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Kap. 9.3.2.4: Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitslosmeldung — 152 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    danke für dies sehr ausführliche Seite.

    Auf meine Anfrage, ob ich in Sachen Dispositionsjahr so vorgehen kann, wie von mir geplant – 1 Jahr nach Beschäftigngsende Ausland und anschliessend Arbeitslosmeldung exakt 1 Jaht später – bekam ich folgend Antwort ( auf Details wie Freistellung, Abfindung bin ch nicht eingegangen):

    nspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer, die

    1. arbeitslos sind
    2. sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet und
    3. die Anwartschaftszeit erfüllt haben.
    Grundsätzlich hat die Anwartschaftszeit erfüllt, wer in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.

    War mir natürlich bekannt. Lässt das Handlungsspielraum für die Agentur offen, oder ist „grundsärzlich“ juristisch gesehen “ verbindlich.“? Meine Freistellung steht nicht im Vertrag, sondern wurde seperat vereinbart und ist auch bald vorbei.

    Und noch eine Frage: welche Tage werden bei den 150 für die Bemessung herangezogen? Reine Arbeitstage, also tageweise oder Beschäftigngszeiten, also Monate?

    Vielen Dank und keep on the good work

    Renate Stotz

    • Ihre Zweifel sind grundsätzlich 😉 berechtigt, denn in der Juristen- oder Beamtensprache wird das Wort „grundsätzlich“ selten im Sinne von „verbindlich“ oder „gesichert“ verwendet.
      Es soll viel mehr ausdrücken, dass ein Sachverhalt „vom Grundsatz her“ so gesehen wird, im Sinne von „prinzipiell“ oder auch „normalerweise“. Und darin klingt dann auch immer mit, dass es zwar vom Prinzip her so ist, es aber durchaus auch Abweichungen und Ausnahmen geben kann.

      Im Ihrem konkreten Fall fehlt mir allerdings gerade die Phantasie, um eine Situation zu kreieren, in der die oben erwähnte Anwartschaftszeit nicht durch die geannten Voraussetzungen erfüllt sein sollte.
      Einen Handlungsspielraum hat die Agentur in diesem Punkt auch nicht. Das ist gesetzlich geregelt und da gibt es nichts dran zu rütteln (außer jemand ändert das Gesetz…).

      Für die Berechnung der ALG-Höhe werden nicht die einzelnen Arbeitstage gezählt und die zusammenhängenden Zeiträume (Anfg. bis Ende) einer Beschäftigung.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier und danke für die tollen Berichte.
        Ich habe mich im Juli 2018 arbeitssuchend und am 21.8.2018 arbeitslos gemeldet zum 1.11.2018.
        Ich habe noch keinen Antrag auf ALG1 gestellt. Habe ich mir mit der Arbeitslosenmeldung die Möglichkeit genommen ein Dispositionsjahr zu nehmen?

        • Es ist nicht gerade ein „geschickter“ Anfang, aber so richtig ist der Zug für ein Dispojahr erst abgefahren, wenn der ALG-Bescheid festgestellt ist.
          Insofern sind Sie da noch in einer sehr frühen Phase und sollte kein Problem sein, die Arbeitslosmeldung wieder zurück zu nehmen. Falls dies denn wirklich gewollt ist…(Haben Sie die Hinweise zum Dispojahr gelesen und verstanden?)

          Wenn Sie die Arbeitslosmeldung zurück nehmen wollen, sollten Sie dies so schnell wie möglich machen. Ich selber würde dies persönlich bei der Agentur machen. Das wäre dann nämlich auch eine gute Gelegenheit, das weitere Vorhaben zu besprechen und sich ggfs. bestätigen zu lassen.

          Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,

    habe mal ne Frage zum ALG nach Dispojahr, bzw. müsste nach der An- Abmeldevariante
    das gleiche Problem sein.

