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Kap. 9.3.2.11: Hinweise zum Dispositionsjahr: Fristen für über 58-jährige — 77 Kommentare

  1. Da habe ich wohl Glück gehabt. ich habe mich nach der alten Betrachtungsweise exakt ein Jahr später arbeitslos gemeldet. Die Agentur hat keinerlei Probleme gemacht und ich beziehe seit 6 Monaten AlG 1. ( 24 Monate ohne Sperrzeit) Ich gehe doch schwer davon aus das da nachträglich nichts mehr geprüft wird.?

    • Steht im Bescheid etwa vorläufig oder unter Vorbehalt?

      Meine persönliche Vermutung ist, dass bei den allermeisten AfA das Dispojahr mit einem genauen Jahr funktioniert.
      Die ganzen Klimmzüge sind nur eine Versicherung, weil bei einem Fall (oder waren es zwei) aus der AfA Nürnberg das 1 Jahr + 1 Tag gefordert wurde. Es kann gut sein, dass nur die AfA Nürnberg oder auch nur der eine Sachbearbeiter aus Nürnberg das so sieht. Da man es nicht weiss, geht man mit 1 Jahr + 1 Tag auf Nummer sicher.

    • eSchorsch hat vollkommen Recht:
      Die hier vorgestellte Vorgehensweise ist eine reine Vorsichtsmaßnahme!

      Sie dient nur dazu, evtl. auftretenden Problemen von vorneherein keinen Raum zu geben. In vielen Fällen wird es auch mit der alten Methode (exakt ein Jahr) keine Probleme geben. Und erst recht nicht, wenn der Bescheid bereits 6 Monate alt ist. 😉

      Ansonsten empfiehlt es sich weiterhin, das geplante Vorgehen vorab mit der Agentur abzustimmen.

      Gruß, Der Privatier

  2. Schau’n mer mal…
    Ich habe im Januar 2020 der Agentur auf einer „Erklärung zum Anspruchsbeginn“ mitgeteilt, dass mein Anspruch auf ALG 1 am 01.07.2021 entstehen soll. Damals wie heute galt ja noch die aktuelle Regel (Mit fachl. Weisung zur Berechnung der 5 Jahre).

    Mein Plan bleibt erstmal unverändert.
    Arbeitsende: 30.06.2020; Dispojahr: 01.07.2020 – 30.06.2021; ALG I ab: 01.07.2021; Weitere Details noch nicht festgelegt.
    Mai/Juni 2021 melde ich mich bei der Agentur, um im unwahrscheinlichen Falle eines Falles noch genügend Zeit für die Erstellung eines Alternativplans zu haben.

    Bert.

  3. Was gilt denn wohl, wenn das Dispojahr bereits am 01.12.2019, also nopch Ende 2019 begonnen hat, der 58. Geburtstag aber erst im März 2020 war? Gilt dann noch die alte Regelung, oder?
    Also Arbeitsende: 30.11.2019, Start Dispojahr 01.12.2019.
    Bisher hatte ich geplant, mich erst am 01.12.2020 arbeitslos zu melden, um die Sperrfrist zu umgehen. Doch jetzt bin ich völlig verwirrt. Hasdt Du einen Tipp für mich, Privatier?
    Außerdem frage ich mich, wie man am entscheidenden Tag vorgeht, falls die Agentur für Arbeit wegen Corona geschlossen hat …
    Sabine

    • Was gilt legt letzendlich die bescheidende Behörde fest. Und sei es ein Sozialgericht, wenn man gegen den Bescheid klagt.

      Wegen Corona: Mittlerweile gibt es m.W. auch eine Möglichkeit auf das Ausweisvorzeigen im Amt zu verzichten und die Identifikation online zu erledigen.
      Ich würde in der zweiten Novemberhälfte bei der Hotline anrufen und das Begehren äußern, mich nach einem Dispojahr arbeitslos zu melden. Und die Frge stellen, ob ich das zum ersten oder zweiten Dezember machen sollte und dazu gerne eine qualifizierte Aussage hätte.

  4. Ich danke Euch! Dass die alte Regelung für alle gilt, die im Januar 2020 kein Gehalt mehr beziehen, war mir klar. Ich wusste nur nicht, ob es eine Rolle für die Berechnung der Rahmenfrist spielt, wann man 58 geworden ist …
    Je mehr man in die Materie eintaucht, desto schwummeriger wird einem und man sieht manchmal den Dschungel vor lauter Paragraphen nicht mehr.
    Ich fürchte allerdings, dass so mancher schöne Dispojahr-Plan von Corona durchkreuzt wird. Termine beim Amt gibt es nur noch auf Termin – und den kriegt man nur, wenn man sich arbeitssuchend meldet. Und im Fall einer 2. Welle mit nochmals Abertausenden von Kurzarbeitsantragstellern brechen vermutlich die Online-Verbindungen zum Amt gerade dann zusammen, wenn man sich am Schluss seines Dispojahres arbeitslos melden will. Ich habe jedenfalls jetzt schon Alpträume deswegen – Monate davor. Gerne wäre ich so hartgesotten und abgebrüht wie Ihr!

    • Vielleicht etwas zu Beruhigung:
      Sich an dem „entscheidenden Tag“ arbeitslos zu melden, ist ohnehin keine besonders gute Idee. Einmal ganz unabhängig davon, ob und wie die Situation dann von Corona beeinflusst ist oder nicht.
      Man kann dies deutlich entspannen, indem man sich einige Zeit vorher arbeitslos meldet (mit dem gewünschten Starttermin!). Dies kann bis zu 3 Monate im Voraus geschehen. Wenn man das Vorhaben bereits im Vorfeld mit seiner Agentur abgestimmt hat, sollte ein kurzer Vorlauf von wenigen Wochen reichen. Hat man dies nicht gemacht, empfiehlt sich evtl. ein etwas längerer Zeitraum. Hier kann man dann noch Detailfragen (wie z.B. den von der eigenen Agentur empfohlenen exakten Termin) abstimmen.
      Meine Empfehlung lautet (wie im obigen Beitrag erläutert): 1 Jahr + 1 Tag.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Zu Corona-spezifischen Vorgehensweisen im Zusammenhang mit Meldungen bei der Agentur möchte ich keine Aussagen machen. Ich bitte, die jeweils aktuelle gültigen Vorgehensweisen direkt über die Internetseite der Agentur bzw. die Telefon-Hotline in Erfahrung zu bringen.

