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Kap. 9.3.2.12: Hinweise zum Dispositionsjahr: Dispojahr und Disporecht — 82 Kommentare

  1. Diese Klarstellung der Unterschiede war überfällig. Vielen Dank für die Ausführungen.

    Ist es nun ein Disponieren nach §137 Abs.2 SGB III, wenn man z.B. drei Wochen vor dem ALG-Termin zur Agentur geht (am 10.06.2021) und bestimmt, dass der Anspruch erst zum nächsten Ersten (zum 01.07.2021) entstehen soll?

    Bert.

    • Es kommt dann wohl darauf an, wie man diese Meldung konkret ausführt:
      * Wenn man sich mit Wirkung ab 10.6. arbeitslos meldet, aber dazu sagt, dass der Anspruch erst am 01.07. entstehen soll, so wäre das ein Disponieren gemäß §137 SGB III.
      * Wenn man aber am 10.06. zur Agentur geht und eine Arbeitslosmeldung mit Wirkung ab 01.07. abgibt, so ist dies eine „normale“ Arbeitslosmeldung, jedoch mit einem gewissen Vorlauf. Zulässig nach §141 Abs.1 S.2 SGB III.

      Im Zusammenhang mit dem hier beschriebenen Dispojahr wäre immer die zweite Variante vorzuziehen.

      Gruß, Der Privatier

  2. Ist eine unbezahlte Pflegetätigkeit in der Familie im Dispojahr, die der Rentenversicherung gemeldet wird (damit das Jahr für die Rente mitzählt), schädlich für den Arbeitslosengeldanspruch nach dem Dispojahr, berechnet aus dem davor bezogenen Gehalt?

  3. Hallo.

    Ich werde womöglich nach zwei Jahren zum 30.11.2020 arbeitslos.

    Mich würde beim „Dispojahr“ interessieren, bis wann ich mich spätestens bei der AA melden muß? Ich nehme an, drei Monate vor der geplanten AL-Meldung/ALG1-Beantragung?

    Und was passiert, wenn ich z.B. 13 Monate pausieren möchte, mich ggf. am 30.09.2021 bei der AA melde, mich ab 01.01.2022 AL melde und ALG1 beantrage, dann aber unverhofft erkranke, sodass ich den Termin einen Monat (oder zwei) verschieben müßte (da man ja zu Beginn der AL-Meldung nich AU sein darf)? Wie funktioniert das?

    Und kann man sich eigentlich ab jedem x-beliebigen Werktag AL melden und ALG1 beantragen oder nur zu bestimmten Terminen (z.B. zum 01. oder zum 01. und 15. j. Monats).

    Habe keine Ahnung, ob die Fragen evtl. bereits im Rahmen des Forums gestellt und geklärt wurden, jedenfalls habe ich jetzt gerade nichts gefunden. Daher würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

    VG

    Bernhard

    • Sorry, aber ich empfehle *dringend* sich erst einmal hier in den betreffenden Kapiteln (also nicht nur diesem Kapitel!) im Blog ausführlich einzulesen, bevor überhaupt Fragen gestellt werden. Diese und ähnliche Fragen wurden hier schon vielfach und immer wieder gestellt und beantwortet und vor allem ist es so, dass sich eine Vielzahl von Fragen nach dem selbstständigen Lesen der Kapitel alleine klären lassen. Wenn danach dennoch etwas offen geblieben sein sollte, z.B. Klärung von Detailfragen, hilft man hier gerne nach bestem Wissen und Gewissen weiter.

    • Danke an Nick für die Unterstützung. Ich kann die Empfehlung nur unterstützen.

      Es geht dabei zwar auch darum, hier nicht alles jedem Einzelnen neu erklären zu müssen, viel wichtiger ist es aber, dass ein Leser die Konzepte hinter den Vorschlägen selber versteht. Denn ist das nicht der Fall, besteht immer die Gefahr des Scheiterns.
      Das kann manchmal recht mühselig sein, kann sich aber sehr gut bezahlt machen.

      Gruß, Der Privatier

      • Grüß Gott nochmals.

        Mir ist jetzt nicht ganz klar, weshalb Sie aufgrund meiner Fragen die These ableiten, ich würde das Konzept hinter Ihrem Vorschlag nicht verstehen?

        Auch die freundliche Mitteilung von @Nick,“…dass sich eine Vielzahl von Fragen nach dem selbstständigen Lesen der Kapitel alleine klären lassen.“ kann ich jetzt in dem Fall nicht so sehen.

        Fakt ist nämlich, dass Sie im Thema „Dispositionsjahr“ schreiben „…Es ist lediglich eine griffige Bezeichnung für eine Vorgehensweise, die im Wesentlichen daraus besteht, sich nach dem Ende einer Beschäftigung NICHT sofort arbeitslos zu melden, sondern zunächst einmal (mindestens) ein ganzes Jahr lang keinerlei offizielle Meldung bei der Agentur zu machen….“

        Wie ist dies vereinbar mir der Forderung der AA, sich mindestens drei Monate vor Beginn der AL/Beantragung ALG1 zu melden? Da hätte ich gerne nachgehakt.

        Und, mea culpa, auch die konkrete Beantwortung meiner anderen Fragen habe ich bisher im Forum leider noch nicht gefunden, obwohl ich bereits einige Querverweise in den Kommentaren und Beschreibungen angeklickt habe und viele Beiträge bisher mit großem Interesse verfolgt habe.

        • Wie bereits oben empfohlen gibt es zu dem Thema in diesem Blog nicht nur dieses eine Kapitel sondern mehrere, die gut als Grundlage dienen.

        • Oben im Beitrag ist gleich im ersten Satz ein Link („hier im Blog“). Folgt man diesem, so gelangt man zum Start einer zwölfteiligen Serie mit Hinweisen zum Dispojahr.
          Dort finden sich u.a. Beiträge zu Vorteilen, Nachteilen und Risiken wie z.B. Arbeitsunfähigkeit, zu Meldefristen, Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldungen. Bitte bis zum Ende lesen, denn dort gibt es einige Neuerungen.

          Wenn es bei diesen einzelnen Beiträgen konkrete Fragen gibt, bitte dort noch einmal nachfragen.

          Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Privatier,

    mit deinem neuen Kommentar, hast du mich jetzt etwas verwirrt.

    Bis jetzt war für mich klar, wenn ich, über 58 Jahre alt, meine Arbeit selbst kündige, dass ich mich nicht sofort arbeitslos melde, sondern erst ein Jahr und ein Tag später, um eine Sperrfrist zu verhindern, heisst 24 Monate ALG, da nach einem Jahr keine Prüfung mehr statt findet.
    Das ist das Dispositionsjahr.

    Jetzt schreibst du über das Modell Dispositionsrecht der AA, dass dies am Ende AUCH zu dem gewünschten Erfolg führen kann. Ich soll mich jetzt aber doch GLEICH am Anfang ARBEITSLOS melden und gleichzeitig sagen, das ALG erst später in Anspruch nehmen zu wollen.
    Wann später? Ein Jahr und ein Tag?
    Und dann gibt es auch keine Sperrfristen, obwohl ich mich ja jetzt doch gleich arbeitslos melde?
    Kannst du dazu beitragen, mich zu entwirren.
    Gruss Salida

    • Wir waren alle überrascht, als wir den Bericht von Gad mit der Variante „Disporecht“ gelesen haben. Das „Wann später?“ wird beantwortet, wenn Du den obigen Link zum Kommentar von Gad folgst.
      Eigentlich steht oben alles Nötige, um die Verwirrung zu entwirren. Sieh es positiv, wir kennen nun zwei mögliche Wege um Sperr- und Ruhezeiten zu vermeiden.

    • Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Vorgehensweisen, die unglücklicher Weise beide den Begriff „Dispo“ beinhalten. Ansonsten unterscheiden sie sich in einigen wesentlichen Punkten.
      Zum Modell der Agentur möchte ich auch keine weiteren Aussagen machen, da hier bisher keine Erfahrungen vorliegen. Insbesondere befürchte ich, dass mit der Arbeitslosmeldung zu Beginn der Beschäftigungslosigkeit auch die üblichen Pflichten eines Arbeitslosen verbunden sind. Ist aber nicht geklärt.

      Wie im Beitrag bereits erwähnt, lautet die Empfehlung zur Vermeidung von Missverständnissen, ganz einfach auf den Begriff „dispo“ vollständig zu verzichten und lediglich die geplante Vorgehenweise inkl. beabsichtigter Vorteile zu erläutern.

      Wer hingegen lieber dem Modell der Agentur folgen möchte, muss sich die konkreten Schritte und Folgen dann direkt von der Agentur erläutern lassen.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für eure Antworten.
        eSchorsch; den Kommentar Link von Gad habe ich jetzt davor und danach ausführlich gelesen.
        Privatier; aus diesen Informationen folgte wohl dein Beitrag: Dispositionsjahr, Fristen für über 58-jährige und die Empfehlung 1 Jahr und 1 Tag.

        Zum Disositionsrecht der AA ergibt sich trotzdem eine weitere wichtige Frage.

        Gad schrieb am 28.Juni, er bekam die Antwort von einer Dame der AA:
        KEINE Meldung bei der Agentur vor dem 30.6.2020 bzw. zum 30.9.2020 (da zu diesem Zeitpunkt auch kein Bezug von Leistungen gewünscht) und folglich eine persönliche Arbeitslosmeldung zum 2.10.2021 (denn bei Meldung zum 1.10.2021 würden Sperrzeiten zu Minderungen führen?) Das heisst, Arbeitslosenmeldung am 02.10.2021

        am 29.Juni steht im kompletten Text der AA:
        Hieraus ergibt sich bereits die Tatsache, dass Sie für eine Disposition ARBEITSLOS sein müssen.
        Die Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosmeldung gehören zu den Grundvoraussetzungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld (§137 Abs. 1 SGB lll). Wenn die Voraussetzungen nach § 137 Abs. 1 SGB lll nicht erfüllt werden, so entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und in Folge dessen kann auch NICHT disponiert werden.

