ich würde dabei aber keine Zeit verlieren und mich unverzüglich auf den Weg machen!

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier

            Vielen Dank für die schnelle Rückantwort !
            Ich bin gleich heute morgen zur Arge gegangen und habe dort meinen Wunsch auf Änderung des Datums auf den 03.06.19 vorgetragen. Die erste Dame sagte mir dass das nicht geht. Ein einmal gestellter Antrag kann nachher nicht mehr zeitlich geändert werden.Ich konterte mit § 137 SGB III Abs.2, und sagte dass über den Arbeitslosen – Antrag ja noch nicht entschieden ist. Wurde darauf hin an eine andere Dame verwiesen. Diese fragte warum ich das denn machen wolle ? Somit erklärte ich dass genau an diesem Tag meine vielleicht 3 Monate dauernde Sperrzeit verjährt wäre. „ So was hab ich ja noch nie gehört, Moment mal.“ Sie verließ für ca. 10min das Zimmer. Als sie wieder kam sagte sie mit einem lächelnden und jovialen Gesichtsausdruck. „ Stimmt ! Wir ändern das also ab auf den
            01.06.19 „( Ich wusste bis dahin noch nicht dass Samstage bei der Arge auch als Arbeitstage gellten ). So hab ich wohl mit diesem Zieltag die Sperrzeit aus dem Verfahren gekegelt,und die Dame freut sich was dazu gelernt zu haben….Toll!
            Gruß, Karl

          • @Karl: Das ist ja mal wieder so eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack! 😀

            Wenn auch erst in letzter Sekunde, so aber doch gut vorbereitet in das Gespräch gegangen, sich nicht abwimmeln lassen und den Mitarbeitern der Agentur die Regeln erklären. So ist es richtig! Super. Alles richtig gemacht.
            Und ich bin überzeugt, dass das Ergebnis dementsprechend positiv ausfällt.

            Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Privatier,
    zunächst ein großes Kompliment mit einem herzlichen Dankeschön für diesen herausragenden Blog! Wirklich sehr genial!
    Ich werde vermutlich zum 30.12.2019 mit Abfindung ausscheiden. Dabei wird es eine Sperrzeit von 3 Monaten mit anschließender Ruhezeit von ca. 7 Monaten geben. Mein AG bietet mir an bis zu 6 Monate noch weiter zu arbeiten, müsste aber zum 30.12. unterschreiben.
    Des Weiteren würde gerne mit meiner Freundin für 6 Monate auf Weltreise gehen. Sie kann jedoch erst Ende 2020 ihr Geschäft aufgeben.

    1.) Ich nehme an, dass die Sperrzeit und Ruhezeit ab 30.12.2019 beginnt und nicht im Sommer 2020 (nach den 6 Monaten Weiterarbeit)?
    2.) Steuerlich lohnt es sich für mich nicht in 2020 mit Abfindung 6 Monate zu arbeiten. Unglaublich, aber besser ist es sogar gar nicht zu arbeiten. Würden mir die 6 Monate Arbeit in 2020 andere Vorteile bieten? Außer dass der AG mir meine Sozialleistungen für 6 Monate weiter finanziert…
    3.) In bin PKV versichert und würde gerne wieder in die GKV wechseln. Soweit ich gelesen habe muss ich mich bis Ende der Ruhezeit selbst um meine KV kümmern,d.h. privat bleiben. Erst nach Start von ALG1 ist GKV möglich. Korrekt?
    4.) In wie fern wäre ein ein Dispojahr möglich, wenn ich mich dann quasi erst im Sommer 2021 arbeitslos und suchend melden würde? Müsste ich bis zu diesem Zeitpunkt alle Sozialversicherungen selbst tragen?
    5.) Wäre ich dann noch in der 2 jährigen Rahmenfrist und würde ab Sommer 2021 für 12 Monate ALG1 beziehen können?

    Besten Dank für die Kompetenz.
    Viele Grüße Tom

    • Ich versuche einmal ein paar Antworten:

      Zu 1: Nein. Sperrzeiten und Ruhezeiten beginnen immer mit dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Also, bei Verlängerung um 6 Monate dann erst im Sommer 2020.

      Zu 2: Ich würde die Steuer einmal konkret mit einem Steuerprogramm durchrechnen. Auch unter Berücksichtigung der Fünftelregel. Und ggfs. anderer Steueroptimierungen.

      Zu 3: Ja, richtig. Mit dem Bezug von ALG ist eine Pflichtversicherung verbunden.

      Zu 4: Die Voraussetzungen und Hinweise zum Dispojahr möchte ich hier nicht wiederholen. Dazu bitte einmal die vielfältigen Beiträge lesen. Aber es ist richtig: Im Dispojahr ist insbesondere die KV/PV vollständig selber zu zahlen. Andere Versicherungen (wie RV) sind freiwillig.
      Ein Vorteil einer 6-monatigen Verlängerung besteht darin, dass dann die verlängerte Rahmenfrist greift und ein Dispojahr entspannter angegangen werden kann (s. Beitrag).

      Zu 5: Bitte einmal die Beiträge zur Rahmenfrist etc. lesen. (ggfs. oben rechts suchen).

