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Kap. 9.3.2.11: Hinweise zum Dispositionsjahr: Fristen für über 58-jährige — 166 Kommentare

  1. Da habe ich wohl Glück gehabt. ich habe mich nach der alten Betrachtungsweise exakt ein Jahr später arbeitslos gemeldet. Die Agentur hat keinerlei Probleme gemacht und ich beziehe seit 6 Monaten AlG 1. ( 24 Monate ohne Sperrzeit) Ich gehe doch schwer davon aus das da nachträglich nichts mehr geprüft wird.?

    • Steht im Bescheid etwa vorläufig oder unter Vorbehalt?

      Meine persönliche Vermutung ist, dass bei den allermeisten AfA das Dispojahr mit einem genauen Jahr funktioniert.
      Die ganzen Klimmzüge sind nur eine Versicherung, weil bei einem Fall (oder waren es zwei) aus der AfA Nürnberg das 1 Jahr + 1 Tag gefordert wurde. Es kann gut sein, dass nur die AfA Nürnberg oder auch nur der eine Sachbearbeiter aus Nürnberg das so sieht. Da man es nicht weiss, geht man mit 1 Jahr + 1 Tag auf Nummer sicher.

    • eSchorsch hat vollkommen Recht:
      Die hier vorgestellte Vorgehensweise ist eine reine Vorsichtsmaßnahme!

      Sie dient nur dazu, evtl. auftretenden Problemen von vorneherein keinen Raum zu geben. In vielen Fällen wird es auch mit der alten Methode (exakt ein Jahr) keine Probleme geben. Und erst recht nicht, wenn der Bescheid bereits 6 Monate alt ist. 😉

      Ansonsten empfiehlt es sich weiterhin, das geplante Vorgehen vorab mit der Agentur abzustimmen.

      Gruß, Der Privatier

  2. Schau’n mer mal…
    Ich habe im Januar 2020 der Agentur auf einer „Erklärung zum Anspruchsbeginn“ mitgeteilt, dass mein Anspruch auf ALG 1 am 01.07.2021 entstehen soll. Damals wie heute galt ja noch die aktuelle Regel (Mit fachl. Weisung zur Berechnung der 5 Jahre).

    Mein Plan bleibt erstmal unverändert.
    Arbeitsende: 30.06.2020; Dispojahr: 01.07.2020 – 30.06.2021; ALG I ab: 01.07.2021; Weitere Details noch nicht festgelegt.
    Mai/Juni 2021 melde ich mich bei der Agentur, um im unwahrscheinlichen Falle eines Falles noch genügend Zeit für die Erstellung eines Alternativplans zu haben.

    Bert.

  3. Was gilt denn wohl, wenn das Dispojahr bereits am 01.12.2019, also nopch Ende 2019 begonnen hat, der 58. Geburtstag aber erst im März 2020 war? Gilt dann noch die alte Regelung, oder?
    Also Arbeitsende: 30.11.2019, Start Dispojahr 01.12.2019.
    Bisher hatte ich geplant, mich erst am 01.12.2020 arbeitslos zu melden, um die Sperrfrist zu umgehen. Doch jetzt bin ich völlig verwirrt. Hasdt Du einen Tipp für mich, Privatier?
    Außerdem frage ich mich, wie man am entscheidenden Tag vorgeht, falls die Agentur für Arbeit wegen Corona geschlossen hat …
    Sabine

    • Was gilt legt letzendlich die bescheidende Behörde fest. Und sei es ein Sozialgericht, wenn man gegen den Bescheid klagt.

      Wegen Corona: Mittlerweile gibt es m.W. auch eine Möglichkeit auf das Ausweisvorzeigen im Amt zu verzichten und die Identifikation online zu erledigen.
      Ich würde in der zweiten Novemberhälfte bei der Hotline anrufen und das Begehren äußern, mich nach einem Dispojahr arbeitslos zu melden. Und die Frge stellen, ob ich das zum ersten oder zweiten Dezember machen sollte und dazu gerne eine qualifizierte Aussage hätte.

  4. Ich danke Euch! Dass die alte Regelung für alle gilt, die im Januar 2020 kein Gehalt mehr beziehen, war mir klar. Ich wusste nur nicht, ob es eine Rolle für die Berechnung der Rahmenfrist spielt, wann man 58 geworden ist …
    Je mehr man in die Materie eintaucht, desto schwummeriger wird einem und man sieht manchmal den Dschungel vor lauter Paragraphen nicht mehr.
    Ich fürchte allerdings, dass so mancher schöne Dispojahr-Plan von Corona durchkreuzt wird. Termine beim Amt gibt es nur noch auf Termin – und den kriegt man nur, wenn man sich arbeitssuchend meldet. Und im Fall einer 2. Welle mit nochmals Abertausenden von Kurzarbeitsantragstellern brechen vermutlich die Online-Verbindungen zum Amt gerade dann zusammen, wenn man sich am Schluss seines Dispojahres arbeitslos melden will. Ich habe jedenfalls jetzt schon Alpträume deswegen – Monate davor. Gerne wäre ich so hartgesotten und abgebrüht wie Ihr!

    • Vielleicht etwas zu Beruhigung:
      Sich an dem „entscheidenden Tag“ arbeitslos zu melden, ist ohnehin keine besonders gute Idee. Einmal ganz unabhängig davon, ob und wie die Situation dann von Corona beeinflusst ist oder nicht.
      Man kann dies deutlich entspannen, indem man sich einige Zeit vorher arbeitslos meldet (mit dem gewünschten Starttermin!). Dies kann bis zu 3 Monate im Voraus geschehen. Wenn man das Vorhaben bereits im Vorfeld mit seiner Agentur abgestimmt hat, sollte ein kurzer Vorlauf von wenigen Wochen reichen. Hat man dies nicht gemacht, empfiehlt sich evtl. ein etwas längerer Zeitraum. Hier kann man dann noch Detailfragen (wie z.B. den von der eigenen Agentur empfohlenen exakten Termin) abstimmen.
      Meine Empfehlung lautet (wie im obigen Beitrag erläutert): 1 Jahr + 1 Tag.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Zu Corona-spezifischen Vorgehensweisen im Zusammenhang mit Meldungen bei der Agentur möchte ich keine Aussagen machen. Ich bitte, die jeweils aktuelle gültigen Vorgehensweisen direkt über die Internetseite der Agentur bzw. die Telefon-Hotline in Erfahrung zu bringen.

    • „Gerne wäre ich so hartgesotten und abgebrüht wie Ihr!“

      Pah, von wegen abgebrüht. Was glaubst Du wie oft mir die Knie im gesamten Prozess vom Aushandeln der Abfindung bis zum „endgültig Privatier sein“ geschlottert haben. Ist aber alles gut gegangen und erscheint in der Nachbetrachtung gar nicht mehr so wild. Kopf hoch, Dir wird es nicht anders ergehen. In einen Jahr lachst Du über die heutigen Sorgen.

  5. Ich bräuchte nochmal Unterstützung. Möchte auf der sicheren Seite sein, von daher lieber einen Tag früher als zu spät mich anmelden. Folgender Sachverhalt:
    Aufhebungsvertrag per 31.12.2019 ( Alter 59) , Beginn Dispojahr 01.01.2020 , dann muss ich dem Arbeitsmarkt am 01.01.2021 wieder zur Verfügung stehen um ALG 1 zu bekommen, früher darf ich auf keinen Fall da ich aus steuerlicher Sicht im Jahre 2020 keine Einkünfte haben darf ?!
    Bis wann spätestens muss ich mich final bei der Agentur gemeldet haben um keine Ansprüche zu verlieren ?
    Wann arbeitssuchend spätestens / frühestens? Wann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen um meine 24 Monate ALG1 zu bekommen ?
    Ab 01.03.2023 gehe ich in Rente .
    Vielen Dank + Grüsse Ralf

    • Laut aktueller Empfehlung sollte das Dispojahr ein Jahr plus einen Tag dauern. Der Beginn der Arbeitslosigkeit sollte daher am 2.1.2021 sein.
      Die Meldung zur Arbeitslosigkeit würde ich aber auf jeden Fall deutlich eher vornehmen (mit Angabe des Starttermins! Kann man bis zu 3 Monate im Voraus machen. Und dies zum Anlass nehmen, eine klare Aussage der Agentur zu bekommen, welchen Termin sie vorschlägt, um keine Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
      Sollte dies nicht gleichzeitig zu erledigen sein, wäre es evtl. nützlich, sich vorab arbeitsuchend zu melden. Dann eine Beratung anfordern, Fragen stellen und dann erst arbeitlos melden. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, deshalb nicht allzu spät beginnen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich konnte den gewählten Namen nicht eindeutig zuordnen und habe ihn deshalb etwas erweitert. Bitte zukünftig nur noch diesen verwenden. Danke.

      • Vielen Dank !!
        Was für Nachteile würden mir entstehen wenn ich doch den 01.01.2020 nehme, denn Sperrzeiten werde ich ja eh nicht haben. Ist dies nicht sicherer um nicht plötzlich bei einer anderen Tageberechnung des Amtes oder des Sachbearbeiters einen Tag zu spät zu sein ?
        Die Meldung arbeitssuchend / arbeitslos hatte ich vor im September ( spätestens erste Woche Oktober) vorzunehmen. Da mein Arbeitsamt derzeitig alles online und am Telefon macht, hoffe ich dass dies reicht.
        Grüße Ralf

        • Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich zu Beginn der Beitrages „Einen Tag länger“ über das alte Verfahren geschrieben habe:

          „[In den letzten 7 Jahren] haben zahlreiche Leser dieses Konzept erfolgreich umgesetzt und teilweise hier auch darüber berichtet. Soweit ich es in Erinnerung habe, gab es bisher keinen einzigen Hinweis darauf, dass die beschriebenen Vorgehensweisen nicht funktioniert hätten.“

          Die neue Empfehlung, das Dispojahr um einen Tag zu verlängern, ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um ganz sicher eine Sperre zu verhindern (Stichwort: Mehr als ein Jahr). Wenn ohnehin keine Sperre zu erwarten ist, kann man diese Vorsichtsmaßnahme auch ignorieren.

          Dennoch würde ich immer empfehlen, vorher bei der Agentur nachzufragen, welches konkrete Datum sie für richtig halten.

          Gruß, Der Privatier

  6. Hi, in der verlinkten fachlichen Weisung finde ich leider nicht den o.g. Hinweis zur Berechnung der Rahmenfrist auf 5 Jahre (Pkt 147.5). Wo finde ich ggf. den korrekten Link oder hat sich da schon wieder was geändert? Danke im Voraus.

    • In der verlinkten fachlichen Anweisung befindet sich unter Pkt. 147.5 ein weiterführender Link mit dem vollständigen Titel „Weitere Informationen (Berechnung der erweiterten Rahmenfrist ab 01.01.2020)“. Dort sind Beispiele und auch die im Beitrag zitierten Textstellen zu finden.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich habe auch lange gebraucht, um den Link zur Zusammenarbeit zu überreden. Erst nach einem Download (PC) und nachfolgendem Öffnen mit dem Acrobat Reader führte der Link tatsächlich weiter. Links in PDFs werden anscheinend in vielen Browsern ignoriert.
        Bert.

        • Ja, stimmt. Muss man aber auch erst wissen… (Nur) im PDF öffnet sich der Link. Am Ende werden wir nicht ALG- sondern auch noch IT Experten 🙂 Danke für die super schnelle Hilfe.

          • Moin,
            Falls der Link auch aus der PDF nicht reagiert, – ueber „Optionen“-> „Anlagen“ versuchen…
            Nur Versuch macht kluch.

            Gruesse
            ratatosk

  7. Hallo Zusammen, ich stehe jetzt kurz vor Ende des Dispojahres. Könnt Ihr mir sagen, wie ich es richtig mache? Hier meine Daten:
    Aufhebungsvertrag bei Bosch im August 2019 unterschrieben mit Abfindung, Auszahlung per Ende Januar 2020.
    Zum 31.10.2019 Tätigkeit bei Bosch nach 41 Jahren und 2 Monaten beendet.
    Beim Arbeitsamt gemeldet, jedoch gesagt, dass ich ab 01.11.2019 mich nicht arbeitslos und arbeitssuchend melde, sondern ein Dispojahr einlege. Das ging gut soweit.
    am 04.10.2020 werde ich 58 Jahre.
    Ich würde mich nun am 10.10.2020 beim Arbeitsamt für 01.11.2020 (Sonntag) arbeitssuchend melden und Antrag auf Arbeitslosengeld stellen.
    Mache ich es damit richtig, oder soll ich mich erst für ab 02.11.2020 arbeitssuchend melden?
    Danke sehr für Euer Feedback und Hilfe. Viele Grüße Bernhard

    • Hi, wenn ich alle Diskussionen richtig verfolgt habe, wäre 1 Jahr und 1 Tag richtig, also eher der 2.11.. Dann sollte auch eine Arbeitslosmeldung erfolgen, da ja Bezug von Alg 1 „angestrebt“ wird. Aber ich überlasse dem Privatier hier das „letzte“ Wort.

      • Naja, das „letzte“ Wort hat die Agentur für Arbeit.
        Sich ein paar Wochen vor dem Termin (wie geplant) zu melden und die Details zu besprechen, wird auch der Privatier befürworten.
        Die Agentur soll den Kunden laut fachlicher Weisung zu §137 SGB III ja beraten, wie man es am besten macht:
        https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-137_ba015144.pdf

        (2) Bei nahe liegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten ist der Arbeitslose zu informieren. Dies kann der Fall sein, wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z. B. wenn
        (…)
        – die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 Abs. 2 Satz 2),
        (…)

        Das höhere Lebensalter mit 24 Monaten ALG I wurde ja schon mit einer Punktlandung erreicht. Glückwunsch!

        Bert.

    • Aus rechtlicher Sicht gibt es ein Zeitfenster, innerhalb dessen eine Arbeitslosmeldung ohne Nachteile möglich ist. Dieses beginnt exakt ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit und endet 20 Tage später (Berechnung siehe Beitrag oben).

