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Kap. 9.3.2.5: Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitssuchendmeldung — 100 Kommentare

  1. Wenn ich mich nun an den Standardweg halte und 3 Monate vor dem Ausscheiden eine Arbeitssuchend-Meldung abgebe, dann mag das vlt. keinen Sinn machen, wenn ich ein Dispo. Jahr plane, aber ein Nachteil kann mir doch nicht daraus entstehen, oder?

    Entstehen aus der Arbeitssuchend-Meldung Pflichten/Aktivitäten von mir und der Agentur, die lästig und unnütz sind, da ein Dispo. Jahr ansteht?

    Ich werde auf jeden Fall, den von Ihnen empfohlenen Weg wählen und im Vorfeld meines Ausscheidenes einen Gesprächstermin bei der Agenur suchen.

    VG aus der Quadratestadt
    Akim

    • Hallo Akim,
      ich habe eine Bitte an dich: Wenn du das Gespräch bei der Agentur hattest, dann schreib mal kurz, wie es war.
      Vielen Dank, BigMac

    • Nachteile entstehen durch die Arbeitsuchend-Meldung nicht. Zumindest nicht in finanzieller Hinsicht.
      Aber mit einer solchen Meldung setzt man eben auch die Vermittlungsbemühungen der Agentur in Gang, als da sind: Termine/Gespräche bei der Agentur, Vorschläge für Bewerbungen, ggfs. Qualifizierungsmassnahmen, etc.. Dies ist allerdings immer nur sehr eingeschränkt möglich, da der Betreffende ja in der Regel noch beschäftigt ist und daher nicht jederzeit verfügbar ist.

      Ich würde in dem geplanten Beratungs-Gespräch das Thema Dispojahr ansprechen. Ein kompetenter Berater wird danach eine Arbeitsuchendmeldung für unnötig erklären. Ob man allerdings im ersten Versuch auf einen solchen trifft, ist nicht unbedingt gesagt.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Mein Dispojahr geht langsam zu Ende und deswegen hatte ich heute ein Telefonat mit dem AA:

        Es ist definitiv so, dass ich keine ArbeitssuchendMeldung abgeben muss! Zumindest in Berlin:-)
        Heidi

        • Danke für die Info. Und für die Bestätigung, dass zum Ende des Jahres keine Arbeitsuchend-Meldung gefordert wird. So soll es sein!

          Gruß, Der Privatier

  2. Eine Arbeitsuchendmeldung ist problemlos online möglich und hatte keinerlei Kontakt der Agentur zur Folge. Dem Sachbearbeiter, mit dem ich dann das Dispojahr besprach, war es aber wichtig gewesen, mind 3 Monate suchend gewesen zu sein.
    Noch ein Hinweis zum Artikel auf dieser Seite: falls man gekündigt wurde, muß der Termin der Arbeitslosmeldung nicht exakt ein Jahr nach Dispojahr sein. Er kann auch davor liegen. (für den Fall, das nicht alle Artikel zum Dispojahr gelesen wurden) LG Feli

    • Danke für den Hinweis, dass es nicht immer ein (vollständiges) Dispojahr sein muss. Das hängt eben immer von den Motiven ab, bzw. von dem Effekt, den man damit erreichen will. Zu den wichtigsten Motiven habe ich im Beitrag: „Dispojahr: Vor- und Nachteile“ einige Erläuterungen gegeben.

      Und wer (aus welchem Grund auch immer) keine Sperre und/oder keine Ruhezeit zu befürchten hat, muss natürlich auch kein Dispojahr machen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit dem Arbeitsamt und wenn man rechtzeitig der Agentur signalisiert was man vor hat, dann wird das meist auch positiv aufgenommen.

    • Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein freundlich/sachliches Auftreten wird in der Regel auch so erwidert. Mehr zum Umgang mit der Agentur in einem der nächsten Beiträge…

      Gruß, Der Privatier

  4. Folgendes Szenario:

    Austritt 06/2019 nach vereinbarter bezahlter Freistellung.
    Neuer Job vom 1.7.2019 bis zum 31.12.2019 (Eigenkündigung zum 31.12.2019)
    Auszahlung Abfindung Januar 2020 aus vorherigem Job

    Berechnen sich jetzt Ruhezeiten ab Austritt alter Job oder neuer Job ?

    Könnte man jetzt mittels des Dispojahr Sperr- (wegen Eigenkündigung neuer Job) und Ruhezeiten (wegen Abfindung) vermeiden und ab 2021 ALG1 beantragen ?

    Wenn man sich dann nach Beantragung wieder abmeldet, wann müsste man spätestens ALG1 in Anspruch nehmen (+ 4 Jahre) ?

    • Ruhe- und Sperrzeiten starten immer ab dem Zeitpunkt des Ereignisses, welches Anlass für diese Zeiten war.
      Bei der Prüfung eines ALG-Antrages werden alle Ereignisse, die ein Jahr (oder länger) zurück liegen, nicht mehr hinsichtlich Ruhe- und Sperrzeiten geprüft. Das ist genau der Hintergrund des Dispojahres!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier

        Hab ihre Seite leider erst heute Abend im Internet entdeckt. Daher bitte ich höflichst vorab um baldige Beantwortung da meine Arge nur vormittags auf hat.
        Frage:,
        Heißt das dass keine Sperrzeit erteilt wird wenn man sich exakt an dem darauf folgenden Werktag nach genau einem Jahr Erwerbslosigkeit ( bei Selbstkündigung und letzter Arbeitstag am 31.05.18 und wegen dem jetzt vergangenen Wochenende also genau am 03.06.19, also morgen ) Arbeitslos melden muss um dadurch eine Sperrzeit verhindern zu können ?

        Ich hab mich am 31.05 also vorgestern Arbeitslos gemeldet. Kann ich den Antrag noch abändern lassen ? Muss das genau morgen sein, oder geht das auch 1 – 2 Tage später ?

        • Auch wenn die Mitarbeiter der Agentur wenig Begeisterung für solche Aktionen zeigen werden, sollte eine Änderung der Meldung m.M.n. dennoch möglich sein. Ich würde dabei aber keine Zeit verlieren und mich unverzüglich auf den Weg machen!

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier

            Vielen Dank für die schnelle Rückantwort !
            Ich bin gleich heute morgen zur Arge gegangen und habe dort meinen Wunsch auf Änderung des Datums auf den 03.06.19 vorgetragen. Die erste Dame sagte mir dass das nicht geht. Ein einmal gestellter Antrag kann nachher nicht mehr zeitlich geändert werden.Ich konterte mit § 137 SGB III Abs.2, und sagte dass über den Arbeitslosen – Antrag ja noch nicht entschieden ist. Wurde darauf hin an eine andere Dame verwiesen. Diese fragte warum ich das denn machen wolle ? Somit erklärte ich dass genau an diesem Tag meine vielleicht 3 Monate dauernde Sperrzeit verjährt wäre. „ So was hab ich ja noch nie gehört, Moment mal.“ Sie verließ für ca. 10min das Zimmer. Als sie wieder kam sagte sie mit einem lächelnden und jovialen Gesichtsausdruck. „ Stimmt ! Wir ändern das also ab auf den
            01.06.19 „( Ich wusste bis dahin noch nicht dass Samstage bei der Arge auch als Arbeitstage gellten ). So hab ich wohl mit diesem Zieltag die Sperrzeit aus dem Verfahren gekegelt,und die Dame freut sich was dazu gelernt zu haben….Toll!
            Gruß, Karl

          • @Karl: Das ist ja mal wieder so eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack! 😀

            Wenn auch erst in letzter Sekunde, so aber doch gut vorbereitet in das Gespräch gegangen, sich nicht abwimmeln lassen und den Mitarbeitern der Agentur die Regeln erklären. So ist es richtig! Super. Alles richtig gemacht.
            Und ich bin überzeugt, dass das Ergebnis dementsprechend positiv ausfällt.

            Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Privatier,
    zunächst ein großes Kompliment mit einem herzlichen Dankeschön für diesen herausragenden Blog! Wirklich sehr genial!
    Ich werde vermutlich zum 30.12.2019 mit Abfindung ausscheiden. Dabei wird es eine Sperrzeit von 3 Monaten mit anschließender Ruhezeit von ca. 7 Monaten geben. Mein AG bietet mir an bis zu 6 Monate noch weiter zu arbeiten, müsste aber zum 30.12. unterschreiben.
    Des Weiteren würde gerne mit meiner Freundin für 6 Monate auf Weltreise gehen. Sie kann jedoch erst Ende 2020 ihr Geschäft aufgeben.

    1.) Ich nehme an, dass die Sperrzeit und Ruhezeit ab 30.12.2019 beginnt und nicht im Sommer 2020 (nach den 6 Monaten Weiterarbeit)?
    2.) Steuerlich lohnt es sich für mich nicht in 2020 mit Abfindung 6 Monate zu arbeiten. Unglaublich, aber besser ist es sogar gar nicht zu arbeiten. Würden mir die 6 Monate Arbeit in 2020 andere Vorteile bieten? Außer dass der AG mir meine Sozialleistungen für 6 Monate weiter finanziert…
    3.) In bin PKV versichert und würde gerne wieder in die GKV wechseln. Soweit ich gelesen habe muss ich mich bis Ende der Ruhezeit selbst um meine KV kümmern,d.h. privat bleiben. Erst nach Start von ALG1 ist GKV möglich. Korrekt?
    4.) In wie fern wäre ein ein Dispojahr möglich, wenn ich mich dann quasi erst im Sommer 2021 arbeitslos und suchend melden würde? Müsste ich bis zu diesem Zeitpunkt alle Sozialversicherungen selbst tragen?
    5.) Wäre ich dann noch in der 2 jährigen Rahmenfrist und würde ab Sommer 2021 für 12 Monate ALG1 beziehen können?