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Antworten.
        Ich darf im Folgenden nochmals auf 1.) zurück kommen.
        Wenn ich jetzt Ende Dez 2019 einen Aufhebungsvertrag unterzeiche und dann noch 6 Monate weiter beschäftigt bin, dann müsste doch die Kündigungsfrist (6 Monate) eingehalten sein, so dass dann doch gar keine Ruhezeit anfallen würde?!
        Dann müsste nur noch die Sperrzeit von 3 Monate von Juli-Sept. abgewartet werden und ab Oktober wäre theoretisch ALG1 möglich?
        Dann für 1 Tag arbeitslos melden und wieder abmelden und anschließend ein Dispojahr durchführen. Somit sollte nach diesem Dispojahr (ca. Mitte 2021) noch 12 Monate minus 3 Monate Sperrzeit = 9 Monate ALG1 möglich sein.
        Gedankenfehler?

        • Dispojahr meint „hier beim Privatier“, dass man sich nach dem letzten Arbeitstag nicht beim Amt arbeitslos meldet, sondern genau ein Jahr später. Damit vermeidet man Sperr- und Ruhezeiten, handelt sich aber ggfs andere Risiken und Nebenwirkungen ein.
          Das beschriebene „Sabbatjahr“ nach einem Tag ALG1 ist was ganz anderes, wäre aber wie geschildert möglich.

          Zur Kündigungsfrist: für die Ruhezeit gilt die Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber einzuhalten hätte. Wenn dies 6 Monate sind, dann wäre die Ruhezeit obsolet. Wenn es mehr als 6 Monate sind (GdB, Betriebsrat usw.), dann maximal 12 Monate oder nach Berechnungsmatrix https://der-privatier.com/kap-9-10-3-arbeitslosengeld-ruhezeit/

        • Ja, richtig: Wenn die Kündigungsfrist eingehalten wird, gibt es keine Ruhezeit.

          Ansonsten bitte einmal die Beiträge (inkl. Hinweise!) zum Dispojahr lesen! Die korrekte Vorgehensweise entspricht nicht dem in der Frage beschriebenen Vorhaben.

          Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier,

    Erstmal vielen Dank für die vielen Infos im Blog. Wirklich sehr gut.
    Ich werde mit Ablauf von 30.12.19 mein Unternehmen durch Aufhebungsvertrag verlassen. Ich plane von 31.12.19 bis 31.12.2020 mein Dispositionsjahr zu machen und danach zum 01.01.2021 mich arbeitslos melden. Oder muss ich mich doch zum 31.12.2020 arbeitslos melden, weil ich das Unternehmen mit Ablauf von 30.12.19 verlassen habe.

    Vielen Dank und Gruß

    Hai

    • Die Regel für die Arbeitslosmeldung lautet: „EXAKT ein Jahr nach Ende der Beschäftigung“.

      Also: Ist der letzte Arbeitstag der 30.12.19, so hat die Arbeitslosmeldung nach einem Dispojahr zum 31.12.20 zu erfolgen.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich meine mich zu Erinnern, dass hier ein Kommentator mal eine kleine Hintertüre beschrieben hat.
        Er hat dem Arbeitsamt seine Pläne dargelegt und ihm wurde mitgeteilt, dass er sich nicht exakt ein Jahr nach Arbeitsende melden müsse, sondern dass es da eine kleine Anzahl „Karenztage“ geben kann. Die Begründung war dass das Amt bei irgendeiner Frist nicht mit einem glatten Jahr, sondern mit Monaten a 30 Tage rechnet (oder so ähnlich) und daher das Dispojahr ggfs. auch ein Jahr und 2 Tage dauern kann.

        Worauf will ich hinaus: falls Hai Tran Anfang Januar 2021 eine Altersgrenze überschreiten würde(längerer ALG1-Bezug), dann lohnt es sich eine Beratung beim Arbeitsamt einzufordern und um die Bekanntgabe des letztmöglichen Termins für eine Arbeitslosmeldung zu bitten.
        Ansonsten sehe ich keine Notwendigkeit das exakte Jahr zu überschreiten. Im Gegenteil, meldet Hai Tran sich zum 31.12.20 arbeitslos, würde die Rentenversicherung den Dezember 2020 als Anrechnungszeit werten.

        • Danke Euch für die schnellen Antworten. Ja, ich werde mich mit der Leistungsabteilung in Verbindung setze und beraten lassen.
          Ihr seid super! Danke 🙂
          VG
          Hai

        • eSchorsch hat übrigens eine gute Erinnerung! Es ist richtig, dass einige Agenturen bei der Berechnung der Zeiträume unterschiedlich rechnen: Einmal das Jahr mit 365 Tagen und einmal 12 Monate zu je 30 Tagen = 360 Tagen. Daraus kann sich ein Puffer von bis zu 5 Tagen ergeben.
          Ich würde mich darauf aber KEINESFALLS verlassen und nur in dem extrem seltenen Fall, dass man ausgerechnet innerhalb dieses Puffers eine Altersgrenze überschreitet, macht es Sinn, darüber nachzudenken.

          Gruß, Der Privatier

        • Die 360 Tagefrist folgt aus dem § 339 SGB III Berechnung von Zeiten: „… Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit sowie der Vorschriften über die Dauer eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld nach dem Ersten Abschnitt des Vierten Kapitels dieses Buches entspricht ein Monat 30 Kalendertagen.“

          Entsprechend steht in den Fachlichen Weisungen Arbeitslosengeld zum SGB III § 142 Anwartschaftszeit der AA gültig ab 01.01.2020 unter 142.1: „(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.“ Am Ende noch einmal explizit: „Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist die (Regel-)Anwartschaftszeit erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung Versicherungszeiten mit einer Dauer von 360 Tagen liegen.“

          • @Frei—2020: vielen Dank. Jetzt ist mir einiges klarer geworden. Ein schönes Wochenende wünsche ich euch allen.
            VG
            Hai

          • Danke auch von mir an @Frei_2020 für das Zusammenstellen der gesetzlichen Grundlagen.