    • „Gerne wäre ich so hartgesotten und abgebrüht wie Ihr!“

      Pah, von wegen abgebrüht. Was glaubst Du wie oft mir die Knie im gesamten Prozess vom Aushandeln der Abfindung bis zum „endgültig Privatier sein“ geschlottert haben. Ist aber alles gut gegangen und erscheint in der Nachbetrachtung gar nicht mehr so wild. Kopf hoch, Dir wird es nicht anders ergehen. In einen Jahr lachst Du über die heutigen Sorgen.

  5. Ich bräuchte nochmal Unterstützung. Möchte auf der sicheren Seite sein, von daher lieber einen Tag früher als zu spät mich anmelden. Folgender Sachverhalt:
    Aufhebungsvertrag per 31.12.2019 ( Alter 59) , Beginn Dispojahr 01.01.2020 , dann muss ich dem Arbeitsmarkt am 01.01.2021 wieder zur Verfügung stehen um ALG 1 zu bekommen, früher darf ich auf keinen Fall da ich aus steuerlicher Sicht im Jahre 2020 keine Einkünfte haben darf ?!
    Bis wann spätestens muss ich mich final bei der Agentur gemeldet haben um keine Ansprüche zu verlieren ?
    Wann arbeitssuchend spätestens / frühestens? Wann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen um meine 24 Monate ALG1 zu bekommen ?
    Ab 01.03.2023 gehe ich in Rente .
    Vielen Dank + Grüsse Ralf

    • Laut aktueller Empfehlung sollte das Dispojahr ein Jahr plus einen Tag dauern. Der Beginn der Arbeitslosigkeit sollte daher am 2.1.2021 sein.
      Die Meldung zur Arbeitslosigkeit würde ich aber auf jeden Fall deutlich eher vornehmen (mit Angabe des Starttermins! Kann man bis zu 3 Monate im Voraus machen. Und dies zum Anlass nehmen, eine klare Aussage der Agentur zu bekommen, welchen Termin sie vorschlägt, um keine Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
      Sollte dies nicht gleichzeitig zu erledigen sein, wäre es evtl. nützlich, sich vorab arbeitsuchend zu melden. Dann eine Beratung anfordern, Fragen stellen und dann erst arbeitlos melden. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, deshalb nicht allzu spät beginnen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich konnte den gewählten Namen nicht eindeutig zuordnen und habe ihn deshalb etwas erweitert. Bitte zukünftig nur noch diesen verwenden. Danke.

      • Vielen Dank !!
        Was für Nachteile würden mir entstehen wenn ich doch den 01.01.2020 nehme, denn Sperrzeiten werde ich ja eh nicht haben. Ist dies nicht sicherer um nicht plötzlich bei einer anderen Tageberechnung des Amtes oder des Sachbearbeiters einen Tag zu spät zu sein ?
        Die Meldung arbeitssuchend / arbeitslos hatte ich vor im September ( spätestens erste Woche Oktober) vorzunehmen. Da mein Arbeitsamt derzeitig alles online und am Telefon macht, hoffe ich dass dies reicht.
        Grüße Ralf

        • Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich zu Beginn der Beitrages „Einen Tag länger“ über das alte Verfahren geschrieben habe:

          „[In den letzten 7 Jahren] haben zahlreiche Leser dieses Konzept erfolgreich umgesetzt und teilweise hier auch darüber berichtet. Soweit ich es in Erinnerung habe, gab es bisher keinen einzigen Hinweis darauf, dass die beschriebenen Vorgehensweisen nicht funktioniert hätten.“

          Die neue Empfehlung, das Dispojahr um einen Tag zu verlängern, ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um ganz sicher eine Sperre zu verhindern (Stichwort: Mehr als ein Jahr). Wenn ohnehin keine Sperre zu erwarten ist, kann man diese Vorsichtsmaßnahme auch ignorieren.

          Dennoch würde ich immer empfehlen, vorher bei der Agentur nachzufragen, welches konkrete Datum sie für richtig halten.

          Gruß, Der Privatier

  6. Hi, in der verlinkten fachlichen Weisung finde ich leider nicht den o.g. Hinweis zur Berechnung der Rahmenfrist auf 5 Jahre (Pkt 147.5). Wo finde ich ggf. den korrekten Link oder hat sich da schon wieder was geändert? Danke im Voraus.

    • In der verlinkten fachlichen Anweisung befindet sich unter Pkt. 147.5 ein weiterführender Link mit dem vollständigen Titel „Weitere Informationen (Berechnung der erweiterten Rahmenfrist ab 01.01.2020)“. Dort sind Beispiele und auch die im Beitrag zitierten Textstellen zu finden.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich habe auch lange gebraucht, um den Link zur Zusammenarbeit zu überreden. Erst nach einem Download (PC) und nachfolgendem Öffnen mit dem Acrobat Reader führte der Link tatsächlich weiter. Links in PDFs werden anscheinend in vielen Browsern ignoriert.
        Bert.

        • Ja, stimmt. Muss man aber auch erst wissen… (Nur) im PDF öffnet sich der Link. Am Ende werden wir nicht ALG- sondern auch noch IT Experten 🙂 Danke für die super schnelle Hilfe.

          • Moin,
            Falls der Link auch aus der PDF nicht reagiert, – ueber „Optionen“-> „Anlagen“ versuchen…
            Nur Versuch macht kluch.

            Gruesse
            ratatosk

  7. Hallo Zusammen, ich stehe jetzt kurz vor Ende des Dispojahres. Könnt Ihr mir sagen, wie ich es richtig mache? Hier meine Daten:
    Aufhebungsvertrag bei Bosch im August 2019 unterschrieben mit Abfindung, Auszahlung per Ende Januar 2020.
    Zum 31.10.2019 Tätigkeit bei Bosch nach 41 Jahren und 2 Monaten beendet.
    Beim Arbeitsamt gemeldet, jedoch gesagt, dass ich ab 01.11.2019 mich nicht arbeitslos und arbeitssuchend melde, sondern ein Dispojahr einlege. Das ging gut soweit.
    am 04.10.2020 werde ich 58 Jahre.
    Ich würde mich nun am 10.10.2020 beim Arbeitsamt für 01.11.2020 (Sonntag) arbeitssuchend melden und Antrag auf Arbeitslosengeld stellen.
    Mache ich es damit richtig, oder soll ich mich erst für ab 02.11.2020 arbeitssuchend melden?
    Danke sehr für Euer Feedback und Hilfe. Viele Grüße Bernhard

    • Hi, wenn ich alle Diskussionen richtig verfolgt habe, wäre 1 Jahr und 1 Tag richtig, also eher der 2.11.. Dann sollte auch eine Arbeitslosmeldung erfolgen, da ja Bezug von Alg 1 „angestrebt“ wird. Aber ich überlasse dem Privatier hier das „letzte“ Wort.