    Besten Dank für die Kompetenz.
    Viele Grüße Tom

    • Ich versuche einmal ein paar Antworten:

      Zu 1: Nein. Sperrzeiten und Ruhezeiten beginnen immer mit dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Also, bei Verlängerung um 6 Monate dann erst im Sommer 2020.

      Zu 2: Ich würde die Steuer einmal konkret mit einem Steuerprogramm durchrechnen. Auch unter Berücksichtigung der Fünftelregel. Und ggfs. anderer Steueroptimierungen.

      Zu 3: Ja, richtig. Mit dem Bezug von ALG ist eine Pflichtversicherung verbunden.

      Zu 4: Die Voraussetzungen und Hinweise zum Dispojahr möchte ich hier nicht wiederholen. Dazu bitte einmal die vielfältigen Beiträge lesen. Aber es ist richtig: Im Dispojahr ist insbesondere die KV/PV vollständig selber zu zahlen. Andere Versicherungen (wie RV) sind freiwillig.
      Ein Vorteil einer 6-monatigen Verlängerung besteht darin, dass dann die verlängerte Rahmenfrist greift und ein Dispojahr entspannter angegangen werden kann (s. Beitrag).

      Zu 5: Bitte einmal die Beiträge zur Rahmenfrist etc. lesen. (ggfs. oben rechts suchen).

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Antworten.
        Ich darf im Folgenden nochmals auf 1.) zurück kommen.
        Wenn ich jetzt Ende Dez 2019 einen Aufhebungsvertrag unterzeiche und dann noch 6 Monate weiter beschäftigt bin, dann müsste doch die Kündigungsfrist (6 Monate) eingehalten sein, so dass dann doch gar keine Ruhezeit anfallen würde?!
        Dann müsste nur noch die Sperrzeit von 3 Monate von Juli-Sept. abgewartet werden und ab Oktober wäre theoretisch ALG1 möglich?
        Dann für 1 Tag arbeitslos melden und wieder abmelden und anschließend ein Dispojahr durchführen. Somit sollte nach diesem Dispojahr (ca. Mitte 2021) noch 12 Monate minus 3 Monate Sperrzeit = 9 Monate ALG1 möglich sein.
        Gedankenfehler?

        • Dispojahr meint „hier beim Privatier“, dass man sich nach dem letzten Arbeitstag nicht beim Amt arbeitslos meldet, sondern genau ein Jahr später. Damit vermeidet man Sperr- und Ruhezeiten, handelt sich aber ggfs andere Risiken und Nebenwirkungen ein.
          Das beschriebene „Sabbatjahr“ nach einem Tag ALG1 ist was ganz anderes, wäre aber wie geschildert möglich.

          Zur Kündigungsfrist: für die Ruhezeit gilt die Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber einzuhalten hätte. Wenn dies 6 Monate sind, dann wäre die Ruhezeit obsolet. Wenn es mehr als 6 Monate sind (GdB, Betriebsrat usw.), dann maximal 12 Monate oder nach Berechnungsmatrix https://der-privatier.com/kap-9-10-3-arbeitslosengeld-ruhezeit/

        • Ja, richtig: Wenn die Kündigungsfrist eingehalten wird, gibt es keine Ruhezeit.

          Ansonsten bitte einmal die Beiträge (inkl. Hinweise!) zum Dispojahr lesen! Die korrekte Vorgehensweise entspricht nicht dem in der Frage beschriebenen Vorhaben.

          Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier,

    Erstmal vielen Dank für die vielen Infos im Blog. Wirklich sehr gut.
    Ich werde mit Ablauf von 30.12.19 mein Unternehmen durch Aufhebungsvertrag verlassen. Ich plane von 31.12.19 bis 31.12.2020 mein Dispositionsjahr zu machen und danach zum 01.01.2021 mich arbeitslos melden. Oder muss ich mich doch zum 31.12.2020 arbeitslos melden, weil ich das Unternehmen mit Ablauf von 30.12.19 verlassen habe.

    Vielen Dank und Gruß

    Hai

    • Die Regel für die Arbeitslosmeldung lautet: „EXAKT ein Jahr nach Ende der Beschäftigung“.

      Also: Ist der letzte Arbeitstag der 30.12.19, so hat die Arbeitslosmeldung nach einem Dispojahr zum 31.12.20 zu erfolgen.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich meine mich zu Erinnern, dass hier ein Kommentator mal eine kleine Hintertüre beschrieben hat.
        Er hat dem Arbeitsamt seine Pläne dargelegt und ihm wurde mitgeteilt, dass er sich nicht exakt ein Jahr nach Arbeitsende melden müsse, sondern dass es da eine kleine Anzahl „Karenztage“ geben kann. Die Begründung war dass das Amt bei irgendeiner Frist nicht mit einem glatten Jahr, sondern mit Monaten a 30 Tage rechnet (oder so ähnlich) und daher das Dispojahr ggfs. auch ein Jahr und 2 Tage dauern kann.

        Worauf will ich hinaus: falls Hai Tran Anfang Januar 2021 eine Altersgrenze überschreiten würde(längerer ALG1-Bezug), dann lohnt es sich eine Beratung beim Arbeitsamt einzufordern und um die Bekanntgabe des letztmöglichen Termins für eine Arbeitslosmeldung zu bitten.
        Ansonsten sehe ich keine Notwendigkeit das exakte Jahr zu überschreiten. Im Gegenteil, meldet Hai Tran sich zum 31.12.20 arbeitslos, würde die Rentenversicherung den Dezember 2020 als Anrechnungszeit werten.

        • Danke Euch für die schnellen Antworten. Ja, ich werde mich mit der Leistungsabteilung in Verbindung setze und beraten lassen.
          Ihr seid super! Danke 🙂
          VG
          Hai

        • eSchorsch hat übrigens eine gute Erinnerung! Es ist richtig, dass einige Agenturen bei der Berechnung der Zeiträume unterschiedlich rechnen: Einmal das Jahr mit 365 Tagen und einmal 12 Monate zu je 30 Tagen = 360 Tagen. Daraus kann sich ein Puffer von bis zu 5 Tagen ergeben.
          Ich würde mich darauf aber KEINESFALLS verlassen und nur in dem extrem seltenen Fall, dass man ausgerechnet innerhalb dieses Puffers eine Altersgrenze überschreitet, macht es Sinn, darüber nachzudenken.

          Gruß, Der Privatier

        • Die 360 Tagefrist folgt aus dem § 339 SGB III Berechnung von Zeiten: „… Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit sowie der Vorschriften über die Dauer eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld nach dem Ersten Abschnitt des Vierten Kapitels dieses Buches entspricht ein Monat 30 Kalendertagen.“

          Entsprechend steht in den Fachlichen Weisungen Arbeitslosengeld zum SGB III § 142 Anwartschaftszeit der AA gültig ab 01.01.2020 unter 142.1: „(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.“ Am Ende noch einmal explizit: „Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist die (Regel-)Anwartschaftszeit erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung Versicherungszeiten mit einer Dauer von 360 Tagen liegen.“

          • @Frei—2020: vielen Dank. Jetzt ist mir einiges klarer geworden. Ein schönes Wochenende wünsche ich euch allen.
            VG
            Hai

          • Danke auch von mir an @Frei_2020 für das Zusammenstellen der gesetzlichen Grundlagen.

            Gruß, Der Privatier

  7. Hallo liebe Privatier-Community,
    ich habe (fast) alle Themenbereiche hier gelesen und bin, auf Grund meiner Kommunikation mit der Agentur, trotzdem verwirrt. Und sorry, wenn ich jetzt was frage, was in den Kommentaren bereits beantwortet wurde.

    Mein Fall:
    Ich bin über 58 und habe Ende März ein AHV zum 30.9.2020 unterschrieben. Derzeit bin ich freigestellt. Mein AG hat uns ein Beratungsunternehmen zur Seite gestellt und die mir (und einem Kollegen) ein „Dispojahr“ empfohlen haben.
    Ich würde also vom 1.10.2020 bis zum 30.9.2021 „disponieren, mich dann AL melden und 24 Monate ALG in Anspruch nehmen, um dann 2024 in Rente zu gehen.

    Vor zwei Wochen habe ich bei der Agentur angerufen und meinen Plan geschildert. Die Dame an Telefon erklärte, sie könne mich nur arbeitslos UND arbeitssuchend melden. Nach Diskussion, dass ich ja „keine Arbeit“ (zum 1.10.2020) suche, hat sie mir dann ein Gespräch mit jemandem aus der „Fachabteilung“ empfohlen und vermittelt.

    Diese Dame hatte offensichtlich ein anderes Verständnis vom Dispojahr, als ich bzw. wie hier auf der Seite beschrieben.
    Sie meinte ich müsse mich „arbeitslos und -suchend“ melden, denn erst dann könnte ich „disponieren“ und hat auch mehrfach darauf hingewiesen, dass ich ja jederzeit und mehrfach mein „Stammrecht“ ruhen lassen kann.
    Später wies sie mich darauf hin, dass ich mich KEINESFALLS zum 1.10.2021, SONDERN zum 2.10.2021 arbeitslos melden dürfe Hier der Text aus der Mail:

    „Natürlich können Sie sich auch erst zum 01.10.2021 arbeitslos melden. Die Folge daraus wäre dann eine Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe mit Minderung der Anspruchsdauer um ein Viertel und eine Sperrzeit wegen verspäteter Arbeitsuchendmeldung mit einer Minderung von 1 Woche. Folglich sind dann bei einer möglichen weiteren Sperrzeit, die beiden Sperrzeiten mit einem Umfang von 13 Wochen zu berücksichtigen. Sobald Sie Anlass zum Eintritt von Sperrzeiten von 21 Wochen gegeben haben, erlischt Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    Wenn Sie sich erst zum 02.10.2021 arbeitslos melden, so bleiben die Sperrzeit/en für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen.“

    Sie erklärte mir, diese Frist errechnet sich aus „einem Jahr UND einem Tag nach Eintritt des Ereignisses“ (also dem Verlust meines Jobs!

