Kommentare

Kap. 9.3.2.4: Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitslosmeldung — 28 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    danke für dies sehr ausführliche Seite.

    Auf meine Anfrage, ob ich in Sachen Dispositionsjahr so vorgehen kann, wie von mir geplant – 1 Jahr nach Beschäftigngsende Ausland und anschliessend Arbeitslosmeldung exakt 1 Jaht später – bekam ich folgend Antwort ( auf Details wie Freistellung, Abfindung bin ch nicht eingegangen):

    nspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer, die

    1. arbeitslos sind
    2. sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet und
    3. die Anwartschaftszeit erfüllt haben.
    Grundsätzlich hat die Anwartschaftszeit erfüllt, wer in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.

    War mir natürlich bekannt. Lässt das Handlungsspielraum für die Agentur offen, oder ist „grundsärzlich“ juristisch gesehen “ verbindlich.“? Meine Freistellung steht nicht im Vertrag, sondern wurde seperat vereinbart und ist auch bald vorbei.

    Und noch eine Frage: welche Tage werden bei den 150 für die Bemessung herangezogen? Reine Arbeitstage, also tageweise oder Beschäftigngszeiten, also Monate?

    Vielen Dank und keep on the good work

    Renate Stotz

    • Ihre Zweifel sind grundsätzlich 😉 berechtigt, denn in der Juristen- oder Beamtensprache wird das Wort „grundsätzlich“ selten im Sinne von „verbindlich“ oder „gesichert“ verwendet.
      Es soll viel mehr ausdrücken, dass ein Sachverhalt „vom Grundsatz her“ so gesehen wird, im Sinne von „prinzipiell“ oder auch „normalerweise“. Und darin klingt dann auch immer mit, dass es zwar vom Prinzip her so ist, es aber durchaus auch Abweichungen und Ausnahmen geben kann.

      Im Ihrem konkreten Fall fehlt mir allerdings gerade die Phantasie, um eine Situation zu kreieren, in der die oben erwähnte Anwartschaftszeit nicht durch die geannten Voraussetzungen erfüllt sein sollte.
      Einen Handlungsspielraum hat die Agentur in diesem Punkt auch nicht. Das ist gesetzlich geregelt und da gibt es nichts dran zu rütteln (außer jemand ändert das Gesetz…).

      Für die Berechnung der ALG-Höhe werden nicht die einzelnen Arbeitstage gezählt und die zusammenhängenden Zeiträume (Anfg. bis Ende) einer Beschäftigung.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,

    habe mal ne Frage zum ALG nach Dispojahr, bzw. müsste nach der An- Abmeldevariante
    das gleiche Problem sein.

    Berechnet die Agentur das ALG mit Steuerklasse 3, wenn im Jahr davor ausser der Abfindung kein Einkommen geflossen ist. Und kann der Ehepartner (kleines Einkommen in Teilzeit) dann in diesem Jahr (und im folgenden während ALG-Bezug)
    problemlos die Steuerklasse 5 weiterlaufen lassen.

    Wenn hierzu schon jemand Erfahrungen hätte, wäre eine praktische Information für mich sehr hilfreich.

    Beim An- und Abmelden kann man es vermutlich selber besser Steuern.

    Grüße

    Bernd

    • Hallo Bernd,

      man sollte dafür sorgen, dass man bereits vor Beantragung von ALG1 in der günstigen Steuerklasse, also in Deinem Fall in Steuerklasse 3, ist.
      Während des ALG-Bezuges akzeptiert die Arbeitsagentur nur eine Steueränderung, diese günstiger für die Agentur ist, also zu weniger ALG führt.

      Meine Frau hatte während meines Dispojahres Steuerklasse 5; mein ALG wurde dann mit Steuerklasse 3 berechnet. Der Ausgleich erfolgt mit der Steuererklärung.

      Viele Grüße, Hardy

  3. Guten Tag Herr Ranning,

    Sie haben es ja schon hunderte Male bestätigt bekommen – aber auch ich kann es mir nicht verkneifen: Gratulation zu Ihrer Homepage und Ihren praxisnahen und vor allen Dingen verständlichen Informationen und Tipps an die „Privatier-Gemeinde“. Dies gilt natürlich auch für alle Blogger, deren Beiträge ebenfalls oftmals sehr hilfreich sind.

