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Kap. 3.3.1.1: Hinweise zur Fünftelregel: Grundlegendes — 100 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Ranning,

    ich bin sehr erfreut darüber Ihre Internetseite gefunden zu haben. Einen riesen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung die sie für all diese Menschen leisten. Sie gehören für mich zu jenen, die man Hoffnungsschimmer nennt.

    Leider bin ich ein wenig spät auf Ihre Seite gestoßen, nachdem ich mehr als ein halbes Jahr dutzende Internetseite besucht, und die unterschiedlchen Instanzen hoch und runter kontaktiert habe.

    Ich schildere Ihnen meinen Fall, und frage mich ob ich richtig damit liege, dass es eine Herausforderungen deluxe ist.

    Ich wurde nach 17 Jahre Beschäftigung sechs Monate freigestellt und bin zum 28.2.18 gekündigt. Die Abfindung die im Aufhebungsvertrgag vereinbart worden ist wurde Ende Januar 2018 ausbezahlt. Nach Unterzeichnung meinens Aufhebungsvertrages wurde ich schwanger. Unser Baby kommt Anfang Mai auf die Welt. Ich wurde vom Arbeitsamt nicht gesperrt, da es hierfür gute Gründe gab. Ein Lob an dieser Stelle ans Arbeitsamt. Da ich Teilzeit beschäftigt bin, hat man mir die Anrechnungstage von 30 Tage auf 20 Tage runtergeschraubt, wogegegen ich Einspruch eingereicht habe.
    Nun, ich bekomme auch wenn wirklich wenig ab dem 1.März Arbeitslosengeld, bin auch Krankenverischert etc. Mein Mutterschutz beginnt ca. Mitte März und ab Mai würde ich Elterngeld beziehen.
    Wie verhält sich das Ganze nun?
    a) Kann ich ab 15. März pausieren? Und dann nächstes Jahr in der gesamt errechneten Höhe den Rest-Anspruch auf Arbeitslosengeld weiter beziehen?
    b) Werden in der Einkommenssteuererklärung 2018 Mutterschaftgeld,Elterngeld und Arbeitslosengeld als Einkommen berechnet?

    MIr wurden von meinem Arbeitgeber bereits ca. 20% von der Abfindung als Lohnsteuer abgezogen. Die Fünftelregelung kann ich anwenden, da mein Einkommen dieses Jahr incl. Abfidnung höher liegt als letztes Jahr.

    • „Sie gehören für mich zu jenen, die man Hoffnungsschimmer nennt.“

      Leider gehöre ich in diesem Falle zu jenen, die keinen Schimmer haben… 😉

      Im Ernst: Die ganze Thematik rund um Mutterschaftsgeld und Elterngeld habe ich mir nie angesehen und das lässt sich auch nicht „mal eben“ in fünf Minuten nachgucken.

      Ich könnte jetzt hier ein paar Vermutungen aufstellen, aber das halte ich für wenig sinnvoll. Unabhängig davon kann ich aber dennoch ihre Fragen beantworten:

      Zu a) Sie können sich jederzeit aus der Arbeitslosigkeit abmelden und diese dann später wieder anmelden (innerhalb von vier Jahren). Allerdings werden Sie während dieser Zeit dann auch auf die bereits erwähnten Vorteile verzichten müssen (KV/PV, RV). Ich fürchte, dass das Mutterschaftgeld auch an den Status: „Beruftstätig oder Arbeitslos“ gebunden ist..

      Zu b) Mutterschaftgeld, Elterngeld und Arbeitslosengeld zählen zu den sog. Lohnersatzleistungen und sind zwar selber steuerfrei. Sie erhöhen aber über den Progresssionsvorbehalt den Steuersatz.

      Mutterschaftsgeld ist ja (soweit ich weiß) eine Leistung der Krankenkasse. Fragen Sie doch einfach dort einmal nach, ob die Zahlungen auch weiter erfolgen, wenn Sie nicht mehr arbeitslos gemeldet sind.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo,
      vielen Dank fuer Ihre vielen Informationen. Ich habe eine Frage zur Fuenftelregelung bei Wertguthaben bzgl. Störfall. Der Arbeitgeber hat die Fuenftelregelung bei Auszahlung eines angesparten wertguthaben ueber mind. 5 Jahre nicht angewandt. Wird dies bei der einkommensteuererklaerung berücksichtigt und was kann/muss ich dazutun?

      • Wenn ich einmal davon ausgehe, dass sich die Angabe „über mind. 5 Jahre“ auf den Ansparzeitraum bezieht, so kann die Fünftelregel bei der Auszahlung zur Anwendung kommen. Ein AG hat aber oftmals nicht alle Informationen verfügbar, um sämtliche Voraussetzungen prüfen zu können und macht dies dann (vorsichtshalber) nicht.

        Im Rahmen der Einkommensteuererklärung kann dies dann aber durch das Finanzamt nachgeholt werden.

        Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,

    ich verstehe es so, dass die Bruttoabfindung im Jahr der Abfindungszahlung über dem Bruttoeinkommen des Vorjahres liegen muss, z.B. Gehalt + Mieteinnahmen + Kapitalerträge etc., damit die Fünftelregelung greift. Beispiel: Einnahmen im Vorjahr der Abfindung: 100k€. Abfindung im Folgejahr: 105 k€ -> Fünftelregelung greift.
    Wären es 95k€, so würde Fünftelregelung nicht greifen. Ist das korrekt ?

    Wie verhält es sich, wenn nun im Jahr der Abfindung von der Abfindungszahlung sagen wir 30 T€ in die Rürup-Rente eingezahlt wird, dann müsste ja dieser Betrag zur Berechnung der Fünftelregelung von der Bruttoabfindung abgezogen werden.
    Beispiel: wie oben. Abfindung 105 k€ – 30k€ = 75 k€. Greift nun die Fünftelregelung, weil die 105 k€ höher sind als die 100k€ im Vorjahr oder zählen die 70 k€ und die
    Fünftelregelung greift nicht ?

    • Die Fünftelregel kann auch angewandt werden, wenn höhere Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen reduzieren. Das ist kein Problem.
      Erklärung: Umgangssprachlich werden die Begriffe „Einnahmen“, „Einkünfte“ und „Einkommen“ meistens nicht streng getrennt (so auch z.B. in obiger Frage). Im Steuerrecht besteht da aber in großer Unterschied!
      Und bei der Fünftelregel geht es aber um eine Zusammenballung der Einkünfte, hier im Beispiel also um die Zusammenballung der Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit.
      Das zu versteuernde Einkommen (welches sich nach Abzug der Sonderausgaben ergibt) spielt dabei keine Rolle.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo,
    Top Seite, besser geht es nicht!
    Frage: Wenn die Fünftelregelung angewandt wird, führt der Arbeitgeber bereits nach der Fünftelregelung die Versteuerung durch oder muss ich das Geld beim Finanzamt über die Einkommensteuererklärung wieder zurückholen?

    Thomas

  4. Hallo zusammen!
    Der AG hat bei mir die Fünftelregelung angewendet. Die Kriterien für die Zusammenballung der Einkünfte habe ich verstanden. Jetzt wollte ich nur noch mal sicher gehen, dass es nicht irgendeinen Mindestbetrag gibt, um den die Abfindung bzw. die Einkünfte im Folgejahr höher sein müssen als im Vorjahr. Da habe ich einfach mal bei meinem FA angerufen….ha ha!!! Ich glaube, ich könnte da locker arbeiten! Die Dame hatte null Ahnung und hat das auch zugegeben! Sie „glaubt“ nicht an einen Mindestbetrag, aber ganz ehrlich, da hätte ich auch beim Friseur nachfragen können! Hat jemand womöglich schon mal die leidige Erfahrung gemacht, dass die Anwendung der Fünftelregelung vom FA abgelehnt wurde, aufgrund der Tatsache, dass die Überschreitung der Vorjahreseinkünfte nicht hoch genug war? Denn jetzt könnte ich das noch steuern mit der Abmeldung von ALG I. Vielen Dank für eine Rückmeldung! VG Patrick

    • Ich „glaube“ auch nicht an einen Mindestbetrag. 😀 😀

      Nein, im Ernst: Die Regelung heisst einfach, dass die Einkünfte inkl. Abfindung „höher“ sind müssen, als es bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältisses der Fall gewesen wäre.

      Für den Normalfall sehe ich da auch keine Gefahren. Was natürlich immer zu Diskussionen führen kann, sind Fälle, in denen unregelmäßige Zahlungen (wie Provisionen, Boni u.ä.) eine Rolle spielen. Das führt aber eigentlich regelmäßig zu Diskussionen, nur kann es dann kritisch werden, wenn die Art der Berücksichtung mal zu Unter- oder Überschreitung führt.

      Aber einen Mindestabstand gibt es nicht.

      Gruß, Der Privatier

  5. Vielen Dank für die Einschätzung! Die Boni-Diskussionen hätte ich auch führen können, da in 2017 Bonuszahlungen für 2 Kalenderjahre drin sind, die ja normal nicht in einem KJ angefallen wären, wenn das Arbeitsverhältnis fortgesetzt worden wäre. Aber da mir das zu riskant und nervig ist, habe ich dafür gesorgt, dass die Einkünfte in 2018 (Abfindung plus ALG) den Betrag aus 2017 (inkl. Bonuszahlungen) übersteigen. Vielen Dank noch mal!!! VG Patrick

  6. Hallo Privatier,

    danke für die hilfreichen Hinweise.

    Frage: Kann ich durch Einmalzahlung in eine Versicherung (z.B. Riesterrente) max. Betrag 32.000 € Steuern sparen?

    Über ein kurzes feedback würde ich mich freuen.