    Ist diese Berechnung korrekt?

    Da ich mich bis Dienstag, den 30.6.2020 melden oder nicht melden muss, drängt natürlich die Zeit.
    Eigentlich war ich jetzt sicher, dass ich mich, wie oben geschildert, erst zum „2.10.2021“ arbeitslos und -suchend melde. Auch weil beim Kollegen die Agentur die hier auf Privater geschilderte Vorgehensweise bestätigt hat und er sich im Oktober nächsten Jahres melden soll. Allerdings bin ich etwas „nervös“, ob ich mich nicht doch besser jetzt bei der Agtnru melde, nicht dass ich dann nächstes Jahr die böse Überraschung erlebe.

    Meine Fragen:
    1. Da meine Agentur offensichtlich auf eine AL-Meldung beharrt und dies auch mit der einen Woche Sperrfrist belegen wird (was sicher keine große Rolle spielt), ich zur Disposition auch eine Erklärung, dass ich ausführlich beraten wurde, unterschreiben soll, wann melde ich mich jetzt AL? Bis 30.6.2020 (also übermorgen), mit persönlicher Meldung am 1.10.2020? Oder eben, wie eigentlich geplant, am 1.10.2021 bzw. besser am 2.10.2021?

    Ich habe der Dame Ende letzter Woche nochmal eine Zusammenfassung meines Plans geschickt und sie um „Bestätigung“ gebeten. Hier die Antwort:

    „KEINE Meldung bei der Agentur vor dem 30.6.2020 bzw. zum 30.9.2020 (da zu diesem Zeitpunkt auch kein Bezug von Leistungen gewünscht) und folglich eine persönliche Arbeitslosmeldung zum 2.10.2021 (denn bei Meldung zum 1.10.2021 würden Sperrzeiten zu Minderungen führen?)
    > Keine Rechtsfolgen der Sperrfristen mehr.
    > Voller Bezug von 720 Tagen Arbeitslosengeld ab 2.10.2021

    Das ist insoweit richtig.“

    Allerdings mach mich das „insoweit richtig“ etwas nervös! Normalerweise erwarte ich nach insoweit ein ABER….
    Ich möchte natürlich nicht am 2.10.2021 bei der Agentur stehen und die sagen „Ätschibätsch“, jetzt gibt’s garkein ALG….

    Hat jemand ähnliche Diskussionen mit der Agentur gehabt und kann mir raten, ob ich mich bis übermorgen melden sollte odermich nicht melde und es nächstes Jahr drauf ankommen lasse?

    2. Sie erwähnt den völligen Verfall des Anspruchs auf ALG, wenn man „Anlass zum Eintritt von Sperrzeiten von 21 Wochen gegeben“ hat. Derzeit komme ich auf 13 Wochen Sperrzeit, inkl. der 1 Woche, da ich mich nicht zum 30.6.2020 gemeldet habe. Drohen noch irgendwelche anderen Sperrzeiten, die mich über die 21 Wochen Grenze bringen könnten?

    Herzlichen Dank liebe Community und sorry, wenn es etwas länger wurde. Ich bin ziemlich verunsichert und möchte keinen Fehler machen, der das Kartenhaus nächstes Jahr zum Einsturz bringt!

    Viele Grüße
    Gad

    • Tja, es gibt doch immer wieder neue Varianten an Ideen, die kreative Agentur-Mitarbeiter so ans Licht fördern. 😉

      1. Zur Frage, ob eine Sperre wg. verspäteter Meldung im Zusammenhang mit einem Dispojahr gerechtfertigt ist, habe ich ja oben im Beitrag ausführlich Stellung genommen.

      2. Die Mitarbeiter haben offenbar eine andere Vorstellung von einem Dispojahr. Diese ist nicht unbedingt verkehrt. Ich würde es aber dennoch so machen, wie hier im Blog beschrieben: Keine Meldung zu Beginn des Dispojahres, sondern nur am Ende.

      3. Die Variante mit dem zusätzlichen einen Tag ist neu und zudem nicht nachvollziehbar. Ich halte den 1.10.21 weiterhin für den richtigen Zeitpunkt für den Beginn der Arbeitslosigkeit. Wenn Du aber eine schriftliche Bestätigung für „keine Rechtsfolgen“ und „vollen Bezug von 720 Tagen“ hast, würde ich der Agentur wahrscheinlich folgen und den 2.10.21 wählen. Ich würde mir das dann allerdings im Rahmen der Meldung (ca. Sep.21) noch einmal bestätigen lassen.

      4. Die Aussagen zu den Sperrzeiten und Verfall des ALG bei 21 Wochen sind korrekt. Sanktionen drohen immer dann, wenn man versicherungswidriges Verhalten an den Tag legt. Die Palette ist lang, meist sind es aber nur kurze Sperren. Details finden sich im §159 SGB III.

      Gruß, Der Privatier

    • Hat jemand ähnliche Diskussionen mit der Agentur gehabt und kann mir raten, ob ich mich bis übermorgen melden sollte odermich nicht melde und es nächstes Jahr drauf ankommen lasse?

      Ja, mich wollte man dazu drängen mich an- und wieder abzumelden und vorher arbeitssuchend zu melden. Erst nachdem ich das Dispojahr erwähnt hatte sagte man mir das ginge auch. Neben den GKV Sachbearbeitern habe ich offen gestanden auch bei den AfA Sachbearbeitern den Eindruck, dass deren präsentes Wissen auf Standardfälle beschränkt ist und jeder auf arbeitssuchemeldung und arbitslosmeldung drängt, und zwar unmittelbar nach Firmenaustritt.

      Warum das oben der 2.10. sein soll ist mir schleierhaft, zumal das ein Samstag ist.
      Mit Ablauf des 30.9.2021 ist das Jahr vorbei.

    • Das oben mit arbeitslos UND arbeitssuchen ist übrigens auch Unsinn, denn im Gesetz steht ja dass man sich vor der Arbeitslosigkeit arbeitssuchend melden soll. Das ist wieder ein gutes Beispiel für die Telefonate mit der AfA. Wenn man glück hat erwischt man jemanden der sich auskennt …

  8. Deswegen habe ich das „Dispositionsrecht“ sofort in meinem ersten Satz erwähnt!
    Hier, zur Info, der vollständige Text des „Infoblatts“ zur „Disposition wegen dem Eintritt einer Sperrzeit“

    „Bezogen auf Ihren möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld ab dem 01.10.2020 hätte dies zur Folge, dass die Anspruchsdauer um 180 Tage gemindert wird.
    Weiter würde Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld erlöschen, wenn Sie Anlass zum Eintritt von Sperr- zeiten mit einer Gesamtdauer von 21 Wochen geben. Dabei werden auch Sperrzeiten mit Eintritt in- nerhalb eines Jahres vor dem Anspruchsbeginn (01.10.2019) berücksichtigt.
    Sie haben nun die Möglichkeit, den Beginn Ihres Anspruches auf Arbeitslosengeld unwiderrufbar vom 01.10.2020 auf den 02.10.2021 zu legen (Dispositionsrecht).
    Damit wäre die Sperrzeit vom 01.10.2020 bis 23.12.2020 für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen (ge- nannte Anspruchsdauerminderung sowie Hinzurechnung Erlöschen).
    Allerdings kann dann erst ab dem 02.10.2021 Arbeitslosengeld gezahlt werden und auch der Versi- cherungsschutz in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung beginnt erst ab diesem Tag.
    Für den Fall einer Disposition zum 02.10.2021, bitte ich Sie, diese Erklärung anhand dem beigefügten Vordruck einzureichen.
    Sollte bis zur Entscheidung über Ihren Antrag auf Arbeitslosengeld keine Antwort von Ihnen einge- gangen sein, erfolgt die weitere Entscheidung nach Aktenlage.“

    Gruß
    Gad

    • Hi Gad!
      Froh, wer etwas Schriftliches hat und ich wuerde dem folgen. Alleine schon für die Seelenruhe bis man dann wirklich ALG1 beantragt.
      Und sollte AfA dann daraus einen Strick drehen, weil in den letzten fünf Jahren keine 48 Monate eingezahlt wurden (für die 24 Monate ab Alter 58) kann man mit dem Schriftstück den Beratungsfehler einklagen. Hat aber auf jeden Fall 18 Monate sicher (da in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate erreicht sind).
      Da ich nur mit kalkulierten Risiken gut schlafe, würde ich sogar 18 statt 24 Monate ALG1 Bezug in meinen Plänen haben. Und mich später über weitere, ggf. eingeklagte, sechs weitere Monate ALG1 freuen 😉
      MbG
      Joerg
      (mit 53 raus)

    • Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, würde ich aufgrund der schriftlichen Aussage der Agentur den dort vorgeschlagenen Weg dann auch einhalten (Meldung zum 2.10.21). Falls dies dann wider Erwarten doch Probleme geben sollte, könnte man eine Klage wegen Falschberatung in Erwägung ziehen.

      Ebenfalls bereits erwähnt habe ich die Tatsache, dass dies der erste Fall ist, in dem ein zusätzlicher Tag gefordert wird, damit die Sperrzeiten keine Auswirkungen mehr haben. Das kann auf eine Fehl-Interpretation hin deuten, dass kann aber auch ein erstes Anzeichen sein, dass die Agenturen eine geänderte Sichtweise an den Tag legen. Das gilt es sehr genau zu beachten!!
      Es wäre daher umso mehr zu empfehlen, ein geplantes Dispojahr VORHER mit der zuständigen Agentur detailliert abzusprechen.