    Nun zu meinem Fall:

    Ich, 57 Jahre alt, habe mich im Juni 2016 bei meiner örtlichen Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet, da mein Beschäftigungsverhältnis (über 40 Jahre) einvernehmlich aufgrund einer unternehmerischen Personalanpassungsmaßnahme zum 30. September 2016 endete.

    Da durch die einvernehmliche Auflösung meines Beschäftigungsverhältnisses, verbunden mit weiteren monatlichen Übergangsgeldbezügen, eine 3-monatige Sperrzeit und anschl. 9-monatige Ruhezeit zu erwarten war, habe ich von vornherein auf die Beantragung von Arbeitslosengeld verzichtet und von meinem Dispositionsrecht Gebrauch gemacht.

    Dazu habe ich am 29. August2016 folgende Erklärung zum Anspruchsbeginn unterschrieben:
    „Ich bin über die leistungsrechtlichen Konsequenzen dieser Erklärung umfassend beraten und informiert worden. Mir ist bekannt, dass ich nicht über die Agentur für Arbeit kranken, renten- und pflegeversichert bin, solange ich kein Arbeitslosengeld erhalte. Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld soll am 1. Oktober 2017 entstehen.“

    Klar ersichtlich – mit dieser von mir gewählten Vorgehensweise wollte ich mir meine Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld ohne Sperr- und Ruhenszeit uneingeschränkt erhalten.

    Rein zufällig ergab es sich im September 2016, durch einen Kontakt in meinem Berufsnetzwerk, dass ich ab dem 1. Oktober 2016 eine unbefristete Teilzeitstelle (wöchentlich 15 Arbeitsstunden, damit arbeitslosenversicherungspflichtig) angetreten habe.

    Die Agentur für Arbeit habe ich bisher über diese Arbeitsaufnahme nicht informiert, da ich ja auch in keinem Arbeitslosengeldbezug stand bzw. stehe.

    Zum 1. August 2017 wird sich der Umfang meiner Angestelltentätigkeit deutlich auf nur noch 10 wöchentliche Arbeitsstunden (dann nicht mehr arbeitslosenversicherungspflichtig) verringern. Betriebsbedingt (Projektende) zeichnet sich bereits jetzt schon ab, dass meine Tätigkeit voraussichtlich am 31. Juli 2018 enden wird.

    Angesichts dieser Konstellation stellen sich jetzt für mich doch einige Fragen:

    1. Muss oder soll ich der Agentur für Arbeit meine Tätigkeitsaufnahme zum 1. Oktober 2016 mitteilen?

    2. Wenn ja, wird dann die Erklärung zum Dispositionsrecht obsolet?

    3. Welche Rechtsfolgen hätte das wiederum hinsichtlich meines Anspruches auf Arbeitslosengeld?

    4. Kann ich den Zeitrahmen meines Dispositionsrecht verändern/verlängern bzw. die Erklärung widerrufen?

    5. Werde ich zum Zeitpunkt meiner voraussichtlichen Arbeitslosigkeit ab 1. August 2018 überhaupt noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe.

    6. Wenn ja, dann auch noch unter Berücksichtigung meiner am 30. September 2016 beendeten Vollzeitstelle?

    7. Wonach berechnet sich dann ggf. die Höhe des Arbeitslosengeldes und beträgt die Höchstanspruchsdauer dann 24 Monate, da ich im Januar 2018 58 Jahre alt werde?

    Zugegeben, eine Menge Fragen. Deshalb bereits jetzt meinen besten Dank für die Mühen bei den Antworten.

    Mit besten Grüßen

    Manisou

  4. Hallo Manisou,

    Ihre Schilderung klingt für mich eher nach „Eigentor“. Sorry.
    Nach sorgfältigem Lesen dieser Internetseite könnten Sie sich bestimmt schon die meisten Fragen selbst beantworten. Mir fallen zu Ihren Fragen folgende Anmerkungen ein:
    1) Sie werden wohl spätestens beim Antrag auf ALG1 die Daten melden müssen.
    2) JA; zumindest für den bereits „gemeldeten“ Zeitraum.
    3) Berechnung immer erst zum Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung bzw. beim Antrag auf ALG1.
    4) Interessiert die AfA eigentlich nicht sonderlich.
    5) JA schon noch; ggf. ist das Einkommen vom 1.8.2016 bis 31.7.2017 dann maßgebend.
    6) Weiß ich nicht genau; evtl. (hoffentlich für Sie) greifen in Ihrem Fall Ausnahmeregelungen.
    7) Dauer Anspruch ALG1 über 720 Tage ist sehr wahrscheinlich; dann mit den Beträgen die sich aus 5) und/ oder 6) ergeben.