        Das heisst doch im Gegensatz zum 28.Juni. NICHT erst am 02.10.2021 arbeitslos melden, sondern SOFORT nach Möglichkeit, da ich ja sonst gar nicht disponieren kann.

        Entscheidende Frage: Wenn ich den Weg des Dispositionsrechts der AA gehe. Muss ich mich jetzt gleich am Anfang arbeitslos melden oder erst nach 1 Jahr und 1 Tag.
        Zusatz: Wenn ich mich gleich am Anfang arbeitslos melden muss, gehe ich denn damit nicht der Gefahr aus dem Wege, meinen Anspruch evtl. komplett zu verlieren, wie vielleicht beim Dispositionsjahr, weil, wie auch von dir Privatier geschildert, durch die neue Rahmenfrist mit 60 Monaten die Tage nicht mehr eingehalten werden können und die AA nur wegen einer Anweisung dies momentan nicht so eng Hand habt?

        Ja, ist jetzt doch wieder etwas länger geworden. Ich denke ihr Spezialisten habt darauf auch eine Antwort und wie ich in vielen Beiträgen lesen konnte, interessiert es doch einige, gerade in dem speziellen Fall; über 58-jährige.
        Gruss Salida

        • Sprich einfach rechtzeitig darüber mit deiner AA und frage, wie die das haben wollen, damit du das erreichst, was du möchtest. Steht doch bereits oben!

        • @Salida:

          Ich möchte ja das Modell der Agentur für Arbeit nicht weiter analysieren oder kommentieren, denn sicher sind auch in den von „Gad“ kommentierten Aussagen einige Widersprüche enthalten. Vielleicht sind es auch nur unsaubere Formulierungen, die schon einmal bei der Wiedergabe einer telefonischen Auskunft passieren können.
          Ich denke, in der schriftlichen Aussage (vom 29.Juni) wird die von der Agentur angedachte Vorgehensweise korrekt formuliert: Arbeitslosmeldung sofort, mit Verweis auf Dispositionswunsch und dann nach einem Jahr Entstehung des Anspruches.

          Den vermuteten Vorteil beim Agentur-Modell kann ich nicht erkennen. Denn, auch dort wird der Anspruch auf ALG ja erst am Ende der Dispositionszeit überprüft und festgelegt. Die Voraussetzungen sind dann aber dieselben wie beim hier im Blog beschriebenen Dispojahr.

          Gruß, Der Privatier

          • Man darf auch nie vergessen, dass es sich bei der AA um viele Dienststellen mit vielen Mitarbeitern handelt die ggf. durch lokale Dienstanweisungen und Wissensstand auf Fragen je nach Formulierung, Anfragendem und Tagesform antworten.
            Mir haben 2015 schon die Infos hier bestätigt, was bei meiner Frau funktionierte. Und im kommenden Jahr melde ich mich (nach Dispojahr) bei der gleichen Zweigstelle. Ohne, dass ich annehme, dass es problemlos laufen wird! Aber eben vorher abgesprochen und getreu den Regeln, die hier im Forum und in den Büchern erklärt werden.
            Jede abweichende Vorgehensweise kann von den eigenen Zielen wegführen. Wobei ich weder bei meiner Frau noch bei mir das Privatiersdasein mit 53 niemals angestrebt hätte, könnte ich mir a) die 120k für die PKV und b) einen Verzicht auf ALG1 nicht leisten könnte.
            MbG
            Joerg

          • @Privatier: DANKE für deine Antwort. Es ging eben um die Widersprüche die vorhanden sind und du auch erkannt hast. Ich hatte dem Schriftsatz von der AA vom 29.Juni auch eine wesentlichere Aussagekraft bei gemessen. Und den Zusatz von mir hast du auch beantwortet. Ich war mir nicht sicher, ob der Anspruch mit dem Datum der Arbeitslosenmeldung zusammenhängt, ist wohl aber das Datum des ersten ALG Bezuges.

            @Nick: Auch dir vielen Dank. Letztendlich wird es genau so sein, wie du noch einmal ausdrücklich empfiehlst, dass man die zuständige AA rechtzeitig aufsucht und sein Anliegen mit denen bespricht.

            @Joerg: Danke für den weiteren interessanten Hinweis.

            Auf alle Fälle gut , dass es zwei Wege gibt, sein Ziel zu erreichen.

            Viele Grüsse
            Salida

  5. Hallo Privatier,
    vorweg möchte ich mich bedanken für die vielen guten Artikel, Beschreibungen und Hinweisgeber.
    Mit großem Interesse habe ich mich durch die Kapitel gelesen, aber immer wenn ich glaube die richtige Vorgehensweise erkannt zu haben, ergeben sich durch Beiträge neue Fragen oder Unsicherheiten.
    Ich bin gesundheitlich angeschlagen im 57 Lebensjahr (Juni) und seit 34 Jahren ohne Unterbrechung in einem Unternehmen tätig.
    Mein Arbeitgeber bietet derzeit aufgrund von Umstrukturierungen für mich interessante Aufhebungsverträge an, wo ich mich zwischen zwei Modellen entscheiden müsste.

    Modell 1: Aufhebung zum 31.12.20 dieses Jahres, dann die Abfindung im Januar 2021, so dass ich im Rahmen eines „Dispojahres 2021“, erhebliche steuerliche Vorteile, nebst ALG1 Sperrzeit nutzen könnte. Da ich für diesen Fall nach dem „Dispojahr“ noch keine 58 Jahre bin, wäre der mögliche ALG1-Bezug 18 Monate.

    Modell 2: Aufhebung zum 30.06.2021, die Abfindung könnte im Januar 2022 erfolgen, so dass ich im Rahmen eines „Dispojahres im Juli 2022, zum Zeitpunkt der Arbeitslos-Meldung zwar 58 Jahre alt bin, insofern die Bedingung für mögliche 24 Monate ALG1 erfülle, allerdings würden die Entgeldersatzleistungen (ALG) die Abfindung etwas schmälern. (rechn.vertretbar). Finanziell ungünstiger wären allerdings ein mögliches Bruttoentgeld augrund einer „neuen“ Tätigkeit, da im Steuerjahr 2022 dann eben auch die Abfindung zugeflossen ist.
    Möchte dazu erwähnen, dass ich die Möglichkeit hatte entsprechend vorzusorgen und aus gesundheitlichen Gründen, nicht die Aufnahme einer neuen Tätigkeit plane.

    Meine Frage:
    Würde ich im Fall 2 (Aufhebung zum 30.06.2021), den völligen Anspruch auf ALG1 verlieren, wenn ich bis Ende 2022 das „Dispojahr“ einlege und mich eben erst nach 18 Monaten, also zum 2.1.2023 arbeitslos melde oder würde sich der Anspruch des ALG trotz Alter 58 nur wieder auf 18 Monate reduzieren?

    Gruß Peeron

    • Hallo Peeron,
      Ich würde das Modell 2 mit „Anmelden und wieder Abmelden“ kombinieren.
      Arbeitslosmeldung zum 1.7.22, dann gleich wieder vom Leistungsbezug abmelden und zum 1.1.23 wieder anmelden.
      Dann wirkt das ALG1 2022 nicht so stark steuerschädlich, und man kann insgesamt doch 24 Monate ALG beziehen.
      Bert.

      • Moin Peeron,

        stimme Bert voll zu, und ich vermute, Sie haben sich (oben) verschrieben und sind 06/2020 56 Jahre jung geworden.

        Ich würde Modell No.2 bevorzugen:
        Sie werden 06/2021 57 Jahre jung, Aufhebungsvertrag läuft ab 30.06.2021, legen ein Dispositionsjahr bis zum 30.06.2022 ein (Erhalt der Abfindung 01/2022).

        Nach Absprache mit der AfA würde die Arbeitslosmeldung am 01.07.2022 oder dem 02.07.2022 erfolgen. Wenn Sie den Bescheid über Anspruchsdauer + Höhe des ALG1 Bezuges erhalten haben, melden Sie sich einfach bei der AfA ab, Ihr ALG1-Anspruch bleibt für einen Zeitraum von 4 Jahre bestehen. Der kurzfristige Bezug von ALG1 im Juli 2022 macht bei der Steueroptimierung der Abfindung den Kohl nicht fett. Mit dieser Variante haben Sie die Möglichkeit 24 Monate ALG1 zu beziehen.

        Für den Höchstdaueranspruch von 24 Monaten ALG1 muss eine Versicherungspflicht von 48 Monaten in den letzten 5 Jahren vor der Arbeitslosmeldung bei der Vollendung des 58 Lebensjahres vorliegen.

        Gruß
        Lars

    • Korrekt, bei „Arbeisende“ 30.6.21 und AL-Meldung zum 1.1.23 würde das ALG1-Apruch auf 18 Monate „zurückfallen“ (in der 5-Jahres-Frist wären keine 48 Monate, sondern nur >36 Monate erreicht).