      Gruß, Der Privatier

      • 365Tage + 1 Tag?

        Eventuell hat ein SB der AfA mit „Adleraugen“ die FA zum §159 SGB III (Ruhe und Sperrzeit) Punkt 159.1.1.1 Punkt „Arbeitsaufgabe“ gelesen und so auslegen:

        Ich zitiere einmal:

        Punkt 159.1.1.1 „Arbeitsaufgabe“ mit dem Unterpunkt 5

        (5) Der Lösungssachverhalt muss kausal für den Eintritt der Beschäftigungslosigkeit gewesen sein.
        Kausalität liegt z. B. vor, wenn
        – eine unbefristete zugunsten einer befristeten Beschäftigung aufgegeben
        wurde und nach der Aufgabe Arbeitslosigkeit eintritt, es sei denn, seit dem
        Ende des ersten Beschäftigungsverhältnisses ist mehr als ein Jahr vergangen.

        Diese Möglichkeit könnte auf dem Wort „mehr“ liegen …
        Eventuell sagt sich die/der SB, nun ja ein Jahr hat 365Tage und „mehr“ als ein Jahr, da gibt es +1Tag dazu!

        Gruß
        Lars

  9. Hier noch der komplette Text der Antwort von der Agentur auf meine ersten Rückfragen.
    Vielleicht wird Euch Spezialisten hieraus der Ansatz meiner Agentur klarer:
    „Gem. § 137 Abs. 2 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB lll) können Arbeitslose bis zum Zugang des Bewilligungsbescheides auch mehrfach bestimmen, dass das Stammrecht später entstehen soll, oder die Erklärung widerrufen.

    Hieraus ergibt sich bereits die Tatsache, dass Sie für eine Disposition arbeitslos sein müssen.
    Gem. § 141 Abs. 1 SGB lll hat der Arbeitslose sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Eine Meldung ist auch zulässig, wenn die Arbeitslosigkeit noch nicht eingetreten, der Eintritt der Arbeitslosigkeit aber innerhalb der nächsten drei Monate zu erwarten ist.
    Die Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosmeldung gehören zu den Grundvoraussetzungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld (§137 Abs. 1 SGB lll). Wenn die Voraussetzungen nach § 137 Abs. 1 SGB lll nicht erfüllt werden, so entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und in Folge dessen kann auch nicht disponiert werden.

    Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens 3 Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden (§ 38 SGB lll). Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunkts und der Beendigung des Aus-bildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden.
    Der Gesetzgeber verfolgt mit § 38 Abs. SGB III das Ziel, Arbeitslosigkeit und die Inanspruchnahme von Entgeltersatzleistungen zu vermeiden bzw. die Dauer von Arbeitslosigkeit zu verkürzen. Um das Ziel von § 38 Abs. 1 und 2 SGB III zu erreichen, sind alle Prozesse darauf auszurichten, einen schnellstmöglichen Zugang zur Vermittlungsfachkraft sicherzustellen.

    Das bedeutet, dass die Meldepflicht nach § 38 SGB lll unabhängig von einer geplanten Disposition zu erfolgen hat.

    Wenn Sie nicht beabsichtigen, ab dem 01.10.2020 aktiv nach einer neuen Beschäftigung zu suchen, so sind Sie nicht arbeitslos im Sinne des § 138 SGB lll und haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, welchen Sie disponieren können.

    Zur Dispositin von 1 Jahr und 1 Tag:

    Hat der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt unter anderem vor, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis gelöst hat und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat (Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe) (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB lll).
    Die Sperrzeit beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis (§ 159/1 Abs. 2 SGB lll), an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.
    Ihr Beschäftigungsverhältnis endet zum 30.09.2020. Tag des Ereignisses, das die Sperrzeit begründet ist folglich der 30.09.2020 und die Sperrzeit beginnt am 01.10.2020.

    Der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt zum einen mit der Entstehung eines neuen Anspruchs, aber auch, wenn die oder der Arbeitslose Anlass für den Eintritt von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen gegeben hat, über den Eintritt der Sperrzeiten schriftliche Bescheide erhalten hat und auf die Rechtsfolgen des Eintritts von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen hingewiesen worden ist; dabei werden auch Sperrzeiten berücksichtigt, die in einem Zeitraum von zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruchs eingetreten sind und nicht bereits zum Erlöschen eines Anspruchs geführt haben.

    Ihr Anspruch würde bei Disposition von 1 Jahr zum 01.10.2021 entstehen. Die 12-Monats-Frist würde sich somit vom 01.10.2020 bis 30.09.2021 bilden. Die Sperrzeit tritt zum 01.10.2020 ein und liegt damit in der 12-Monats-Frist und die Rechtsfolge des Erlöschens kann durch die Disposition nicht vermieden werden.
    Wenn Sie allerdings zum 02.10.2021 disponieren, so bildet sich die 12-Monats-Frist vom 02.10.2020 bis 01.10.2021 und der Eintritt der Sperrzeit zum 01.10.2020 liegt vor der Frist und ist somit bei einem Eintritt einer weiteren Sperrzeit nicht der 21-Wochen-Summe zuzurechnen und wirkt nicht zum Erlöschen des Anspruchs bei.

    Damit wäre die Sperrzeit vom 01.10.2020 bis 23.12.2020 für Sie insgesamt ohne Rechtsfolgen (genannte Anspruchsdauerminderung sowie Hinzurechnung Erlöschen).
    Allerdings kann dann erst ab dem 02.10.2021 Arbeitslosengeld gezahlt werden und auch der Versicherungsschutz in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung beginnt erst ab diesem Tag. Das bedeutet, dass Sie sich für den Zeitraum vom 01.10.2020 bis 01.10.2021 selbst in der Kranken-, Pflege- sowie Rentenversicherung versichern müssen. Hierzu nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer zuständigen Kranken- und Rentenversicherung auf.“

    • Danke!
      Ist m.E. sauber und ausführlich argumentiert, sehe da wenig Spielraum wenns Amt das so haben will.
      Der Absatz zum §38 scheint stark an eine Publikation des BMAS aus Januar 2020 angelehnt zu sein. Wird interessant werden, ob das allgemein eine Verschärfung der AS-Meldung während des Dispojahres nach sich zieht. 12/2018 war das bei „meinem“ Amt (Gießen) noch nicht so.
      Ähnliche Sache mit 1 Jahr + 1 Tag.

      Wenn das allgemeine Praxis wird, muß man Interessenten raten, sich spätestens 3 Monate vor Beschäftigungsende formlos beim Amt zu melden, die eigene Absicht zu schildern und um Rücksprache bitten, ob das aus Amtssicht ok ist.

      Magst Du uns noch offenbaren aus welchem AA-Bezirk das kommt?

      • Welche Publikation meinst du eSchorsch ?

        Die Argumentation oben ist m.E. nicht schlüssig.

        Wer nicht Arbeit sucht sei nicht arbeits los. Ok, was spricht dagegen sich während des Dispojahres arbeitssuchend zu melden und gleichzeitig arbeitslos ?

        • https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a186-a-z-der-arbeitsfoerderung-neuauflage.html
          Seite 74 des .pdf

          Wer ALG1 erhalten möchte, muß vorher einen Anspruch erworben haben. Das geht nur durch Arbeit in einem Beschäftigungsverhältnis. Endet die Beschäftigung, entsteht die Pflicht sich zu „Melden“ um diesen Anspruch zu erhalten. So die AGB der Versicherung, §38 SGB3.
          Tut man das nicht, sondern macht erst ein Jahr einen auf Sabbat, verletzt man diese Pflicht und wird sanktioniert. Der pfiffige Einwand „während des Dispojahres bin ich nicht beschäftigt, mich trifft also die Meldepflicht gar nicht“ greift nicht, die Meldepflicht greift schon während der Zeit wo das Beschäftigungsverhältnis noch besteht.
          Ist nicht meine Argumentantion, sondern was Gads Amt schrieb. Und was das BMAS als oberste Exekutivinstanz wohl haben möchte. Der Absatz betreffend §38 ist quasi 1:1 aus dem .pdf des BMAS abgeschrieben.

          Das .pdf heißt Neuauflage, ich weiß nicht was in früheren Versionen stand und ob das schon die ganze Zeit so gar. Es kann auch sein, daß ein eifriger Sachbearbeiter tief geschürft hat um den ihm nebulös erscheinenden Begriff Dispojahr mit Leben zu füllen und es in allen anderen Bezirken weiterhin so gehandhabt wird wie bisher. Ich weiß es nicht, sondern kann nur vermuten.
          Da ich nichts ausschließen kann, werde ich zukünftig raten, das Dispojahr vorher mit der Agentur durchzusprechen bzw. der Agentur zumindest termingerecht mitzuteilen.

          Die Sache mit dem „auf jeden Fall melden“ ist nicht meine Argumentation und sie muß mir nicht gefallen. Ich weiß aber nicht wie ich das argumentativ zerlegen kann, freue mich aber wenn das jemand anders macht. Ich kann dazu gerne den advocatus diaboli abgeben, aber ich bin nicht relevant, sondern allenfalls Sparingspartner. Überzeugen muß man die zuständige Agentur.

          • Die Argumentation gegen eine Meldepflicht findest Du ja oben im Beitrag.
            Der §38 SGB III richtet sich ausschließlich an „Arbeitsuchende“. Wer keine Arbeit sucht, hat keine Verpflichtung sich zu melden. Bitte im Detail oben noch einmal nachlesen.

            Gruß, Der Privatier

          • Seite 73 unten:

            Das Recht der Arbeitsförderung sieht bei Verletzung der Pflicht
            zur frühzeitigen Arbeitsuche einen Schadensausgleich der
            Versichertengemeinschaft vor. Dazu hat der Gesetzgeber
            geregelt, dass bei verspäteter Meldung, unbegründeter Nichtbeachtung von Einladungen oder der Ablehnung von Stellenangeboten eine Sperrzeit eintritt (siehe Arbeitslosengeld).

