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Kap. 9.3: Der richtige Zeitpunkt — 23 Kommentare

  1. Hallo,
    An dieser Stelle möchte ich gleich etwas einbinden:
    Spätestens 3 Monate vor der Arbeitslosigkeit muss die Arbeitssuchend-Meldung erfolgen, sonst verhängt das Arbeitsamt später eine Sanktion. Innerhalb der 3 Monate muss sie dann unverzüglich nach der Kenntniserlangung (mir fiel kein besseres Wort ein) erfolgen.
    Zum Thema KV&PV in der Phase ohne ALG möchte ich an die Familienversicherung erinnern falls der Ehepartner gesetzlich versichert ist.
    Gruß

  2. Hallo,
    ich habe einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017 unterschrieben und bin privat Krankenversichert. Ich bin 56 Jahre alt (57 in 2018). Meine Frau ist freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Weiss jemand ob mich die gesetzliche Krankenversicherung meiner Frau (sie ist freiwillig versichert da selbstständig) aufnehmen/versichern muss wenn ich in 2018 kein ALG beziehe also wegen der Abfindung in 2018 ab 1.1.18 ein Dispositionsjahr einlege ? Kann ich dann bei Bezug von ALG ab 1.1.2019 automatisch in dieser gesetzlichen Krankenversicherung bleiben ? Gruss und Danke für Eure Antworten.

    • Für mich ist der Kern der Frage darin zu sehen, ob ein Wechsel von der PKV in die Familienversicherung der GKV möglich ist, für jemand der älter als 55 Jahre ist?
      Nun habe ich schon beinahe alle Fragen, die sich mit dem Wechsel von PKV zur GKV befassen, damit beantwortet, dass ich von Thema zu wenig verstehe, als dass ich eine Auskunft geben könnte. Ich möchte aber an dieser Stelle einmal auf einen Kommentar von Swantje B. verweisen, die hier also exzellente Expertin für alle Fragen zur Krankenversicherung bekannt ist.
      Es handelt sich dort zwar ursprünglich um eine leicht andere Fragestellung, dennoch interpretiere ich die Antwort von Swantje so, dass eine Aufnahme in die Familienversicherung möglich wäre.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo,
    ich habe im Jan 2018 meine letztes Gehalt und die Abfindung erhalten und bin seit dem 1.2.2018 arbeitssuchend. Mein Bewilligungsbescheid sieht nach einer Sperre von 12 Wochen (1.2.18-25.4.18) ALG ab dem 26.4.18 vor. Was bedeutet den „Anmelden und sofort wieder abmelden“? Sofort nach dem Erhalt des Bescheids (jetzt) oder erst zum 25.4.18 (wenn die Sperre abgelaufen ist? Wenn ich mich gleich abmelde (und zum 1.1.19 wieder anmelde) verschiebt sich sich die Sperre dann auch auf den 1.1.2019? Oder warte ich die Sperre ab und erhalten dann ab dem 1.1.2019 ALG?
    Gruss und vielen Dank für eure Antworten

    • Letztlich können Sie die Zeitpunkte für das Ab- und Anmelden frei bestimmen.
      Sie können sich jetzt sofort abmelden oder auch noch warten. Und Sie können sich im Luafe dieses Jahres wieder anmelden oder erst im nächsten Jahr.
      Zu Bedenken sind dabei in erster Linie die Verpflichtungen gegenüber der Agentur (Verfügbarkeit, etc.) und auch die Leistungen der Agentur (nicht nur ALG, sondern auch KV/PV und RV). Evtl. spielt auch die Steuer noch eine Rolle.

      Die Sperrzeit hingegen läuft exakt so ob, wie in Ihrem Bescheid vermerkt. Egal, ob Sie an- oder abgemeldet sind. Und deshalb verschiebt sich da auch nichts. Wenn das Enddatum vorbei ist, ist auch die Sperre vorbei.

      Gruß, Der Privatier

  4. Guten Tag liebe Privatier-Gemeinde,

    nach einiger Zeit des Mitlesens in diesem sehr informativen und wahrscheinlich einzigartigen Blog habe ich eine Menge nützlicher Informationen sammeln können. Dafür bereits jetzt meinen ausdrücklichen Dank nicht nur an den „Privatier“ sondern auch an die vielen Mitstreiter, welche mit vielen eigenen teils sehr speziellen Beiträge für die „stumme“ und grosse Gemeinde der Mitleser dazu beitragen!