            Gruß, Der Privatier

  7. Hallo liebe Privatier-Community,
    ich habe (fast) alle Themenbereiche hier gelesen und bin, auf Grund meiner Kommunikation mit der Agentur, trotzdem verwirrt. Und sorry, wenn ich jetzt was frage, was in den Kommentaren bereits beantwortet wurde.

    Mein Fall:
    Ich bin über 58 und habe Ende März ein AHV zum 30.9.2020 unterschrieben. Derzeit bin ich freigestellt. Mein AG hat uns ein Beratungsunternehmen zur Seite gestellt und die mir (und einem Kollegen) ein „Dispojahr“ empfohlen haben.
    Ich würde also vom 1.10.2020 bis zum 30.9.2021 „disponieren, mich dann AL melden und 24 Monate ALG in Anspruch nehmen, um dann 2024 in Rente zu gehen.

    Vor zwei Wochen habe ich bei der Agentur angerufen und meinen Plan geschildert. Die Dame an Telefon erklärte, sie könne mich nur arbeitslos UND arbeitssuchend melden. Nach Diskussion, dass ich ja „keine Arbeit“ (zum 1.10.2020) suche, hat sie mir dann ein Gespräch mit jemandem aus der „Fachabteilung“ empfohlen und vermittelt.

    Diese Dame hatte offensichtlich ein anderes Verständnis vom Dispojahr, als ich bzw. wie hier auf der Seite beschrieben.
    Sie meinte ich müsse mich „arbeitslos und -suchend“ melden, denn erst dann könnte ich „disponieren“ und hat auch mehrfach darauf hingewiesen, dass ich ja jederzeit und mehrfach mein „Stammrecht“ ruhen lassen kann.
    Später wies sie mich darauf hin, dass ich mich KEINESFALLS zum 1.10.2021, SONDERN zum 2.10.2021 arbeitslos melden dürfe Hier der Text aus der Mail:

    „Natürlich können Sie sich auch erst zum 01.10.2021 arbeitslos melden. Die Folge daraus wäre dann eine Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe mit Minderung der Anspruchsdauer um ein Viertel und eine Sperrzeit wegen verspäteter Arbeitsuchendmeldung mit einer Minderung von 1 Woche. Folglich sind dann bei einer möglichen weiteren Sperrzeit, die beiden Sperrzeiten mit einem Umfang von 13 Wochen zu berücksichtigen. Sobald Sie Anlass zum Eintritt von Sperrzeiten von 21 Wochen gegeben haben, erlischt Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    Wenn Sie sich erst zum 02.10.2021 arbeitslos melden, so bleiben die Sperrzeit/en für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen.“

    Sie erklärte mir, diese Frist errechnet sich aus „einem Jahr UND einem Tag nach Eintritt des Ereignisses“ (also dem Verlust meines Jobs!

    Ist diese Berechnung korrekt?

    Da ich mich bis Dienstag, den 30.6.2020 melden oder nicht melden muss, drängt natürlich die Zeit.
    Eigentlich war ich jetzt sicher, dass ich mich, wie oben geschildert, erst zum „2.10.2021“ arbeitslos und -suchend melde. Auch weil beim Kollegen die Agentur die hier auf Privater geschilderte Vorgehensweise bestätigt hat und er sich im Oktober nächsten Jahres melden soll. Allerdings bin ich etwas „nervös“, ob ich mich nicht doch besser jetzt bei der Agtnru melde, nicht dass ich dann nächstes Jahr die böse Überraschung erlebe.

    Meine Fragen:
    1. Da meine Agentur offensichtlich auf eine AL-Meldung beharrt und dies auch mit der einen Woche Sperrfrist belegen wird (was sicher keine große Rolle spielt), ich zur Disposition auch eine Erklärung, dass ich ausführlich beraten wurde, unterschreiben soll, wann melde ich mich jetzt AL? Bis 30.6.2020 (also übermorgen), mit persönlicher Meldung am 1.10.2020? Oder eben, wie eigentlich geplant, am 1.10.2021 bzw. besser am 2.10.2021?

    Ich habe der Dame Ende letzter Woche nochmal eine Zusammenfassung meines Plans geschickt und sie um „Bestätigung“ gebeten. Hier die Antwort:

    „KEINE Meldung bei der Agentur vor dem 30.6.2020 bzw. zum 30.9.2020 (da zu diesem Zeitpunkt auch kein Bezug von Leistungen gewünscht) und folglich eine persönliche Arbeitslosmeldung zum 2.10.2021 (denn bei Meldung zum 1.10.2021 würden Sperrzeiten zu Minderungen führen?)
    > Keine Rechtsfolgen der Sperrfristen mehr.
    > Voller Bezug von 720 Tagen Arbeitslosengeld ab 2.10.2021

    Das ist insoweit richtig.“

    Allerdings mach mich das „insoweit richtig“ etwas nervös! Normalerweise erwarte ich nach insoweit ein ABER….
    Ich möchte natürlich nicht am 2.10.2021 bei der Agentur stehen und die sagen „Ätschibätsch“, jetzt gibt’s garkein ALG….

