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Kap. 7: Riester, Rürup & Co. — 27 Kommentare

  1. Hallo, hier mein Kommentar zur Betriebsrente:
    Ich bleibe mal in der Tierwelt:
    „Der frühe Vogel fängt den Wurm“
    Soll heißen, je früher umso besser. Das haben wir schon mal durchgespielt bei der Rente mit 63 oder mit 65.
    Nun noch der Tip für die „Betriebsrentner“. Bitte an die Krankenkasse denken !!!
    Die kassiert nämlich den vollen Anteil beim Rentner, mangels Arbeitgeber zahlt man den AG-Anteil nämlich auch. Dazu kommt dann der volle Pflegevers.-anteil auch noch.
    Also wie schon öfter empfohlen : Vorher fragen, hier die Krankenkasse.
    Dann wird auch der >Finanzplan< stimmiger.

    • Guter Hinweis – vielen Dank!

      Ich muss zugeben, dass ich mich im Detail noch gar nicht um meine Betriebsrente gekümmert habe. Ich rechne aber mit weniger als 100 Euro/Monat, oder vielleicht auch eine Einmalzahlung. Jedenfalls alles keine Summen, die den Erfolg oder Misserfolg des Privatier-Status gravierend beeinflussen könnten.

      Aber für alle, die eine spürbare Betriebsrente erwarten (und ich kenne Fälle, bei denen die Betriebsrente höher ist, als die gesetzliche Rente) ist natürlich die Beachtung aller Abzüge, insbesondere auch der Krankenkassenbeiträge schon sehr wichtig.

      Danke und Gruß,
      Der Privatier

    • Wegen der hohen KV-Beiträge (mit PV ca. 19%) spricht man ja auch von „betrüblicher Altersversorgung“… 😀

  2. Ich bin gegen Riester-Rente in heutigem Form. Die hohen Kosten und die Unflexibilität sind meiner Meinung nach große Nachteile. Irgendeiner Berater hat meine Freundin einen Riestervertrag verkauft. Jeden Monat gibt es mehr als 4% Provision für die Fondskäufe.

    Deustchland braucht ein System wie in den USA (401k), wo man in einem steuerfreien Konto sein Geld selber investieren kann.

    • Sicher gibt es bei der Vielzahl von Angeboten zur Riesterrente Produkte, die besser oder schlechter sind. Oder einfach mehr oder weniger gut geeignet.
      Deshalb würde ich aber nicht gleich die ganze Idee der Riesterrente verurteilen.
      Für die grosse Masse der Bevölkerung ist es bestimmt besser, als gar nichts zu machen!

      Gruß, der Privatier

  3. Ich halte die Kombination aus betrieblicher Altersvorsorge und privater Vorsorge als beste Methode um für das Alter zu sparen. Denn in beiden Fällen wird die Möglichkeit eines Kapitalaufbaus gegeben und zur späteren Auszahlung monatlicher Zusatzrenten genutzt. Klar die Riester Rente wird heutzutage sehr kritisch beäugt, jedoch scheint mir die fondsbasierte Variante als Anlage sinnvoll zu sein, da sie weniger Kosten hat aber man eine höhere Rendite erwarten kann als bei der klassischen Form. Wenn man aber nichts von riestern hält, kann auch die Kapitallebensversicherung als Option in Erwägung gezogen werden, denn diese spart genauso Kapital an, das später in Form einer Einmalzahlung oder monatlichen Renten ausgeschüttet wird. Ganz gleich für welche Form der Altersvorsorge man sich entscheidet, sollten Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten eingeholt und Vergleiche angestellt werden. Denn nur so hat man am Ende die Gewissheit, dass die richtige Anlageform gewählt wurde und der passende Anbieter genau das Angebot unterbreitet, das unseren Erwartungen und Wünschen entspricht.

  4. @ Ricarda

    Es erstaunt mich, dass sie eine Kombination der beiden Vorsorge für Sinnvoll erachten. Denn rechnerisch ergibt sich hier nur ein Vorteil für den Versicherer. In den wenigsten Fällen können sich Normalverdiener diese finanziellen Belastungen leisten. Daher kann er nicht diese Varianten gleichzeitig abschließen. Es stimmt das der Nutzer die Angebote der Versicherungen vergleichen muss. Denn nur so kann das beste Leistungsniveau ermittelt werden. Auch Ausschlüsse werden in diesen Fall besser kenntlich gemacht.