    Einige der regelmässigen Foristen kommen mir dabei fast so bekannt vor als hätte man sich schon mal persönlich getroffen 😉

    Nun zu meinem Anliegen und hoffentlich habe ich auch das richtige Kapitel dafür getroffen:

    Nach mehr als 20 Jahren in einem grossen Unternehmen (Jahresgehalt deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze) mit Wirkung zum 30.09.18 einen Aufhebungsvertrag mit ansehnlicher Abfindung (ca. 1,5faches Jahresgehalt -> Fünftelregelung) unterschrieben (keine Freistellung). In der PKV versichert. Zahlung der Abfindung im Januar 2019. Im Juni 2019 58 Jahre jung werdend. Geplant Dispo-Jahr vom 01.10.18 bis 30.09.19. Bisher bei bester Gesundheit, toi toi toi…

    Soweit alles gut und schön. Nun ist mir allerdings beim Zusammensuchen der notwendigen Unterlagen ein kleiner Schönheitsfehler aufgefallen, den ich mir nach dem Durchlesen der einschlägigen Paragraphen des SGB selbst nicht schlüssig beantworten kann (nach Arbeitssuchendmeldung im Juni 18 werde ich dieses Thema bei der AfA auf jeden Fall ansprechen). Aber evtl. findet sich mal ein ähnlich gelagerter Fall und ist von allgemeinem Interesse…

    Und zwar habe ich innerhalb der 5 Jahresfrist (beginnend zurückrechnend vom 30.09.19) ein sogenannten Mini-Sabbatical (2 Monate, April und Mai 2015) durchgeführt. Für den April wurden noch durch den AG SV-Beiträge geleistet (auch das Arbeitsverhältnis bestand in den beiden Monaten natürlich weiter und es wurde sogar für die beiden Monate ein respektabler Anteil des normalen Monatsgehalt bezahlt). Aber für Mai 2015 wurden eben keine SV Beiträge geleistet (in der Jahresbescheinigung 2015 ein (1) Monat mit „U“ ausgewiesen).

    Das würde nach meiner ersten Einschätzung bedeuten, dass ich nur 47 anstelle der benötigten 48 Monate SV-pflichtigen Anrechnungszeit der letzten 5 Jahre voll bekomme? Damit nicht eine Dauer von 24 Monaten ALG1 (da über 58) sondern evtl. nur 18 Monate? Ein herber Verlust (ja ich weiss, jammern auf hohem Niveau).

    Ich habe an diese doch recht lange zurückliegende Phase mich vor der (sehr kurzfristig zu erfolgenden) Unterschrift einfach nicht mehr erinnert, schade und mein eigener dummer Fehler.

    Nun eine wenn auch mehr als unschöne Lösung wäre, noch drei weitere Monate bis Ende Dezember 2018 mit einem Gehalt über der Beitragsbemessungsrenze (BBG) irgendwo zu arbeiten und im Anschluss einen Midijob oder ähnlich (> 450,01 Euro) von 6 Monaten bis einschliessl. Juni 2019 in Teilzeit auszuüben um damit den Beginn des Dispo-Jahres und der Rahmenfrist entsprechend zu verschieben (Dispo-Jahr: 01.07.19 bis 30.06.20). Dann würden die Voraussetzungen passen (in den letzten 2 Jahre min. 150 Tage mit Beiträgen über der BBG UND in den letzten 5 Jahren 48 Monate SV-pflichtig beschäftigt).

    Mehr ist mir nicht dazu eingefallen und so wirklich möchte ich die vorstehende Lösung auch nicht umsetzen wollen.

    Wenn meine Problematik hier von Interesse ist, wäre ich für Ratschläge oder Tipps sehr dankbar.
    Vielleicht sehe ich das alles auch nur zu eng…

    Grüsse, der Problematiker

    • Ein interessanter Fall! Man könnte auch sagen: Kleine Ursache mit großer Wirkung. 🙁

      Und ich will auch nicht lange herum reden: Ich teile Ihre Einschätzung, dass Ihnen genau dieser eine Monat fehlen wird, um einen Anspruch von 24 Monaten ALG zu erreichen.