      Da die Sichtweisen und Interpretationen der Regeln schon einmal von Agentur zu Agentur leicht abweichen, würde ich auf jeden Fall immer eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Agentur ist dazu verpflichtet und (wie oben schon geschrieben) muss sowohl auf Nachteile als auch auf Vorteile aufmerksam machen.

      Ganz wichtig ist aber: Es muss eine Arbeitlos-Meldung werden! Keine Arbeitsuchend-Meldung (wie oben geschrieben).

      Gruß, Der Privatier

  8. Lieber Privatier,
    Am 01.06.2021 endet mein Arbeitsverhältnis per Aufhebungsvertrag. Ich muss ein Dispositionsjahr einlegen.
    Ist es möglich durch Bezug von Krankengeld während des dispojahres den Krankenkassenbeitrag zu umgehen . Oder macht Krankengeld das Ganze zunichte?
    Z.B.: vom 01.06.21 bis 01.01.22 Krankengeld
    Dann bis 01.06.22 keine Einkünfte, kassenbeitrag selber bezahlen, dann Arbeitslosneldung am 01.06.22
    Ich bin bereits 58 Jahre alt.

    • Der Bezug von Krankengeld nach dem Ende einer Beschäftigung ist nicht hinderlich. Es gibt allerdings zwei Dinge zu beachten:

      1. Es ist darauf zu achten, dass die Arbeitsunfähigkeit noch während der Beschäftigung beginnt und dann lückenlos weiter bescheinigt wird.
      2. Der Bezug von Krankengeld wird bei der Berechnung der ALG-Höhe nicht berücksichtigt. Das kann gerade in Verbindung mit einem Dispojahr dazu führen, dass eine fiktive Bemessung zum Tragen kommt. Details dazu im Beitrag:
      https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-fiktive-bemessung

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo,
    ich steige aktuell in die Verhandelungen zu einer Trennung mit Abfindung ein.
    Da es sich um ein größeres Programm handelt, kenne ich die meisten Eckpunkte schon vorab.
    Ich kann mein Ausscheiden (nach langjähriger Beschäftigung) bis längstens zum 30.06.2022 hinausziehen.
    Am 03.07.2023 werde ich 58 Jahre alt.
    Ist nun folgende Rechnung für den spätesten Start von ALG 1 korrekt?
    Schrittweise angesetzt:
    1) Ausscheiden 30.06.2021, dann 48 * 30 = 1.440 Tage zurück = 21.07.2017 (Excel sie Dank)
    2) Ende des Betrachtungszeitraums -> 5 Jahre hinzu -> 21.07.2022
    Damit hätte ich nach dem 03.07.2022 sowohl das Dispojahr, wie auch den Anspruch auf 24 Monate ALG1 erreicht und quasi noch ca. 2 Wochen für den Start dessen Inanspruchnahme.
    Auf jeden Fall werde ich zu gegebener Zeit den Kontakt zur Behörde suchen, hätte jetzt einfach nur gerne eine Rückmeldung, ob ich das Vorgehen richtig verstanden habe.
    Im voraus meinen besten Dank.
    Grüße
    R_

    • „Damit hätte ich nach dem 03.07.2022 … den Anspruch auf 24 Monate ALG1 erreicht“

      Aber nicht, wenn Sie wirklich erst am 03.07.2023 58 Jahre alt werden!
      Für die 24 Monate ALG müssen Sie sowohl die 48 Monate an versicherungspflichtigen Zeiten vorweisen können als auch zum Beginn der Arbeitslosigkeit 58 Jahre alt sein.

      Oder ist irgendwo in den Jahreszahlen ein Schreibfehler?

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die rasche Antwort.
        In der Tat ein peinlicher Schreibfehler, 03.07.2022 wären für den 58. Geburtstag korrekt.
        Wären damit die Voraussetzungen für 24 Monate ALG im obigen Kontext gegeben(Ausscheiden zum 30.06.2021 und Antrag auf ALG1 zw. dem 03. und 21.07.2022 bei zuvor langjähriger, durchgängiger Beschäftigung)?
        Danke und Gruß
        R_

  10. Vielen Dank für die Hinweise auf Ihrer Seite und Ihr Engagement in diesem Thema.
    Sie haben mir die Orientierung wirklich deutlich erleichtert.

    Ev. noch eine Frage. Sie schreiben, dass die Krankenkassenbeiträge (freiwillige GKV) seit 2020 bis zu 3 Jahre (zuvor 2,5 Jahre) im voraus gezahlt werden können.
    Ich konnte noch keine Quelle für diese Erweiterung finden.
    Könnten Sie mir da ev. weiterhelfen?

    Vielen Dank und viele Grüße

    Rolf Merz

  11. Hallo,
    ich plane meinen Ausstieg aus dem Arbeitsleben und bin auf diese sehr interessante Seite gestossen. Natürlich möchte ich etwaige Sperrungen vermeiden. Ich habe mich auch schon umfangreich auf den Unterseiten eingelesen. Vielen Dank an den Initiator und den Anderen für die Arbeit und Engagement dies bezüglich.

    Für mein Verständnis hätte ich da noch Fragen.
    Ich bin 58 Jahre, möchte zum 31.10.2020 mein Arbeitsverhältnis kündigen.
    Danach folgt ein Dispositionsjahr.
    Ich würde mich lt. Privatier, am 01.11.2021, bzw. am 02.11.2021 weil 01.11. ein Feiertag ist, arbeitslos melden.

    Meine Fragen:
    1) Wann ist der bessere Zeitpunkt für ein Beratungsgespräch bei der AA? Noch vor der Eigenkündigung, gleich am Anfang des Dispositionsjahres oder paar Wochen vor dem Ende der Dispositionsjahres? Oder überhaupt?
    2) Wenn ich vor der Eigenkündigung arbeitsunfähig geschrieben bin, aber der Arbeitgeber noch zahlungspflichtig ist, und dann eben zum 31.10. kündige, zahlt dann die Krankenkasse nach dem 31.10. weiter?
    3) Die Frage auch, wenn ich vor der Kündigung schon Krankengeld von der Krankenkasse beziehe, zahlt diese dann nach dem 31.10. weiter?
    4) Ich werde mich nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses ja nicht arbeitlos melden. Zahlt die Krankenkasse trotzdem weiter?
    5) Wirken sich Punkt 2) und 3) auf den Ablauf des Dispositionsjahres aus, wenn die Krankenkasse weiter bezahlt? Ändern sich dann die Fristen oder geplanten Daten?
    6) Wenn ich das richtig verstanden habe handelt die AA, momentan laut Anweisung, gegen die Rechtssprechung. Soweit wäre bis dato alles i.O. Wenn sich die Vorgaben aber negativ ändern sollten, und die AA gesetzeskonform handelt, wie wäre das Szenario?
    Gäbe es dann noch eine Möglichkeit. die Sperrfrist zu vermeiden oder bedeutet dies, dass im schlechtesten Fall eine 6-wöchige Sperrfrist fällig ist?
    7) Und besonders wichtig, muss ich mich dann auf alle Fälle vor Ablauf des Dispositionsjahres arbeitslos melden, um die Anwartschaft nicht zu verlieren?

    Sehr viele Fragen um deren Beantwortung ich sehr dankbar wäre.
    Vielen Dank im voraus.
    Grüsse

    • Zu 1: Ich würde das Gespräch zu einem möglichst frühen Zeitpunkt suchen. Also jetzt.

      Zu 2-4: Die Krankenkasse sollte durchgehend Krankengeld zahlen. Es gibt aber immer wieder Fälle, in denen die Krankenkasse Probleme bereiten.

      Zu 5: Mit dem Bezug von Krankengeld könnte man ein Dispojahr u.U. etwas ausdehnen. Aber: Man sollte darauf achten, dass trotz Dispojahr und Krankengeld zu Beginn der Arbeitslosigkeit noch 150 Tage mit „echtem“ Arbeitsentgelt in den vorangegangenen zwei Jahren zur Verfügung stehen. Ansonsten droht eine fiktive Bemessung!

      Zu 6: Nein, falls die Agentur sich doch einmal an die 60-monatige erweiterte Rahmenfrist halten sollte, schafft man im Alter von 58+ nach einem Dispojahr die 48 Monate Beschäftigung nicht mehr, d.h. der Anspruch beträgt dann nur noch 18 Monate. Oder man nimmt die Sperrfrist in Kauf – dann sind es auch 18 Monate.

      Zu 7: Zum Ende eines Dispojahres sollte die Arbeitslosmeldung immer mit ein paar Wochen Vorlauf erfolgen. Aber mit dem Ziel-Termin (wichtig!).

      Gruß, Der Privatier

  12. Schönen guten Tag Privatier,
    obwohl Sie die Frage nach dem korrekten Vorgehen bereits mehrfach beantwortet haben, würde ich trotzdem gerne auch meine persönliche Situation schildern und nach dem korrekten Vorgehen fragen.
    Mein Arbeitsverhältnis wird am 31.12.2020 nach 36 Jahren mit einem Aufhebungsvertrag und Abfindung enden. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre alt.
    Sobald ich den unterschriebenen Aufhebungsvertrag in Händen habe, werde ich mich beim Arbeitsamt melden und auf das Dispositionsjahr hinweisen.
    Nach Ende des Dispositionsjahres werde ich mich – wenn ich alles richtig verstanden habe – mit einigem Vorlauf zum 02.01.2022 arbeitslos (nicht arbeitssuchend) melden. Da ich zu diesem Zeitpunkt 58 Jahre alt bin, habe ich Anspruch auf 24 Monate Arbeitslosengeld.
    Ist dies die korrekte Vorgehensweise?
    Herzlichen Dank bereits vorab für Ihre Rückmeldung dazu.
    Schöne Grüße Ute

  13. Frage:
    Ich bin über 58 und seit dem 01.07.2020 aufgrund einer Eigenkündigung arbeitslos gemeldet. Ich habe die letzten 30 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet.
    Nach einer absolvierten Sperrzeit, beziehe ich ab Sep. 2020, ALG1.
    Aufgrund der Eigenkündigung wird der Leistungszeitraum ebenfalls um 1/4 gekürzt, anstatt 24 Mon., gilt der Leistungsanspruch somit nur für 18 Mon., bis Mitte März 2022.
    Zusammenfassung:
    ALG1 nach Sperrzeit, ab Mitte Sep. 2020 bis Mitte März 2022 = 18 Monate.

    Meine Frage:
    Würde ich beispielsweise die Inanspruchnahme von ALG1 ab 30.09.2021 durch Abmeldung bei der ARRGE unterbrechen, stellt sich mir die Frage, ob ich mich danach und zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. dem 01.02.2022, wieder bei der ARGE anmelden darf, um die restlichen Monate ALG1 zu beziehen?

    Besten Dank und Gruß,
    Katinka

  14. Hallo,

    ich habe mich Aufgrund meines Aufhebungsvertrages zum 31.12.2020 rechtzeitig bei der Arbeitsagentur als Arbeitssuchend gemeldet mit dem ausdrücklichen Hinweis keine Leistungen empfangen zu wollen und ein Sabatjahr in Anspruch zu nehmen.
    Nach Rückfragen hat mir die Bearbeiterin die Empfehlung gegeben mich mindestens einen Tag arbeitslos zu melden. Dies wäre sicherer für den Verlauf meines Dispojahres.

    Frage: ich habe bisher immer gelesen das es sehr wichtig sei die Arbeitslosenmeldung ausschließlich am Ende des Dispojahres anzugeben und niemals zu Beginn.
    Was hat es mit dieser 1 Tag Arbeitslosenmeldung auf sich und ist dies kritisch für den weiteren Verlauf?

    Vielen Dank für all die Bemühungen und Unterstützung
    Gruß Christian

    • Besten Tag und Gegenfrage: Was hat es mit der arbeitssuchend-Meldung auf sich, wenn man doch gar keine sucht? Sich mit dem AA absprechen ist ja ok, aber ich las weder hier im Blog noch in den Büchern, dass man sich suchend melden sollte (wenn man doch gar nicht sucht)?
      MbG
      Joerg

      • Hallo Joerg,

        das ist wohl richtig. Vom Grundsatz bin ich nicht Arbeitssuchend und auch nicht Arbeitslos, da ich ja mein Sabatjahr aus steuerlichen Gründen mit eigenen Mitteln absolvieren möchte.
        Das hat die nette Beraterin von der Arbeitsagentur auch verstanden,
        da ich ja wie schon erwähnt die Leistungen der Arbeitsagentur für dieses Sabatjahr nicht in Anspruch nehmen möchte/werde.
        Meine Frage bezog sich darauf:
        Was hat es mit diesem 1 Tag Arbeitslosenmeldung auf sich und ist dies kritisch für den weiteren Verlauf?

        Beste Grüße und Vielen Dank für Rückmeldungen
        Christian

    • Nunja, das würde zu einer Sperre wegen Arbeitsaufgabe (und Kürzung der Anspruchsdauer um 1/4) führen.
      M.W. sind Sabatjahr und Dispojahr keine feststehenden/geschützten Begriffe bei der Agentur. Viele Mitarbeiter dort mögen das kennen (wie wir es kennen), aber man kann sich nicht darauf verlassen, sondern muss erklären, dass man sich nicht gleich arbeitsos melden will, sondern erst nach einem Jahr damit man nicht von Sperreiten betroffen ist.

      Ausnahme siehe das Beispiel von Gad https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/#comment-29027
      wo die Agentur Nürnberg wohl eine AL-Meldung direkt nach Arbeitsende verlangt und dann eine Disposition (im Sinne von Verschiebung des Leistungsbezuges) um ein Jahr arrangiert.

    • Noch eine Ergänzung bzw. Bestätigung von mir:
      Der eine Tag Arbeitslosmeldung direkt nach Beschäftigungsende bietet tatsächlich die höchste Sicherheit bzgl. des ALG-Anspruches, denn damit wird der ALG-Anspruch offiziell festgestellt und hat danach 4 Jahre Bestand. Man könnte also sogar eine Auszeit von mehreren Jahren nehmen. Insofern ist die Aussage der Agentur durchaus korrekt.