    Sicher weiß der Privatier noch weitere Antworten auf Ihre Fragen.

    LG FÜR2012.

    • Ich möchte FÜR2012 da im Wesentlichen zustimmen, daher fasse ich einmal ein paar Punkte zusammen:

      1.-4.: Die abgegebene „Erklärung zum Dispositionsrecht“ hat eigentlich nur den Sinn, dass sich die Agentur hinsichtlich ihrer Aufklärungspflicht absichert. Ansonsten hat sie keine Wirkung. Sie müssen daher weder Änderungen an ihren Plänen mitteilen, noch können Sie irgendetwas verschieben oder verlängern.

      5.-7.: Der Anspruch auf ALG1 wird „ganz normal“ zum 1.8.2018 geprüft und berechnet. Also: Liegen in der letzten 2 Jahren mind. 12 Monate vor? Höhe auf Basis der letzten 12 Monate oder (falls nicht vorhanden) von mind. 150 Tagen in den letzten 24 Monaten.

      Es gibt zwar eine Ausnahme bei Reduzierung der Arbeitszeit, die eine Berechnung auf Basis der ursprünglichen Bezüge erlaubt, das dürfte hier aber auch nicht zutreffen, da diese dann zu lange zurückliegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Manisou,
        ich sehe Deine Sitation nicht ganz so „schwarz“. Trotzdem erlaube ich mir den Hinweis, dass mein Kommentar nur meine Meinung darstellt und ich kein Fachmann bin.
        Was Dir helfen sollte ist der Paragraf 150 Abs.2 Satz 5 des SGB 3.
        https://dejure.org/gesetze/SGB_III/150.html

        Somit sollten die Teilzeitvereinbarungen bei der Berechnung Deines ALG unberücksichtigt bleiben!
        Noch ein Hinweis: die geleisteten Wochenstunden sind nicht wichtig, damit eine Stelle sozialversicherungspflichtig ist. Entscheidend ist die Höhe des Verdienstes (Midijob). Also ab 450,01 €.
        Das sollte Dir eine Menge Möglichkeiten bieten! (Z.B. erfolgreich die 58er Hürde zu nehmen).
        Viel Erfolg!

      • Penalty hat Recht!

        Es ist genau dieser §150 SGB 3, der die schon angesprochene Ausnahme beinhaltet. Ich hatte allerdings im Hinterkopf, dass die Zeitspanne, die die Vollzeittätigkeit zurückliegen darf, deutlich kürzer ist.
        Aber: dreieinhalb Jahre sind es. Das dürfte dann wohl reichen und es besteht daher berechtigte Hoffnung, dass das ALG auf Basis der alten Bezüge berechnet werden kann.
        Da würde ich die Agentur aber vorsichtshalber gleich zu Beginn drauf hinweisen, ansonsten besteht die Gefahr eines mühsamen Widerspruch-Verfahrens.

        Gruß, Der Privatier

  5. Zum Thema Dispositionsrecht ist mir noch ein Aspekt aufgefallen, den ich bisher nicht beachtet hatte:

    Ich erhielt gestern nach das Angebot für einen Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung, den ich annehmen werde. Der Wunsch nach Auflösung kam von mir.

    Der Vertrag ist noch in Vorbereitung, also noch nicht unterschrieben. Es soll eine Aufhebung zum 31.12.2017 oder 31.01.2018 werden, mit Freistellung in den letzten 4 Monaten bei vollen Bezügen, damit ich bis zur Abfindungszahlung im Januar 2018 versorgt bin.

    So weit, so gut. Klingt ja erstmal prima, so eine Freistellung mit schön regelmäßig Geld und ohne Pflichten.

