Kommentare

Kap. 7.3.3: Die Rürup-Rente – Meine Bewertung — 31 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    in meinem Fall bietet mir mein Arbeitgeber an max 30000€ von der Abfindung in meine betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu stecken…..
    da dieser Betrag aber später in einer Summe ausgezahlt wird, bin ich mir nicht sicher ob er voll als Sonderausgabe abzugsfähig ist…
    ich habe im Internet folgendes dazu gefunden
    http://www.steuernsparen.de/steuer-sparmodelle/altersvorsorge/159-ruerup-rente?start=3

    Dort steht ‚ Denn die Steuerfreiheit Ihrer Beiträge zur bAV entfällt, wenn Ihr Vertrag am Ende der Laufzeit nur eine Einmalauszahlung vorsieht (BMF-Schreiben vom 5.2.2008, BStBl. I 2008, S. 420 Tz. 211).‘

    Wenn das wirlich so ist, würde ich auch einen Rürup Vertrag machen wollen und bevor mir so ein Versicherungsfuzzi irgendwas andreht, würde mich interessieren was du abgeschlossen hast ….

    Gruß

    demoli

    • Zur bAV kann ich gar nicht so viel sagen, denn ich habe zwar selber auch eine. Aber das lief eher so nebenher und ist auch von der Summe nicht der Rede wert.
      Von daher habe ich mich selber um dieses Thema fast gar nicht gekümmert. Es gibt aber zu meinem Beitrag zu „Abfindung und Steuern – Optimierung“ eine ganz interessante Diskussion gerade auch über die Möglichkeit, einen Teil der Abfindung in die bAV einzuzahlen. Vielleicht helfen die Kommentare dort ja ein bisschen weiter. Aber auch bei dieser Diskussion habe ich mich damals mangels tieferer Kenntnisse verabschieden müssen. Ist nicht so mein Thema…

      Zur Rürup-Rente kann ich aber sagen, dass ich mich bei der Auswahl von vorneherein nichts von einem „Versicherungsfuzzi“ aufschwatzen lassen wollte und daher Recherche und Auswahl (fast) ohne fremde Unterstützung durchgeführt habe.
      Ich habe dazu seinerzeit drei Online-Angebote von drei verschiedenen Versicherungen angefordert und dabei meine Randbedingungen und zu prüfende Varianten genannt. Etwas kompliziert war dabei meine Forderung nach
      a) keine laufenden, monatlichen Zahlungen – stattdessen zwei unterschiedliche hohe Einmalzahlungen. Am Ende meiner Angestellten-Zeit 25T€, im Jahr der Abfindung 40T€. Danach nichts mehr. Und
      b) jeweils ein Vergleichsangebot mit ohne Hinterbliebenen-Schutz.

      An diesen Fragestellungen ist eine der drei Kandidaten schon gescheitert und hat keine gescheiten Angebote vorlegen können.
      Gut gefallen haben mir die Angebote der Hannoverschen Leben und von CosmosDirekt. Die Konditionen waren recht ähnlich. Entschieden habe ich mich letztlich für die Hannoversche Leben. Preis/Leistung war hier noch ein kleines bisschen besser und bei den Angeboten konnte man etwas deutlicher merken, dass man mein Vorhaben zu 100% verstanden hatte.
      Auch der weitere Verlauf (Einzahlungen, Informationen, Aussetzen der Beiträge nach dem Abfindungsjahr) haben reibungslos funktioniert. Im nächsten Jahr werde ich dann (voraussichtlich) den Beginn der monatlichen Auszahlungen beantragen.

      Ach ja – und die Steuerersparnis hat natürlich in beiden Jahren auch den gewünschten Erfolg gebracht.

      Gruß, Der Privatier

  2. Vielen Dank für die vielen Tipps in ihrem Buch, ich versuche mal als Selbständiger mich dem Thema zu nähern.
    Betrifft steuerliche Anerkennung. Also ich habe in den letzten Jahren als Selbständiger gut verdient und relativ hohe Summen in mehrere Rürup Verträge eingezahlt. Das war am Anfang meiner Selbständigkeit nicht möglich. Ich hatte eine alten Vertag (eine Art Lebensversicherung) in der Hoffnung bei 20 000 Euro Einzahlung 7000 Euro Steuern zu sparen kam die Überraschung. Nämlich altes und neues Recht. Die alten Verträgen fallen steuerlich heraus. Die neuen Verträge wurden steuerlich nur zu ca. 70 % anerkannt . Weiteres Problem bei großen Einmalzahlungen wird die Rente frühestens nach 7 Jahren gezahlt. Außerdem werden sie nachversteuert. Ich wurde von meinem Versicherungsmakler nicht darauf hingewiesen., der war selber sehr erstaunt als ich Ihn damit konfrontierte. Es gibt also viele Tücken zu beachten. Da kann ihre Plattform doch recht hilfreich sein.