      Allerdings hat diese Meldung negative Folgen, wie z.B. eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe und dadurch eine Reduzierung des Anspruches um 1/4. Weiterhin wird das Alter zum Beginn der Arbeitslosigkeit verwendet und es entfällt die Chance, im folgenden Jahr ggfs. eine nächste Altersstufe zu erreichen.

      Von daher wäre es für die korrekte Durchführung eines Dispojahres sehr schädlich, sich für diesen einen Tag zu Beginn arbeitslos zu melden. Wesentlich sinnvoller wäre es erst nach (mindestens) einem Jahr.

      Gruß, Der Privatier

  15. Vielen Dank nochmals für die Rückmeldung.
    Durch das Buch und die vielen beschriebenen Erfahrungen im Block war mir das eigentlich klar!
    Aber wie schnell wird man in der Realität doch Verunsichert durch gesetzliche Veränderungen und wohlgemeinte Tipps auch von der Arbeitsagentur, welche aber nicht Zielführend für meine Interessen sind.

    Beste Grüße Christian

    • @Christian: Die Verunsicherung fühle ich auch beim Studium der vielen Beiträge, deshalb auch meine etwas inquisitorische Gegenfrage 😁 Gut, dass es Peter, eSchorch, Lars und viele mehr gibt, die auf den rechten Weg führen…
      MbG
      Joerg

  16. Lieber Privatier,

    ich habe mein Arbeitsverhältnis mit einem Aufhebungsvertrag zum 31.12 2019 beendet. Die Abfindung wurde am 31.01 2020 gezahlt. 2020 bin ich 60 Jahre alt geworden. 2020 habe ich das Dispositionsjahr genommen, und werde mich am 01.10.2020 beim Arbeitsamt melden, um mich zum 01.01.2021 arbeitslos und gleichzeitig arbeitssuchend melden. Das sollte doch die richtige Vorgehensweise sein, um ab 01.01.2021 für 24 Monate Arbeitslosengeld zu beziehen?
    Bitte daher um kurze Info.
    Besten Dank.
    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen

    • Vorab: Ich habe Ihren Namen etwas erweitert, um ihn von anderen Kommentaoren unterscheiden zu können. Bitte verwenden Sie nur diesen Namen! Danke.

      Wie oben im Beitrag beschrieben, sollte sowohl der 01.01. als auch der 2.1. ein möglicher Termin sein. Der eine Tag länger ist eine Vorsichtsmaßnahme, um auf jeden Fall die Bedingung „länger als ein Jahr“ zu erfüllen.

      Die sicherste Variante ist, wenn Sie vorab Ihrer zuständigen Agentur die Situation bzw. Ihr Vorhaben schildern und sich von dort den genauen Termin bestätigen lassen, bei dem Ihnen keine Nachteile entstehen (Sperrfrist, Dauer des Anspruches).

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo,

    zu meiner Situation. Bin JG61, also älter als 58.
    Habe am 31.3.2020 einen Aufhebungsvertrag zum 30.09.2020 mit Abfindung unterschrieben.
    War seit 1.3.86 im Unternehmen.
    Im Juni hab ich mich online arbeitssuchend gemeldet.

    Wenn ich jetzt ein Dispo-Jahr machen will, also erst arbeitslos zum 2.10.2021 melden – muss ich dann die Arbeitssuchend-Meldung zurückziehen?
    Oder sollte ich jetzt im Sept einen Termin (wg Corona wahrscheinlich telefonisch) mit der AfA machen, um das Vorgehen bzgl. dem Dispo-Jahr abzusprechen?

    Besten Dank
    Christof.

    • Noch eine Nachfrage:
      Muss man sich während des Dispo-Jahres aktiv dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen?
      oder gilt das erst ab Arbeitssuchend-Meldung?

      VG, Christof

    • Moin Christof,

      ich würde online die „Arbeitssuchend“ Meldung sofort zurückziehen und mich jetzt im September bezüglich des Dispojahres mit der AfA abstimmen und nein, du musst während des Dispojahres nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das gilt erst ab der Arbeitsuchend-Meldung.

      Gruß
      Lars

        • Guten Morgen,
          hatte am Freitag noch um eine Beratungstermin gebeten und prompt rief mich heute morgen schon ein nette Dame aus Rosenheim zurück.

          Zur Wahrnehmung des Dispositionsrechts soll ich

          1) im nächsten Jahr im Juli/Aug (spätestens 30.09.21) eine Arbeitslos-Meldung zum 1.10.2021 einreichen – auf keinen Fall zum 2.10.2021. Sie war da ganz strikt. Dann würden in 2021 doe Ruhe/Sperrfristen entfallen und ich hätte Anspruch auf max 24 Monate ALG1

          2) jetzt über das ServiceZentrum die Arbeitssuchend-meldung zurückziehen und dammit abmelden.

          Schriftlich habe ich leider nichts von ihr bekommen.

          Ich würde jetzt die Abmeldung machen und dann im nächsten Jahr nochmal den genauen Termin zur Arbeitslos-Meldung abklären.

          Macht das so Sinn oder wie bekomme ich etwas schriftlich dazu von der AfA?
          Evtl in der Abmeldung die Termine vermerken und um Bestätigung des Vorgehens bitten?

          Schöne Woche, Christof

          • Moin Christof,

            dass ging aber schnell, danke für die Rückinformation. Ich würde die nette Dame von der AfA einmal anrufen, ob Sie Dir einen 3-Zeiler dazu schreiben kann, dann hast Du etwas Schriftliches in der Hand (mit Terminvorgaben).

            @privatier
            Dein Vorschlag vorher mit der AfA zu sprechen und den Sachverhalt darzustellen (Anliegen ohne explizit Dispositionsjahr zu nennen) ist sehr wichtig. In Christofs Fall will die SB, dass die AL-Meldung zum 01.10.2021 erfolgt, obwohl ich Deine Empfehlung zur Vorgehensweise 1Jahr + 1 Tag schlüssig finde.

            Gruß
            Lars

          • @Christof

            Ich würde mich abmelden und nächsten September anfragen, welcher Termin denn nun „besser“ ist: 1.10 oder 2.10.

            @Lars:
            Bis vor Kurzem wurde hier auch hier die Wichtigkeit des genauen Jahres gepredigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jeder Mitarbeiter der Leistungsabteilung so tief in den Paragraphen steckt wie unser Privatier 🙂
            Sprich, wenn man sich mit dem obigen Text präpariert, dann kann man sicher Eindruck schinden und seinen Gesprächspartner von der Richtigkeit des 02.10 überzeugen. Aber das ist ja gar nicht das Ziel, man will ja nur mit den Leuten vom Amt gut auskommen und einen Bescheid über den maximalen Zeitraum

    • Noch eine kurze Ergänzung dazu:

      Eine Arbeitsuchend-Meldung ist bei einem Dispojahr eigentlich gar nicht erforderlich. Siehe dazu auch Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung

      Manche Agenturen bieten allerdings ihre Beratungen nur dann an, wenn jemand zumindest arbeitsuchend gemeldet ist. Von daher würde ich zuerst die Beratung in Anspruch nehmen und mich dann anschliessend vollständig abmelden. Eine korrekte Beratung sollte übrigens im Ergebnis dann auch eine Abmeldung empfehlen.

      Bei der Absprache mit der Agentur zum geplanten Dispojahr wäre es empfehlenswert, auf spezielle Begriffe wie „Dispo-“ oder auch „Sabbat-Jahr“ zu verzichten, sondern ganz einfach das geplante Vorhaben zu schildern, inkl. der beabsichtigten Folgen (keine Sperre und ALG-Dauer). Die Gründe dafür werde ich in einem Beitrag erläutern, der Anfang der nächsten Woche erscheinen wird.

      Gruß, Der Privatier

  18. Lieber Privatier,

    ich habe einen Schreibfehler festgestellt, mit richtiger Vorgehensweise meinte ich 02.01.2021 und nicht 01.01.2021.

    Gruss

    Jürgen

  19. Lieber Privatier,
    Habe mit Interesse den Beitrag über das Dispositionsjahr gelesen.
    Frage: was passiert wenn das Arbeitsamt diese Anweisung nicht mehr anwendet?
    Hat man dann wenigstens einen Anspruch auf 18 Monate ALG 1?
    Diese Rahmenfrist hat man doch dann erfüllt.

    Grüße

    Tatjana

    • Richtig. Der Anspruch auf 18 Monate würde weiterhin erhalten bleiben. Allerdings wäre damit dann ein wesentliches Ziel eines Dispojahres verfehlt, welches ja u.a. darin besteht, einen vollen Anspruch (ohne Reduzierung durch Sperre) zu erhalten.

      Die 18 Monate hätte man (je nach Alter) u.U. dann nämlich auch ohne Dispojahr erreichen können: „Normaler“ Anspruch = 24 Monate, abzgl. Reduzierung durch Sperre = 6 Monate, ergibt auch 18 Monate. Gilt natürlich nur dann, wenn man auch ohne Dispojahr bereits das Alter von 58 Jahren erreicht hat.

      Gruß, Der Privatier

  20. Lieber Privatier,
    ich werde voraussichtlich noch diesen Monat einen Aufhebungsvertrag zum 31.03.2021 unterschreiben. Wann sollte ich mich zu einem ersten Beratungsgespräch zum einem Dispo- bzw. Entspannungs – Jahr bei Agentur für Arbeit melden. Gibt es einen Unterschied, wenn ich das im September oder ggf. im November mache.

    Viele Grüße
    Jürgen

      • Danke für Antwort. Ja das ist mir bewusst und lässt sich nicht verändern. Ich kann allerdings die Auszahlung ins nächste Jahr (Jan. 2022) mitnehmen, aber da möchte ich ja ab 01.04.2022 ALG1 beziehen das würde sich doch auch wieder negativ auswirken. Oder sehe ich das falsch? zur fünftelregel bleibt auch noch zu sagen wir werden zusammen veranlagt und meine Frau ist einem Arbeitsverhältnis.

        • Nö, ist leider so. Auch Einkünfte die dem Progressionsvorbehalt unterliegen sind „steuerschädlich“ für die Fünftelregelung.

          Abhilfe(n): Du kannst dich auch nach dem Dispojahr nur kurz arbeitslos melden und dann wieder abmelden (und den Rest ab 2023 in Anspruch nehmen). Oder das Beschäftigungsende auf den Jahreswechsel vorziehen. Oder diverse steuerliche Ausgleichsmaßnahmen angehen. Und alle Möglichkeiten zusätzlich für getrennte Veranlagung durchspielen.

  21. Moin eSchorsch,

    ich habe nichts davon geschrieben den SB vom z.B. den 01.10. oder den 02.10. zu überzeugen oder Eindruck zu schinden, ich würde den Ball der AfA und damit der/den SB zu spielen. Das Anliegen rechtzeitig darlegen, nach Möglichkeit etwas Schriftliches zu bekommen und diese „vorgegebenen“ Termine dann passgenau umsetzen.
    Die oben vom Privatier dargestellte Vorgehensweise ist für mich absolut schlüssig/plausibel/verständlich und mit den gesetzlichen Paragraphen untersetzt. Ob das (siehe oben) alle SB in den jeweiligen Leistungsabteilungen kennen, bezweifele ich.

    Gruß
    Lars

    • Ja, aber ich schrieb vom SB überzeugen :q
      War aber von mir falsch adressiert, war mehr an die Allgemeinheit und nicht an Dich persönlich gerichtet.
      Mir ging es eher drum, dass man mit beiden Datümern ans Ziel gelangen kann, aber je nachdem wie der Wissensstand des SB ist, muß man halt eventuell als gelehriger Schüler des Privatier auftreten, Paragraphen präsentieren und Diskussionen meistern.

      Mit dem „Schriftliches in der Hand“ hast Du recht, schöner ist das. Ich finde das im Fall von Christof aber nicht schlimm, er muß halt in einem Jahr nochmal freundlich nachfragen.

  22. Hallo miteinander,
    ich bringe aus einem Gespräch mit der Afa neue Infos zu den Themen 1 Jahr + 1 Tag und zum Begriff „Dispositionsjahr“ mit!
    Mein Jahr ist fast um und so wollte ich mich als frischgebackene 58-Jährige vorsorglich mit der Afa kurzschließen. Auf meine Frage, ob ich nach Arbeitslosmeldung nach genau 1 Jahr eine Sperrzeit wegen meines Aufhebungsvertrags zu befürchten habe, bekam ich folgende interessante Antwort:
    „Nein, Sie haben keine Sperrzeit zu befürchten. Da Sie ein „Dispositionsjahr“ in Anspruch genommen haben und das auslösende Ereignis – also in Ihrem Fall der Aufhebungsvertrag – schon über 1 Jahr zurückliegt, prüfen wir keine Sperrzeiten mehr – das wäre technisch gar nicht möglich.“
    Ist diese Antwort nicht interessant? Ich hatte den Begriff „Dispositionsjahr“ nie verwendet – aber die Sachbearbeiter kennen und verwenden ihn ganz im Sinn von „1 Jahr lang nichts arbeitslos melden“.
    Und die Interpretation des Begriffs „auslösendes Ereignis“ ist sicher ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer für alls über 58-Jährigen, die im Aufhebungsvertrag auch eine unwiderrufliche Freistellung vereinbart haben. Wer eine Freistellung hatte, kann auch ein verkürtztes Dispositionsjahr einlegen – er muss kein Jahr warten und bekommt trotzdem keine Sperrzeit. Denn gemäß der fachlichen Weisungen zur Sperrzeit
    beginnt die Sperrezeit bereits mit Beginn einer unwiderruflischen Freistellung zu laufen:
    „159.2 Beginn und Ende der Sperrzeit(1) Sie beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis, an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.“
    Beste Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine,
      ganz herzlichen Dank für diese Rückmeldung! Sie ist in doppelter Hinsicht sehr interessant.
      Einmal ist es natürlich interessant zu erfahren, dass es durchaus weiterhin Agenturen gibt, die das Dispojahr mit derselben Definition verwenden, wie es hier im Blog beschrieben ist. Als Begründung für den Wegfall der Sperre den Aufhebungsvertrag als auslösendes Ereignis zu verwenden, erscheint mir aber ein wenig daneben gegriffen. Ist aber vielleicht auch nur eine „unscharfe“ Formulierung, denn sie wird ja nachher korrigiert: Das auslösende Ereignis ist in der fachlichen Weisungen zur Sperrzeit richtig definiert, nämlich als Ende der Beschäftigung.

