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Kap. 10.1: Die Abfindung — 25 Kommentare

  1. Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass alle Aussagen zum optimalen Zeitpunkt des Ausscheidens aus steuerlicher Sicht absolut korrekt sind. Ich selber war mir seinerzeit dessen nicht bewusst und habe mit meinem Ausscheiden zum 1. Juli diesen Zeitpunkt verpasst.

    Als mir das bewusst wurde, hatte ich mich zunächst einmal ein bisschen über die eigene Dummheit geärgert. Ich hätte möglicherweise mit meinem Arbeitgeber aushandeln können das meine Beschäftigung ein halbes Jahr fortgeführt wird und das Gehalt für dieses zusätzliche halbe Jahr aus der Abfindung entnommen wird.

    Allerdings muss man dann beachten, dass für dieses halbe Jahr ja auch Sozialabgaben anfallen! Wahrscheinlich sogar in doppelter Höhe da der Arbeitgeber dann kaum noch für den Arbeitgeberanteil aufkommen wird.

    Dadurch war ich dann mit dem Ausscheiden und der Zahlung der Abfindung zur Jahresmitte doch wieder versöhnt.

    Also auch auf diesen Aspekt achten falls Ihr mit Eurem Arbeitgeber in Verhandlung bzgl. des Zeitpunkts des Ausscheidens tretet!

    Viele Grüße

    H-Man

  2. Vielen Dank für die informativen Beiträge. Ich bin heute auf Ihren Blog gestoßen.

    Mein Vater möchte mit 57 Jahren nächstes Jahr aus gesundheitlichen Gründen ebenfalls frühzeitig in Rente gehen. Auch er rechnet momentan viel und macht sich darüber Gedanken, ob seine Entscheidung richtig ist. Ich werde ihn auf diesen Blog hinweisen, weil er hier viele Informationen zu dem Thema bekommt.

    Viele Grüße!

    • Hallo Marina,
      Mein Tipp für Sie: Schenken sie Ihrem Vater zu Weihnachten das Buch „Gedanken eines Privatiers“. Dort wird er auf viele seiner Fragen eine Antwort und eine Menge guter Ratschläge und Tipps für seine Zukunft bekommen.

      Falls dann noch Fragen offen bleiben sollten, können wir die gerne hier im Blog diskutieren.

      Gruß, Der Privatier

  3. Mir fehlt ein wichtiger Aspekt bei der Betrachtung. Die Fünftelregelung darf nur angewendet werden, wenn es zu einer „Zusammenballung“ von Einkünften kommt. Wenn sich die Abfindung in der Größenordnung eines Jahresgehalts befände, dann sind die Einkünfte bei Zahlung der Abfindung im Folgejahr in etwa so hoch wie die im Vorjahr. Somit trifft der Begriff der „Zusammenballung“ nicht zu. Die Fünftelregelung kann also nur dann angewendet werden, wenn die Abfindung deutlich höher ist, als das letzte Jahresgehalt. So zumindest mein laienhaftes Verständnis dafür.

    Schöne Grüße
    Michael

    • Den Hinweis auf die sog. Zusammenballung als Voraussetzung für die Anwendung der Fünftelregel gibt es in meinem Beitrag über „Abfindung und Steuern: Besonderheiten„. Dort auch mit einem kleinen Beispiel. Darüberhinaus findet sich der Hinweis auch in vielen Kommentaren.

      Aber trotzdem – es schadet nicht, auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen! Die Vergünstigungen der Fünftelregel können nur dann in Anspruch genommen werden, wenn eine sog. Zusammenballung der Einkünfte vorliegt. Und diese ist dann gegeben, wenn das gesamte Einkommen (inkl. Abfindung) höher ist, als es bei ungestörter Fortführung des Arbeitsverhältnisses gewesen wäre.

      Die Aussage, dass die „Abfindung deutlich höher sein muss, als das letzte Jahresgehalt“ ist daher falsch. Richtig ist, dass das gesamte Einkommen höher sein muss. Und es reicht, wenn es einfach nur „höher“ ist – „deutlich“ ist nicht nötig.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Privatier,
    ich stehe gerade unter Schock; die in diversen Abfindungsrechnern genannte Lohnsteuer (Fünftelregelung)
    ist um ca. 11.000,- Euro höher als die auf meiner Lohnsteuerbescheinigung genannte 🙁 (Letztes Gehalt im Januar d.J., Abfindung ebenso im Januar d.J.). Ich richte mich also dann auf eine saftige Nachzahlung ein.
    Aber nun zu meiner Frage: Ich würde gern jetzt im November und Dezember einen 450,- Euro Job annehmen. Wird sich das dann wohl noch negativer auf die Gesamtlohnsteuerschuld 2016 auswirken oder ist der Minijob dafür unbedeutsam?
    VG, Petra

    • Ich bin jetzt nicht der große Experte für Minijobs, so viel ich aber weiß, können Minijobs sowohl pauschal vom AG versteuert werden (und sind dann für den AN steuerfrei), als auch ganz „normal“ über die Steuerkarte. In diesem Falle wären sie bei der Steuererklätung anzugeben.