  3. Hallo Peter , da ich mich nochmal über deine Ansichten zu Rürup Versicherung einlesen wollte , habe ich hier festgestellt , das die Hannoversche Leben AG , für Dich als Unternehmen für die Rürup Rente die erste Wahl war . Echt lustig , da auch ich dort dem UN lebenslang verbunden bin . Für mich jetzt nicht mehr so interessant , da dieses Unternehmen , welches vorher Hannoversche Leben a.G. war und nun auf AG gewechselt , nur durch ein Mitgliedsentscheid damals an die VGH angehängt wurde , und auch mit Sitz von der Karl Wichert Allee in die Constantinstrasse gewechselt ist . Dieses nur mal als nachbetrachtung . Hr. Reuter ( Damaliger Vorstand der VHV , ist er glaube ich heute immer noch ) hat mit seinen damaligen Auftritt damals alles gegeben , um genau dieses Mitgliedsgeschäft LEBEN , dem von Ihm geleiteten Sachversicherungsunternehmen VHV anzugliedern. Für die damalige Mitgliederversammlung , welche auch überwiegend aus Mitarbeiter der HL bestand , stand es auf Messers Schneide ( Ein fall für Protector zu werden ) , und daher haben natürlich viele Mitglieder für diesen wechsel von Klein a. Groß G. Also Hannoversche Leben auf Gegenseitigkeit zu Hannoversche Leben auf Groß A , Groß G = Aktien Gesellschaft , total andere Rechtsform , gewechselt. Inwieweit dieses auswirkungen auf meine Verträge haben wird , kann ich nicht beurteilen ( Bis jetzt keine für mich ersichtlichen ), da die damalige Umwandlung von Klein a Groß G auf Groß A Groß G in so komplizierten Verträgen manifestiert wurde , das selbst die juristischen Mitarbeiter der HL dazu keine näheren Auskünfte geben konnten ( oder wollten ? ) . Also inwiefern die Hannoversche Leben eine gute oder weniger gute Wahl war , kann auch ( hoffentlich ) erst zu meinen Tode beantwortet werden , da dann die Vertäge auslaufen . Nach dieser Mitgliederversammlung , jedenfalls , habe ich die anderen Verträge ( auch für die Theorie , nicht alle Eier in einen Korb zu legen ) bei jeweils anderen Versicherungsunternehmen abgeschlossen . Es ist auch weiterhin zu berücksichtigen , das zwar durchaus niedrige Kosten für eine gute Rendite sorgen können , jedoch auch die Wahl und Oder das Managent der Kapitalanlage eine durchaus wiederrum höhere Rendite bringen kann . Also heist , wenn ich Geld zu 8 Prozent anlege und Kosten von 3 Prozent drauf habe , kann das durchaus besser sein , wie wenn ich Geld zu 6 Prozent anlege und Kosten von nur 1,5 Prozent darauf habe . Am Ende kommen dann 4,5 bei niedrigen Kosten und 5 bei hohen Kosten raus . So ist jetzt jedenfalls meine Nachbetrachtung bei sowohl einen Unternehmen mit niedrigen Kosten ( z.B. Hannoversche Leben ) , wie auch einen Unternehmen mit hohen Kosten ( z.B. Allianz ) und guten Anlagemanagment . Das beide Unternehmen nicht die schlechtesten an Deutschen Markt sind , ist ja vermutlich eigentlich leicht ersichtlich .
    Bei meiner Rürup Variante , habe ich jedoch die Standard Life vorgezogen , da ich hier bei einer Fond Anlage , vermute durch den Global Absolute Return Ansatz (GARS) , evt. noch etwas mehr Sicherheit mit zusätzlicher Rendite in diese Anlageform zu bekommen . Aber auch hier , wird erst die nachbetrachtung zeigen , was es wirklich geworden ist . Aber um die damalige Erstauszahlung mit 60 noch hinzubekommen , werde ich auch vermutlich bei dieser Versicherung bleiben , da ja ansonsten bei Neu Abschluss bereits wieder 62 das Erstauszahlungsalter sein wird ( Bis jetzt ) wenn es nicht nochmals angehoben wird . Eine Senkung ist eher unwahrscheinlicher . Aber da halte ich es so wie bei der Aktienanlage , erst mal das z.Zt. für mich beste raussuchen , und wenn dennoch etwas innerhalb der Laufzeit passiert , welches meiner damaligen Entscheidung wiederspricht , ein rebalancing durchführen , ggf. mit den dann geänderten Umgebungsvariabelen .

    • „…erst mal das z.Zt. für mich beste raussuchen , und wenn dennoch etwas innerhalb der Laufzeit passiert , welches meiner damaligen Entscheidung wiederspricht , ein rebalancing durchführen , ggf. mit den dann geänderten Umgebungsvariabelen.“

      Ich denke, das ist ein Motto, was ich ohne Abstriche unterschreiben würde und sehr viel mehr kann man ohnehin nicht machen. Manches lässt sich im Nachhinein vielleicht nicht mehr ändern – dann muss man die Tatsachen eben akzeptieren und dann wieder versuchen, daraus das Beste zu machen.

      Gruß, Der Privater

  4. Ja Peter , schön das Du das auch so siehst . Auch total lustig , finde ich die doch sehr oft gleiche Sichtweise auf manche Dinge , die Du zwar nicht immer hier dokumentierst , aber doch öffter in den anderen von Dir besuchten ( Finanz ) Blogs zeigst b.z.w. niederschreibst. Diese leicht zu erkennende Sichtweise ist mir vermutlich deshalb so symphatisch , da Sie sich sehr oft mit meiner eigenen deckt . Dir/Wir alles Gute . Gruß Det .