    Gruß Thomas

    • Eine Einzahlung in die Altersvorsorge (nicht in eine Versicherung!) ist ein gutes Mittel, die Steuerbelastung zu senken. Riester ist aber am ungeeignesten, da es hier sehr enge Grenzen gibt. Deutlich besser sind die sog. Basis-Versicherungen wie: Gesetzl. Rente, Rürup-Rente oder berufsständische Versicherungen.

      Wieviel man aber am Ende dann an Steuern spart, hängt sehr vom Einzelfall ab und lässt sich nur anhand konkreter Zahlen berechnen.

      Zu den Einzahlungsmöglichkeiten und deren steuerlicher Wirkung gibt es hier eine ganze Reihe von Beiträgen. Am besten einmal oben rechts die Suchfunktion benutzen.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier,

    bin zufällig auf Ihre Internetseite gestossen, welche ich mit Interesse verfolgt habe.

    Bin persönlich dadurch betroffen, dass ich zum Jahresende ausscheide (werde im Dezember 56) und dann im Januar meine Abfindung erhalte. Im Vorfeld hatte ich einen Termin mit einem Beratungsunternehmen welches von meinem AG iniziert wurde.

    Die auf die errechnete Abfindung zu zahlende Steuer (5tel-Regelung) übernimmt vollständig mein AG – Auf das Dispositionsjahr wurde ich auch seitens des Beraters hingewiesen. Es wurde auch ein STB hinzugezogen, welcher mich darauf hingewiesen hat für 2019 eine Einzahlung in die Rentenkasse zu leisten (Altervorsorgeaufwendung, da meine Frau ja auch noch ein laufendes EK bezieht.
    Alles in Allem decken sich die Informationen seitens des Beratungsteams mit den von Íhnen und den vielen Gastkommentaren.
    Bin gespannt wie die weitere Betreuung verläuft wenn es in die „Heiße Phase“ geht.

    VG Alex

    • „Alles in Allem decken sich die Informationen seitens des Beratungsteams mit den von Íhnen und den vielen Gastkommentaren.“

      Dann haben Sie ein gutes Beratungsteam! 😉
      Ganz im Ernst: Die Themen hier auf der Seite sind schon sehr speziell und noch lange nicht jeder „Fachmann“ kennt sich mit den Fragestellungen aus. Und das gilt sowohl für die Personalabteilungen in den Unternehmen, für evtl. konsultierte Anwälte und Steuerberater, als auch die Mitarbeiter in Ämtern und Behörden.
      Falls es daher mal nicht so läuft, wie gedacht: Hartnäckigkeit ist oberstes Gebot!

      Gruß, Der Privatier

  8. Guten Tag Herr Ranning, ist es nicht so, dass als weitere wichtige Voraussetzung zur Anwendung der Fünftelregelung der Arbeitnehmer das „schadenstiftende Ereignis“ (-> sprich Aufhebungsvertrag) nicht selbst herbeigeführt haben darf bzw. er unter nicht unerheblichen rechtlichen, wirtschaftlichen oder tatsächlichen Druck gestanden haben muss? Das Finanzgericht Münster entschied mit Urteil vom 17.03.17, 1 K 3037/14 E zu Gunsten des Klägers mit der Begründung, dass es bereits ausreiche, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gegensätzliche Interessenlage bestand (z.B. auferlegtes Einsparprogramm?). Leider ist die Beklagte in Revision gegangen und das Verfahren (IX R16/17) ist noch am Bundesfinanzhof anhängig. Bei einem Aufhebungsvertrag ist ja eine Mitwirkung beider Parteien notwendig, was ja auch unter anderem die Sperrzeit bei Beantragung des ALG1 rechtfertigt. Mich würde nun interessieren wie generell die Erfahrungswerte sind bei Anwendung der Fünftelregelung in Zshg. mit einem einvernehmlichen Aufhebungsvertrag. Vielen Dank. MfG Steini

    • Tja, interessante Rechtsauffassung, die da von dem FA vertreten wird. Ich glaube kaum, dass die vor dem BFH Bestand haben wird.

      Ich empfinde die Auffassung auch schon deshalb als abwegig, da aus meiner Sicht am Ende ein Aufhebungsvertrag ja immer einvernehmlich unterzeichnet wird. Nach etwaigen langen Verhandlungen oder sogar Gerichtsprozessen sind sich dann beide Parteien einig, den Arbeitsvertrag unter bestimmten Kondition zu beenden. Einvernehmlich.

      Mir sind jedenfalls keine weiteren Fälle bekannt, bei denen die Anwendung der Fünftelregel mit einer ähnlichen Argumentation verweigert wurde.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Herr Ranning.
    Großartige und vor allem hilfreiche Seite und ein tolles Buch! Dennoch eine Frage 🙂
    Mal das ideale Szenario vorausgesetzt (Zahlung der Abfindung im Januar) gehen die hier genannten Beispiele immer davon aus, das im Jahr der Zahlung kein weiterer Verdienst dazu kommt. Man sozusagen aus dem Berufsleben ausscheidet.
    Wie verhält es sich denn, wenn man später im Jahr (oder ein Jahr danach) dann bei einem anderen Arbeitgeber doch wieder eine neue Stelle antritt?
    VG
    Thomas

    • Ich gehe einmal davon aus, die Frage bezieht sich auf die Steuer? (oder was sonst??)

      Wenn im Jahr der Abfindungszahlung weitere Einkünfte durch ein neues Beschäftigungsverhältnis dazu kommen, steigt natürlich die Steuerbelastung. Und zwar teilweise drastisch! Nicht umsonst wird immer der Hinweis gegeben, im Jahr der Abfindungszahlung möglichst keine weiteren Einkünfte zu haben.

      Wird der neue Job erst im Jahr nach der Abfindungszahlung angetreten, hat dies natürlich keinen Einfluss mehr auf die Abfindungs-Steuern.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Herr Ranning

    es gibt einen Urteil:
    „BFH v. 13.03.2018 – IX R 16/17“ was besagt:
    „Zahlt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer im Zuge der (einvernehmlichen) Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung, sind tatsächliche Feststellungen zu der Frage, ob der Arbeitnehmer dabei unter tatsächlichem Druck stand, regelmäßig entbehrlich.“
    https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=37078

    Meine Fragen dazu:
    Muß überhaupt in einem einvernehmlichen Aufhebungsvertrag ein Entlassungsgrund stehen?
    Kann man in so einem Fall (ohne Entlassungsgrund) Fünftelregelung anwenden und wird das von Finanzamt akzeptiert?

    Gruß, Richie

    • Ich bin ja kein Jurist, aber aus meiner Sicht ist das zitierte Urteil ja bereits ein Hinweis darauf, dass die genauen Umstände, die zu einem Aufhebungsvertrag geführt haben, keine entscheidende Rolle spielen.

      Für die Anwendung der Fünftelregel ist es aber wichtig, dass sichergestellt ist, dass es sich bei der vereinbarten Zahlung auch tatsächlich um eine „echte“ Abfindung handelt. Also um eine Entschädigung für in Zukunft entgehende Einkünfte aufgrund des Arbeitsplatzverlustes. Und so etwas lässt sich eben am einfachsten klarstellen, wenn die Gründe für den Arbeitsplatzverlust genannt werden. Geht aber sicher auch anders.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Ranning,

        ich habe im Zuge eines Aufhebungsvertrags Ende Januar 2019 eine Abfindung von 200000 € erhalten. Die Abfindungssumme ist durch einen Sozialplan gedeckelt auf 170000 € hinzu kam eine Schnellentscheider- oder so genannte Turboprämie in Höhe von 30000 €. Im Aufhebungsvertrag wird die Summe von 200000€ nicht getrennt aufgeführt. Auf die Berechnung nach Sozialplan wird hingewiesen. Nun stellt sich mir die Frage ob die Turboprämie auch wirklich vom Finanzamt als Entschädigung nach der 1/5 Regelung ermäßigt besteuert wird? Vom Arbeitgeber wurde die Fünftelregelung angewandt. In Verbindung mit einem Dispositionsjahr läuft es nach Plan. Wenn das Wohnstättenfinanzamt die Turboprämie im nächsten Jahr nicht als echte Abfindung anerkennen würde wäre der steuerliche Vorteile erheblich eingeschränkt und ein Gegensteuern nicht mehr möglich.

        • In letzter Konsequenz wird man wohl nie im Vorraus abschätzen können, wie das jeweilige Finanzamt (bzw. der spezielle Bearbeiter) reagiert.
          Aber gerade wenn im Aufhebungsvertrag nur eine einzige Summe genannt ist, diese mit nur einem Mal (nach Abzug der Steuern) überwiesen wird und dies entsprechend auch in der Steuerbescheinigung des AGs so bescheinigt wird, sehe ich eigentlich keinen Anlass für einen Finanzbeamten an einer „echten“ Abfindung zu zweifeln und dementsprechend die Fünftelregel auf die ganz Summe anzuwenden.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Herr Ranning,

            vielen Dank für die Einschätzung.

            Gruß, Roland

  11. Hallo Herr Privatier,

    ich bin gerade dabei meine Steuererklärung 2017 (also 2018) zu erstellen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Einträge in der Steuererkläung richtig mache, damit die fünftel Regelung greift.

    Ich habe von Januar bis März 2017 Einküfte als Arbeitnehmen bezoge. Meine Abfindung lt. Steuerbescheining ist ausgezahlt worden für den Zeitraum 01.01.-30.06. und zwar als Ermässigt besteuerter Arbeitslohn (Zeile 10 und die Steuer in der Zeile 11).

    Meine Frage ist, bedeutet es nun, dass schon die fünftel Regelung bei der Steuerabfuhr vom Arbeitgeber berücksichtig wurde?

