Kommentare

Endgültige Ausfälle von Kapitalforderungen kein steuerlicher Verlust — 4 Kommentare

  1. Vielen Dank an den Privatier.
    Es steckt aber noch eine weitere Verschlechterung drin.

    > Kapitalertragsteuerabzug bei Kapitalanlage über eine Internet-Dienstleistungsplattform
    Der neue § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 Buchst c EStG-E soll regeln, dass die Einkommensteuer auf Zinsen auch dann durch Abzug vom Kapitalertrag erhoben wird, wenn die Zinsen aus einer Forderung stammen, die über eine Internet-Dienstleistungsplattform erworben wurde (z.B. Crowdlending). Ergänzend hierzu soll nach § 44 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1c EStG-E der inländische Betreiber einer Internet-Dienstleistungsplattform oder die inländische Zweigniederlassung eines ausländischen Betreibers die für den Kapitalertragsteuereinbehalt verantwortliche auszahlende Stelle sein.

    Folge:
    Beim Crowfunding haben es die Anbieter bisher unterschiedlich gehandhabt, ob Sie sofort KapSteuer/Soli/Kirche abgezogen haben oder nicht.
    So haben z.B. Bergfürst (tlw.), Exporo, iFunded, Zinsbaustein brutto für netto ausbezahlt (= Liquiditätsvorteil), andere aber mit Abzug, z.B. Bergfürst (tlw.), ZINSLAND.
    Bei brutto für netto waren halt dann die entsprechenden Eintragungen in der Anlage KAP der Steuererklärung zu machen.
    Wer ein wenig mehr anzulegen hat, kommt bei Diversifikation um die Anlage KAP ohnehin nicht rum.
    Für Banken aus der EU, die in D nur eine Betriebsstelle unterhalten (dafür braucht man keine BaFin-Genehmigung) oder z.B. über Weltsparen laufen gilt letztlich das gleiche.

    • Das ist eine weitere Änderung – richtig. Aber dass es eine „Verschlechterung“ sein soll, kann ich zumindest für mich selber nicht erkennen. Gut, man hat bisher bei den Plattformen, die keine Abgeltungssteuer abführen, einen gewissen Liquiditätsvorteil. Das hält sich aber doch arg in Grenzen und ist für mich persönlich zumindest kein entscheidender Faktor.

      Trotzdem Danke für den Hinweis. Es ist gut zu wissen, dass sich in diesem Bereich auch etwas ändern wird.

      Gruß, Der Privatier

  2. Ich halte es in der Bewertung mit Peters letztem Absatz. Wenn ich Kapital mit Gewinnerzielungsabsicht anlege und den Gewinn versteuern muss, dann sollte ein (Total-)Verlust selbstverständlich absetzbar (und verrechenbar) sein. Für mich ist das Kirschenpickerei: wenn es gut läuft bekommt der Staat die Steuer, wenn es schlecht läuft bleibt der Betreffende auf dem Schaden sitzen. Ist bei Gewerbeneugründung genauso: bei Erfolg Steuerlast, bei Misserfolg Rückforderung der Steuervorteile.

    • Aber grundsätzlich kann man ja bei Kapitaleinkünften Verluste mit Gewinnen verrechnen. Das ist ja nicht das Problem und das ist auch in Ordnung so.

      Ich kann nur nicht nachvollziehen, warum es einen (gravierenden!) Unterschied zwischen einem Verlust von z.B. 99% und einem von 100% geben soll. Das ist unlogisch, nicht systemkonform und meiner Meinung nach auch auf lange Sicht nicht haltbar.

      Gruß, Der Privatier

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