    • Hallo Privatier,
      ich erhalte zum 01.11.15 eine größere Abfindung und überlege einen kleinen Teil, 20.000,00 Euro einmalig in eine Rürup Versicherung einzuzahlen. Es stellt sich die Frage, dass der Vertrag mind. 14 Jahre laufen muss( Eintrittsalter 48!)und die Gelder erstmal weg sind. Ab 62 Jahren ca.90€ brutto mtl.ist wenig.Die Rendite ist ja echt gering. Einziger Anreiz ist der Steuervorteil. Ich tendiere die Anlage in eine BasisRente/Invest zu investieren, doch die Hannoverche hat mir eher von einer Einmaleinzahlung etwas abgeraten und mich auf die konservative 1,25 % p.a Garantieverzinsung hingewiesen. Bei mind.14 Jahren Laufzeit gibt es doch die Möglichkeit höhere Renditen zu erzielen? Alle meine anderen Altervorsorgeverträge sind konservativ investiert! Ich denke evtl.gleich in einen Fonds zu investieren, flexibel zu bleiben, Steuerersparnis hin oder her! Bei kurzen Rürup Laufzeiten wie bei Ihnen ist es natürlich sinnvoller.
      Gruß A.S.

  5. An Anette Schenk
    Ich würde erstmal Betrag 22172,00 Euro abzüglich bereits geleisteter Vorsorgeaufwendungen nehmen , und dann mir überlegen , welche Anlage im Versicherungsmantel Rürup ( gibt es auch als Fondanlage mit ggf. besseren Renditen bei verschiedensten Anbietern ) ich denn dann wählen würde . Also Steuervorteil auf keinen Fall unberücksichtigt lassen . Aber es muss auch ein Vorteil sein . Flexibel bis 62 dann jedoch nicht mehr , und auch dannach nur noch monatliche Auszahlung ( Zumindest meiner Kenntnis nach ) möglich .
    Dennoch würde ich Rürup jeden empfehlen , da ansonsten ( Steuer ) Geld evt. gleich sofort weg ist , und somit auch nicht mehr in die nachrangige Versteuerung fällt . Hoffentlich hilft das weiter . Gruß Det

  6. @Annette Schenk: Ich finde es zunächst einmal schade, dass Ihre Abfindung noch in diesem Jahr fließt. Es hängt natürlich immer von vielen Begleitumständen ab, aber in vielen Fällen steht man sich besser, wenn die Abfindung erst im Folgejahr gezahlt wird. Aber für irgendwelche Verhandlungen in dieser Richtung ist es sicher schon zu spät.

    Und dann finde ich es äußerst amüsant, dass die Versicherungsbranche inzwischen schon von ihren eigenen Produkten abrät! Das ist schon bemerkenswert!

    Aber nun einmal zur Frage:
    Ich würde mir als erstes einmal überlegen, was ich denn eigentlich will!
    * Will ich Steuern sparen? Dann ist Rürup bestimmt eine sehr gute Lösung.
    * Brauche ich noch eine ergänzende Versicherung (gegen die Langlebigkeit)? Auch dann ist Rürup sicher ganz okay.
    * Oder suche ich eine renditestarke Kapitalanlage? Dann gibt es eindeutig besseres als Rürup.

    Ein Produkt, das die eierlegende Wollmilchsau liefert, gibt es leider nicht.
    Ich habe den Eindruck, dass Ihnen die Vor- und Nachteile einer Rürup-Versicherung schon bekannt sind. Abwägen und Prioritäten setzten müssen Sie dann (leider) alleine.

    Vielleicht noch ein ergänzender Hinweis: Es gibt hier auf der Seite Kommentare (ich müsste nachher mal suchen… und gefunden: Hier!), die ihre Rürup-Versicherung und damit einen Teil der Altersvorsorge vollständig aus der Steuerersparnis finanziert haben. Das geht (wenn überhaupt) nur in Verbindung mit der Fünftelregel. Sonst käme man nie dahin. Aber so etwas müsste man detailliert ausrechnen.

    Da fällt ein pauschales Urteil schwer. Aber generell teile ich Ihre Auffassung, dass es bei einer längeren Laufzeit tendenziell weniger interessant wird, da sich die Steuerersparnis dann auf viele Jahre verteilen muss, in denen man andererseits nur eine geringe Rendite in Aussicht gestellt bekommt.

    Andererseits möchte ich immer mal wieder auf meine Überlegungen zu Rentenversicherungen hinweisen, denn man sollte immer im Hinterkopf haben, dass es eine Versicherung und keine Kapitalanlage ist!

    Entscheiden dürfen Sie jetzt selbst… 😉

    Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier, hast Du Rührup zusätzlich zur oder anstelle von der staatlichen Rentenversicherung gewählt? Bei dem sehr niedrigen Zinsniveau scheint mir die staatlicher Rentenversicherung gegenüber der klassisch verzinsten Rühruprente von der Rendite her zumindest gleichwertig und hat zusätzlich den Hinterbliebenenschutz. So würde ich eigentlich zuerst die staatliche Rente mit freiwilligen Beiträgen auffüllen und für den Rest eventuell Rührup in Erwägung ziehen. Wie siehst Du das, habe ich was übersehen?
    Liebe Grüße Maya

  8. Hallo Maya ( Mit Y die Kriegsgöttin nach angeblich alter Überlieferung ) schau doch einfach mal auf Kap. 6.7 / 6.8 und ggf. folgende sowie die Kommentare ,
    um ggf. eine Rente( Auch Rürup ) und die Frage der Renditen von Renten evt. besser zu verstehen . LG Det.

  9. Hallo Maya,

    zunächst einmal habe ich die Rürup-Versicherung zusätzlich zur staatlichen Rente gewählt. Sie haben natürlich Recht, dass die gesetzliche RV mindestens ebenso einen Gedanken wert ist. Ich empfehle Ihnen, einmal zur Rentenberatung zu gehen und sich die Möglichkeiten und Ergebnisse erläutern zu lassen.
    Ich habe diese Variante nicht bis ins letzte Detail verfolgt, soweit ich aber weiß, sind die Einzahlungen an gewisse Voraussetzungen und Grenzen geknüpft.