    Hat jemand ähnliche Diskussionen mit der Agentur gehabt und kann mir raten, ob ich mich bis übermorgen melden sollte odermich nicht melde und es nächstes Jahr drauf ankommen lasse?

    2. Sie erwähnt den völligen Verfall des Anspruchs auf ALG, wenn man „Anlass zum Eintritt von Sperrzeiten von 21 Wochen gegeben“ hat. Derzeit komme ich auf 13 Wochen Sperrzeit, inkl. der 1 Woche, da ich mich nicht zum 30.6.2020 gemeldet habe. Drohen noch irgendwelche anderen Sperrzeiten, die mich über die 21 Wochen Grenze bringen könnten?

    Herzlichen Dank liebe Community und sorry, wenn es etwas länger wurde. Ich bin ziemlich verunsichert und möchte keinen Fehler machen, der das Kartenhaus nächstes Jahr zum Einsturz bringt!

    Viele Grüße
    Gad

    • Tja, es gibt doch immer wieder neue Varianten an Ideen, die kreative Agentur-Mitarbeiter so ans Licht fördern. 😉

      1. Zur Frage, ob eine Sperre wg. verspäteter Meldung im Zusammenhang mit einem Dispojahr gerechtfertigt ist, habe ich ja oben im Beitrag ausführlich Stellung genommen.

      2. Die Mitarbeiter haben offenbar eine andere Vorstellung von einem Dispojahr. Diese ist nicht unbedingt verkehrt. Ich würde es aber dennoch so machen, wie hier im Blog beschrieben: Keine Meldung zu Beginn des Dispojahres, sondern nur am Ende.

      3. Die Variante mit dem zusätzlichen einen Tag ist neu und zudem nicht nachvollziehbar. Ich halte den 1.10.21 weiterhin für den richtigen Zeitpunkt für den Beginn der Arbeitslosigkeit. Wenn Du aber eine schriftliche Bestätigung für „keine Rechtsfolgen“ und „vollen Bezug von 720 Tagen“ hast, würde ich der Agentur wahrscheinlich folgen und den 2.10.21 wählen. Ich würde mir das dann allerdings im Rahmen der Meldung (ca. Sep.21) noch einmal bestätigen lassen.

      4. Die Aussagen zu den Sperrzeiten und Verfall des ALG bei 21 Wochen sind korrekt. Sanktionen drohen immer dann, wenn man versicherungswidriges Verhalten an den Tag legt. Die Palette ist lang, meist sind es aber nur kurze Sperren. Details finden sich im §159 SGB III.

      Gruß, Der Privatier

    • Hat jemand ähnliche Diskussionen mit der Agentur gehabt und kann mir raten, ob ich mich bis übermorgen melden sollte odermich nicht melde und es nächstes Jahr drauf ankommen lasse?

      Ja, mich wollte man dazu drängen mich an- und wieder abzumelden und vorher arbeitssuchend zu melden. Erst nachdem ich das Dispojahr erwähnt hatte sagte man mir das ginge auch. Neben den GKV Sachbearbeitern habe ich offen gestanden auch bei den AfA Sachbearbeitern den Eindruck, dass deren präsentes Wissen auf Standardfälle beschränkt ist und jeder auf arbeitssuchemeldung und arbitslosmeldung drängt, und zwar unmittelbar nach Firmenaustritt.

      Warum das oben der 2.10. sein soll ist mir schleierhaft, zumal das ein Samstag ist.
      Mit Ablauf des 30.9.2021 ist das Jahr vorbei.

    • Das oben mit arbeitslos UND arbeitssuchen ist übrigens auch Unsinn, denn im Gesetz steht ja dass man sich vor der Arbeitslosigkeit arbeitssuchend melden soll. Das ist wieder ein gutes Beispiel für die Telefonate mit der AfA. Wenn man glück hat erwischt man jemanden der sich auskennt …

  8. Deswegen habe ich das „Dispositionsrecht“ sofort in meinem ersten Satz erwähnt!
    Hier, zur Info, der vollständige Text des „Infoblatts“ zur „Disposition wegen dem Eintritt einer Sperrzeit“

    „Bezogen auf Ihren möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld ab dem 01.10.2020 hätte dies zur Folge, dass die Anspruchsdauer um 180 Tage gemindert wird.
    Weiter würde Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld erlöschen, wenn Sie Anlass zum Eintritt von Sperr- zeiten mit einer Gesamtdauer von 21 Wochen geben. Dabei werden auch Sperrzeiten mit Eintritt in- nerhalb eines Jahres vor dem Anspruchsbeginn (01.10.2019) berücksichtigt.
    Sie haben nun die Möglichkeit, den Beginn Ihres Anspruches auf Arbeitslosengeld unwiderrufbar vom 01.10.2020 auf den 02.10.2021 zu legen (Dispositionsrecht).
    Damit wäre die Sperrzeit vom 01.10.2020 bis 23.12.2020 für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen (ge- nannte Anspruchsdauerminderung sowie Hinzurechnung Erlöschen).
    Allerdings kann dann erst ab dem 02.10.2021 Arbeitslosengeld gezahlt werden und auch der Versi- cherungsschutz in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung beginnt erst ab diesem Tag.
    Für den Fall einer Disposition zum 02.10.2021, bitte ich Sie, diese Erklärung anhand dem beigefügten Vordruck einzureichen.
    Sollte bis zur Entscheidung über Ihren Antrag auf Arbeitslosengeld keine Antwort von Ihnen einge- gangen sein, erfolgt die weitere Entscheidung nach Aktenlage.“

