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Änderungen in der Depot-Struktur 2017 — 12 Kommentare

  1. Vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen.
    Mit dem Crowdinvestment in Immobilien habe ich selbst bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das Problem ist – wie Du auch erwähnt hast:Man Investiert eben gerade nicht in Immobilien, sondern in Nachranganleihen von Projektentwicklern. Warum zahlen diese dann 5-7% an die Crowd-Investoren? Na ja, weil die Banken ihnen kein Geld mehr geben, es ist schlichtweg zu riskant.
    Ich habe 3 Investitionen getãtigt: Bei einer wurde die Zinszahlung derzeit ausgesetzt, weil die Projekt-Firma in Zahlungsschwierigkeiten steckt. Ich hoffe sie geht nicht Konkurs, denn bei einer Nachranganleihe sehe ich mein Geld dann wohl nicht wieder. Die zweite war sehr attraktiv, weil man auch an der Wertsteigerung des Objektes beteiligt wurde. Offensichtlich war dem Initiator jetzt aber die Wertsteigerung zu gross und so hat er von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und die Anleihe nach nur zwei Jahren (anstatt 5 Jahren Laufzeit) zurückbezahlt. Das dritte Investment ist jetzt im 2 Jahr und läuft ok. Trotzdem, bei der einzigen Investition, die sich wirklich gelohnt hätte wird man quasi vor die Tür gesetzt (wer liest schon das Kleingedruckte)und die beiden anderen sind im Durchschnitt definitiv schlechter als ein REIT oder offener Immofonds.
    Ausserdem – es ist sehr schwierig aus diesen Crowdinvestments herauszukommen, die Anteile sind praktisch nicht handelbar – auch wenn manche Anbieter eine Platform anbieten.
    Unsgesamt lief es für mich also eher enttäuschend, ich hoffe Du hast mehr Glück.

    • „Warum zahlen diese dann 5-7% an die Crowd-Investoren? Na ja, weil die Banken ihnen kein Geld mehr geben, es ist schlichtweg zu riskant.“

      Das ist so nicht richtig. Banken finanzieren (zu normalen/günstigen Konditionen) immer nur bis zu einem gewissen Prozentsatz. Den Rest muss der Projekt-Entwickler als Eigenkapital vorweisen. Und damit er sein zur Verfügung stehendes Eigenkapital nicht in einem (oder wenigen) Objekten binden muss, ergänzt die Crowd das Eigenkapital. Der Projekt-Entwickler kann auf diese Weise parallel mehrere Projekte realisieren, was seine Rendite auf das Eigenkapital enorm steigern kann (Hebeleffekt).

      Ansonsten sind die Einwände schon berechtigt und die höhere Rendite wird sicher mit einem höheren Risiko (und mangelnder Liquidität) bezahlt. Ich selber habe gerade von der Insolvenzeröffnung eines meiner Projekte (Zinsland – Luvebelle) erfahren. Es ist dann damit wohl das erste aus dem Bereich des Immobilien-Crowdfunding.

      Gruß, Der Privatier

  2. Heute steht im Handelsblatt, dass gestern das Insolvenzverfahren gegen den Bauträger des Zinsland-Luvebelle-Projekts eingeleitet wurde und dass das Geld der Schwarminvestoren vermutlich komplett verloren ist. Mir als Privatier sind solche Investments zu riskant. Das muss aber jeder jeder selbst entscheiden. Wie du schon sagst: Rendite ohne Risiko gibt’s halt nicht (5 Euro ins Phrasenschwein). Drücke euch die Daumen, dass die anderen Projekte ein gutes Ende finden.

    • „Mir als Privatier sind solche Investments zu riskant. Das muss aber jeder jeder selbst entscheiden.“

      Vollkommen in Ordnung. Ich will auch hier niemand zu irgendwas überreden. Aber beim Blick auf das Risiko muss man natürlich auch immer das Gesamtbild betrachten.
      Bei mir besteht der aktuell ca. 11%ige Depotanteil beim Crowdinvesting aus ca. 50 Projekten. Wenn wir ein bisschen runden, sind das gerade mal 0,2% für ein Projekt.