    Nun habe ich heute aber an mehreren Stellen im Netz gelesen, dass bei einer unwiderruflichen Freistellung die Sozialversicherungszahlung mit dem Tag der Freistellung endet, so dass ich für diese Zeit nicht mehr sozialversichert wäre, bzw. das selbst übernehmen muss.

    Aber was bedeutet das für mein Dispositionsrecht? Beginnt die Einjahresfrist dann mit dem ersten Tag der Freistellung oder erst mit dem Ablaufdatum, das im Vertrag steht?

    Hast du oder ein anderer Mitleser damit Erfahrungen? Das hat mich jetzt etwas irritiert. Ich weiß nicht, ob ich hier einen Link posten darf.

    Das Dispositionsrecht ist für mich aus 2 Gründen interessant:

    1. Ich brauche erstmal eine Auszeit. Eine wirkliche Auszeit. Da kann ich das Gerangel mit der AfA nicht brauchen und will mich auch nicht gegen Jobvermittlung wehren oder mit meinem schlechten Gewissen wegen Scheinarbeitslosigkeit hadern.

    2. Ich plane, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Falls es dann doch nur eine halbe Rente wird, will ich mir den Weg zum ALG1 nicht verbauen, auch wenn ich mich nur noch Teilzeit-arbeitslos melden würde.

    Komisch, dass ich bei all meinen Recherchen bisher nichts von dieser Sozialversicherungslücke gehört habe. Vielleicht, weil mich das Thema Freistellung bisher nicht interessiert hat.

    Wer ist schlauer?

  6. hier ein Hinweis, wie die Gefahr, sich nicht exakt auf den Tag genau nach dem Dispositionsjahr melden zu können, minimiert werden kann:

    Mir wurde vom Arbeitsamt gesagt, dass man dies umgehen könne, wenn man sich zum tatsächlichen Beschäftigungsende persönlich im zuständigen Arbeitsamt arbeitslos meldet( ohne etwas zu unterschreiben, egal ob online oder auf dem Papier), und dies nach ca. 10 Tagen widerruft. Sollte dann im Folgejahr keine Möglichkeit bestehen, sich fristgerecht arbeitslos zu melden, so könne man auf die erste Meldung zurückgreifen (Gültigkeit 4 Jahre) und hätte damit zumindest nicht alle Ansprüche an das Arbeitslosengeld verloren, sondern könne die in Anspruch nehmen, die ein Jahr vorher Gültigkeit gehabt hätten.

    Meine konkreten Daten:

    Aufhebungsvertrag zum 31.01.2018
    Meldung als arbeitssuchend telefonisch bis zum 31.10.2017
    Arbeitslosenmeldung im Januar 2018 zum 01.02.2018
    Widerruf ca. 10 Tgae später
    Arbeitslosenmeldung nach Dispositionsjahr zum 01.02.2019.

    Werde am 29.01.2018 58 Jahre alt und hoffe, somit alles richtig zu machen!

    Viele Grüße
    ein „oldie“

    • Hallo Oldie,

      es tut mir leid, aber ich halte von diesem Vorschlag überhaupt nichts!

      Ich kann allerdings schlecht beurteilen, ob eine solche Aussage eines Agentur-Mitarbeiters aus simpler Unkenntnis gemacht wurde (kommt oft vor), ob es sich um ein Mißverständnis handelt (der Hinweis auf die 4 Jahre lässt dies vermuten), ob einfach das Vorhaben des Dispojahres nicht verstanden wurde oder ob in dieser speziellen Agentur einfach absonderliche Vorgehensweisen gepflegt werden.

      Als generelle Vorgehensweise würde ich aber dringend davon abraten. Denn:
      Eine Arbeitslosmeldung ohne jede Unterschrift hat aus meiner Sicht keinerlei Wirkung. Weder für die Agentur, noch für den Arbeitslosen. Wie will man später nachweisen, dass man sich mal arbeitslos gemeldet hat?
      Die 4-Jahresfrist gilt für einen schriftlich festgestellten Bescheid der Agentur über Dauer und Höhe des ALG-Anspruches. Dieser hat 4 Jahre lang Bestand. Dafür ist aber vorher ein (unterschriebener) Antrag auf ALG erforderlich.