            Das ist nichts anderes, als die altbekannte 1 wöchige Sperre, die § 159 (1) Nr. 7 iVm (6) vorsieht.

      • Diese Aussagen stammen von der Agentur in Nürnberg!
        Mein Kollege, der von der Agentur in München telefonisch (!!) die Aussage bekam, dass alles OK sei und er sich im Oktober 2021 melden soll, bekommt, außer ein paar Gesetzestexten, NICHTS schriftlich!!

        • Die Fristberechnung erfolgt übbrigens gemäss BGB, das SGB verweist hier auf das BGB. Danach ist das der 1.10 und nicht der 2.10.

        • Wenn man es positiv sehen will: Du hast schriftlich von deiner Agentur, dass dein „Dispojahr +1 Tag“ klappt.
          Mal angenommen, der aufstrebende Leiter der Nürnberger Leistungsabteilung bringt jetzt (mit Unterstützung BMAS) alle seine Leistungsabteilungsleiterkollegen im Land auf seine Linie, dann steht dein Münchner Kollege möglicherweise nächstes Jahr vor leicht geänderten Randbedingungen.
          Als gravierend betrachte ich die Sache mit 1 Jahr und 1 Tag.
          Die eine Woche Sperre bezüglich des Meldeverstoßes ist hingegen ärgerlich, aber verschmerzbar.

    • Danke an Gad für den kompletten Text. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Erläuterungen zu zwei Fragestellungen: Dispositionsrecht und Erlöschen des Anspruches.

      Zum Dispositionsrecht:
      Die Darstellung der Agentur halte ich zwar korrekt, sie zeigt aber, dass die Agentur den Begriff „Dispositionsrecht“ in anderer Weise verwendet, als es hier im Blog beim Thema „Dispojahr“ der Fall ist. Das sind zwei unterschiedliche Vorgehensweisen, die zwar beide korrekt sind, aber nicht miteinander vermischt werden sollten.
      Ich möchte das gar nicht weiter ausführen, um hier nicht noch mehr Verwirrrung zu stiften. Was ich daraus folgern würde, wäre aber der nochmalige dringende Hinweis, ein geplantes Vorgehen im Vorfeld mit der Agentur im Detail zu besprechen. Und sich bitte nicht darauf zu verlassen, dass das Gegenüber unter dem Begriff „Dispojahr“ dieselbe Vorstellung hat, wie man selber!

      Zur Sperrzeit und Erlöschen des Anspruches:
      Die Ausführungen zu Sperrzeiten sind meiner Meinung nach in erster Linie im Zusammenhang mit dem möglichen Erlöschen des Anspruches nach 21 Wochen Sperrzeiten zu sehen. Das mag alles soweit richtig sein, ich halte diese Überlegungen aber für einen Nebenschauplatz und daher nicht weiter zu bedenken. Es mag 12 Wochen auf einem Sperrzeitkonto geben, oder auch nicht. Ich halte das für nicht relevant. Niemand muss sich so benehmen, dass er die restlichen 9 Wochen auch noch riskiert.

      Gruß, Der Privatier

      • Der letzte Absatz aus Nürnberg liest sich so (siehe auch Gads Beitrag vom 28.06 20:25), dass die Anspruchsverkürzung nur mit Meldung zum 2.10.2021 vermieden wird.
        Ich fürchte schon, dass dies ein Mienenfeld werden kann, wenn jemand genau 1 Jahr Dispojahr macht und dann an ein Amt „Nürnberger Art“ kommt. Dann liegt das Kind im Brunnen und die Anspruchsverkürzung steht im Bescheid.

      • Ich denke auch die Verwirrung kommt durch „unseren“ Begriff „Dispositionsjahr“ zustande.

        Beim ALG1-Bezug gibt es das sog. Dispositionsrecht von dem man bis zum Zugang des Bewilligungsbescheids Gebrauch machen kann. Dann ist natürlich die Arbeitslosmeldung erforderlich.

        Unser Dispositionsjahr hier macht davon aber keinen Gebrauch und erfordert auch keine Arbeitssuche- oder Arbeitslosmeldung. Wir melden uns einfach später und passen auf, dass dies innerhalb der Rahmenfrist von 24/30 Monaten erfolgt.

        Herr Privatier, berichtigen Sie mich, falls ich falsch liege.

        • Genau richtig. Das sind die unterschiedlichen Hintergründe und Deutungen des Begriffes „Disposition“. Und auch die Unterschiede sind richtig erkannt und dargestellt.

          Gruß, Der Privatier

          • Moin,
            -vielleicht unke ich ja nur wieder mal rum…
            ABER in der Konsequenz heißt das doch, wenn nach den Wuenschen der Agentur „disponiert“ wird:

            -bleibt man während der Dispositionszeit sowohl arbeitslos als auch arbeitsuchend gemeldet,

            -unterliegt somit auch allen Verpflichtungen bzgl.“Mitwirkung“ u.EGV,

            -hat bis zur Entstehung des Anspruches trotzdem 13 Wochen auf dem Sperrzeitkonto und

            -bekommt keine Leistungen.

            Das alles für den Vorteil,

            -dass Sperrzeiten, die nach Anspruchsbeginn eintreten, nicht zur „ursprünglichen“ Sperrzeit „hinzugerechnet“ werden können.

            Ein hier i.d.R. beabsichtigtes, entspanntes Dispojahr stelle ich mir irgendwie anders vor.
            Trotz der gegenteiligen schriftl. Versicherung der Agentur sehe ich durch den „zusätzlichen“ Dispositionstag, zumindest für 58er, Konfliktpotential im Hinblick auf die max. Anspruchsdauer.
            Sollte man innerhalb der disponieren Zeit auf den Gedanken kommen, sich vielleicht doch wieder komplett abzumelden, duerfte auch die hier vereinbarte Disposition hinfällig werden?

            Man stuende dann genauso da, wie ohne vorherige Vereinbarung mit der Agentur.
            Wollte dann irgendjemand sein Dispojahr um einen Tag verlängern, um der“Hinzurechnung“ zu entgehen, dafür aber u.U. seine max. Anspruchsdauer auf die naechstniedrigere Stufe zu reduzieren?

            Das wird bestimmt noch lustig, aber was weiss ich schon …

            Gruesse
            ratatosk

          • Wie ratatosk aber schon sagte, es gibt dabei Konfliktpotential für die dann mindestens 58-jährigen (wie mich z.B.).
            Bei einer Arbeitslosmeldung nach einem Jahr und einem Tag erreicht man doch die Beschäftigung von 48 Monaten in den letzten fünf Jahren nicht; es fehlt genau der eine Tag.
            Ich werde mich jedenfalls rechtzeitig (Anfang Juni 2021) bei meiner Agentur melden, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
            Bert.

          • Ich rate zwar weiterhin zur exakten (tag-genauen) Einhaltung des Dispojahres bei über 58-jährigen, es gibt aber auch „mildernde Umstände“: 😉

            1. Wenn eine schriftliche Bestätigung einer Agentur ein abweichendes Datum (z.B. +1 Tag) empfiehlt, würde ich mich daran halten.

            2. Das Konfliktpotential für über 58-jährige, die die 48 Monate Beschäftigung nachweisen müssen, halte ich für weniger dramatisch, denn: Es sind 48 Monate, nicht 4 Jahre! Es müssen „nur“ 48 Monate in fünf Jahren nachgewiesen werden. Da sollte der eine Tag keine Rolle spielen.

            Gruß, Der Privatier

  10. n’Abend

    Dispojahr nach Art der Agentur…

    Zur Info:

    https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/sauer-sgbiii-137-anspruchsvoraussetzungen-bei-arbeit-22-entscheidung-des-arbeitslosen-nach-abs2_idesk_PI42323_HI525867.html

    -insbesondere Rz.7a mit Beispiel.

    Also, wenn ich das richtig verstehe, kann man nach einer AL-Meldung zwar versuchen, ueber einen längeren Zeitraum als 3 Monate zu disponieren, nur wird damit die AL-Meldung wieder wirkungslos und es entsteht vorerst ueberhaupt kein Anspruch.

    Nochmal zu dem „Zusatztag“:

    Es gibt da m.M.n kein junktim zwischen

    -der Vermeidung der Anspruchs verkürzung („länger als 1 Jahr nach dem Ereignis, dass die Sperrzeit begruendet)

    und

    -der Vermeidung der Hinzurechnung von Sperrzeiten, die „innerhalb von 12 Monaten vor Entstehung des Anspruchs EINGETRETEN sind“.

    Weil:

    1.) Das „Ereignis“ ist die Aufgabe des Arbeitsverhältnisses, also der letzte Tag an dem dieses NOCH besteht.
    Der darauf folgende Tag ist also der erste Tag der Arbeitslosigkeit.
    Meldet man sich genau zu diesem Tag 1Jahr spaeter arbeitslos, ist das Ereignis eben „aelter“ als 1 Jahr.

    2.) Die Sperrzeit „tritt ein“ am 1. Tag, an dem alle Tatbestandsmerkmale der Arbeitslosigkeit erfüllt sind, d.h. im Falle einer Freistellung schon mit dem ersten Tag der Beschaeftigungslosigkeit, obwohl ja noch ein Arbeitsverhältnis weiterbesteht (und das „Ereignis“ ja noch garnicht eingetreten ist).

    Es geht also OHNE Freistellung sehr wohl das Eine ohne das Andere.
    Bei auch nur 1 Tag Freistellung am letzten Tag des Arbeitsverhaeltnisses faellt das „Ereignis, welches die Sperrzeit begründet“ mit dem „Eintritt der Sperrzeit“ zusammen und man erreicht „Beides“ ohne den „Zusatztag“.