    Und wenn nicht, wie stelle ich sicher, dass die füntel Regelung anzuwenden ist?

    Ich habe 2017 auch keine weiteren Einkünfte bezogen… Kurzzeitprivatiere sozusagen 😉

    Wäre super, wenn Sie da eine Antwort wüssten.

    Vielen Dank.
    Inna

    • Ja, wenn der AG die Abfindung als „ermässigt besteuerter Arbeitslohn“ bescheinigt hat, hat er wahrscheinlich die Fünftelregel bereits berücksichtigt.

      Das letzte Wort hat aber immer das Finanzamt und deshalb muss auf jeden Fall eine Steuererklärung abgegeben werden. Es reicht dabei zunächst aus, die Daten aus der Steuerbescheinigung in die Anlage N der Steuererklärung zu übernehmen (die jeweiligen Zeilennummern stehen immer dabei).
      Falls das Finanzamt weitere Unterlagen benötigen sollte (Aufhebungs-/Arbeitsvertrag, etc.) wird es sich dann schon melden.

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo Herr Ranning
    mein Arbeitvertag läuft bis ende Oktober 2019. Eine Abfindung (175.000 Brutto) bekomme ich im Januar 2020. Laut Abfindungsrechner würde ich ca 136.000 Netto bekommen. Normalerweise würde ich noch im Jahre 2020 eine Erfolgsbeteiligung(EB) bekommen (ca 7.000 Brutto). Wenn ich jetzt mein Abfindung zusammen mit dem EB ausrechne dann komme ich auf einen Betrag von ca 129.000 Netto. Das sind fast 6.700 € Netto weniger als ohne EB. Aus diesem Grund (um Steuer zu Sparen) möchte ich auf das Erfolgsbeteiligung verziehten. Mein Arbeitgeber wäre damit einverstanden.
    Meine Frage:
    Darf ein Arbeitnehmer aus Steuergründen auf ein Erfolgsbeteiligung was ihm zusteht freiwillig verziehten?
    Wird das Finanzamt in so einem Fall probleme machen?,
    und wie sieht es dann aus mit der Fünftelregelung?

    Gruß, Richie

    • Warum die EB nicht in 2019 vorziehen oder in 2020 anderweitig kompensieren?
      Einzahlung Gesetzliche Rentenversicherung, Rürup, Spende an gemeinnützige Vereine und Verbände kann man dazu verwenden. Auch eventuelle Kosten für die Krankenversicherung zählen dazu. Finde ich alles sinnvoller als es dem AG zu schenken.

  13. Vorziehen auf 2019 geht nicht weil erst im Frühjahr 2020 wird es offiziel von Unternehmen bekanntgegeben. Mann könnte 3200 in eine Private Rentenvorsorge steuerfrei einzahlen aber das ganze Rest wird normal Versteuert und in zusammenhang mit der Fünftelregelung geht verloren. Ich wollte das Geld (6.700) einfach auf dem Konto haben statt Spenden und für Alter vorsorgen

    • “ Ich wollte das Geld (6.700) einfach auf dem Konto haben statt Spenden und für Alter vorsorgen“

      Wenn das aber mal nun aufgrund der Steuer nicht funktioniert, dann wäre es aber doch sinnvoller, eine Einzahlung in die Altersvorsorge o.ä. vorzunehmen, oder nicht?

      Ich würde das einmal durchrechnen! Es gibt Fälle, bei denen die Steuerersparnis am Ende sogar größer ist, als die Einzahlung.
      Aber bevor ich das Geld dem Arbeitgeber schenke, oder dem Finanzamt überweise, würde ich es jederzeit lieber in eine Altersvorsorge stecken oder spenden.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich kenne keine Regel, die es verbieten würde, auf Gehaltsanteile zu verzichten.

    • M.E. geht in die GRV mehr rein als 3,2k

      Wenn Kosten für die Krankenversicherung aufkommen, gehen die ja auch davon ab.
      Daher: Was ist bezüglich Krankenversicherung geplant? Selbstzahler oder Unterschlupf in die Familienversicherung? Wenn Selbstzahler, wie lange geplant?

  14. Ich bin ledig (57) und möchte zuerst ein Jahr pausieren. Ich werde 1 Jahr lang bei der Krankenkasse selbstzahler (es wird teuer sein). Danach habe ich vor 1 Jahr ALG 1 zu beziehen. Nach der Arbeitslosigkeit bin ich wieder selbstzahler bei der Krankenkasse bis ich mit 63 Rente bekomme.

    • Die KK ist vor allem dann teuer, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird.
      Wenn die Kündigungsfrist eingehalten und keine weiteren Einkünfte vorhanden sind, kostet es knappe 200€ pro Monat.

      Sofern die KK mitspielt, kann man den 2,5-fachen Jahresbeitrag im Voraus (= im Dispojahr) zahlen und das steuermindernd absetzen, siehe
      https://der-privatier.com/kap-10-2-vorauszahlung-von-krankenkassenbeitraegen/
      Wenn die KK keine Vorauszahlung annimmt, andere KK suchen. Die Techniker KK hat meine Vorauszahlung ohne Murren angenommen und lässt das Guthaben auch (auf meinem Wunsch) während der Arbeitslosigkeit stehen.

      Wenn Du 12 Monate Dispojahr machst, dann beziehst Du noch 2 Monate ALG in 2020. Das ALG ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.
      Entweder kannst Du auch die beiden Monate steuerlich ausgleichen, oder halt Abmeldung Anfang November 202O und den Rest ALG erst ab Januar 2021 beziehen.

      PS: ab 55 gibt es doch 18 Monate und ab 58 sogar 24 (wenn sonst alles stimmt)

  15. ALG1 Normalfall: ab 55 = 18 Monate.
    Bei Sperrzeit kürzung um 1/4 (Ein Viertel).
    Ergibt sich Anspruch auf 13,5 Monate.

    Ich verstehe das mit den KK Vorauszahlungen nicht.
    Angenommen ich zahle für Krankenversicherung + Pflegeversicherung monatlich einen Beitrag von 800 €.
    Ich bezahle im 2019 die zwei Monate (1600). Dann im Jahe 2020 für Nov und Dez werde ich kein ALG nehmen weil ich mich an- und abmelde. Ich bezahle dann im 2020 für KK für die alle 12 Monate (9600).
    Wie kann man in diesem Falle mit den KK-Vorauszahlungen Geld sparren? ,
    und was kann man hier vom Steuer absetzen?

    • Wenn Du jetzt schon die 57 hast, dann könnte das ja mit den 24 Monaten klappen.
      Die Anspruchsverkürzung greift ja nach einem Dispojahr nicht mehr.

      Wenn keinerlei Kündigungsfrist eingehalten würde, muss man maximal 1 Jahr den Maximalbeitrag Krankenkasse zahlen. In 2020 also höchstens 10*800+2*200.
      Da Du aber sicher ein paar Monate vorher unterschrieben hast, sind es vielleicht noch 6k (6×800+6×200)?
      Die 6k kannst Du vollständig von der Steuer absetzen. Wenn Du zusätzlich 2,5 Jahresbeiträge (=15k) in 2020 vorauszahlst, dann kannst Du die auch absetzen, also in Summe 21k.

      Geh bitte auf die obigen Links und lies alles durch. Am besten auch die Kommentare.

      • Ich glaube es sind 18 Monate für unkündbare Personen ( e.g. Beamte ) und für Arbeitnehmer, je nach Betriebszugehörigkeit und Tarifvertrag, einige Monate bis zum errreichen der ordentlichen Kündigungsfrist für welche man den Höchstbeitrag der Krankenkasse zahlen müsste. Meine Krankenkasse, TK, meinte 850,- € für 2 Monate und dann 190,- € als freiwillig Versicherter ( Kündigungsfrist 4 Monate, verlasse 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist das Unternehmen )

  16. Hallo Privatier,
    bin begeistert von der Seite.
    Eine Frage meinerseits:
    31.12.19 ausscheiden aus der Firma
    12 Monate Beschäftigungsgesellschaft.
    Auszahlung der Abfindung im Januar 20121.
    Ist dies schädlich für die Fünftelregelung, da ja die Auszahlung nicht im Folgejahr erfolgt.

    • Wenn die im obigen Beitrag genannten Vorausetzungen erfüllt sind, spielt der Termin der Auszahlung keine Rolle und ist daher für die Anwendung der Fünftelregel nicht relevant.

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo Zusammen, ein tolle Seite die mir schon viel geholfen hat. Trotzdem zur Sicherheit eine Frage zum Thema Zusammenballung von Einkünften/Fünftelregelung

    Mein Arbeitgeber strukturiert um und mein Arbeitsplatz fällt Ende November weg. Der AG hat mir als Entschädigung/ Ausgleich im Rahmen eines Aufhebungsvertrages mehr als die doppelte Summe meines Jahresgehaltes als Abfindung angeboten. Die Auszahlung erfolgt im Januar des nächsten Jahres. D.h. im Jahr der Auszahlung bekomme ich mehr als doppelt soviel wie als wenn ich weitergearbeitet hätte.

    Ich habe hier gelesen; „Man rechnet einfach zusammen, was im Jahr der Abfindung gezahlt wurde (steht auch auf der Jahressteuerbescheinigung) und vergleicht das mit dem Vorjahr. Ist die Summe im Abfindungsjahr höher als sonst, liegt eine Zusammenballung vor und die Fünftelregel kann Anwendung finden“

    Würde für mich doch bedeuten das die Fünftelregelung angewendet werden kann bzw. eine Zusammenballung vorliegt oder muss ich jetzt noch arbeiten gehen oder ALG 1 beantragen ?