      • Naja, das „letzte“ Wort hat die Agentur für Arbeit.
        Sich ein paar Wochen vor dem Termin (wie geplant) zu melden und die Details zu besprechen, wird auch der Privatier befürworten.
        Die Agentur soll den Kunden laut fachlicher Weisung zu §137 SGB III ja beraten, wie man es am besten macht:
        https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-137_ba015144.pdf

        (2) Bei nahe liegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten ist der Arbeitslose zu informieren. Dies kann der Fall sein, wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z. B. wenn
        (…)
        – die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 Abs. 2 Satz 2),
        (…)

        Das höhere Lebensalter mit 24 Monaten ALG I wurde ja schon mit einer Punktlandung erreicht. Glückwunsch!

        Bert.

    • Aus rechtlicher Sicht gibt es ein Zeitfenster, innerhalb dessen eine Arbeitslosmeldung ohne Nachteile möglich ist. Dieses beginnt exakt ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit und endet 20 Tage später (Berechnung siehe Beitrag oben).

      Da die Sichtweisen und Interpretationen der Regeln schon einmal von Agentur zu Agentur leicht abweichen, würde ich auf jeden Fall immer eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Agentur ist dazu verpflichtet und (wie oben schon geschrieben) muss sowohl auf Nachteile als auch auf Vorteile aufmerksam machen.

      Ganz wichtig ist aber: Es muss eine Arbeitlos-Meldung werden! Keine Arbeitsuchend-Meldung (wie oben geschrieben).

      Gruß, Der Privatier

  8. Lieber Privatier,
    Am 01.06.2021 endet mein Arbeitsverhältnis per Aufhebungsvertrag. Ich muss ein Dispositionsjahr einlegen.
    Ist es möglich durch Bezug von Krankengeld während des dispojahres den Krankenkassenbeitrag zu umgehen . Oder macht Krankengeld das Ganze zunichte?
    Z.B.: vom 01.06.21 bis 01.01.22 Krankengeld
    Dann bis 01.06.22 keine Einkünfte, kassenbeitrag selber bezahlen, dann Arbeitslosneldung am 01.06.22
    Ich bin bereits 58 Jahre alt.

    • Der Bezug von Krankengeld nach dem Ende einer Beschäftigung ist nicht hinderlich. Es gibt allerdings zwei Dinge zu beachten:

      1. Es ist darauf zu achten, dass die Arbeitsunfähigkeit noch während der Beschäftigung beginnt und dann lückenlos weiter bescheinigt wird.
      2. Der Bezug von Krankengeld wird bei der Berechnung der ALG-Höhe nicht berücksichtigt. Das kann gerade in Verbindung mit einem Dispojahr dazu führen, dass eine fiktive Bemessung zum Tragen kommt. Details dazu im Beitrag:
      https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-fiktive-bemessung

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo,
    ich steige aktuell in die Verhandelungen zu einer Trennung mit Abfindung ein.
    Da es sich um ein größeres Programm handelt, kenne ich die meisten Eckpunkte schon vorab.
    Ich kann mein Ausscheiden (nach langjähriger Beschäftigung) bis längstens zum 30.06.2022 hinausziehen.
    Am 03.07.2023 werde ich 58 Jahre alt.
    Ist nun folgende Rechnung für den spätesten Start von ALG 1 korrekt?
    Schrittweise angesetzt:
    1) Ausscheiden 30.06.2021, dann 48 * 30 = 1.440 Tage zurück = 21.07.2017 (Excel sie Dank)
    2) Ende des Betrachtungszeitraums -> 5 Jahre hinzu -> 21.07.2022
    Damit hätte ich nach dem 03.07.2022 sowohl das Dispojahr, wie auch den Anspruch auf 24 Monate ALG1 erreicht und quasi noch ca. 2 Wochen für den Start dessen Inanspruchnahme.
    Auf jeden Fall werde ich zu gegebener Zeit den Kontakt zur Behörde suchen, hätte jetzt einfach nur gerne eine Rückmeldung, ob ich das Vorgehen richtig verstanden habe.
    Im voraus meinen besten Dank.
    Grüße
    R_

    • „Damit hätte ich nach dem 03.07.2022 … den Anspruch auf 24 Monate ALG1 erreicht“

      Aber nicht, wenn Sie wirklich erst am 03.07.2023 58 Jahre alt werden!
      Für die 24 Monate ALG müssen Sie sowohl die 48 Monate an versicherungspflichtigen Zeiten vorweisen können als auch zum Beginn der Arbeitslosigkeit 58 Jahre alt sein.

      Oder ist irgendwo in den Jahreszahlen ein Schreibfehler?

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die rasche Antwort.
        In der Tat ein peinlicher Schreibfehler, 03.07.2022 wären für den 58. Geburtstag korrekt.
        Wären damit die Voraussetzungen für 24 Monate ALG im obigen Kontext gegeben(Ausscheiden zum 30.06.2021 und Antrag auf ALG1 zw. dem 03. und 21.07.2022 bei zuvor langjähriger, durchgängiger Beschäftigung)?
        Danke und Gruß
        R_

  10. Vielen Dank für die Hinweise auf Ihrer Seite und Ihr Engagement in diesem Thema.
    Sie haben mir die Orientierung wirklich deutlich erleichtert.

    Ev. noch eine Frage. Sie schreiben, dass die Krankenkassenbeiträge (freiwillige GKV) seit 2020 bis zu 3 Jahre (zuvor 2,5 Jahre) im voraus gezahlt werden können.
    Ich konnte noch keine Quelle für diese Erweiterung finden.
    Könnten Sie mir da ev. weiterhelfen?

    Vielen Dank und viele Grüße

    Rolf Merz

  11. Hallo,
    ich plane meinen Ausstieg aus dem Arbeitsleben und bin auf diese sehr interessante Seite gestossen. Natürlich möchte ich etwaige Sperrungen vermeiden. Ich habe mich auch schon umfangreich auf den Unterseiten eingelesen. Vielen Dank an den Initiator und den Anderen für die Arbeit und Engagement dies bezüglich.

    Für mein Verständnis hätte ich da noch Fragen.
    Ich bin 58 Jahre, möchte zum 31.10.2020 mein Arbeitsverhältnis kündigen.
    Danach folgt ein Dispositionsjahr.
    Ich würde mich lt. Privatier, am 01.11.2021, bzw. am 02.11.2021 weil 01.11. ein Feiertag ist, arbeitslos melden.