      Und das ist dann (zusammen mit der unwiderruflichen Freistellung) der wesentlich interessantere Aspekt! Er ist in der Tat DIE Chance für über 58-jährige ein Dispojahr ohne Zittern und Bangen mit dem vollen 24-Monate ALG-Anspruch abzuschliessen.

      Ich werde dazu noch ein gesonderten Kommentar verfassen, weil ich diesen Aspekt für sehr wichtig halte. Vielen Dank, dass Du darauf aufmerksam gemacht hast.

      Gruß, Der Privatier

  23. Leserin Sabine hat hier eine Erkenntnis aus einem Gespräch mit ihrer Agentur wiedergegeben, die ich im Zusammenhang mit den oben im Beitrag geschilderten Fristen für über 58-jährige für außerordentlich wichtig halte.
    Und auch wenn die Erkenntnisse nicht neu sind und auch hier sicher schon mehrfach erwähnt wurden, so habe ich sie beim Schreiben des obigen Beitrages ganz einfach vergessen. 🙁

    Es geht um den Effekt einer unwiderruflichen Freistellung zum Ende einer Beschäftigung.

    Mit dem Beginn einer unwiderruflichen Freistellung ist nämlich auch der Beginn der Beschäftigungslosigkeit verbunden (wichtig: Nur bei der unwiderruflichen!). Damit wäre aber eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Arbeitslosmeldung gegeben. Das soll hier zwar keiner machen, denn es würde ohnehin kein ALG geben, da ja noch weiterhin Gehalt bezogen wird.
    Aber mit dem Beginn der Beschäftigungslosigkeit beginnt auch eine mögliche Sperrfrist wg. Aufgabe des Arbeitsplatzes zu laufen. Das Ereignis, welches eine Sperrzeit begründet, ist das Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Und das endet mit dem Beginn der Freistellung.
    Daraus folgt aber, dass die Ein-Jahres-Frist, die verstreichen muss, damit am Ende durch die Sperre keine nachteiligen Folgen entstehen, entsprechend früher abläuft. Beispiel: Wer im Aufhebungsvertrag eine 3-monatige unwiderrufliche Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhälnisses vereinbart, kann sein Dispojahr bereits 3 Monate früher beenden (also 9 Monate nach Ende des Arbeitsverhälnisses).

    Wenn das gelingt, so sind damit sämtliche Bedenken, die vielleicht aufgrund von Zweifeln an der Rechnung mit 30 Tagen/Monat und auch an der momentan „freundlichen“ Handhabung der erweiterten Rahmenfrist (5 Jahre anstatt 60 Monate) noch bestehen, unerheblich.
    Eine unwiderrufliche Freistellung zum Ende der Beschäftigung sichert auch dem über 58-jährigen die Vorteile eines Dispojahres.

    Gruß, Der Privatier

  24. Hallo allerseits,

    vor meiner Frage etwas Historie:

    Dez 2019 habe ich meine Aufhebung nach ca. 33 ununterbrochenen Dienstjahren unterschrieben. Das Arbeitsverhältnis „endet auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen“ zum 30.09.2020.

    Seit 01.04.2020 bin für 6 Monate freigestellt und beziehe weiter reguläres Gehalt. Mitte Juni habe ich mich schön ordentlich arbeitssuchend gemeldet. Die Abfindung wird (mit meiner vollen Absicht) in einem Stück mit dem Septembergehalt ausgezahlt. Ich würde mich also am 01.10.2020 regulär arbeitslos melden, möchte aber „disponieren“.

    Mein Vorhaben habe ich der Agentur jetzt einfach kundgetan in dem ich per Mailkontaktformular um Beratung zu einer „Auszeit vor der Arbeitslosmeldung“ gebeten habe. Wahrscheinlich bekomme ich dann einen Anruf eines Beraters. Trotzdem mache ich mich gerne auch hier beim Privatier etwas schlau….

    Ich möchte disponieren weil ich im August 2021 58 werde (24 Monate ALG1) und um 2020 Steuern zu sparen. Nachdem wir auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen aufgehoben haben und dabei Kündigungsfristen gewahrt haben rechne ich nicht mit Sperrzeiten und Ruhezeiten. So haben mir der Personaler, ein Telefonberater der Agentur und eine Arbeitsrechtsanwältin das im Dezember bestätigt.

    Für mich gibt es jetzt 2 Zeitpunkte:
    Der absolut sichere Fall: In 1 Jahr + 1 Tag, also am 02. Oktober 2021 die Arbeitslosigkeit beginnen lassen indem ich das Formular vielleicht schon in der Woche vorher einreiche aber auf den 02.10. datiere. Dann gäbe es endgültig zweifelsfrei keine Sperr- und Ruhezeiten, ich bin 58 und ein Agent der die Dienstvorschriften bezüglich Rahmenfristen usw nicht kennt kann mir auch nix.

    Der immer noch sichere Fall: Ich glaube wirklich dass ich keine Sperre/ Ruhe bekomme und gehe gleich im August nach meinem 58. Geburtstag einreichen und datiere den Beginn der Arbeitslosigkeit im Formular auf den naja, 01.09. – ist ein bisschen schöner für die Steuer.

    Frage 1: habe ich alles was ich hier gelesen habe damit so einigermassen richtig gedanklich umgesetzt?
    Frage 2: Beim „sicheren Fall“ Ich gehe z.B. am 29.09. einreichen. Der 02.10. ist ein Samstag. Was trage ich ein? Trotzdem den 02.? Bin gespannt ob das vordatieren im Online-Formular funktioniert falls wir dieses Corona-bedingt immer noch verwenden müssen.
    Frage 3: Es sollte hinsichtlich „guter Zusammenarbeit“ doch reichen dass ich mein Vorhaben jetzt grundsätzlich mit der Bitte um Beratung kundgetan habe. Ins Detail, wie wir weiter im Herbst 2021 vorgehen kann man doch auch in den nächsten Monaten noch ganz in Ruhe mit der Agentur besprechen oder habe ich da irgendwelche tückischen Regeln und Fristen übersehen? Sprich: Ich muß das nicht ins Letzte geklärt haben VOR dem 01.10.2020?

    Damit ich vielleicht auch eine Antwort gebe ohne dass ich weiß ob einer die Frage stellen wird:
    Ja, ich lass mir, trotzdem ich 2020 schon ein gut dreiviertel reguläres Jahresgehalt beziehe auch noch die Abfindung in einem Stück auszahlen. Wie dumm ist das denn? Antwort: Ist es nicht: In 2020 kann ich die Sanierung einer Vermietwohnung entgegensetzen (die nicht in 2021 zu verschieben ging). Zweiter Grund: Fünftel-Regel.
    Wie bekommt man diese Formulierung „Das Arbeitsverhältnis endet auf Veranlassung des Arbeitgebers aus betrieblichen Gründen“ (was Sperrzeiten vermeidet) in den Vertag obwohl der Arbeitnehmer die Aufhebung angeregt hat (was zu Sperrzeiten führt)? Mein Verhandlungsspielraum hat das zugelassen. Enorm wichtiger Tipp meines Arbeitsrechtlers. Wer kann: Unbedingt nicht vergessen!

    Danke Euch allen herzlich für die Geduld beim Lesen und noch mehr für Antworten die ich vielleicht bekommen werde 😉

    Der Glockenbacher

    • Zu 1: Soweit ich sehen kann, ist alles richtig verstanden.

      Zu 2: Der Beginn der Arbeitslosigkeit kann auch an einem Tag starten, an dem die Agentur nicht geöffnet hat. Bei einer persönlichen Meldungen wäre dies dann am nächsten Öffnungstag nachzuholen. Bei einer Vorab-Meldung sehe ich da keine Probleme.

      Zu 3: Im Grunde „muss“ man überhaupt nichts vorab klären. Manch einer meldet sich ganz einfach am Ende des Dispojahres. Halte ich jedoch für nicht empfehlenswert. Aber es besteht kein zeitlicher Druck für die Klärung.

      Anmerkung: Es gibt im Hinblick auf die Freistellung (sofern es eine unwiderrufliche ist) noch eine weitere Entspannung der Terminsituation. Bitte einmal den Kommentar etwas weiter oben lesen: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-11-hinweise-zum-dispositionsjahr-fristen-fuer-ueber-58-jaehrige/#comment-30740

      Gruß, Der Privatier

  25. Wow! Vielen herzlichen Dank für die äußerst prompte Antwort! Meine Freistellung ist in der Tat unwiderruflich. Damit ist das Thema Sperrfrist einmal mehr kein Thema und ich neige stark dazu das Dispojahr vorzeitig, nach 11 Monaten, frisch 58-jährig zum 01.09.2020. zu beenden. Das ganze kläre ich dann im Frühjahr 2020, in der Hoffnung dass man wieder Präsenztermine machen kann, mit der Agentur ab und lasse mir im Idealfall ein Protokoll à la Kawahu bestätigen.
    In meinem gestrigen Thread habe ich bemerkt ich hätte bei der Agentur per Mail um Beratung zur Auszeit gebeten (eigentlich nur um mein Vorhaben aktenkundig zu machen) und schwupp, schon kam heute morgen von der Agentur Landshut, die in Ergänzung München betreut, der Anruf. Ich war zwar unter der Dusche und habe das Gespräch nicht angenommen aber das war eine positve Überraschung!
    Alsdann nochmals herzlichen Dank und lieben Gruß,
    G

  26. Ich kann keine Verlinkung zu der Anweisung (unter dem Link „Weitere Informationen (Berechnung der erweiterten Rahmenfrist ab 01.01.2020)“) finden. Bitte um Unterstützung wo ich die Anweisung finden kann.

  27. Noch ein Tipp von mir:
    Es kann sich lohnen, schon vor Abschluss des Aufhebungsvertrags Kontakt mit der Agentur für Arbeit aufzunehmen: Einfach anrufen und fragen, ob men einen Aufhebungsvertrags-Entwurf zur Prüfung einsenden darf. Ich bekam einen E-Mail und hatte schon nach 2 Tagen schriftlich (!) Antwort, ob ich mit einer Sperrzeit rechnen muss. So eine Auskunft ist wertvoller als alle Beteuerungen von Personalern und Anwälten. Denn die kümmert es nicht, wenn man ein Jahr später (Dispojahr) eine Sperrzeit bekommt und erzählen in der Regel immer, dass man keine Sperre kriegt … Mit einem Schrieb der Agentur kann man in der Regel noch mal gut beim Arbeitgeber nachverhandeln – zum Beispiel eine praktische (s.o.) unwiderrufliche Freistellung aushandeln.
    Dann in der Agentur anrufen und sich als Arbeitssuchender abmelden lassen …

  28. Hallo Privatier,
    vielen Dank für diese Seite mit der Vielzahl von Informationen und Aspekten zum Dispojahr.
    Ich gehöre in Kürze ebenfalls zu dem betreffenden Kreis mit folgenden Bedingungen:
    1. Bin 57 Jahre alt, werde im Februar 2021 58
    2. Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Aufhebungsvertrag und Abfindung Ende Oktober 2020
    3. Unwiderrufliche Freistellung ab sofort unter Fortzahlung der Bezüge bis 30.03.2021

    Möchte aber ein Dispojahr einlegen, um Sperre zu umgehen und ab Arbeitslosmeldung 24 Monate ALG1 zu bekommen.

    Die Arbeitslosmeldung soll im September 2021 erfolgen.

    Nach meiner Einschätzung würde ich damit die Anforderungen der Agentur erfüllen und keine Sperre oder Kürzung des ALG erhalten.

    Dies würde ich zeitnah der Agentur per Mail darlegen mit der Bitte um Bestätigung. Persönlich geht wegen Corona nicht, da die Agentur für Besuche geschlossen ist.

    Habe ich alles korrekt beschrieben?

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung und Rückmeldung.

    Gruß Helmut F.

    • Ich finde die Datümer etwas verwirrend.
      Zu wann wird denn der Arbeitsvertrag beendet?
      Die Auszahlung der Abfindung im Steuerjahr 2020 erscheint mir auch suboptimal.

    • „Die Arbeitslosmeldung soll im September 2021 erfolgen.“

      Die Arbeitslosmeldung kann gerne im September erfolgen, von Bedeutung wäre jedoch, dass sie erst Anfang November wirksam wird (mindestens ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit). Daher: Auf das Startdatum achten!

      Gruß, Der Privatier

      • Nun ist es fix.
        Aufhebungsvertrag per 29.10.2020
        Unwiderrufliche Freistellung ab 29.10.2020 = Ende der Beschäftigung
        Ende Arbeitsvertrag zum 31.03.2021
        Antrag auf ALG am 5.11.2021
        Damit 24 Monate ALG ohne Sperre

        Oder habe ich noch einen Denkfehler ?

        Danke, Helmut F.

        • Scheint im Prinzip soweit in Ordnung zu sein. Es leuchtet mir allerdings nicht ein, warum man nun wirklich den allerletzten Tag für den Beginn der Arbeitslosigkeit auswählt?! Warum nicht ganz einfach „Ein Jahr“ (plus ggfs. 1 Tag)?

          Gruß, Der Privatier

          • Danke.
            Dann also den 2.11.2021 als Beginn der Arbeitslosigkeit wählen?
            Danke und Gruß
            Helmut F.

          • Könnte man auch das Ende des Arbeitsvertrages „verwenden“ um notfalls das Dispojahr bis April 2022 hinauszögern?

          • Okay, eSchorsch hat natürlich Recht: Der „allerletzte Tag“ liegt dann doch noch weiter nach hinten, denn selbstverständlich müsste man dafür die Ende des Arbeitsvertrages zu Berechnung verwenden.