    1000 Dank
    Gruß Michael

    • „… im Jahr der Auszahlung bekomme ich mehr als doppelt soviel wie als wenn ich weitergearbeitet hätte.“

      Und damit ist ganz eindeutig eine Zusammenballung der Einkünfte gegeben und wenn sonst nicht dagegen spricht, kann die Fünftelregel angewandt werden.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo Herr Ranning,
    ich habe 2018 eine Abfindung unter Berücksichtigung der Fünftelregelung erhalten. Seit dem lebe ich von Renteneinkünften. Im Jahr 2021 möchte ich mir meine U-Kasse als Einmalbetrag auszahlen lassen. Kann dafür die Fünftelregelung ein zweites Mal angewendet werde?
    Vielen Dank vorab.
    Grüße Volker

    • Es gibt keine Einschränkung hinsichtlich der Zahl von Fällen, bei denen die Fünftelregel angewandt werden kann. Das könnte man jedes Jahr machen, oder theoretisch auch mehrfach im Jahr (wenn die Voraussetzungen gegeben wären).

      Es gibt aber einen anderen Grund, warum trotzdem bei der Kapitalauszahlung der Unterstützungskasse die Fünftelregel nicht angewendet werden kann: Es fehlt das Merkmal der „Außerordentlichkeit“. Die Vergünstigung durch die Fünftelregel wird nur auf außerordentliche Einkünfte gewährt. Und „außerordentlich“ bedeutet im Wortsinne „außerhalb der Ordnung“ oder „abweichend von der Normalität“.

      Aber da (wahrscheinlich) bereits bei Vertragsabschluss festgelegt wurde, dass eine einmalige Kapitalzahlung möglich ist, so ist diese Zahlung seit langem planbar und entspricht einem normalen Ablauf. Die Zahlung ist daher nicht als außerordentliche Zahlung anzusehen.

      Aber gerade im Hinblick auf die vor wenigen Tagen beschlossene Erleichterung hinsichtlich der Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten wäre es ohnehin gut zu überlegen, ob eine Einmalzahlung wirklich eine so gute Idee ist? Das hängt natürlich von weiteren Parametern wie Höhe der Zahlung, anderen Einkünfte usw. ab, aber zumindest im Bezug auf die KV-Beiträge könnte eine dauerhafte Rentenzahlung sich als günstiger erweisen (soweit denn überhaupt ein Wahlrecht besteht…).

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo Herr Ranning,
    vielen Dank für die schnelle Antwort! Da ich privat versichert bin, sind die beschlossenen Erleichterungen bei der KV für mich kein Thema. Es ist vollkommen richtig, dass bereits bei Vertragsabschluss eine einmalige Kapitalzahlung ermöglicht wurde. Ich habe das BMF-Schreiben vom 24.7.2013, Rz 370-373, so interpretiert, dass nur für DV, Pensionskasse und Pensionsfonds die Einmalzahlung steuerpflichtig ist, wenn dies schon bei Vertragsabschluss festgelegt wurde. Also nicht bei Direktzusage und U-Kasse. Was habe ich übersehen? Da ich in 2020 noch hohe „Außergewöhnliche Belastungen“ habe, könnte die Einmalzahlung von ca. 60000,- EUR nach Vorausberechnungen mit der Fünftelregelung fast steuerneutral sein.
    Vielen Dank für nochmalige kurze Prüfung.
    Mit reichlich Grüßen
    Volker Z

    • Ich habe mich in meinem letzten Kommentar auf ein Urteil des BFH vom 20.September 2016 X R 23/15 bezogen, in dem es zwar um eine Kapitalauszahlung einer Pensionskasse ging, die Begründung für die Ablehnung der Fünftelregel aber meiner Meinung nach durchaus auch auf andere Durchführungswege einer betrieblichen Altersvorsorge übertragbar sind.
      Im Kern ging es ja in dem zu entscheidenden Fall darum, dass die Zahlung der Kapitalabfindung nicht atypisch, sondern vertragsgemäß war, weil den Versicherten schon im ursprünglichen Vertrag ein entsprechendes Wahlrecht eingeräumt worden war und die Einkünfte daher nicht aus „außerordentlich“ anzusehen sind. Und bei dieser Begründung kann ich keinen Unterschied zu anderen BAV-Formen erkennen.

      Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein Schreiben des BMF mit neuerem Datum (6.12.2017), in dem unter RZ 146/147 die Anwendung der Fünftelregel bei einmaligen Kapitalauszahlungen einer Unterstützungskasse noch einmal ausdrücklich bestätigt wird.

      Eine verlässliche Prognose darüber, wie Ihr Finanzamt entscheiden wird, kann ich daher nicht abgeben. Da die Finanzämter aber in erster Linie den Anweisungen ihres obersten Dienstherren (BMF) folgen, bestehen gute Aussichten, dass die Fünftelregel anerkannt wird. Falls nicht, hat man mit dem Verweis auf das obige Schreiben eine gute Begründung für einen Einspruch. Viel Erfolg 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Vielleicht nochmal zur Ergänzung:

        Einmalzahlungen aus der Direktzusage und Unterstützungskasse gelten steuerlich als Vergütungen (Arbeitslohn) für mehrjährige Tätigkeiten im Sinne des § 34 Abs.2 Nr.4 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 12.April2007 -VIR6/02-, BStBlII S.581), die bei Zusammenballung als außerordentliche Einkünfte nach § 34 Abs.1 EStG zu besteuern sind.

        Einmalzahlungen aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds gelten damgegenüber nicht als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gem. § 19 EStG, sondern als sonstige Einkünfte gem. § 22 Nr.5 EStG. „Im Fall von Teil-bzw. Einmalkapitalauszahlungen handelt es sich nicht um außerordentliche Einkünfte im Sinne des § 34 Abs.2 EStG. Daherkommt eine Anwendung der Fünftelungsregelung des § 34 EStG auf diese Zahlungen nicht in Betracht (BFH vom 20.September 2016 -XR23/15-, BStBl2017II S.347)“

        vgl. in dem BMF-Schreiben Rz 146/147 im Verhältnis zu Rz 148/149

  20. Hallo Privatier,

    ich studiere mit Freude Ihre Webseite. Wirklich klasse !!

    Ich möchte nun mal von meiner Situation berichten, zu der ich leider (selbst hier) noch keinen Rat finden konnte:

    Ich bin kurz davor einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, der folgende Eckdaten enthält.

    • Ausscheiden aus dem Unternehmen zum 30.6.2020

    • Bis dahin ab 1.1.2020 bezahlte Freistellung

    • Danach, ab Juli 2020 ALG bis Ende des Jahres
    (Ende 2020 melde ich mich bei der Agentur ab)

    • Auszahlung der Abfindung Ende Januar 2021 mit der Absicht, dass dies nach der Fünftel-Regelung geschieht.

    • Im Jahr 2021 sind keine weiteren Einkünfte geplant.

    Nun kommt’s !!

    Die Personalbuchhaltung meines Arbeitgebers sagt, dass die Fünftelregelung bei mir nicht angewendet werden kann, da keine Zusammenballung von Einkünften stattfindet.

    Meine Fragen:

    • Ist das zutreffend ?

    • Wie berechnet sich die Zusammenballung von Einkünften, wenn im Jahr des Zuflusses der Abfindung keine weiteren Einkünfte existieren ?

    • Gibt es (Gesetzes-) Texte, die ich meinem Arbeitgeber diesbezüglich entgegenhalten kann ?

    Schöne Grüße, Francesco

    • Relevant für die Zusammenballung ist, dass die Abfindung höher ist als das reguläre Jahresgehalt der vorangehenden Beschäftigung (12 Monatsgehälter + ggfs. Bonus o.Ä.)
      Auf ein halbes Jahr Gehalt als Bezugsgröße wird sich das Finanzamt nicht einlassen.

      Thomas Schulze hat auf seiner Seite https://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-zusammenballung-von-einkunften/abfindu8.html
      auf ein Urteil des BFH vom 04.03.1998 – BStBl II S. 787 verwiesen.

    • Ob die Aussagen des AGs zutreffend sind, könnte man nur anhand von konkreten Zahlen beurteilen.
      Was eSchorsch hier geschrieben hat, war vielleicht richtig gemeint, ist aber nicht so ganz korrekt. Richtig ist die Formulierung aus dem obigen Beitrag:
      „Zusammenballung bedeutet, dass die Summe der Einkünfte inkl. der Abfindung in dem betreffenden Jahr höher sein muss, als die Einkünfte unter „normalen Umständen“ gewesen wären.“
      Mit dem betreffenden Jahr ist hier das Jahr gemeint, in dem die Abfindung gezahlt und versteuert wird und mit „normalen Umständen“ ist eine ungestörte Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses gemeint. Also: Ohne Kündigung/Aufhebung.

      Im Klartext: Es wird geprüft, welche Einkünfte bei einer Weiterbeschäftigung erzielt worden wären und verglichen mit den Einkünften, die tatsächlich inkl. Abfindung geflossen sind. Zusammenballung liegt nur vor, wenn die tatsächliche Summe höher ist als in einem „normalen“ Jahr. Natürlich ist das halbe Jahr dabei kein Vergleichsmaßstab.

      Je nach Konstellation könnte es also bei einer Abfindung im Folgejahr zu keiner Zusammenballung kommen, wohingegen bei einer Zahlung im Anschluss an die Beschäftigung doch zur Zusammenballung kommt. Welche Situation dabei günstiger ist, kann man nur von Fall zu Fall entscheiden (Steuerprogramm!).

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Achja – wie der Arbeitgeber die Abfindung versteuert, ist dann noch einmal eine ganz spezielle Frage. Siehe Beitrag: https://der-privatier.com/kap-10-6-1-abfindung-jetzt-die-abrechnung-abstimmen/

      • Vielen Dank erst einmal für die schnellen Antworten !

