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Kap. 10.6: Abfindung mit Steuerklasse 6 versteuern? — 87 Kommentare

  1. Blog-Leser Marcus (Experte für Lohn- und Gehaltsabrechnungen) hat mir noch eine Ergänzung/Richtigstellung zum obigen Thema per Mail zukommen lassen, die ich hier gerne weitergeben möchte:

    „Hier hat sich aber (höchst wahrscheinlich) der neue AG bereits als Hauptarbeitgeber angemeldet, so dass der Abruf der Daten durch den Ex-AG automatisch als Nebenarbeitgeber gewertet wird. Und somit bekommt er Steuerklasse 6 mitgeteilt.“

    Das ist so nicht richtig. Es wird seitens des FAmt gar nichts bewertet. Im Gegenteil – der Arbeitgeber gibt in der Anforderungsmeldung neben Gebdatum, St-Id, Beginn der Beschäftigung und einem „ominösen Referenzdatum“ auch ein Flag an, ob er gedenkt ein Haupt- oder Nebenarbeitgeberverhältnis anzumelden.

    Sprich der Ex-Ag könnte einfach das Flag „NAG“ = Nebenarbeitgeber setzen und bekommt dann automatisch die Stkl. 6. Das Hauptarbeitsverhältnis bleibt davon unberührt.
    Nun gibt es aber Fälle, in denen die Abfindung über ein Gerichtsurteil verhangen wird und die Anwälte erstreiten, dass auf keinen Fall mit Steuerklasse 6 zu versteuern sei. In diesem Fällen meldet der Ex-Ag ein Hauptverhältnis an und bekommt die richtige Steuerklasse. Gleichzeitig wird vom Finanzamt der eigentlich Arbeitgeber benachrichtigt, dass dieser nunmehr nur noch Nebenarbeitgeber ist und fortan Stkl. 6 zu verwenden hat.

    Aus dieser Nummer kommt automatisch niemand mehr raus. Der eigentliche AG muss das Nebenverhältnis ordnungsgemäß abmelden und ein neues Arbeitsverhältnis mit dem Tag nach Ende den Nebenverhältnisses und dem Flag HAG=ja erneut anmelden.

    Bürokratischer Wahnsinn!!!

    Lustig wird es übrigens auch, wenn ein Mitarbeiter ein Unternehmen verlässt bspw. zum 31.01. und aufgrund von Resturlaub den neuen Job bereits am 15.01. in einer anderen Firma beginnt. Hier überschneiden sich die ELStAM-Zeiträume auch – und der alte AG müsste den letzten Monat eigentlich mit Stkl. 6 abrechnen, da er ja per 15.01. nur noch Nebenarbeitgeber ist.

    Vielen Dank für diese Ergänzung,
    Der Privatier

  2. Mein Ex-Arbeitgeber hat mir folgendes geschrieben:

    „Die Versteuerung nach Steuerklasse 6 lässt sich vermeiden, wenn Sie im Januar 2015 in keinem neuen Hauptarbeitsverhältnis stehen und uns eine Bestätigung vorlegen, dass wir Ihre ELSTAM-Daten im Januar 2015
    als Hauptarbeitgeber abrufen dürfen.“

    Als Antwort habe ich bestätigt:
    „Ich bestätige Ihnen hiermit dass ich aus heutiger Sicht bis zum 31.01.2015 (Monat der Zahlung der Abfindung) voraussichtlich noch kein anderes Hauptarbeitsverhältnis angenommen habe bzw. kein Arbeitslosengeld beziehen werde.
    Ich bitte Sie, die Versteuerung nach den bisherigen Steuermerkmalen vorzunehmen (Steuerklasse 1-5).“

    Ich bin seit dem 1.1.2015 Privatier und befinde mit im Dispositionsjahr.

    Viele Grüße
    Hardy

    • Hier hat der AG mitgedacht! Und wenn anschließend keine weitere nichtselbständige Beschäftigung ausgeübt wird, gibt es auch kein Problem.
      Für den zukünftigen Privatier ist das Thema in der Regel auch nicht so interessant.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo.
    Nachdem mein AG zunächst verfrüht gezahlt hatte, konnte die ganze Sache noch berichtigt werden. Ich erhielt eine geänderte Abrechnung mit Zahlung der Abfindung im Januar.
    Auch habe ich schriftlich bestätigt, dass der AG auch in 2016 HAG bleiben wird und ich voraussichtlich kein weiteres Einkommen erzielen werde. Daraufhin konnte ich meine Steuerklasse behalten und die Abfindung wurde als einziges Einkommen für das Jahr 2016 gewertet. Die Stuer war sogar geringer, als diverse Abfindungsrechner im Internet ermitteln.
    Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel, denn ich bin ja (noch) der Auffassung das Arbeitslosengeld im Jahr der Abfindungszahlung leichte Vorteile bringt, die steuerliche Mehrbelastung ist etwas geringer als die Auszahlung des AAs, und man ist sozialversichert.

    • Das ist ja erfreulich, dass Du die Änderungen noch geschafft hast. Wäre auch sonst sehr ärgerlich gewesen!

      Und wie sich das mit dem ALG rechnet, hängt sicher auch immer von den persönlichen Bedingungen und der Planung für die Zukunft ab. Das sollte jeder für sich prüfen und entscheiden.

      Viel Erfolg !
      Der Privatier

  4. Vor 3 Tagen noch den Beitrag über Steuerklasse 6 gelesen, heute kam die persönliche böse Überraschung:
    Per Post kam die Abrechnung der Abfindung vom Ex-Arbeitgeber…und das mittels Steuerklasse 6!
    D.h. erst mal grob 50% Abzug!!! Klar gibt es die Möglichkeit dieses im nächsten Jahr per Steuererklärung zurück zu holen,aber mich stört gewaltig das ich dem Finanzamt einen kostenloses Darlehen in dieser Höhe geben soll.

    Mir ist noch nicht einmal klar warum es zur Steuerklasse 6 kam.
    Letzter Arbeitstag 31.10.14, Abfindung im Januar 2015.
    Es gibt keinen neuen Arbeitgeber und ich bin auch nicht arbeitslos gemeldet. (Das will ich ja erst zum 01.11.15 machen.)

    Bis zum 31.10.14 war ich ganz normal Steuerklasse 3, meine Frau Steuerklasse5. Von daher verstehe ich nicht, warum ich auf einmal Steuerklasse 6 bin.
    Es kann dieses Jahr somit auch keinen ELStAM Abruf eines anderen Arbeitgebers gegeben haben. Somit muß wohl mein alter Arbeitgeber das NAG-Flag (Nebenarbeitgeber) gesetzt haben.

    Gut, das wird es am Montag erst mal viel Klärungsbedarf geben….

    Weiß jemand ob man sowas auch kurzfristig korrigieren lassen kann?
    (Bei meinem Ex-Arbeitgeber ist die Personalabteilung outgesourced,
    entweder in Polen oder Bangalore. D.h. ich muss denen relativ genau sagen können, was sie falsch gemacht haben und was sie als nächstes tuen müssen.
    Ansonsten passiert da gar nichts…..) Und ich wollte nicht erst bis 2016 auf die Rückzahlung warten.

    Vielleicht liest ja ein Fachmann mit und kann einen entsprechenden Hinweis geben. Danke schon mal im Voraus!

    • „Somit muß wohl mein alter Arbeitgeber das NAG-Flag (Nebenarbeitgeber) gesetzt haben.“

      So wird es wohl sein!
      Meine Erfahrungen mit Diskussionen über Änderungen mit Personalabteilungen sind eher negativ. Gerade, wenn es darum geht, etwas im Nachhinein zu ändern. Und wenn die Bearbeiter dann noch in Polen oder Bangalore sitzen, halte ich das fast für unmöglich.
      Einen Versuch würde ich trotzdem machen. Ich bin aber zu wenig Fachmann in Fragen der Gehaltsabrechnungen, um hier eine konkrete Vorgehensweise vorschlagen zu können.
      Ich denke, nochmaliger Abruf der Steuermerkmale als Hauptarbeitgeber (ggfs. mit vorheriger Bestätigung deinerseits) und anschließende Neuberechnung der Steuer wäre der richtige Weg.

      Gruß, Der Privatier

      • Prinzipiell hat der alte Arbeitgeber eigentlich alles richtig gemacht. Er weiß schlichtweg nicht, ob eine neue Beschäftigung besteht oder nicht. Also sollte er im einfachsten Fall eine Anmeldung als Nebenarbeitgeber senden, um einem potentiellen Hauptarbeitgeber dieses Flag nicht zu stehlen.