      Ich würde mir aber darüber keine großen Gedanken machen! Bei einer Differenz von 11.000 Euro zwischen Steuer-Prognose und tatsächlich abgeführten Steuern wird es auf die paar Euro für die Minijobs nun auch nicht mehr ankommen.

      Ich fände es viel wichtiger, einmal der Frage nachzugehen, woher diese doch ganz beträchtliche Differenz kommt? Abfindungsrechner sind oft mit Vorsicht zu geniessen – man macht schnell falsche Eingaben! Ich würde mich mit einem Steuerprogramm oder der Elster-Software wohler fühlen.

      Gruß, Der Privatier

  5. Lieber Privatier,
    also erstmal vielen Dank für Deine Infos, hat mir bisher gut geholfen. Bin aber jetzt unsicher, ob ich eine Rürup machen soll. Mir geht es ausschießlich um Steuerersparnis. Habe im Januar eine Abfindung von 159.000,- Euro erhalten. Bin Single, kirchensteuerpflichtig. Habe (wie Sie auch) die erste Arbeitslosengeldzahlung nicht verhindern können, also sind ca. 1100,- Euro im Januar geflossen, dann abgemeldet. Habe eine Witwenrente von mtl. 600 Euro, die ist
    monatlich bezahlt worden, Kapitaleinkünfte durch Aktienverkauf ca. 1200 Euro. Rentiert sich hier eine Rürup noch, ich kann das irgendwie nicht klar erkennen, danke, wäre sehr nett, wenn Sie mir Ihrem Fachwissen einen Rat geben könnten, danke

    • Auch wenn ich jetzt keine konkreten Zahlen ausrechnen kann (oder will), so bin ich mir ziemlich sicher, dass es aus steuerlicher Sicht von Vorteil ist, einen Teil der Abfindung in die Altersvorsorge zu investieren.
      Ob dies nun mit einer Rürup-Rente oder mit einer Einzahlung in die gesetzliche Rente (zum Ausgleich des Abschlages für eine vorgezogene Rente) passiert, ist dabei ein wenig Geschmacksache. In Zeiten der Nullzinspoltik würde ich selber heute wohlmöglich eher zur gesetzlichen Rente tendieren. Aber aus Steuersicht ergibt sich da kein Unterschied.

      Was es wirklich konkret bringt, müssten Sie dann selber einmal prüfen (lassen). Ich gebe allerdings zu Bedenken, dass die Zeit langsam „etwas“ knapp wird!

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier,
    ich habe gerade meine Abfindungsberechnung bekommen und stehe im wahrsten Sinne der Wortes unter Schock…
    Die Eckdaten:
    -Bis 31.01.2017 noch beschäftigt, Januargehalt 4507 Euro für den Rest 2017 kein
    weiteres Einkommen
    -Abfindung 172.742,60 Euro Fünftelregelung wird angewandt
    auf meinen Gehaltszettel steht Abfindung 1/5-Regelung einm. 172.742,60 unter
    Steuerbrutto und Gesamtbrutto
    -Auf meinem Gehaltszettel werden mir dann sage und schreibe 69.658 Euro
    Lohnsteuer auf die Abfindung abgezogen, Soli 3.831,19 und Kirchensteuer 5572,64
    -Rechne ich jetzt selber über die HP https://www.bmf-steuerrechner.de/bl2017
    /lst2017.jsp komme ich auf 37.381.20 Euro lt. ihrer Info SummeA
    plus SummeB multipliziert mit 5, check bei einem online Abfindungsrechner
    brachte ein ähnliches Ergebnis.
    Ca. 30000 Euro haben und nicht haben ist ja kein Pappenstiel…
    können Sie mir hier einen Tipp geben wie es zu einer solchen Abweichung
    kommen kann ?

    viele Grüsse, Eugen

    • Leider finden die Betroffenen immer erst dann auf diese Seiten hier, wenn sie der Schock getroffen hat. Dann ist es aber leider meistens zu spät.