      Also – ganz klare Aussage von meiner Seite: ICH würde das nicht so machen. Keinesfalls.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Gefahr, den exakten Tag zu verpassen, kann man viel einfacher umgehen. Wie im Beitrag oben beschrieben: Einfach ein paar Wochen vorher „auf Termin“ arbeitslos melden.

  7. Lieber Privatier,

    vielen Dank für die Stellungnahme! Das heißt in meinem Fall dann wohl:

    Gar nicht arbeitssuchend melden; arbeitslos melden erst Anfang 2019 zum 01.02.2019. Kann, wenn ich alles richtig verstanden habe, auch vor meinem Geburtstag (29.01.) statt finden, ohne ein halbes Jahr Arbeitslosengeld zu verlieren, sofern als Beginn der Arbeitslosigkeit der 01.02. eingetragen wird.

    Richtig?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Oldie

    • Genau so würde ich es machen.

      Ob man sich nun ein viertel Jahr vorher arbeitsuchend meldet oder nicht, ist ein wenig Geschmacksache. Mehr dazu gibt es meinem Beitrag die Arbeitsuchendmeldung. Hier wäre es sinnvoll, im Vorfeld die Meinung des zuständigen Agentur-Mitarbeiters zu erfahren.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier und Co.,
    Respekt und Dank für die informativen Seiten!
    Habe noch ein paar Fragen:
    1. Wann beginnt ein Dispojahr – mit dem Vertragsende? Zum Beispiel 31.12.2018 – also 01.01.19-31.12.19? Das Arbeitslosmeldung exakt zum 01.01.2020 ein paar Wochen vorher.
    2. Wenn im Aufhebungsvertrag zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung eine unwiderrufliche Freistellung ab Juli 2018 vermerkt ist, müsste das halbe Jahr zuvor mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung doch für ein volles ALG 1 berechtigen mit 60 Altersjahren bei Fristen unter 1.?
    3. oder tickt das Dispojahr schon der unb. Freistellung also 01.07.18-01.07.19?
    4. Gibt es hier Erfahrungen wie kooperativ die BA in Leipzig mit dem Wunsch Dispojahr umgeht? Weiß man in Leipzig darüber Bescheid, zeigt man dort Verständnis alle Termine fristgerecht einzuhalten?
    5. Ein Anwalt empfahl sich im Dispojahr schon im Julu 2018 exakt nur für einen Tag arbeitslos zu melden, um die vier Jahre Anspruch abzusichern im Falle schwerer Krankheit. Gelingt so etwas oder jemand so etwas versucht? Kann die BA so ein Anliegen erfüllen?
    6. Könnte man sich nicht auch zu Beginn des Dispojahres mit dem avisierten Arbeitslos-Termin 01.01.20, also den Beginn des ALG 1 melden? Sich dieses exakte AL-Beginn Datum in einem vom BA Mitarbeiter unterschriebenen Protokoll bestätigen lassen, um sich gegen einen später falsch eingetragenes Datum abzusichern?
    Ein Echo wäre nett. Vielen Dank!

    • Zu 1: Der erste Tag eines Dispojahres ist der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit. „Normalerweise“ also der Tag nach dem letzten Arbeitstag. Also: Beschäftigung endet am 31.12.2018, Dispojahr läuft vom 01.01.2019 bis 31.12.2019.
      ABER: Im Zusammenhang mit einer Freistellung ist eben unklar, ob diese Zeit bereits als „beschäftigungslos“ zählt oder nicht. Da sind sich selbst die Agenturen nicht einig und empfehlen mal eine sofortige Arbeitslosmeldung, mal schicken sie Betroffenen wieder nach Hause. Nähere Details dazu in meinem Beitrag „Arebitsagentur erfindet neue Regeln„. Meine Empfehlung: Frühzeitig mit der Agentur in Verbindung setzen zum Beratungstermin!

      Zu 2: Ja, wenn an mehr als 150 Tage Gehalt aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen bezogen wurde, wird dieses als Basis zur ALG1-Berechnung verwendet. Wenn nicht: Fiktive Einstufung.

      Zu 3: Siehe Punkt 1.

      Zu 4: Keine Erkenntnisse zur Leipziger Agentur.