      Man könnte natürlich auf das Dispojahr verzichten – dann wäre der eine Monat kein Problem. Aber dann gäbe es eine Sperre, verbunden mit einer 6monatigen Kürzung des ALG. Womit wir dann wieder beim selben Ergebnis wären. Hilft also auch nichts.

      Ihre Überlegungen mit den weiteren Jobs habe ich nicht nachgerechnet. Ich gehe einmal davon aus, dass Sie richtig gerechnet haben. Tatsache ist jedenfalls, dass Sie damit irgendwann wieder auf die erforderlichen 48 Monate kommen können.

      Für mich selber wäre das keine Lösung, aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Und leider habe ich auch keine bessere Idee… 🙁

      Gruß, Der Privatier

  5. Guten Morgen,
    danke für Ihre schnelle Antwort und die Einschätzung des Falles! Dann habe ich ja nicht so falsch gedacht.

    Wg. der (korrekten) Berechnung der Anspruchs- und Rahmenfrist, würde sicherlich auch ein Monat Verdienst über BBG reichen (Oktober). Es dürften ja max. 7 Monate Teilzeit sein um auf die 150 Tage (5 Monate á 30 Tage in den letzten 24 Monaten) zu kommen. Damit wären beide Bedingungen erfüllt. Aber wie Sie richtig schreiben, ein Ritt auf der Rasierklinge! Und es darf absolut nichts dazwischenkommen.

    Ein anderer Punkt ist bei mir noch ab 2024 der Eintritt der vorgezogenen Altersrente (mit 63). Falls es bis dahin keine Gesetzesänderungen gibt, reicht der Vierjahreszeitraum der Inanspruchnahme des ALGs dann sogar bis zu diesem Zeitpunkt (bei An- und Abmelden). Ein komfortabler Anspruch…

    Ich werde gerne hier berichten was das AfA zum Thema sagen wird.

    Grüße und Danke für die Diskussion

    • „Ich werde gerne hier berichten was das AfA zum Thema sagen wird.“

      Ja, immer gerne. Aber ich denke schon, dass unsere Einschätzung korrekt ist.
      Wie auch immer: Viel Erfolg.

      Gruß, Der Privatier

  6. Lieber Privatier,

    danke für den inspirierenden Blog, aufgrund dessen ich mich für die „Strategie des An-/Abmeldens“ entschieden habe.

    Da ich die Vermittlungsbemühungen der AfA möglichst gering halten möchte, beabsichtige ich, mich erst ca. eine Woche vor Ende des Arbeitsverhältnisses zeitgleich arbeitssuchend und arbeitslos zu melden.

    Hätte ein solches Vorgehen außer einer weiteren einwöchigen Sperre noch sonstige Konsequenzen? (Darüber hinaus bin ich bereits 6 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung der Vergütung freigestellt.)

    Beste Grüße Uschi

    • Ich sehe da keine direkten weiteren negativen Folgen.
      Man könnte vielleicht noch daran denken, dass bei einer Summe von 21 Wochen Sperrzeiten der ALG-Anspruch vollständig entfällt. Aber wenn man sich ansonsten an die Regeln hält, dürfte es schon schwer fallen, diese Zahl zu erreichen.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier,

    da ich den Blog als „stiller Mitleser“ in den letzten Wochen schon sehr stark genutzt habe, zunächst einmal mein Dank an Sie, Herr Ranning, dies grundsätzlich erst ermöglicht und initiiert zu haben, und an alle, die mit ihren individuellen Situationen, Beiträgen, Bewertungen und gemachten Erfahrungen zur weiteren Bereicherung beitragen.

    Nun kurz zu mir:

    Ich werde zum 31.12.2018, kurz nach meinem 55. Geburtstag, den gleichen Schritt vollziehen. Aufgrund meines Alters habe ich dann Anspruch auf 18 Monate ALG1. Dem steht eine Sperrfrist von 4,5 Monaten entgegen. Weitere Sperrfristen sind mir momentan nicht bekannt. Eine Ruhefrist wird eventuell ausgesprochen.