      Aber erst einmal keine Panik: So eine Abrechnung ist ärgerlich, aber am Ende (nach der Einkommensteuererklärung) wird alles wieder korrigiert. Es geht also nicht verloren! Man muss nur ein wenig darauf warten…

      Besser wäre es gewesen, die Modalitäten der Abrechnung im Vorfeld mit der Personalabteilung abzustimmen und ggfs. notwendige schriftliche Bestätigungen über die persönlichen Verhältnisse/Pläne abzugeben.

      Denn wenn die Personalabteilung nichts weiß, muss sie u.U. annehmen, dass man nahtlos einen ähnlich bezahlten Job haben wird, wie vorher. In Ihrem Fall also weitere 11*4500€ = ca.50.000€ zusätzliches Einkommen. Diese wären bei der Berechnung der Fünftelregel korrekterweise mit einzukalkulieren.

      Habe jetzt gerade keine Lust das auszurechnen, aber das wäre für mich die naheliegenste Erklärung. Vermeiden kann man dies durch eine entsprechende schriftliche Erklärung (vorher!), dass man keine weiteren Einkünfte im laufenden Jahr haben wird.

      Wie gesagt, dazu ist es jetzt wahrscheinlich zu spät, es gibt aber hier auch Fälle, die mit einem freundlichen Gespräch den Ex-AG dazu gebracht haben, die Abrechnung noch einmal zu korrigieren. Dazu wäre dann aber mit dem EX-AG zunächst (freundschaftlich!) zu klären, wie die Abrechnung zustande gekommen ist und wie und ob er sie u.U. ändern könnte.

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

      • hallo Privatier,
        danke für die rasche Antwort, das ist irgendwie auch meine Vermutung gewesen, dass hier das Jahreseinkommen verrechnet wurde.
        Eine schriftliche Erklärung an den AG lag aber vor, mir wurde sogar eigens ein persönliches Formular von der Personalabteilung ausgehändigt in dem ich als Jahreseinkommen 2017 nur das Januar Gehalt angegeben habe, aber mittlerweile hat es das Problem auch bei einem 2.Arbeitnehmer gegeben der zum 31.01. aus der Firma austritt.

        danke nochmal für die Auskunft
        viele Grüsse, Eugen

      • Tja, man könnte jetzt hier viel herum raten… könnte auch sehr gut sein, dass zwar behauptet wurde, die Fünftelregel wäre angewandt worden – sie aber tatsächlich doch nicht angewandt wurde.

        Oder die Einträge auf der Abrechnung sind einfach anders gemeint? Vielleicht soll ja „Abfindung 1/5-Regelung einm. 172.742,60€“ auch nur heissen, dass auf diesen Betrag die Fünftelregel angewandt werden darf. Später, bei der Steuererklärung.

        Aber das ganze Raten hilft nicht viel. Ich würde auf jeden Fall einmal das Gespräch mit der Abteilung suchen, die die Abrechnung erstellt hat. Ob man dann zu einer Korrektur bereit ist, ist eine andere Frage.
        Die Bereitschaft für einen ehemaligen Kollegen einen ziemlichen Extra-Aufwand zu betreiben, ist erfahrungsgemäß eher gering.

        Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier,

    Danke fuer die vielen guten Infos.

    Ich habe Eine Frage zum Thema „reduzierung des zu versteuernden einkommens“ im jahr der auszahlung der abfindung (im januar, dann ALG1 nach 3 Monaten Sperrzeit).

    Darueber hinaus existieren noch ca 15k eur einkommen meiner frau, und ca 30k einkommen aus Vermietung.
    Stkl 3 und 5.

    Auf den meisten abfindungsrechnern führt eine verringerung des zu versteuernden Einkommens um 10k, zu einem hoeheren netto der abfindung um ca 8k (6stellige abfindung).
    1. ist das realistisch?

    Angenommen ich mache in diesem jahr ein master studiengang mit kosten von 30k eur.
    2. ist es korrekt dass dieser 2te studiengang in dem jahr voll werbungskostenabziehbar ist? Und somit die tatsachlichen kosten nur ca 6k sind, da die abfindung netto um 24k steigt?

    • Zur Frage-1 kann ich sagen, dass das durchaus möglich ist. Es gibt sogar Kommentatoren, die hier berichtet haben, dass eine Einzahlung in eine Rürup-Versicherung eine höhere Steuerersparnis gebracht hat, als überhaupt in die Versicherung eingezahlt wurde. Gerade im Zusammenhang mit einer hohen Abfindung und der Fünftelregel ergeben sich oft ungeahnte Konstellationen!