    Meine Fragen:
    1) Wann ist der bessere Zeitpunkt für ein Beratungsgespräch bei der AA? Noch vor der Eigenkündigung, gleich am Anfang des Dispositionsjahres oder paar Wochen vor dem Ende der Dispositionsjahres? Oder überhaupt?
    2) Wenn ich vor der Eigenkündigung arbeitsunfähig geschrieben bin, aber der Arbeitgeber noch zahlungspflichtig ist, und dann eben zum 31.10. kündige, zahlt dann die Krankenkasse nach dem 31.10. weiter?
    3) Die Frage auch, wenn ich vor der Kündigung schon Krankengeld von der Krankenkasse beziehe, zahlt diese dann nach dem 31.10. weiter?
    4) Ich werde mich nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses ja nicht arbeitlos melden. Zahlt die Krankenkasse trotzdem weiter?
    5) Wirken sich Punkt 2) und 3) auf den Ablauf des Dispositionsjahres aus, wenn die Krankenkasse weiter bezahlt? Ändern sich dann die Fristen oder geplanten Daten?
    6) Wenn ich das richtig verstanden habe handelt die AA, momentan laut Anweisung, gegen die Rechtssprechung. Soweit wäre bis dato alles i.O. Wenn sich die Vorgaben aber negativ ändern sollten, und die AA gesetzeskonform handelt, wie wäre das Szenario?
    Gäbe es dann noch eine Möglichkeit. die Sperrfrist zu vermeiden oder bedeutet dies, dass im schlechtesten Fall eine 6-wöchige Sperrfrist fällig ist?
    7) Und besonders wichtig, muss ich mich dann auf alle Fälle vor Ablauf des Dispositionsjahres arbeitslos melden, um die Anwartschaft nicht zu verlieren?

    Sehr viele Fragen um deren Beantwortung ich sehr dankbar wäre.
    Vielen Dank im voraus.
    Grüsse

    • Zu 1: Ich würde das Gespräch zu einem möglichst frühen Zeitpunkt suchen. Also jetzt.

      Zu 2-4: Die Krankenkasse sollte durchgehend Krankengeld zahlen. Es gibt aber immer wieder Fälle, in denen die Krankenkasse Probleme bereiten.

      Zu 5: Mit dem Bezug von Krankengeld könnte man ein Dispojahr u.U. etwas ausdehnen. Aber: Man sollte darauf achten, dass trotz Dispojahr und Krankengeld zu Beginn der Arbeitslosigkeit noch 150 Tage mit „echtem“ Arbeitsentgelt in den vorangegangenen zwei Jahren zur Verfügung stehen. Ansonsten droht eine fiktive Bemessung!

      Zu 6: Nein, falls die Agentur sich doch einmal an die 60-monatige erweiterte Rahmenfrist halten sollte, schafft man im Alter von 58+ nach einem Dispojahr die 48 Monate Beschäftigung nicht mehr, d.h. der Anspruch beträgt dann nur noch 18 Monate. Oder man nimmt die Sperrfrist in Kauf – dann sind es auch 18 Monate.

      Zu 7: Zum Ende eines Dispojahres sollte die Arbeitslosmeldung immer mit ein paar Wochen Vorlauf erfolgen. Aber mit dem Ziel-Termin (wichtig!).

      Gruß, Der Privatier

  12. Schönen guten Tag Privatier,
    obwohl Sie die Frage nach dem korrekten Vorgehen bereits mehrfach beantwortet haben, würde ich trotzdem gerne auch meine persönliche Situation schildern und nach dem korrekten Vorgehen fragen.
    Mein Arbeitsverhältnis wird am 31.12.2020 nach 36 Jahren mit einem Aufhebungsvertrag und Abfindung enden. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre alt.
    Sobald ich den unterschriebenen Aufhebungsvertrag in Händen habe, werde ich mich beim Arbeitsamt melden und auf das Dispositionsjahr hinweisen.
    Nach Ende des Dispositionsjahres werde ich mich – wenn ich alles richtig verstanden habe – mit einigem Vorlauf zum 02.01.2022 arbeitslos (nicht arbeitssuchend) melden. Da ich zu diesem Zeitpunkt 58 Jahre alt bin, habe ich Anspruch auf 24 Monate Arbeitslosengeld.
    Ist dies die korrekte Vorgehensweise?
    Herzlichen Dank bereits vorab für Ihre Rückmeldung dazu.
    Schöne Grüße Ute

  13. Frage:
    Ich bin über 58 und seit dem 01.07.2020 aufgrund einer Eigenkündigung arbeitslos gemeldet. Ich habe die letzten 30 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet.
    Nach einer absolvierten Sperrzeit, beziehe ich ab Sep. 2020, ALG1.
    Aufgrund der Eigenkündigung wird der Leistungszeitraum ebenfalls um 1/4 gekürzt, anstatt 24 Mon., gilt der Leistungsanspruch somit nur für 18 Mon., bis Mitte März 2022.
    Zusammenfassung:
    ALG1 nach Sperrzeit, ab Mitte Sep. 2020 bis Mitte März 2022 = 18 Monate.

    Meine Frage:
    Würde ich beispielsweise die Inanspruchnahme von ALG1 ab 30.09.2021 durch Abmeldung bei der ARRGE unterbrechen, stellt sich mir die Frage, ob ich mich danach und zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. dem 01.02.2022, wieder bei der ARGE anmelden darf, um die restlichen Monate ALG1 zu beziehen?

    Besten Dank und Gruß,
    Katinka

  14. Hallo,

    ich habe mich Aufgrund meines Aufhebungsvertrages zum 31.12.2020 rechtzeitig bei der Arbeitsagentur als Arbeitssuchend gemeldet mit dem ausdrücklichen Hinweis keine Leistungen empfangen zu wollen und ein Sabatjahr in Anspruch zu nehmen.
    Nach Rückfragen hat mir die Bearbeiterin die Empfehlung gegeben mich mindestens einen Tag arbeitslos zu melden. Dies wäre sicherer für den Verlauf meines Dispojahres.

    Frage: ich habe bisher immer gelesen das es sehr wichtig sei die Arbeitslosenmeldung ausschließlich am Ende des Dispojahres anzugeben und niemals zu Beginn.
    Was hat es mit dieser 1 Tag Arbeitslosenmeldung auf sich und ist dies kritisch für den weiteren Verlauf?