            Also: Mindestens ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit – das wäre dann (mit einem Tag Zugabe) der 31.Okt.2021 und höchstens ein Jahr nach Ende des Arbeitsvertrages, das wäre dann der 1.4.2022.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: @Helmut: Bitte bei zukünftigen Kommentaren einmal die Email-Adresse korrigieren. Danke.

  29. Stimmt, ist verwirrend geschrieben.
    Der Aufhebungsvertrag wird diese Woche noch unterschrieben.
    Das Arbeitsverhältnis endet zum 31.03.2021
    Da ist auch die Abfindung fällig.

  30. Moin, @all

    Jungens, Ihr verwirrt mich…

    Zitat Privatier:
    „Also: Mindestens ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit – das wäre dann (mit einem Tag Zugabe) der 31.Okt.2021 und höchstens ein Jahr nach Ende des Arbeitsvertrages, das wäre dann der 1.4.2022.“

    Es geht doch um die Verhinderung der Anspruchsverkuerzung von 24 auf 18m?
    Dazu muss das „Ereignis, welches die Sperrzeit BEGRÜNDET“, laenger als 1 Jahr zurueckliegen.
    Hier ist das Ereignis die AUFGABE des ARBEITS-verhältnisses am 31.03.21, obwohl ja bereits vorher, mit Beginn der Freistellung, BESCHAEFTIGUNGSLOSIGKEIT eintritt.
    Damit tritt auch mit dem ersten Tag der Beschaeftigungslosigkeit der Sperrzeitlauf ein (3m).
    Bei einer AL-Meldung noch in 2021 ist dann zwar die Sperrzeit (innerhalb der Freistellung) bereits abgelaufen, das „Ereignis“(Arbeitsaufgabe) aber noch juenger als 1 Jahr?
    Demnach koennte dann zwar sofort der Alg-Bezug starten, aber eben nur für die geminderte Anspruchsdauer?

    Gruesse
    ratatosk

    • Die Lösung dieses „Rätsels“ ist ganz einfach:

      Das „Ereignis, welches die Sperrzeit begründet, ist das Ende der Beschäftigung! Nicht das Ende des Arbeitsverhältnisses.
      Mit dem Eintritt der Beschäftigungslosigkeit könnte man sich bereits auch arbeitslos melden. ALG wird man dann allerdings nicht bekommen, da der AG ja noch weiter zahlt.

      Aber ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit hat man die Reduzierung des ALG-Anspruches wg. Aufgabe der Beschäftigung dann bereits umgangen. Die sonstigen Voraussetzungen für den ALG-Bezug stimmen auch und damit ist dies dann der früheste Termin, zu dem eine ALG-Meldung Sinn macht.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die Klarstellung, hatte ich irgendwie anders interpretiert.

        D.h., wer es schafft 1Jahr Freistellung auszuhandeln, kann dann ggf. direkt nach dem Ende des Arbeitverh. seinen ungeminderten Anspruch geltend machen (unabhängig davon, ob man diesen dann auch gleich aufbraucht).

        Gut zu wissen.

        Schoenen Sonntag noch.
        ratatosk

  31. Ich weiß, viele Fragen werden wiederholt gestellt und ermüden den geneigten Leser und Beantworter.
    Trotzdem noch einmal zu Sicherheit meine Sicht mit der Bitte um Bestätigung:

    Alter 59
    Arbeitsende am 30.09.2020

    Arbeitslosmeldung am 01.10.2021: Sicher Anspruch auf 24 Monate, aber Risiko, dass Sperrfristen noch nicht erloschen sind
    Arbeitslosmeldung am 02.10.2021: Sperrfristen sicher erloschen, aber Risiko, dass Anspruch auf 24 Monate nicht mehr besteht

    Konsequenz: das kleinere Risiko wäre der 01.10.2021
    Die Vorabberatung und Abstimmung mit dem Arbeitsamt ist zwar sicherlich der Goldstandard, aber meine bisherigen Bemühungen um Kontaktaufnahme und Beratung waren deprimierend. Vorortgespräche sind nicht möglich, telefonische Beratung wird nicht angeboten, und schriftliche Anfragen werden nicht oder nicht zielführend beantwortet. Also viel Zeit und Geduld mitbringen, wenn man auf eine Aussage vom Arbeitsamt Wert legt …..

  32. Wird hiermit bestätigt. 🙂

    01.10.2021 ist der frühmöglichste Termin
    02.10.2021 ist der Hosenträger zum Gürtel

    und ermüdend ist das nicht, bei Unsicherheit lieber zweimal nachfragen.

    Gruß
    Lars

    • Vielen Dank für die schnelle Antwort!
      Ich konnte allerdings dein Bild nicht genau interpretieren. Hosenträger zum Gürtel klingt nach doppelter Sicherung, meine These war aber, dass am 02.10.2021 ein theoretisches Risiko besteht, dass die 24-Monats-Voraussetzung nicht mehr erfüllt ist.
      -> 02.10.2021 : Risiko, maximal 6 Monate zu verlieren
      -> 01.10.2021 : Risiko, maximal 3 Monate zu verlieren

      Gruß Achim

      • Wenn Sperre wegen Arbeitsaufgabe, dann auch Kürzung der Anspruchsdauer um 25%.
        Das Risiko bei 1.10 steigt damit auf 6 Monate

        Zum AA kontaktieren: vielleicht noch per Mail probieren
        Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass die bei einer unverbindlichen Anfrage eines Noch-Nicht-Kunden eher genervt sind.
        In dem Moment wo man sich arbeitslos/suchend meldet und ein Kunde wird, sollte das hoffentlich konkreter werden. Dann muss man sich etwas dumm stellen und fragen, welches Datum man denn nun eingeben soll, damit keine Sperrzeiten verhängt werden.

  33. schau bitte einmal hier nach. Du bist doch jetzt im Dispositionsjahr (Arbeitsende 30.09.2020)?

    https://der-privatier.com/kap-9-3-2-10-hinweise-zum-dispositionsjahr-einen-tag-laenger/

    Du bist jetzt 59 Jahre alt, hättest einen ALG1-Anspruch von 24 Monaten (unter Voraussetzung in den letzten 5 Jahren …) und mit dem Dispositionsjahr umgehst Du die Sperrzeit. Dispositionsjahr + 1 Tag länger ist eine Vorsichtsmaßnahme siehe Kapitel „Hinweis zum Dispositionsjahr – ein Tag -länger“ vom Privatier.

    Gruß
    Lars

  34. Lieber Privatier,

    Ich würde gerne einmal meine Situation beschreiben und wissen ob alles richtig geplant ist.

    Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages bereits in 2019 zum 31.10.2021
    Meldung beim Arbeitsamt im Juni 2021 und Ankündigung von 1 Jahr Pause
    58er Geburtstag im November 2021
    Abfindungszahlung im Januar 2022 (wg. Fünftel Regelung)
    Arbeitslosmeldung zum 02.11.2022 (Im Oktober 2022)
    Max. 2 Monate Arbeitslosengeld in 2022 (ggf. sogar wieder kurze Abmeldung)
    Krankenkassenvorauszahlung von 3 Jahren in 2022
    Ggf. Badrenovierung in 2022 einer vermieteten Eigentumswohnung (Steuerreduzierung Gehalt Ehefrau)
    Anspruch auf insgesamt 24 Monate Arbeitslosengeld

    Ist das alles korrekt, oder habe ich etwas vergessen?

    Vielen Dank für Deine tolle Seite!
    Andreas

    • Gut durchgeplant!

      In 11/2021 und 12/2021 könntest Du ggfs. kostenfrei in die Familienversicherung bei der Ehefrau unterschlüpfen. Ab Zahlung Abfindung ist das nicht mehr möglich.
      Du solltst nur sicherstellen, dass in 2022 das Gehalt der Frau, die Einnahmen VuV und das ALG1 steuerlich voll kompensiert werden. Dann siehste ja, ob das noch für die 2 Monate ALG1 ausreicht oder ob noch was in die Rente eingezahlt werden sollte.

    • Auch aus meiner Sicht soweit in Ordnung. Der Vollständigkeit halber sollte man aber auch einmal die Möglichkeit einer getrennten Veranlagung durchspielen.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für eure Prüfung.

        @eSchosch: Sollte ich das Gehalt meiner Freu über die geplanten Maßnahmen nicht auf 0 gedrückt bekommen, erwäge ich eine Einzahlung in die Rentenkasse.

        @Privatier: Eine getrennte Veranlagung macht Aufgrund der Abfindungshöhe keinen Sinn, hier ist das Ehegattensplitting die bessere Lösung.

        Vielen Dank nochmal und viele Grüße
        Andreas

        • Denk daran, dass die Vorlaufzeit für eine freiwillige Einzahlung bei der DRV einige Monate betragen kann …

  35. Hallo zusammen,

    ich bin seit dem 01.07.2020 unwiderruflich freigestellt. Mein Arbeitsverhältnis endet mit Aufhebungsvertrag und unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist aus betrieblichen Gründen zum 31.03.2021. Ich werde Ende Januar 2021 58 Jahre alt und möchte aufgrund einer größeren Abfindung – zahlbar in 2021 – das Dispojahr nutzen.

    Welche Schritte sind jetzt wann bei der Arbeitsagentur vorzunehmen? Habe ich bereits jetzt etwas falsch gemacht indem ich mich noch nicht arbeitssuchend gemeldet habe?

    • Wegen der Freistellung haste sogar einen bequemen Korridor für die Arbeitslosmeldung. Eigentlich bräuchtest Du gar nichts tun, außer der AL-Meldung Januar 2022, nicht mal ne vorhergehende Arbeitsuchend-Meldung.

      Sicherheitshalber würde ich der Agentur eine eMail schreiben, Sachverhalt kurz schildern, aber den Begriff Dispojahr meiden: „Aufhebungsvertrag zum 31.3.21, Freistellung … möchte mich ab Januar 22 al-melden, bitte um Rücksprache ob ich damit Sperr- und Ruhezeiten umgehen kann“

      • Vielen Dank eSchorsch,

        nach nochmaliger eingehender Beschäftigung mit der Materie komme ich zu derselben Einschätzung. Eine Frage: Geht Ihr wirklich so offensiv an die Agentur heran mit der Diskussion über Umgehung von Sperr- und Ruhezeiten? Wie reagieren die Kollegen dort eigentlich wenn man mit derartigen Fragen auf sie zukommt?

        Viele Grüße
        KK

        • Mein Discojahr war 2018 und das habe ich quasi ohne vorherige Konsultation abgesessen, ich kann zur Beratung keine persönliche Erfahrung zum Besten geben. Es gibt aber einige Kommentatoren, die von ihren Beratungsgesprächen berichtet haben.
          Gesetzliche Grundlage ist § 14 SGB I, es gibt auch eine Fachliche Weisung für die AfA, wie sie ihrer Pflicht zur Auskunft und Beratung nachzukommen hat.
          Das Umgehen von Sperr- und Ruhezeiten kann man nicht nur ganz offen ansprechen, der AfA-Mitarbeiter hat sogar die Pflicht, darauf hinzuweisen.
          Auszug:
          „Die Beratung soll dem Einzelnen die Kenntnisse und Entscheidungsgrundlagen vermit-teln, die er zur vollen Wahrnehmung seiner Rechte und zur korrekten Erfüllung seiner Pflich-ten benötigt. Sie muss richtig, unmissverständlich und umfassend sein. Der Versicherungs-träger ist gehalten, auf alle naheliegenden Gestaltungsmöglichkeiten hinzuweisen, da-mit der Ratsuchende seine Entscheidung in voller Kenntnis aller Konsequenzen tref-fen kann.“

          • Vielen Dank, der Hinweis über eine Beratungspflicht bei Gestaltungsmöglichkeiten ist sehr hilfreich.

          • Ich habe nun ein nettes Schreiben von der Agentur vorliegen, das die o.g. Vorgehensweise vollumfänglich bestätigt. Ich habe den Eindruck, dass der Sachbearbeiter mit der Gestaltungsmöglichkeit zum Dispojahr vollkommen vertraut ist. An dieser Stelle auch noch einmal meinen herzlichen Dank an den Privatier. Dieses Blog und das dazugehörige Buch waren extrem hilfreich um zu einer Entscheidung zu kommen und den Übergang in den Ruhestand zu planen.

            Alles Gute!

          • Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert 🙂

            Magst Du noch zwei Fragen für die nächste Generation Privatiers beantworten:
            Kann man sehen, aus welcher Abteilung der gut informierte Sachbearbeiter stammt?
            Wie hast Du es geschafft, an einen kompetenten Sachbearbeiter zu kommen und eine schriftliche Bestätigung zu erhalten? (viele Kommentare berichten von „nur“ telefonischen Auskünften)

  36. Hallo in die Runde,
    hat jemand Erfahrung mit der fiktiven Kündigungsfrist (18 Monate)wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird, das eigentlich seitens des AG nicht mehr hätte gekündigt werden können? Was hat das für Auswirkungen auf eine Abfindung?
    Danke und Gruß
    Helmut F.

    • Je besser der Kündigungsschutz, desto höher die Abfindung. Meine ich zumindest 🙂

      Mal ernsthaft, es geht um die Ruhezeit, welche die AfA verhängt, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde. Oder?
      Der Privatier hat dazu einen eigenen Beitrag geschrieben, der sollte die Fragen beantworten https://der-privatier.com/abfindung-und-ruhezeit/

      Um die Frage aus dem nächsten Beitrag zu beantworten, ein korrekt durchgeführtes Dispojahr „heilt“ auch eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten. Sprich nach dem Dispojahr werden keine Sanktionen wegen der unfristgemäßen Arbeitsaufgabe verhängt.