      Die Frage-2 möchte ich hingegen nicht beantworten. Zur Frage der Anrechenbarkeit von Aus- oder Fortbildungskosten kann ich nichts sagen. Da wäre dann sicher ein Gang zum Steuerberater der richtige Weg.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier,

    Ich bin mit meinem Anliegen nur zu 50% hier richtig (Abfindung und ALG I), da Beides direkt zusammenhängt, spreche ich auch Beides hier an.

    Wenn ich mit meinem Wissen, insbesondere auf Grund Deiner/s Homepage/Blogs, richtig liege (bitte korrigieren wenn nicht), ist die Steuerklasse III am Besten (wg. Berechnung aus dem pauschalierten Nettolohn) für das ALG I und für die Abfindung die Steuerklasse IV mit Einzelveranlagung (wg. möglichst kein zusätzliches Einkommen). Die Agentur für Arbeit (AfA) akzeptiert als Steuerklasse nur was 12 Monate vorher auch galt; Ausnahme: der Wechsel macht ausschließlich aus steuerlicher Sicht Sinn oder die AfA muß dadurch weniger ALG I zahlen. Steuerklassen-Wechsel ist möglich bis zum 30.11. des betreffenden Jahres.

    Meine Daten: Aufhebung zum 31.12.2018, Abfindungszahlung in 01/2019, An-/Abmeldung als AL soll erfolgen zum 1.1./2.1.2019. Hier nun die Fragen:

    Wenn ich in 2018 Steuerklasse III (Frau Steuerklasse V) bin, wäre das die Grundlage für die Berechnung des ALG I, was ich dann innerhalb von 4 Jahren abrufen könnte?

    Wenn ich für 2019 einen Steuerklassenwechsel in 2019 (geht ja bis zum 30.11.) in Steuerklasse IV vornehmen, wäre das bei der EkSt-Berechnung (nicht zum Zeitpunkt der Auszahlung der Abfindung, da wäre ich ja noch Steuerklasse III) die Grundlage für die Abfindung?

    Kann man das machen oder liegt hier ein Vergehen vor, da, wenn auch nur für einen Tag, das ALG I in 2019 geflossen ist? I.d.Z., kann ich die An-/Abmeldung als AL auch so durchziehen, dass es zu keiner Zahlung kommt, will sagen Beides zum 1.1.2019, wäre dann der Weg gangbar?

    Geht das auch bei Anwendung des Dispositionsjahres zum 1.1.2020, da dann ebenfalls 2018 die Grundlage für die pauschalierte Nettoberechnung des ALG I wäre (da kein Einkommen in 2019 vorliegt = Erweiterung der Berechnungsbasis auf 2 Jahre), oder wird dann trotzdem die Steuerklasse der letzten 12 Monate genommen = 2019 = Steuerklasse IV da aus Optimierungssicht für die Abfindung in 2019 die Steuerklasse IV mit Einzelveranlagung vorliegen muß?

    Vielen Dank im Voraus und Gruß

    High Potential Privatier

    • Hallo HPP 😉 ,

      die Überlegung zur Steuerklassenwahl vor der Arbeitslosmeldung sind korrekt (Stichwort: Berechnung aus dem pauschalierten Nettolohn). Steuer-Klasse III ist da sicher die richtige Wahl.

      Der spätere Wechsel im Hinblick auf die Abfindung bedarf einer genaueren Überlegung:
      Die Lohnsteuerklasse ist nämlich immer nur für die Auszahlung von Lohn/Gehalt während eines Jahres von Bedeutung. Am Ende des Jahres (nach Steuererklärung) ist die Steuerlast immer dieselbe, also unabhängig von den gewählten Steuerklassen.

      Insofern ist es nicht so ganz richtig zu sagen, dass irgendeine Steuerklasse besser oder schlechter für die Abfindung sei. Allerdings wird Ihnen Ihr AG ja bei der Auszahlung der Abfindung auch Einkommensteuer abziehen. Wie er dies machen wird, sollten Sie am besten VORHER mit ihm abstimmen! Es gibt da viele teils abenteuerliche Vorstellungen… Am Ende (nach Steuererklärung) spielt aber alles keine Rolle. Sie haben lediglich bei einer günstigen Abrechnung den Vorteil, dass Sie u.U. vorher mehr Geld zur Verfügung haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch für den Zeitpunkt der Auszahlung wäre sicher St.Kl.III (temporär) günstiger als IV.

      Danach wäre es (wiederum nur unter dem Gesichtspunkt der unterjährigen höheren Liquidität) wahrscheinlich besser, wenn Ihre Frau die St.Kl.III übernimmt, wenn Sie selber keine Einkünfte mehr haben. Aber noch einmal: Nach dem Steuerbescheid ist das alles egal.