        Ich möchte daraufhin gern meine Fragen mit Zahlen hinterlegen und dann zwei weitere stellen:

        zu versteuerndes Einkommen 2019 90.000 Euro

        zu versteuerndes Einkommen bis Ende 06.2020 45.000 Euro

        ALG von 7.2020 bis 12.2020 14.400 Euro

        Abfindung Auszahlung Ende 01.2021 120.000 Euro

        Keine weiteren Einkünfte in 2021 0 Euro

        Nach meinem Verständnis müsste zur Beurteilung der Zusammenballung das Jahresgehalt herangezogen werden, welches ich hätte, würde mich die Firma bis Ende 2020 weiterbeschäftigen also ähnlich 2019 90.000 Euro.

        Fiktives Jahresgehalt 2021 demnach 90.000. Euro, die Abfindung mit 120.000 Euro ist höher, also :

        Die Fünftelregelung ist anwendbar !

        Fragen:

        a.) Könnte ich da richtig liegen ?

        b.) Ist die Tatsache, dass ich 2021 keine weiteren Einkünfte habe, schädlich ?

        • Mit den Zahlen ist ganz klar eine Zusammenballung der Einkünfte gegeben und ich kann nicht verstehen, wo Ihre Personalabteilung da ein Problem sieht? Es deutet darauf hin, dass dort evtl. nicht die erforderlichen Kenntnisse vorhanden sind…

          Sie können jetzt entweder versuchen, das mit der Personalabteilung zu klären (und ggfs. zu erklären) und dabei auch die anderen „Ideen“ zur Abrechnung der Abfindung in Erfahrung bringen. Dazu bitte noch einmal den oben bereits verlinkten Beitrag bzgl. Steuerklasse etc. lesen!

          Oder Sie können sich die Mühe sparen und evtl. vorübergehende Liquiditätsnachteile in Kauf nehmen und ganz einfach auf die später erfolgende Abrechnung im Rahmen der Steuererklärung warten. Das dauert dann nur ca. 1,5 Jahre.

          Ich würde wohl zunächst das klärende Gespräch mit der Personalabteilung suchen. Falls es am Ende ohne Erfolg bleiben sollte, kann man immer noch auf das FA warten. Viel Erfolg!

          Gruß, Der Privatier

          • Ich freue mich über Ihre Antwort und dass ich die Thematik wohl verstanden habe.

            Schwierig wird es wohl für mich, ohne Paragrafen oder Gesetzestexte die Personalabteilung zu überzeugen.

            Haben Sie vielleicht noch einen Tipp, wie ich mich da an Besten vorbereiten könnte ?

            Schöne Grüße,

            Francesco

          • Man kann eine Menge an Beiträgen zu dieser Thematik im Internet finden. Von wesentlicher Bedeutung sind dabei neben dem §34 EStG (Ermäßigte Besteuerung) immer auch der §39b EStG (Lohnsteuerabzugsverfahren) und ein Schreiben des BMF aus dem Jahre 2013 über Fragen der Zusammenballung.
            Und natürlich noch eine Menge an Urteilen, Kommentaren, usw.

            Eine rechte gute Zusammenstellung all dieser Aspeke ist (aus Sicht des Arbeitgebers!) hier zu finden:
            https://www.iww.de/lgp/lohnsteuer/abfindung-zusammenballung-von-einkuenften-so-vermeiden-arbeitgeber-bei-abfindungen-die-haftung-f74931

            Gruß, Der Privatier

  21. Hallo und ein Frohes Neues Jahr 2020 !!

    Ich möchte mich ganz doll für die wertvollen Tipps bedanken, die ich hier erhalten habe.

    Nur deshalb habe ich mein Abfindungs- und Steuerrätsel lösen können, denn nach dem heutigen Stande wird alles funktionieren.

    Und… was ebenfalls erwähnenswert ist: die Personalabteilung hat dabei auch noch was dazugelernt ( und ein Steuerberater auch )

    Nochmals Vielen Dank und schöne Grüße,
    Francesco

    • Vielen Dank für die positive Rückmeldung!

      Sehr schön natürlich, dass auch Personalabteilung und Steuerberater etwas lernen konnten. 😀 😀

      Gruß, Der Privatier

  22. Hallo,
    trotz intensivem Studium der tollen Beiträge hier und im Buch, bin ich bei einer Frage noch unsicher: Zählen bei gemeinsam veranlagten Paaren bei der Prüfung auf Zusammenballung die gesamten Verhältnisse beider Partner oder kommt es nur auf die Verhältnisse bei denjenigem an, der die Abfindung bekommt?

    Am Beispiel der Müllers:
    2019 verdient er 45.000€, sie verdient 25.000€, keine weiteren Einkünfte.
    2020 verdient er nichts mehr und bekommt eine Abfindung von 55.000€. Sie gibt ihren Job ebenfalls Ende 2019 durch Eigenkündigung auf, aber ohne Abfindung, und es gibt keine weiteren Einkünfte in 2020, auch kein ALG oder Kapitaleinkünfte.

    Bei H. Müller alleine betrachtet wäre Zusammenballung gegeben (55.000 > 45.000), aber gemeinsam eher nicht (55.000 < 70.000).

    Wenn keine Zusammenballung gilt, wäre es vielleicht sinnvoll, doch ein paar Monate in 2020 weiter zu arbeiten, oder eine getrennte Veranlagung zu prüfen, oder?

    • Moin Verwirrter-Ratsuchender,

      bei der Zusammenballung der Einkünfte und damit Entscheidung über die Anwendung Fünftelregelung wird nur „DIE“ Person betrachtet, welche die Abfindung erhält.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars,
        vielen Dank für die schnelle Klarstellung. Ich hatte das auch so vermutet, war aber unsicher, weil bei der Steuerberechnung dann ja wieder beide Einkommen zählen.

          • Danke und Kompliment für diese Seite – Sehr kompetent und die komplizierte Materie ist sehr verständlich erklärt

  23. Hallo, ich habe eine Frage, die ich so hier nicht gefunden habe.
    Wenn ich einen Aufgebungsvertrag unterjärig unterschreibe und da auch die Abfindung bekomme, wie schaut es mit der Zusammenballung aus?
    Bsp.: 2019 Brutto 50.000 Euro, 2020 Brutto 25.000 Euro, weil Beschäftigungsende im Juni 2020. Reichen dann 30.000 Euro Abfindung aus für die 1/5-Regelung?
    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung.

    • Moin Thorsten,

      ich zitiere einmal aus dem Buch vom Privatier:

      „Von einer Zusammenballung der Einkünfte spricht man dann, wenn der Steuerpflichtige infolge der Abfindungszahlung einschließlich aller anderen Einkünfte in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt höhere Einkünfte hat, als er dies bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, also bei normalem Ablauf der Dinge gehabt hat“.

      Es betrifft den „jeweiligen Veranlagungszeitraum“, betrachtet man nun 2019 und 2020, musst Du inklusive Abfindung mehr als 50K erhalten. Also, die 55K reichen für die Zusammenballung und die Fünftelregelung kann damit angewendet werden.

      Gruß
      Lars

  24. Hallo Privatier,
    bei mir wird ´s auch konkret mit Aufhebungsvertrag. Hab viel gelernt im Blog und Buch, eine Frage ist für mich offen:
    Eckdaten:
    Vertragsabschluss 1.10.20
    Freistellung bis 30.12.20
    Ausscheiden zum 30.12.20
    Abfindungsauszahlung 1.1.21, keine weiteren Einkünfte 2021.

    Nun zur Frage:
    Mein AG bietet an die Abfindung aufzuteilen und Teil A im Dezember steuerfrei in die betriebliche Altersvorsorge zu stecken und Teil B im Januar auszuzahlen. Die Aufteilung A zu B überlässt er mir.
    Ist dieses Vorgehen schädlich bez. Fünftelregelung? Im Jahr 2020 wäre dann Jahresgehalt+ in Altersvorsorge abgeführter Abfindungsanteil ggf größer als die Restabfindung 2021. Ist diese Aufteilung an sich schon schädlich bez Fünftelregelung?

    Und am Rande: Warum will mein AG als Endtermin den 30.12. und nicht den 31.12.? Gibts da Nachteile für mich?

    Viele Grüsse
    boxerfan

    • Ich kann nur zum Rande was sagen.
      Jahresabschluß ist der 31.12 und da will der AG schon xyz Stellen erfolgreich abgebaut haben (da hängt der Bonus für die Geschäftsführung dran).
      Auch ich wurde damals erfolgreich zu 30.12 abgebaut, mir sind keine Nachteile aufgefallen, außer dass ich mich einen Tag früher selbst krankenversichern musste.

    • Moin boxerfan,

      eSchorsch hat den unteren Teil beantwortet, ich versuche es einmal mit dem oberen Teil, … zwei wichtige Punkte dazu.

      1. Trotz Teilung und damit „Reduzierung“ der Abfindung ist die „Zusammenballung!“ (Voraussetzung Fünftelregelung) zu beachten

      2. Es ist wichtig, im Aufhebungsvertrag keine Formulierungen in Bezug auf eine Aufteilung vorzunehmen. Zwei separate Verträge wären hier besser.

      Vervielfältigungsregel (bAV) nach §3 Nr.63 Satz 1 und 3 EStG

      Sie können max. 4% der Beitragsbemessungsgrenze x Anzahl der Kalenderjahre des Dienstverhältnisses (höchstens jedoch 10 Kalenderjahre) in eine Pensionskasse, Direktversicherung oder Pensionsfonds steuerfrei einzahlen.