    Berechnet die Agentur das ALG mit Steuerklasse 3, wenn im Jahr davor ausser der Abfindung kein Einkommen geflossen ist. Und kann der Ehepartner (kleines Einkommen in Teilzeit) dann in diesem Jahr (und im folgenden während ALG-Bezug)
    problemlos die Steuerklasse 5 weiterlaufen lassen.

    Wenn hierzu schon jemand Erfahrungen hätte, wäre eine praktische Information für mich sehr hilfreich.

    Beim An- und Abmelden kann man es vermutlich selber besser Steuern.

    Grüße

    Bernd

    • Hallo Bernd,

      man sollte dafür sorgen, dass man bereits vor Beantragung von ALG1 in der günstigen Steuerklasse, also in Deinem Fall in Steuerklasse 3, ist.
      Während des ALG-Bezuges akzeptiert die Arbeitsagentur nur eine Steueränderung, diese günstiger für die Agentur ist, also zu weniger ALG führt.

      Meine Frau hatte während meines Dispojahres Steuerklasse 5; mein ALG wurde dann mit Steuerklasse 3 berechnet. Der Ausgleich erfolgt mit der Steuererklärung.

      Viele Grüße, Hardy

  3. Guten Tag Herr Ranning,

    Sie haben es ja schon hunderte Male bestätigt bekommen – aber auch ich kann es mir nicht verkneifen: Gratulation zu Ihrer Homepage und Ihren praxisnahen und vor allen Dingen verständlichen Informationen und Tipps an die „Privatier-Gemeinde“. Dies gilt natürlich auch für alle Blogger, deren Beiträge ebenfalls oftmals sehr hilfreich sind.

    Nun zu meinem Fall:

    Ich, 57 Jahre alt, habe mich im Juni 2016 bei meiner örtlichen Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet, da mein Beschäftigungsverhältnis (über 40 Jahre) einvernehmlich aufgrund einer unternehmerischen Personalanpassungsmaßnahme zum 30. September 2016 endete.

    Da durch die einvernehmliche Auflösung meines Beschäftigungsverhältnisses, verbunden mit weiteren monatlichen Übergangsgeldbezügen, eine 3-monatige Sperrzeit und anschl. 9-monatige Ruhezeit zu erwarten war, habe ich von vornherein auf die Beantragung von Arbeitslosengeld verzichtet und von meinem Dispositionsrecht Gebrauch gemacht.

    Dazu habe ich am 29. August2016 folgende Erklärung zum Anspruchsbeginn unterschrieben:
    „Ich bin über die leistungsrechtlichen Konsequenzen dieser Erklärung umfassend beraten und informiert worden. Mir ist bekannt, dass ich nicht über die Agentur für Arbeit kranken, renten- und pflegeversichert bin, solange ich kein Arbeitslosengeld erhalte. Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld soll am 1. Oktober 2017 entstehen.“

    Klar ersichtlich – mit dieser von mir gewählten Vorgehensweise wollte ich mir meine Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld ohne Sperr- und Ruhenszeit uneingeschränkt erhalten.

    Rein zufällig ergab es sich im September 2016, durch einen Kontakt in meinem Berufsnetzwerk, dass ich ab dem 1. Oktober 2016 eine unbefristete Teilzeitstelle (wöchentlich 15 Arbeitsstunden, damit arbeitslosenversicherungspflichtig) angetreten habe.

    Die Agentur für Arbeit habe ich bisher über diese Arbeitsaufnahme nicht informiert, da ich ja auch in keinem Arbeitslosengeldbezug stand bzw. stehe.

    Zum 1. August 2017 wird sich der Umfang meiner Angestelltentätigkeit deutlich auf nur noch 10 wöchentliche Arbeitsstunden (dann nicht mehr arbeitslosenversicherungspflichtig) verringern. Betriebsbedingt (Projektende) zeichnet sich bereits jetzt schon ab, dass meine Tätigkeit voraussichtlich am 31. Juli 2018 enden wird.