        Der Vorschlag des nochmaligen Abrufs könnte funktionieren, wenngleich das bürokratischer Wahnsinn ist. Merke: Einen „Abruf“ gibt es ja eigentlich gar nicht. Das was landläuflig „Abruf“ heißt ist de-facto eigentlich die Anmeldung einer Beschäftigung.
        Steve Wood ist also nochmal einmalig bei seinem alten AG angemeldet vom 01.11.2014 bis 01.11.2014 und hat in diesem Zeitraum seine Abfindung „verdient“. Ein nochmaliger Abruf bedeudet in der Praxis nun jedoch:

        – Ich ändere das Beschäftigungsverhältnis 01.11. – 01.11. so dass in dieser Zeit NICHTS verdient wurde (inkl. Neuer Lohnsteuerbescheinigung)!
        – Ich melde Steve Wood nochmal an bspw. vom 02.11. – 02.11. mit HAG-gesetzt, und er „verdient“ dann an diesem Tag seine Abfindung.

        Eine nochmalige Anmeldung zum 01.11. würde das Finanzamt übrigens abweisen, da an diesem Tag bereits eine Beschäftigung (als NAG) beim Ex-AG besteht.

  5. Nun, dann muss ich das sportlich nehmen und mir einfach vorstellen, das ich dem bedürftigen Finanzamt einen kostenlosen Kredit für gut ein Jahr gewähre.
    An die Personalabteilung hab ich mich zwar schon gewandt, aber noch keine Antwort erhalten…

  6. @nightyhawk: Danke für die fachmännische Einschätzung!

    @Steve Wood: Richtige Einstellung! Alles versuchen – und wenn es trotzdem nicht klappt: Gelassen bleiben.

    Gruß, Der Privatier

  7. Ich hatte heute dann den Rückruf der Personalabteilung:
    Mittlerweile ist es so, dass man proaktiv auf den Arbeitgeber zugehen muss und mitteilen dass man als Haupterwerbtätigkeit angemeldet werden will!
    Nur dann wird man nicht mit Steuerklasse 6 abgerechnet!
    Mein Problem waren eher, dass ich die Verhandlungen schon Anfang 2013 geführt hatte (ich hatte halt noch ein paar Überstunden abzufeiern) und zu dem Zeitpunkt war alles klar.
    Die Änderungen bei der elektronischen Übermittlung kamen erst später. Davon habe ich leider nichts mitbekommen und bin jetzt Sponsor des Finanzamtes.

    Also wichtig!!! Den Arbeitgeber drauf aufmerksam machen, das er die Abfindungsberechnung als Hauptarbeitgeber abrechnet. (Falls man keiner anderen Tätigkeit nachgehen will.)

    • Ich hatte bei Zahlung meiner Abfindung das gleiche Problem. Nach Anruf beim AG erhielt ich ein Formular auf dem ich bestätigen musste, aller Voraussicht nach keine Folgebeschäftigung aufzunehmen. Danach wurde der Steuerabzug zurückgerechnet. So musste ich dem Finanzamt kein zinsloses Darlehen gewähren. Den zurückgerechneten Betrag habe ich dann schön selbst angelegt und die Zinsen kassiert. Nach der Steuererklärung im Folgejahr musste ich natürlich nachzahlen. Denn aufgrund meines Alters,keine 50, konnte ich mich noch nicht zur Ruhe setzen und habe nach einem halben Jahr eine neue Beschäftigung aufgenommen. So interessant die Tipps zur Steuererparnis hier auch sind, wenn man noch kein rentennaher Jahrgang ist, sollte man immer so früh wie möglich einen neuen AG zulegen. In meinem Alter nicht leicht, erst recht nicht wenn man zu lange arbeitslos wäre. Aber, dass die Steuernachzahlung trotz Fünftelregelung meinen Nettoverdienst beim neuen Job wieder aufgefressen hat, fand ich schon recht deprimierend. Einziger Trost ist, dass ich mit derAbfindung das Haus abbezahlen konnte und dass ich so vom jetzigem Lohn etwas sparen kann, um doch noch eher in den Ruhestand zu wechseln, vielleicht mit neuer Abfindung:-)) Dann bin ich durch die Tipps hier schon bestens vorbereitet.

      • „…wenn man noch kein rentennaher Jahrgang ist, sollte man immer so früh wie möglich einen neuen AG zulegen. In meinem Alter nicht leicht, erst recht nicht wenn man zu lange arbeitslos wäre.“

        Völlig richtig! Wer nicht den Weg zum Privatier gehen kann oder will, der sollte Steuer-Fragen immer hinten an stellen. An erster Stelle muss da immer der neue Job stehen. Keine Frage: Wer erst einmal ‚raus ist, hat immer schlechtere Karten.

        Gruß, Der Privatier

  8. Ich scheide zum 1.12.2015 aus, meine Kündigungsfrist endet 1.02.2016. Einen neuen AG habe ich noch nicht. Wie wird die Abfindung mit dem Arbeitslosengeld verrechnet? Man liest so viel aber diese Seite hier scheint mir glaubwürdig. Bin 49 Jahre alt, alleinerziehend mit Steuerklasse 2.

    Gruß Kretina

    • „Verrechnet“ wird eine Abfindung gar nicht. Aber es wird wohl folgendes passieren:
      * Es wird wahrscheinlich eine Sperre von 3 Monaten geben (kein ALG1 in dieser Zeit).
      * Es wird eine Ruhezeit bis 1.2.16 geben. Während der Ruhezeit: Selber die KV/PV bezahlen.
      * Anschließend (ab. 1.3.16): Normaler Bezug von ALG1 inkl. KV/PV-Versicherung.

      Hat zwar nichts mit dem ALG zu tun – aber es wäre u.U. zu prüfen, ob eine Zahlung der Abfindung Anfg. 2016 nicht günstiger wäre (s. „Der Termin„). Hängt u.a. aber von der Höhe und den anderen Einkünften (auch den zukünftigen) ab. Stichwort hier: Die Fünftelregel.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Sie schon so viel hier gelesen haben oder wissen, dass Ihre Abfindung erst im Januar 2016 ausgezahlt wird.
      Das Arbeitslosengeld in 2016 fällt unter den Progressionsvorbehalt, es wird also für die Ermittlung des Steuersatzes herangezogen. So wird das fiktive zu versteuernde Einkommen aus 1/5 der Abfindung und dem Arbeitslosengeld ermittelt. Der daraus resultierende Steuersatz wird dann auf den Gesamtbetrag Ihrer Abfindung angewandt. (falls Sie nicht in 2016 noch zusätzliches Einkommen erzielen, das würde dann noch dazu kommen)
      Jetzt das große ABER: Falls Ihr sonstiges Einkommen neben der Abfindung negativ sein sollte und zwar mehr im Minus als ALG gezahlt wurde, dann hat das ALG keine Auswirkungen mehr auf den Steuersatz. Das sonstige Einkommen ins Negative zu drücken wird in verschiedenen Kapiteln dieses Ratgebers beschrieben und ist auch nicht so schwer (Rürup, KV/RV, Verluste aus Kapitalvermögen…).
      Sie müssten also planen, um wie viel Sie das zu versteuernde Einkommen in 2016 verringern können. Anhand dieses Wertes können Sie entscheiden, ob Sie schon ab März 2016 ALG beziehen wollen oder sich erst später arbeitslos melden und zunächst Dispositionszeit nehmen (muss nicht ein Jahr sein).
      Beispiel:
      Abfindung 200.000€
      negative Einkünfte: 30.000€
      ALG: 18.000€
      Steuersatzrelevant: 34.000€ (200.00 – 30.000) * 1/5
      Steuersatz ca. 13,7%
      Steuer auf 170.000€ ca. 23.350€
      ALG völlig steuerfrei

      • Vielen Dank zunächst für die schnelle Info.
        Lt. Dienstvereinbarung wird die Abfindung mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Zahlung fällig. Zumindest ein Teil. Den größeren Teil lasse ich mir monatlich auszahlen, um eine feste Rechengröße zu haben. Es gibt nur die Wahl monatlich oder 3 Jahre lang jährlich. Daher greift die Fünftelregelung angeblich nicht.
        Versteuert wird in Steuerklasse 6. Eine andere Möglichkeit habe ich nicht.
        KV/PV: ich beziehe eine Erziehungsrente, da der andere Elternteil verstorben ist. Darüber bin ich zum Glück nach Aussage der Krankenkasse weiter versichert.