    Eine Grenze könnte z.B. der Maximalbetrag sein: ca. 1.130€ /Monat für 2015. Macht knapp 13.600€. Da geht mit Rürup deutlich(!) mehr.

    Vorab könnten Sie auch einmal die Broschüre der Rentenversicherung lesen.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo,

      die Begrenzung des Maximalbetrages gilt, wenn man in die normale Altersrente geht.
      Anders sieht es aber aus, wenn man vorhat, in eine vorgezogene Rente mit Abschlag zu gehen; entweder mit 63 oder, als Behinderter, mit 61. Das muss man gegenüber der DRV erklären und bekommt eine Berechnung des Ausgleichbetrages.
      Zahlungen zum Ausgleich der Kürzung durch eigene, auch mehrere Einzahlungen, sind ebenfalls Vorsorgeaufwendungen.
      Wenn man es sich aber später anders überlegt, bekommt man das Geld nicht zurück. Man hat dann eben mehr Rentenpunkte.
      Die Einzahlung bei einer vorgezogenen Rente hat auch den Vorteil, dass man länger etwas davon hat.

      Viele Grüße, Hardy

      • Danke für die Ergänzung!
        Deshalb immer wichtig: Vorher zur Beratung gehen, das Vorhaben erläutern und sich die Konsequenzen ausrechnen lassen. Sowohl was die Beiträge angeht, als auch die späteren Zahlungen.

        Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Privatier,
    Vielen Dank – bei der Rentenberatung war ich schon, dadurch bin ich überhaupt auf diese Idee gekommen. So weit ich es beurteilen kann ist die staatliche Rente umso rentabler, je älter man bei der Einmalzahlung ist. Kommt natürlich immer darauf an wie stark man auf ‚Überschussbeteiligungen‘ setzt und wieviel Risiko man gehen will (i.e mit Fonds) aber ab 50 kommen sich die garantierten Auszahlungen bei der Basisrente schon sehr nahe. Rürup zum Auffüllen macht sicher in vielen Fällen Sinn, aber für die Steuerersparnins insgesammt denke ich es lohnt sich auch die staatliche Rente anzuschaun, vor allem wenn man Hinterbliebenenabsicherung möchte. Vielen Dank jedenfalls für die Antwort, Ihre Vorgehensweise macht für mich Sinn. Maya

    • Hallo Maya,

      jetzt komme ich auch noch mit meinem Kommentar daher, um noch einige zusätzliche Gedanken für die Überlegung abzuliefern. Bitte bedenke bei dem Vergleich GRV
      mit Rürup, dass es sich bei der gesetzlichen Rente um einen Generationenvertrag
      handelt, d.h. Beitragszahler kommen für die Rentner auf. Wenn die Menschen immer
      älter werden und die Beitragszahler weniger, stellt sich die Frage wieviel die
      Entgeltpunkte zu Beginn der Rente tatsächlich wert sind? Die Versicherungsbranche rät von der klassischen Rüruprente ab, da es notwendig ist, um die derzeit 1,25 Garantiezins zu erwirtschaften, den allergrößten Teil der Anlage in festverzinsliche Papiere zu geben, um diesen geringen Zins zu garantieren. Chancen auf Überschüsse künftig gering. Außerdem gehen natürlich noch die Kosten weg, so dass eine Garantieverzinsung von 0,6-0,9 bleibt. Bitte aber auch bedenken, dass eine Rentenzahlung, egal ob GRV oder Rürup nicht mit einer Kapitalanlage zu vergleichen ist, da keine Kapitalanlage eine lebenslange Einnahme garantiert und somit das Langlebigkeitsrisiko abdeckt. Aber der Glaube an ein langes Leben ist bei allen Anlagen mit lebenslanger Rente immer sinnvoll…

  11. Hallo Maya , Hallo Peter , ich habe nochmal über diese Vorgehensweise nachgedacht. Dadurch das erst spät eine (zusätzliche) Einzahlung in die GRV getätigt wird , und hier eine VERZINSUNG NICHT STATTFINDET , könnte tatsächlich
    ein Vorteil gegenüber der privaten RV entstehen . Die Rentenpunkte entstehen ja einfach so durch Einzahlung , ohne das eine Verzinsung ab einen bestimmten Zeitraum beginnt ( wie bei der PRV ) . Entstehen diese Rentenpunkte erst spät im Rentenverlauf , ist ja eine schnellere Wiederverfügbarkeit des Kapitals gegeben , also die bei den PRV entstehenden Zinsen und Überschussbeteiligungen die ggf. bereits über den langen Zeitverlauf anfallen ,und zu einer Rentensteigerung beitragen , würden hier ja ( bei der Berechnung ) entfallen . Dieses könnte tatsächlich einen Vorteil gegenüber der PRV ausmachen. Jedoch vermute ich das auch die GRV dem hier über einen Maximal Beitrag , Grenzen gesetzt hat. Die eigentlichen Zinsen der GRV , sind ja der Unterschied des Einzahlungsbetrages gegenüber dem Vorjahr , um einen Entgeldpunkt zu bekommen.
    Also der Durchschnittslohn der benötigt wird , war ja vor z.B. 20 Jahren viel niedriger . Der darauf zu entrichtende Beitrag natürlich auch . Dieser Unterschied ist der eigentliche Zins in der GRV . Dieses wird in der PRV schon etwas genauer der jeweiligen Entstehung durch den Einzelnen zugerechnet.
    Dennoch sind sicherlich beide Varianten eine Überlegung wert. Aber auch die Hinterbliebenenabsicherung die in der GRV ( in bestimmten Grenzen ) kostenfrei mitversichert ist , kann einen positiven Beitrag bringen , im Gegensatz zu kostenpflichtigen Zusatzrisikoabsicherung in der PRV . Dennoch ist und bleibt die Rentenversicherung sowohl GRV wie auch PRV eine Wette aufs Leben , und erst wenn ein langes Leben ( und damit eine lange Auszahlung der Rente ) gegeben ist , kann überhaupt von einer Rendite ( nachdem alles unter der Bettdecke hervorgeholt wurde ) gesprochen werden . Viel Erfolg jedenfalls bei dieser Vorgehensweise . LG Det