    Angesichts dieser Konstellation stellen sich jetzt für mich doch einige Fragen:

    1. Muss oder soll ich der Agentur für Arbeit meine Tätigkeitsaufnahme zum 1. Oktober 2016 mitteilen?

    2. Wenn ja, wird dann die Erklärung zum Dispositionsrecht obsolet?

    3. Welche Rechtsfolgen hätte das wiederum hinsichtlich meines Anspruches auf Arbeitslosengeld?

    4. Kann ich den Zeitrahmen meines Dispositionsrecht verändern/verlängern bzw. die Erklärung widerrufen?

    5. Werde ich zum Zeitpunkt meiner voraussichtlichen Arbeitslosigkeit ab 1. August 2018 überhaupt noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe.

    6. Wenn ja, dann auch noch unter Berücksichtigung meiner am 30. September 2016 beendeten Vollzeitstelle?

    7. Wonach berechnet sich dann ggf. die Höhe des Arbeitslosengeldes und beträgt die Höchstanspruchsdauer dann 24 Monate, da ich im Januar 2018 58 Jahre alt werde?

    Zugegeben, eine Menge Fragen. Deshalb bereits jetzt meinen besten Dank für die Mühen bei den Antworten.

    Mit besten Grüßen

    Manisou

  4. Hallo Manisou,

    Ihre Schilderung klingt für mich eher nach „Eigentor“. Sorry.
    Nach sorgfältigem Lesen dieser Internetseite könnten Sie sich bestimmt schon die meisten Fragen selbst beantworten. Mir fallen zu Ihren Fragen folgende Anmerkungen ein:
    1) Sie werden wohl spätestens beim Antrag auf ALG1 die Daten melden müssen.
    2) JA; zumindest für den bereits „gemeldeten“ Zeitraum.
    3) Berechnung immer erst zum Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung bzw. beim Antrag auf ALG1.
    4) Interessiert die AfA eigentlich nicht sonderlich.
    5) JA schon noch; ggf. ist das Einkommen vom 1.8.2016 bis 31.7.2017 dann maßgebend.
    6) Weiß ich nicht genau; evtl. (hoffentlich für Sie) greifen in Ihrem Fall Ausnahmeregelungen.
    7) Dauer Anspruch ALG1 über 720 Tage ist sehr wahrscheinlich; dann mit den Beträgen die sich aus 5) und/ oder 6) ergeben.

    Sicher weiß der Privatier noch weitere Antworten auf Ihre Fragen.

    LG FÜR2012.

    • Ich möchte FÜR2012 da im Wesentlichen zustimmen, daher fasse ich einmal ein paar Punkte zusammen:

      1.-4.: Die abgegebene „Erklärung zum Dispositionsrecht“ hat eigentlich nur den Sinn, dass sich die Agentur hinsichtlich ihrer Aufklärungspflicht absichert. Ansonsten hat sie keine Wirkung. Sie müssen daher weder Änderungen an ihren Plänen mitteilen, noch können Sie irgendetwas verschieben oder verlängern.

      5.-7.: Der Anspruch auf ALG1 wird „ganz normal“ zum 1.8.2018 geprüft und berechnet. Also: Liegen in der letzten 2 Jahren mind. 12 Monate vor? Höhe auf Basis der letzten 12 Monate oder (falls nicht vorhanden) von mind. 150 Tagen in den letzten 24 Monaten.

      Es gibt zwar eine Ausnahme bei Reduzierung der Arbeitszeit, die eine Berechnung auf Basis der ursprünglichen Bezüge erlaubt, das dürfte hier aber auch nicht zutreffen, da diese dann zu lange zurückliegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Manisou,
        ich sehe Deine Sitation nicht ganz so „schwarz“. Trotzdem erlaube ich mir den Hinweis, dass mein Kommentar nur meine Meinung darstellt und ich kein Fachmann bin.
        Was Dir helfen sollte ist der Paragraf 150 Abs.2 Satz 5 des SGB 3.
        https://dejure.org/gesetze/SGB_III/150.html

        Somit sollten die Teilzeitvereinbarungen bei der Berechnung Deines ALG unberücksichtigt bleiben!
        Noch ein Hinweis: die geleisteten Wochenstunden sind nicht wichtig, damit eine Stelle sozialversicherungspflichtig ist. Entscheidend ist die Höhe des Verdienstes (Midijob). Also ab 450,01 €.
        Das sollte Dir eine Menge Möglichkeiten bieten! (Z.B. erfolgreich die 58er Hürde zu nehmen).
        Viel Erfolg!