    Gruß
    Gad

    • Hi Gad!
      Froh, wer etwas Schriftliches hat und ich wuerde dem folgen. Alleine schon für die Seelenruhe bis man dann wirklich ALG1 beantragt.
      Und sollte AfA dann daraus einen Strick drehen, weil in den letzten fünf Jahren keine 48 Monate eingezahlt wurden (für die 24 Monate ab Alter 58) kann man mit dem Schriftstück den Beratungsfehler einklagen. Hat aber auf jeden Fall 18 Monate sicher (da in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate erreicht sind).
      Da ich nur mit kalkulierten Risiken gut schlafe, würde ich sogar 18 statt 24 Monate ALG1 Bezug in meinen Plänen haben. Und mich später über weitere, ggf. eingeklagte, sechs weitere Monate ALG1 freuen 😉
      MbG
      Joerg
      (mit 53 raus)

    • Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, würde ich aufgrund der schriftlichen Aussage der Agentur den dort vorgeschlagenen Weg dann auch einhalten (Meldung zum 2.10.21). Falls dies dann wider Erwarten doch Probleme geben sollte, könnte man eine Klage wegen Falschberatung in Erwägung ziehen.

      Ebenfalls bereits erwähnt habe ich die Tatsache, dass dies der erste Fall ist, in dem ein zusätzlicher Tag gefordert wird, damit die Sperrzeiten keine Auswirkungen mehr haben. Das kann auf eine Fehl-Interpretation hin deuten, dass kann aber auch ein erstes Anzeichen sein, dass die Agenturen eine geänderte Sichtweise an den Tag legen. Das gilt es sehr genau zu beachten!!
      Es wäre daher umso mehr zu empfehlen, ein geplantes Dispojahr VORHER mit der zuständigen Agentur detailliert abzusprechen.

      Gruß, Der Privatier

      • 365Tage + 1 Tag?

        Eventuell hat ein SB der AfA mit „Adleraugen“ die FA zum §159 SGB III (Ruhe und Sperrzeit) Punkt 159.1.1.1 Punkt „Arbeitsaufgabe“ gelesen und so auslegen:

        Ich zitiere einmal:

        Punkt 159.1.1.1 „Arbeitsaufgabe“ mit dem Unterpunkt 5

        (5) Der Lösungssachverhalt muss kausal für den Eintritt der Beschäftigungslosigkeit gewesen sein.
        Kausalität liegt z. B. vor, wenn
        – eine unbefristete zugunsten einer befristeten Beschäftigung aufgegeben
        wurde und nach der Aufgabe Arbeitslosigkeit eintritt, es sei denn, seit dem
        Ende des ersten Beschäftigungsverhältnisses ist mehr als ein Jahr vergangen.

        Diese Möglichkeit könnte auf dem Wort „mehr“ liegen …
        Eventuell sagt sich die/der SB, nun ja ein Jahr hat 365Tage und „mehr“ als ein Jahr, da gibt es +1Tag dazu!

        Gruß
        Lars

  9. Hier noch der komplette Text der Antwort von der Agentur auf meine ersten Rückfragen.
    Vielleicht wird Euch Spezialisten hieraus der Ansatz meiner Agentur klarer:
    „Gem. § 137 Abs. 2 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB lll) können Arbeitslose bis zum Zugang des Bewilligungsbescheides auch mehrfach bestimmen, dass das Stammrecht später entstehen soll, oder die Erklärung widerrufen.

    Hieraus ergibt sich bereits die Tatsache, dass Sie für eine Disposition arbeitslos sein müssen.
    Gem. § 141 Abs. 1 SGB lll hat der Arbeitslose sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Eine Meldung ist auch zulässig, wenn die Arbeitslosigkeit noch nicht eingetreten, der Eintritt der Arbeitslosigkeit aber innerhalb der nächsten drei Monate zu erwarten ist.
    Die Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosmeldung gehören zu den Grundvoraussetzungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld (§137 Abs. 1 SGB lll). Wenn die Voraussetzungen nach § 137 Abs. 1 SGB lll nicht erfüllt werden, so entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und in Folge dessen kann auch nicht disponiert werden.

    Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens 3 Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden (§ 38 SGB lll). Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunkts und der Beendigung des Aus-bildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden.
    Der Gesetzgeber verfolgt mit § 38 Abs. SGB III das Ziel, Arbeitslosigkeit und die Inanspruchnahme von Entgeltersatzleistungen zu vermeiden bzw. die Dauer von Arbeitslosigkeit zu verkürzen. Um das Ziel von § 38 Abs. 1 und 2 SGB III zu erreichen, sind alle Prozesse darauf auszurichten, einen schnellstmöglichen Zugang zur Vermittlungsfachkraft sicherzustellen.

    Das bedeutet, dass die Meldepflicht nach § 38 SGB lll unabhängig von einer geplanten Disposition zu erfolgen hat.

    Wenn Sie nicht beabsichtigen, ab dem 01.10.2020 aktiv nach einer neuen Beschäftigung zu suchen, so sind Sie nicht arbeitslos im Sinne des § 138 SGB lll und haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, welchen Sie disponieren können.

    Zur Dispositin von 1 Jahr und 1 Tag:

    Hat der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt unter anderem vor, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis gelöst hat und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat (Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe) (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB lll).
    Die Sperrzeit beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis (§ 159/1 Abs. 2 SGB lll), an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.
    Ihr Beschäftigungsverhältnis endet zum 30.09.2020. Tag des Ereignisses, das die Sperrzeit begründet ist folglich der 30.09.2020 und die Sperrzeit beginnt am 01.10.2020.

