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Kap. 7: Riester, Rürup & Co. — 52 Kommentare

  1. Hallo, hier mein Kommentar zur Betriebsrente:
    Ich bleibe mal in der Tierwelt:
    „Der frühe Vogel fängt den Wurm“
    Soll heißen, je früher umso besser. Das haben wir schon mal durchgespielt bei der Rente mit 63 oder mit 65.
    Nun noch der Tip für die „Betriebsrentner“. Bitte an die Krankenkasse denken !!!
    Die kassiert nämlich den vollen Anteil beim Rentner, mangels Arbeitgeber zahlt man den AG-Anteil nämlich auch. Dazu kommt dann der volle Pflegevers.-anteil auch noch.
    Also wie schon öfter empfohlen : Vorher fragen, hier die Krankenkasse.
    Dann wird auch der >Finanzplan< stimmiger.

    • Guter Hinweis – vielen Dank!

      Ich muss zugeben, dass ich mich im Detail noch gar nicht um meine Betriebsrente gekümmert habe. Ich rechne aber mit weniger als 100 Euro/Monat, oder vielleicht auch eine Einmalzahlung. Jedenfalls alles keine Summen, die den Erfolg oder Misserfolg des Privatier-Status gravierend beeinflussen könnten.

      Aber für alle, die eine spürbare Betriebsrente erwarten (und ich kenne Fälle, bei denen die Betriebsrente höher ist, als die gesetzliche Rente) ist natürlich die Beachtung aller Abzüge, insbesondere auch der Krankenkassenbeiträge schon sehr wichtig.

      Danke und Gruß,
      Der Privatier

    • Wegen der hohen KV-Beiträge (mit PV ca. 19%) spricht man ja auch von „betrüblicher Altersversorgung“… 😀

  2. Ich bin gegen Riester-Rente in heutigem Form. Die hohen Kosten und die Unflexibilität sind meiner Meinung nach große Nachteile. Irgendeiner Berater hat meine Freundin einen Riestervertrag verkauft. Jeden Monat gibt es mehr als 4% Provision für die Fondskäufe.

    Deustchland braucht ein System wie in den USA (401k), wo man in einem steuerfreien Konto sein Geld selber investieren kann.

    • Sicher gibt es bei der Vielzahl von Angeboten zur Riesterrente Produkte, die besser oder schlechter sind. Oder einfach mehr oder weniger gut geeignet.
      Deshalb würde ich aber nicht gleich die ganze Idee der Riesterrente verurteilen.
      Für die grosse Masse der Bevölkerung ist es bestimmt besser, als gar nichts zu machen!

      Gruß, der Privatier

  3. Ich halte die Kombination aus betrieblicher Altersvorsorge und privater Vorsorge als beste Methode um für das Alter zu sparen. Denn in beiden Fällen wird die Möglichkeit eines Kapitalaufbaus gegeben und zur späteren Auszahlung monatlicher Zusatzrenten genutzt. Klar die Riester Rente wird heutzutage sehr kritisch beäugt, jedoch scheint mir die fondsbasierte Variante als Anlage sinnvoll zu sein, da sie weniger Kosten hat aber man eine höhere Rendite erwarten kann als bei der klassischen Form. Wenn man aber nichts von riestern hält, kann auch die Kapitallebensversicherung als Option in Erwägung gezogen werden, denn diese spart genauso Kapital an, das später in Form einer Einmalzahlung oder monatlichen Renten ausgeschüttet wird. Ganz gleich für welche Form der Altersvorsorge man sich entscheidet, sollten Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten eingeholt und Vergleiche angestellt werden. Denn nur so hat man am Ende die Gewissheit, dass die richtige Anlageform gewählt wurde und der passende Anbieter genau das Angebot unterbreitet, das unseren Erwartungen und Wünschen entspricht.

  4. @ Ricarda

    Es erstaunt mich, dass sie eine Kombination der beiden Vorsorge für Sinnvoll erachten. Denn rechnerisch ergibt sich hier nur ein Vorteil für den Versicherer. In den wenigsten Fällen können sich Normalverdiener diese finanziellen Belastungen leisten. Daher kann er nicht diese Varianten gleichzeitig abschließen. Es stimmt das der Nutzer die Angebote der Versicherungen vergleichen muss. Denn nur so kann das beste Leistungsniveau ermittelt werden. Auch Ausschlüsse werden in diesen Fall besser kenntlich gemacht.