  12. Hallo Privatier,
    meiner Meinung nach hast Du die Vor- und v.a. Nachteile von Rürup noch nicht vollständig erfasst.
    Die steuerliche Absetzbarkeit in der Ansparphase ist nämlich kein Geschenk, sondern nur eine Steuerstundung. Die Auszahlungen müssen nämlich voll versteuert werden. Natürlich kann der Steuersatz in der Rentenphase geringer sein, genau vorhersagen kann man die Entwicklung der Steursätze heute aber nicht.
    Und da ist der Knackpunkt, dass man derzeit nur 80% der Beiträge von der Steuer absetzen kann, später aber 100% der Auszahlungen versteuern muss! Klingt für mich nicht nach einem guten Geschäft… Und dafür ist man in einem unflexiblen, oft doch recht teuren Vertrag gefangen, da man Rürup nicht kündigen kann.
    Vielleicht ist es für Selbstständige ein akzeptables Vehikel, für „normale“ Arbeitnehmer sehe ich keine Vorteile.

    • Hallo Stephan,
      es kommt immer wieder einmal vor, dass ich etwas nicht vollständig erfasse (nicht immer, aber immer öfter…) 😉

      Im Falle von Rürup liegt es aber wohl eher an einer unterschiedlichen Sichtweise!

      Einig sind wir uns in der Tatsache, dass es sich bei den Steuervorteilen in der Ansparphase nur um eine Verschiebung der Steuer handelt.
      Nicht richtig ist dagegen deine Annahme, dass die Rürup-Auszahlungen „voll“ versteuert werden müssen. Sie unterliegen genau so wie die gesetzliche Rentenversicherung einer Übergangsregelung, nach der der zu versteuernde Anteil in jährlichen Stufen erhöht wird.
      Für 2015 (meine erste Rürup-Auszahlung) beträgt der zu versteuernde Anteil 70%.

      Das mag sich spezielle für jüngerer Menschen anders darstellen. Allerdings hat ein jüngerer Rürup-Einzahler ja auch noch die Chance, mehr als 80% von der Steuer abzusetzen (bis zu 100% im Jahre 2025).

      Hinzu kommt die Tatsache (von Dir schon richtig genannt), dass im Rentenalter die Steuerbelastung in der Regel niedriger ist. Ich gehe momentan davon aus, dass sie deutlich(!) niedriger ist.
      Und das Argument, dass sich Steuersätze für die Zukunft nicht vorhersagen lassen… Naja, die Aussage ist zwar richtig. Aber das ist nun kein Fehler der Rürup-Versicherung, oder?
      Das trifft für die gesetzliche Rente in gleichem Maße zu. Letztlich trifft es auch auf alles andere zu! Vielleicht werden Zinsen und Dividenden ja in 20 Jahren mit einer 90%igen Steuer belegt? Wer weiß das schon? Also besser jetzt keine Aktien kaufen? Vielleicht wird privater Gold-Besitz verboten? Eine Sondersteuer auf Immobilien? Am besten macht man gar nichts…

      Rürup hat ganz klar einige Einschränkungen, die man akzeptieren muss oder eben nicht. Ich will auch gerne zugeben, dass ich Rürup nicht abgeschlossen hätte, wenn es sich in Kombination mit einer Abfindung nicht zu einer geradezu „genialen Lösung“ dargestellt hätte. Und ich kenne hier aus dem Kreis der Kommentatoren einige Fälle , die den maximalen Rürup-Beitrag in voller Höhe aus der Steuerersparnis finanziert haben. Und wenn ich vor der Entscheidung stehe, ob ich 40T€ lieber jetzt als Steuer dem Finanzamt überweise, oder ob ich diese Summe in einen Rürup-Vertrag einzahle, der mir später einmal knapp 200 Euro/Monat an Zusatzrente bringt (auf die dann Steuer zu entrichten ist, oh Gott!), dann fällt mir die Entscheidung relativ leicht.

      Gruß, Der Privatier

        • Hallo Stephan,
          gegen Links zum Wertpapier-Forum habe ich nichts einzuwenden. Die Diskussion dort halte ich (bis auf einige Ausnahmen) für sehr informativ. Insgesamt empfehlenswert!
          Was den von Dir verlinkten Beitrag angeht, finde ich es schön, dass der Autor (der sich im Übrigen sehr viel Mühe gemacht hat, obwohl er selber ein erklärter Gegner der Rürup-Rente ist), auch einräumen muss, dass die Rürup-Rente durchaus einen Sinn macht, nämlich (Zitat):
          „Für wen könnte Rürup Sinn ergeben?
          – ältere Personen bspw. 55+
          – Arbeitnehmer bspw. 40+, die eine Abfindung bekommen
          – Selbstständige, die über keinerlei Langlebigkeitsabsicherung verfügen und alt genug sind, sich über Ruhestandsplanung Gedanken zu machen“

          Bei den ersten beiden Punkten trifft er genau die Situation eines angehenden Privatiers!