    Der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt zum einen mit der Entstehung eines neuen Anspruchs, aber auch, wenn die oder der Arbeitslose Anlass für den Eintritt von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen gegeben hat, über den Eintritt der Sperrzeiten schriftliche Bescheide erhalten hat und auf die Rechtsfolgen des Eintritts von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen hingewiesen worden ist; dabei werden auch Sperrzeiten berücksichtigt, die in einem Zeitraum von zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruchs eingetreten sind und nicht bereits zum Erlöschen eines Anspruchs geführt haben.

    Ihr Anspruch würde bei Disposition von 1 Jahr zum 01.10.2021 entstehen. Die 12-Monats-Frist würde sich somit vom 01.10.2020 bis 30.09.2021 bilden. Die Sperrzeit tritt zum 01.10.2020 ein und liegt damit in der 12-Monats-Frist und die Rechtsfolge des Erlöschens kann durch die Disposition nicht vermieden werden.
    Wenn Sie allerdings zum 02.10.2021 disponieren, so bildet sich die 12-Monats-Frist vom 02.10.2020 bis 01.10.2021 und der Eintritt der Sperrzeit zum 01.10.2020 liegt vor der Frist und ist somit bei einem Eintritt einer weiteren Sperrzeit nicht der 21-Wochen-Summe zuzurechnen und wirkt nicht zum Erlöschen des Anspruchs bei.

    Damit wäre die Sperrzeit vom 01.10.2020 bis 23.12.2020 für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen (genannte Anspruchsdauerminderung sowie Hinzurechnung Erlöschen).
    Allerdings kann dann erst ab dem 02.10.2021 Arbeitslosengeld gezahlt werden und auch der Versicherungsschutz in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung beginnt erst ab diesem Tag. Das bedeutet, dass Sie sich für den Zeitraum vom 01.10.2020 bis 01.10.2021 selbst in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung versichern müssen. Hierzu nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer zuständigen Kranken- und Rentenversicherung auf.“

    • Danke!
      Ist m.E. sauber und ausführlich argumentiert, sehe da wenig Spielraum wenns Amt das so haben will.
      Der Absatz zum §38 scheint stark an eine Publikation des BMAS aus Januar 2020 angelehnt zu sein. Wird interessant werden, ob das allgemein eine Verschärfung der AS-Meldung während des Dispojahres nach sich zieht. 12/2018 war das bei „meinem“ Amt (Gießen) noch nicht so.
      Ähnliche Sache mit 1 Jahr + 1 Tag.

      Wenn das allgemeine Praxis wird, muß man Interessenten raten, sich spätestens 3 Monate vor Beschäftigungsende formlos beim Amt zu melden, die eigene Absicht zu schildern und um Rücksprache bitten, ob das aus Amtssicht ok ist.

      Magst Du uns noch offenbaren aus welchem AA-Bezirk das kommt?

      • Welche Publikation meinst du eSchorsch ?

        Die Argumentation oben ist m.E. nicht schlüssig.

        Wer nicht Arbeit sucht sei nicht arbeits los. Ok, was spricht dagegen sich während des Dispojahres arbeitssuchend zu melden und gleichzeitig arbeitslos ?

        • https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a186-a-z-der-arbeitsfoerderung-neuauflage.html
          Seite 74 des .pdf

          Wer ALG1 erhalten möchte, muß vorher einen Anspruch erworben haben. Das geht nur durch Arbeit in einem Beschäftigungsverhältnis. Endet die Beschäftigung, entsteht die Pflicht sich zu „Melden“ um diesen Anspruch zu erhalten. So die AGB der Versicherung, §38 SGB3.
          Tut man das nicht, sondern macht erst ein Jahr einen auf Sabbat, verletzt man diese Pflicht und wird sanktioniert. Der pfiffige Einwand „während des Dispojahres bin ich nicht beschäftigt, mich trifft also die Meldepflicht gar nicht“ greift nicht, die Meldepflicht greift schon während der Zeit wo das Beschäftigungsverhältnis noch besteht.
          Ist nicht meine Argumentantion, sondern was Gads Amt schrieb. Und was das BMAS als oberste Exekutivinstanz wohl haben möchte. Der Absatz betreffend §38 ist quasi 1:1 aus dem .pdf des BMAS abgeschrieben.

          Das .pdf heißt Neuauflage, ich weiß nicht was in früheren Versionen stand und ob das schon die ganze Zeit so gar. Es kann auch sein, daß ein eifriger Sachbearbeiter tief geschürft hat um den ihm nebulös erscheinenden Begriff Dispojahr mit Leben zu füllen und es in allen anderen Bezirken weiterhin so gehandhabt wird wie bisher. Ich weiß es nicht, sondern kann nur vermuten.
          Da ich nichts ausschließen kann, werde ich zukünftig raten, das Dispojahr vorher mit der Agentur durchzusprechen bzw. der Agentur zumindest termingerecht mitzuteilen.

          Die Sache mit dem „auf jeden Fall melden“ ist nicht meine Argumentation und sie muß mir nicht gefallen. Ich weiß aber nicht wie ich das argumentativ zerlegen kann, freue mich aber wenn das jemand anders macht. Ich kann dazu gerne den advocatus diaboli abgeben, aber ich bin nicht relevant, sondern allenfalls Sparingspartner. Überzeugen muß man die zuständige Agentur.