        Nun stellt sich mir dennoch die Frage der Anrechnung auf das ALG 1.
        Es gibt im Internet Tabellen mit Prozentsätzen je nach Alter, die anrechenbar sind. In meinem Fall 45%. Können Sie mir dazu etwas sagen? Vielen Dank.
        Die Sperre wird auf jeden Fall bis Ende meiner Kündigungsfrist, hier der 01.02.2016) + 3 Monate gelten sagte man auf dem Arbeitsamt meiner Kollegin. Danach würde eine Summe der Abfindung prozentual angerechnet, so lange bis sich das ALG 1 mit der o. g. Tabellenrechnung verrechnet….

        • Es scheint also, dass an den Konditionen der Abfindungszahlung nichts mehr zu rütteln ist. Muss aber auch gar nicht!
          Eine sog. ratierliche Abfindung (Abfindung wird nicht in einer Summe gezahlt, sondern in Raten) hat durchaus ihre Vorteile. Zwar gibt es in der Tat die Steuervorteile der Fünftelregel in diesem Fall nicht. Muss aber auch gar nicht, denn entsteht ja auch keine Mehrbelastung. Im Grunde ist es so ähnlich, wie vorher bei der regelmäßigen Gehaltszahlung. Die ratierliche Abfindung unterliegt dem normalen Steuerabzug, ist aber wie andere Abfindungen auch, in der Regel sozialabgabenfrei.

          Kommen wir also noch mal zur Fragestellung: Anrechnung auf ALG1.
          Ich möchte dazu auch noch einmal auf die schon in meiner ersten Antwort verlinkten Beiträge zur Sperrzeit und zur Ruhezeit verweisen. Dort ist eigentlich alles erklärt. Trotzdem hier gerne noch einmal:
          Wenn das Arbeitsverhältnis zum 1.12.2015 endet, gibt es eine 3-monatige Sperre, also vom 1.12.15 bis 1.3.2016. Während der Sperre zahlt die Agentur nichts, außerdem verringert sich der Gesamt-Anspruch entsprechend.
          Außerdem gibt es eine Ruhezeit. Das ist die Zeit, in der die Abfindung „angerechnet“ wird. Die Ruhezeit berechnet sich nach der Tabelle und dem Verfahren, dass ich im Beitrag „Ruhezeit“ erklärt habe. Die Ruhezeit dauert aber nicht länger, als die normale Kündigungsfrist gedauert hätte. Reichte diese wie hier im Beispiel bis zum 1.2.2016, so endet auch die Ruhezeit zu diesem Zeitpunkt. Auch in der Ruhezeit zahlt die Agentur nichts.
          Ruhezeit und Sperrzeit laufen gleichzeitig ab und enden im vorliegenden Fall am 1.3.2016. Danach kann ALG1 bezogen werden. Die ratierliche Abfindung „stört“ dabei übrigens nicht! Der Arbeitslose kann also durchaus ein Einkommen haben. Das ALG1 gibt es trotzdem.

          Insofern ist die ratierliche Abfindung keine schlechte Lösung. Sie nimmt einem zumindest viele der Fragen zu Steuern, Progressionsvorbehalt, etc. ab. Dafür gibt es dann andere wie z.B. die Zuverlässigkeit des EX-Arbeitgebers bzw. die Absicherung der zugesagten Leistungen.

          Gruß, Der Privatier

  9. Ich danke Ihnen herzlich für die nochmaligen Infos. Habe nun auch die Links gelesen, tut mir leid ich war etwas „neben der Spur“.
    Hoffentlich sieht das die Agentur für Arbeit dann auch so, ich habe heute um einen Termin im Oktober gebeten. Leistungsauskünfte werden nur telefonisch erteilt…vielen Dank.
    Ich hoffe der Anruf kommt.

    Ihre Informationen waren für mich sehr hilfreich und ich bedanke mich nochmals und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

    Gruß Kretina

    Sollte es Schwierigkeiten geben werde ich mich wieder melden. Toll dass Sie Ihre Infos hier jedem zugänglich machen. Großes Lob!!!

    • Danke für das „große Lob“!
      Und – Sie dürfen sich auch gerne wieder melden, wenn es keine Schwierigkeiten gibt!
      Es geht nämlich vielen genau so wie Ihnen: Man ist erst einmal total verunsichert und hört an allen Ecken unterschiedliche Aussagen, Gerüchte, Vermutungen und Halbwahrheiten. Und da ist es dann immer mal ganz hilfreich, auch einmal eine Bestätigung über eine besprochene Vorgehensweise oder Empfehlung zu lesen.

      Ansonsten viel Erfolg,
      Der Privatier

        • ElStAM ist eigentlich eine feine Sache.
          Ich habe einen Bescheid aus Januar, dass ich monatlich 600€ in Abzug bringen darf, ich habe meinen AG davon in Kenntnis gestetz, Antwort war, er könnte die Daten so nicht abrufen, würde dann Wahlmöglichkeit im März passieren.

          • Normalerweise sollten die EStAM-Daten im Folgemonat zum Abruf verfügbar sein. Gegebenenfalls, lohnt sich eine Rückfrage beim Wohnsitzfinanzamt und die Bitte um einen Ausdruck der ELStAM-Daten. An diesen Ausdruck ist zwar der Arbeitgeber nicht gebunden, aber man kann kontrollieren, ob wirklich alles in Ordnung ist oder eben korrigieren lassen.

  10. Hallo Herr Ranning,
    nun habe ich heute doch tatsächlich den Anruf vom Arbeitsamt bekommen. Die Dame meinte die Abfindung wird mir tatsächlich angerechnet, weil ich meine Kündigungsfrist nicht einhalte. Wie erwähnt wäre diese am 01.02.2016 um, ich stimme dem Aufhebungsvertrag per 01.12.2015 zu. Mit Anrechnung der 45% lt. Tabelle in meinem Fall müsste ich dann ca 1 Jahr von der Abfindung zehren, bevor ich dann Anspruch auf 15 Monate ALG1 habe.

    In meinem Aufhebungsvertrag steht in §1: ….im gegenseitigen Einvernehmen auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betriebsbedingten Gründen ( sofern zutreffend: unter Einhaltung der tariflichen Kündigungsfrist)zum … aufgelöst und endet zu diesem Termin. Dieser einvernehmlichen Beendigung ging eine Mitteilung des Arbeitgebers voraus,dass der Arbeitsplatz wegen……aus betriebsbedingten Gründen ersatzlos in Wegfall gerät.

    Klingt ja nicht schlecht, der AG hat es ja veranlasst. Trotzdem soll ich wegen 2 Monaten nicht eingehaltener Kündigunsfrist ein Jahr lang bestraft werden??
    Gibt es ein Urteil eventuell?

    Vielen Dank.

    • Dazu braucht man kein Urteil. Die Lage ist ganz eindeutig und ohne jeden Zweifel:
      Die Ruhezeit endet mit dem Ende der ordentlichen Kündigungsfrist !!

      Das ist gesetzlich so geregelt und da wird sich auch Ihre Arbeitsagentur dran halten müssen.
      Fall dort die Gesetze nicht bekannt sein sollten, empfehle ich einen Blick in den §158 SGB III. Dort heißt es gleich im ersten Satz:
      „Hat die oder der Arbeitslose wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung, Entschädigung oder ähnliche Leistung (Entlassungsentschädigung) erhalten oder zu beanspruchen und ist das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer der ordentlichen Kündigungsfrist des Arbeitgebers entsprechenden Frist beendet worden, so ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld von dem Ende des Arbeitsverhältnisses an bis zu dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung dieser Frist geendet hätte.“

      Ich wiederhole: „…ruht der Anspruch… bis zu dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung dieser Frist geendet hätte.“

      Aber vielleicht vertraut die Agentur ja lieber ihren eigenen Merkblättern. Dort heißt es im Merkblatt Nr. 17 („Berücksichtigung von Entlassungsentschädigungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“) im Kapitel 5.1:
      „Er (der Ruhenszeitraum) endet spätestens an dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis geendet hätte, wenn es unter Einhaltung einer der ordentlichen Kündigungsfrist des Arbeitgebers entsprechenden Frist beendet worden wäre.“
      (Anm.: Der Schreibfehler „einer der ordentlichen“ ist nicht von mir! Ist ein Original-Zitat!)

      Lassen Sie sich nicht verunsichern! Es gibt immer wieder Mitarbeiter bei der Agentur, die die eigenen Regeln nicht kennen.

      Gruß, Der Privatier

  11. Herzlichen Dank – ich werde weiter berichten. Ich werde den Aufhebungsvertrag bald unterschreiben und weiter berichten.