      Zur Frage einer gemeinsamen An-/Abmeldung: Sie können das schon mit nur einem Besuch bei der Agentur zusammen erledigen, aber Sie müssen mindestens einen Tag arbeitslos sein, um den ganzen Vorgang in Gang zu setzen.

      Die letzte Frage (Steuerklasse im Dispojahr) kann ich nicht wirklich beantworten. Ich würde wohl zur Sicherheit die Steuerklasse III beibehalten. Einen „echten“ Nachteil haben Sie dadurch nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        Danke für die schnelle Antwort und klar, ich vergesse es immer wieder, die Steuerklasse selbst ist nur ein Cash Flow Faktor, am Ende zählt die EkSt-Erklärung. Aber, wenn ich mit Steuerklasse III in 2019 meine Abfindung erhalte, dann habe ich doch bei der Steuerberechnungsgrundlage das Einkommen meiner Frau mit zu berücksichtigen – bei Steuerklasse III/V geht nur eine gemeinsame Veranlagung – und das soll besser sein als Steuerklasse IV Einzelveranlagung?

        Mache ich da einen Denkfehler, denn bei der Einzelveranlagung würde ausschließlich meine Abfindung (+ der eine Tag ALG I)die Berechnungsgrundlage darstellt; diese würde sich komplett im „Progressionsbereich“ (ca. TEUR 53) befinden, während beim Ehegattensplitting die Einkünfte der beiden Partner zunächst einmal addiert und dann halbiert werden um dann die Einkommensteuer zu ermitteln, die auf das fiktive „Durchschnittseinkommen“ anfällt und der Steuerbetrag wird anschließend wieder verdoppelt. Da das Einkommen meiner Frau knapp die TEUR 53 abdeckt, darf das 1/5 meiner Abfindung max. genauso hoch sein, so dass auch im Falle der Steuerklasse III die 1/5-Regelung bewirkt, dass die Abfindung sich ebenfalls gerade noch im „Progressionsbereich“ befindet und nicht mit 42% EkSt. belegt wird (in dem Fall hätte sich die 1/5 Regelung nämlich erübrigt; habe ich dass jetzt richtig gecheckt?

        Nochmals vielen Dank im Voraus und ein wunschgemäßes WE

        Der HPP

      • Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich das Wort „Einzelveranlagung“ in der ersten Frage wohl übersehen habe. Dennoch bleibt es bei meiner Aussage, dass die Steuerklasse nur für Auszahlung während des laufenden Jahres eine Bedeutung hat. Für das Endergebnis (nach Steuererklärung) nicht.

        Aber Sie haben sehr wohl Recht, wenn Sie über eine Einzelveranlagung nachdenken. Diese ist zwar meistens nachteilig, kann aber in Sondersituationen auch einmal die bessere Variante sein (s. dazu auch mein „Beitrag zur Einzelverlagung“). Ob es nun günstiger ist oder nicht, kann man nur mit ALLEN erforderlichen Daten prüfen und müsste mit Hilfe eines Steuerprogramms oder eines Steuerberaters festgestellt werden, Eine Prognose ist da nicht möglich.

        Bedenken Sie aber auch, dass Sie bei einer Einzelveranlagung auch immer nur die Hälfte an Sonderausgaben (z.B. für die Altersvorsorge) steuerlich geltend machen können.

        Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Herr Privatier,
    ich habe in diesem Jahr geheiratet meine Frau lebt und arbeitet in Spanien kann – Wir sind getrennt veranlagt – Gibt es die Möglichkeit von Ehegattensplitting? Muss grundsätzlich die Regel angewant werden, dass ich 90% der Einkünfte habe – Würde diese Einschränkung zum Einsatz kommen wenn ich über die Abfindung die 90% Hürde erreichen würde? Ist ein Wohnsitz meiner Frau in Deutschland notwendig?

    VG, STEVE

    • Alles, was ich hier im Blog (und in meinem Buch) erläutere, bezieht sich immer und ausschließlich auf Deutschland!

      Zu allem, was irgendeiner Weise etwas mit Ausland zu tun hat, kann ich keine Aussagen machen. Sorry.

      Gruß, Der Privatier

    • „Generell würde ich aber empfehlen bei so wichtigen Fragen einen Steuerberater zu konsultieren. Die Kosten dafür sind gering verglichen mit denen wenn man Fehler macht.“

      Das kann ich nur bestätigen!

      Gruß, Der Privatier

  10. Ok Danke euch Beiden das mit dem Steuerberater werde ich auf jedenfall machen – das Problem ist das ein Grundwissen und schiessrichtung bekannt sein muss aber das habe ich jetzt 🙂
    VG, STEVE

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