    • Wenn ich die Frage so beantworte, wie sie gestellt wurde, dann lautet die Antwort ebenfalls: Je kleiner die Möglichkeiten für den AG sind, eine Kündigung auszusprechen, desto höher sollte die Abfindung ausfallen. Eine „fiktive Kündigungsfrist“ existiert für den AG nicht! Er hat in manchen Fällen gar keine Möglichkeit, eine ordentliche Kündigung auszusprechen. Die Höhe der Abfindung sollte dies daher entsprechend berücksichtigen.

      Die fiktive Kündigungsfrist existiert nur im Zusammenhang mit der Berechnung einer Ruhezeit der Agentur für Arbeit. Die Wirkung ist dann wie bei allen anderen Kündigungsfristen auch: Wird sie nicht eingehalten, gibt es eine Ruhezeit.
      Eine Rückwirkung auf die Abfindung existiert aber nicht.

      Gruß, Der Privatier

    • Ja, natürlich. Die fiktive Kündigungsfrist ist Teil der Ruhezeit-Berechnung der Agentur für Arbeit. Ein Dispojahr hingegen ist für die Agentur für Arbeit im Grunde gar nicht existent.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich glaube, meine erste Antwort könnte missverstanden werden. Darum hier noch einmal:

      Die fiktive Kündigungsfrist ist Teil der Ruhezeit-Berechnung der Agentur für Arbeit und kann daher im Zusammenhang mit einer Abfindung zu einer Ruhezeit (bei Agentur und gesetzl. Krankenversicherung) führen.
      Nach der erfolgreichen Durchführung eines Dispojahres ist die maximale Ruhezeit der Agentur aber bereits abgelaufen und hat daher dann keine Wirkung mehr.
      Gegen hohe Beiträge der gesetzlichen Krankenkasse während einer Ruhezeit hilft ein Dispojahr hingegen nicht.

      Gruß, Der Privatier

  37. Lieber Privatier,

    ich möchte nicht etwas falsch machen, deshalb meine Frage. Ich habe Ihre Hinweise
    Dispositonsjahr und Fristen über 58-Jährige gelesen.
    Auch Ihre beiden Bücher habe ich mit grossem Interesse gelesen!

    Zu meiner Situation:
    Ich habe nach 36 Jahren Firmenzugehörigkeit Ende September einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Ende des Arbeitsverhältnis ist am 03.01.2021

    Ich möchte dann 2021 ein Dispositionsjahr machen und mich danach am 04.01.22 oder am 05.01.22 beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden und ALG1 beantragen.
    Ich werde nächstes Jahr im Juli 58.

    Kann man es so machen ohne irgendwelche Fristen zu verletzen oder eine Sperrung zu bekommen? Ich werde es auch noch mit dem Arbeitsamt per Email so abstimmen. Wegen Corana gibt es leider keine Termine.

    Spricht grundsätzlich irgendetwas gegen meine Terminwahl?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und Hilfe

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan S.

    • Ich denke, die Vorgehensweise ist so in Ordnung. Es könnte evtl. passieren, dass die zuständige Agentur der Auffassung ist, dass die Arbeitsuchend-Meldung drei Monate vor dem geplanten ALG-Beginn erfolgen sollte und dann (falls dies nicht geschieht) eine einwöchige Sperre verhängt. Ich bin der Meinung, dies ist nicht gerechtfertigt, aber notfalls zu ertragen.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich hatte vergessen zu erwähnen, ich wollte mich Ende September 2021 bei der Agentur melden um mich ab dem 05.01.22 arbeitssuchend zu melden und ALG zu beantragen.
        Mir ging es um die richtigen Daten. 03.01.2021 letzter Arbeitstag, 05.01.22 arbeitssuchend melden. In 2021 58. Geburtstag.

        Vielen Dank nochmal, jetzt bin ich beruhigt!

        Viele Grüße

        Stefan S.

        • Die Termine sind richtig, aber die Begriffe sind falsch!

          Zum 4.1.22 (oder 5.1.22) muss eine Arbeitslosmeldung erfolgen. Nicht arbeitsuchend.

          Gruß, Der Privatier

  38. Hallo Privatier,
    Ich habe ein Problem und finde keine Beiträge und Hilfe.

    Habe Dispojahr genommen für 2018,habe mich im Oktober18 für den 1.01.2019 Arbeitslos gemeldet.Im Dezember 2018 hatte ich eine OP und war dann Arbeitsunfähig. Beginn der Arbeitslosigkeit 1.01.2019 wurde hinfällig.Ich soll mich melden und neuen Antrag stellen, wenn ich wieder gesund bin.Genesung war dann erst zum August 2020.Ich habe dann einen neuen Antrag auf Alg gestellt,der wurde abgelehnt, weil die Frist überschritten ist.Jetzt werde ich wegen Krankheit bestraft und soll keine Ansprüche haben.
    Was kann ich machen
    und warum wird das Dispojahr bei den Rahmenzeiten angerechnet.
    Vielen Dank für Deine eventuelle Hilfe
    Gruß Thomas

    • Vorab: Ich habe Ihren Namen etwas verändert, um ihn von anderen unterscheiden zu können. Bitte nutzen Sie bei weiteren Kommentaren nur diesen Namen. Danke.

      Zur eigentlichen Frage: Es tut mir sehr leid, aber ich kann Ihnen da keinerlei Hoffnung machen.

      Eine gravierende Erkrankung zum Ende eines Dispojahres ist als größtes Risiko des Dispojahres bekannt und es wurde hier immer wieder darauf hingewiesen (z.B.: „Vor- und Nachteile eines Dispojahres“ ).

      Bei der alten Rahmenfrist (2 Jahre) musste ein Dispojahr immer genau ein Jahr lang dauern. Wurde der ALG-Antrag nur wenige Tage später eingereicht, so war der ALG-Anspruch endgültig verloren. Und in Ihrem Fall waren es nicht wenige Tage, sondern etliche Monate. Da ist leider nichts zu machen.
      Und das ist übrigens unabhängig von alter oder neuer Rahmenfrist. Auch mit der neuen Rahmenfrist (30 Monate) wäre im August der ALG-Anspruch erloschen.

      Es tut mir leid, keine bessere Auskunft geben zu können. 🙁
      Aber vielleicht kann Ihr Fall einigen anderen Lesern als Warnung dienen, denn er zeigt, dass das immer wieder erwähnte Risiko einer Arbeitsunfähigkeit zum Ende eines Dispojahres keinesfalls nur in der Theorie existiert!

      Gruß, Der Privatier

  39. Hallo Privatier,

    vielen Dank zunächst für die tolle Hilfestellung hier in dem Blog. Meine Situation:

    Alter 58 Jahre
    Eigenkündigung zum 31.12.2020 (6 Wochen Kündigungsfrist, Kündigung noch diese Woche)
    Dispositionsjahr dann ab 01.01.2021
    Arbeitssuchend melde ich mich dann zum 16.11.2020?

    Kann ich während des Dipositionsjahres einer Freiberuflichen Tätigkeit nachgehen?

    Arbeitslos melde ich mich dann zum 02.01.2022?
    Mit Bezug von 24 Monaten ALG 1?

    Kann ich meiner Freiberuflichen Tätigkeit während ich arbeitslos gemeldet bin (also ab 02.01.2022 weiter nachgehen oder muss diese zum 31.12.2021 abgemeldet werden?

    Vielen Dank für Deine/Eure Hilfe.

    Schöne Grüße Dieter K.

    • Moin Dieter K,

      „Kann ich während des Dispositionsjahres einer Freiberuflichen Tätigkeit nachgehen?“

      Ja, (da Eigenkündigung = keine Abfindung), ansonsten kann aus steuerlicher Sicht die Abfindungszahlung gravierend minimiert werden.

      „Arbeitslos melde ich mich dann zum 02.01.2022?
      Mit Bezug von 24 Monaten ALG 1?“

      Ja, ist möglich.

      „Kann ich meiner Freiberuflichen Tätigkeit während ich arbeitslos gemeldet bin (also ab 02.01.2022 weiter nachgehen oder muss diese zum 31.12.2021 abgemeldet werden?“

      Ja, die Selbstständigkeit kann weitergeführt werden, aber nur bei einer Arbeitsleistung von max. 15 Stunden pro Woche. Ein Verdienst aus der Selbstständigkeit von über ca.165,-€/Monat wird beim ALG1 angerechnet.

      Gruß
      Lars

  40. @Privatier: 1000 Dank für all die Infos!!! Auf die meisten Dinge wäre ich ohne Ihre Hilfe im Leben nicht selbst gekommen!
    @community: Eure Beiträge waren mir auch sehr, sehr hilfreich – Spitze!

    Nun, ich bin neu hier und das Thema Aufhebungsvertrag ist für mich relativ kurzfristig „hochgekocht“ …
    Zum Glück hatte ich mich schon mit ATZ beschäftigt und somit wenigstens eine kleine Vorstellung, was es bedeutet, bis zu den verschiedenen möglichen Renteneintrittsterminen mal eine etwas konkretere Finanzplanung zu betreiben.

    Die Fakten:
    mein Alter 58
    Betriebszugehörigkeit 30 Jahre

    Durch diese beiden Fakten stehe ich also schon mal unter MTV-„Artenschutz“, d.h. eigentlich theoretisch „unkündbar“ durch den AG.
    Bedeutet aber eben auch theoretisch Anspruch auf 24 Monate ALG.

    Angebot der Firma: Aufhebungsvertrag mit einer -aus meiner Sicht- fairen Abfindung

    Hatte einen Burn-out, aber es ist mir klar, dass das Zureden meines Docs zu einem AHV aus medizinischer Sicht nicht unbedingt durch die Agentur geteilt werden muss. – Also rechne ich mal mit einer Sperre durch die Agentur. – Und die würde mich 6 von den 24 Monaten ALG kosten!

    Nov. 2020 Unterschrift AHV mit Abfindung
    31.12.2020 Ende der Beschäftigung
    01.01.-31.03.2021 unwiderrufliche bezahlte Freistellung
    31.03.2021 Ende des Arbeitsverhältnisses
    April 2021 Auszahlung der Abfindung

    Der Plan:
    01.01.-31.12.2021 Dispojahr, um die eventuelle Sperre zu vermeiden

    01.01.2022 ist ja dann der Auslöser (31.12.2020) für eine Sperre verjährt.

    Ich hab nach hoch- und runterlesen der super Privatier-Seiten und Eurer Beiträge in den Kommentaren nun so viele Zeiten und Fristen im Kopf und sage ehrlich, ich weiß nicht mehr, wann ich mich womit bei der Agentur melden muss!

    Meine Vorstellung und vor allem Fragen:

    1.a) Innerhalb von 3 Tagen nach Unterschrift unter den AHV dies bei der Agentur melden, denn die 3-Monatsfrist kann ich ja bis Beginn Beschäftigungslosigkeit (31.12.) nicht mehr einhalten?
    oder
    1.b) Irgendwann im Dezember 2020 bei der Agentur melden, denn das Arbeitsverhältnis endet ja erst zum 31.03.2012?

    2.a) Am 02.01.2021 dann arbeitslos melden, damit die Agentur die Höhe meines Anspruchs berechnet und am 03.01.21 wieder abmelden, damit die Anspruchsdauer 24 Monate nicht wegen der Sperre auf 18 reduziert wird?
    oder
    2.b) Dies erst am 01.04. und so 02.04.21 tun?

    3.a) Im Dezember 2021 bei der Agentur arbeitslos und schon arbeitssuchend zum 01.01.2022 melden?
    oder
    3.b) Erst am 02.01.2022 arbeitslos und arbeitssuchend melden?
    oder
    3.c) Habe ich nicht sogar Zeit zwischen 01.01. und 31.03.2022 damit, denn die Höhe des ALG steht ja seit Anfang 2021 schon fest und für die Berechnungen des ALG-Anspruchszeitraumes müsste ja eigentlich die Zeit der Freistellung mit gelten, denn es wurden da ja Beträge in die AV gezahlt, als ob ich gearbeitet hätte?

    Bitte dringend um Eure Begutachtung und Hilfe, denn es ist echt ziemlich kurzfristig !!!

    • „…aber es ist mir klar, dass das Zureden meines Docs zu einem AHV aus medizinischer Sicht nicht unbedingt durch die Agentur geteilt werden muss.“

      Was sollte die Agentur dagegen aufbringen, wenn der Doc das Zureden in Form eines Attestes in Schriftform bringt?
      Allerdings verhindert das Attest nur die Sperrzeit/Anspruchsdauerverkürzung. Um die Ruhenszeit wegen der unterschrittenen K-Frist kommt man damit nicht rum, in 2021 wird es keinen ALG1-Bezug geben.
      Mit einem Attest hättest Du die freie Wahl deine Variante 2 (in 2021 AL-melden und Ruhezeit erhalten) oder Variante 3 (2021 Dispojahr) zu wählen.
      3.c ist korrekt.
      Viele von dir genannten Datümer führen zum gleichen Ergebnis, die Sache mit dem einen Tag mehr ist ja nur eine Vorsichtsmaßnahmen weil ein Kommentator an eine spitzfindige Leistungsabteilung geraten ist. Außer Gad hat hier noch keiner was ähnliches berichtet.

      Wast tun?
      Also ich würde mich nach der Unterschrift bei der AfA melden (per Mail) und schildern dass ich auf ärztl. Anraten einen AHV mit Freistellung abgeschlossen habe, ich Sperr- und Ruhezeiten vermeiden möchte und um Information bitte, wie ich das regelgerecht umsetzen kann.
      Es kann sein, dass der AfA-Sachbearbeiter auf ein Telefonat drängt, weil man manche Sachen einfacher mündliche klären kann. Ich könnte mir aber vorstellen, dass eine solche Mailanfrage bei der zuständigen Leistungsabteilung (und nicht bei der allgemeinen Hotline) landet. Man hätte dann die Abteilung am Rohr, die säter auch den eigenen Antrag bescheiden wird und die sagen kann, ob das mit dem einen Tag mehr von ihnen gefordert wird.

      • Moin Andy62,

        eSchorsch hat schon wichtige Hinweise gegeben.

        “ … aber es ist mir klar, dass das Zureden meines Docs zu einem AHV aus medizinischer Sicht nicht unbedingt durch die Agentur geteilt werden muss. – Also rechne ich mal mit einer Sperre durch die Agentur.“

        Attest vom Doc vorhanden ja/nein?