      Ich würde das tun, was Bert schon vorgeschlagen hat: AL-Meldung zum 1.7.22, dann nach ein paar Tagen wieder vom Bezug abmelden und den Restanspruch ab 2023 in Anspruch nehmen. Ein paar Tage ALG1 werden alleine schon vom Grundfreibetrag kompensiert …

    • Ich kann mich den bisherigen Vorschlägen nur anschliessen.

      Ergänzen möchte ich noch, dass bei der zweiten Variante vermutlich auch die Kündigungsfrist eingehalten würde, was bei Variante 1 kaum der Fall sein dürfte. Und die Einhaltung ist in der Regel von Vorteil.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo zusammen,

    möchte mich für eure Ratschläge und Kommentare bedanken.
    Muss gestehen, dass ich die Möglichkeit des An-und Abmeldens garnicht in Betracht gezogen habe.
    Muss man hierbei etwas beachten, sprich gibt es zwischen An-und Abmelden eine Frist einzuhalten?

    Besten Grüße Peeron

    • Moin Peeron,

      eine festgelegte Frist gilt es zwischen der An- und Abmeldung eigentlich nicht, also könnte die Anmeldung am 01.07.2022 erfolgen, die Abmeldung zum 02.07.2022.

      Ich würde diese Vorgehensweise nicht !!! empfehlen. Warten Sie auf den Leistungsbescheid der AfA (mit Information/Angabe Dauer- und Höhe des AGL1) und melden sich im Anschluss ab. Falls ein Fehler oder Unstimmigkeiten im Leistungsbescheid auftreten, haben Sie noch die Möglichkeit Einspruch einzulegen (Einspruchsfrist 1 Monat).

      Gruß
      Lars

  7. Hallo, ich werde am 26.01.2021, 57 Jahre alt. ich kann meinen Auscheidungstermin selbst bestimmen. Geplant habe ich den 31.01.2021 bzw. spätestens 31.05.2021….Ich möchte natürlich den 24 monatigen ALG1-Anspruch erwirken! Wie wäre den jetzt die beste Vorgehensweise, Abfindung wird wahlweise im Januar2021 oder 2022 ausgezahlt(ca. 350td)! Versteuerung im Ehegattensplitting…..Das Buch (Per Abfindung in den Ruhestand)
    habe ich mir bereits gekauft, es bleiben aber immer Fragen offen…. 0 Euro Steuer auf die Abfindung ist sicher nicht möglich oder? Vielen Dank im Voraus Gruss Klaus

    • Was die „beste Vorgehensweise“ ist, kann und möchte ich gar nicht beurteilen. Das hängt nämlich meistens noch von einigen anderen Parametern ab, die sich aber auf einer öffentlichen Plattform nicht detailliert genug analysieren lassen.

      Um aber einen 24-monatigen ALG-Anspruch zu erwerben, wäre es auf jeden Fall nötig, sich erst mach dem 58. Geburtstag arbeitslos zu melden. Damit würde sich ggfs. die Zahlung der Abfindung in 01/2021 mit anschliessendem Dispojahr bis 01/2022 anbieten.

      Hinweise zur Steueroptimierung habe ich im Beitrag: https://der-privatier.com/steuern-sparen-bei-der-abfindung zusammengefasst. Allerdings nur solche Vorschläge, die generell anwendbar sind. Es gibt sicher noch weitere Maßnahmen (wie Fotovoltaik, Investitionen im Zusammenhang mit einem Gewerbe u./o. Vermietung u.a.m.

      Die Steuer auf 0€ zu bekommen, wird bei dieser Summe sicher schwierig werden. Muss aber auch nicht unbedingt das Ziel sein. Denn in der Regel kosten alle steuersparenden Maßnahmen ja erst einmal Geld. Und da sollte man dann zunächst überlegen, welche Maßnahmen einen Sinn ergeben. Und immer mit Simulation per Steuerprogramm (oder -Berater) den Effekt prüfen.

      Gruß, Der Privatier

    • Zur Motivation verweise ich gerne auf ein Steuer-Negativbeispiel https://der-privatier.com/kap-3-3-1-2-hinweise-zur-fuenftelregel-rechenweg/#comment-26242

      Dem Privatier widerspreche ich äußerst ungerne, aber für die Bestimmung der Marschrichtung würde ich kein Steuerprogramm verwenden, sondern mich mit der Fünftelregelung anfreunden und das grob (auf volle Tausender gekürzt) händisch per Steuertabelle ermitteln. Das schult Auge und Hirn und man kann dann auch erkennen, ob das Steuerprogramm (fürs Feintunig) richtig arbeitet, bzw. ob man das Programm richtig bedient.

      Bezüglich der 0€ Steuern hat der Privatier schon angedeutet, dass dies teuer werden kann. Ich werfe mal in den Raum, über den kostenpflichtigen Dienst eines Spezialisten nachzudenken. Zaubern kann auch ein Thomas Schulze nicht, aber bei einem 4 Augen Gespräch mit einem Fachmann wird man doch eher „die Hosen runterlassen“ als öffentlich im Internet.
      Mangels eigener Erfahrung werde ich weder empfehlen noch verlinken. Aber die allwissende Suchmaschine findet unter „abfindungsinfo“ die entsprechende Seite, selbst wenn man unser Länderkürzel nicht dahinter schreibt.

  8. Hallo Privatier.
    Vielen Dank vorab für die umfangreiche Information u.a. bzgl. des Dispositionsjahres. Mein Bruder (52) ist gehörlos und hat nach 28 Jahren Betriebszugehörigkeit eine Aufhebungsvereinbarung zum 31.12.20 unterschrieben. Die ordentliche Kündigungsfrist wäre der 31.3.21 gewesen. Aus verschiedenen u.a. steuerlichen Gründen hat er die Kündigungsfrist somit um 3 Monate verkürzt. Die Abfindungssumme wird im Januar 2021 ausgezahlt. Nun überlegen wir aufgrund der daraus folgenden Ruhezeit von 3 Monaten und der 12 wöchigen Sperrzeit ein Dispositionsjahr einzulegen. Leider ist die Information seitens der Arbeitsagentur nicht zufriedenstellend. Anhand deiner Artikel würden wir wie folgt vorgehen. Mein Bruder informiert die Arbeitsagentur darüber, dass er seinen Anspruch nicht am 1.1.2021, aufgrund persönlichen Gründen, geltend machen wird, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Im Novembern 2021 z.b. würden wir dann die Arbeitsagentur informieren, dass er zum 1.1.2022 seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen möchte bzw. das er ab dem Datum 1.1.2022 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Sind wir damit in den Fristen, so dass die Gefahr nicht mehr gegeben ist dass er seinen Anspruch ganz oder teilweise verliert? Verstehe ich es richtig, dass er, aufgrund der geänderten Rahmenfrist von 30 Monaten kein Risiko eingeht wenn er sich erst am 2.1.2022 bei der Arbeitsagentur als arbeitslos meldet? Siehst du vielleicht aus den genannten Daten und Fristen etwas was ich übersehen haben könnte? Dann bin ich noch, dank deines Blogs, auf folgenden Frage gestoßen. Für den Fall, dass er sich dich am 1.1.2021 arbeitslos meldet, wird hier die Arbeitsagentur als Hauptarbeitgeber gesehen, so dass er die Abfindungssumme mit der Steuerklasse 6 versteuern muss? Vielen Dank im Voraus für deine Rückmeldung. Grüße

    • „Verstehe ich es richtig, dass er, aufgrund der geänderten Rahmenfrist von 30 Monaten kein Risiko eingeht wenn er sich erst am 2.1.2022 bei der Arbeitsagentur als arbeitslos meldet?“
      So ist es. Die Empfehlung des Privatier lautet ja auch 1 Jahr + 1 Tag, was hier der 02.01.2022 wäre! Aber auch irgendwann um Ostern oder Pfingsten in 2022 wäre möglich.

      „Für den Fall, dass er sich am 1.1.2021 arbeitslos meldet, wird hier die Arbeitsagentur als Hauptarbeitgeber gesehen, so dass er die Abfindungssumme mit der Steuerklasse 6 versteuern muss?“
      Ja, aber die zuviel gezahlte Steuer lässt sich über die Steuererklärung wieder zurückholen.

      Wenn er sich in 2021 nicht arbeitslos meldet, dann kann er dem alten AG gegenüber erklären, dass der alte AG auch im Januar 2021 noch Hauptarbeitgeber sein soll und die alte Steuerklasse bleibt. Sofern es der Fall ist, sollte er dem AG gegenüber auch erklären, dass er in 2021 keine weiteren Einkünfte erzielt wird.

      PS: das Dispojahr ist dann kritisch zu sehen, wenn dein Bruder danach wieder arbeiten will. Mit Ü50 ist es ja generell nicht mehr so einfach, wenn dann aber solche Lücken im (Erwerbs-)lebenslauf sind, wird es noch etwas schwerer.
      Die Lücke kann natürlich auch ein Feature sein.

      • Auch bei Arbeitsloigkeit kann der alte AG die Abfindung als Hauptarbeitgeber auszahlen.
        Man muss ihm nur bestätigen, dass im Januar 2021 kein anderes Arbeitsverhältnis eingegangen wird. ((muss/sollte dann auch so sein).