  12. Hallo, ich habe mir das Merkblatt 17 ausgedruckt und auch den § SGB gelesen. Leider steht dort wenn man weiterliest aber wirklich, dass die Abfindung angerechnet werden kann, wenn die Kündigunsfrist nicht eingehalten wird….auch ein Rechtsanwalt hat mir das bestätigt.
    Nun unterzeichne ich Montag meinen Vertrag ohne Einhaltung der Kündigunsfrist und kann nur hoffen, dass ich bald was Neues finde, sonst muss ich fast ein Jahr von der Abfindung (45% davon) leben, bevor das ALG1 greift….

    • Ach, liebe Kretina, sooo schwierig ist es doch nun nicht !

      Ja – der Anspruch auf ALG1 ruht, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde. In dieser Zeit gibt es also kein ALG.
      Aber: Eben nur bis zu dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung dieser Frist geendet hätte.

      Und das ist (bei Dir) wohl nicht ein ganzes Jahr, sondern nur bis zum 1.2.16.

      Und das geht sowohl aus dem SGB III, als auch aus dem Merkblatt der Agentur sehr eindeutig hervor. Ich weiß wirklich nicht, warum Du da weiterhin Zweifel hast. Und klarer, als in meinem vorherigen Kommentar kann ich es nicht mehr ausdrücken.

      Gruß, Der Privatier

      • Ach ja ich weiß … es steht da oben alles wunderschön beruhigend geschrieben. Und die jeweils ersten beiden Absätze SGB und Merkblatt klingen auch gut.
        Nur aus den Unterpunkten wird man (ich) nicht schlau.
        Ich habe morgen einen Termin auf dem Arbeitsamt. Welcher Absatz aus dem Merkblatt 17 ist denn für meinen Fall zutreffend? Unter 4.4. ist eine Tabelle mit anrechenbaren Beträgen…für welche Fälle gilt diese denn….

        Beste Grüße der „Pflegefall“ Kretina

        • Tja, dann versuche ich noch mal ein wenig „Pflege“…

          Die entscheidenden Sätze für Deinem Fall hatte ich ja in einem früheren Kommentar schon extra herausgeschrieben und fett markiert.

          Und beide (SGB III und Merkblatt 17) begrenzen die Ruhezeit (also die Zeit, in der die Abfindung aufgebraucht werden muss) auf maximal bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung der Kündigungs-Frist geendet hätte. Heißt im Klartext:
          Nach dem Ablauf der normalen Kündigungsfrist wird die Abfindung nicht mehr angerechnet!

          Im Merkblatt 17 steht dies übrigens im Kapitel 5.1 (war aber auch im obigen Kommentar schon so erwähnt).

          Versuche bitte, bei deinem Besuch bei der Agentur ganz ruhig zu bleiben (die beißen nicht!), lass Dir noch einmal deutlich sagen, wie lange Du wegen Deiner Abfindung kein ALG1 bekommen sollst. Du weißt ja jetzt schon, was das Ergebnis sein soll: Bis zum Ende deiner normalen Kündigungszeit (1.2.2016).
          Aber es wird wohl auch eine Sperrfrist geben. Und die dauert in der Regel 3 Monate (also bis zum 1.3.2016).
          Aber danach wirst Du ALG1 beziehen können. Da habe ich keinen Zweifel.

          Und tue uns mal einen Gefallen: Wenn Du dich von dem Besuch wieder beruhigt hast, erzähle uns hier mal das Resultat!

          Gruß, Der Privatier

  13. Ich glaube ich habe es jetzt endgültig verstanden und hoffe, die netten Beamten tun das dann auch. Lach…ja mag sein dass ich mich aufregen werde, sicherlich…aber mit diesem Punkt 5.1. kann ich die ja direkt konfrontieren. Hatte ja einen guten Berater vorab 😉
    Und der Bericht folgt ganz sicher. Vielen Dank.

  14. Der Besuch auf dem Amt heute war ja ernüchternd. Keine Beratung zur Leistung, nur wegen Jobvermittlung, die natürlich nicht stattfinden kann, weil keine Jobs angeblich.
    Aber ich habe durch Eigeninitiative morgen ein Vorstellungsgespräch in einer Firma.

    Nun bitte noch ein kleines Bischen Pflege: In wie weit trifft Punkt 4.1. Merkblatt 17 zu?

    Danke und ein freundliches Lächeln für Sie

    • Danke für das freundliche Lächeln! 🙂 Und das trotz der Ernüchterung!

      Tja – Vermittlung und Leistungsabteilung sind meistens getrennt in den Agenturen. Manchmal weiß auch die Linke nicht, was die Rechte tut. Soll vorkommen… aber es hilft alles nichts:

      Wenn Sie weiterkommen wollen und Gewissheit haben wollen, müssen Sie hartnäckig bleiben und einen weiteren Termin (Beratung zu Leistungsfragen) einfordern. Ggfs. vorher schon ankündigen, welche Fragen Sie haben, damit nicht wieder der Falsche da sitzt und ausgerechnet von diesem Thema keine Ahnung hat.

      Und noch einmal zum Merkblatt 17:
      Das ganze Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, welche Zahlungen überhaupt zu einer Ruhezeit führen. Und dabei wird im Abschnitt 4.1 auch die Abfindung genannt.
      D.h. also: Eine Abfindung führt zu einer Ruhezeit! Abschnitt 4.3 und 4.4 legen dann fest, in welcher Höhe die Abfindung berücksichtigt wird.

      Und Kapitel 5 erläutert dann, wie die Dauer der Ruhezeit berechnet wird. Und da heißt es eben direkt im zweiten Satz, dass diese maximal bis zum Ende der normalen Kündigungszeit reicht.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Viel Erfolg beim Vorstellungstermin!

  15. Also werden dann in meinem Fall doch 45% der Abfindung angerechnet? Habe diese Zahl anhand der Tabelle gefunden. Und der Anspruch auf ALG 1 verlagert sich nach hinten? In meinem Fall dann doch fast ein Jahr….

    • NEIN!! Das glaube ich jetzt nicht! So langsam wird das hier zum running gag: „Kretina hat noch eine Frage…“
      Tja – wenn es denn nur nicht immer dieselben wären! Und ich habe noch zur Hartnäckigkeit geraten…

      Aber ich bin ja mindestens genau so hartnäckig und versuche es hiermit nochmal, die Ruhezeit zu erklären:
      * Ja – Von Ihrer Abfindung werden 45% zur Berechnung der Ruhezeit verwendet.
      * Ja – Bei einer Ruhezeit verlagert sich der Anspruch auf ALG1 nach hinten (geht also nicht verloren). UND:
      * NEIN! – Die Ruhezeit dauert nicht fast ein Jahr, denn die Ruhezeit

      DAUERT MAXIMAL SO LANGE, WIE DAS ARBEITSVERHÄLTNIS BEI EINHALTUNG DER NORMALEN KÜNDIGUNGSFRIST GEDAUERT HÄTTE !!

      Ich frage mich ernsthaft, was daran wo schwer zu verstehen ist…

      Gruß, Der Privatier

  16. Nun hatte ich gestern ein langes Gespräch mit der Leistungsabteilung der Agentur für Arbeit. Die Dame bezieht sich auf Punkt 4 des Merkblattes 17 und teilte mir mit, dass die Abfindung angerechnet werden wird. Meine Einwände waren für sie nicht relevant.
    Da steht:
    „Die Frage, welche Arbeitgeberleistungen zu einem Ruhen des Anspruchs auf ALG führen können, stellt sich nur, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde.“
    Das ist in meinem Fall zutreffend, ich halte sie ja nicht ein.
    Ich könnte ja einen Widerspruch einlegen meinte die Mitarbeiterin der Agentur.

    Nun muss ich es nehmen wie es kommt. Danke nochmal für Ihre Bemühungen.

    • Haben Sie in dem „langen Gespräch“ denn auch klären können, wie lange der Anspruch auf ALG ruhen soll?
      Denn darauf kam es ja schließlich an! Dass es überhaupt eine Ruhezeit geben wird, weil die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde, habe ich ja hier von Anfang gesagt. Die Frage war aber doch: Wie lange?

      Wenn Sie es noch nicht klären konnten, dann warten Sie mal in Ruhe den Bescheid ab. Ich bin mir sicher, dass er so ausfallen wird, wie ich hier schon des Öfteren angekündigt habe. Wenn nicht, können (und sollten!) Sie auf jeden Fall Widerspruch einlegen.

