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Zwischenfazit nach 5 Jahren und 6 Monaten Crowdinvesting in Immobilien — 11 Kommentare

  1. Hallo,

    na dann möchte ich auch mal meine Erfahrungen mitteilen:

    Bin nun seit 14 Monaten dabei; momentan 5% meines Kapitals in gesamt 62 Investitionen und KEINE davon ist bei der Zinszahlung oder Rückzahlung im Verzug!

    Auch Totalverluste musste ich (bisher) nicht verbuchen. Somit komme ich momentan auf eine Jahresrendite von 11,3% bei EG.

    Ich glaube ich bin genau das Gegenteil vom Privatier. Denn ich möchte in den nächsten 3 Monaten mein Engagement mindestens verdoppeln.

    Die meisten (58) Investitionen habe ich bei EstateGuru und bin sehr zufrieden mit der Plattform. Die Aufmachung der Internetseite, die Transparenz der Projekte , die verschiedenen Möglichkeiten der Auswertungen und natürlich die Höhe der Verzinsung lassen mich dort weiter investieren.

    Schöne Grüße

    Bruno

  2. Hallo Privatier, Danke für die Aufstellung – gerade bei so einer langen Zeiten wie 6 Jahre sind die Daten sehr hilfreich, um das Risiko einzuschätzen. Kann es sein, dass Du in die 129 Projekte mit jeweils sehr unterschiedlichen Beträgen investiert hast? Andernfalls könnte ich mir die Rendite nicht erklären.

    Vereinfacht gerechnet führt der Ausfall von 3 der 91 abgeschlossenen Projekten zu einer Minderrendite von 3/91=3.3%. Die mittleren Rendite liegen für Zinsland bei 6-7%, bei Exporo 5-6% und bei Bergfürst bei 5-7%. Nehmen wir eine mittlere Projekt-Rendite von 6% über alle Plattformen hinweg an an, dann liegt die realisierte Rendite bei 6-3.3 = 2.7% (und damit deutlich unter den 4.5%, die Du erzielt hast und für die Du wohl glücklicherweise in die ausgefallenen Projekte jeweils weniger Geld investiert hattest als in die anderen). Wenn da nun noch Steuern abgehen (nehmen wir 25%), dann kommen wir bei gleichmäßiger Investition auf (100-25)% * 2.7% = 2.0% realisierte Rendite.

    Nun kommen Projektausfälle ja eher gegen Ende eines Projekts vor, und die möglichen Corona-bedingten Auswirkungen werden sich in den 38 noch laufenden Projekten zeigen. Ich kenne mich nur bei Exporo aus, und dort wird ja in der Regel bei Problemen sehr lange überzogen, und ein Ausfall wird erst sehr viel später erklärt. Kannst Du mitteilen, wie viele der 38 laufenden Projekte innerhalb des Zeitplans sind und wie viele wegen Problemen überziehen? Wenn nun von den laufenden Projekten nochmal 3 ausfallen, dann wäre die Gesamtrendite 6% – (3+3)/129 = 1.3%, nach Steuern 1.0%.

    Da stimmt bei mir das Rendite-Risiko-Verhältnis nicht. Mag sein, dass das bei Estateguru anders ist.

    • Ich rechne ja noch (108 beendete), wird auch noch ein wenig dauern, weil ich mit Effektivzahlen rechne und mich andere Vorhaben derzeit binden.

      Du hast aber den dritten Hebel außer Acht gelassen, nämlich die Laufzeit eines jeden Projektes, und die schwankt zwischen 5 Monaten und drei Jahren, ferner gibt es ja Verzugszinsen und den einen oder anderen Kickback. Daneben bringt ein Totalausfall natürlich auch steuerlich etwas.

      Aber auch ich habe den Bestand an Crowdinvesting gegenüber der Spitze um rund 45 % runtergefahren.

    • @M. Schmitz:
      Es ist zwar zutreffend, dass ich immer mit unterschiedlichen Beträgen investiert habe. Zwischen dem kleinsten und dem größten Betrag liegt immerhin ein Faktor von fünf. Die Ausfälle sind aber nahe dem Durchschnitt und daher dürfte sich dieser Effekt nicht so stark auswirken.

      Entscheidend ist die Tatsache, dass in deiner obigen Rechnung die Laufzeit fehlt (wie schon von KaBa richtig angemerkt). Bei meinen Projekten beträgt die mittlere Laufzeit etwas weniger als 2 Jahre. Wenn wir vereinfachend einmal mit diesen 2 Jahren rechnen, so passt dann auch die Rechnung wieder und man kommt auf meine 4,5%.