      Und natürlich ärgert es mich auch gewaltig, wenn da eines von ausfällt. Keine Frage.
      Aber einige „Schwergewichte“ im Bereich Aktien haben dagegen schon mal einen Depotanteil von 4%-5%. Und wenn die im Laufe eines Jahres mal eben um 10% im Kurs zurückgehen, sind das aufs ganze Depot bezogen dann 0,4%-0,5%. Das ist mindestens genau so ärgerlich.

      Natürlich kann man bei Aktien davon ausgehen, dass sie sich irgendwann erholen, wohingegen ein insolventes Crowd-Projekt für immer verloren ist. Die Praxis zeigt allerdings, dass Aktien schon mal dazu neigen, eine Abwärtsbewegung fortzusetzen.

      Wer vor einigen Jahren mal gemeint hat, dass solche „seriösen“ deutschen Blue-Chips wie Deutsche Bank, Commerzbank, E-On oder RWE nur wenig Risiko beinhalten, der weiß heute, was ich meine. Oder wenn ich an Solarword oder Nordex erinnern darf. Gerade aktuell: Steinhoff.

      Auch Aktien und Anleihen sind nicht ohne Risiko. Entscheidend ist die Diversifikation.

      Gruß, Der Privatier

  3. Das ist wohl richtig mit der Diversifikation. Ich glaube aber, waehrend bei Aktien die meisten Leute die Risiken durchaus verstehen, vielleicht sogar ueberschaetzen – und auch durch eine Vielzahl von Produkten auch reduzieren koennen (ETFs, Zertifikate, Puts), sind die Crowdinvestments in Immobilienprojekte eben einigermassen neu.
    Und so wie sie beworben werden “Investieren Sie in Immobilien” ist es eben fuer unerfahrene Anleger schon etwas irrefuehrend.
    Vielleicht sollte jemand mal einen Dachfonds fuer solche Investitionen auflegen, das wuerde dann die Muehen sparen 50 Einzelinvestitionen zu taetigen, was ja adminstrativ auch recht aufwendig sein kann.
    Ich stimme zu – in der richtigen Mischung und Verteilung, kann es eine sinnvolle Ergaenzung sein – wenn man versteht, dass es 5-8% Zinsen nicht geschenkt gibt.

  4. „…habe ich alle bislang gehaltenen Staatsanleihen vor kurzem verkauft“

    Privatier:
    „Da würde mich doch einmal interessieren, was Du stattdessen gekauft hast.
    Oder noch besser: Wie Du aktuell Dein Vermögen aufgeteilt hast.

    Falls Du überhaupt etwas dazu schreiben möchtest, wäre das dann besser bei dem kürzlich erschienenen Beitrag über meine aktuelle Depot-Struktur aufgehoben.“

    Hallo Privatier,
    auf deine Bitte hier
    https://der-privatier.com/kap-6-8-rente-erhoehen-freiwillige-beitraege/#comment-13589
    ein paar Worte zu meiner AA: Kurz zusammengefasst agiere ich auf der Basis, dass es mit einer zunächst optimierten Anlagestrategie viel leichter ist, die spätere Entnahmephase zu planen. Der Schlüssel dazu ist nach meiner fast 20-jährigen Erfahrung die Kombination von möglichst vielen sehr gering bis negativ korrelierten Anlagen mit aktienähnlicher Rendite und Volatilität sowie „Opportunistic Rebalancing“.

    Unter den beiden u.a. Links ist alles detailliert beschrieben und kontrovers diskutiert. Daher verzichte ich hier auf weitere Wiederholungen, stehe aber gern auch für kritische Fragen zu meinem eher unkonventionellen Vorgehen zur Verfügung. Aber zur Warnung: Klingt einfach, aber der Teufel steckt im Detail und ist nichts für schwache Nerven mit unzureichenden Statistik-Kenntnissen auf Uni-Niveau!