  5. Hallo zusammen,

    ich denke generell steht für jeden Fest, dass die private Altersvorsorge nicht mehr vom Staat alleine geregelt wird. Er nimmt sich hier aus der Verantwortung und gibt die Bürger in der Versorgungspflicht. Doch nicht immer bringt das immer nur Vorteile mit sich.

  6. Hallo,
    aus meiner Sicht müsste der Staat hier wieder voll in die Rente einsteigen. Es kann nicht sein, dass die Bürger ihr ganzes Leben in das System einzahlen, aber dann am Ende keine nenneswerte Rente bekommt. Arbeit soll sich auch Alter ( Lebensabend) lohnen.

  7. Sorry , 2014 erhöht , auf 2015 auswirkend , ist aber schon an anderer Stelle gemerkt ( 22172 Euro )worden , ( hatte ich nicht gelesen , sorry dafür ) und auch bereits mit erklärrung , warum . Also kann hier beides rausgelöscht werden. Ist alles so richtig .

  8. Hallo,

    eine Frage zu Steuern: Annahme : Ich bin 58 J. und werde Privatier,d.h. ich lebe von meinen Ersparnissen. Als Einkommen habe ich lediglich 500€ mtl. Zinseinnahmen. Wenn ich jetzt gleichzeitig Renten aus meiner Riester-, Rürup- und Privatenrentenversicherung (die voll versteuert werden müssen) in Höhe von 400€ mtl. bekomme, müßte doch die Steuer auf diese Renten aufgrund meines geringen Einkommens sehr gering sein, oder ?

    Gruß

  9. Hallo Kurti,

    wie kommst Du auf die 346€ Steuer (vermutlich jährlich !?) ? Ist das ein Pauschalbeitrag ?

    Danke !

  10. Ich komme auf die 346€, wenn man:
    500€ mtl. Zinseinnahmen +
    Riester-, Rürup- und Privatenrentenversicherung (die voll versteuert werden müssen) in Höhe von 400€ mtl.
    x 12 (Monate) = 10800€
    Und dann die 10800€ in die Steuertabelle 2016 eingegeben.
    Ohne sonstige Einkommen (-Absetzbare Ausgaben usw.) also eher weniger als 346€.
    PiMalDaumen ?

  11. Ich habe verstanden, dass ich mithilfe einer Rürupversicherung die Steuerlast im Abfindungsjahr signifikant senken kann. Nun halte ich die Rürupverträge, die ich angeschaut habe allesamt für einen totalen Mist – allein die Absetzbarkeit (82%) macht die Verträge scheinbar attraktiv. Kann nicht alternativ ein entsprechender hoher Einmalbetrag in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden. Dies ist ja in 2016 ebenso zu 82% absetzbar – richtig?

    Welche Alternative ist die bessere?

    • Eine ähnliche Frage hatten wir vor ein paar Tagen hier schon einmal in einem Kommentar von Maya. Bitte einmal dort die Antworten ansehen.

      Ergänzend möchte ich noch (speziell was den „totalen Mist“ angeht) auf meine Gedanken zu Rentenversicherungen hinweisen.

      Was nun besser ist, kann man anhand eines direkten Vergleiches selber feststellen: Was die GRV zahlt, kann man leicht selber über die Rentenpunkte ermitteln, dazu ein vergleichbares Angebot einer Rürup-Rente (inkl. Hinterbliebenenschutz) einholen.
      Bei der GRV würde ich UNBEDINGT vorher zur Beratung gehen! Man kann nicht einfach einzahlen, sondern muss gerade höhere Einzahlungen begründen (z.B. mit dem Ausgleich des Abschlages für eine vorzeitige Rente). Und natürlich darauf achten, dass die eigene Einzahlung nicht mit anderen Zahlungen (AG oder ALG) kollidiert.

      Gruß, Der Privatier

  12. Sehr interessant zu sehen wie kontrovers man das Thema Rürup diskutieren kann. Ich muss gestehen, dass Rürup nur unter bestimmten Bedingungen Sinn macht und die sollte man vorab intensiv ergründen!