      Gruß, Der Privatier

  17. Vorab ein großes Lob für dieses Blog. Ich habe zum 31.12.2015 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und bekomme die Abfindung im Januar 2016 ausbezahlt. Mein Arbeitgeber möchte/kann diese Auszahlung (ELSTAM-Daten im Januar 2016 als Hauptarbeitgeber abrufen) zu meiner bisherigen Steuerklasse 3 auszahlen.
    Ab 01.01.2016 bin ich beim Arbeitsamt gemeldet (ALG1). Nach einer 3-monatigen Sperrfrist bekomme ich Arbeitslosengeld.
    Hat die Auszahlung mit Steuerklasse III irgendwelche Nachteile bezüglich Berechnung des ALG?

    • Nein, da müssen Sie sich keine Sorge machen! Hinter Ihrer Sorge steht wahrscheinlich die Vorstellung, die Arbeitsagentur würde dann wie ein „Zweit-Arbeitgeber“ wirken und wohlmöglich das ALG1 auf Basis der Steuerklasse 6 berechnen. Diese Vorstellung ist aber falsch.
      Die Arbeitsagentur verwendet zur Berechnung des ALG1 Ihre ganz normale Steuerklasse (in Ihrem Fall also III). Kein Grund zur Sorge.

      Zumindest nicht von dieser Seite. Wichtig wäre aber, ob bei Ihnen die Kündigungszeiten eingehalten wurden. Wenn nicht, droht zusätzlich zur Sperre auch noch eine Ruhezeit, in der weder ALG1 gezahlt wird, noch die Beiträge zur KV/PV.

      Gruß, Der Privatier

      • Mein Thema ist noch ungeklärt. Bin zum 30.11. ausgeschieden, jedoch nach einer OP noch AU. Demzufolge konnte ich mich noch nicht arbeitslos melden, kein Antrag, kein Bescheid.
        Bewerbungen laufen und ich hoffe einfach, dass ich den Verein Agentur f. Arbeit nicht brauche 🙂
        Wenn es Neuigkeiten gibt werde ich sie hier posten.

        Eine schöne Adventszeit und viele Grüße von Kretina

        • Vielen Dank für die Information über den Zwischenstand. Ich wünsche jetzt erst einmal gute Besserung und baldige Genesung! Und wenn es dann noch mit den Bewerbungen klappt, geht ja vielleicht auch der Wunsch mit dem „Verzicht auf den Verein“ in Erfüllung.
          Ich drücke jedenfalls mal die Daumen!

          Gruß, Der Privatier

  18. Meine Daten:
    1.5.15 Aufhebungsvertrag unterschrieben.(abfindungshöhe 150000 Euro) . 31.12.15 letzte arbeitstag.kündindigungsfrist eingehalten…1.1.16 bis 18.1.16 arbeitslos gemeldet ohne Leistungsbezug. Vorraussichtlich ab 18.1.16 arbeit an zeitarbeitfirma (ca 30000 Jahresbrutto) und nebenjob mit 400 Euro Basis.Auszahlung der Abfindung 30.Januar 2016..Steuerklasse 6…(Ich bin alleinverdiener ST.Klasse3)—
    Meine Frage:
    Welche weg ist besser finanziell — arbeiten 2016 oder nicht arbeiten???
    wenn ich arbeite kann ich meine steuern was zurückholen…?
    wann tritt meine Steuerklasse 3 wieder..?

    • Konkret ausrechnen, welche Variante sich am Ende finanziell besser auswirkt, kann ich hier nicht. Dazu wäre ggfs. ein Steuerberater zuständig.
      Ich würde aber JEDEM, der nicht vorhat, endgültig aus dem Berufsleben auszusteigen, immer dazu raten, möglichst keine Lücken im Arbeitsleben entstehen zu lassen!

      Ob nun in 2016 weitere Einkünfte anfallen oder nicht: Über die Steuererklärung kann evtl. zu viel gezahlte Steuer in jedem Fall zurückerstattet werden.

      Die Steuerklasse 3 gilt für den neuen Arbeitgeber. Bei rechtzeitiger Klärung hätte man sicher auch die Versteuerung der Abfindung beim alten AG mit Steuerklasse 6 verhindern können. Aber dafür ist es jetzt sicher ein bisschen spät.

      Gruß, Der Privatier

    • Das Problem ist, dass der Hauptarbeitgeber die Steuerklasse per ElStAM abfragt. Wenn er das gemacht hat, bekommt der alte Arbeitgeber nur noch Zugriff auf Steuerklasse 6.
      Oder der alte Arbeitgeber hat es sich einfach gemacht und Steuerklasse 6 genommen, weil er von einem neuen Arbeitsverhältnis ab 1.1.16 ausgegangen ist. Übrigens ist auch das Arbeitsamt Hauptarbeitgeber und greift zur Berechnung des Arbeitslosengeldes auf die Steuerklasse zu.
      Die zu viel gezahlten Steuern kriegt man jetzt nur über die Steuererklärung für 2016 zurück.

      Viele Grüße, Hardy

  19. Danke für die Antworten ( an Privatier,Hardy)…Meine Vorhaben war gleich nach Kündigungsfrist mit einer neuenn job anzufangen(Festeinstellung),da es nicht geklappt hat ,haben meine Freunde oder Steuerberater gesagt die Abfindung am Januar auszuzahlen lassen und im Jahr 2016 nicht arbeiten bzw wenn möglich auch keine arbeitslosengeld zu beziehen damit weniger versteuert wird oder auch die Dispotionsrecht zu benutzen..und danach arbeitslosengeld zu beziehen..
    Aber meine Entscheidung war fürs weiter arbeiten, da ich noch (42Jare alt) bin,auch wegen der Lücken im Arbeitsleben damit nicht zustande kommt…

    Viele Grüße
    Ilikmen

    • Richtig so! Ich bin auch immer fürs Steuer sparen – aber nicht an erster Stelle. An erster Stelle sollten immer andere Gründe stehen. Anschließend kann man dann schauen, wie sich das auf die Steuer auswirkt und evtl. etwas optimieren.

      Gruß, Der Privatier

  20. Bin weiter krank geschrieben bis 25.1. und war somit noch nicht beim Arbeitsamt….nur zur Zwischeninfo.

    Gruß Kretina

  21. Hallo,

    ich habe folgende Frage :

    Mein Arbeitsverhältnis endet zum 31.01.16
    Ich erhalte mit der letzten Abrechnung (Januar 16) eine Abfindung € 55.000 und das letzte Gehalt.
    Mit welcher Besteuerung muss ich rechnen ?

    Danke im Voraus und Beste Grüße

    • Es tut mir leid, aber mit diesen wenigen Angaben kann man unmöglich eine Aussage über die zu erwartende Steuer machen!
      Es macht allerdings auch keinen Sinn, jetzt hier weitere Details aufzuzählen!
      Ich kann und will keine Steuern ausrechnen. Dies kann ggfs. ein Steuerberater machen. Oder einfach mal eine Woche warten – dann dürfte ja die Gehaltsabrechnung da sein.

      Gruß, Der Privatier

  22. Lieber Herr Ranning,
    ich lese schon länger in Ihrem Blog und habe viel von Ihnen gelernt.
    Ich habe einen Abfindungsvertrag unterschrieben und mein letzter Arbeitstag ist der 31.1.2016. Nun ist die Gehaltsabrechnung gelaufen und die Überweisung auf meinem Konto zeigt, dass meine Abfindung um mehr als 50% kleiner ist. Also verstehe ich, dass der AG Steuerklasse 6 ausgewählt hat.
    Wie kann er das machen? Ich bin ja noch im Januar 2016 angestellt gewesen. Ich habe genau aus dieser Angst heraus, diesen Termin als Austrittstermin gewählt anstatt 31.12.2015…)
    Macht es Sinn, was der AG gemacht hat?
    Ich werde versuchen, eine korrigierte Gehaltsabrechnung laufen zu lassen…
    Danke schon mal im Voraus und viele Grüße

    • Hallo Lina,

      verstehe ich das richtig, dass du aus dem prozentualen Abzug auf die Steuerklasse versuchst zu schließen? Das ist abenteuerlich….

      Wenn die Abrechnung schon gelaufen hast, dann hast du eine Verdienstbescheinigung bekommen und laut Entgeltbescheinigungsverordnung ist auf dieser auch die Steuerklasse auszuweisen.

      Zur eigentlich Frage…. Willkürlich wird der AG die Steuerklasse nicht wechseln. Hast du im Januar eine neue Beschäftigung begonnen?

    • Aus der Höhe der Abzüge auf die Steuerklasse zu schließen, ist tatsächlich „etwas“ gewagt. Da wäre ein Blick auf die Abrechnung eher zielführend.

      Und vielleicht sollten wir diesen Blick einmal abwarten, bevor ich jetzt hier auch anfange zu spekulieren. Aber ich schätze einmal, dass die Gründe eher wo anders zu suchen sind (Fünftelregel nicht angewandt bzw. versteuert wie normales Monatsgehalt).