      • Penalty hat Recht!

        Es ist genau dieser §150 SGB 3, der die schon angesprochene Ausnahme beinhaltet. Ich hatte allerdings im Hinterkopf, dass die Zeitspanne, die die Vollzeittätigkeit zurückliegen darf, deutlich kürzer ist.
        Aber: dreieinhalb Jahre sind es. Das dürfte dann wohl reichen und es besteht daher berechtigte Hoffnung, dass das ALG auf Basis der alten Bezüge berechnet werden kann.
        Da würde ich die Agentur aber vorsichtshalber gleich zu Beginn drauf hinweisen, ansonsten besteht die Gefahr eines mühsamen Widerspruch-Verfahrens.

        Gruß, Der Privatier

        • Liege ich mit meinem Fazit richtig?

          Es kommen die Bedingungen aus Paragraf 150 Abs.2 Satz 5 des SGB III zum Tragen. Demnach wird zunächst das eine Jahr vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit überprüft. Wenn die Bedingungen der Teilzeitvereinbarung zutreffen, werden diese Zeiten nicht berücksichtigt. D.h. der gesamte Prüfzeitraum wird bezogen auf die Kalendertage um die Dauer der Teilzeit länger.
          Der Bemessungsrahmen wird auf zwei Jahre erweitert, wenn der Bemessungszeitraum weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt enthält.
          Oder anders ausgedrückt: Bei einer zum §150 SGB III konformen Teilzeitbeschäftigung, was mit einem Midi-Job recht einfach wäre, läst sich das Dispojahr um die Dauer dieser Beschäftigung verlängern. Das liefert somit eine legale Möglichkeit, um evtl. erfolgreich die 58er Hürde zu nehmen, wenn das genaue Dispojahr eigentlich etwas zu kurz wäre.
          Ich würde aber auf jeden Fall, das Vorgehen mit der Leistungsabteilung der AA absprechen.

          Falls ich in meiner Einschätzung falsch liege, wäre ein Korrektur mir wichtig.

          • Nein – ich würde nicht sagen, dass sich ein Dispojahr „verlängern“ lässt. Es ist aber richtig, dass sich der Zeitpunkt der ersten Arbeitslosmeldung weiter nach hinten schieben lässt.

            Entscheidend ist halt immer die Rahmenfrist (§143 SGB III i.V.m. §142 SGB III). Diese beträgt zwei Jahre und innerhalb dieser zwei Jahre müssen mindestens zwölf Monate mit einem Versicherungspflichtverhältnis nachgewiesen werden.

            Das hat aber alles nichts mit den §150 SGB III zu tun. Dort geht es nur um die Höhe des Arbeitslosengeldes, bzw. die Berechnungsgrundlagen. Und damit es bei der Berechnung nicht zu einer Herabstufung des Anspruches aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung kommt, bleiben diese Zeiten komplett unberücksichtigt (sofern man die Bedingungen des Abs.2 Satz5 erfüllt).

            Ich werde auf die Teilzeitbeschäftigungen in einem weiteren Beitrag noch einmal gesondert eingehen. Ich sage aber schon einmal vorab, dass ich kein großer Freund solcher Lösungen bin. Ein Dispojahr ist in der Praxis für manche schon kompliziert genug. Dies noch durch weitere Elemente zu „verfeinern“ mag im Einzelfall durchaus funktionieren, empfehlen würde ich das aber nicht.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Mit einer sozialversicherten Beschäftigung innerhalb eines „Dispojahres“ führt man eigentlich sowohl den Begriff, als auch die Idee dahinter ad absurdum. Man ist ja weder beschäftigungslos, noch arbeitslos. Man arbeitet einfach weiter (wenn auch reduziert). Das wäre aus meiner Sicht ein völlig anderes Konzept.