    Aber wenn man eine andere Prozedur von der Agentur SCHRIFTLICH bestätigt/angewiesen bekommt….

    Gruesse
    ratatosk

  11. Hallo zusammen,
    nachdem ich hier schon sehr viel mitgelesen und auch schon Fragen bezügl. ALG und Sperrzeit beantwortet bekam, hoffe ich an dieser Stelle vielleicht zu den Fristen des Dispojahres etwas beitragen zu können.
    Trotz oder weil 😉 ich hier viel gelesen habe war ich verunsichert wann genau meine AL Meldung zu erfolgen hätte, weshalb ich die Hilfe eines Fachanwaltes in Anspruch genommen habe.
    Meine Frage war, wann genau ich mich arbeitssuchend, wann arbeitslos melden muss, wenn ich mein Arbeitsverhältnis zum 31.01.2021 beende und das Dispojahr in Anspruch nehmen möchte.
    Antwort:
    Ich kann dadurch, dass ich mich ein Jahr plus einen Tag später, also am 02.02.2022 arbeitslos melde, den Eintritt einer Sperrzeit und einer 6-monatigen Minderung der Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes vermeiden.
    Wenn ich mich am 02.02.2022 arbeitslos melde, war ich innerhalb der erweiterten Rahmenfrist von 60 Monaten vom 02.02.2017 bis 31.01.2021 versicherungspflichtig beschäftigt, das sind 1459 Tage. Es ist eine versicherungspflichtige Beschäftigung von 48 Monaten erforderlich. Das sind (48 * 30 Tage =) 1440 Tage. Ich habe also einen Anspruch auf AlG 1 von 24 Monaten.
    Eine Arbeitssuchendmeldung ist nicht erforderlich.
    Ich könnte mich auch am 03.02. oder bis spätestens 21.02. arbeitslos melden.

    Viele Grüße
    Norbert

    • Um ganz ehrlich zu sein, wäre mir diese Aussage vom zuständigen Amtes fast lieber als diese Aussage vom Rechtsanwaltes. Denn sieht das Amt das später irgendwie anders, dann muss ich wieder den Rechtsanwalt bemühen, damit dessen Rechtsauffassung vor Gericht bestätigt wird. Und vor Gericht und auf hoher See …

    • Hallo Norbert,

      vielen Dank für diesen konkreten Fall, der m.E. so auch korrekt ist. Erwähnenswert ist vielleicht, dass das nur für Menschen ab 58 Jahren gilt. Ich mit meinen 55 Jahren (und Aufhebungsvertrag zum 31.12.2020) habe kein Problem mit der Erfüllung der Versicherungspflichtzeiten beim Dispojahr (36 Monate innerhalb der letzten fünf Jahre), da ich die letzten Jahre durchgängig versicherungspflichtig war und damit die Anwartschaftsfrist nach § 142 SGB III zuerst zuschlägt (12 Monate innerhalb der Rahmenfrist von 30 Monaten). Damit kann mein „Dispojahr“ auch maximal 18 Monate lang werden.

      Bzgl. Arbeitssuchendmeldung, um die es hier ja geht, bin ich auch unsicher und habe deshalb versucht, die AfA zu erreichen, was erstaunlich schwierig war. Die lokale AfA hat überhaupt nicht reagiert. Als ich endlich bei der Zentralnummer durchkam, wusste die Dame erst einmal nichts mit mir anzufangen. Nach Rückfrage hat sie mit mir dann eine Datenerfassung durchgeführt und mir einen Rückruf der Leistungsstelle angekündigt. Dieser Anruf kam heute. Der freundliche Herr meinte nur, wenn ich mich ab 2022 arbeitslos melden wolle, solle ich mich doch einfach Ende 2021 wieder melden. Das war alles. Jetzt hoffe ich, dass das auch wirklich OK ist, denn schriftlich habe ich natürlich nichts, und der Herr rief auch aus einer Nachbarstadt an (eben von der „Leistungsstelle“) und nicht von der lokalen AfA.

      Grundsätzlich teile ich aber die im Forum ausgeführte Meinung, dass ich mich nicht arbeitssuchend melden muss, weil ich schlicht keine Arbeit suche. Mein Plan ist, mich zum 1.4.2022 (also nach 15 Monaten) arbeitslos zu melden, dann verteilt sich das ALG 1 gleichmäßig auf die Jahre 2022 und 2023.

      Viele Grüße!

      • Hallo srr,

        die örtliche AfA kann und wird dazu nichts sagen.
        Für alle finanziellen Leistungen und deren Anspruchprüfung ist immer die Leistungsstelle zuständig.
        Die örtliche AfA kümmert sich um die Vermittlung.

        Diese strikte Trennung hat für die AfA den Vorteil, dass sich die Bereiche spezialisieren können und zudem kann der Betreuer vor Ort bei finanziellen Leistung immer auf die (ferne) Leistungsstelle verweisen und muss sich nicht selbst mit dem Kunden bei Leistungskürzungen etc. streiten (d.h. die Trennung reduziert handfeste Übergriffe).

        Bzgl. Arbeitssuchendmeldung:
        Auch wenn es wahrscheinlich nicht vorgeschrieben ist habe ich mich vorsorglich 3 Monate vor Ende meines Dispo-Jahres arbeitssuchend gemeldet.
        1.) Es kostete mich nichts und 2.) vermeidet es von vorne herein Diskussionen, ob ich mich hätte melden müssen.

        Arbeitssuchend kann sich eh jeder melden, selbst wenn er in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis steht und einfach nur einen neuen Job sucht.

        Viele Grüße
        Stephan

        • Hallo Stephan,

          vielen Dank für den Hinweis zur Organisation der AfA, das war mir noch nicht bekannt.

          Viele Grüße!

        • @Stephan, @srr:

          Die Aussagen von Stephan sind auch nur teilweise korrekt.
          Richtig ist, dass in den meisten Agenturen eine Trennung zwischen Vermittlung- und Leistungsabteilung besteht.

          Ob diese jedoch örtlich zusammen anzutreffen sind oder an entfernten Standorten angesiedelt sind, ist individuell unterschiedlich. Es mag sein, dass eine örtliche Trennung in eher dünn besiedelten Gebieten anzutreffen ist. In „normalen“ Agenturen dürften aber beide Abteilungen zusammen vertreten sein.

          Gruß, Der Privatier

      • Moinmoin!
        Zur Verteilung der ALG1-Leistung, du kannst dich auchimmer mal wieder abmelden, ohne Bezug und aus persönlichen Gründen. Nicht nur, dass man so noch ein paar Monate RV-Zeit sammeln kann, vielleicht will man ja auch Mal länger abwesend sein. Da die Ab+Anmeldung online geht, kein Akt. Die Summe der Bezüge erhöht es nicht, aber z.B. GKV ist länger gezahlt 👍
        MbG
        Joerg

        • Hallo Jörg,
          Da ich nach den 24 Monaten noch 6 Monate bis zur Rente überbrücken muss, iss das ein heißer Tipp!
          Vielen Dank!
          Wusste das zwar, hab aber nicht an den Effekt für RV und KV gedacht!

          Gruß
          Gad

          • @Gad: Freue mich, dass der Tipp ankam.
            Und nicht von den vielen Kommentaren verunsichern lassen, während der 24 Monate kann man sich die Zeit sehr wohl auf 30 strecken. Ich schrieb ja nicht von 50x an-/abmelden 😉 Und natürlich nicht ‚länger‘ abmelden (als jeweils sechs Wochen).
            Bei der KV war der einzig zielführende Hinweis noch die Familienversicherung, bleibt sonst dabei: Selber prüfen und rechnen, wie man in der ALG1-Zeit krankenversichert bleibt.
            @Lars: Dein Glaube (SB macht nicht mit) in allen Ehren, ich schrieb allerdings von Realität. Meine Frau unterbrach in 18 Monaten immerhin fünfmal. Aber Dank für den Hinweis mit den Kindererziehungszeiten, kannte ich (auch mangels Kindern) nicht. Zum Hinweis auf §54 SGB VI fehlt mir in diesem Blogeintrag der Bezug, deinem Einwand zum § 19 Abs. 2 SGB V stimme ich zu.
            MbG
            Joerg

        • „…dass man so noch ein paar Monate RV-Zeit sammeln kann“

          Wie ist das denn gemeint? Und welchen Effekt auf die KV soll das haben?

          Gruß, Der Privatier

          • Moinmoin nochmal…
            Bringt zwar nicht mehr Punkte, aber Monate, falls die z.B. auf 35 Jahre fehlen. Und GKV, falls nicht freiwillig, berechnet für die nicht vom Amt übernommene Zeit nach ALG1-Satz. Könnte günstiger sein, muss man natürlich rechnen.
            Mir ging es vor allem darum darauf hinzuweisen, dass man die ALG1-Zeit nicht ‚durchziehen‘ muss 🤗
            MbG
            Joerg

          • Hoi und Dank für Link! War mir so gar nicht bewusst… Meine Anmerkung habe ich ja versucht zu erklären, bei meiner Frau gab es einen Zeitpunkt, da fehlten zwei Monate zu 35 Jahre eingezahlt, die hatte sie durch Unterbrechung ALG1 erworben, ich als durch weitere Einzahlung dann zwar egal war…
            MbG
            Joerg

          • @Lars

            bei der RV ist es so, dass Pflichtbeiträge von nur einem einzigen Tag im Monat ausreichend sind, um den Monat als Wartezeit für die 35 oder auch 45 Jahre zu erhalten.

            Wenn man nun mehrfach das ALG-I derartig unterbricht, dass die Monate „angeschnitten“ werden, so kann man mit der ALG-1-Zeit von z.B. 24 Monaten weit mehr als 24 Monate Wartezeit in der RV zu erhalten.