      Gruß, Der Privatier

  23. Lieber Privater und nightyhawk,
    danke für das Aufzeigen anderer Möglichkeiten. Die Verdienstbescheinigung ist bei mir noch nicht angekommen. Dann werde ich abwarten, was da steht.
    Wenn die Fünftelregel nicht angewandt wurde, kann man es nachträglich anwenden lassen? Ich werde in diesem Jahr nichts weiter verdienen, Arbeitslosengeld kommt erst im Mai wg. Sperre. Die Bruttoabfindung übersteigt 3x mein normales Bruttogehalt.
    Viele Grüße

    • Liebe Lina,

      Sie müssen sich ein bisschen deutlicher ausdrücken! Was meinen Sie mit „Die Bruttoabfindung übersteigt 3x mein normales Bruttogehalt.“ ? Reden wir vom normalen Monatsgehalt? Oder vom normalen Jahresgehalt?
      Wenn Sie eine Abfindung in Höhe eines dreifachen Monatsgehaltes bekommen haben, sehe ich schwarz für die Fünftelregel (keine Zusammenballung). Wenn Sie aber eine Abfindung in Höhe eines dreifachen Jahresgehaltes bekommen haben, dann möchte ich Sie erst einmal beglückwünschen! Das hört man nicht oft…

      Vorschlag: Sie warten die Abrechnung ab und wenn Sie meinen, die wäre nicht in Ordnung, versuchen Sie bei der Personalabteilung eine Korrektur zu veranlassen. Ist nicht immer ganz einfach. Die Motivation für solche Aktionen ist meist nicht sehr hoch.
      Alternativ „einfach“ bis zur Steuererklärung warten. Dann wird alles wieder gut. 😉 Ist halt nur ärgerlich, dass Sie dann noch ein gutes Jahr auf das Geld warten müssten. Wenn es denn überhaupt noch welches gibt…

      Gruß, Der Privatier

    • Am besten Zahlen auf den Tisch…. das ist ja hier quasi halbanonym… ich könnte mir auch vorstellen, wenn das keine Abfindung im Sv-rechtlichen Sinne ist, dass dann je nach Monatsverdienst noch einiges an SV-Beiträgen drauf kommt.

  24. Danke für die Glückwünsche! Also wäre es ja wirklich falsch, wenn sie die Fünftelsregelung nicht angewandt hätten, richtig?
    Dann werde ich abwarten und sehen, was sich machen lässt. Es ist wirklich ein Thema, dass Menschen bei Ansicht einer solchen Summe (aber ja nur Brutto…) erstmal nicht unbedingt helfen wollen. Auch die Dame beim Arbeitsamt war sehr abweisend und ich warte immer noch auf die Berechnung der Leistung.
    Dankeschön noch einmal für die tollen Tipps im Blog. Ich überlege, ob ich das Dispositionsjahr in Anspruch nehmen soll – muss ich noch besser verstehen und weiter bei Ihnen nachlesen.
    Viele Grüße

  25. Hallo Privatier und alle,
    ich habe die Folgende Auskunft von der Personalabteilung bekommen:
    „Deine Abfindungssumme wurde mit Steuerklasse 4 / 2.0 Kinderfreibetrag und der Fünftelregelung versteuert.
    Bei der Fünftelregelung wird die Jahreslohnsteuertabelle herangezogen. Dabei wird dein aktuelles laufende Monatsgehalt auf das Jahr hochgerechnet.
    Wenn du für das Jahr weniger Einkommen erzielst, wird das in deiner Einkommensteuererklärung korrigiert.“
    Ist es so korrekt? Ich werde in diesem Jahr nur den Januargehalt bekommen + Arbeitslosengeld. Warum rechnen sie das laufende Monatsgehalt auf das Jahr hoch? Kann ich verlangen, dass es anders gemacht wird – mit dem Hinweis darauf, dass ich ja natürlich nicht mehr diesen Gehalt im Jahr verdienen werde?
    Danke im voraus für Ihre Ansicht.
    Nach den Abfindungsrechnern im Internet wäre der Steuerabzug viel geringer gewesen.

    • Nun, die Firma berechnet die Steuern aufgrund der Information, die ihr zur Verfügung steht. Und da muss sie zunächst einmal davon ausgehen, dass Sie auch weiterhin das aktuelle Gehalt beziehen. Denn die Firma muss auch beachten, dass sie nicht zu wenig Steuern einbehält. Insofern hat Ihre Firma das schon korrekt berechnet.
      Sie hätten aber im Vorfeld sagen können/müssen, dass Sie keine weiteren Einkünfte haben werden. Dann hätte die Abrechnung u.U. auch anders aussehen können. Sprechen Sie bitte Ihre Personalabteilung noch einmal an, fragen Sie, welche Bestätigung sie von Ihnen haben möchten, um eine Änderung durchführen zu können! Einen Versuch ist es wert. Wenn man sich nicht darauf einlässt, bleibt immer noch die Steuererklärung im nächsten Jahr.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Es gibt einige ähnliche Beispiele hier in den Kommentaren, die eine Änderung erfolgreich hinbekommen haben. Also: Nur Mut!

  26. Lieber Privatier,
    ich habe es nun versucht, und folgende Antwort bekommen:

    „wenn du keinerlei Einkünfte in 2016 hättest, könnte ich dein Januargehalt mit der Jahreslohnsteuertabelle versteuern.
    Wie du jedoch schreibst, wirst du ab Mai Arbeitslosengeld beziehen. Arbeitslosengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt.
    Daher darf ich im Januar leider nicht davon aussgehen, dass du keine weiteren Einkünfte in 2016 haben wirst.
    Wenn die Einkünfte geringer als dein derzeitiges Monatsgehalt sind, erfolgt die Steuerkorrektur in der Einkommenssteuererklärung.“

    Ich hatte verstanden, dass das Arbeitslosengeld sich nicht auswirkt auf diese Berechnung. Ich habe wohl das missverstanden? Danke für die Hilfe

    • Lina, ich bin kein Fachmann für Lohn- und Gehaltsabrechnungen und weiß daher nicht, was man dort machen kann und darf. Ich hätte mir nur eben ein wenig mehr Entgegenkommen gewünscht, zumal ich weiß, dass dies in anderen Unternehmen durchaus anders gehandhabt worden ist.

      Ansonsten sind die Aussagen aber korrekt: ALG unterliegt dem Progressionsvorbehalt und erhöht damit (in der Regel) den Steuersatz. Bleibt dies unberücksichtigt, führt das zu einer ungerechtfertigten niedrigen Steuerbelastung. Das ist so.
      Und es ist auch richtig, dass eine Korrektur mit der EkSt-Erklärung erfolgt.
      Es ist halt nur immer ein wenig ärgerlich, dass man da ein Jahr (und mehr) drauf warten muss.

      Es war einen Versuch wert. Und wenn es ein Trost ist: Es ist kein Einzelfall, dass die korrekten steuerlichen Voraussetzungen erst mit dem EkSt-Bescheid festgestellt werden.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Lina,

      was Deine Personalabteilung gemacht hat, könnte man „vorauseilenden Gehorsam“ nennen. 😉

      Ungeachtet dessen liegen Sie aber nicht ganz richtig. Arbeitslosengeld unterliegt zwar dem Progressionsvorbehalt, ist aber kein laufender Arbeitslohn. Auch künftige sonstige Bezüge, deren Zahlung bis zum Ablauf des Kalenderjahres zu erwarten ist, sind nicht zu erfassen – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/lohnsteuerabzug-von-abfindung-ohne-arbeitslohn

  27. Hallo Herr Ranning,
    heute ist es nun soweit und ich habe den Bescheid erhalten. Mein Krankenstand dauerte bis 4.3 sodass ich ab 5.3. arbeitslos gemeldet bin.
    Heute ereilte mich folgendes Schreiben:
    für die Zeit vom 5.3. bis 21.9.16 können Sie keinen Leistungen erhalten. Sie haben von iHrem bisherigen Arbeitgeber wegen der Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses eine Leistung i. H. v. ….. Euro erhalten. (das ist der Bruttobetrag) Ihr Anspruch ruht. Der AG durfte Ihnen nur bei Zahlung einer Abfindung ordentlich kündigen. Daher werden Sie nach dem SGBIII so behandelt, als hätten Sie eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Diese Frist wurde nicht eingehalten. Leistungen können Sie erst nach dem Ruhenszeitraum erhalten. Der Zeitraum, für den der Anspruch ruht, wird aus 45% der AG-Leistungen berechnet. Der sich so ergebende Betrag wird durch Ihr kalendertägliches Arbeitsentgelt geteilt. Hieraus ergibt sich die Zahl der Ruhenstage. War das Arbeitsverhältnis befristet, endet der Ruhenszeitraum spätestens mit dem Ende der Befristung.(es war nicht befristet) Der Ruhenszeitraum beträgt längstens ein Jahr. Ihr Leistungsanspruch ruht bis 21.9.2016.
    Die Entscheidung beruht auf §158 SGBIII.