        B

        • Leider gibt es wohl keine Verpflichtung die angefragte Steuerklasse auch zu verwenden. Grund sei, dass das Finanzamt sich im Falle von Steuernachfordung diese lieber vom AG als vom AN holt… Ich wäre dankbar für einen Hinweis, mit welchem Paragraphen man den AG zu einer von VI abweichenden StKl bewegen kann. Wie gesagt, abfragen muss der AG, wenn der AN es verlangt. Auch wenn es sich ’nur‘ um ein Verschieben bis zur Einkommenssteuererklärung handelt…
          MbG
          Joerg

    • Noch mal kurz zu den beiden Hauptfragen von Sema:

      1. Aufgrund der Rahmenfrist von 30 Monaten besteht (für jemand, der noch keine 58 Jahre alt ist) eine Zeitspanne von 6 Monaten, innerhalb der ein Dispojahr beendet werden kann: Mindestens ein Jahr bis maximal 18 Monate. Eine Gefahr für den Verlust des ALG-Anspruches besteht innerhalb dieser Spanne nicht.

      2. Steuerklasse 6: Die Arbeitsagentur ist kein Arbeitgeber! (Jedenfalls nicht für die Arbeitslosen 😉 ). Und da sie keine Steuern abführen muss, benötigt sie (dazu) auch keine Steuerklasse. Der Bezug von ALG spielt daher keine Rolle bei der Abrechnung der Abfindung durch den AG. Aber es kann trotzdem dazu kommen, dass dieser mit Steuerklasse 6 abrechnet. Und noch weitere unschöne Dinge. Erläutert ist dies im Beitrag: https://der-privatier.com/kap-10-6-1-abfindung-jetzt-die-abrechnung-abstimmen

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier, zunächst einmal vielen Dank für die Infos hier im Block und auch umfassend im Buch. Ich bin 58 Jahre alt und werde zum 31.12.2020 arbeitslos werden. Ich beabsichtige, ein Dispositionsjahr zu machen, um die Sperre zu verhindern. Alle Voraussetzungen werden soweit von mir erfüllt. Aufgrund der neuen Informationen zum geänderten § 147 in Bezug auf die Rahmenfrist habe ich der Agentur meine Situation und den Wunsch der Arbeitslos-Meldung erst zum 2.1.2022 schriftlich mitgeteilt, verbunden mit der Anfrage, ob ich bei dieser Vorgehensweise dann einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von 24 Monaten habe (um sicherzugehen, dass das Amt nicht ablehnt und ich meinen kompletten Anspruch verliere). Die Antwort des Amtes war kurz und bündig: „Ausgehend von der derzeitigen Rechtslage würden Sie am 02.01.2022 einen Anspruch von 720 Kalendertagen erworben haben. Dabei gehe ich davon aus, dass Sie vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2020 Zeiten nachweisen können, die bei der Prüfung der Anwartschaftszeit berücksichtigt werden können.“ Wie beurteilen Sie diese Antwort? Ist 2013 ein Schreibfehler und müsste es nicht 2016 heißen? Und vor allem: reicht diese Antwort Ihrer Meinung nach aus, um das Thema nun so anzugehen, oder sollte man nochmals konkret nachfassen, um eine besser bzw. detaillierter formulierte Antwort zu erhalten?
    Viele Grüße, Michael

    • Moin Michael Theodor,

      um 24 Monate ALG1 Anspruch zu erhalten, muss bei Vollendung des 58.Lebensjahres min. 48 Monate versicherungspflichtige Beschäftigung in den zurückliegenden 5 Jahren vorliegen.
      Ich gehe davon aus, dass hier ein Schreibfehler (2013) vorliegt und wie Sie richtig erkannt haben, eigentlich das Jahr 2016 stehen muss.

      Ich würde trotzdem bei der AfA nachfragen und um Richtigstellung bitten. Und zur letzten Frage wird sich sicher der Privatier noch melden.

      PS: Mir persönlich würde die Antwort ausreichen, 720 Kalendertage = 24 Monate ALG1-Anspruch, Termin 02.01.2022 ist auch vermerkt.

      Gruß
      Lars

    • Ich schliesse mich den Aussagen von Lars an:
      Es wird sich um einen Schreibfehler handeln, ich würde aber trotzdem um Klarstellung bitten.
      Nicht nur wg. des offensichtlichen Fehlers, sondern auch weil ich die Antwort für unvollständig halte: Was heisst schon „Zeiten nachweisen“??
      Es ist ja in Ordnung, dass man in einer solchen Antwort nicht gleich sämtliche Details (wie Krankengeldbezug, fiktive Bemessung, usw.) erläutert, aber zumindest eine Angabe wie „48 Monate mit Pflichtversicherungsverhältnissen“ hätte da schon dazu gehört.

      Also: Ich selber würde da um eine korrekte Auskunft bitten. Ich sehe allerdings andererseits auch keine konkrete Gefahr. Ich gehe davon aus, dass das Richtige gemeint war.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo,

    ich habe nochmal eine Zusatz-Frage bezugnehmend auf mein Kommentar:
    Klaus Runfeld sagte am 13.Sep.2020 um 21:34 :……..

    Wenn ich nächstes Jahr im Alter von 57 Jahren ab 05.2021 einen neuen Job bis Ende 2021 annehme, Kann ich mich dann Ende Januar22 (bin dann 58 Jahre) arbeitslos melden und wieder abmelden(Grund ist die hohe Abfindung aus Arbeitsverhältnis bis 05.2021)?
    Und das ohne Verluste vom Arbeitsamt und mit den vollen Anspruch auf 24 Monate ALG1?

    Besten Dank im Voraus

    Gruß

    Klaus

    • Der volle Anspruch auf die 24 Monate erfordert ein Alter von 58 Jahren, 48 Monate mit versicherungspflichtigen Beschäftigungen in den 5 Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit und keine Sperre/Reduzierung wg. Arbeitsaufgabe. Wenn daher der Bezug von ALG mindestens 1 Jahr nach dem Ende der jetzigen Beschäftigung startet, sind die Bedingungen soweit ich sehen kann erfüllt. Bitte selber einmal prüfen.

      Die Höhe des ALG berechnet sich aus den beitragspflichtigen Einkünften der letzten 12 Monate vor Beginn des ALG-Bezuges. Hier spielen also auch die Einkünfte aus dem neuen Job eine Rolle!

      Es sei denn, es handele sich dabei um einen Mini- oder Teilzeit-Job. Hier gibt es andere Regelungen. Bitte dazu einmal den Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1 lesen.

      Gruß, Der Privatier

    • „Wenn ich nächstes Jahr im Alter von 57 Jahren ab 05.2021 einen neuen Job bis Ende 2021 annehme, Kann ich mich dann Ende Januar22 (bin dann 58 Jahre) arbeitslos melden und wieder abmelden(Grund ist die hohe Abfindung aus Arbeitsverhältnis bis 05.2021)?“
      Ja
      Bezüglich des „neuen“ Job: der ergibt m.E. nur dann Sinn, wenn er
      a. befristet ist und
      b. mindestens ein Jahr dauert (damit der alte Job mit der Abfindung nicht mehr zum Tragen kommt) und
      c. die neue Gehaltshöhe so gut ist, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Höhe des ALG1 hat (die berechnet sich dann nur aus dem neuen Gehalt)

      „Und das ohne Verluste vom Arbeitsamt und mit den vollen Anspruch auf 24 Monate ALG1?“
      Nein, es gibt so (Ursprungsfrage) nur 18 Monate weil 25% Kürzung Anspruchsdauer wegen Arbeitsaufgabe des ersten Jobs.

      Eigentlich könnte die Sache ganz einfach sein:
      Arbeitsende 31.1.21, danach Dispojahr bis 1.2.22, danach AL-Meldung (ergibt 24 Monate ALG1, da inzwischen 58 Jahre alt).
      Wenn die Abfindung in 2022 gezahlt wird, dann könnte man sich zum dritten Februar wieder abmelden um den Rest des Anspruches ab 2023 einzufordern.

      Abfindung in 21 oder 22?
      Den einen Monat Gehalt in 2021 kann man steuerlich einfach kompensieren, das ist nicht viel schwerer als die paar Tage ALG1 in 2022. Ich sehe nicht viele Gründe die Auszahlung der Abfindung rauszuzögern. Ein Grund könnte sein, dass man einen größeren zeitlichen Vorlauf für Steuersparmodelle hat.

  11. Hallo Privatier,
    vielen Dank für die tollen Informationen. Also ich habe jetzt den Aufhebungsvertrag auf 31.10.2020 unterschrieben und bekomme die Abfindung im Januar 2021 ausbezahlt. Da ich im 02/21 57 werde möchte ich bis zum 31.12.2021 mein Dispositionsrecht in Anspruch nehmen und mich im Oktober 2021 auf 01.01.2022 Arbeitslos melden. Danach würde ich mich auf Frühjahr wieder Abmelden und die 4 Jahre Anspruch mit Saisonarbeit überbrücken. Dieses Vorhaben habe ich auch unter der 0800…einem sehr freundlichen Sachbearbeiter erklärt, der meine Daten Aufnahm und meinte, dass er dies dem Leistungscenter weiterleiten möchte die sich dann melden wurden. Tatsächlich bekam ich 1 Stunde später den Anruf vom Leistungscenter die mir in aller Hilfsbereitschaft mein Vorhaben bestätigte und war sehr überrascht auch von der Freundlichkeit dieser beiden Gespräche.
    Was die Steuer betrifft habe ich die vergangenen Jahre auch mit Program gearbeitet, aber denke für die nächsten beiden Jahre sollte ich mir einen Steuerberater zulegen um nichts zu übersehen.
    Viele Grüße, Winner

    • Schade, dass vier Monate Lebensalter fehlen um die 24 Monate ALG1 einzusacken.
      Schön, dass der Rest so glatt über die Bühne ging.