            Bei der KV ist meine momentane Überlegung dahingehend, den „nachgehenden Leistungsanspruch“ zu versuchen. Dabei benötigt man bei einer Lücke von < 4 Wochen zwischen 2 Pflichtbeitragszeiten KEINE eigene Einzahlungen in der KV zu tätigen.
            Dies sollte doch eigentlich auch mehrfach funktionieren?

            Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

            Gruß

            Bruno

          • Danke Bruno! @Lars: Das meinte ich, habe es nur schlecht ausgedruckt…
            MbG
            Joerg

          • Moin Bruno, Moin Joerg

            das mit dem 1 Tag stimmt und es gibt den §58 Abs.1 Unterpunkt 3 SGB VI (Anrechnungszeiten). Da steht aber … „öffentlich-rechtliche Leistung bezogen“

            https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__58.html

            Und was die Begriffsbestimmung „Beitragsfreie Zeiten“ betrifft, der §54 Abs.4 SGB VI.

            https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__54.html

            Ob das mit den KK gelingt? … keine Ahnung. Dazu muss man aus der KK-Mitgliedschaft (gesetzlich Pflichtversicherter) ausscheiden, danach hätte man für 1 Monat noch evt. Leistungsanspruch. „Nachgehender Leistungsanspruch“ §19 Abs.2 SGB V. Aber … die KK Mitgliedschaft muss beendet sein um einen nachgelagerten Leistungsanspruch zu erwerben. Jedenfalls verstehe ich das so.

            Schönes Wochenende.

            Gruß
            Lars

        • Ich möchte hier die manchmal etwas missverständlichen Aussagen oder auch halbe Wahrheiten einmal mit einer Zusammenfassung (hoffentlich) klarstellen:

          * Wer sich für einen längeren Zeitraum aus dem Bezug von ALG abmeldet, muss in dieser Zeit grundsätzlich erst einmal selber für seine Krankenversicherung sorgen und (falls gewünscht) auch für die RV.
          * Von der Arbeitsagentur erfolgen in diesen Zeiten keinerlei Leistungen.
          * Abweichend von diesem Grundsatz gibt es wenige Sonderregeln:

          * Die Formulierung „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ gibt es nur nach Ablauf des ALG-Anspruches. Bleibt man hier weiter bei der Agentur gemeldet, so können diese Zeiten als Rentenversicherungszeiten angerechnet werden. Aber dies auch nur dann, wenn sie als Überbrückung gewertet werden, d.h. wenn eine versicherungspflichtige Beschäftigung folgt.
          * Jeder angefangene Monat mit ALG-Bezug zählt bei der RV als vollständiger Monat bei der Berechnung der Wartezeiten. Wer sich also jetzt Anfg. Aug. aus dem ALG-Bezug abmeldet, anschließend 8 Wochen Urlaub macht und sich dann Ende Sept. wieder arbeitslos meldet, hat bei der RV keinen einzigen Monat verloren. Sie gelten als „mit Beiträgen belegt“ (wenn auch mit sehr niedrigen).
          * Für die gesetzl. KV gibt es den „nachgehenden Leistungsanspruch“, der vorübergehende Lücken von max. 4 Wochen zwischen zwei Beschäftigungen verhindern soll. Vorher und nachher muss eine Pflichtversicherung gegeben sein (Familienversicherung hat Vorrang!). Dies müsste daher auch zwischen zwei ALG-Phasen so sein, ist aber nicht abschliessend geklärt.

          Es gab hier schon einmal jemand, der ein permanentes kurzfristiges An- und Abmelden geplant hatte, um damit die RV- und KV/PV-Anspüche über einen längeren Zeitraum zu strecken. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat er aber von diesem Vorhaben letztlich doch abgesehen.
          Ich für meinen Teil würde dies ebenfalls nicht machen wollen.

          Gruß, Der Privatier

          • Mein Kommentar von gestern Abend dazu „hängt“ noch (inklusive Angaben § SGB V und § SGB VI) und ich schließe mich den Bemerkungen vom Privatier an. Ich glaube auch nicht das ein SB vom AfA das „mehrmalige Strecken von ALG1“ so einfach mitmacht.

            Falls für die Rente (35y) zwei Monate fehlen und Kinder erzogen wurden, kann vom RV-Versicherungskonto der Ehefrau diese 2 Monate (maximal) umgeswitcht werden. Alles auf Antrag der Eheleute … hatten wir auch einmal kurz angeschnitten …

            Gruß
            Lars

          • Danke für diese Klarstellung. Ich denke, dass man fehlende Wartezeiten bei der GRV am einfachsten durch freiwillige Mindestbeiträge ersetzen kann. Kostet gerade mal 84€/M (ist absetzbar und bringt sogar noch eine minimale Rentenerhöhung). Ein angehender Privatier sollte in der Regel über ein freies sechs- bis siebenstelliges Vermögen verfügen, sonst sollte er gar nicht erst an finanzielle Unabhängigkeit denken. Da bringt ein Nachdenken über die Vermögensanlage wohl mehr als die etwas knauserige Beschäftigung mit angeschnittenen Monaten bei Versicherungszeiten.

          • @Robert: Jo, da haste wohl recht! Gerade bei z.B. Selbstständigen, die von der GKV nur ein besseres Taschengeld zu erwarten haben ist ‚finanzielle Unabhängigkeit‘ Vorbedingung.
            Andererseits gibt es interessierte Pfennigfuchser die für 10 Euro ihr Depot switchen oder für 20 Euro Bonus eine vierstellige Anlage tätigen.
            ‚Jedem Tierchen sein Pläsierchen‘ und die Vielfalt machen den Blog ja nicht schlechter, allenfalls interessanter.
            MbG
            Joerg

          • “ Die Formulierung „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ gibt es nur nach Ablauf des ALG-Anspruches. Bleibt man hier weiter bei der Agentur gemeldet, so können diese Zeiten als Rentenversicherungszeiten angerechnet werden. Aber dies auch nur dann, wenn sie als Überbrückung gewertet werden, d.h. wenn eine versicherungspflichtige Beschäftigung folgt.“

            Jein, die DRV sagt, dass keine versicherungspflichtige Beschäftiung folgen muß. https://der-privatier.com/kap-9-3-2-8-hinweise-zum-dispositionsjahr-rentenversicherung/#comment-25607

            Ich hätte also theoretisch gekonnt, habe aber praktisch nicht gewollt. Ich habe mich nach Ende ALG1 zum Mindestbeitrag bei der DRV versichert. Sind ja nur ein paar Monate.

            @Lars
            zwei sind einer zu viel 🙂
            Der Privatier hat irgendwo geschrieben, dass er Kommentare mit mehr als einem Link manuell freischalten muss.
            Das fühlt sich manchmal ein bisschen lächerlich an, wenn man zu zwei anderen Beiträgen dieser Website verlinkt und der Chef das erst manuell freigeben muß. Aber er ist ja Privatier und hat Zeit :q

    • @nobbel63:

      Vielen Dank für die Aussagen Ihres Rechtsanwaltes. Im Ergebnis liegt er wohl richtig, es könnte allerdings sein, dass dies auf falschen Annahmen beruht. Aber, wie gesagt: Kein Grund zur Sorge – im Ergebnis stimmt es wieder.

      Ich werde dies aber zum Anlass nehmen, in einem (oder zwei) der nächsten Beiträge die Fragestellung und die Antwort noch einmal näher zu untersuchen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Ja, ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass ich während des Dispojahres 58 Jahre alt werde und natürlich alle anderen Voraussetzungen erfülle.
    Ich werde auch versuchen mit dem Amt die Vorgehensweise abzusprechen, sollte dies aber nicht zufriedenstellend gelingen halte ich mich an die Aussage des Anwaltes.

    Viele Grüße

  13. Moin,
    -nochmal zurück zu Anrechnungszeiten wg AL ohne Leistungsbezug….

    Was ich mich schon letztes Jahr gefragt habe:
    Wo landet denn wohl der Privatier, bzw. welche Leistung muss er beantragen, der nur DESHALB keine Lohnersatzleistungen der Agentur mehr bezieht, weil sein Anspruch gegen die ALV einfach VERBRAUCHT ist,
    WENN er anschliessend nur aufgrund seines „Vermögens“ keine Leistungen beziehen moechte???

    Waere ja wohl Bedingung…, auch wenn eine „Umrahmung“ nicht erforderlich ist.

    Gruesse
    ratatosk

    • „Wo landet denn wohl der Privatier, bzw. welche Leistung muss er beantragen?“

      Ich verstehe die Frage nicht so ganz…
      Einen „Antrag“ gibt es da nicht, es reicht ein schlichtes „Ja“. 😉

      Der Fall der „Arbeitslosigkeit ohne Leitungsbezug“ kann ja ausschließlich im Anschluss an einen auslaufenden Leistungsbezug eintreten. Und hier wird man in der Regel beim Abschluss-Gespräch mit der Agentur nach den weiteren Plänen gefragt und auch darauf hingewiesen, dass man weiterhin bei der Agentur gemeldet bleiben kann.
      Eben mit dem Ziel a) weitere Vermittlungsunterstützungen durch die Agentur zu bekommen und b) Überbrückungszeiten für die RV zu ermöglichen.