          • Die Argumentation gegen eine Meldepflicht findest Du ja oben im Beitrag.
            Der §38 SGB III richtet sich ausschließlich an „Arbeitsuchende“. Wer keine Arbeit sucht, hat keine Verpflichtung sich zu melden. Bitte im Detail oben noch einmal nachlesen.

            Gruß, Der Privatier

          • Seite 73 unten:

            Das Recht der Arbeitsförderung sieht bei Verletzung der Pflicht
            zur frühzeitigen Arbeitsuche einen Schadensausgleich der
            Versichertengemeinschaft vor. Dazu hat der Gesetzgeber
            geregelt, dass bei verspäteter Meldung, unbegründeter Nichtbeachtung von Einladungen oder der Ablehnung von Stellenangeboten eine Sperrzeit eintritt (siehe Arbeitslosengeld).

            Das ist nichts anderes, als die altbekannte 1 wöchige Sperre, die § 159 (1) Nr. 7 iVm (6) vorsieht.

      • Diese Aussagen stammen von der Agentur in Nürnberg!
        Mein Kollege, der von der Agentur in München telefonisch (!!) die Aussage bekam, dass alles OK sei und er sich im Oktober 2021 melden soll, bekommt, außer ein paar Gesetzestexten, NICHTS schriftlich!!

        • Die Fristberechnung erfolgt übbrigens gemäss BGB, das SGB verweist hier auf das BGB. Danach ist das der 1.10 und nicht der 2.10.

        • Wenn man es positiv sehen will: Du hast schriftlich von deiner Agentur, dass dein „Dispojahr +1 Tag“ klappt.
          Mal angenommen, der aufstrebende Leiter der Nürnberger Leistungsabteilung bringt jetzt (mit Unterstützung BMAS) alle seine Leistungsabteilungsleiterkollegen im Land auf seine Linie, dann steht dein Münchner Kollege möglicherweise nächstes Jahr vor leicht geänderten Randbedingungen.
          Als gravierend betrachte ich die Sache mit 1 Jahr und 1 Tag.
          Die eine Woche Sperre bezüglich des Meldeverstoßes ist hingegen ärgerlich, aber verschmerzbar.

    • Danke an Gad für den kompletten Text. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Erläuterungen zu zwei Fragestellungen: Dispositionsrecht und Erlöschen des Anspruches.

      Zum Dispositionsrecht:
      Die Darstellung der Agentur halte ich zwar korrekt, sie zeigt aber, dass die Agentur den Begriff „Dispositionsrecht“ in anderer Weise verwendet, als es hier im Blog beim Thema „Dispojahr“ der Fall ist. Das sind zwei unterschiedliche Vorgehensweisen, die zwar beide korrekt sind, aber nicht miteinander vermischt werden sollten.
      Ich möchte das gar nicht weiter ausführen, um hier nicht noch mehr Verwirrrung zu stiften. Was ich daraus folgern würde, wäre aber der nochmalige dringende Hinweis, ein geplantes Vorgehen im Vorfeld mit der Agentur im Detail zu besprechen. Und sich bitte nicht darauf zu verlassen, dass das Gegenüber unter dem Begriff „Dispojahr“ dieselbe Vorstellung hat, wie man selber!

      Zur Sperrzeit und Erlöschen des Anspruches:
      Die Ausführungen zu Sperrzeiten sind meiner Meinung nach in erster Linie im Zusammenhang mit dem möglichen Erlöschen des Anspruches nach 21 Wochen Sperrzeiten zu sehen. Das mag alles soweit richtig sein, ich halte diese Überlegungen aber für einen Nebenschauplatz und daher nicht weiter zu bedenken. Es mag 12 Wochen auf einem Sperrzeitkonto geben, oder auch nicht. Ich halte das für nicht relevant. Niemand muss sich so benehmen, dass er die restlichen 9 Wochen auch noch riskiert.

      Gruß, Der Privatier

      • Der letzte Absatz aus Nürnberg liest sich so (siehe auch Gads Beitrag vom 28.06 20:25), dass die Anspruchsverkürzung nur mit Meldung zum 2.10.2021 vermieden wird.
        Ich fürchte schon, dass dies ein Mienenfeld werden kann, wenn jemand genau 1 Jahr Dispojahr macht und dann an ein Amt „Nürnberger Art“ kommt. Dann liegt das Kind im Brunnen und die Anspruchsverkürzung steht im Bescheid.

      • Ich denke auch die Verwirrung kommt durch „unseren“ Begriff „Dispositionsjahr“ zustande.

        Beim ALG1-Bezug gibt es das sog. Dispositionsrecht von dem man bis zum Zugang des Bewilligungsbescheids Gebrauch machen kann. Dann ist natürlich die Arbeitslosmeldung erforderlich.

        Unser Dispositionsjahr hier macht davon aber keinen Gebrauch und erfordert auch keine Arbeitssuche- oder Arbeitslosmeldung. Wir melden uns einfach später und passen auf, dass dies innerhalb der Rahmenfrist von 24/30 Monaten erfolgt.

        Herr Privatier, berichtigen Sie mich, falls ich falsch liege.

        • Genau richtig. Das sind die unterschiedlichen Hintergründe und Deutungen des Begriffes „Disposition“. Und auch die Unterschiede sind richtig erkannt und dargestellt.