  13. Hallo zusammen,
    angenommen ein Abfindungsbetrag entspricht 106.000€ brutto und aufgrund einer Auszahlung im Folgejahr in dem keine Einnahmen hereinkomen, da Student, ist der Nettobetrag um die 92.000€. Es exisiert eine Betriebliche Altersvorsorge in Form eines MetallRenten Pensionsfonds.
    Macht es hier Sinn durch eine Einmalzahlung Steuern zu sparen und wenn ja wie hoch sollte diese im besten Fall sein?
    Danke!
    LG

    • Die Antwort ist irgendwo im Bereich zwischen Philosophie und Astrologie verborgen.
      Betrachten wir es mal so, wenn Du in Zukunft irgendwann ein Jahresbrutto von 106k erreichst und davon 92k netto übrig bleiben, dann wirst Du wegen der geringen Steuerlast jubilieren. Ich persönlich halte die erzielbare Steuersparnis für ähm überschaubar.
      Auf der anderen Seite kann man ja mal einen Vergleich machen zwischen einem MSCI ACWI und dem erreichbaren Kapital mittels Rentenversicherung (egal ob privat oder gesetzlich). Der Vergleich wird immer hinken, da wir von der Zukunft reden und nicht mal wissen, wie sich die Rahmenbedingungen ändern. Zukunft ist ein gutes Stichwort, ich weiss weder wann Du die Rentenversicherung in Anspruch nehmen wirst, noch schon an Rentenansprüchen existiert. Ich bin dann wieder bei meinem ersten Satz. Persönlich würde ich überzähliges Geld eher in den MSCI packen und mir zusätzlich ein paar Krügerrand unters Kopfkissen legen. Du als Frau kannst da zwei Fliegen mit einer Klappe schagen, indem Du statt dem Ohm Krüger eine schicke Goldkette kaufst 🙂

    • Moin Laura,

      zuerst muss Dein AG sein OK geben, ob Du überhaupt in die bAV (Metallrente – Pensionsfonds) eine Einzahlung nach der „Vervielfältigungsregel“ durchführen darfst.

      Und ganz wichtig hierbei, Du musst die „Zusammenballung“ und damit die Voraussetzung für die Fünftelregelung einhalten, d.h. wenn Du Zuviel in den Pensionsfonds einzahlst, kann evt. die Zusammenballung der Einkünfte nicht mehr vorliegen.

      Zusammenballung der Einkünfte:
      Von einer Zusammenballung der Einkünfte spricht man, wenn der Steuerpflichtige infolge der Abfindungszahlung einschließlich aller anderen Einkünfte in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt höhere Einkünfte hat, als bei einer ungestörten Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

      Hast Du schon Deinen Aufhebungsvertrag unterschrieben?
      Im Aufhebungsvertrag sollte kein Vermerk über die Aufteilung der Abfindungssumme vorhanden sein, besser hier: 2 separate Verträge aufzusetzen.

      Und zur Höhe der Einzahlung in den Pensionsfonds? Am besten das einmal mit einem Abfindungsrechner simulieren.

      Gruß
      Lars

    • Generell wäre eine Einzahlung anlässlich des Beschäftigungsendes in den Pensionsfonds denkbar. Ob es sinnvoll ist, ist sicher eine andere Frage (s. Anmerkungen von eSchorsch und Lars).

      Eine Einzahlung würde nach der Vervielfältigungsregel möglich sein. Diese im Detail zu erläutern, würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel:
      * Es gibt alte und neue Verträge (vor und nach 2005)
      * Bei neuen Verträgen können pro Beschäftigungsjahr (max. 10) in 2020 max. 3.312€ eingezahlt werden (§3 Nr.63 S.1+3 EStG). Steuerfrei!
      * Bei alten Verträgen kann ein fester Betrag von 1.752€ pro Jahr eingezahlt werden, ohne Begrenzung der Dauer, jedoch unter Abzug der im letzten Jahr und sechs vorangegangenen Jahre eingezahlten Beiträge. Diese Einzahlungen werden pauschal mit 20% versteuert (§40b Abs.1+2 EStG). Solche Altzusagen sind dann bei einer späteren Einmalauszahlung steuerfrei.

      Ein ganzes Kapitel zu dem Thema mit Beispielen gibt es in meinem Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo zusammen,
    Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten!
    Klingt alles ganz schön kompliziert..
    Ich habe noch nicht unterschrieben. Aber bereits ein Beispielexemplar des Vertrages gesehen. Der Betrag wird einmalig ausgezahlt.