      Das wären max. für 2020:
      4% x 82800€ (Beitragsbemessungsgrenze West) x 10 Jahre = 33120€
      4% x 77400€ (Beitragsbemessungsgrenze Ost) x 10 Jahre = 30960€

      Bitte Unterschied zwischen Alt- und Neuverträge (ab 2005) beachten!

      Jahresgehalt + bAV-Einzahlung nicht in einem Topf werfen, sondern nur das Jahresgehalt (bei ungestörter Fortsetzung des Dienstverhältnisses) und die „reduzierte“ Abfindung + aller anderen Einkünfte im Veranlagungszeitraum bei der Überprüfung der Zusammenballung vergleichen.

      Def. Zusammenballung:
      „Von einer Zusammenballung der Einkünfte spricht man dann, wenn der Steuerpflichtige infolge der Abfindungszahlung einschließlich aller anderen Einkünfte in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt höhere Einkünfte hat, als er dies bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, also bei normalem Ablauf der Dinge gehabt hat“.

      Gruß
      Lars

    • Lars hat zur Aufteilung der Abfindung die Problempunkte schon genannt:

      1. Es sollte noch genügend Abfindung übrig bleiben, damit die Zusammenballung der Einkünfte noch gegeben ist. Berechnung: s. Kommentar von Lars.

      2. Die „Aufteilung“ kann man in Vorüberlegungen und Verhandlungen gerne so nennen, im endgültigen Vertrag sollte das nicht mehr erwähnt werden! Es müssen nicht zwei getrennte Verträge sein, aber die Vereinbarungen über die Einzahlung in die bAV und über die Abfindung sollten unabhängig voneinander formuliert werden.

      3. Zum Termin 30.12. sind mir auch keine Nachteile bekannt. Vor wenigen Tagen hat aber hier jemand einen interessanten Aspekt aufgeworfen, den man zumindest einmal prüfen könnte. s. Kommentar: https://der-privatier.com/kap-3-4-1-der-vertrag-formulierungen/#comment-30793

      Gruß, Der Privatier

  25. Hallo eSchorsch, Lars, Privatier,
    danke für die schnellen und präzisen Antworten. Bezüglich der Einzahlung eines Teilbetrags der Abfindung in die bAV muss ich mir also keine Sorgen machen.

    Mein AG scheint da ein anderes Modell zu fahren, die Höhe der steuerfreien Einzahlung ist nach oben offen, lediglich die Sozialversicherungspflicht beginnt ab der o.g. Obergrenzen. Das ist für mich irrelevant, bin eh über der Beitragsbemessungsgrenze.

    Unsicher bin ich bezüglich der Formulierung der „Aufteilung“ im Auflösungsvertrag.
    Wo liegt das Problem?
    Die vorgeschlagene Formulierung lautet: „Im Monat Dez 2020 wird aus der Bruttoabfindungssumme der Betrag xx direkt vom Unternehmen in die bAV einbezahlt. … Die resultierende Differenz wird im folgenden Kalendermonat zur Auszahlung fällig.“
    Ist das Ihrer Meinung nach ok? Getrennte Verträge lehnt der AG ab.

    Danke auch für den Hinweis bez 30/31.12. Könnte bei mir tatsächlich bedeuten, dass mein Jahresbonus, der mir für das lfd Jahr noch zusteht, um 1/12 gekürzt wird.

    • Moin boxerfan,

      „Mein AG scheint da ein anderes Modell zu fahren, die Höhe der steuerfreien Einzahlung ist nach oben offen …“

      Aus steuerlicher Sicht ist das im §3 Nr.63 Satz 1 und 3 EStG eindeutig beschrieben.

      https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html

      Zur Formulierung:
      OK, kann man so schreiben, eigentlich war ich der Meinung einen separaten zweiten Vertrag aufzusetzen, ob gesetzlich ein zweiter Vertrag überhaupt statthaft/richtig wäre? Also doch besser wie der Privatier vorgeschlagen hat, eine separate Formulierung zur bAV Einzahlung formulieren (wie bei Dir im Aufhebungsvertrag vorgesehen).

      Zum Jahresbonus:
      1/12 zu verlieren, nun ja, sehe Dir 11/12 der Summe dagegen an, freue Dich und alles im Leben kann man auch nicht haben. 🙂
      Achte darauf, dass die Bonuszahlung in der Abfindungszahlung integriert ist/wird, keine separate Auszahlung in 2021, das wäre für die Steueroptimierung der Abfindungszahlung konterkariert.

      Gruß
      Lars

    • „Wo liegt das Problem?“

      Das Problem liegt in den Bedingungen für die Anwendung der Fünftelregel. Eine dieser Bedingungen besagt, dass die Abfindung in einer Summe gezahlt werden muss und nicht auf verschiedene Veranlagungszeiträume verteilt werden darf (Ausnahme: kleine Vorabzahlung von max. 10%). Die obige Formulierung könnte daher einem Finanzbeamten nicht gefallen.
      Mir würde sie auch nicht gefallen. Aber es muss ja gar nicht viel verändert werden! Es reicht ja, wenn man unabhängige Sätze formuliert, wie z.B.:
      Zum Anlass der Beschäftigungsendes erhält Herr Boxerfan:
      1. Eine goldene Uhr, den Firmenwagen, das Firmen-Notebook, -Handy…
      2. Zur Altersvorsorge eine Einzahlung von xxT€ in die bAV, zahlbar am…
      3. Als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung von yyT€, zahlbar am…

      (Anm.: Es geht auch ohne goldene Uhr… 😉 ).
      Für eine rechtssichere Formulierung wäre vielleicht die Beratung durch einen Anwalt und/oder Steuerberater zu empfehlen.

      Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Privatier,
    danke nochmal für die Einschätzung.
    das Firmennotebook kann er auch behalten 🙂
    Ich habe inzwischen 2 Steuerberater, zwei Anwälte und mindestens 3 Mitarbeiter des örtlichen Finanzamtes zu dem Thema befragt. Ergebnis: Das generelle Einzahlen in eine bAV ist nicht schädlich, auch nicht die spätere Auszahlung. Zum Thema Einzahlung im Vorjahr erhalte ich keine belastbare Aussage, da passen auch Arbeitrechtler und Steuerberater.
    Die zuständige Sachgruppenleiterin im FA hält den Vorschlag für Aufteilung und damit schädlich für Fünftelregelung, gibt aber zu den Fall rechtssicher erst zu beurteilen wenn er auf dem Tisch liegt. Ich könnte auch eine amtliche Auskunft anfordern, die kostet 4-stellig und dauert bis zu 12 Wochen…
    Das ist mir zu riskant. Wenn man die nachgelagerte Besteuerung der bAV und die SV-Pflicht einbezieht ist der ggü Vollauszahlung mit sicherer Fünftelregelung gar nicht so gross.

    Viele Grüße, der boxerfan

    • „Die zuständige Sachgruppenleiterin im FA hält den Vorschlag für Aufteilung“

      So, wie der Vorschlag formuliert ist, halte ich ihn auch für eine (schädliche) Aufteilung. Aber es spricht ja aus meiner Sicht auch nichts dagegen, die Leistungen des AGs zum Beschäftigungsende unabhängig voneinander zu formulieren, wie in meinem Beispiel weiter oben. Hier würde ich mir dann von einem Anwalt/Steuerberater eine entsprechende Unterstützung für eine rechtssichere Formulierung erwarten.
      Und natürlich muss der Arbeitgeber eine solche Änderung akzeptieren. Ich sehe aber keinen Grund, warum er dies ablehnen sollte.

      Gruß, Der Privatier

  27. Hallo Privatier,
    vielen, vielen Dank für die wertvollen Informationen, die hier über die Jahre zusammengetragen wurden. Ich habe in meiner Recherche nichts besseres finden können!
    Ich wäre zudem sehr dankbar für Hinweise, ob ich in meiner aktuellen Situation noch irgendwas übersehen könnte: Ich bin angestellter Geschäftsführer (Stk 1, gesetzliche KK) in einem Unternehmen, das in Kürze übernommen wird. Der Käufer möchte das Management wechseln, auch in meinem Interesse und ich kann beim Vertragswerk frei mitwirken. Eckpunkte: Vorzeitiges Ausscheiden zum 31. Dez. und einmalige Abfindungszahlung in Höhe von ca. 2 Brutto-Jahresgehältern. Mein aktuelles Konzept:
    A) Zusicherung der Abfindungszahlung für Ende Januar 2021; zusätzlicher Hinweis, dass auf keinen Fall Berücksichtigung im Dezembergehaltslauf
    B) Zusicherung, dass Fünftelregelung für die Abrechnung genutzt wird
    C) Zusicherung, dass für die Fünftelregelung-Berechnung ein Jahresgehalt für 2021 von 0€ angenommen wird (Entspricht der Wirklichkeit, da ich beabsichtige ein Dispositionsjahr einzulegen und keine anderen Einkünfte habe/erwarte) und ich für die Nachversteuerung verantwortlich bin, sofern es abweichend doch zu Einkünften in 2021 kommen sollte
    D) Zusicherung, dass ich die Testabrechnung im Januar vorab kontrollieren darf (war bisher auch zur finalen Freigabe in den Lohnbuchhaltungsprozess eingebunden)
    E) Müsste hier bereits ein erwarteter ALG 1 Bezug einbezogen werden (also bei der Berechnung durch den AG)? Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es beantragen möchte, gehe aber mal von einer Sperrfrist von 12 Wochen aus, da die eigentliche Vertragslaufzeit bis Ende März wäre. Dass ich dann auf jeden Fall im Rahmen der Steuererklärung 2021 nachzahlen muss ist klar.
    F) Macht es Sinn einen Zusatz aufzunehmen, dass die Zahlung für den Verlust des Arbeitsplatzes o.ä. geleistet wird?
    Vielen Dank und Grüße in den digitalen Äther!
    Max

    • E) formal ja, sofern nicht absehbar ist, dass das ALG1 steuertechnisch kompensiert wird.
      Zusätzlich zur 12 wöchigen Sperre würde ich auch mit einer 25%igen Kürzung der Anspruchsdauer rechnen (sofern >50 Lebensjahre) und ein Dispojahr empfehlen. Ich glaube auch nicht, dass F) igendwelche Auswirkungen bezüglich AfA/ALG1 haben wird.