  5. Zum Thema Dispositionsrecht ist mir noch ein Aspekt aufgefallen, den ich bisher nicht beachtet hatte:

    Ich erhielt gestern nach das Angebot für einen Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung, den ich annehmen werde. Der Wunsch nach Auflösung kam von mir.

    Der Vertrag ist noch in Vorbereitung, also noch nicht unterschrieben. Es soll eine Aufhebung zum 31.12.2017 oder 31.01.2018 werden, mit Freistellung in den letzten 4 Monaten bei vollen Bezügen, damit ich bis zur Abfindungszahlung im Januar 2018 versorgt bin.

    So weit, so gut. Klingt ja erstmal prima, so eine Freistellung mit schön regelmäßig Geld und ohne Pflichten.

    Nun habe ich heute aber an mehreren Stellen im Netz gelesen, dass bei einer unwiderruflichen Freistellung die Sozialversicherungszahlung mit dem Tag der Freistellung endet, so dass ich für diese Zeit nicht mehr sozialversichert wäre, bzw. das selbst übernehmen muss.

    Aber was bedeutet das für mein Dispositionsrecht? Beginnt die Einjahresfrist dann mit dem ersten Tag der Freistellung oder erst mit dem Ablaufdatum, das im Vertrag steht?

    Hast du oder ein anderer Mitleser damit Erfahrungen? Das hat mich jetzt etwas irritiert. Ich weiß nicht, ob ich hier einen Link posten darf.

    Das Dispositionsrecht ist für mich aus 2 Gründen interessant:

    1. Ich brauche erstmal eine Auszeit. Eine wirkliche Auszeit. Da kann ich das Gerangel mit der AfA nicht brauchen und will mich auch nicht gegen Jobvermittlung wehren oder mit meinem schlechten Gewissen wegen Scheinarbeitslosigkeit hadern.

    2. Ich plane, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Falls es dann doch nur eine halbe Rente wird, will ich mir den Weg zum ALG1 nicht verbauen, auch wenn ich mich nur noch Teilzeit-arbeitslos melden würde.

    Komisch, dass ich bei all meinen Recherchen bisher nichts von dieser Sozialversicherungslücke gehört habe. Vielleicht, weil mich das Thema Freistellung bisher nicht interessiert hat.

    Wer ist schlauer?

  6. hier ein Hinweis, wie die Gefahr, sich nicht exakt auf den Tag genau nach dem Dispositionsjahr melden zu können, minimiert werden kann:

    Mir wurde vom Arbeitsamt gesagt, dass man dies umgehen könne, wenn man sich zum tatsächlichen Beschäftigungsende persönlich im zuständigen Arbeitsamt arbeitslos meldet( ohne etwas zu unterschreiben, egal ob online oder auf dem Papier), und dies nach ca. 10 Tagen widerruft. Sollte dann im Folgejahr keine Möglichkeit bestehen, sich fristgerecht arbeitslos zu melden, so könne man auf die erste Meldung zurückgreifen (Gültigkeit 4 Jahre) und hätte damit zumindest nicht alle Ansprüche an das Arbeitslosengeld verloren, sondern könne die in Anspruch nehmen, die ein Jahr vorher Gültigkeit gehabt hätten.

    Meine konkreten Daten:

    Aufhebungsvertrag zum 31.01.2018
    Meldung als arbeitssuchend telefonisch bis zum 31.10.2017
    Arbeitslosenmeldung im Januar 2018 zum 01.02.2018
    Widerruf ca. 10 Tgae später
    Arbeitslosenmeldung nach Dispositionsjahr zum 01.02.2019.

    Werde am 29.01.2018 58 Jahre alt und hoffe, somit alles richtig zu machen!

    Viele Grüße
    ein „oldie“

    • Hallo Oldie,

      es tut mir leid, aber ich halte von diesem Vorschlag überhaupt nichts!