    Ab hier findest du einiges dazu im ganz ähnlichen Frugalisten-Blog:
    https://frugalisten.de/von-den-zinsen-leben-entnahmestrategien/#comment-2583

    und in meinem „Interview“ im Freiheitsmaschinen-Blog:
    http://freiheitsmaschine.com/2017/11/17/millionaer-werden-sein-interview-nr-8-smartinvestor-power-of-antifragilitaet-zinseszins/

    • Vielen Dank für die Links,

      inzwischen habe ich einiges davon gelesen, allerdings nicht alles. Dafür ist es mir zu viel und auch zu speziell. An einigen Stellen habe ich mich auch mit den angeführten Theorien und Quellen in keiner Weise beschäftigt.

      Insofern ist es sicher auch für den durchschnittlichen Leser schwierig, daraus einen Erkenntnisgewinn zu entnehmen. Dein Erfolg scheint Dir ja zumindest bisher Recht zu geben und es wäre sicher einmal interessant, sich mit den in den Links aufgeführten Publikationen einmal näher zu befassen. Mal sehen…

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Smartinvestor,

    warum hast Du nicht von Anfang an erwähnt, dass Du dich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt? Hab Dich eher für einen Anfänger in Geldanlagen gehalten!
    Wie sieht denn aktuell Dein Depot aus? Welche Anlageklassen, die ähnliche Renditen wie Aktien aufweisen hast Du im Depot? Vielleicht kannst Du mehr in die Praxis gehen.

    • Mit dem Hauptthema hier „Rentenplanung beschäftige ich mich ja erst seit wenigen Monaten, mit dem anderen etwas länger, ja.

      Hier findest du mein aktuelles Depot mit vielen praktischen Hinweisen:

      http://freiheitsmaschine.com/2017/11/17/millionaer-werden-sein-interview-nr-8-smartinvestor-power-of-antifragilitaet-zinseszins/#comment-935

      30% Aktien-ETFs:
      • 7,5% VANGUARD FTSE EMERGING MARKETS UCITS ETF – USD DIS A1JX51
      • 7,5% VANGUARD FTSE NORTH AMERICA UCITS ET – USD DIS A12CXY
      • 15% VANGUARD FUNDS FTSE DEVELOPED EUROPE UCITS ETF – EUR DIS A1T8FS

      30% REIT-ETFs:
      • 7,5% ISHARES ASIA PROPERTY YIELD UCITS ETF – USD DIS A0LEQL
      • 15% ISHARES EUROPEAN PROPERTY YIELD UCITS ETF – EUR DIS A0HGV5
      • 7,5% ISHARES US PROPERTY YIELD UCITS ETF – USD DIS A0LEW6

      40% Liquid Alternatives:
      30% CTA/Managed Futures:
      • 10% DB PLATINUM IV SYSTEMATIC ALPHA – I1C USD ACC A0YDDW
      • 10% MAN AHL TREND ALTERNATIVE USD – IN ACC A1CXLA
      • 10% SEB 3-Ass.Selection Opportun. Actions Nom.IC (EUR) o.N. A0NGJK

      10% Global Macro:
      • 10% NORDEA 1 ALPHA 15 MA FUND – BI EUR ACC A1JHT2

      Ich möchte aber ausdrücklich davor warnen, das ohne tiefe Einarbeitung in das
      theoretische Grundlagenwissen und gutes verifiziertes Verständnis zu übernehmen! Von daher würde ich dich bitten, meine umfassenden Ausführungen unter den o.a. Links zu lesen – die sind für „Fachfremde“ geschrieben – und dann nach konkreteren offenen Punkten zu fragen.

  6. Ich übernehme grundsätzlich keine Anlagemöglichkeiten, ohne sie selbst zu verstehen. Ich wollte nur wissen wie die Streuung aussieht und werde mich mal etwas einlesen. Bei Fragen melde ich mich. Danke für die Info!

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