    Vielen Dank für all die Bemühungen und Unterstützung
    Gruß Christian

    • Besten Tag und Gegenfrage: Was hat es mit der arbeitssuchend-Meldung auf sich, wenn man doch gar keine sucht? Sich mit dem AA absprechen ist ja ok, aber ich las weder hier im Blog noch in den Büchern, dass man sich suchend melden sollte (wenn man doch gar nicht sucht)?
      MbG
      Joerg

      • Hallo Joerg,

        das ist wohl richtig. Vom Grundsatz bin ich nicht Arbeitssuchend und auch nicht Arbeitslos, da ich ja mein Sabatjahr aus steuerlichen Gründen mit eigenen Mitteln absolvieren möchte.
        Das hat die nette Beraterin von der Arbeitsagentur auch verstanden,
        da ich ja wie schon erwähnt die Leistungen der Arbeitsagentur für dieses Sabatjahr nicht in Anspruch nehmen möchte/werde.
        Meine Frage bezog sich darauf:
        Was hat es mit diesem 1 Tag Arbeitslosenmeldung auf sich und ist dies kritisch für den weiteren Verlauf?

        Beste Grüße und Vielen Dank für Rückmeldungen
        Christian

    • Nunja, das würde zu einer Sperre wegen Arbeitsaufgabe (und Kürzung der Anspruchsdauer um 1/4) führen.
      M.W. sind Sabatjahr und Dispojahr keine feststehenden/geschützten Begriffe bei der Agentur. Viele Mitarbeiter dort mögen das kennen (wie wir es kennen), aber man kann sich nicht darauf verlassen, sondern muss erklären, dass man sich nicht gleich arbeitsos melden will, sondern erst nach einem Jahr damit man nicht von Sperreiten betroffen ist.

      Ausnahme siehe das Beispiel von Gad https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/#comment-29027
      wo die Agentur Nürnberg wohl eine AL-Meldung direkt nach Arbeitsende verlangt und dann eine Disposition (im Sinne von Verschiebung des Leistungsbezuges) um ein Jahr arrangiert.

    • Noch eine Ergänzung bzw. Bestätigung von mir:
      Der eine Tag Arbeitslosmeldung direkt nach Beschäftigungsende bietet tatsächlich die höchste Sicherheit bzgl. des ALG-Anspruches, denn damit wird der ALG-Anspruch offiziell festgestellt und hat danach 4 Jahre Bestand. Man könnte also sogar eine Auszeit von mehreren Jahren nehmen. Insofern ist die Aussage der Agentur durchaus korrekt.

      Allerdings hat diese Meldung negative Folgen, wie z.B. eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe und dadurch eine Reduzierung des Anspruches um 1/4. Weiterhin wird das Alter zum Beginn der Arbeitslosigkeit verwendet und es entfällt die Chance, im folgenden Jahr ggfs. eine nächste Altersstufe zu erreichen.

      Von daher wäre es für die korrekte Durchführung eines Dispojahres sehr schädlich, sich für diesen einen Tag zu Beginn arbeitslos zu melden. Wesentlich sinnvoller wäre es erst nach (mindestens) einem Jahr.

      Gruß, Der Privatier

  15. Vielen Dank nochmals für die Rückmeldung.
    Durch das Buch und die vielen beschriebenen Erfahrungen im Block war mir das eigentlich klar!
    Aber wie schnell wird man in der Realität doch Verunsichert durch gesetzliche Veränderungen und wohlgemeinte Tipps auch von der Arbeitsagentur, welche aber nicht Zielführend für meine Interessen sind.

    Beste Grüße Christian

    • @Christian: Die Verunsicherung fühle ich auch beim Studium der vielen Beiträge, deshalb auch meine etwas inquisitorische Gegenfrage 😁 Gut, dass es Peter, eSchorch, Lars und viele mehr gibt, die auf den rechten Weg führen…
      MbG
      Joerg

  16. Lieber Privatier,

    ich habe mein Arbeitsverhältnis mit einem Aufhebungsvertrag zum 31.12 2019 beendet. Die Abfindung wurde am 31.01 2020 gezahlt. 2020 bin ich 60 Jahre alt geworden. 2020 habe ich das Dispositionsjahr genommen, und werde mich am 01.10.2020 beim Arbeitsamt melden, um mich zum 01.01.2021 arbeitslos und gleichzeitig arbeitssuchend melden. Das sollte doch die richtige Vorgehensweise sein, um ab 01.01.2021 für 24 Monate Arbeitslosengeld zu beziehen?
    Bitte daher um kurze Info.
    Besten Dank.
    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen

    • Vorab: Ich habe Ihren Namen etwas erweitert, um ihn von anderen Kommentaoren unterscheiden zu können. Bitte verwenden Sie nur diesen Namen! Danke.

      Wie oben im Beitrag beschrieben, sollte sowohl der 01.01. als auch der 2.1. ein möglicher Termin sein. Der eine Tag länger ist eine Vorsichtsmaßnahme, um auf jeden Fall die Bedingung „länger als ein Jahr“ zu erfüllen.

      Die sicherste Variante ist, wenn Sie vorab Ihrer zuständigen Agentur die Situation bzw. Ihr Vorhaben schildern und sich von dort den genauen Termin bestätigen lassen, bei dem Ihnen keine Nachteile entstehen (Sperrfrist, Dauer des Anspruches).

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo,

    zu meiner Situation. Bin JG61, also älter als 58.
    Habe am 31.3.2020 einen Aufhebungsvertrag zum 30.09.2020 mit Abfindung unterschrieben.
    War seit 1.3.86 im Unternehmen.
    Im Juni hab ich mich online arbeitssuchend gemeldet.

    Wenn ich jetzt ein Dispo-Jahr machen will, also erst arbeitslos zum 2.10.2021 melden – muss ich dann die Arbeitssuchend-Meldung zurückziehen?
    Oder sollte ich jetzt im Sept einen Termin (wg Corona wahrscheinlich telefonisch) mit der AfA machen, um das Vorgehen bzgl. dem Dispo-Jahr abzusprechen?

    Besten Dank
    Christof.

    • Noch eine Nachfrage:
      Muss man sich während des Dispo-Jahres aktiv dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen?
      oder gilt das erst ab Arbeitssuchend-Meldung?

      VG, Christof

    • Moin Christof,

      ich würde online die „Arbeitssuchend“ Meldung sofort zurückziehen und mich jetzt im September bezüglich des Dispojahres mit der AfA abstimmen und nein, du musst während des Dispojahres nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das gilt erst ab der Arbeitsuchend-Meldung.

      Gruß
      Lars

        • Guten Morgen,
          hatte am Freitag noch um eine Beratungstermin gebeten und prompt rief mich heute morgen schon ein nette Dame aus Rosenheim zurück.