          Beim letzten Punkt hat der Autor (wie an anderen Stellen auch) einen kleinen Gedankenfehler gemacht:
          Er fokussiert sich hier deshalb auf Selbständige, weil der davon ausgeht, dass Arbeitnehmer die Höchstgrenzen für die steuerliche Anrechnung der Altersvorsorgeaufwendungen bereits durch die AG-/AN-Beiträge zur gesetzlichen Rente zu einem großen Teil in Anspruch nehmen. Und da dies bei einem Selbständigen nicht der Fall ist, wird es interessant. Der Autor hat dabei aber vielleicht übersehen, dass ein angehender Privatier in derselben Lage ist: Er hat genau wie der Selbständige keine AG-/AN-Beiträge zur gesetzl. Rente.

          Und alle, die sich immer noch Sorgen um die Rentabilität einer Renten-Versicherung Sorgen machen, möchte ich doch einmal bitten, sich meine „Gedanken über Rentenversicherungen“ durchzulesen. Danke.

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo Stephan , evt. wäre es hilfreich , einmal den tatsächlichen Sinn einer Rente und Rentenzahlung zu verstehen . Hier geht es in erster Linie darum ein Langlebigkeitsrisiko abzusichern . Je eher und je günstiger dieses geschehen kann , umso besser . Da hierbei jedoch ein zwingend notwendiger Kapitalstock aufgebaut / PRV ( oder zumindest theoretisch Vorhandener / GRV Umlagenfinanziert ) werden muss , ist die jeweilige individuelle Steuerliche Sichtweise nur Zweitrangig ( Nicht für den Kapitalstockaufbau ). Ob es jedoch möglich ist eine Rente NUR aus der gesparten Steuer zu erlangen , lasse ich einmal dahingestellt sein . Für mich wäre eher ein Break Even , in Betrachtung auf die eingezahlten Beiträge , die wann beginnende Auszahlung , sowie eine Langlebigkeitsrisiko Absicherung die vorrangige Betrachtung . Und ob es heute nochmal jemand schafft , so wie ich , eine tatsächliche ( + ) positive Rendite MIT Chancengleichheit aus einer PRV zu bekommen , möchte ich erst recht bezweifeln . Was jedenfalls oft nicht verstanden wird , ist die sehr hohe Einzahlung in einen Kapitalstock , die benötigt wird , um ein Langlebigkeitsrisiko abzudecken . Also würde ich mir folgende Fragen vorrangig stellen .

          A) Wie lange werde ich wohl Leben ???
          B) Wie lange reicht mein Kapital ???
          C) Welche weiteren Absicherungen habe ich hinsichtlich meines
          Langlebigkeitsrisikos bereits getroffen ???
          Also ab wann , will ich von was , und wie lange leben ???
          D) Welche Vorraussichtlichen mon. Kosten muss ich dabei bedenken ???
          E) Sollen die Langlebigkeitsrisiko Absicherungen auch
          Vererbbar / Verbrauchbar gehalten werden ??? , also ist auch ein
          sich mir umschließender Personenkreis zu berücksichtigen ???
          F) Welche Kapitalstock Höhe , ist bereits bei der GRV hinterlegt
          insbesondere AN und AG Anteil ???
          G) Habe ich versucht alles soweit mir bekannte , zu berücksichtigen ???

          Und in Bezug auf Rentabilität , also das man eine Altersabsicherung als Investition sieht !!! Kann dieses ja nur dann der Fall sein , wenn man relativ gesichert davon ausgehen kann , das man mehr zurückbekommt , wie man dafür bezahlt hat . Solltest Du bereits in sehr jungen Jahren , in Bezug gegangen sein , könnte dieses relativ gesichert eintreffen .
          Je später Du in Bezug gehst , mit evt. bereits lang angelegten
          ( LIEGENDEN ) Kapital , umso schwerer wird dieses zu errreichen sein .
          LG Det

  13. Hallo Peter
    Da es scheinbar so aussieht , das ich auch dieses Jahr wieder Basisrente bemühen muss, jedoch die Fondversicherung bei der Standard Life z.Zt. eher MINUS Performt , stellt sich mir die Frage , ob ein neuer Vertrag bei einen anderen Anbieter , evt. die bessere Lösung sein könnte.
    Kosten sind hier Günstiger wie Sonderzahlung in alten Vertrag , jedoch von mir überhaupt nicht gewünschte 2 Jahre spätere Verrentungseinsetzung sehr negativ.