          Gruß, Der Privatier

          • Moin,
            -vielleicht unke ich ja nur wieder mal rum…
            ABER in der Konsequenz heißt das doch, wenn nach den Wuenschen der Agentur „disponiert“ wird:

            -bleibt man während der Dispositionszeit sowohl arbeitslos als auch arbeitsuchend gemeldet,

            -unterliegt somit auch allen Verpflichtungen bzgl.“Mitwirkung“ u.EGV,

            -hat bis zur Entstehung des Anspruches trotzdem 13 Wochen auf dem Sperrzeitkonto und

            -bekommt keine Leistungen.

            Das alles für den Vorteil,

            -dass Sperrzeiten, die nach Anspruchsbeginn eintreten, nicht zur „ursprünglichen“ Sperrzeit „hinzugerechnet“ werden können.

            Ein hier i.d.R. beabsichtigtes, entspanntes Dispojahr stelle ich mir irgendwie anders vor.
            Trotz der gegenteiligen schriftl. Versicherung der Agentur sehe ich durch den „zusätzlichen“ Dispositionstag, zumindest für 58er, Konfliktpotential im Hinblick auf die max. Anspruchsdauer.
            Sollte man innerhalb der disponieren Zeit auf den Gedanken kommen, sich vielleicht doch wieder komplett abzumelden, duerfte auch die hier vereinbarte Disposition hinfällig werden?

            Man stuende dann genauso da, wie ohne vorherige Vereinbarung mit der Agentur.
            Wollte dann irgendjemand sein Dispojahr um einen Tag verlängern, um der“Hinzurechnung“ zu entgehen, dafür aber u.U. seine max. Anspruchsdauer auf die naechstniedrigere Stufe zu reduzieren?

            Das wird bestimmt noch lustig, aber was weiss ich schon …

            Gruesse
            ratatosk

          • Wie ratatosk aber schon sagte, es gibt dabei Konfliktpotential für die dann mindestens 58-jährigen (wie mich z.B.).
            Bei einer Arbeitslosmeldung nach einem Jahr und einem Tag erreicht man doch die Beschäftigung von 48 Monaten in den letzten fünf Jahren nicht; es fehlt genau der eine Tag.
            Ich werde mich jedenfalls rechtzeitig (Anfang Juni 2021) bei meiner Agentur melden, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
            Bert.

          • Ich rate zwar weiterhin zur exakten (tag-genauen) Einhaltung des Dispojahres bei über 58-jährigen, es gibt aber auch „mildernde Umstände“: 😉

            1. Wenn eine schriftliche Bestätigung einer Agentur ein abweichendes Datum (z.B. +1 Tag) empfiehlt, würde ich mich daran halten.

            2. Das Konfliktpotential für über 58-jährige, die die 48 Monate Beschäftigung nachweisen müssen, halte ich für weniger dramatisch, denn: Es sind 48 Monate, nicht 4 Jahre! Es müssen „nur“ 48 Monate in fünf Jahren nachgewiesen werden. Da sollte der eine Tag keine Rolle spielen.

            Gruß, Der Privatier

  10. n’Abend

    Dispojahr nach Art der Agentur…

    Zur Info:

    https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/sauer-sgbiii-137-anspruchsvoraussetzungen-bei-arbeit-22-entscheidung-des-arbeitslosen-nach-abs2_idesk_PI42323_HI525867.html

    -insbesondere Rz.7a mit Beispiel.

    Also, wenn ich das richtig verstehe, kann man nach einer AL-Meldung zwar versuchen, ueber einen längeren Zeitraum als 3 Monate zu disponieren, nur wird damit die AL-Meldung wieder wirkungslos und es entsteht vorerst ueberhaupt kein Anspruch.

    Nochmal zu dem „Zusatztag“:

    Es gibt da m.M.n kein junktim zwischen

    -der Vermeidung der Anspruchs verkürzung („länger als 1 Jahr nach dem Ereignis, dass die Sperrzeit begruendet)

    und

    -der Vermeidung der Hinzurechnung von Sperrzeiten, die „innerhalb von 12 Monaten vor Entstehung des Anspruchs EINGETRETEN sind“.

    Weil:

    1.) Das „Ereignis“ ist die Aufgabe des Arbeitsverhältnisses, also der letzte Tag an dem dieses NOCH besteht.
    Der darauf folgende Tag ist also der erste Tag der Arbeitslosigkeit.
    Meldet man sich genau zu diesem Tag 1Jahr spaeter arbeitslos, ist das Ereignis eben „aelter“ als 1 Jahr.

    2.) Die Sperrzeit „tritt ein“ am 1. Tag, an dem alle Tatbestandsmerkmale der Arbeitslosigkeit erfüllt sind, d.h. im Falle einer Freistellung schon mit dem ersten Tag der Beschaeftigungslosigkeit, obwohl ja noch ein Arbeitsverhältnis weiterbesteht (und das „Ereignis“ ja noch garnicht eingetreten ist).

    Es geht also OHNE Freistellung sehr wohl das Eine ohne das Andere.
    Bei auch nur 1 Tag Freistellung am letzten Tag des Arbeitsverhaeltnisses faellt das „Ereignis, welches die Sperrzeit begründet“ mit dem „Eintritt der Sperrzeit“ zusammen und man erreicht „Beides“ ohne den „Zusatztag“.

    Aber wenn man eine andere Prozedur von der Agentur SCHRIFTLICH bestätigt/angewiesen bekommt….

    Gruesse
    ratatosk

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