    Nun stehe ich an dem Punkt, bald entscheiden zu müssen, welchen der beiden alternativen Wege ich in Bezug auf den Umgang
    mit der Agentur für Arbeit beschreite. Nachfolgend mein konsoldiertes Verständnis:

    1. Dispositionsjahr

    Pro: Klar vorgegebener Ablauf.
    Berechnung der ALG1-Leistung auf Basis meines jetzigen Jahreseinkommens.
    „Aushebelung“ von Sperrfristen und Ruhefristen, bis 12 Monate.

    Contra: Genau einzuhaltende Termine/Stichtage.
    Falls Krank zum Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung (nach Dispo-Jahr), dann teilweise den ALG1-Anspruch verwirkt, für die Dauer der Krankheit (?).

    2. Arbeitslosmeldung nur bis Leistungsberechnung erfolgt ist (Methode „Der Privatier“)

    Pro: Möglichkeit den Beginn der offiziellen Arbeitslosigkeit auf das Alter 58 Jahre zu verzögern – Potential auf max. 24 Monate ALG1
    Berechnung der ALG1-Leistung auf Basis meines jetzigen Jahreseinkommens.
    Berechnete ALG1-Leistung für 4 Jahre gültig und von AfA anzuwenden.
    Flexibilität in Bezug auf Beanspruchung der ALG1-Leistung über den Zeitraum von 4 Jahren.

    Contra: Sperrfristen bleiben erhalten, d.h. nur 19,5 Monate statt 24 Monate Leistungsanspruch (?).
    Eventuell teilweiser „Aufbrauch“ des ALG1 Leistungszeitraumes wegen Sperrfrist, für den Fall, dass Abmeldung aus Arbeitslosigkeit nicht rechzeitig erfolgt.

    Für mich wäre es wichtig zu verstehen, ob meine o.a. Zusammfassung korrekt und/oder lückenhaft ist. Ich habe oben die Stellen mit (?) markiert, wo ich mir selbst nicht sicher bin, ob ich das richtig verstanden habe.

    Ich bin für jeden Hinweis und Kommentar dankbar und würde mich über Antworten von einem erfahrenen Experten freuen. Schon mal vielen Dank im Voraus.

    Sorry, falls die Formatierung nicht optimal lesbar sein sollte…

    Beste Grüße

    • Das ist leider nicht ganz richtig verstanden. Hier die Korrekturen:

      Zu 1. Dispojahr:
      Wenn Sie zum Zeitpunkt der geplanten Arbeitslosmeldung im Anschluss an das Dispojahr nicht arbeitsfähig sind, können Sie sich nicht arbeitslos melden, da die Verfügbarkeit eine grundlegende Bedingung ist. Folge: Sie können sich erst später (nach Geneseung) arbeitlos melden. Dann aber haben Sie den exakten Zeitplan für das Dispojahr nicht eingehalten und der ALG-Anspruch verfällt vollständig. Komplett!

      Zu 2. An-/Abmelden:
      Sie können mit dieser Vorgehensweise nicht erreichen, dass Ihr ALG auf Basis des Alters 58 Jahre (also 24 Monate) berechnet wird! Der Anspruch, der „jetzt“ berechnet wird, hat für die kommenden vier Jahre Bestand. Sie können die Zeiträume frei wählen, aber der Anspruch wird nicht wg. des Alters erhöht.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier,
    was bin ich froh, dass ich Ihre Seite gefunden habe! Vielen Dank!Im Ergebnis meines Mitlesens habe ich im Nachhinein meinen AG überzeugen können, dass -nach Aufhebungsvertrag und unwiderruflicher Freistellung während der „normalen“Kündigungsfrist bis 30.6.18- meine Abfindung im Januar 2019 ausgezahlt wird. Im März habe ich mich arbeitssuchend und Ende Juni arbeitslos gemeldet und erwarte nun den Bescheid über ALG1.
    Anfang 2019 werde ich 62. Mein Plan ist, die viereinhalb Jahre bis zum regulären Renteneintritt mit Abfindung und ALG zu überbrücken. Allerdings möchte ich in dieser Zeit noch so viel wie möglich in die GRV einzahlen(z.B. 2019) Dazu habe ich schon mit der RV Kontakt aufgenommen.
    Da mein Mann auch sehr gut verdient, werden wir uns 2019 steuerlich getrennt veranlagen lassen. Um meine letzten Unsicherheiten zu beseitigen, habe ich folgende Fragen:
    1. Bedeutet „Abmelden von der AA“ Abmelden vom Leistungsbezug UND von der Vermittlung?
    2. Könnte ich mich jetzt bis Januar 2020 abmelden?
    3. Ist es sinnvoller, vor Erhalt des Bescheides mitzuteilen, dass der Anspruch erst 2020 entstehen soll oder den Bescheid abzuwarten?
    Ich habe am Montag ein erstes Gespräch mit meinem Arbeitsvermittler. So ganz wohl ist mir nicht, denn mit dem Antrag auf ALG1 habe ich ja immerhin unterschrieben, dass ich alles tun werde, um die Arbeitslosigkeit zu beenden…
    Auf Ihre Antworten freue ich mich, Viele Grüße vom Neuzugang