    Nachdem ich in die betriebliche AV (Metall Pensionsfons) danach warschl nicht weiter einzahlen werde, da ich einen Beamtenstatus anstrebe, macht es warschl keinen Sinn da viel einzuzahlen. Er wird dann in Zukunft eher gar nicht mehr bespart werden.
    Der Vertrag steht auch erst ganz am Anfang und ich habe gerade mal 4000€ zusammen.
    LG Laura

  15. Hallo zusammen,

    der Haken für Realsplitting ist gesetzt. Laut Rechner mit diesen Eingaben erhalten ich folgendes Ergebnis:
    Jahr der Abfindung 2020 Januar
    Abfindung 105.150 K
    Jahresbrutto 41.247 K
    Entgeltersatzleistung 6.246 K
    Kirchensteuer Nein
    Ehegattensplitting ja
    Altersvorsorge 1773 K
    Krankenkasse 9984 K
    Steuern: 41.050 K

    Wie wirkt sich denn bei der Abfindung dann noch die Sonderausgabe von 13.805 K für den Unterhalt aus?

    Und, wenn noch Verluste aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 13.400 K dazu kommen. Und die Afa nach §7 für historische Gebäude läuft?

    Danke Anette

    • In diesem Falle wäre es wohl besser, ein Steuerprogramm zu verwenden.

      Man kann sich natürlich (sofern man die Systematik der Einkommensteuerberechnung halbwegs verstanden hat) für einen groben Überblick auch immer ein wenig behelfen, in dem man ähnlich wirkende Größen zusammenfasst.
      Beispiel: Wenn man von der Begrenzung einiger Sonderausgaben einmal absieht, kann man sie für einen ersten Überblick zusammenfassen. Ähnliches gilt für verschiedene Einkunftsarten: Für die Berechnung kommt es nicht darauf an, woher die Einkünfte stammen. Man kann sie daher zusammenfassen.
      Aber Vorsicht: Es gibt überall Besonderheiten, Grenzen u.ä., so dass eine Berechnung mit einem Steuerprogrammm auf jeden Fall der bessere Weg ist.

      Gruß, Der Privatier

  16. Ich bin gerade dabei mich in die Thematik einzuarbeiten und möchte den ersten groben Überblick erhalten.

    Würde diese beiden von mir angeführten Positionen die Steuerbelastung noch einmal um eine größere Summe reduzieren (5.000 K oder 10.000K)? Grobe Schätzung vom Profi möglich?

    Danke, Anette

    • Ich denke schon, dass die beiden Positionen (in der Summe immerhin über 27.000€) eine signifikante Steuerreduzierung bewirken werden. Denn die anderen Zahlen (Abfindung und Jahresbrutto) sind in einem Bereich, bei dem sich eine Reduzierung des zu verst. Einkommens besonders lohnt.

      Beim nochmaligen Lesen des ersten Kommentars sind mit noch einige Dinge aufgefallen:
      * Mit der Aussage „Laut Rechner“ war aber nicht der Abfindungsrechner auf meiner Seite hier gemeint, oder? https://der-privatier.com/abfindungsrechner/
      * Der hat nämlich keinen Haken für „Realsplittung“.
      * Was verbirgt sich denn hinter der Einheit „K“, z.B. bei „Abfindung 105.150 K“? Falls das die Währung von Papua Neuguinea ist, so muss ich leider sagen, dass sich alle meine Aussagen und Berechnungen immer nur auf Deutschland beziehen. 😉

      Ansonsten wie oben schon geschrieben: Entweder einfach mal ein paar Dinge zusammenfassen und mit dem Abfindungsrechner durchspielen oder ein Steuerprogramm benutzen. Alternativ einen Steuerberater beauftragen.

      Gruß, Der Privatier

  17. Danke für die FAQ Konstruktion und dieses großartige Portal!

    Hab eine Frage zur Betrieblichen Altersvorsorge und nix darüber gefunden. Vielleicht hat jemand hilfreichen input!?
    Bekomme zwar keine Abfindung, kann aber mit 57 aufhören zu arbeiten und in die Betriebliche Altersvorsorge wechseln. Werde dann bei der Gesetzlichen Krankenversicherung abgemeldet.
    Der Betrag auf dem bAV Konto kann als Einmalzahlungen, 1-15 Raten oder lebenslanger Rente ausgezahlt werden. Was würdet ihr tuen, hab so gar keine Idee. Das wären dann 6 Jahre bis zur gesetzlichen Rente. Vorher wäre wohl auch ALG möglich.

    • BAV bietet einen großen Blumenstrauß verschiedenster Altersvorsorgemöglichkeiten. Selbst wenn wir wüssten welcher Art deine BAV ist kann man nur schwer die Frage Verrentung oder Einmalauszahlung beantworten ohne die genauen Konditionen und deine genaue Lebenssituation zu kennen.