      Ich kann allerdings schlecht beurteilen, ob eine solche Aussage eines Agentur-Mitarbeiters aus simpler Unkenntnis gemacht wurde (kommt oft vor), ob es sich um ein Mißverständnis handelt (der Hinweis auf die 4 Jahre lässt dies vermuten), ob einfach das Vorhaben des Dispojahres nicht verstanden wurde oder ob in dieser speziellen Agentur einfach absonderliche Vorgehensweisen gepflegt werden.

      Als generelle Vorgehensweise würde ich aber dringend davon abraten. Denn:
      Eine Arbeitslosmeldung ohne jede Unterschrift hat aus meiner Sicht keinerlei Wirkung. Weder für die Agentur, noch für den Arbeitslosen. Wie will man später nachweisen, dass man sich mal arbeitslos gemeldet hat?
      Die 4-Jahresfrist gilt für einen schriftlich festgestellten Bescheid der Agentur über Dauer und Höhe des ALG-Anspruches. Dieser hat 4 Jahre lang Bestand. Dafür ist aber vorher ein (unterschriebener) Antrag auf ALG erforderlich.

      Also – ganz klare Aussage von meiner Seite: ICH würde das nicht so machen. Keinesfalls.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Gefahr, den exakten Tag zu verpassen, kann man viel einfacher umgehen. Wie im Beitrag oben beschrieben: Einfach ein paar Wochen vorher „auf Termin“ arbeitslos melden.

  7. Lieber Privatier,

    vielen Dank für die Stellungnahme! Das heißt in meinem Fall dann wohl:

    Gar nicht arbeitssuchend melden; arbeitslos melden erst Anfang 2019 zum 01.02.2019. Kann, wenn ich alles richtig verstanden habe, auch vor meinem Geburtstag (29.01.) statt finden, ohne ein halbes Jahr Arbeitslosengeld zu verlieren, sofern als Beginn der Arbeitslosigkeit der 01.02. eingetragen wird.

    Richtig?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Oldie

    • Genau so würde ich es machen.

      Ob man sich nun ein viertel Jahr vorher arbeitsuchend meldet oder nicht, ist ein wenig Geschmacksache. Mehr dazu gibt es meinem Beitrag die Arbeitsuchendmeldung. Hier wäre es sinnvoll, im Vorfeld die Meinung des zuständigen Agentur-Mitarbeiters zu erfahren.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier und Co.,
    Respekt und Dank für die informativen Seiten!
    Habe noch ein paar Fragen:
    1. Wann beginnt ein Dispojahr – mit dem Vertragsende? Zum Beispiel 31.12.2018 – also 01.01.19-31.12.19? Das Arbeitslosmeldung exakt zum 01.01.2020 ein paar Wochen vorher.
    2. Wenn im Aufhebungsvertrag zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung eine unwiderrufliche Freistellung ab Juli 2018 vermerkt ist, müsste das halbe Jahr zuvor mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung doch für ein volles ALG 1 berechtigen mit 60 Altersjahren bei Fristen unter 1.?
    3. oder tickt das Dispojahr schon der unb. Freistellung also 01.07.18-01.07.19?
    4. Gibt es hier Erfahrungen wie kooperativ die BA in Leipzig mit dem Wunsch Dispojahr umgeht? Weiß man in Leipzig darüber Bescheid, zeigt man dort Verständnis alle Termine fristgerecht einzuhalten?
    5. Ein Anwalt empfahl sich im Dispojahr schon im Julu 2018 exakt nur für einen Tag arbeitslos zu melden, um die vier Jahre Anspruch abzusichern im Falle schwerer Krankheit. Gelingt so etwas oder jemand so etwas versucht? Kann die BA so ein Anliegen erfüllen?
    6. Könnte man sich nicht auch zu Beginn des Dispojahres mit dem avisierten Arbeitslos-Termin 01.01.20, also den Beginn des ALG 1 melden? Sich dieses exakte AL-Beginn Datum in einem vom BA Mitarbeiter unterschriebenen Protokoll bestätigen lassen, um sich gegen einen später falsch eingetragenes Datum abzusichern?
    Ein Echo wäre nett. Vielen Dank!