        Mit einem Attest vom Doc hast Du erst einmal ein Schriftstück in der Hand, denn unter der FA vom AfA (§159 SGB III) steht siehe Punkt 159.1.2.1 „Wichtiger Grund bei Lösung des Beschäftigungsverhältnisses oder vertragswidrigem Grund“ Unterpunkt e (Seite 13):

        – Die Arbeit dem Arbeitslosen nach seinem Leistungsvermögen nicht zumutbar ist

        Schlussendlich ist das aber eine Entscheidung vom SB der AfA.

        „… Durch diese beiden Fakten stehe ich also schon mal unter MTV-„Artenschutz“, d.h. eigentlich theoretisch „unkündbar“ durch den AG.“

        „Unkündbar“ bedeutet für die AfA eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten siehe §158 Abs.1 Satz 3 SGB III.

        Ich würde so vorgehen wie eSchorsch geschrieben hat, … der AfA das Anliegen per Mail schildern mit dem Ziel Sperr und Ruhezeiten zu vermeiden (aber Begriff Dispojahr nicht erwähnen …)

        Bitte noch einmal den Zeitablauf prüfen (Beginn des Dispositionsjahres?):

        „01.01.-31.03.2021 unwiderrufliche bezahlte Freistellung“
        „31.03.2021 Ende des Arbeitsverhältnisses“
        „01.01.-31.12.2021 Dispositionsjahr“

        Und 2a geht nicht, da Dein AV noch bis 31.03.2021 besteht.

        2.a) Am 02.01.2021 dann arbeitslos melden, damit die Agentur die Höhe meines Anspruchs berechnet und am 03.01.21 wieder abmelden, damit die Anspruchsdauer 24 Monate nicht wegen der Sperre auf 18 reduziert wird?
        oder
        2.b) Dies erst am 01.04. und so 02.04.21 tun?

        Gruß
        Lars

        • Korrektur – 2a) i.O.

          Die Arbeitslosmeldung „kann“ drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit vorgenommen werden. (frühester Termin)

          Gruß
          Lars

    • Die Agentur darf keine Sperre verhängen, wenn es wichtige Gründe für das Beenden des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Und gesundheitliche Gründe stehen dabei ganz oben an erster Stelle. Wenn die gesundheitlichen Gründe also nachgewiesen werden können (Krankenhistorie und Attest), so darf es zu keiner Sperre kommen.

      Wenn eine Sperre aber unwahrscheinlich ist, stellt sich die Frage, ob dann ein Dispojahr überhaupt Sinn macht? Ohne Dispojahr könnte man alle angefragten Varianten durchführen.

      Wenn es dann doch ein Dispojahr sein soll, kämen 3a) bis 3c) in Frage, wobei es immer nur auf die Arbeitslos-Meldung ankommt. Die Arbeitsuchend-Meldung ist nur von Bedeutung, wenn man nahtlos an die Beschäftigung ALG beziehen möchte.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo zusammen,
        habe mir also beider AfA einen Account angelegt und denen gleich am 12.11.20 abends noch über das Kontaktformular mitgeteilt, dass ich am Tag zuvor einen AHV unterschrieben hab, mein Doc mir auch zu diesem Schritt geraten hatte und ich Beratung bzgl. des weiteren terminlichen Vorgehens wünsche, um eventuelle sonst anfallende Sperrzeiten zu vermeiden. – Prompt rief am nächsten morgen schon die Hotline in aller Früh bei mir an.
        Die Dame versuchte mir zu erklären, dass ich mich erst „melden“ müsste und das könnte ich ja am Telefon tun, bevor ich eine Beratung zu meinen Themen bekäme.
        Auf meine Frage, was sie mit dem Begriff „melden“ denn nun eigentlich meine – ob arbeitssuchend oder arbeitslos, denn den AHV hab ich ja schon gemeldet – kam sie irgendwie ins schwimmen.
        Der Unterschied zwischen Ende der Beschäftigung und Ende des Arbeitsverhältnisses (ich hatte beides gleich mit angegeben) schien ihr auch nicht allzu viel zu sagen.
        Auf die Frage, ob sie denn meine Beraterin in der für mich zuständigen AfA vor Ort sei, erfuhr ich dann wenigstens, dass sie aus dem Callcenter anruft.
        Mit meinem Berater vor Ort könne ich erst dann sprechen, wenn ich mich „gemeldet“ hätte, dies könnte ich ja am Telefon gleich tun oder eben bis spätestens 31.12.20.
        Für ein wirklich beratendes Gespräch sei es ja nun sowieso zu spät, weil ich den AHV bereits unterschrieben habe.
        Nun ja, sie konnte ja nicht wissen, dass ich bei Euch evtl. schon mehr über die Möglichkeiten gelernt hatte, als sie offenbar bei der Agentur!?!
        Wenigstens erwähnte sie von sich aus, dass ich das Attest von meinem Doc dann bräuchte und einen Lebenslauf.
        Ich werde mir also nun die Telefonnummer der Dienststelle direkt hier vor Ort irgendwie beschaffen und versuchen, mit einem kompetenten Mitarbeiter Kontakt zu bekommen, um den Zeitplan mal abzustecken …
        Grüße
        Andy62

        • Einige der geschilderten Erfahrungen sind nicht überraschend, wie z.B.:

          * Eine Beratung wird in der Regel nur für „Kunden“ der Agentur durchgeführt, also nur nach Arbeitsuchend- oder Arbeitslos-Meldung.
          * Ein direkter Kontakt zum Vermittler oder zur Leistungsabteilung ist meistens nicht möglich, sondern die zentrale Hotline ist immer der erste Ansprechpartner.

          Als reichlich unverschämt empfinde ich allerdings die Antwort, für ein „wirklich beratendes Gespräch sei es ja nun sowieso zu spät, weil ich den AHV bereits unterschrieben habe.“ Eine Beratung zum AHV war ja gar nicht gefragt! Sondern zu den Terminen im Zusammenhang mit den geplanten Meldungen bei der Agentur.

          Wie in vielen anderen Fällen auch, gilt auch hier der Rat, hartnäckig zu bleiben! Auch gerne die Hotline noch einmal anrufen. Die Chance auf denselben Gesprächspartner zu treffen, ist gering. Eventuell wäre allerdings eine Arbeitssuchendmeldung hilfreich. Kann man ja nach erfolgter Beratung wieder zurückziehen.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo zusammen,
            kurzer relativ positiver Zwischenstand:
            + Meine Sache liegt nun inzwischen bei einer kompetenten und freundlichen Mitarbeiterin beim AfA und wir sind uns eigentlich über fast alle Termine einig.
            + Arbeitssuchend-Antrag irgendwann im Dezember
            + Antrag auf ALG1 zwischen Januar und März 2021
            + Ich habe mein Attest vom Arzt vorgelegt und daraufhin hat sie mir telefonisch bestätigt, dass es keine Sperrzeit wegen des Aufhebungsvertrages geben wird. – So wie Ihr mir weiter oben ja schon vorhergesagt habt. – Übrigens: Danke nochmal!
            + Sie hat mir dann auch schon mal die Dauer der Ruhenszeit aus ihrer aktuellen Sicht überschlagen: 4 Monate (+ paar Tage). – Dies passt zu dem, was ich erwartet hatte dank der Hinweise in den genialen Seiten vom Privatier hier.
            + Nach meinen Excel-Berechnungen brauche ich nun eigentlich das Dispojahr nicht mehr, denn der Hauptgrund war bei mir die Verjährung der Sperrzeit, die ja nun vom Tisch ist.
            Steuerlich gesehen würde mir das Dispojahr zwar einen kleinen Vorteil bringen, der aber wiederum gleich durch die KV aufgefressen würde. Denn die könnte dann in meinem Fall 4 Monate mit Höchstsatz auf meine Abfindung zugreifen, oder eben max. solange ich kein ALG1 beziehe.

            Nun bin ich mit der AfA aber noch nicht einig bezüglich des Startzeitpunktes der Ruhenszeit und deshalb würde ich gerne meine Sicht nochmal mit Euch querchecken, vielleicht liege ich ja noch irgendwie falsch mit meiner Interpretation der Begrifflichkeiten:

            31.12.2020 Ende des Beschäftigungsverhältnisses, weil ab
            01.01.2021 unwiderrufliche bezahlte Freistellung bis
            31.03.2021 Ende des Arbeitsverhältnisses

            Die AfA will den Beginn der Ruhenszeit auf 01.04.2021 legen, was mir dann 4 Monate KV/AV bei Höchstbeitrag kosten würde.
            Ich meine aber hier vom Privatier gelernt zu haben, die Ruhenszeit müsste eigentlich am 01.01.2021 beginnen, weil der Tatbestand des Endes des Beschäftigungsverhältnisses bereits am 31.12.2020 erfüllt ist:
            „Beide gemeinsam (Sperr- und Ruhezeit) haben die Eigenschaft, dass sie mit dem Beginn des Zeitpunktes starten, der als Auslöser gilt (in der Regel ist das der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit) und dann einfach kalendermäßig ablaufen.“

            Dadurch wiederum müsste ich dann ja nur im April Höchstbetrag an die KV zu zahlen, weil dann im Mai ALG1 einsetzen müsste und die KV damit von der AfA gezahlt würde.
            Ich müsste in dem fall dann zwar nach Ende des ALG1 drei Monate früher wieder selber KV zahlen, dann ja aber nur den Mindestsatz, weil meine Abfindungssumme nach den dann 24 Monaten ALG1 von der KV nicht mehr herangezogen werden kann.

            Wo liegt mein eventueller Denkfehler?
            (… neben der Befürchtung, dass Ihr mir jetzt vielleicht sagt, dass ich den hier am 12.11. oben begonnen Gedankenaustausch jetzt auf der Seite für die Ruhezeiten fortsetzen müsste?!)

            Dank im Voraus für Eure sicher wieder hilfreichen Kommentare!

            Schöne Grüße, Andy62

          • Sagen wir es mal ganz platt, die Ruhezeit geht so lange, bis die Kündigungsfrist eingehalten worden wäre. Es ist egal, ob man zwischendrin weiterarbeitet, freigestellt oder Privatier ist.

            Beispiel: Aufhebungsvertrag Ende November ’20 unterzeichnet, arbeitgeberseitige Kündigungsfrist beträgt 12 Monate, man wäre somit zum 30.11.21 kündigbar. Die Ruhezeit endet dann ebenfalls am 30.11.21 (Einzeltage ignoriere ich mal).
            Jetzt hast Du aber spitzfindig nach dem Beginn der Ruhezeit gefragt. Ich würde dem Amt beipflichten: 1.4.21, davor stehtst Du doch noch auf der Gehaltsliste deiner Firma, dieser Zeiraum interessiert die AfA doch „leistungsmäßig“ gar nicht. Aber ganz ehrlich, selbst wenn Du ab 1.1.21 arbeitslos wärst und die Ruhenszeit ab 1.1.21 starten würde, dann endete die Ruhenszeit trotzdem erst am 30.11.21.

            Du kannst es drehen wie Du willst, um den maximalen KK-Beitrag von April bis November kommst Du nicht rum. Freu dich drüber, das kannste prima von der Steuer absetzen. Du hast eh 3 Monate Einkommen zu kompensieren, oder fällt die Abfindung gar nicht unter die Fünftelregelung (dann wäre das weniger wichtig).

          • @Andy62: Das Zitat von mir habe ich tatsächlich so geschrieben und es zeigt mal wieder, wie gefährlich es ist, wenn man nicht ganz exakt auf die Formulierung achtet. Denn: So wie ich es geschrieben habe, kann es zumindest sehr leicht zu Missverständnissen kommen.
            Man könnte auch sagen: Die Aussage ist falsch. Ich werde nachher versuchen, eine bessere Formulierung zu finden.

            Jedenfalls gilt der Beginn der Beschäftigungslosigkeit NICHT für Sperre und Ruhezeit gleichermassen als Beginn, sondern nur für eine Sperre! Eine Ruhezeit beginnt mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Und somit hat die Dame von der Agentur Recht.

            Als kleine Ausrede für meine missverständliche Aussage kann ich noch anführen, dass ich „in der Regel“ dazu geschrieben habe. Und „in der Regel“ fallen Ende der Beschäftigung und Ende des Arbeitsverhältnisses zusammen. Dann passt es wieder. Und den meisten, die sich erstmalig mit der Thematik befassen, ist der Unterschied auch gar nicht bewusst.

            Dennoch: Meine Aussage war so nicht in Ordnung und ich werde sie nachher korrigieren. Vielen Dank für den Hinweis.

            Gruß, Der Privatier

          • @eSchorsch: Du hast richtig erkannt, dass die Ruhezeit mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses beginnt.

            Nicht richtig ist aber die pauschale Aussage, dass eine Ruhezeit immer mit dem Ende der ordentlichen Kündigungszeit endet! Das kann auch früher sein.
            Nämlich dann, wenn sich gemäß Tabelle (Firmenzugehörigkeit/Alter) eine kürzere Zeit ergibt. Wenn sich aus der Tabelle z.B. nur eine 3-monatige Ruhezeit ergibt, die Kündigungsfrist aber 7 Monate betragen hätte, so beträgt die Ruhezeit nur 3 Monate.
            Und genau für solche Fälle und im Zusammenhang mit einer unwiderruflichen Freistellung ist es schon von Bedeutung, wann die Ruhezeit beginnt. Aber, wie bereits oben geschrieben: Sie läuft erst ab Ende des Arbeitsverhältnisses.

            Gruß, Der Privatier

          • Für die gestrige Diskussion zu meinem „Fall“ Euch beiden herzlichen Dank!
            Ich denke und hoffe, nun ist erstmal alles soweit klar.

            Habt Ihr später nochmal Interesse an einer Info über den weiteren, hoffentlich reibungslosen Verlauf?
            Würde mich dann hier nochmal mit einem Bericht zur Lage melden.