    A) Mit 2 Jahren späterer Verrentung ( SCHLECHT )
    B) Günstigere Kosten ( Gut )
    C) Versicherungsmantel Interrisk , mit den dort hinterlegten Fonds / ETFs
    die doch schon mal einen viel größeren Anlagehorizont abdecken .
    Hier können ca. 100 bis 150 ETFs b.z.w. Fonds ausgewählt werden .
    Ein paar Marktbreite ( z.B. ARERO ) Fonds sind auch mit dabei .
    Dennoch muss dann auch wieder eine Fondsauswahl getroffen werden , also
    wieder in das ( eigentlich von mir nicht gewünschte ETFs ) Thema
    eingearbeitet werden . ( Also hier Gut und Schlecht )
    D) Alternativ dazu noch Klassischer Tarif Hannoversche oder Allianz mit ca. 80
    Euro Garantierter Rente monatlich , mit Überschußanteilen auf 120,00 Euro
    ansteigend könnend . ( Garantieverzinsung 1,25 auf Rentenbarwert ,
    Einzahlung Einmalbeitrag Höchstbetrag 22767,00 Euro , DAV2004R ,
    Sterbetafelalter 86,5 Jahre , Hier würde es also 23,71 Jahre dauern bis es
    mit dem hervorholen der Garantierente unter der Bettdecke soweit wäre ,
    bei der etwas günstigeren Annahme immerhin noch 15,8 Jahre )
    E) Umschichtung des Portfolios bei der Standard Life Fond GARS auf MyFolio
    Chance und weitere Einzahlung hier , mit der Hoffnung das dann anderer Fond
    besser Performt ??? oder darauf hoffen das ABSOLUTE RETURN wie Versprochen
    ( Selbstverständlich NICHT Garantiert ) tatsächlich nochmal einsetzt ???
    könnte ja in den nächsten 10 Jahren auch noch mal passieren .

    So what , immer nicht einfach seinen Kapitalstock aufzubauen und dann noch
    zu erhalten und obendrauf noch verzinst zu bekommen . Dann noch alles
    Vor und Nach Steuerlicher Sichtweise. Bald auch noch GKV Bebeitragung zu
    beachten , es wird nicht einfacher sein kleines Einkommen dauerhaft zu
    generieren . Ich tendiere schon dazu auf einen Turnaround mit
    frühstmöglichster Auszahlung zu hoffen . HMMMM
    Die GRV wäre zwar auch noch eine Möglichkeit , scheidet aber mit 67
    frühster Bezugstermin für meine Sichtweise auf Chance , Rente aus .

    Also Peter , Meinung ??? , Glaskugel ???
    wohin C/D/E dieses Jahr zum rebalancen , mit den Vorsorgeaufwendungen für
    die kleine Rente um das Langlebigkeitsrisiko abzusichern ???
    LG Det

    • Tja, Det – die Detailauswahl für eine spezielle Variante (oder Produkt) ist dann wohl auch immer von der persönlichen Situation bzw. den Vorlieben und Einschätzungen abhängig. Da werde ich Dir wenig helfen können.

      Höchstens ein paar generelle Gedanken anbringen:
      * Brauchst/willst Du überhaupt eine Aufstockung der Rente? Wenn ich mich richtig erinnere, hast Du ja auch immer die Vererbbarkeit im Hinterkopf. Rürup bietet das nur mit speziellem Hinterbliebenen-Schutz (schlecht für die Rendite), bei der GRV ist das zumindest für eine Ehefrau automatisch enthalten. Viel einfacher wäre das mit einem „soliden“ Wertpapierdepot.
      * Bei der steuerlichen Komponente sollte man korrekter Weise auch immer sehen, dass auch eine Rürup-Rente später versteuert und ver-krankenversichert werden muss. Das hängt dann davon ab, wie viel Du heute zu versteuern hast und wie viel später.
      * Ich würde heute vor allen Dingen nicht NOCH EINEN Vertrag abschließen wollen. Bei mir vergeht kaum eine Woche, wo nicht mit irgendjemand (fünf Banken/Broker, fünf Renten-Vers., zwei KVs, Finanzamt, Stadtverwaltung, Energieversorger, usw. usw.) irgendwas zu klären ist. Ich wäre für jeden dankbar, den ich abwählen könnte. Vielleicht versuche ich es mal mit dem Finanzamt… 😉

      Ich selber werde KEINE weiteren Vorsorgeaufwendungen mehr tätigen. Aber das ist eben (wie oben bereits gesagt) sehr von der persönlichen Situation bedingt, die a) momentan von einer ausreichenden Versorgung durch mehrere kleine Renten ausgeht (inkl. Ehefrau) und b) derzeit kaum eine Steuervergünstigung ermöglicht.
      Für mich also keine Motivation für weitere Aufstockungen.

      Aber – das muss wohl jeder für die eigene Situation selber beurteilen.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo Peter
    Also JAAAA , ich brauche DRINGEND eine Aufstockung , jedoch NUR dann , wenn dieses zu einem Großteil durch b) erfolgen kann . Wenn Du dann mal eine Möglichkeit hast , FA abzuwählen , sag Bescheid .
    Bis dahin muss ich mir halt über b) (wegen 6-8 auf Alles , davor und danach ,
    leider immer noch aktiv , wenn ich dann bei 3 bis 4 bin evt. weniger ) Gedanken machen , wegen der anderen 60 Prozent Kapitalstock und der Rendite darauf .
    LG Det

  15. Hallo Peter,
    bin Neu-Privatier ab 01.10.2016 und habe in den letzten Monaten auf deinen Seiten und den Kommentaren viele nützliche Informationen erhalten. Vielen Dank dafür. Ich möchte meine Erkenntnisse hier gerne auch mal der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
    Steuerersparnis durch Rürup / GRV bei (hoher) Abfindung:
    Durch die 1/5-Regelung entsteht ein Hebel mit Faktor 5, der optimal genutzt werden kann, wenn das ansonsten zu versteuernde Einkommen auf Null gebracht wird. Du hattest diesbezüglich ein Beispiel, wo man bei 80.000 EUR Abfindung keine Steuern zu zahlen hatte. Wenn das gelingt ist die Ersparnis am Höchsten je höher die Abfindung !!
    Beispiel : zvE 20.000 EUR, Abfindung 300.000 EUR, Splittingtabelle 2016
    ohne Minimierung 2016: 412 EUR für normales EK, (18.622-412)*5=91.050 EUR für Abf.
    mit ca. 24.000 Rürup (Minderung des zvE um ca.20.000), 11.538*5=57.690 EUR für Abf.
    Also mit 24.000 Rürup-Vertrag 33.772 EUR Steuerersparnis (Ohne Kirchensteuer)
    Bei 400.000 EUR steigt die Steuerersparnis auf über 40.000 EUR.
    Es kommt tatsächlich darauf an, den steuerfreien Bereich 0-17.000 EUR für den 5fach-Hebel zu nutzen!
    LG Majo