      Zum Steuerberater: nicht dass ich dem den Klienten nicht gönne, aber die Steuererklärung 2021 sollte nicht schwieriger werden als in den vorangegangenen Jahren. Ich hab das auch im Abfindungsjahr selbst erledigt. Für die Einzahlung in die Rentenkasse und die Vorauszahlung der Krankenkasse gab es von beiden Institutionen Belege/Quittungen, die recht einfach in die entsprechenden EKSt-Forumlare einzutragen waren. Das ist kein Hexenwerk. Bei mir war das aber noch vor Corona, da konne ich noch zum Finanzamt dackeln und die Steuererklärung samt Belegen abgeben und durchsehen lassen.

      • Hallo eSchorsch, vielen Dank für den Kommentar. Ja, echt schön dass soweit alles so glatt lief. Denke wenn es diese Seite bzw. Buch vom Privatier nicht gebe hätte ich auch nie von der verlängerten Rahmenzeit ab 2020 erfahren und auch nicht vom Dispositionsrecht. Mit der Steuer 2021 hast wohl auch recht, so schwierig durfte das auch nicht werden. Für 2022 mit 1/5 Regel etc schaue ich dann nochmals was ich machen kann. Viele Grüße Winner

  12. Hallo zusammen,
    ich habe jetzt so viel gelesen und bin mir trotzdem nicht sicher…
    Zum 31.03.2020 habe ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, letzter Arbeitstag ist der 30.09.2020. Lt. Tarifvertrag ist die Kündigungsfrist von 6 Monaten somit eingehalten. Daher habe ich mich nun zum 01.10.2020 arbeitslos gemeldet.
    1. Frage:
    Ist es richtig, dass es daher keine Ruhezeit geben wird? Sondern höchstens eine Sperrzeit von max. 12 Wochen + entsprechende Kürzung der Anspruchsfrist?
    Allerdings bekomme ich die Arbeitsbescheinigung meines Arbeitgebers erst ca. Mitte Oktober und von anderer Seite (Beratungsfirma vor Unterschrift des Aufhebungsvertrages) habe ich gehört, dass die Kündigungsfrist in meinem Fall länger vom Arbeitgeber eingetragen wird, da es einen besonderen Kündigungsschutz für Mitarbeiter, die das 53. Lebensjahr vollendet haben, gibt.
    2. Frage:
    kann ich, sobald mir die Arbeitsbescheinigung vorliegt, für den Fall, dass eine längere Kündigungsfrist eingetragen ist, noch rückwirkend ab 01.10.2020 eine Dispostion beantragen? Damit ich keine Ruhezeit bekomme?
    Danke für Rückinfos und viele Grüße

    • 1. Prinzipiell ja. Außer die Kdgsfrist ist doch länger.

      2. Ich vermute mal, dass die AfA den Bescheid erst dann anfertigt, wennn eine Arbeitsbescheinigung vorliegt. Also sollte eine Verschiebung bis dahin möglicherweise möglich sein. Ob man das selbst steuern kann ist fraglich, ich nehme an der Antrag ist bereits gestellt und die Arbeitsbescheinigung bei AG angefordert. Geht die nun direkt an die AfA, dann liegt das ganz in deren Händen. Also bleibt in meinen Augen nur die Chance, in Kontakt mit der zuständigen Agentur zu treten und das Anliegen zu schildern.

      Ob das dann in Richtung Disporecht oder Dispojahr (meinetwegen auch nur Dispomonat) geht, vermag ich nicht zu sagen. Beides sollte irgendwie möglich sein.
      Die Agentur hat eine Pflicht zur Beratung, nutze die Chance …

      • Die Arbeitsbescheinigung ist bereits beim AG angefordert und wird zu mir nach Hause geschickt. Und von der AfA habe ich die Info, dass der Bescheid erst nachdem dort alle Unterlagen vorliegen, erstellt wird.
        Und richtig wollte sich dort niemand festlegen, wie es ist, wenn ich im Oktober, bevor es einen Bescheid gibt, noch eine Disposition ab 01.10. Beantrage. Ich hoffe jetzt mal, dass die Kündigungsfrist von 6 Monaten in der Arbeitsbescheinigung steht…

        • Die AfA überprüft die Kündigungsfristen anhand der Tarifverträge bzw. fragt beim AG nach wenn Zweifel bestehen. Hört sich nach Metall TV an, da ist ab 53 der besondere Kündigungsschutz gültig. Die Agentur geht nach meinem Kenntnisstand dann von 18 Monaten aus. Besonders bedeutet eigentlich unkündbar unter normalen Umständen. Die Fragen zur Kündigungsfrist sind auch sehr detailliert.

    • Zu1: Wenn der AG keine ordentliche Kündigung aussprechen kann (aufgrund tariflicher, betrieblicher oder individueller Vereinbarungen), so setzt die Agentur für Arbeit eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten an. Wie lange eine Ruhezeit dauert, hängt aber auch von anderen Faktoren ab (bitte einmal Beitrag über die Ruhezeit lesen).

      Wichtiger als die Ruhezeit ist aber u.U. die Sperrzeit. Durch eine Ruhezeit geht kein ALG verloren (sondern wird nur verschoben), eine Sperrzeit hingegen kürzt die ALG-Dauer unwiederbringlich um 1/4.

      Bevor aber über Maßnahmen nachgedacht wird, sollte erst einmal klar sein, was überhaupt langfristig geplant ist: Privatier? Weiter arbeiten? Rente? ALG? Wie lange?…

      Zu2: Laut §137 Abs.2 SGB III kann der Arbeitslose das Entstehen seines Anspruches verschieben. Das muss er aber machen, BEVOR(!) der Bescheid erstellt ist.
      Ob das eine gute Idee ist, möchte ich nicht beurteilen. Aber die Möglichkeit besteht.

      Gruß, Der Privatier

  13. von der AfA hatte ich nur die Info erhalten, dass sie den Eintrag in der Arbeitsbescheinigung prüfen. Dass sie auch zusätzlich Tarifverträge prüfen, ist mir neu! Es ist ein Verdi TV. Hier steht bei Kündigungsfristen 6 Monate zum Quartalsende und ich habe von der Personalabteilung die Info per Mail, dass dies bei mir der Fall sei. Das steht halt im Gegensatz zum besonderen Kündigungsschutz ab 53, diese können nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Falls die AfA den Tarifvertrag prüft und dann hier eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten annimmt, dann erfolgt sicherlich eine Ruhezeit.
    Während der Ruhezeit muss ich mich selbst krankenversichern – mit erhöhtem Betrag, also AG und AN Anteil meines Gehaltes und die Abfindung wird auch noch drauf gerechnet. Dies möchte ich gerne vermeiden!
    Langfristig ist geplant, dass ich Privatier bin. Das ALG1 möchte ich gerne mitnehmen, genauso, dass ich in dieser Zeit keine KV bezahlen.
    Sollte es eine Ruhezeit geben, dann würde ich den Anspruch verschieben, dann soweit, dass ich 55 bin und ich das ALG 1 18 Monate erhalte.
    Finanziell wäre es besser für mich, mich trotz Sperrzeit und Kürzung des ALG-Geldes um 1/4 jetzt arbeitslos zu melden – sofern es keine Ruhezeit gibt (wegen Krankenversicherung). Ansonsten dann Plan B – verschieben bis ich 55 bin.
    Jetzt bin ich wieder total verunsichert, ob und was sie prüfen, was für mich das Richtige ist…

    • “ Hier steht bei Kündigungsfristen 6 Monate zum Quartalsende und ich habe von der Personalabteilung die Info per Mail, dass dies bei mir der Fall sei.“
      Dann würde ich mich entspannt zurücklehnen, das wird dann auch so in der Arbeitsbescheinigung stehen.

      „Ansonsten dann Plan B – verschieben bis ich 55 bin.“
      Die Differenz zwischen 11,25 Monate Leistungsbezug und 18 Monaten ist schon eine Hausnummer. Ich würde da nicht zögern und das gute halbe Jahr mehr mitnehmen, selbst wenn keine Ruhezeit ausgesprochen wird.

      • Klar ist es ein Unterschied zwischen 11,25 und 18 Monaten Leistungsbezug. Aber dagegenrechnen muss ich, dass ich bei den 18 Monaten dann während der Disposition für 12 Monate den hohen Krankenkassebeitrag habe – daher sind die 11,25 Monate lukrativer.

        Hat denn jemand Erfahrung damit, ob die AfA zusätzlich den Tarifvertrag prüft, wenn die 6 Monate Kündigungsfrist in der Arbeitsbescheinigung eingetragen sind?

        • Wenn eine Ruhezeit ausgesprochen wird, dann muss man sich eh selbst krankenversichern.
          Beispiel von Dir oben, würde dort eine Kdgsfrist von 12 Monaten gelten, dann wären nur 6 Monate (31.3 – 30.9) davon erfüllt. In der restlichen Zeit (Ruhezeit) vom 1.10.20 – 31.3.21 gäbe es keine Leistungen von der AfA. Der „hohe Krankenkassenbeitrag“ in dieser Zeit ist von Dir selbst zu tragen. Erst ab 04/2021 gäbe es ALG1, und damit auch die „kostenlose“ Krankenversicherung.

        • Weiss nicht ob ich hier völlig falsch liege, aber die ALG-Meldung steht oder? Dann wird es aus meiner Sicht nichts mehr mit dem Dispojahr und dem Alterssprung. Denke hier kann nur noch die AfA direkt eventuell helfen. Und das eilt. Mit dem zurückziehen meine ich.
          Wenn hinterher eh das Privatier dasein geplant ist spielt es ja keine Rolle ob die KV hinterher oder am Anfang selbst bezahlt wird.Bei deiner Planung wäre am Anfang ja eh besser, da es dann steuerlich absetzbar wär im Jahr der Abfindungszahlung. Und wenn die Verschiebung noch klappen sollte, dann gibt es ja für 18 Monate die Krankenversicherung von der AfA statt 11,25.