      Zu 5: Um den Anspruch zu sichern, ist der Vorschlag des Anwaltes eine gute Idee. Wenn denn die Agentur dies genau so sieht (s. Pkt. 1). Allerdings gehen damit die Vorteile eines Dispojahres (z.B. höherer Anspruch aufgrund höheren Alters, Vermeidung von Sperre-/Ruhezeit) verloren!

      Zu 6: Man könnte (und sollte!) versuchen, sich das geplante Vorgehen mit allen positiven wie negativen Folgen im Vorfeld von der Agentur bestätigen zu lassen (s. auch Gastbeitrag über „Erfahrungen mit dem Dispojahr„. Die eigentliche Arbeitslosmeldung „auf Termin“ wird die Agentur wahrscheinlich erst kurz vorher (ca. 1 Monat) akzeptieren.

      Gruß, Der Privatier

  9. Guten Tag lieber Privatier,
    da man mit den Meldefristen beim Dispojahr sehr sorgfältig umgehen muss hier eine Frage zum Ausfüllen des „Antrag ALG 1“. Was trage ich in dem „Antrag ALG 1“ (gleichzeitig Antrag auf Arbeitslosengeld) bezüglich des Datums ein? Im oberen Teil gibt es ein Feld „Arbeitslosmeldung XX.XX.XXXX“ und darunter „mit Wirkung zum XX.XX.XXXX“. Mein Arbeitsverhältnis endet durch Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017. Vom 01.01. – 31.12.2018 möchte ich mein Dispositionsjahr nehmen. Den Besuch beim Arbeitsamt zur persönlichen Arbeitslosmeldung plane ich im 4. Quartal 2018. Wäre in beiden Feldern der 01.01.2019 einzutragen ?
    Der Link zu dem besagtem Antrag findet man unter:
    https://www.elo-forum.org/attachments/alg/80566d1455994114-alg-antrag-download-gibt-normalerweise-online-antrag-alg-stand-feb-2016-erlaeuterungen.pdf

    • Ich habe dies gerade noch einmal bei meinen eigenen ALG1-Anträgen nachgesehen und musste feststellen, dass ich diese Felder wohl gar nicht als Eingabe-Felder wahrgenommen habe!

      In meinem ersten Antrag steht da folglich gar nichts, meinen zweiten habe ich persönlich in einer Agentur gestellt. Dort ist das erste Feld (Meldung) schon „vorgedruckt“, das zweite Feld (Wirkung) ist leer. War in diesem Fall auch korrekt, da ich keine Vorausmeldung gemacht habe.

      Meiner Meinung nach ist nur das zweite Feld („mit Wirkung“) von entscheidender Bedeutung. Hier muss definitiv das Datum exakt ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit stehen (hier also: 01.01.2019).
      Das erste Feld sollte dann das Datum der Abgabe enthalten.

      Wer ganz sicher gehen will, füllt das Formular zu Hause aus und gibt es danach persönlich bei der Agentur ab. Ggfs. kann man nach Rücksprache die beiden Felder noch vor Ort ergänzen.

      Gruß, Der Privatier

  10. Ich mache gerade mein Dispositionsjahr bis 31.12.2017 und wollte mich im Dezember schon vorsorglich zum 01.01.2018 arbeitslos melden.
    Nun habe ich vor einigen Tagen eine Städtereise geschenkt bekommen. Rückflug wäre am 02.01.2018 um 19 Uhr.

    Habe ich irgendeine Chance diese Reise wahrzunehmen, ohne meine Ansprüche auf ALG zu riskieren?
    Kann man da mit dem Arbeitsamt reden?
    Meine Befürchtung ist, selbst wenn mir da ein Mitarbeiter entgegen kommt, dessen Chef oder ein anderer MA das später ganz anders sieht und ich dann doch gekniffen bin.

    • Ich würde die Arbeitslosmeldung im Dezember persönlich vornehmen und dabei fragen, ob ein weiteres persönliches Erscheinen Anfg. Januar erforderlich ist. Ich gehe davon aus, dass das nicht erforderlich ist. Falls doch, kann man sicher vereinbaren, dies am 3.Jan. zu machen.
      Ansonsten muss man zwar als Arbeitloser der Agentur, dem Arbeitsmarkt und den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen, dass heisst aber nicht, dass man permament den ganzen Tag zu Hause sitzen muss. Man „darf“ auch ruhig mal ein/zwei Tage (oder auch länger) nicht anwesend an. Man sollte halt nur immer sicher stellen, dass eine Kommunikation mit der Agentur (per Post, Mail, Handy) gewährleistet ist und man zügig auf evtl. Aktivitäten reagieren kann. Das ist bei nur einem Tag Abwesenheit sicher immer gegeben. Bei längerer Abwesenheit müsste man dies vorher mit dem zuständigen Vermittler absprechen.