      • Danke eSchorsch! Mir lag daran, den Focus auch hier in diesem genialen Blog auf die bAV zu lenken! Bei mir liegen ca. 230.000 Euro, teilweise vom Arbeitgeber, teilweise von mir eingezahlt, auf meinem AN Konto, angelegt in einem Fond, welcher je nach Lebensalter investiert ist. Die derzeitige Rendite liegt bei 1,1%, es handelt sich um ein Kapitalmarktorientiertes Rendite-Modell mit Life-Cyclones Anlagekonzept. Bei der Option lebenslange Rente wird die Rente um 1% pa angehoben. Der Tarifvertrag (nicht Siemens) ist mega kompliziert und es wird bei Kombi-Rente mit BilMOG Rechnungszins gearbeitet. Vererbbar ist das Kapital nur bei Raten oder Einmalzahlungen. Ich bin Single ohne Kinder und die gesetzliche Rente wird gerade mal 1000 Euro betragen, wenn ich mit 57 aussteige. Man in meinem Fall Frau weiß ja nie, aber ich gehe mal von einer Lebenserwartung von 80 Jahren aus. Mein AG berät zu den Auszahlungsvarianten leider nicht. Steuerberater meinte, ich soll Raten von unter 40.000 Euro wählen, bin aber unsicher und brauche noch weitere Inputs auch was die Gesetzliche Krankenversicherungsverbeitragung anbelangt. Merci und bleibt gesund (wichtiger als Geld 😉

        • Das hört sich weder nach Direktzusage noch Unterstützungskasse an. Nur bei diesen Varianten wäre eine Einmalauszahlung per Fünftelregelung zu versteuern. Also fällt Einmalauszahlung in meinen Augen weg.

          Die nächste Frage ist wie überbrückst Du die 6 Jahre bis zur ges. Rente mit 63?
          Wenn gewollt, kämen zwischendurch bis zu 24 Monate ALG1 dazu. Es bleibt aber immer noch eine große Lücke.
          Ist eine Verrentung der BAV bereits nach Ausscheiden mit 57 möglich? Wenn nein, dann bliebe ja nur die Auszahlung in 5-6 Jahresraten übrig.

          GKV ist einfach: Du zahlst nach Einkommen. Haste als Privatier keins wird ein Mindesteinkommen von z.Zt. knapp 1100 pro Monat angenommen, auf welches Du volle Beiträge leisten musst, AG- und AN-Anteil also rund 18%. Sind aktuell ca 200€ im Monat.
          Bei größerer Auszahlung der BAV wird der Betrag virtuell auf 10 Jahre aufgeteilt in denen dann KK-Beiträge dazu fällig werden.
          Hier mal ein Beispiel https://www.plus-magazin.com/geld-und-recht/direktversicherung-abgabe-an-die-krankenkasse/
          Gibt aber mittlerweile einen Freibetrag von ca 160€/Monat.

          • Hab mir den Tarifvertrag angeschaut, da wird vom Versorgungskonto geschrieben und es ist eine Versorgungszusage. Es wurden AG finanzierte Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge geleistet und ich hab per Gehaltsumwandlung einen Betrag eingezahlt. Wenn ich mit 57 aufhöre, kann ich ab dem darauffolgenden Monat das Kapital als Einmalkaital auszahlen lassen, verrenten oder 1-15 Raten, so steht’s geschrieben. Warum also nicht Fünftelregelung bei Einmalzahlung!? Ich gehe in die Betriebliche Altersvorsorge mit 57 und kündige nicht…erst Dispojahr bis 58, dann 2 Jahre arbeitslos… macht da Einmalzahlung Sinn? Hab auch keinen Plan von der Anlage des Betrages… Jedenfalls ist nach dem Dispojahr im Falle einer Einmalzahlung etwas übrig für 60-63 und evtl. darüber hinaus… aber 10 Jahre GKV auf die Einmalzahlung wäre auch nicht mein Favorit… vielleicht sollte ich den Betrag auf 15 Jahre strecken? I don‘t know…jedenfalls werde ich Privata.