          Die Mitarbeiter der Leistungsabteilungen wissen wann sie nachfragen müssen, die kennen die Tarifverträge z.B. der Autohersteller mit den Besonderheiten. Und aus Erfahrung, die fragen häufig nach und lassen sich das schriftlich nochmals bestätigen bei Unklarheiten.
          Und ich kann mir nicht vorstellen, dass spätesten dann noch geschludert wird in einer HR.

          Aber ich würde mich freuen, wenn Du dann berichtest wie es ausging.

          B.

          • Hab gerade meine Bescheinigung angeschaut.

            10.2 War die ordentliche Kündigung ausgeschlossen (zeitich begrenzt/unbegrenzt) gesetzlich oder tariflich ausgeschlossen

            Antwort: ja, (komplett maschinell über das Abrechnungsprogramm ausgefüllt, vom Sachbearbeiter geprüft und bestätigt).

            Heisst nicht das die fehlerlos sind, musste meine auch noch korrigieren lassen,

            B.

        • Moin Daisy,

          ich verweise auf den Kommentar vom Privatier:

          Zu1: Wenn der AG keine ordentliche Kündigung aussprechen kann (aufgrund tariflicher, betrieblicher oder individueller Vereinbarungen), so setzt die Agentur für Arbeit eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten an. Wie lange eine Ruhezeit dauert, hängt aber auch von anderen Faktoren ab (bitte einmal Beitrag über die Ruhezeit lesen).

          Zu der Frage … „ob die AfA zusätzlich den Tarifvertrag prüft“

          „B“ hat hier schon den wichtigen Hinweis (siehe im Bescheid von „B“ Punkt 10.2) gegeben.

          Es gibt von der AfA ein Hinweis/Anleitung zum Vordruck „ARBEITSBESCHEINIGUNG“ für die Arbeitgeber, dort steht unter Punkt 10 „Angaben zur Kündigung“ und speziell im Unterpunkt 10.2 folgendes:

          Ich zitiere:

          Punkt 10.2
          „Die Frage müssen Sie mit Ja beantworten, wenn die ordentliche Kündigung gesetzlich, nach Betriebsvereinbarung oder Einzelvertrag ausgeschlossen war. (ggf. vertragliche Grundlage beifügen)

          Beispiele:
          Ein zeitlich unbegrenzter Ausschluss kann vorliegen, wenn der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer nach dem Tarifvertrag wegen ihres/seines Alters und ihrer/seiner langen Betriebszugehörigkeit nicht mehr ordentlich gekündigt werden kann und der Tarifvertrag dazu auch keine Ausnahme zulässt, die auf die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer und ihren/seinen letzten Arbeitsplatz zutrifft. Eine Berechtigung zur fristgebundenen Kündigung aus wichtigem Grund kann in Fällen einer Betriebsstilllegung gegeben sein“.

          Zitat Ende

          Damit wie von „B“ geschrieben, schauen sich die AfAs auch die Tarifverträge an, bzw. die vom AG beigefügten vertraglichen Grundlagen.

          Gruß
          Lars

          • Hallo zusammen, vorhin habe ich die Arbeitsbescheinigung bekommen. Es ist zwar die Kündigungsfrist mit 6 Monaten zum Quartalsende angegeben, aber auch Punkt 10.2 war die ordentliche Kündigung durch den AG gesetzlich oder Tarifvertrag Licht ausgeschlossen: ja angekreuzt. War die gesetzliche Kündigung zeitlich unbegrenzt ausgeschlossen: nein angekreuzt.
            Wenn ich es richtig verstanden habe, kommt es durch das Ja zu einer Ruhezeit.
            Dh ich werde jetzt eine Disposition beantragen und mich dann nach 1 Jahr wieder arbeitslos melden. Danach wird dann doch nicht mehr geprüfte, richtig?!

          • Eine Prüfung wird bei einer Antragstellung auf ALG immer vorgenommen. Nur sollte die bei korrekter Anwendung der Regeln zu dem Ergebnis kommen, dass weder Sperr- noch Ruhezeiten zum Tragen kommen, da die Ereignisse länger als ein Jahr zurück liegen.
            Wichtig wäre aber jetzt an erster Stelle, dass der Bescheid jetzt NICHT erstellt wird! Ist das nämlich erst einmal geschehen, nutzt auch das beste Dispojahr nichts mehr. Also: Umgehend mit der Agentur das weitere Vorgehen absprechen und die eigenen Vorhaben klar und deutlich machen.

            Gruß, Der Privatier

  14. Sehr geehrter Herr Ranning, ich bin wirklich sehr glücklich über Ihr Buch gestolpert zu sein. Ich habe es bereits gelesen und habe es auch schon verwendet. Meine Firma ist doch beachtlich groß, aber die Krankenkasse war erwartungsgemäß nicht im Bilde. Ich warte da noch auf eine Antwort. Ich möchte an der Stelle eine Frage stellen, die Sie im Buch leider nicht beantwortet haben: Ist es möglich, das der AG im Zuge des Lohnabzugsverfahrens nicht nur die Steuer nach Fünftelregelung sondern auch gleich Krankenkassen- und gesetzliche Rentenbeiträge nach meinem Wunsch von der Abfindung vorauszahlt? Nochmals vielen Dank für Ihr Buch, welches mir sehr helfen wird – Beste Grüße Bogdan

    • Es empfiehlt sich, die Vorauszahlung an die KK selbst zu tätigen, da nicht jede KK eine Vorauszahlung akzeptiert. Lösung: Wechsel der KK. Außerdem sind auch die Konditionen der Vorauszahlung durchaus individuell. Bei der TK wird z.B. die Vorauszahlung für 2021 auch erst mit den Beiträgen für 2021 verrechnet, also die laufenden Beiträge für 2020 noch normal abgebucht. Bei der HKK werden die laufenden Beiträge bei Lastschriftabbuchung sofort beim Eingang der Vorauszahlung mit dieser verrechnet und die Lastschrift gestoppt. Zur Vermeidung kann man nur einen Dauerauftrag für die laufenden Beiträge in 2020 einrichten.

    • Zu den Fragen:
      1. Der Arbeitgeber kann bei der Auszahlung der Abfindung bereits die Fünftelregel anwenden. Warum das manchmal nicht klappt, habe ich hier erläutert: „Abfindung – Jetzt die Abrechnung abstimmen“ .
      2. Eine Einzahlung in die gesetzlichen Rentenversicherung durch den Arbeitgeber ist gemäß §3 Nr.28 EStG möglich. Wir haben das Thema hier bereits ausführlich diskutiert, allerdings ohne handfestes Ergebnis…
      3. Für eine Vorauszahlung auf die Krankenkassenbeiträge durch den Arbeitgeber ist mir keine Regelung bekannt.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Ranning, vielen Dank für die Rückmeldung. Ich möchte nochmal meinen herzlichen Dank an Sie richten, das Sie Ihr Insider Wissen teilen. Es tut mir schon richtig weh, den Dampfplauderern um mich herum zuzuhören wie Sie ohne Skrupel Unmengen an Falschwissen verbreiten. Aber ich sage immer DYOR (do your own research) wer das nicht für nötig erachtet und nur Unwissen nachplappern der ist selber schuld, wenn Ihn das FA schröpft! VG Bogdan

  15. Hallo zusammen

    ich hatte mich komplett bei euch eingelesen und bin zum 31.01.2020 mit Abfindung ausgeschieden. Alles hat super geklappt.
    Ich bin jetzt 58 und möchte mich nach Ablauf des Dispojahres arbeitslos melden.
    Soweit so gut, allerdings bin ich mit der Berechnung der Tage/ des Datums der Arbeitslosmeldung doch unsicher. Ich muss 1 Jahr und mindestes 1 Tag warten, das wäre der ???
    1 oder 2 Februar oder doch früher wegen einer tagesgenauen Berechnung? Ich bin mittlerweile etwas verwirrt aufgrund der vielen Beiträge. Ich will nicht doch noch irgend etwas falsch machen.

    Bitte Kurze Info eurerseits.
    Danke und Gruß
    Karl

    • 1 Jahr + 1 Tag ist eine „Empfehlung“ … siehe Link:

      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-10-hinweise-zum-dispositionsjahr-einen-tag-laenger

      Für die Arbeitslosmeldung würde ich persönlich den 01.02.2021 anstreben. (ist aber meine Meinung und um ganz sicher zu gehen, frage beim AfA nach, dann kannst Du hier einmal berichten …)

      Und ich würde die Arbeitslosmeldung (mit Termin zum 01.02.2021) etwas früher abgeben, falls noch irgendetwas dazwischenkommt.

      Warte noch auf die Empfehlung/Meinung des Privatiers und der anderen Kommentatoren. Schönes Wochenende.

      Gruß
      Lars

    • Wie im Beitrag über die „Fristen für über 58-jährige“ vorgerechnet, ergibt sich eine Zeitspanne von mehreren Tagen, innerhalb derer eine Meldung nach einem Dispojahr möglich wäre.
      Im vorliegenden Fall darf es frühestens der 1.2.2021 sein, wenige Tage später wäre auch noch okay. Die Empfehlung, einen Tag länger zu warten, ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, wenn man evtl. merkwürdigen Ideen der Agentur vorbeugen möchte.