    • A) bis D) sind gute Vorkehrungen.
      E) ALG wird der AG in der Abrechnung nicht berücksichtigen können.
      F) Wäre als eindeutige Aussage sicher hilfreich. Nicht für die Agentur, aber für die Steuer, um klar zu machen, dass es sich um eine „echte“ Abfindung handelt und nicht etwa Vergütungen für vergangene Leistungen.

      Gruß, Der Privatier

  28. Vielen Dank für die Hinweise, dann blicke ich erstmal zuversichtlich auf die Abrechnung! Mit dem ALG werde ich mich nochmal im Detail beschäftigen. Und eines der ersten Themen im Dispositionsjahr wird es wahrscheinlich sein, die Privatier-Bücher zu lesen. 😉
    Viele Grüße
    Max

  29. Hallo,
    leider hat auch mich das Thema Abfindung ereilt und daher erstmal ein großes Danke für die Erstellung und Pflege dieser umfassenden Info-Seiten!
    Neben den grundsätzlichen und gut verständlichen Kapiteln stecken inzwischen auch unglaublich viele weitere Tipps in den Kommentaren, die in manchen Bereichen kaum noch überschaubar sind und mich als Laie nicht selten etwas überfordern.
    Ich habe versucht, mich ein bisschen in die Thematik einzuarbeiten und dabei ist folgende Frage entstanden:
    Bei der Nutzung der Fünftel-Regelung wird immer wieder darauf hingewiesen, weitere Einnahmen im Jahr der Auszahlung zu vermeiden, um die Steuerlast zu senken. In meinem Fall läuft eine Kündigungsfrist eigentlich noch bis zum 30.06.2021, in der ich freigestellt mein normales Gehalt monatlich bekomme. Zusammen mit der Abbrechnug Ende Juni ’21 erhalte ich dann eine Abfindung. Ich könnte aber auch vorzeitig z.B. Ende Januar ’21 die Kündigungsfrist beenden, für den Rest des Jahres keiner steuerpflichtigen Tätigkeit nachgehen und auch auf die Auszahlung von ALG1 in 2021 verzichten (Thema An- und Abmeldung). Nach meinen Berechnungen würde ich dann tatsächlich zunächst ca. 25T€ netto mehr erhalten. Wenn ich aber mir mein Gehalt für die „eingesparten“ 5 Monate bezahle, die erhöhten Beiträge zur KV einberechne (laut KV Höchstsatz für 12 Monate!) und die finanziellen Verluste durch Sperrfristen für ALG1 hinzufüge, dann wird doch diese Steuerersparnis wieder nahezu aufgefressen?!?
    Wo liegt mein Fehler?

    • Mal ganz grob angenommen, dein Bruttogehalt beträgt 5k, dann sind es 6k, die Du deinen AG jeden Monat „kostest“. Wenn Du nun auf 5 Monate bezahlte Freistellung verzichtest, spart das dem AG 30k. Da fände ich es nur fair, wenn sich im Gegenzug die Abfindungszahlung um 25k erhöht. Ist kein Rechtsanspruch, aber eine mögliche Argumentation um deinem AG 5k einzusparen.

      Dann eine Korrektur. Sperrzeiten fallen bei einem Aufhebungsvertrag auf jeden Fall an, es sei denn der Doc hat ein passendes Attest geschrieben. Wahrscheinlich meinst Du aber die Ruhezeit. Beides lässt sich durch ein Dispojahr https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/ elegant vermeiden. Durch die neue Rahmenfrist ist das auch so gut wie risikolos.

      Zu Thema Krankenkasse, der Höchstsatz darf nur so lange berechnet werden, bis die ag-seitige Kündigungsfrist abgelaufen ist. Wenn diese bis 30.06.21 läuft, darf ab 01.07 nur der „normale“ Satz aus den laufenden Einkünften berechnet werden. Festgechrieben ist das in den „Einheitlichen Grundsätzen zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder“ (googel lässt dich das .pdf finden) und ist für die Kassen verbindlich. Manche Kassen (unwissende Mitarbeiter?) sehen das anders, wenn sich das nicht argumentativ bereinigen lässt, dann Kasse wechseln.

      • Also, die Konditionen für die Abfindung sind über einen Sozialplan festgelegt und daher nicht mehr verhandelbar. Auf Fairness von Firmen zu setzen, ist eine löbliche und sehr optimistische Einstellung! Tatsächlich wurde auch dieses genau in deinem Sinne im Sozialplan geregelt.
        Zusätzlich wurden sogar Verhandlungen mit dem Arbeitsamt geführt, um eine Sperrfrist zu verhindern, da es sich zwar eigentlich um eine betriebsbedingte Kündigung handelt, die dann aber über den Sozialplan zu einem Aufhebungsvertrag führte.
        Somit sollte ich beim fristgerechten Ablauf meiner Kündigung ab dem 01.07.2021 sofort Anspruch auf ALG1 haben.
        Auf dieser Basis nochmals meine Rechnung:
        Bei einer vorzeitigen Beendigung meiner Kündigungsfrist erhalte ich 2021 ca. 25T€ mehr netto Abfindung+Gehalt Jan. (nochmals geprüft mit dem Abfindungsrechner auf dieser Seite).
        Für 5 Monate müsste ich das Gehalt von ca.3000€ simulieren = 15T€
        KV Höchstsatz 2021 liegt bei 850€ x5 Monate = 4200€
        ALG1 Sperrfrist 3 Monate = Verlust von ca.6000€

        Und schon ist meine erzielte Steuerersparnis aufgebraucht!

        Den Hinweis zur KV hatte ich übrigens hier auch schon mehrfach gelesen und werde in den nächsten Tagen wohl den Mitarbeiter ein bisschen belehren müssen.
        Und das Thema Dispositionsjahr hatte ich nur überflogen, da es bis zur Änderung der Rahmenfrist wohl sehr terminkritisch war und Peter Ranning eher davon abgeraten hatte. Ich muss da wohl nochmal „nachsitzen“, um es für meinen Fall zu prüfen…

        • Ich kenn das aus eigener Erfahrung, dass bei großen Firmen bestimmte Rahmenbedingungen nicht verhandelbar sind.

          Da kann ich nur raten, mehrere Varianten durchzuspielen und insbesondere Augenmerk darauf zu richten, das Gehalt aus der ersten Jahreshälfte steuerlich zu kompensieren. Mal so als Ansporn
          https://der-privatier.com/kap-3-3-1-2-hinweise-zur-fuenftelregel-rechenweg/#comment-26242
          Zum Steuersparen bei der Abfindung hat der Privatier einen eigenen Artikel geschrieben. Tipp oben steuer in die Suchmaske und schau selbst, ich kann nur einen Link setzen, sonst muss der Privatier meinen Kommentar händisch freigeben und ich will ihm nicht mehr Arbeit machen als notwendig 😉

          • Ich habe mir den Artikel (erneut) durchgelesen und viele Möglichkeiten hat man ja nicht, um das Gehalt zu kompensieren. Allerdings scheint es in meinem Fall tatsächlich sinnvoll zu sein, z.B. in die Rentenkasse einzuzahlen, da man diese Einzahlung durch die Steuerersparnis wieder hereinbekommt. So habe ich meine Konditionen in den Abfindungsrechner eingetragen und 20T€ als Altervorsorge hinzugefügt. Die errechnete Ersparnis liegt dann ungefähr auf gleicher Höhe, so dass man zwar nicht mehr Geld zur Verfügung hat, aber zumindest diese Aufstockung quasi umsonst bekommt …

            Trotzdem wundere ich mich, dass ich keine Fälle wie meinen finde, wo mal berechnet wird, welche Gelder fehlen, wenn zugunsten der Fünftelregelung die Kündigungszeit schon vorzeitig beendet wird!
            Ist mein o.g. Beispiel so ungewöhlich? Liegt es vielleicht an der Konstellation der Summen?

          • Na dann lass uns mal überschlagen.
            Bei 3k Monatseinkommen fallen monatlich gute 250€ an AN-Beitrag für die KV/PV an. Bei 6 Monaten sind wir bei 1.500. Dazu 6 Monate mit knapp 200€ => 1.200€. Macht in Summe 2.700€. Das ermöglicht eine Vorauszahlung von 3 x 2.700 im gleichen Jahr. Macht in Summe 10.800€ die man an KV/PV-Beiträgen absetzen kann.
            Wenn Du die 6 Monate im 2.HJ den monatlichen Höchstbeitrag von knapp 1.300€ in die GRV zahlst (wenn die 35 Jahre für die Rente mit 63 nocht nicht voll sind, solltest Du eh noch Zeiten sammeln!), dann ist das Einkommen des 1.HJ schon kompensiert und die Laube gebaut.

            Ganz andere Frage: die Auszahlung der Abfindung kann nicht auf Januar des Folgejahres verschoben werden? Das würde die Sache vereinfachen, beinhaltet natürlich das Risiko, dass der AG dann gar nicht mehr zahlungsfähig ist.

          • „Ist mein o.g. Beispiel so ungewöhlich?“

            Nein – ich denke, solche Konstellationen wird man häufiger antreffen.