  5. Hallo zusammen,

    ich denke generell steht für jeden Fest, dass die private Altersvorsorge nicht mehr vom Staat alleine geregelt wird. Er nimmt sich hier aus der Verantwortung und gibt die Bürger in der Versorgungspflicht. Doch nicht immer bringt das immer nur Vorteile mit sich.

  6. Hallo,
    aus meiner Sicht müsste der Staat hier wieder voll in die Rente einsteigen. Es kann nicht sein, dass die Bürger ihr ganzes Leben in das System einzahlen, aber dann am Ende keine nenneswerte Rente bekommt. Arbeit soll sich auch Alter ( Lebensabend) lohnen.

  7. Sorry , 2014 erhöht , auf 2015 auswirkend , ist aber schon an anderer Stelle gemerkt ( 22172 Euro )worden , ( hatte ich nicht gelesen , sorry dafür ) und auch bereits mit erklärrung , warum . Also kann hier beides rausgelöscht werden. Ist alles so richtig .

  8. Hallo,

    eine Frage zu Steuern: Annahme : Ich bin 58 J. und werde Privatier,d.h. ich lebe von meinen Ersparnissen. Als Einkommen habe ich lediglich 500€ mtl. Zinseinnahmen. Wenn ich jetzt gleichzeitig Renten aus meiner Riester-, Rürup- und Privatenrentenversicherung (die voll versteuert werden müssen) in Höhe von 400€ mtl. bekomme, müßte doch die Steuer auf diese Renten aufgrund meines geringen Einkommens sehr gering sein, oder ?

    Gruß

  9. Hallo Kurti,

    wie kommst Du auf die 346€ Steuer (vermutlich jährlich !?) ? Ist das ein Pauschalbeitrag ?

    Danke !

  10. Ich komme auf die 346€, wenn man:
    500€ mtl. Zinseinnahmen +
    Riester-, Rürup- und Privatenrentenversicherung (die voll versteuert werden müssen) in Höhe von 400€ mtl.
    x 12 (Monate) = 10800€
    Und dann die 10800€ in die Steuertabelle 2016 eingegeben.
    Ohne sonstige Einkommen (-Absetzbare Ausgaben usw.) also eher weniger als 346€.
    PiMalDaumen ?

  11. Ich habe verstanden, dass ich mithilfe einer Rürupversicherung die Steuerlast im Abfindungsjahr signifikant senken kann. Nun halte ich die Rürupverträge, die ich angeschaut habe allesamt für einen totalen Mist – allein die Absetzbarkeit (82%) macht die Verträge scheinbar attraktiv. Kann nicht alternativ ein entsprechender hoher Einmalbetrag in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden. Dies ist ja in 2016 ebenso zu 82% absetzbar – richtig?

    Welche Alternative ist die bessere?

    • Eine ähnliche Frage hatten wir vor ein paar Tagen hier schon einmal in einem Kommentar von Maya. Bitte einmal dort die Antworten ansehen.

      Ergänzend möchte ich noch (speziell was den „totalen Mist“ angeht) auf meine Gedanken zu Rentenversicherungen hinweisen.

      Was nun besser ist, kann man anhand eines direkten Vergleiches selber feststellen: Was die GRV zahlt, kann man leicht selber über die Rentenpunkte ermitteln, dazu ein vergleichbares Angebot einer Rürup-Rente (inkl. Hinterbliebenenschutz) einholen.
      Bei der GRV würde ich UNBEDINGT vorher zur Beratung gehen! Man kann nicht einfach einzahlen, sondern muss gerade höhere Einzahlungen begründen (z.B. mit dem Ausgleich des Abschlages für eine vorzeitige Rente). Und natürlich darauf achten, dass die eigene Einzahlung nicht mit anderen Zahlungen (AG oder ALG) kollidiert.

      Gruß, Der Privatier

  12. Sehr interessant zu sehen wie kontrovers man das Thema Rürup diskutieren kann. Ich muss gestehen, dass Rürup nur unter bestimmten Bedingungen Sinn macht und die sollte man vorab intensiv ergründen!