            … und sollte etwas nicht reibungslos laufen, komme ich sowie zuerst auf den Privatier zu, ehe ich woanders suche 🙂

            Vielen Dank und viele Grüße
            Andy62

          • „Habt Ihr später nochmal Interesse an einer Info über den weiteren, hoffentlich reibungslosen Verlauf?“

            Aber sicher!
            Jeder positive Bericht erleichtert es Neulesern sich zu entscheiden. Das ermutigt und ist eine andere Qualität, als wenn hier jemand nur die zu Grunde liegenden Praragraphen aufsagt.

          • @Andy62: Erfahrungsberichte (egal, ob positiv oder negativ) sind immer willkommen.

            Gruß, Der Privatier

  41. Ein riesen Dankeschön Euch Dreien, für Eure so raschen Hilfestellungen!!!
    Bin ja recht froh, dass die grauen Zellen doch noch etwas funktionieren und ich es gar nicht sooo schlecht kapiert hatte 🙂
    Aber Ihr habt jetzt etwas Ordnung in meine Gedankengänge gebracht, danke nochmal!
    Grüße
    Andy62

  42. Sehr geehrtes Privatier-Team,
    ich bin 58 Jahre jung und befinde mich derzeit kurz vor Beendigung meines einjährigen Sabbaticals (01.01.2020-31.12.2020). Zum 01.01.2021 möchte ich mich arbeitslos melden und auf Grund meines Alters keinen Fehler machen. Ab dem vollendeten 58 Lebensjahr hätte ich demnach 48 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ihre Ausführungen in dem Zusammenhang verstehe ich leider nicht vollumfänglich. Laut Ihrer Empfehlung sollte ich mich erst zum 02.01.2021 arbeitslos melden. Ich habe einfach nur große Angst, dass ich meinen kompletten Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren könnte. Für eine kurze verständliche Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr verbunden und verbleibe bis dahin
    mit freundlichen Grüßen
    Conny

    • Nur der Vollständigkeit halber, das mit den 48 Monaten Anspruch ist so nicht korrekt, man hat auch mit 58 nur einen Anspruch auf 24 Monate ALG1.
      Die 48 Monate gehören zum Thema Ab- und wieder Anmelden.

      Es nützt Dir nichts, wenn ich jetzt bestätige, dass mit dem 2.1.2021 alles gut wird. Oder wenn der Privatier das bestätigt. Wir können allenfalls die Paragraphen aus dem obigen Beitrag aufzählen.
      Gegen die Angst hilft nur öffizielles händchenhalten. Bei der AfA melden, sagen dass einen AL-Meldung für Januar ansteht und nachfragen, welches „Startdatum“ auf dem Antrag angegeben werden muß, damit alles den gewünschten Weg (keine Sperre, 24 Monate ALG1) geht.

    • „… hätte ich demnach 48 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld“

      😀 😀 Das ist aber nur ein schöner Traum! 😉
      Die maximale ALG-Bezugsdauer beträgt 24 Monate.

      Was den Termin für Arbeitslosmeldung angeht, so habe ich im obigen Beitrag vorgerechnet, dass es einen Zeitpuffer von 19 Tage gibt, innerhalb dessen man sich melden kann. Dieser Puffer beginnt bei Ihnen am 01.01.2021. Ob sie ihn nutzen wollen, müssen Sie selber entscheiden. Zur Absicherung Ihrer Überlegung sollten Sie sich den Termin ggfs. direkt von der Agentur einmal bestätigen lassen. Siehe auch Beitrag:
      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-12-hinweise-zum-dispositionsjahr-dispojahr-und-disporecht/

      Gruß, Der Privatier

  43. Hallo,
    Ich werde einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung akzeptieren. Ich möchte ein Disp. Jahr nehmen um eine Sperre bei ALG 1 zu umgehen. Ich werde zu 31.12.20 die Firma verlassen. Meine Frage ist, wann soll ich mich als Arbeitssuchender bei Agentur für Arbeit anmelden.

    • Als weitere Info. Ich werde bald 61 Jahre alt und Langjährig versichert. Wegen bessere Abfindungssumme habe ich Kündigungsfrist nicht eingehalten.

      LG
      Feri

      • Vielen Dank Lars!!
        Da ich noch keine Erfahrung bzgl. des Anmeldeprocederes bei der Agentur für Arbeit habe, möchte ich mich gerne über folgende Szenarium vergewissern. Wenn das Dispositions- Jahr am 01.01.21 anfängt und am 31.12.21 zu Ende geht, soll ich mich ‚genau‘ am 01.01.22 als Arbeitssuchender anmelden? Oder geht es auch einen oder zwei Tage später? Kann die Anmeldung online stattfinden?
        LG Feri

        • „soll ich mich ‚genau‘ am 01.01.22 als Arbeitssuchender anmelden?“

          Der Privatiers hat 1 Jahr + 1 Tag (der 02.01.22) empfohlen. Bitte nicht die Begriffe Arbeitssuchender und Arbeitsloser verwechseln, hier geht es um Arbeitslosmeldung und das „Beginndatum“ auf dem ALG1-Antrag.
          Den Antrag kann man übrigens bis zu 3 Monate im Voraus stellen, ich persönlich habe mich damals eine Woche vor Weihnachten bei Amt gemeldet und würde das auch ähnlich empfehlen. Bei Antragstellung im Dezember (mit Beginndatum Januar) kann man vorher auch nochmal blauäugig bei der Agentur nachfragen, welches Datum passt (erster, zweiter, dritter Jänner).

          Momentan ist die persönliche Meldepflicht m.W. ausgesetzt und auf eine Onlineidentifizierung reduziert. Wie das in einem Jahr aussieht wissen nur die Götter.

        • Moin Feri,

          eSchorsch hat die Fragen schon beantwortet und um ganz sicher zu gehen, dann der 02.01.2022. Den Hinweis von eSchorsch „… kann man vorher auch nochmal blauäugig bei der Agentur nachfragen, welches Datum passt (erster, zweiter, dritter Jänner)“ … würde ich zur Sicherheit durchführen.

          Gruß
          Lars

  44. Hallo zusammen,

    habe heute meinen Bewilligungsbescheid der Arbeitsagentur bekommen. Anspruchsbeginn ist der 1.1.21 für die Dauer von 720 Kalendertagen, also bis zum 30.12.22. Keine Kürzung!

    Kurz zu meiner Vorgeschichte.

    Ich habe Mitte 2018 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, bin am 31.12.2019 aus meiner Firma ausgeschieden, die Abfindung habe ich am 31.01.20 bekommen. Geboren bin ich 1960.

    Beim Arbeitsamt habe ich mich im Sep. 2019 gemeldet, und habe nachdem ich von der Möglichkeit des Dispositionsjahres erfahren habe, meiner Arbeitslosenmeldung zurückgezogen. Das Arbeitsamt hat mich im Bezug auf das Dispojahr gut beraten.

    Am 01.10.20 habe ich mich dann zum 01.01.21 Arbeitslos und Arbeitssuchend gemeldet, und wie oben erwähnt heute den Bewilligungsbescheid ohne Kürzung bekommen.

    Auf meine Frage bezgl. der Arbeitslosmeldung zum 1.1.21 oder 2.1.21 wurde mir kein Nachteil bei Meldung zum 1.1.21 bestätigt.

    Es hat also alles, so wie der Privatier es ausführlich erläutert hat geklappt. Daher noch einmal meinen besten Dank an den Privatier!

    Gruß

    Jürgen

    • Super Glückwunsch. Die Daten könnten 1:1 von mir sein, nur habe ich morgen mein Gespräch per Telefon mit dem Arbeitsamt.
      Hat das Arbeitsamt etwas dazu gesagt ob es in den nächsten 24 Monaten Jobangebote geben wird oder wird man dich in Ruhe lassen ?
      Grüße Ralf

      • So weit bin ich noch nicht. Ich werde mich heute beim Arbeitsamt melden, um mich über die weitere Vorgehensweise zu erkundigen. Da ich aber bei meinem Ausscheiden Ende Dez. 2019 doch sehr gut verdient habe, und die Coronasituation den Arbeitsmarkt nicht gerade begünstigt, wird es wohl nicht viel vergleichbare Jobangebote geben. Schon wir mal.

        Gruß

        Jürgen K.

          • Ich hatte heute mein Gespräch mit der netten Dame vom Amt. Da sie meint das es in meiner Gehaltsklasse sehr schwer wird etwas zu finden soll ich proforma 2-3 Bewerbungen pro Monat machen und das würde ihr reichen. Sie fragte noch ob mir das ALG I Geld reicht , dann bräuchte sie sich nicht bemühen. Meine arbeitslos Meldung soll ich per 01.01.21 beantragen .
            Mir ist jetzt erstmal ein großer Stein gefallen.
            Grüße und Dank an alle für die vielen Tips
            Ralf

    • @Jürgen K.: Vielen Dank für die positive Rückmeldung und weiterhin viel Erfolg!

      @Jürgen K. und @Ralf-P: Denkt doch bitte zukünftig an die geänderten Namen. Danke.

      Gruß, Der Privatier

  45. Guten Tag,

    ich finde Ihren Beitrag vom 13.Sep. 2020 zur unwiderruflichen Freistellung sehr interessant.
    Im Apr 2020 habe ich (nach über 30 ununterbrochenen Dienstjahren) einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. (‚Es besteht Einigkeit, dass das bestehende Arbeitsverhältnis mit Ablauf des 30.09.22 enden wird.‘)

    Die Abfindung erfolgt in monatlichen Zahlungen bis zum Renteneintritt mit 63.
    Vor dem Beendigungstermin werde ich 9 Monate freigestellt und beziehe Entgelt aus meinem Langzeitkonto. (80% meines ursprünglichen Gehalts). (‚Die Mitarbeiterin wird unter Inanspruchnahme ihres Entgeltguthabens im Langzeitkonto vom 01.01.22 bis 30.09.22 von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freigestellt.‘)

    Frage 1:
    Gilt diese Freistellung aus dem Langzeitkonto als unwiderrufliche Freistellung?
    Frage 2:
    Und falls ja, kann ich mich nach 9 Monate LZK-Freistellung und weiteren 3 Monaten Wartezeit (z. Bsp. Studiensemester) beim Arbeitsamt melden und am 02.01.23 ALG1 beantragen, ohne eine Sperrzeit zu riskieren?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,
    Svenja

    • Die allgemeine Rechtsauffassung geht dahin, dass eine Freistellung, die nicht ausdrücklich als widerruflich oder unwiderruflich bezeichnet wird, in der Regel als widerrufliche Freistellung aufzufassen ist.

      Insofern dürfte sich dann die zweite Frage erübrigen, denn dieses Vorhaben basiert ja auf der Annahme einer unwiderruflichen Freistellung.

      Gruß, Der Privatier

  46. Hab gestern meinen Antrag online inkl. Arbeitsbescheinigung und kurzem Anschreiben gesendet.
    Bescheinigung der PKV werde ich nach Erhalt noch nachreichen.
    Dispojahr war dann vom 01.02.20 bis 31.01.21.

    Heute kam online die Info, das der Bewilligungsbescheid im Postfach in Kopie vorliegt und im Original per Post zugestellt wird. Schon ausgedruckt. Gültigkeitsdauer 01.02.21 bis 30.01.23. Warum nur bis 30.01.23?, aber das ist egal.

    Bei der Berechnungserklärung ist der Soli als Abzug berücksichtigt, ebenso natürlich die Bemessungsgrenze von 6700€, ich denke die 6900€ ab/für Januar werden wohl nicht mehr neu berechnet. Mit dem kann ich leben und bin auch über die rasante Bearbeitungszeit sehr überrascht und muss sagen bis jetzt lief alles wie geplant.

    Bei der Sozialversicherung ist 3 mal nicht versichert angekreuzt, da muss ich bezüglich der Rentenversicherung eventuell nochmal nachhaken, wenn ich die PKV-Bescheinigung einreiche bzw. den Bescheid der Übernahme bekomme und die RV dann noch ungeklärt sein sollte.

    Gespannt bin ich jetzt wie es weitergeht, ob und wann und welche Auflagen (Eingliederungsvereinbarung, ?,etc) hier auf mich zukommen. Auch die Online-Identifizierung hat noch nicht statt gefunden.

    • „Gültigkeitsdauer 01.02.21 bis 30.01.23. Warum nur bis 30.01.23?, aber das ist egal.“
      Sportlich! Man hat Dir 24 Monate ALG1 bewilligt und das reicht Dir nicht aus 🙂
      Oder meinst Du die 4 Jahre, in denen man die 24 Monate abfeiern kann, bzw. beginnen kann sie abzufeiern? Die werden nicht im Bescheid erwähnt, das steht in irgendeinem Gesetz.

      „Bei der Sozialversicherung ist 3 mal nicht versichert angekreuzt“
      Wenn ich mich richtig erinnere, kann man dann ein Zusatzblatt ausfüllen.

  47. Das hier war als Info gedacht für andere in ähnlicher Situation. Erwartet hätte ich 31., aber hab mittlerweile nachgelesen das es 720 Tage sind. Wird also exakt so sein, das die dann um sind. Kannst aber wenn magst im Kalender nachzählen.
    Das wäre übrigens ne Antwort gewesen, die man unter hilfreich einordnen könnte!

    Das mit den Zusatzblättern hab ich auch ausführlich beschrieben um andere (speziell PKV-Versicherte) darauf hinzuweisen wie es bei meinem Bewilligungsbescheid aussieht.

    • 2 Jahre wäre aber rund 730 Tage, so richtig verstehe ich nicht, weshalb der eine Tag weniger angesetzt wird. Ich vermute, die zählen 30 Tage = 1 Monat und im letzen Monat sind es auch nur 30 Tage …
      Es wird für Dich die Nebenwirkung haben, dass Du am letzten Januar nicht mehr der Agentur zur Verfügung stehen musst, das ALG1 für Januar aber trotzdem genauso hoch sein wird wie die Monate davor (nämlich 30 x Leistungsentgelt). Also hauchdünner Vorteil für Dich.

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