    Nun ist doch alles so eingetreten, wie ich es befürchtet hatte….

    Viele Grüße Kretina

    • Nachtrag: gestern erhielt ich ein Schreiben in dem die Sperrfrist bis 22.02. betitelt wurde. Schön, dass sie wenigstens meinen Krankenstand mit gelten haben lassen…..

      • Ja und den Satz dass mir der AG nur mit Zahlung einer Abfindung kündigen durfte verstehe ich auch nicht. Ich habe ja schließlich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und lediglich meine Kündigungsfrist von 4 Monaten nicht eingehalten…..

    • Hallo Kretina,

      Dein letzter Kommentar trifft genau auf den Punkt! Warum geht die Agentur von einer erhöhten Kündigungsschutz aus?
      Vielleicht hast Du ja eine wichtige Information hier vergessen? Gibt es einen speziellen Tarifvertrag? Eine Betriebsvereinbarung? Einen persönlichen Arbeitsvertrag, der dieses regelt? Hast Du eine besondere Funktion ausgeübt (Betriebsrat, Beauftragter für Umwelt o.ä.)? Bist Du schwerbehindert? Irgendetwas muss die Agentur ja zu der Annahme veranlassen!
      Wenn Du selber nicht darauf kommst, frage bitte als erstes einmal nach dem Grund für diese Annahme.

      Wenn es stimmt, dass Du einen erhöhten Kündigungsschutz hattest, dann hat die Agentur Recht. Dann ist Berechnung korrekt.
      Aber dann hast Du zu Beginn Deiner Fragen auch eine falsche Aussage gemacht: „Ich scheide zum 1.12.2015 aus, meine Kündigungsfrist endet 1.02.2016“
      Es ist also zu klären, wann die ordentliche Kündigungsfrist geendet hätte. Wenn Du Recht hast mit dem 1.2.2016, dann die Ruhezeit zu Unrecht verordnet und Du solltest Widerspruch einlegen. Hat aber die Agentur Recht und es liegt ein erhöhter Kündigungsschutz vor, wirst Du die Ruhezeit akzeptieren müssen.
      Also: Erst einmal (per Telefon oder persönlich) erläutern lassen, was die Agentur zu der Annahme des erhöhten Kündigungsschutzes veranlasst hat. Wenn es hier nicht unverzüglich eine klare Antwort gibt, vorsichtshalber Widerspruch einlegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Das war TVöD aber meine Kündigungsfrist betrug 4 Monate bei 8 Jahren Betriebszugehörigkeit. Ich rufe dort jetzt mal an.

        • Habe telefoniert. Bekomme morgen oder übermorgen RR. Der AG hat in der Arbeitsbescheinigung angegeben: Kündi.frist 4 Mon. zum Quartal.Ich wusste von 4 Monaten. das würde die Sache aber auch nur bis Ende März verschieben! Woher die die 12 Monate nehmen, werde ich dann beim Telefonat erfahren…hoffentlich…
          So und jetzt muss ich so aufgebracht wie ich bin zum Vorstellungsgespräch 🙂
          Morgen noch eins, ich hoffe die können ihr Geld behalten oder anderen Bedürftigeren geben…..

        • Zu einzelnen Tarifverträgen kann (und will) ich nichts sagen. Das ist mir dann doch zu speziell. Im öffentlichen Dienst gibt es aber so viel ich weiß eine besondere Schutz-Regelung für über 40jährige, die mehr als 15 Jahre (glaube ich) bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind. Aber die 15 Jahre treffen ja auch nicht zu, oder?

          Ich denke, es ist schon mal sehr gut, wenn der AG die Kündigungsfrist so bestätigt hat. Da bin ich mal gespannt, wie die Agentur ihre abweichende Haltung begründen will…

          Aber vielleicht haben die Vorstellungsgespräche ja auch bereits Erfolg gehabt. So ein kleiner Adrenalin-Schub vor so einem Gespräch kann ja auch nicht schaden. Das verschafft einem die nötige Dynamik. 😉

          Gruß, Der Privatier

          • Der Widerspruch wurde abgelehnt.
            „Kann, wie bei der Widerspruchsführerin, nur bei Zahlung einer Entlassungsentschädigung ordentlich gekündigt werden, gilt eine Kündigungsfrist von 1 Jahr (§158 Abs. 1 Satz 4 SGB III)“
            Dies hat mir mein Arbeitgeber nicht gesagt und ich wusste das auch leider nicht. Mir waren nur die 4 Monate bekannt…

            Meine Vorstellungsgespräche laufen…man könnte schon ein Buch drüber schreiben was da so abgeht. „Wir melden uns nach Ostern“…ja das geht ja mindestens bis Weihnachten 😉

            Ich wünsche einen schönen Tag – viele Grüße Kretina

          • Das ist bedauerlich – aber wenn es den Tatsachen entsprechen sollte, ist die Entscheidung durchaus richtig.

            Ob es den Tatsachen entspricht, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht jeden Tarif- oder Arbeitsvertrag prüfen kann.

            Es bleibt mir daher wohl nur, Ihnen bei Ihren Vorstellungsgesprächen viel Erfolg zu wünschen. Die Tatsache, dass Sie überhaupt Vorstellungsgespräche haben, würde ich übrigens schon einmal als einen guten Erfolg verbuchen! Manche schreiben bis zu 100 Bewerbungen und werden nicht ein einziges Mal eingeladen.

            Weiterhin alles Gute und
            Gruß, Der Privatier

  28. Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen und möchte kurz meinen Plan vorstellen:
    Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018. Die Zahlung der Abfindung von 60000 könnte ich für den Januar 2019 vereinbaren. Der Arbeitgeber würde aber definitiv nach Steuerklasse 6 versteuern. Wenn ich 2019 kein Einkommen habe, da ich das Dispojahr nehme bzw. mich beim Jobcenter gleich wieder abmelde, müßte ich über eine getrennt veranlagte Steuererklärung doch alles wieder zurückbekommen? Die Steuerklassen 4/4 könnten wir doch beibehalten? Oder sollte mann bereits auf 3/5 gehen wegen dem Arbeitslosengeld ab 2020? Kann mir bitte jemand mit gleichartiger Erfahrung ein kurzes Feedback geben, ich muß mich in 2 Wochen entscheiden. Dankeschön!

    • Oh, das nenne ich mal eine frühzeitige Planung! Ende 2018!!
      Und welche Entscheidung soll nun in den nächsten zwei Wochen getroffen werden?
      Die Verschiebung der Zahlung nach 2019? Etwas ungewöhnliche Hektik, oder?
      Immerhin wären ja noch mehr als zwei Jahre Zeit…

      Naja – egal. Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn:
      * Es wäre zu prüfen, ob die Bedingungen für die Fünftelregel vorliegen. Stichwort: Zusammenballung der Einkünfte!
      * Kann die Fünftelregel angewandt werden, ist eine Verschiebung meistens sinnvoll.
      * Ob dies mit einer gemeinsamen oder getrennten Veranlagung besser ist, kann man nur anhand konkreter Zahlen ausrechnen (lassen).

      * Bei gemeinsamer Veranlagung sollte der Arbeitslose Steuerklasse 3 wählen. Richtig. Aber noch nicht jetzt, sondern erst vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit, also Ende 2018/Anfg. 2019 oder ggfs. zum Ende des Dispojahres, also Ende 2019.
      * Ob dies bei getrennter Veranlagung auch sinnvoll ist, kann man wieder nur anhand konkreter Zahlen ausrechnen (lassen).