    • Zu1: Wenn ich hier von „Abmelden“ schreibe, meine ich in der Regel immer beides, also Abmelden vom Leistungsbezug UND von der Vermittlung. Wer jedoch die weitere Vermittlung wünscht, kann das auch bestehen lassen. Ist aber wohl eher die Ausnahme…

      Zu2: Eine Abmeldung enthält immer nur ein Beginn-Datum, ab dem die Leistungen der Agentur nicht mehr in Anspruch genommen werden sollen. Er enthält keine Angabe, bis wann die Abmeldung dauern soll.

      Zu3: Der Anspruch ist bereits mit dem Datum der Arbeitslosmeldung entstanden bzw. mit dem ersten Tag, der im Bescheid vermerkt ist. Er wird daher nicht erst in 2020 entstehen. Der Anspruch kann höchstens unterbrochen werden und später dann wieder reaktiviert werden. Für wann das geplant ist, interessiert aber niemanden.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen herzlichen Dank für Ihre fixe Antwort. Nein, nein- ich möchte nicht vermittelt werden, sonst hätte ich keinen Aufhebungsvertrag schließen brauchen. Ich habe nur in irgendeiner Unterlage von der AA gelesen, dass man auch ohne Leistungsbezug Pflichten wie Verfügbarkeit, eigene Bemühungen etc…hätte. Das hat mich verunsichert.

        • Naja… das ist ja auch teilweise richtig:
          Man kann auch ohne Leistungsbezug Pflichten wie Verfügbarkeit, eigene Bemühungen etc. haben. So z.B. während der Zeit, in der man zunächst nur arbeitsuchend, aber noch nicht arbeitslos gemeldet ist. Genau so in der Zeit nach Ablauf des ALG-Anspruches, wenn man weiterhin z.B. wg. der Rentenzeiten bei der Agentur gemeldet bleiben möchte. In diesen Fällen bestehen die Verpflichtungen auch ohne Leistungsbezug.

          Anders hingegen, wenn man sich vollständig abmeldet, weil man dem Arbeitsmarkt nicht (mehr) zur Verfügung stehen möchte. Dann gilt: Keine Leistung = Keine Verpflichtung.

          Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier,

    ein toller Blog, eine echte Hilfe und Ratgeber für alle „Betroffene“.
    Hier nun zu meiner Situation:
    Am 30.11.2018 werde ich 60 Jahre und beginne am 01.12.2018 meinen Vorruhestand.
    Dieser Vorruhestand läuft durch Aufhebungsvertrag mit meinem Arbeitgeber 3 Jahre bis zum Eintritt in die Rente mit 63. Während dieser Zeit beziehe ich ein reduziertes Gehalt sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld von meinem Arbeitgeber. Ich habe auch die Möglichkeit eine neue Arbeitsstelle anzutreten sofern diese nicht mit der meines alten Arbeitgebers kollidiert.
    Da ich vor dem Erreichen des 63 Lebensjahres allerdings 45 Berufjahre voll habe möchte ich gerne den Zeitraum vom erreichen des 63 Lebensjahres bis zu meinem 64 Geburtstag mit ALG 1 überbrücken, um somit keine Rentenabschläge zu haben.
    Laut Argentur für Arbeit würde zwar keine Sperrfrist bestehen allerdings würde das Einkommen welches zur Berechnung von ALG 1 herangezogen würde geschätzt warden, da ich zu lange nicht gearbeitet hätte. Das finde ich sehr befrendlich, da ich ja 3 Jahre lang von meinem reduzierten Einkommen Arbeitslosengeld gezahlt habe.
    Vom Hörensagen habe ich eine Information, dass ich auch dies umgehen kann, wenn ich eine bestimmte Vorgehensweise wähle und zu einem Zeitpunkt X ALG 1 beantrage, welches sich dann auf meine reduziertes Einkommen bezieht, nachfolgend den Anspruch nicht geltet mache, mir aber dadurch eine Anwartschaft von 4 Jahren sichere.
    Soweit meine Situation in aller Kürze. Freue mich sehr über entsprechende Ratschläge. Liebe Grüße

    • Ja, soweit ist das schon alles richtig erkannt. Vielleicht zur Erläuterung noch ein wenig Hintergrund:

      * Wenn nach dem 01.12.2018 weiterhin Gehalt und Sozialabgaben gezahlt werden, der AG aber auf die Arbeitsleistung verzichtet, so handelt es sich rechtlich um eine Freistellung. Sofern es sich dabei um eine unwiderrufliche Freistellung handelt, besteht zwar das Beschäftigungsverhältnis weiter, dennoch gilt der Arbeitnehmer als „beschäftigungslos“.
      * Zeiten einer unwiderruflichen Freistellung werden bei der Berechnung der ALG-Höhe nicht berücksichtigt! Mehr Details dazu finden sich im Beitrag „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln„.
      * Die Folge daraus: Ergeben sich in den zwei Jahren vor Arbeitslosmeldung nicht mind. 150 Tage mit „normaler“ Beschäftigung, wird das ALG nach einer fiktiven Einstufung auf Basis der Ausbildung festgelegt. Dies ist in der Regel nachteilig.
      * Alternativ wäre zu überlegen, ob eine Arbeitslosmeldung nach Ablauf der jetzigen Beschäftigung nicht der bessere Weg wäre. Die Bedingung der Beschäftigungslosigkeit sind aus Sicht der Agentur erfüllt, ein Antrag muss daher möglich sein.
      * Die Folge daraus: Die Höhe des ALG wird auf Basis des letzten Gehaltes berechnet. Die Leistung wird allerdings ruhen (keine Zahlung), da ja weiterhin Gehalt bezogen wird. Dieser Bescheid sollte dann für vier Jahre gültig sein und könnte dann nach Ablauf der Freistellungsphase wieder aktiviert werden.

      Mein Rat: Lassen Sie sich bei der Agentur über diese Möglichkeiten beraten! Die Agentur ist zur Beratung verpflichtet, muss aber selber keine Vorschläge machen. Wenn Sie aber selber fragen, muss die Agentur Vor- und Nachteile nennen und ggfs. die Richtigkeit der Pläne bestätigen. Alles natürlich immer nur auf Basis der momentan geltenden Gesetze. So etwas kann sich ändern…

      Gruß, Der Privatier

      • ……so, vielen Danke für die Informationen. Top!!
        Seit Mitte Mai versuche ich hierzu einen Gesprächstermin bei der Agentur zu bekommen, jetzt bereits mit Beschwerde da ich nie zwecks Terminvereinbarung angerufen werde.
        Noch eine Frage: Wenn ich die o.g. Alternative aufgreife, würde ich mich dann Arbeitssuchend oder Arbeitslos melden müssen? Vielen Dank in Voraus. Klaus Müller

        • Auf jeden Fall „arbeitslos“ mit dem Beginn der Freistellung bzw. Beschäftigungslosigkeit. Da dieser Termin bereits jetzt bekannt ist, wäre dann eine Arbeitsuchend-Meldung drei Monate vor diesem Datum erforderlich. Anderenfalls könnte eine Sperre (eine Woche) wg. verspäteter Meldung erfolgen.

          Gruß, Der Privatier

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