            Ich sehe allerdings das Hauptproblem in dem nicht verhandelbaren Sozialplan. Und die dort vereinbarten Eckdaten sind einfach nicht sonderlich günstig!
            So wäre eine Verschiebung der Abfindung ins Folgejahr für den AG kaum nachteilig gewesen, für die Arbeitnehmer aber u.U. ein großer Vorteil. Ebenso findet man häufig sog. Sprinter-Prämien (auch unter anderen Bezeichnungen), die ein vorzeitiges Ausscheiden belohnen.
            Wenn das alles nicht mehr verhandelbar ist, muss man eben versuchen, mit den gegebenen Bedingungen zurecht zu kommen. Als besonders effektiv haben sich dabei Vorauszahlungen von Krankenkassenbeiträgen und Einzahlungen in eine Basis-Rentenversicherung erwiesen. Bei Verheirateten sollte man zusätzlich eine getrennte Veranlagung prüfen.

            Gruß, Der Privatier

  30. Wie schon erwähnt, sind die Ergebnisse des Sozialplans nicht mehr verhandelbar. Somit ist eine Verschiebung der Abfindung nicht möglich (auch wenn keinerlei Gefahr bestände, dass der AG pleite geht…).
    Vorzeitiges Ausscheiden resultiert tatsächlich in einer Sprinterprämie (genau diese Bezeichnung) und somit addieren sich die eingesparten Monate zur Abfindung hinzu.
    Auch das hatte ich in meine o.g. Berechnungen mit einbezogen und das führt zu der genannten Erhöhung der Gesamteinnahmen um 25T€ beim vorzeitigen Ausscheiden.

    Trotzdem gleichen die zum Ausgleich notwendigerweise durchgeführten Ausgaben für die eingesparten 5 Monate diese Summe wieder aus!
    5x Monatsgehalt von 3T€ netto = 15T€
    5x Höchstsatz KV = 4200€
    3 Monate Sperre ALG1 = ca.

  31. Upps, versehentlich zu früh abgesendet!

    Also nochmal:
    Trotzdem gleichen die notwendigerweise durchgeführten Ausgaben für die eingesparten 5 Monate diese Summe wieder aus!
    5x Monatsgehalt von 3T€ netto = 15T€
    5x Höchstsatz KV = 4200€
    3 Monate Sperre ALG1 = ca.6T€

    Somit hätte ich am 01.07.2021 ungefähr die gleiche Gesamtsumme, hätte aber zusätzlich auf Einzahlungen in RV, Betriebsrente, etc. verzichtet. Wozu also im Januar schon aussteigen?

    @ eSchorsch:
    Danke zunächst für deine Überschlagsrechnung.
    Allerdings sind die 3T€ das Netto-Gehalt, daher ergibt sich ein monatlicher AN-Beitrag für die KV/PV von aktuell fast 600€! Somit komme ich auf eine Summe von 4.200€ für 2021.
    Ist die Möglichkeit der Vorauszahlung bis zur dreifachen Summe rechtlich geregelt oder müsste ich das zunächst erfragen/genehmigen lassen?
    Bei einem positiven Ergebnis wären wir theoretisch bei 16.800€, die man an KV/PV-Beiträgen absetzen kann.
    Die 1.300€ in die GRV für 6 Monate im 2.HJ sollte ich wohl zahlen, da mir tatsächlich noch ein paar Monate bis zum Erreichen der 35-Jahre Grenze fehlen.
    Zusammen ergibt das dann eine Summe von 24.600€, was allerdings immer noch ein deutliches Stück von dem Brutto-Gehalt entfernt ist, was ich im 1.Hj. erhalte …

    • Man könnte jetzt sicher hingehen und einzelne Punkte der Berechnung kritisch hinterfragen, wie z.B. die Erhöhung der Gesamteinnahmen um 25T€: Ist das wirklich die Summe aus dem Zufluss für eine Sprinterprämie für 5 Monate UND Steuerersparnis?
      Oder die Berechnung der KV-Beiträge: Es ist nicht zwingend so, dass für die ganze nicht eingehaltene Kündigungszeit der hohe Beitrag fällig ist (bitte Beiträge über die Ruhezeit lesen).
      Oder auch die Einberechnung des Verlustes aus einer Sperre: a) Die kann man mit einem Dispojahr umgehen und b) kann der Verlust auch (je nach Alter/Anspruch) auch höher ausfallen: Der Verlust beträgt immer ein Viertel des Gesamtanspruches.

      Aber am Ende kann man sich diese „Kleinigkeiten“ vermutlich auch ersparen. Die Tendenz wird sich kaum ändern. Und daher ist die Schlussfolgerung, dass das vorzeitige Ausscheiden wenig Sinn macht, vermutlich korrekt. Immerhin hat man damit die einzig gute Vereinbarung, nämlich das Einhalten der Kündigungsfrist, gerettet.

      Damit bleibt es also weiterhin dabei, mögliche Steuersparmodelle zu prüfen. Mein Favorit bleibt dabei die Einzahlung in eine Basis-Rentenversicherung. Und dabei meine ich in erster Linie nicht die monatlichen Beiträge für die GRV (die sind zwar auch okay, kann man aber vermutlich später immer noch machen). Ich meine eher Einmalzahlungen zum Ausgleich von Rentenabschlägen bei der GRV oder falls dies nicht möglich ist, in einen Rürup-Vertrag. Immerhin können dabei bis ca. 25T€/50T€ als Sonderausgaben angesetzt werden.
      Allerdings „stört“ auch dabei die 6-monatige Beschäftigung! Denn in die genannten Grenzen fliessen auch die bereits während der Beschäftigung gezahlten (AG+AN)-Beiträge ein.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Für ein „optimales“ Ergebnis wird man wohl mehrere Maßnahmen kombinieren müssen.

  32. Hallo, mal eine Frage zur Zusammenballung.

    Ein Arbeitnehmer bekommt zum 31.7.2020 gekündigt und erhebt Kündigungsschutzklage.

    Ein Vergleich wird ausgehandelt und es wird vereinbart, dass der Arbeitnehmer im Januar 2021 eine Abfindung erhält. Die Höhe der Abfindung ist höher als die Summe der Bruttogehälter vom 1.1.2020 bis zum 31.7.2020.

    Frage 1: Kann die Fünftelregelung auf die Abfindungszahlung in 2021 angewendet werden ?
    Frage 2: Sind weitere Zahlungen in 2020 von früheren Arbeitgebern dabei zu berücksichtigen ?

    Dank für eure Rückmeldung.

    • Der Privatier hat mal das Jahreseinkommen bei einer „ungestörten Fortfühurng des Arbeitsverhältnisses“ als zu übertreffenden Referenzwert für eine Zusammenballung beschrieben. Ich vermute dass die Abfindung eher geringer und die Antwort auf Frage 1 ein „nein“ ist.

    • Es kommt nicht so sehr darauf an, welche Einkünfte man tatsächlich erzielt hat, sondern welche Einkünfte man erzielt hätte, wenn es nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gekommen wäre.
      Damit es zur einer Zusammenballung kommt, müssen dann die Einkünfte im Jahr der Abfindungszahlung zusammen mit der Abfindung höher sein als die normalerweise erzielten Einkünfte.

      Gruß, Der Privatier

  33. Zitat: „welche Einkünfte man tatsächlich erzielt hat, sondern welche Einkünfte man erzielt hätte, wenn es nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gekommen wäre“.

    Naja, bei einem „normalen Aufhebungsvertrag“ kann man so ja argumentieren. Aber hier wurde ja ordentlich zum 31.7.2020 gekündigt, d.h. es wäre auch eindeutig nicht mehr zu einer Weiterbeschäftigung gekommen.

    • Die Fünftelregel ist eine Steuervergünstigung, die nur dann gewährt wird, wenn aufgrund einer Zusammenballung eine unverhältnismäßig hohe Steuerbelastung entstehen würde. Liegt keine Zusammenballung vor, gibt es keine Steuerermäßigung. Fertig.
      Es spielt keine Rolle, warum keine Zusammenballung zustande kommt.

      Gruß, Der Privatier

      • Ist die Anwendung der Fünftelregelung eigentlich an ein Beschäftigungsverhältnis gekoppelt?

        Angenommen man ist bereits seit einigen Jahren Privatier und hat nur noch Kapitalerträge als Einkommen. Wird dann eine zu versteuernde, einmalige Kapitalauszahlung einer Lebensversicherung auch nach dieser Regelung versteuert?

        Gruß

        Bruno

        • Moin, Bruno
          Es duerfte schwierig werden, hier die „Ausserordentlichkeit“ der Kapitalabfindung nachzuweisen, wenn diese Wahlmoeglichkeit (und sei es auch nur als „Option“) bei Vertragsabschluss bereits vereinbart wurde.

          Gruesse
          ratatosk

        • @Bruno,

          die Fünftelregelung findet bei „außergewöhnlichen Einkünften“ Anwendung. Welche das sind, siehe dazu §34 EStG.
          Die von uns besprochene „Fünftelregelung bei Abfindungen“ finden sich im §34 Abs.1 Satz 2 EStG und im §24 Nr.1 EStG wieder.

          Die von dir angesprochene Lebensversicherung fällt nicht darunter. Wenn die kapitalbildende Lebensversicherung vor! 2005 abgeschlossen und einige weitere Parameter eingehalten wurden, … (will ich jetzt nicht aufzählen), wäre diese bei Komplettauszahlung steuerfrei.

          Gruß
          Lars

          PS: Falls Du eine Lebensversicherung hast, bitte einmal in den Versicherungsunterlagen Stichwort („Steuermerkblatt“) nachlesen.

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