      Wer ganz sicher gehen will, fragt seine eigene Agentur vorher noch einmal nach dem richtigen Termin. Dabei wie oben im Beitrag erläutert, den Begriff „Dispo“ am besten vollständig weglassen und nur die einjährige Nicht-Meldung erwähnen. Und die beabsichtigten Vorteile (keine Sperrzeit und ggfs. höhere Anspruchsdauer) bestätigen lassen.

      Gruß, Der Privatier

  16. Sehr geehrter Privatier,

    mit großem Interesse habe ich mich durch Ihre vielen hilfreichen Beiträge zum Thema „Dispositionsjahr“ durchgearbeitet.
    Nun habe ich dazu eine spezielle Frage:
    Ich werde zum 28.2.2021 mit einer Abfindung aus dem Unternehmen ausscheiden. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 25 Jahre in der Firma und defacto unkündbar. Im März 2021 werde ich 58, d. h. zum Ausscheidezeitpunkt bin ich noch 57 Jahre (Erklärung: Bei Ausscheiden mit 57 Jahren gewährt meine Firma einen Sonderbonus). Die Abfindung werde ich im Januar 2022 erhalten.
    Das Arbeitsamt hat mir mitgeteilt, dass ich bei sofortiger AL-Meldung 12 Wochen Sperrzeit und 12 Monate Ruhezeit haben werde.
    Wenn ich das volle Dispojahr in Anspruch nehmen würde, um 24 Monate ALG zu erhalten, bekomme ich im Jahr der Auszahlung der Abfindung 10 Monate lang ALG, welches zur Progression bei der Steuerberechnung der Abfindung beiträgt.
    Fragen:
    • Bei Inanspruchnahme eines verkürzten Dispojahres (10 Monate) bis 31.12.2021:
    Beträgt die Sperrzeit nach diesen 10 Monaten weiterhin 12 Wochen und die Ruhezeit 12 Monate? Oder verkürzen sich diese Zeiten?
    • Welches Alter wird bei AL-Meldung nach diesem verkürzten Dispojahr zu Grunde gelegt? Das Alter bei Austritt (57 Jahre) oder das Alter bei Beginn des Arbeitslosmeldung (58 Jahre)?
    • Gibt es außer der Variante mit Dispojahr noch eine bessere Idee?
    Vielen Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen, ein zukünftiger Pensionär

    • „Wenn ich das volle Dispojahr in Anspruch nehmen würde, um 24 Monate ALG zu erhalten, bekomme ich im Jahr der Auszahlung der Abfindung 10 Monate lang ALG, welches zur Progression bei der Steuerberechnung der Abfindung beiträgt.“
      Das Ab- und Anmelden funktioniert auch nach einem Dispojahr https://der-privatier.com/kap-9-3-1-anmelden-und-wieder-abmelden/
      Alternativ kann man auch versuchen, die 10 Monate ALG1-Bezug steuerlich zu kompensieren. Also Vorauszahlung von KK-Beiträgen, Einzahlungen in die Rente …

      „Bei Inanspruchnahme eines verkürzten Dispojahres (10 Monate) bis 31.12.2021:
      Beträgt die Sperrzeit nach diesen 10 Monaten weiterhin 12 Wochen und die Ruhezeit 12 Monate?“
      Die Sperrzeit beträgt dann weiterhin 12 Wochen (bitte auch die Kürzung der Anspruchsdauer um 25% im Kopf behalten), die Ruhezeit beginnt am 1.3.21 und endet am 28.2.22. Egal, wann der Antrag gestellt wird. Es bleiben also noch 2 Monate.

      Es zählt das Alter bei Beginn der Arbeitslosmeldung.

      „Gibt es außer der Variante mit Dispojahr noch eine bessere Idee?“
      Es sollte schon ein volles Dispojahr sein um Sperr- und Ruhezeit zu vermeiden und wie oben schon erwähnt das ab- und anmelden nach Feststellung des Anspruches.

    • Kurz vorab ein paar Worte zu Sperr- und Ruhezeiten:
      Beide starten immer mit dem Ereignis, welches sie begründet. In diesem Falle mit dem Ende der Beschäftigung. Beide können auch parallel ablaufen.
      Bei einer Sperrzeit ist es nicht mit den 12 Wochen zu Beginn getan! Der Anspruch wird insgesamt um 1/4 gekürzt.
      Zu den Fragen:
      * Ein verkürztes Dispojahr ändert nichts an der Dauer von Sperr- und Ruhezeiten. Allerdings wäre die Sperrzeit von 12 Wochen dann bereits abgelaufen. Die Ruhezeit jedoch noch nicht. Das ist also keine sinnvolle Lösung.
      * Für die Dauer des ALG-Anspruches ist das Alter zu Beginn des erstmaligen ALG-Bezuges von Bedeutung.
      * Sie können ein Dispojahr auch mit anschliessendem An-/Abmelden kombinieren. Also: Nach dem Dispojahr den Anspruch feststellen lassen und nach Erhalt des Bescheides wieder abmelden.
      * Ergänzung: Zu beachten wären u.U. noch die Zeiten/Beiträge für den Rentenanspruch. In Abhängigkeit von der geplanten Rentenart und den bereits vorhandenen Beitragszeiten.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: eSchorsch war schneller. 😉

  17. Guten Tag, ich verfolge interessiert alles und habe schon viel Info erhalten, aus dem tollen blog.
    Mein Arb. vertrag endet 30.11.20, ich habe per Aufh.vertrag ein Wahlrecht der Auszahlg Abfi 150.000 auf entweder 12/20 oder 01/21 vereinbart.
    Ich arbeite m ESt und kann gut Szenarien berechnen.
    Eigtl. plante ich, um Steuern zu sparen, Auszahlg 01/21, Fünftelregelung, Dispositionsjahr und in 2021 von Gespartem und 450 EUR Job leben.
    Ich habe allerdings weder Kapital- noch sonstige Einkünfte und k. Ehepartner/ splitting.
    Das muss man ja immer berücksichtigen, dass die laufenden Kosten auch gedeckt werden müssen, und diese mit der Steuerersparnis vergleichen.
    Die monatlichen Fixkosten vertilgen ja doch einiges in 2021, zusätzlich zur KV.

    Nun deutet sich, zusätzlich zu meiner chronischen Erkrankung, eine OP an. Das bedeutet,wenn ich mich nun schnell, solange ich mich noch im Arb.verhältnis befinde, AU melde, müsste ich Krankengeld beziehen, bis ich wieder genesen bin. Dann werden auch wenigstens KV und RV bezahlt.
    Niemand ist gern krank, aber etwas tröstlich ist, dass das KG etwas höher, als das ALG I ist.

    Trotzdem ich mit dem Erhalt des KG in eine höhere Progression komme wären damit wenigstens meine mtl. Fixkosten gedeckt, und mit einigen Kleinriestern (evtl auch Vorauszahlung Krankenkassenbeiträgen, aber ob das während Erhalt Krankgeld akzeptiert wird, weiss ich nicht)kann ich immer noch die Steuerlast auf ein erträgliches Niveau senken.

    Ich finde nirgends die Antwort darauf, ob ich im Anschluss an den Krankengeldbezug nach Ende meines Beschäftigungsverhältnisses ein Dispositionsjahr haben kann? Und dann evtl. nach einem Jahr, falls ich möchte, ALG 1 beantragen kann?
    Oder funktioniert das Dispositionsjahr nur im Anschluss an Arbeitsverhältnis? Ich meine, dass ich im blog gelesen habe, dass Krankengeldbezug wie Arbeitsverhältnis zählt?

    Mit Dank und den besten Grüssen
    Chris

    • Lies mal https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-fiktive-bemessung/
      (und ggfs den darin verlinkten Beitrag „Alles im Rahmen“) dann kannst Du entsprechende Szenarien durchspielen.

      Bezüglich der zusätzlichen Einkünften 2021 solltest Du mit einem Abfindungsrechner (Startseite, rechte Seite, bisschen nach unten scrollen) checken, was unter Strich übrig bleibt. Einkünfte zusätzlich zur Abfindung können äußerst hässlich werden.

    • Vorab: Ich habe den Namen etwas erweitert, um Verwechselungen zu vermeiden. Bitte diesen Namen bei weiteren Kommentaren benutzen. Danke.

      Ein Dispojahr funktioniert auch im Anschluss an einen Krankengeldbezug. Je nach Dauer des KG-Bezuges und anderer persönlicher Voraussetzungen ergeben sich durch die Kombination aber ggfs. zusätzliche Risiken. Bitte einmal die von eSchorsch verlinkten Beiträge sorgfältig lesen!

      Gruß, Der Privatier

  18. Grossartige Platform lieber Privatier!
    Nun habe ich eine Frage, das ALG wird in Bezug auf das Einkommen der letzten 12 Monate berechnet.
    So steht es meines Wissens auf der AfA homepage.
    Nehme ich mir nun ein Jahr Auszeit und verdiene nichts, dann war ich zwar 12 Monate innerhalb der letzten 30 Monate beschäftigt, aber wie funktioniert dann die Berechnung?
    Leider habe ich dazu bisher nichts gefunden.
    Im übrigen würde ich auch instinktiv besser mit der Agentur in Kontakt gehen und mir alles schriftlich geben lassen.
    Dabei wie empfohlen das Wort Disposition vermeiden.
    Dabei meine zweite Frage, die „Dispozeit/Pause kann doch auch z.B 10 Monate betragen, oder muss das ein Jahr sein?

    Danke herzlich, J.R.