  13. Hallo zusammen,
    angenommen ein Abfindungsbetrag entspricht 106.000€ brutto und aufgrund einer Auszahlung im Folgejahr in dem keine Einnahmen hereinkomen, da Student, ist der Nettobetrag um die 92.000€. Es exisiert eine Betriebliche Altersvorsorge in Form eines MetallRenten Pensionsfonds.
    Macht es hier Sinn durch eine Einmalzahlung Steuern zu sparen und wenn ja wie hoch sollte diese im besten Fall sein?
    Danke!
    LG

    • Die Antwort ist irgendwo im Bereich zwischen Philosophie und Astrologie verborgen.
      Betrachten wir es mal so, wenn Du in Zukunft irgendwann ein Jahresbrutto von 106k erreichst und davon 92k netto übrig bleiben, dann wirst Du wegen der geringen Steuerlast jubilieren. Ich persönlich halte die erzielbare Steuersparnis für ähm überschaubar.
      Auf der anderen Seite kann man ja mal einen Vergleich machen zwischen einem MSCI ACWI und dem erreichbaren Kapital mittels Rentenversicherung (egal ob privat oder gesetzlich). Der Vergleich wird immer hinken, da wir von der Zukunft reden und nicht mal wissen, wie sich die Rahmenbedingungen ändern. Zukunft ist ein gutes Stichwort, ich weiss weder wann Du die Rentenversicherung in Anspruch nehmen wirst, noch schon an Rentenansprüchen existiert. Ich bin dann wieder bei meinem ersten Satz. Persönlich würde ich überzähliges Geld eher in den MSCI packen und mir zusätzlich ein paar Krügerrand unters Kopfkissen legen. Du als Frau kannst da zwei Fliegen mit einer Klappe schagen, indem Du statt dem Ohm Krüger eine schicke Goldkette kaufst 🙂

    • Moin Laura,

      zuerst muss Dein AG sein OK geben, ob Du überhaupt in die bAV (Metallrente – Pensionsfonds) eine Einzahlung nach der „Vervielfältigungsregel“ durchführen darfst.

      Und ganz wichtig hierbei, Du musst die „Zusammenballung“ und damit die Voraussetzung für die Fünftelregelung einhalten, d.h. wenn Du Zuviel in den Pensionsfonds einzahlst, kann evt. die Zusammenballung der Einkünfte nicht mehr vorliegen.

      Zusammenballung der Einkünfte:
      Von einer Zusammenballung der Einkünfte spricht man, wenn der Steuerpflichtige infolge der Abfindungszahlung einschließlich aller anderen Einkünfte in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt höhere Einkünfte hat, als bei einer ungestörten Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

      Hast Du schon Deinen Aufhebungsvertrag unterschrieben?
      Im Aufhebungsvertrag sollte kein Vermerk über die Aufteilung der Abfindungssumme vorhanden sein, besser hier: 2 separate Verträge aufzusetzen.

      Und zur Höhe der Einzahlung in den Pensionsfonds? Am besten das einmal mit einem Abfindungsrechner simulieren.

      Gruß
      Lars

    • Generell wäre eine Einzahlung anlässlich des Beschäftigungsendes in den Pensionsfonds denkbar. Ob es sinnvoll ist, ist sicher eine andere Frage (s. Anmerkungen von eSchorsch und Lars).

      Eine Einzahlung würde nach der Vervielfältigungsregel möglich sein. Diese im Detail zu erläutern, würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel:
      * Es gibt alte und neue Verträge (vor und nach 2005)
      * Bei neuen Verträgen können pro Beschäftigungsjahr (max. 10) in 2020 max. 3.312€ eingezahlt werden (§3 Nr.63 S.1+3 EStG). Steuerfrei!
      * Bei alten Verträgen kann ein fester Betrag von 1.752€ pro Jahr eingezahlt werden, ohne Begrenzung der Dauer, jedoch unter Abzug der im letzten Jahr und sechs vorangegangenen Jahre eingezahlten Beiträge. Diese Einzahlungen werden pauschal mit 20% versteuert (§40b Abs.1+2 EStG). Solche Altzusagen sind dann bei einer späteren Einmalauszahlung steuerfrei.

      Ein ganzes Kapitel zu dem Thema mit Beispielen gibt es in meinem Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo zusammen,
    Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten!
    Klingt alles ganz schön kompliziert..
    Ich habe noch nicht unterschrieben. Aber bereits ein Beispielexemplar des Vertrages gesehen. Der Betrag wird einmalig ausgezahlt.

    Nachdem ich in die betriebliche AV (Metall Pensionsfons) danach warschl nicht weiter einzahlen werde, da ich einen Beamtenstatus anstrebe, macht es warschl keinen Sinn da viel einzuzahlen. Er wird dann in Zukunft eher gar nicht mehr bespart werden.
    Der Vertrag steht auch erst ganz am Anfang und ich habe gerade mal 4000€ zusammen.
    LG Laura

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