      Außerdem kommen noch ein paar kleinere Effekte dazu, wie z.B. Verzugszinsen oder vorzeitig (mit normalem Zins) zurückgezahlte Projekte .

      Eine gesonderte Statistik über derzeit im Verzug befindlicher Projekte führe ich nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke KaBa und Privatier für die treffenden Hinweise zu Laufzeit, Verzugszinsen und vorzeitig zurückgezahlten Projekten. Ich sehe, dass die die erzielte Rendite von 4.5% trotz der oben gemachten vereinfachten Abschätzung zu erklären.

        Allerdings möchte ich noch einen Punkt hinzufügen, nämlich das „Sequence-of-returns-risk“, sprich das Risiko, dass die Ausfälle zu Beginn des betrachteten Zeitraums auftreten. Dann bringt auch eine kurze Laufzeit des ausgefallenen Projekts nichts, weil die Mittel dann weg sind, und für die verbleibende Zeit keine Erträge erwirtschaften können. Naja, es wird ja vielen nichts anderes übrig bleiben als mal zu schauen, wie/ob die Projekte nun trotz Corona und trotz einiger unlauterer Projektentwickler mit positivem Saldo abgeschlossen werden…

  3. 4,5% sind für die viele Sichtungs-Arbeit schon etwas ernüchternd. Mit z.B. B**F-Aktien erreicht man das gleiche, praktisch ohne Zutun.
    Daher werde ich auch bei meiner Entscheidung des selbst verwalteten Aktien-Depots bleiben.

    • B**F-Aktien habe ich aus diesem Grund vor einen Jahr massiv aufgestockt, damals Dividendenrendite von über 6% und im Gegensatz zum Crowdinvesting ein NoBrainer
      Grüße Thomas

  4. NoBrainer hin oder her, ich bin super dankbar für die geposteten ehrlichen Zahlen.
    Solange wir keine besseren haben, rechnet man (aus alter beruflicher Gewohnheit) eben mit denen die man hat:
    Kein Ausfall bei ~100 Projekten bringen 11% Rendite und zwei Ausfälle bei ~100 Projekten reduzieren diese auf 4,5%.
    Wie beim Lotto: wer (wie die meisten) nicht gewinnt, verliert eben 100%. Leider kennen wir nicht die Ausfallstatistik über alle Projekte – im Gegensatz zum Lotto, was ich selbst auch nicht „spiele“.

    • Also ich betrachte die ca. 4,5 % vor Steuern als nicht schlecht, vielleicht als etwas weniger als erhofft.

      Ich betrachte es nämlich unter dem Blickwinkel der Diversifikation. Wer ein etwas größeres Vermögen hat – und jeder stellt sich etwas anders darunter vor, und ich kann versichern ich hab ein größeres – muss dieses Portfolio nach verschiedenen Gesichtspunkten gestalten, Rendite, Sicherheit, Verfügbarkeit, Steuern und weitere persönliche Aspekte.
      Lotto spiel ich auch nicht, dann schon lieber ins Casino.

      Insofern ist Crowdinvesting eine Beimischung zum Punkt Rendite, und auch eingeschränkt zum Punkt Verfügbarkeit, kurze Laufzeit. Ein Vergleich mit einem ETF-Depot oder Aktien verbietet sich für mich, weil das einfach eine andere Anlageklasse ist.

      Ich hab Tages- und Festgeld, die nächsten 12 Monate sind immer durchfinanziert. Rendite gleich Null, aber bombensicher (einlagengesicherte Ware) und hochverfügbar.
      Natürlich habe ich auch Einzel-Aktien und ETF.
      Und Geld in vermögensverwaltenden GmbH & Co KG’s.
      Immobilien sind auch da.
      Und grundbuchbesicherte (oder durch Sicherungsübereignung gesicherte) Darlehen und …

      Rendite gibt es nicht für lau, und wie schon so oft gesagt, 10.000 EUR in 20 Crowdinvestings zu 500 EUR, und bei einem Ausfall läuft das plus/minus Null, oder ein wenig besser.
      Und wenn ich das dann schon mit Aktien vergleichen will, dann muss ich mir halt auch Wirecard anschauen. Oder Lufthansa, die die Zinszahlung für eine Hybridanleihe aussetzt.

      • @KaBa: Dem kann ich zu 100% zustimmen! Stimmt alles vollständig mit meiner Sicht der Dinge überein. Der Kommentar hätte von mir sein können. 😉

        Gruß, Der Privatier

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