          Zur Wahrnehmung des Dispositionsrechts soll ich

          1) im nächsten Jahr im Juli/Aug (spätestens 30.09.21) eine Arbeitslos-Meldung zum 1.10.2021 einreichen – auf keinen Fall zum 2.10.2021. Sie war da ganz strikt. Dann würden in 2021 doe Ruhe/Sperrfristen entfallen und ich hätte Anspruch auf max 24 Monate ALG1

          2) jetzt über das ServiceZentrum die Arbeitssuchend-meldung zurückziehen und dammit abmelden.

          Schriftlich habe ich leider nichts von ihr bekommen.

          Ich würde jetzt die Abmeldung machen und dann im nächsten Jahr nochmal den genauen Termin zur Arbeitslos-Meldung abklären.

          Macht das so Sinn oder wie bekomme ich etwas schriftlich dazu von der AfA?
          Evtl in der Abmeldung die Termine vermerken und um Bestätigung des Vorgehens bitten?

          Schöne Woche, Christof

          • Moin Christof,

            dass ging aber schnell, danke für die Rückinformation. Ich würde die nette Dame von der AfA einmal anrufen, ob Sie Dir einen 3-Zeiler dazu schreiben kann, dann hast Du etwas Schriftliches in der Hand (mit Terminvorgaben).

            @privatier
            Dein Vorschlag vorher mit der AfA zu sprechen und den Sachverhalt darzustellen (Anliegen ohne explizit Dispositionsjahr zu nennen) ist sehr wichtig. In Christofs Fall will die SB, dass die AL-Meldung zum 01.10.2021 erfolgt, obwohl ich Deine Empfehlung zur Vorgehensweise 1Jahr + 1 Tag schlüssig finde.

            Gruß
            Lars

          • @Christof

            Ich würde mich abmelden und nächsten September anfragen, welcher Termin denn nun „besser“ ist: 1.10 oder 2.10.

            @Lars:
            Bis vor Kurzem wurde hier auch hier die Wichtigkeit des genauen Jahres gepredigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jeder Mitarbeiter der Leistungsabteilung so tief in den Paragraphen steckt wie unser Privatier 🙂
            Sprich, wenn man sich mit dem obigen Text präpariert, dann kann man sicher Eindruck schinden und seinen Gesprächspartner von der Richtigkeit des 02.10 überzeugen. Aber das ist ja gar nicht das Ziel, man will ja nur mit den Leuten vom Amt gut auskommen und einen Bescheid über den maximalen Zeitraum

    • Noch eine kurze Ergänzung dazu:

      Eine Arbeitsuchend-Meldung ist bei einem Dispojahr eigentlich gar nicht erforderlich. Siehe dazu auch Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung

      Manche Agenturen bieten allerdings ihre Beratungen nur dann an, wenn jemand zumindest arbeitsuchend gemeldet ist. Von daher würde ich zuerst die Beratung in Anspruch nehmen und mich dann anschliessend vollständig abmelden. Eine korrekte Beratung sollte übrigens im Ergebnis dann auch eine Abmeldung empfehlen.

      Bei der Absprache mit der Agentur zum geplanten Dispojahr wäre es empfehlenswert, auf spezielle Begriffe wie „Dispo-“ oder auch „Sabbat-Jahr“ zu verzichten, sondern ganz einfach das geplante Vorhaben zu schildern, inkl. der beabsichtigten Folgen (keine Sperre und ALG-Dauer). Die Gründe dafür werde ich in einem Beitrag erläutern, der Anfang der nächsten Woche erscheinen wird.

      Gruß, Der Privatier

  18. Lieber Privatier,

    ich habe einen Schreibfehler festgestellt, mit richtiger Vorgehensweise meinte ich 02.01.2021 und nicht 01.01.2021.

    Gruss

    Jürgen

  19. Lieber Privatier,
    Habe mit Interesse den Beitrag über das Dispositionsjahr gelesen.
    Frage: was passiert wenn das Arbeitsamt diese Anweisung nicht mehr anwendet?
    Hat man dann wenigstens einen Anspruch auf 18 Monate ALG 1?
    Diese Rahmenfrist hat man doch dann erfüllt.

    Grüße

    Tatjana

    • Richtig. Der Anspruch auf 18 Monate würde weiterhin erhalten bleiben. Allerdings wäre damit dann ein wesentliches Ziel eines Dispojahres verfehlt, welches ja u.a. darin besteht, einen vollen Anspruch (ohne Reduzierung durch Sperre) zu erhalten.

      Die 18 Monate hätte man (je nach Alter) u.U. dann nämlich auch ohne Dispojahr erreichen können: „Normaler“ Anspruch = 24 Monate, abzgl. Reduzierung durch Sperre = 6 Monate, ergibt auch 18 Monate. Gilt natürlich nur dann, wenn man auch ohne Dispojahr bereits das Alter von 58 Jahren erreicht hat.

      Gruß, Der Privatier

  20. Lieber Privatier,
    ich werde voraussichtlich noch diesen Monat einen Aufhebungsvertrag zum 31.03.2021 unterschreiben. Wann sollte ich mich zu einem ersten Beratungsgespräch zum einem Dispo- bzw. Entspannungs – Jahr bei Agentur für Arbeit melden. Gibt es einen Unterschied, wenn ich das im September oder ggf. im November mache.

    Viele Grüße
    Jürgen

      • Danke für Antwort. Ja das ist mir bewusst und lässt sich nicht verändern. Ich kann allerdings die Auszahlung ins nächste Jahr (Jan. 2022) mitnehmen, aber da möchte ich ja ab 01.04.2022 ALG1 beziehen das würde sich doch auch wieder negativ auswirken. Oder sehe ich das falsch? zur fünftelregel bleibt auch noch zu sagen wir werden zusammen veranlagt und meine Frau ist einem Arbeitsverhältnis.

        • Nö, ist leider so. Auch Einkünfte die dem Progressionsvorbehalt unterliegen sind „steuerschädlich“ für die Fünftelregelung.

          Abhilfe(n): Du kannst dich auch nach dem Dispojahr nur kurz arbeitslos melden und dann wieder abmelden (und den Rest ab 2023 in Anspruch nehmen). Oder das Beschäftigungsende auf den Jahreswechsel vorziehen. Oder diverse steuerliche Ausgleichsmaßnahmen angehen. Und alle Möglichkeiten zusätzlich für getrennte Veranlagung durchspielen.