    • Hmm… ich kann die Zahlen jetzt gerade nicht so nachvollziehen. Sie mögen stimmen oder auch nicht.
      Ich bin selber immer über die Höhe der Ersparnis erstaunt. War bei mir selber nicht der Fall!
      Aber es gab hier auch schon andere Kommentatoren, die glaubhaft versichert haben, dass sie ihre Rürup-Einzahlung vollständig aus der Steuerersparnis bestreiten konnten. Und wenn das so ist, würde mir die Wahl nicht schwer fallen, an wen ich das Geld lieber überweisen würde!

      Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Peter,
    ich bin auf dem guten Weg zum Privatier – nicht ganz freiwillig zugegebenermaßen.
    Diesen Blog habe ich vorige Woche entdeckt, hätte ihn aber als Leitfaden mir schon früher (seit 2009) gewünscht. Rückblickend kann ich Deine Beiträge zu Abfindung, Krankenkasse, Jobbörse (Arbeitsamt) nur bestätigen. Selbst so erlebt und zum Glück ohne Fehler! Und ein hoher Rürup-Vertrag „sicherte“ mir die Abfindung vor dem Finanzamt (Steuer).
    Dein Ziel, das Finanzamt abzuwählen (siehe Kommentar vom 14.09.16) heißt „NV-Bescheinigung“. Hat da jemand Erfahrung durch exakte Planung aller Einkünfte?
    Beste Grüsse
    Klaus

    • Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum „guten Weg zum Privatier“ – auch wenn er nicht ganz freiwillig war.

      Mein Kommentar über die gewünschte Abwahl des Finanzamtes war eher als Witz gemeint und sollte daher nicht als Hinweis auf eine NV-Bescheinung aufgefasst werden. Ich selber habe eine solche nicht und werde auch keine beantragen. Es gab aber zu dem Thema vor einiger Zeit einmal einen Gastbeitrag über die NV-Bescheinung. Vielleicht ergibt sich ja über diesen Weg noch ein Erfahrungsausstausch?

      Ich selber werde keine NV-Bescheinigung beantragen, weil dies für die Banken bedeutet, dass sie für die anfallenden Kapitalerträge keine Verlusttöpfe (Aktien, Sonstige, Quellensteuer) führen. Ich habe mich zwar nicht weiter mit dieser Thematik befasst, aber wenn dies bedeuten sollte, dass ich meine Verluste nicht gegen Gewinne aufrechnen kann, will ich das auf keinen Fall haben. Einmal ganz abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich ohnehin für eine NV-Bescheinigung nicht berechtigt wäre…

      Zudem besteht der Vorteil ja auch „nur“ darin, dass man während des laufenden Jahres weniger Steuern bezahlt. Am Ende nach der EkSt.-Erklärung kommt es ohnehin zum selben Ergebnis. Sicher kann man hier einen Liquiditätsvorteil sehen – ich werde es dennoch nicht machen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter,
        Danke für Deine schnelle und (1.)solide recherchierte und (2.) persönliche Antwort.
        Ich selbst mache ja auch „keinen Bogen ums Finanzamt“. Da hilft mir ein halbwegs solides Steuerwissen und meine Grundhaltung zur Ehrlichkeit.
        Mein Tipp: Mit einer konkreten Fragestellung kann man sich sogar an das persönliche Finanzamt wenden. (Habe ich mit Erfolg zweimal praktiziert und damit Geld für die Steuerberatung und Zeit und Nerven bei der Auseinander-setzung mit dem FA gespart.)
        In meinem Finanzkonzept spielt als zusätzliches Einkommen V&V (Vermietung und Verpachtung) eine große Rolle. Wie ist Deine Haltung zum „Betongold“?
        Beste Grüße
        Klaus

        • Hallo Klaus,

          ich bin schon der Meinung, dass Immobilien unbedingt mit in ein gut diversifiziertes Gesamt-Portfolio gehören. Wie man dies nun im Detail macht, ist dann aber wohl Geschmacksache. Da gehen die Meinungen erfahrungsgemäß sehr stark auseinander und ich möchte da auch keine Empfehlung zu abgeben.

          Meine eigene Einstellung habe ich in einigen früheren Beiträgen schon einmal veröffentlicht, z.B. hier: „Immobilien“ .

          Das hat sich auch nicht geändert. Anstatt selber zu vermieten, lasse ich das lieber von Profis erledigen und kaufe dann die Aktien. Aktuell habe ich Hamborner Reit und DIC Asset Management. Aber da könnte auch gerne noch etwas hinzu kommen.

          Sehr interessant finde ich das Konzept von Zinsland*, die es auch kleinen Anlegern ermöglichen, an Investitionen in Immobilien zu partizpieren.
          Dazu werde ich morgen früh einen etwas ausführlicheren Beitrag veröffentlichen, in dem ich meine Erfahrung des letzten Jahres schildere.

          Gruß, Der Privatier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.