      Die Entscheidung über die Frage legt das weitere Vorgehen fest: Weiter gemeldet bleiben (mit den bekannten Vor- und Nachteilen) oder endgültiges Ende diese Episode.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich krame mal in meinen Erinnerungen :
        Ich hatte „Arbeitslosigkeit ohne Leitungsbezug“ beantragt ohne dass man mich darauf hingewiesen hatte um weiter RV-pflichtversichert zu sein, um meinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente aufrecht zu erhalten (3/5-tel Belegung). Dies hatte ich persönlcih bis Rentenalter – 1 Jahr geplant.
        Dann wechselte der Berater der AA von „umsichtig“ auf „engagiert“ mit allen Dingen wie Bewerbungen und Berichte dazu. Ich habe mich dann für einen Minijob bei einem Bekannten entschieden mit Option „RV-Versicherungspflicht für den Minijobbr“.
        HAt dann alles geklappt. Die EU-Rente wurde nicht benötigt.
        Ist schon ca. 10 Jahre her. Ich hoffe es stimmt so, wie ich es geschrieben habe.
        Vielleicht hilft es ja jemanden.
        Gruß

      • Naja, da habe ich mich wohl, schreibfaul wie ich bin, etwas kryptisch ausgedrückt.
        Worauf ich hinaus wollte:
        Eine der Bedingungen für die Berücksichtigung von Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit ist ja der Bezug von Lohnersatzleistungen durch die Agentur, ODER der NICHTBEZUG von Leistungen bei andauernder Arbeitslosigkeit WEGEN zu hohem Vermögen.
        Während des Bezuges von Alg1 liegen also sowohl Beitragszeiten (wg. der reduzierten Beiträge der Agentur aus dem Bemessungsentgelt), als auch beitragsgeminderte Zeiten (eben wg. der „Reduzierung“) vor, die ggf. bei der Gesamtleistungsbewertung zu berücksichtigen (also u.U.“hoeherzuwerten“)
        sind.
        Nach Verbrauch/Inanspruchnahme der max. beschiedenen Alg1-Anspruchsdauer ist der Grund des Nichtbezuges ja nicht etwa ein zu hohes Vermoegen, sondern der Verbrauch der Versicherungsleistung.
        Moechte also jemand anschliessend den Status „Nichtbezug von Leistungen nur wg. zu hohem Vermoegen“, und damit weitere Anrechnungszeiten erreichen, fuehrt m.M.n. kein Weg an der Beantragung von Grundsicherungsleistungen (vulgo:Hartz 4) vorbei.
        Denn nur DIESE werden ja wg. Berücksichtigung vorhandener Vermoegenswerte NICHT gewährt.

        Dementsprechend bewegt man sich dann im Aufgabenbereich des Jobcenters bzw. der KOBA und unterliegt den dortigen Regelungen und Pflichten???
        Darüberhinaus muss dann die Arbeitslosmeldung (AL ohne Leistungsbezug) alle 3 Monate erneuert werden.

        Gruesse
        ratatosk

        • „fuehrt m.M.n. kein Weg an der Beantragung von Grundsicherungsleistungen (vulgo:Hartz 4) vorbei.“

          Nein. Das ist definitiv nicht so!
          Es reicht aus, gegen Ende des ALG-Anspruches der Agentur zu signalisieren, dass man weiter gemeldet bleiben möchte, um z.B. die RV-Zeiten zu sichern.

          Gruß, Der Privatier

          • Danke für die Aufklärung, da hab ich wohl zu pessimistisch gedacht.

            Gruesse
            ratatosk

  14. Hallo zusammen

    Nächste Woche ist es soweit Ich werden meinen Aufhebungsvertrag Unterschreiben nun möchte Ich mich nochmal absichern ob Ich das richtig gelesen bzw. Verstanden habe .

    Ausscheidungstermin ist am 31.11.2020

    Im Prinzip habe Ich 2 Möglichkeiten

    Version 1

    Am 7.8.2020 Arbeitssuchen melden
    Am 1.12.20 Arbeitslos melden
    Nach Feststellung des Anspruches wieder bei der Arbeitsagentur komplett abmelden
    Dadurch wird der Anspruch des Arbeitslosengeldes für 4 Jahre gesichert
    Arbeitslosengeldanspruch für 18 Monate minus Sperre 3 Monate wegen Arbeitsaufgabe
    Ergibt Anspruch auf 15 Monate

    Version 2

    Am 31.11.20 Auscheidedatum
    Dispojahr 01.12.20 bis 31.11.21
    01.12.21 Arbeitslos Meldung um Anspruch festzustellen und nach Bescheid wieder Abmelden
    Ergibts Arbeitslosengeldanspruch für 18 Monate

    Hab Ich noch was übersehen es geht dann in meinem Fall um 3 Monate mehr Bezugszeit des Arbeitslosengeldes ?

    Wie anderen Beiträgen schon erwähnt macht es Sinn das ganze mit dem Arbeitsamt vorher abzusprechen ?

    Im vorraus Vielen Dank und noch einen schönen Sonntag

    • Mein Kalender kennt keinen 31. November, ich steiche einen im Gedanken weg.

      Version 1
      Es gibt nicht nur 3 Monaten Sperre, sondern auch eine Kürzung der Anspruchsdauer um insgesamt 25%. Damit wären wir bei viereinhalb Monaten weniger oder 13,5 Monaten Bezug von ALG1.

      Version 2:
      Wegen der verlängerten Rahmenfrist würde auch eine AL-Meldung mit Wirkung zum 1.1.2022 funktionieren. Egal ob 1.12.2021 oder 1.1.22, es gäbe dann die 18 Monate.
      Bis vor kurzem hätte ich gesagt, melde dich zum Ende des Dispojahres persönlich arbeitslos. Nach dem Bericht des Kommentators Gad würde ich das Dispojahr nur noch nach vorheriger Absprache mit der Agentur durchführen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sagt die dann „alles ok, melden Sie sich Dezember 2021 wieder bei uns“ und gut ist.

      • Sorry ja sollte der 30.11 heißen ;-).

        Danke für Deine Antort dann werde Ich das mal mit denen Besprechen.

        Viele Grüße

        • Sag bitte bescheid, was die antworten.
          Momentan scheint nur die Agentur in Nürnberg diese besondere Art des Dispojahres zu praktizieren. Jede positive Meldung ist ein weiterer Beleg, dass es wirklich nur in Nürnberg so gehandhabt wird.

    • n’Abend Razz,
      -bei Version 1 verkürzt sich die Anspruchsdauer wg. Aufgabe des Arbeitsverhältnisses nicht nur um die Dauer der Sperrzeit von 12 Wochen, sondern eben wg. der Verhängung einer Sperrzeit von mind. 12 Wochen um insgesamt 25% auf dann 13,5 Monate.

      Eine rechtzeitige Absprache mit der Agentur bzgl. Dispojahr kann nicht schaden.
      Wann diese erfolgt, muss jeder selbst entscheiden.

      Gruesse
      ratatosk

    • Ich möchte noch etwas ergänzen:

      Bitte beachten: Es wird in Kürze hier zwei neue Beiträge geben (der erste am 4.Aug.20), die eine etwas geänderte Vorgehensweise beim Dispojahr vorschlagen. Bitte auf jeden Fall lesen! Hier geht’s zum Beitrag: Einen Tag länger

      Gruß, Der Privatier

  15. Ein Widerspruch in sich – Oder – Wie die Agentur Datumsangaben vertauscht

    Ein Kommentar zum Beitrag von Gad: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/#comment-29027

    Vorbemerkung: In Gads Beitrag heißt es im Antworttext der Agentur, man müsse sich arbeitslos melden, um disponieren zu können.
    „Unser Dispositionsjahr“ passt da nicht 100%ig hinein. Das sollten wir in den weiteren Diskussionen sauber auseinander halten.

    Nun aber zum Widerspruch im Text der Agentur:
    Zitat: „Ihr Beschäftigungsverhältnis endet zum 30.09.2020. Tag des Ereignisses, das die Sperrzeit begründet(,) ist folglich der 30.09.2020 und die Sperrzeit beginnt am 01.10.2020.“
    Die Unterscheidung der beiden Daten ist sehr wichtig, wie wir sehen werden.

    In § 148 Abs. 2 Satz 2 SGB III heißt es (gekürzt):
    „In den Fällen des Absatzes 1 Nummer (…) 4 entfällt die Minderung für Sperrzeiten bei (…) Arbeitsaufgabe, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, (…) länger als ein Jahr zurückliegt.“
    Dieser Satz ermöglicht uns „unser Dispositionsjahr“.

    Im weiteren Verlauf des Textes heißt es:
    „Ihr Anspruch würde bei Disposition von 1 Jahr zum 01.10.2021 entstehen. Die 12-Monats-Frist würde sich somit vom 01.10.2020 bis 30.09.2021 bilden. Die Sperrzeit tritt zum 01.10.2020 ein und liegt damit in der 12-Monats-Frist (…).“

    Der Text beschreibt zwar den Zeitverlauf korrekt, es werden aber die falschen Schlussfolgerungen gezogen, denn die Agentur rechnet hier mit dem Beginn der Sperrzeit.
    Laut §148 SGB III ist der Tag davor maßgeblich („das Ereignis, das die Sperrzeit begründet“).
    Das Datum des Ereignisses, das die Sperrzeit begründet, ist aber sogar laut Text der Agentur der 30.09.2020 (s.o.)!

    Der 30.09.2020 ist am 01.10.2021 definitiv einen Tag länger als ein Jahr her. Ein ungekürzter Anspruch auf ALG I sollte also ab diesem Datum möglich sein.

    P.S.:
    Im nächsten Beitrag des Privatiers zur geänderten Vorgehensweise beim Dispojahr, auf den wir alle sehnsüchtig warten, werden hoffentlich die verschiedenen Berechnungsmodelle zur Ermittlung der Zeitspanne dargestellt, die eine fristgerechte ALG I-Meldung ermöglichen.
    Dann sind wir wohl tatsächlich nicht auf nur einen einzigen Tag für die Meldung festgelegt, sondern können, je nach Alter und Vorversicherungszeiten, aus mehreren Tagen wählen.

    Bert.

    • @Bert: Kompliment. Sehr gut aufgepasst! Das ist mir beim ersten Lesen des angesprochenen Kommentars gar nicht aufgefallen. Danke für den Hinweis.

      Gruß, Der Privatier

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