  21. Moin eSchorsch,

    ich habe nichts davon geschrieben den SB vom z.B. den 01.10. oder den 02.10. zu überzeugen oder Eindruck zu schinden, ich würde den Ball der AfA und damit der/den SB zu spielen. Das Anliegen rechtzeitig darlegen, nach Möglichkeit etwas Schriftliches zu bekommen und diese „vorgegebenen“ Termine dann passgenau umsetzen.
    Die oben vom Privatier dargestellte Vorgehensweise ist für mich absolut schlüssig/plausibel/verständlich und mit den gesetzlichen Paragraphen untersetzt. Ob das (siehe oben) alle SB in den jeweiligen Leistungsabteilungen kennen, bezweifele ich.

    Gruß
    Lars

    • Ja, aber ich schrieb vom SB überzeugen :q
      War aber von mir falsch adressiert, war mehr an die Allgemeinheit und nicht an Dich persönlich gerichtet.
      Mir ging es eher drum, dass man mit beiden Datümern ans Ziel gelangen kann, aber je nachdem wie der Wissensstand des SB ist, muß man halt eventuell als gelehriger Schüler des Privatier auftreten, Paragraphen präsentieren und Diskussionen meistern.

      Mit dem „Schriftliches in der Hand“ hast Du recht, schöner ist das. Ich finde das im Fall von Christof aber nicht schlimm, er muß halt in einem Jahr nochmal freundlich nachfragen.

  22. Hallo miteinander,
    ich bringe aus einem Gespräch mit der Afa neue Infos zu den Themen 1 Jahr + 1 Tag und zum Begriff „Dispositionsjahr“ mit!
    Mein Jahr ist fast um und so wollte ich mich als frischgebackene 58-Jährige vorsorglich mit der Afa kurzschließen. Auf meine Frage, ob ich nach Arbeitslosmeldung nach genau 1 Jahr eine Sperrzeit wegen meines Aufhebungsvertrags zu befürchten habe, bekam ich folgende interessante Antwort:
    „Nein, Sie haben keine Sperrzeit zu befürchten. Da Sie ein „Dispositionsjahr“ in Anspruch genommen haben und das auslösende Ereignis – also in Ihrem Fall der Aufhebungsvertrag – schon über 1 Jahr zurückliegt, prüfen wir keine Sperrzeiten mehr – das wäre technisch gar nicht möglich.“
    Ist diese Antwort nicht interessant? Ich hatte den Begriff „Dispositionsjahr“ nie verwendet – aber die Sachbearbeiter kennen und verwenden ihn ganz im Sinn von „1 Jahr lang nichts arbeitslos melden“.
    Und die Interpretation des Begriffs „auslösendes Ereignis“ ist sicher ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer für alls über 58-Jährigen, die im Aufhebungsvertrag auch eine unwiderrufliche Freistellung vereinbart haben. Wer eine Freistellung hatte, kann auch ein verkürtztes Dispositionsjahr einlegen – er muss kein Jahr warten und bekommt trotzdem keine Sperrzeit. Denn gemäß der fachlichen Weisungen zur Sperrzeit
    beginnt die Sperrezeit bereits mit Beginn einer unwiderruflischen Freistellung zu laufen:
    „159.2 Beginn und Ende der Sperrzeit(1) Sie beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis, an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.“
    Beste Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine,
      ganz herzlichen Dank für diese Rückmeldung! Sie ist in doppelter Hinsicht sehr interessant.
      Einmal ist es natürlich interessant zu erfahren, dass es durchaus weiterhin Agenturen gibt, die das Dispojahr mit derselben Definition verwenden, wie es hier im Blog beschrieben ist. Als Begründung für den Wegfall der Sperre den Aufhebungsvertrag als auslösendes Ereignis zu verwenden, erscheint mir aber ein wenig daneben gegriffen. Ist aber vielleicht auch nur eine „unscharfe“ Formulierung, denn sie wird ja nachher korrigiert: Das auslösende Ereignis ist in der fachlichen Weisungen zur Sperrzeit richtig definiert, nämlich als Ende der Beschäftigung.

      Und das ist dann (zusammen mit der unwiderruflichen Freistellung) der wesentlich interessantere Aspekt! Er ist in der Tat DIE Chance für über 58-jährige ein Dispojahr ohne Zittern und Bangen mit dem vollen 24-Monate ALG-Anspruch abzuschliessen.

      Ich werde dazu noch ein gesonderten Kommentar verfassen, weil ich diesen Aspekt für sehr wichtig halte. Vielen Dank, dass Du darauf aufmerksam gemacht hast.

      Gruß, Der Privatier

  23. Leserin Sabine hat hier eine Erkenntnis aus einem Gespräch mit ihrer Agentur wiedergegeben, die ich im Zusammenhang mit den oben im Beitrag geschilderten Fristen für über 58-jährige für außerordentlich wichtig halte.
    Und auch wenn die Erkenntnisse nicht neu sind und auch hier sicher schon mehrfach erwähnt wurden, so habe ich sie beim Schreiben des obigen Beitrages ganz einfach vergessen. 🙁

    Es geht um den Effekt einer unwiderruflichen Freistellung zum Ende einer Beschäftigung.

    Mit dem Beginn einer unwiderruflichen Freistellung ist nämlich auch der Beginn der Beschäftigungslosigkeit verbunden (wichtig: Nur bei der unwiderruflichen!). Damit wäre aber eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Arbeitslosmeldung gegeben. Das soll hier zwar keiner machen, denn es würde ohnehin kein ALG geben, da ja noch weiterhin Gehalt bezogen wird.
    Aber mit dem Beginn der Beschäftigungslosigkeit beginnt auch eine mögliche Sperrfrist wg. Aufgabe des Arbeitsplatzes zu laufen. Das Ereignis, welches eine Sperrzeit begründet, ist das Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Und das endet mit dem Beginn der Freistellung.
    Daraus folgt aber, dass die Ein-Jahres-Frist, die verstreichen muss, damit am Ende durch die Sperre keine nachteiligen Folgen entstehen, entsprechend früher abläuft. Beispiel: Wer im Aufhebungsvertrag eine 3-monatige unwiderrufliche Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhälnisses vereinbart, kann sein Dispojahr bereits 3 Monate früher beenden (also 9 Monate nach Ende des Arbeitsverhälnisses).

    Wenn das gelingt, so sind damit sämtliche Bedenken, die vielleicht aufgrund von Zweifeln an der Rechnung mit 30 Tagen/Monat und auch an der momentan „freundlichen“ Handhabung der erweiterten Rahmenfrist (5 Jahre anstatt 60 Monate) noch bestehen, unerheblich.
    Eine unwiderrufliche Freistellung zum Ende der Beschäftigung sichert auch dem über 58-jährigen die Vorteile eines Dispojahres.