      Gruß, Der Privatier

  29. Danke für die Antwort. Ich müsste den Aufhebungsvertrag noch in diesem Jahr
    abschließen, arbeite aber noch bis 31.12.2018. Der Arbeitgeber wollte die Abfindung mit dem Gehalt von 12/18 auszahlen. Das möchte ich gern auf 1/19 verschieben, womit der Arbeitgeber einverstanden wäre unter der Bedingung das er dann im Januar die Steuerklasse 6 zu Grunde legt. Wenn ich aber 2019 kein weiteres Einkommen hätte, nur die Abfindung bräuchte ich lt. den Online-Abfindungsrechnern keine Steuern zahlen. Dies hat mir auch ein Steuerberater bestätigt. Würde ich die Abfindung 2018 nehmen, könnte die Fünftelregelung Anwendung finden, käme ich aber schlechter dabei weg. Wir verdienen beide in etwa gleich. Aber gar keine Steuer von der Abfindung, das wär ja zu schön um wahr zu sein ?
    Ich habe den Aufhebungsvertrag vorliegen und kann jetzt wählen, wann ich die Abfindung ausgezahlt haben möchte oder alternativ einfach weiter arbeiten. Will ich aber eigentlich nicht.
    Viele Grüße, Katrin

    • Hallo Katrin,

      ich lasse hier das Thema „Steuerklasse 6“ einmal weg, damit es nicht zu sehr ausartet.

      Aber schon die Frage nach der Verschiebung der Abfindungszahlung lässt sich ohne Angaben des normalen Einkommens (beider Ehepartner) kaum einschätzen, da nicht einmal klar wird, ob in den vielen möglichen Fällen (Zahlung in 2018 oder 2019, Einzel- oder getrennt veranlagt) die Fünftelregel zur Anwendung kommen könnte oder nicht.

      Ich kann mir allerdings bei den bisher bekannten Gegebenheiten kaum eine Konstellation vorstellen, bei der eine Abfindung von 60.000€ steuerfrei sein sollte. Hier scheint mir irgendwo ein (Denk-)Fehler vorzuliegen.

      Gruß, Der Privatier

  30. Hallo, ich weiß nicht wo mein Denkfehler liegt. Ich habe mir das hier so heraus-
    gelesen. Mein Mann hat 2018 und 2019 ca. 33000 Brutto, ich hätte 2018 ca 28000
    und 2019 Null. Ich habe 2018 noch ca. 2300 Euro an Fahrkosten. Die Steuererklärung
    ist also recht einfach. Warum wird denn empfohlen die Abfindung ins Folgejahr zu
    verlegen, ich hätte doch keine weiteren Einkünfte? Ich möchte einfach sicher gehen, dass ich mit der Steuererklärung 2019 wenn auch nicht alles aber wenigstens
    einen Dicken Batzen von der Abfindungssteuer zurückbekomme.
    Viele Grüße
    Katrin

    • Die Empfehlung eine Abfindung ins Folgejahr zu legen, gilt in erster Linie für angehende Privatiers, d.h. wenn anschließend kein weiteres (oder nur geringes) Einkommen erzielt wird. Im Folgejahr ist damit das gesamte Einkommen deutlich geringer und somit auch die Steuerbelastung.

      Das wäre bei Euch aber auch zumindest teilweise gegeben, da ja ein Einkommen in 2019 wegfallen soll. Mit den genannten Zahlen kann man auch von der Anwendung der Fünftelregel ausgehen. Insofern ist es aus meiner Sicht (ohne auszurechnen!) ziemlich sicher, dass eine Verschiebung der Zahlung nach 2019 die steuerlich bessere Alternative ist.

      Ob gemeinsam oder getrennt veranlagt besser ist, müsste man ausrechnen. Ein schneller Check mit diesem Abfindungsrechner ergibt einen Vorteil bei der Einzelveranlagung. Das sollte man aber besser mal mit einem Steuerprogramm (oder Steuerberater) ausrechnen!

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo zusammen,
    hoffe das jemand meine Bedenken auräumen kann…kurz zu mir…ich Steuerklasse 3 Ehefrau 5 habe meinen letzten Arbeitstag am 30.12.15 gehabt….dann ab 31.12.15 bis 30.12.2016 Dispositonsjahr genommen und nun seit dem 31.12.16 Alg 1 Bezieher…hatte im Vorfeld dank dieser tollen Seite meine Steuer so gut wie möglich zu optimieren versucht….meine Abfindung hatte ich 01/2016 bekommen…hatte meinem AG noch schriftlich zugesichert das ich im Jahr 2016 kein Einkommen habe, somit hatte ich deutlich mehr netto ausgezahlt bekommen….diese Summe habe ich in Rürüp investiert um das Geld nicht dieses Jahr bei meiner Einkommenssteuererklärung für 2016 an das Finanzamt zurückerstatten zu müssen…..gleichzeitig hat meine Frau 2016 weniger verdient damit wir steuerlich am besten darstehen
    Jetzt meine eigentliche Frage …habe heute meine Lohnbescheinigung für 2016 bekommen wo Steuerklasse 6 steht…..
    ich hatte meine Abfindung in 01/2016 aber in Steuerklasse 3 ausgezahlt bekommen….wenn das Finanzamt aber nun meine Abfindung in 6 nachversteuern würde, komme ich in Teufels Küche(enorme Nachzahlung) oder mach ich mir unnötig Sorgen ??? bin ja immer noch in 3 und meine Frau in 5….dachte eigentlich alles richtig gemacht zu haben….vielen Dank im voraus

  32. auf meiner Lohnsteuerbescheinigung für 2016 sind lediglich die Felder 10, 11 und 12 belegt also Ermäßigt besteuerter Arbeitslohn für mehrere Jahre, einbehaltene Lohnsteuer und Soli….hatte sonst keine Einnahmen wegen DispoJahr…lediglich 70,75€ Arbeitslosengeld für den 31.12.2015

  33. @demoli:

    Da mach‘ Dir mal keine Sorgen! Die Lohnsteuerklasse ist für die Berechnung der Einkommensteuer vollkommen uninteressant. Spielt absolut keine Rolle.

    Die Lohnsteuerklassen dienen nur einer einigermassen korrekten Einschätzung der voraussichtlichen Steuerbelastung für die monatlichen Abzüge vom Gehalt. Am Jahresende bzw. bei der Einkommensteuererklärung kommt unabhängig von der vorherigen Wahl der Steuerklasse immer dasselbe Ergebnis heraus.

    Darum ist es ja auch nur „ärgerlich“, wenn eine Abfindung zunächst mit SK-6 versteuert wird, ein wirklicher Verlust entsteht dadurch nicht. Und darum ist es auch richtig, wenn Du jetzt in SK-3 bist, da dein ALG danach berechnet wird. Deine Frau hat jetzt zwar monatlich (deutlich) weniger Netto aufgrund der SK-5, dies gleicht sich aber am Jahresende wieder aus. Von daher: Alles okay. Beruhigt zurücklehnen oder die Daten schon mal in ein Steuerprogramm eingeben, um zu sehen, wie das Ergebnis aussehen könnte.

    Gruß, Der Privatier

  34. ja, danke…..habe meine steuererklärung für 2016 schon fertig und dort gab es keine Auffälligkeiten….war halt nur verunsichert wegen der SK 6 auf der Bescheinigung….wer weiß was Finazämtern so einfällt, die sind ja sehr erfinderisch wenn es ums geld geht 🙂

  35. Hallo und eine Frage
    Ich bin auf 30.11.17 gekündigt, erhalte ca. 80 000 € Abfindung.Laut Rahmensozialplan kann ich die Auszahlung auf nächstes Jahr legen, etwaiges steuerrechtliches Risiko würde beim Mitarbeiter liegen ?
    Da ich noch zu jung bin will ich bis spätestens Januar 18 wieder Arbeiten,
    mein Brutto bisher lag bei knapp 50 000€, soviel bekomme ich beim nächsten AG sicher nicht.
    Ist es jetzt besser die Abfindung dieses oder nächstes Jahr auszahlen zu lassen ?
    Vielen Dank schon einmal im Voraus

    • Ich denke, die Frage ist relativ einfach zu beantworten:
      Die Empfehlung, eine Abfindung in das Folgejahr zu verschieben, beruht ja auf der Idee, diese „hohe“ Summe möglichst dann zu kassieren, wenn ansonsten die Einkünte gering sind. Und bei einem angehenden Privatier ist das eben das Folgejahr, denn da sind die Einkünfte oft gleich Null.

      Für den, der weiter arbeiten will/muss, gilt aber dasselbe Prinzip: Abfinung in dem Jahr, in dem weniger Einkünfte vorhanden sind.

      Werden also in 2017 normal 50T€ verdient, so sind inkl. Abfindung 50T€+80T€=130T€ zu versteuern.
      Ist in 2018 das Gehalt geringer und der neue Job beginnt vielleicht erst etwas später, so werden vielleicht nur 35T€ an Gehalt verdient, in der Summe also: 35T€+80T€=115T€. Diese Variante wäre daher günstiger.

      Dies alles natürlich nur, wenn sich ansonsten keine Änderungen in der Steuerbilanz (z.B. durch andere Einkünfte oder andere Abzüge) ergeben.

      Gruß, Der Privatier

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