      Gruß, Der Privatier

  11. Danke für die schnelle Antwort.
    Das Problem ist, dass ich im Moment noch maßvolle Stornogebühren hätte, im Dezember erhebliche.
    Und es bleibt das Risiko, den Flieger zu verpassen oder dass der Flug wegen Streik, Schnee etc. gecancellt wird.
    Ich habe mir von Beratungsgesprächen in 2016 behalten, dass es von entscheidender Bedeutung ist, am 1. Tag der gemeldeten Arbeitslosigkeit präsent und arbeitsfähig zu sein. Es steht viel (Geld) auf dem Spiel, das Risiko ist mir zu hoch und mit dem Risiko im Nacken könnte ich den Urlaub auch nicht genießen. Ich werde wohl stornieren müssen.

    • Es ist schon richtig: Jeder muss natürlich für sich entscheiden, welches Risiko er bereit ist zu tragen. Das gilt bei der Kapitalanlage und auch in allen anderen Belangen.

      Und wenn man einen Urlaub dann ohnehin nicht geniessen kann, sollte man es in der Tat besser bleiben lassen. Eine solche Reise lässt sich dann sicher zu einem späteren Zeitpunkt (mit offizieller „Erlaubnis“ der Arbeitsagentur) sehr viel entspannter angehen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Ich habe mich nun mal etwas sortiert und Reiseveranstalter (Opodo) und die Arbeitsagentur angerufen. (Hätte ich vielleicht auch schon früher machen können…)

    Ergebnis:
    – Die Reise kann nur storniert, nicht umgebucht werden. Stornierungskosten jetzt bis 30 Tage vor Abflug: 20%! Es ist also noch ca. 3,5 Monate Zeit für eine Stornierung.

    – Ich kann mich frühestens 3 Monate vorher (also ab 2. Oktober 2017) zum 01.01.18 arbeitslos melden. Ich soll dazu mit gültigem Perso bei der Arbeitsagentur erscheinen. Dort kann dann der Vermittler entscheiden, ob er mir im Rahmen der jährlichen 21 Tage Ortsabwesenheit (OAW) schon den 2. Januar frei gibt. Spielt der mit (und ich bekomme das schriftlich), ist alles gut. Wenn nicht, wäre immer noch Zeit zum stornieren.

    Klingt gut, oder hat jemand Bedenken?

    Gruß Joachim

    • Das wird wohl stark vom Vermittler abhängen. Ich tippe aber mal auf: Nein, das wird nicht funktionieren.

      Der Vermittler muss nämlich entscheiden, ob „die Reise/Abwesenheit die berufliche Eingliederung beeinträchtigen würde (z. B. wenn wegen der Abwesenheit Vorstellungsgespräche bei Arbeitgebern oder die Teilnahme an beruflichen Bildungsmaßnahmen verhindert bzw. verzögert würden).“

      Und das kann der Vermittler lt. Information der Agentur frühestens eine Woche vor der geplanten Abwesenheit überblicken. Eine frühzeitige Abmeldung ist daher nicht vorgesehen. Es sei denn der Vermittler wäre so weitsichtig zu erkennen, dass am 2.Jan. voraussichtlich nichts passieren wird, was die Vermittlung beeinträchtigt.

      Versuchen kann man es. Stornieren kann man dann ja immer noch.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Quelle: Broschüre der Agentur zu Umzug und Reisen

  13. Hmm, danke.
    Ich hoffe dann auch mal, dass er einsieht, dass bei einem 60-jährigen mit spezifischem IT-Fachwissen nicht viel zu erwarten ist hinsichtlich beruflicher Eingliederung.
    Danke auch für den Link zur Broschüre. Sehr hilfreich, wenngleich auch ernüchternd 🙂

    Gruß – Joachim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.