          • Wenn Versorgungszusage und Direktzusage nur zwei verschiedene Namen für den gleichen Tatbestand sind, dann sollte die Versteuerung per Fünftelregelung funktionieren. Kann ich aber nicht beurteilen.
            Frage den AG, selbst wenn der keine Beratung zu den Auszahlungsvarianten durchführt, sollte er sagen können, wie er den Auszahlungsbetrag versteuert. Vielleicht weiss da auch der Betriebsrat Bescheid.
            Welche steuerliche Unterschiede zwischen der Gesetzgeber zwischen den verschiedenen Arten der BAV? T. Schulze hat hier ein paar Basics beschrieben https://der-privatier.com/kap-3-3-1-1-hinweise-zur-fuenftelregel-grundlegendes/#comment-24479

            Mal unterstellt, das klappt mit der Fünftelregelung, dann wäre es sinnvoll, die Beschäftigung zum Jahresende aufzugeben und die BAV im darauf folgenden Jahr auszahlen lassen. Wie das steuerlich aussieht, kannste mit dem Abfindungsrechner auf der Startseite (rechter Rand, etwas runterscrollen) anschauen. Achtung, der Rechner ist mit verheiratet vorbelegt. Du muste ein Häkchen wegmachen.
            ALG1 dann aber erst zum 1.1 des Folgejahres beantragen. Durch das Dispojahr entgehst Du den Sperrzeiten wegen Arbeitsaufgabe und einen anderen Grund zeigt dir der Rechner 😉
            Ändert aber nichts an der Sache mit der Krankenversicherung auf 10 Jahre.

          • Den Angaben nach zu urteilen scheint es sich hier um eine Direktzusage des Arbeitgebers zu handeln. Diese werden als Vergütungen für nichtselbstständige Arbeiten angesehen und können daher bei Kapitalauszahlung als Einmalbetrag als außerordentliche Einkünfte nach der Fünftelregelung besteuert werden. Ich würde mir dies aber vor einer Entscheidung zur Sicherheit von einem Steuerberater bestätigen lassen!

            Ansonsten wäre für die Entscheidung der zu wählenden Auszahlungsvariante sicher ein langfristiger Finanzplan hilfreich, mit dem die unterschiedlichen Zahlungsflüsse (und Abgaben) der verschiedenen Varianten verglichen werden können. Darauf kann es hier kaum eine Antwort geben. Das ist sehr von den persönlichen Verhältnissen abhängig und natürlich auch von eigenen Vorstellungen bzgl. der weiteren Lebensplanung im Allgemeinen, sowie der Einstellung zu Finanzanlagen/Risiko/Sicherheiten im Besonderen.
            Ich möchte dazu keine Aussage treffen.

            Gruß, Der Privatier

  18. Einen schönen guten Tag, habe eine Abfindung bekommen, der Staat hat 33000 € kassiert, gibt es eine Möglichkeit mit einer Rürup die 33000 über den Lohnsteuerausgleich zurückzuholen?

    Schöne Grüße von
    Geri

    • Ich vermute einmal, dass die 33.000€ vom Arbeitgeber bei der Abrechnung/Auszahlung der Abfindung als Steuerabzug abgeführt wurden? In diesem Jahr? Also 2021?
      Weiter vermute ich, dass mit „Lohnsteuerausgleich“ die Einkommensteuererklärung gemeint ist? Hier dann also die EkSt-Erklärung für 2021?

      Falls meine Vermutungen richtig sind, lautet die Antwort: Mit der Einzahlung in einer Basisrentenversicherung (Rürup oder gesetzl. RV) kann die Steuerbelastung auf eine Abfindung teilweise erheblich gesenkt werden. In welchem Ausmaß das gelingt, kann man nur über eine konkrete Rechnung herausfinden. Eine grobe Richtung kann der hier verfügbare Abfindungsrechner vermitteln.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen lieben Dank für Deine schnelle Antwort, ja es wurden die 33000 direkt vom Arbeitgeber abgeführt. Ja ich meine die Einkommensteuererklärung für 2021.

        Wie gehe ich da vor? Zahle jetzt 2021 in eine Rürup ein und hole es 2022 durch die Einkommensteuererklärung wieder zurück?

        Schöne Grüße Geri

        • „Wie gehe ich da vor?“
          Du spielst mit dem Abfindungsrechner das Spiel „diese Menge Rürup ergibt jene Menge Steuerersparnis“, entscheidest dich dann für eine bestimmte Menge Rürup und kaufst dann eine entsprechende Versicherung.
          Falls dein ALter passt ist auch eine Einzahlung in die GRV (Formular V0210) möglich und eine separate Rürup wäre gar nicht nötig.
          Einkommensteuererklärung im Folgejahr haste ja schon selbst erkannt 😉

  19. Danke sehr für die schnelle Antwort und den Hinweis! Bin jetzt 55 und mit 15 eine Lehre angefangen und seitdem in Arbeit, würde das passen für die GRV?