    Gruß, Der Privatier

  24. Hallo allerseits,

    vor meiner Frage etwas Historie:

    Dez 2019 habe ich meine Aufhebung nach ca. 33 ununterbrochenen Dienstjahren unterschrieben. Das Arbeitsverhältnis „endet auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen“ zum 30.09.2020.

    Seit 01.04.2020 bin für 6 Monate freigestellt und beziehe weiter reguläres Gehalt. Mitte Juni habe ich mich schön ordentlich arbeitssuchend gemeldet. Die Abfindung wird (mit meiner vollen Absicht) in einem Stück mit dem Septembergehalt ausgezahlt. Ich würde mich also am 01.10.2020 regulär arbeitslos melden, möchte aber „disponieren“.

    Mein Vorhaben habe ich der Agentur jetzt einfach kundgetan in dem ich per Mailkontaktformular um Beratung zu einer „Auszeit vor der Arbeitslosmeldung“ gebeten habe. Wahrscheinlich bekomme ich dann einen Anruf eines Beraters. Trotzdem mache ich mich gerne auch hier beim Privatier etwas schlau….

    Ich möchte disponieren weil ich im August 2021 58 werde (24 Monate ALG1) und um 2020 Steuern zu sparen. Nachdem wir auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen aufgehoben haben und dabei Kündigungsfristen gewahrt haben rechne ich nicht mit Sperrzeiten und Ruhezeiten. So haben mir der Personaler, ein Telefonberater der Agentur und eine Arbeitsrechtsanwältin das im Dezember bestätigt.

    Für mich gibt es jetzt 2 Zeitpunkte:
    Der absolut sichere Fall: In 1 Jahr + 1 Tag, also am 02. Oktober 2021 die Arbeitslosigkeit beginnen lassen indem ich das Formular vielleicht schon in der Woche vorher einreiche aber auf den 02.10. datiere. Dann gäbe es endgültig zweifelsfrei keine Sperr- und Ruhezeiten, ich bin 58 und ein Agent der die Dienstvorschriften bezüglich Rahmenfristen usw nicht kennt kann mir auch nix.

    Der immer noch sichere Fall: Ich glaube wirklich dass ich keine Sperre/ Ruhe bekomme und gehe gleich im August nach meinem 58. Geburtstag einreichen und datiere den Beginn der Arbeitslosigkeit im Formular auf den naja, 01.09. – ist ein bisschen schöner für die Steuer.

    Frage 1: habe ich alles was ich hier gelesen habe damit so einigermassen richtig gedanklich umgesetzt?
    Frage 2: Beim „sicheren Fall“ Ich gehe z.B. am 29.09. einreichen. Der 02.10. ist ein Samstag. Was trage ich ein? Trotzdem den 02.? Bin gespannt ob das vordatieren im Online-Formular funktioniert falls wir dieses Corona-bedingt immer noch verwenden müssen.
    Frage 3: Es sollte hinsichtlich „guter Zusammenarbeit“ doch reichen dass ich mein Vorhaben jetzt grundsätzlich mit der Bitte um Beratung kundgetan habe. Ins Detail, wie wir weiter im Herbst 2021 vorgehen kann man doch auch in den nächsten Monaten noch ganz in Ruhe mit der Agentur besprechen oder habe ich da irgendwelche tückischen Regeln und Fristen übersehen? Sprich: Ich muß das nicht ins Letzte geklärt haben VOR dem 01.10.2020?

    Damit ich vielleicht auch eine Antwort gebe ohne dass ich weiß ob einer die Frage stellen wird:
    Ja, ich lass mir, trotzdem ich 2020 schon ein gut dreiviertel reguläres Jahresgehalt beziehe auch noch die Abfindung in einem Stück auszahlen. Wie dumm ist das denn? Antwort: Ist es nicht: In 2020 kann ich die Sanierung einer Vermietwohnung entgegensetzen (die nicht in 2021 zu verschieben ging). Zweiter Grund: Fünftel-Regel.
    Wie bekommt man diese Formulierung „Das Arbeitsverhältnis endet auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen“ (was Sperrzeiten vermeidet) in den Vertag obwohl der Arbeitnehmer die Aufhebung angeregt hat (was zu Sperrzeiten führt)? Mein Verhandlungsspielraum hat das zugelassen. Enorm wichtiger Tipp meines Arbeitsrechtlers. Wer kann: Unbedingt nicht vergessen!

    Danke Euch allen herzlich für die Geduld beim Lesen und noch mehr für Antworten die ich vielleicht bekommen werde 😉

    Der Glockenbacher

    • Zu 1: Soweit ich sehen kann, ist alles richtig verstanden.

      Zu 2: Der Beginn der Arbeitslosigkeit kann auch an einem Tag starten, an dem die Agentur nicht geöffnet hat. Bei einer persönlichen Meldungen wäre dies dann am nächsten Öffnungstag nachzuholen. Bei einer Vorab-Meldung sehe ich da keine Probleme.

      Zu 3: Im Grunde „muss“ man überhaupt nichts vorab klären. Manch einer meldet sich ganz einfach am Ende des Dispojahres. Halte ich jedoch für nicht empfehlenswert. Aber es besteht kein zeitlicher Druck für die Klärung.

      Anmerkung: Es gibt im Hinblick auf die Freistellung (sofern es eine unwiderrufliche ist) noch eine weitere Entspannung der Terminsituation. Bitte einmal den Kommentar etwas weiter oben lesen: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-11-hinweise-zum-dispositionsjahr-fristen-fuer-ueber-58-jaehrige/#comment-30740

      Gruß, Der Privatier

  25. Wow! Vielen herzlichen Dank für die äußerst prompte Antwort! Meine Freistellung ist in der Tat unwiderruflich. Damit ist das Thema Sperrfrist einmal mehr kein Thema und ich neige stark dazu das Dispojahr vorzeitig, nach 11 Monaten, frisch 58-jährig zum 01.09.2020. zu beenden. Das ganze kläre ich dann im Frühjahr 2020, in der Hoffnung dass man wieder Präsenztermine machen kann, mit der Agentur ab und lasse mir im Idealfall ein Protokoll à la Kawahu bestätigen.
    In meinem gestrigen Thread habe ich bemerkt ich hätte bei der Agentur per Mail um Beratung zur Auszeit gebeten (eigentlich nur um mein Vorhaben aktenkundig zu machen) und schwupp, schon kam heute morgen von der Agentur Landshut, die in Ergänzung München betreut, der Anruf. Ich war zwar unter der Dusche und habe das Gespräch nicht angenommen aber das war eine positve Überraschung!
    Alsdann nochmals herzlichen Dank und lieben Gruß,
    G

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