    • „Dabei meine zweite Frage, die „Dispozeit/Pause kann doch auch z.B 10 Monate betragen, oder muss das ein Jahr sein?“

      Kommt darauf an, was man bezweckt und was die Ausgangslage ist. Im Regelfall benötigt man volle 12 Monate um Sperr- und Ruhezeiten zu vermeiden.
      Hatte man aber z.B. 2 Monate unwiderrufliche Freistellung, reichen auch 10 Monate aus. Erreicht man in 7 Monaten eine höhere Lebensaltersstufe (und es ist keine Sperre zu erwarten), dann auch kann eine Disopause von 7 Monaten sinnvoll sein.

      ALG1 „…wie funktioniert dann die Berechnung?“
      Das (für die ALG1-Höhe maßbebliche) Bemessungsentgelt ist das durchschnittliche Tagesgehalt während des Arbeitsverhältnisses, es werden nur Tage mit Gehalt als Basis für diesen Durchschnitt in die Berechnung einbezogen. Es müssen aber mindestens 150 Tage Arbeitsentgelt in der Rahmenfrist zusammenkommen.
      https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-alles-im-rahmen/

  19. Sehr geehrter Herr Privatier,
    Ihr Buch und der Blog haben mir bereits viel in der Gestaltung meiner Abfindung und meiner Planung nach der Kündigung meines Arbeitgebers geholfen. Herzlichen Dank hierfür!
    Ich bin 52 Jahre alt und habe knapp 28 Jahre für meinen Arbeitgeber gearbeitet. Wir haben uns mit einem Vergleich vor Gericht getrennt. Das Enddatum ist der 31. Mai 2021 – laut Vergleich habe ich aber die Möglichkeit meinen Vertrag frühzeitig zu beenden. Der Steuerberater riet mir nun, meinen Vertrag bereits zu Ende Januar 2021 zu kündigen, um das Jahreseinkommen neben Abfindung möglichst gering zu halten.
    Der freundliche Mitarbeiter der Leistungsabteilung der Arbeitsagentur München sagte mir, dass es dadurch zu einer Sperrzeit kommen würde, wenn ich nicht einen guten Grund dafür nachweisen könne, z.B. ein potentieller Auftrag als Selbständige, der doch nicht kommt.
    Nachdem ich nun alle Ausführungen zum Dispojahr bzw. Disposition des ALG1 gelesen habe, sehe ich 2 Optionen bei einer frühzeitigen Beendigung zum Januar 2021:

    Option 1:
    Beantragung ALG1 zum 1. Februar 2021
    Nach Leistungsbescheid Verschiebung (Disposition) der Leistung auf einen späteren Zeitpunkt
    Vorteil: sofortige Klarheit und Steuervorteil
    Risiko: Sperrzeit aufgrund der früheren Beendigung und evtl. Ruhezeit wegen der Abfindung

    Option 2:
    Beantragung ALG1 zwischen 1. Februar 2022 und August 2022 (nach Dispojahr)
    Vorteil: keine Sperr- und Ruhezeiten sowie Steuervorteile
    Nachteil: sehe ich keinen, sofern ich die Firsten einhalte

    Könnten Sie mir bitte sagen, ob mein Verständnis korrekt ist? Ich würde dies auch wie im Blog beschrieben mit der Arbeitsagentur noch abklären.

    Ich habe mich bereits arbeitssuchend gemeldet, aber kein ALG1 beantragt. Könnte dies ein Nachteil sein? Wie sollte ich dies regeln, wenn ich ein Dispojahr mache?

    Was ist während des Dispojahres erlaubt bzw. hat negative Auswirkungen. Darf ich selbständig arbeiten bzw. ein Gewerbe betreiben? Sind Nebenjobs erlaubt? Wäre eine befristete Tätigkeit möglich?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
    Maria

    • Es ist etwas unklar, was Sie mit Option 1 ganz konkret meinen?
      1a) Wenn Sie das im obigen Beitrag beschriebene Disporecht in Anspruch nehmen wollen, so dürfen Sie mit Ihrer Disposition nicht bis zur Erstellung des Leistungsbescheides warten! Bitte dazu noch einmal die oben aufgeführten gesetzl. Grundlagen lesen.
      1b) Wenn Sie damit die Methode des An-/Abmeldens gemeint haben, so können Sie auf den Bescheid warten und sich dann abmelden. In dem Fall würde ich dann aber den Begriff „Disposition“ nicht verwenden.

      Zur Frage von Meldefristen bitte einmal hier lesen:
      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-4-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitslosmeldung/
      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/

      Zu Nebenjobs bitte hier:
      https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1

      Gruß, Der Privatier

      • Guten Tag,
        Vielen Dank für die schnelle Antwort und die Links.

        Mit Option 1 meinte ich das An-/Abmelden (1b).

        Ich habe alle Links und den Blog gelesen und denke, dass ich es grundsätzlich verstanden habe. Ich tendiere zum Dispojahr und hätte noch 1 Frage zur Sicherheit:
        Da ich unter 58 bin, sollte ich die Arbeitslosenmeldung 1 Jahr + 1 Tag nach Beschäftigungsende machen, um Sperr- und Ruhezeiten zu vermeiden. Ich muss sie aber spätestens innerhalb von 6 Monaten nach dem Dispojahr machen. Ist mein Verständnis korrekt?

        Vielen Dank und viele Grüße, Maria

        • Ja, das Dispojahr sollte mindestens 12 Monate und maximal 18 Monate dauern.
          Wenn aber keine anderen Gründe (höhere Altersstufe, Steuerjahr) dafür sprechen, würde ich immer empfehlen, das Unangenehme gleich hinter sich zu bringen. Dann hat man a.) einen Zeitpuffer (falls doch was dazwischenkommt) und b.) erst nach dem ALG1-Bezug ist man richtig frei.

          • Vielen Dank für die Antwort. Alles klar.
            Ich bespreche alles mit der Arbeitsagentur.

  20. Guten Abend,
    vielen Dank für den sehr hilfreichen Austausch hier.
    Ich brauch nun auch noch mal eine Auskunft bzgl.der An,-und Abmeldung.Für die Profis hier sicher einfach zu beantworten.
    Kann ich mit dem „Verfahren“ Anmelden- Leistungsbescheid abwarten- wieder abmelden und dann nach einem Jahr wieder anmelden, die Sperrfrist (ich weiß das ich eine habe) umgehen?
    Weil das Ereignis das die Sperrfrist ausgelöst hat, dann ein Jahr her ist?
    Oder funktioniert die Verhinderung einer Sperrfrist nur das Dispositionsjahr?
    Wurde sicher hier schon erklärt, aber vielleicht macht sich jemand nochmal die Mühe…
    Vielen Dank

    • Wenn die Sperre erstmal im Bescheid steht, ist es zu spät. Da bringt sie ein Ab-und Anmelden auch nicht mehr runter.

      „Oder funktioniert die Verhinderung einer Sperrfrist nur das Dispositionsjahr?“
      So ist es.

  21. Sehr geehrte Gemeinde der Kundigen,

    Ich bin, bedingt durch Corona, in der Situation, daß ich einen Aufhebungsvertrag zum 28.2.2021 unterschrieben habe und per 25.11.2020 unwiderruflich freigestellt bin. Ich bin 32 Jahre im Unternehmen und erhalte Ende Februar meine Abfindung vom Arbeitgeber.

    Hier meine Fragen:

    Sollte ich mich schon jetzt arbeitslos melden (Arbeitssuchend bin ich schon seit der Unterschrift)? So wird es ja empfohlen…
    Und dann ALG erst nach der zu erwartenden Sperrfrist beantragen? So könnte ich ja dann ab 2022 steuerfrei unterwegs sein und volle 24 Monate ALG beziehen.

    Wer zahlt meine KV (freiw. gesetzlich)? Krieg ich das irgendwie hin oder muss ich bis zum Ende meiner Kündigungsfrist selber zahlen?
    9 Monate zum Quartalsende (30.9.2021)

    Sollte ich meinen Plan mit einem der Agenten besprechen? Ich befürchte eine gewisse Ablehnung, da die Abfindung erheblich ist.

    Ich bin von dem Autor und dieser Seite sehr angetan und bedanke mich ganz herzlich für die Informationen und ggf. die Unterstützung bei meinen Fragen!

    • „Und dann ALG erst nach der zu erwartenden Sperrfrist beantragen?“
      Um die Sperre (samt Verkürzung der Anspruchsdauer auf 18 Monate) kommst Du nur mittels Dispojahr herum. Ich vermute eine Verwechslung mit der Ruhezeit.

      „Wer zahlt meine KV?“
      Während des Dispojahres: Du! Und bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist wahrscheinlich sogar den monatlichen Maximalbeitrag von knapp 800€. Freu dich über die KK-Beiträge, das kann man absetzen und damit werden die 2 Monate Gehalt steuerlich kompensiert. Den Abfindungsrechner (Startseite, rechter Rand, etwas nach unten scrollen) haste schon konsultiert? Wenn nicht, tue es.

      Die Schlapphüte von der Agentur haben den Auftrag, die Fragen ihrer Kunden umfassend zu beantworten und auch auf Möglichkeiten für die Verhinderung von Sanktionen einzugehen. Das steht in der entsprechenden Verwaltungsvorschrift, man braucht also keine Angst vor Ablehnung zu haben.
      Wichtiger ist es, dass man an einen qualifizierten Gesprächspartner (am besten von der örtlichen Leistungsabteilung des Amtes) gerät. Ich vermute, dies gelingt am besten, wenn man eine formlose Mail absetzt, seine Situation grob umschreibt und um Rücksprache bittet wie man Sperr/Ruhezeiten am besten vermeidet.

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