  20. Hallo,

    ich weis nicht, ob ich hier in der richtigen Rubrik bin aber eine bessere habe ich zu dem Thema nicht gefunden.

    Die Kündigung durch meinen Arbeitgeber hat nun ja auch Auswirkungen auf meine Direktversicherung (Rentenversicherung). Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich den Vertrag ruhen lassen muss und dann halt weniger Leistungen erhalte, wie wenn der Vertrag wie geplant durchgelaufen wäre. Nun habe ich von einer Kollegin erfahren, dass sie angeschrieben wurde und es die Möglichkeit gäbe, den Vertrag mit Eigenleistungen weiterzuführen. Kann das sein? Wenn ich keinen Arbeitgeber mehr habe, fällt ja die Pauschaulbesteuerung weg (macht für mich ja auch keinen Sinn mehr, da die Steuer nun eh vernachlässigbar ist) und wie soll das mit der Krankenkassenbeitragspflicht dann funktionieren. Für die bisher geleisteten Einzahlungen wurden ja Sozialabgaben gespart, von daher wäre es nachvollziehbar, dass man im Rentenalter für die Rentenversicherungsleistungen Krankenkassenbeiträge bezahlen muss. Wenn ich die Beiträge nun aber selbst aus meinen Ersparnissen leiste, wäre das nicht gerecht.

    Wie sollte man mit so einer Direktversicherung am Besten verfahren?

    Danke vorab

    • Moin Marc,

      „und es die Möglichkeit gäbe, den Vertrag mit Eigenleistungen weiterzuführen. Kann das sein?“

      JA!

      und siehe nachfolgender Link Punkt „3.1.2 Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer (TK)“

      https://www.tk-lex.tk.de/web/guest/externalcontent/-/print/serviceId/2011/externalcontentid/HI2286048/haufeChapterIndex/HI2752187.html

      Wichtig hierbei:

      Die Direktversicherung muss ab dem Ausscheiden auf dich als „Versicherungsnehmer“ umgeschrieben werden. Wenn die Direktversicherung später ausgezahlt wird (oder auch als Rente), werden keine KK+PV Beiträge für den Teil den du selbst bezahlt hast, fällig. (siehe Urteil AZ.: B 12 KR 13/18 R)

      „Wie sollte man mit so einer Direktversicherung am Besten verfahren?“

      Gegenfrage: Warum hast du eine Direktversicherung abgeschlossen? Ich würde den Vertrag weiterführen, also selber einzahlen.

      In einer ähnlichen Situation war ich vor ca. 12 Jahren (Insolvenz meines AG). Da hatte ich meine beiden bAV-Verträge ruhend gestellt, … Nachbetrachtung: wäre besser gewesen, ich hätte für die ca. 6 Monate die Beiträge weitergezahlt, bei meinen neuen AG könnten die beiden bAV-Verträge wieder reaktiviert werden, die „Ablaufsumme“ hatte sich nun aber auch entsprechend verringert.

      Gruß
      Lars

  21. Der Grund war Altervorsorge und Steuerersparnis.
    Wenn der Betrag weiter durch Eigenleistung gespart werden kann und diese Beiträge zu keiner Belastung von Krankenkassenbeiträgen führt, würde ich das tun, insbesondere wenn noch die Mindestverzinsung vom Vertragsabschluss greifen würde. Ist das so oder gelten die heutigen Zinssätze? Dann macht es unter Renditeaspekten keinen Sinn.

    • Moin Marc,

      wenn die bAV auf dich übertragen wird, bleiben die alten Konditionen bestehen.
      Der Antrag auf eine private Fortführung durch den Versicherten ist beim Versicherungsträger innerhalb von 15 Monaten nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu stellen.

      Wenn jedoch die bAV (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung) auf einen neuen AG übertragen wird (Portabilität), kommt es zum Abschluss eines neuen Vertrages, dann gelten die neuen Bedingungen. Näheres zur Übertragung einer bAV an einen neuen AG findest du im §4 BetrAVG.

      https://www.gesetze-im-internet.de/betravg/__4.html

      Gruß
      Lars

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