    • Zu 1: Der erste Tag eines Dispojahres ist der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit. „Normalerweise“ also der Tag nach dem letzten Arbeitstag. Also: Beschäftigung endet am 31.12.2018, Dispojahr läuft vom 01.01.2019 bis 31.12.2019.
      ABER: Im Zusammenhang mit einer Freistellung ist eben unklar, ob diese Zeit bereits als „beschäftigungslos“ zählt oder nicht. Da sind sich selbst die Agenturen nicht einig und empfehlen mal eine sofortige Arbeitslosmeldung, mal schicken sie Betroffenen wieder nach Hause. Nähere Details dazu in meinem Beitrag „Arebitsagentur erfindet neue Regeln„. Meine Empfehlung: Frühzeitig mit der Agentur in Verbindung setzen zum Beratungstermin!

      Zu 2: Ja, wenn an mehr als 150 Tage Gehalt aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen bezogen wurde, wird dieses als Basis zur ALG1-Berechnung verwendet. Wenn nicht: Fiktive Einstufung.

      Zu 3: Siehe Punkt 1.

      Zu 4: Keine Erkenntnisse zur Leipziger Agentur.

      Zu 5: Um den Anspruch zu sichern, ist der Vorschlag des Anwaltes eine gute Idee. Wenn denn die Agentur dies genau so sieht (s. Pkt. 1). Allerdings gehen damit die Vorteile eines Dispojahres (z.B. höherer Anspruch aufgrund höheren Alters, Vermeidung von Sperre-/Ruhezeit) verloren!

      Zu 6: Man könnte (und sollte!) versuchen, sich das geplante Vorgehen mit allen positiven wie negativen Folgen im Vorfeld von der Agentur bestätigen zu lassen (s. auch Gastbeitrag über „Erfahrungen mit dem Dispojahr„. Die eigentliche Arbeitslosmeldung „auf Termin“ wird die Agentur wahrscheinlich erst kurz vorher (ca. 1 Monat) akzeptieren.

      Gruß, Der Privatier

  9. Guten Tag lieber Privatier,
    da man mit den Meldefristen beim Dispojahr sehr sorgfältig umgehen muss hier eine Frage zum Ausfüllen des „Antrag ALG 1“. Was trage ich in dem „Antrag ALG 1“ (gleichzeitig Antrag auf Arbeitslosengeld) bezüglich des Datums ein? Im oberen Teil gibt es ein Feld „Arbeitslosmeldung XX.XX.XXXX“ und darunter „mit Wirkung zum XX.XX.XXXX“. Mein Arbeitsverhältnis endet durch Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017. Vom 01.01. – 31.12.2018 möchte ich mein Dispositionsjahr nehmen. Den Besuch beim Arbeitsamt zur persönlichen Arbeitslosmeldung plane ich im 4. Quartal 2018. Wäre in beiden Feldern der 01.01.2019 einzutragen ?
    Der Link zu dem besagtem Antrag findet man unter:
    https://www.elo-forum.org/attachments/alg/80566d1455994114-alg-antrag-download-gibt-normalerweise-online-antrag-alg-stand-feb-2016-erlaeuterungen.pdf

    • Ich habe dies gerade noch einmal bei meinen eigenen ALG1-Anträgen nachgesehen und musste feststellen, dass ich diese Felder wohl gar nicht als Eingabe-Felder wahrgenommen habe!

      In meinem ersten Antrag steht da folglich gar nichts, meinen zweiten habe ich persönlich in einer Agentur gestellt. Dort ist das erste Feld (Meldung) schon „vorgedruckt“, das zweite Feld (Wirkung) ist leer. War in diesem Fall auch korrekt, da ich keine Vorausmeldung gemacht habe.

      Meiner Meinung nach ist nur das zweite Feld („mit Wirkung“) von entscheidender Bedeutung. Hier muss definitiv das Datum exakt ein Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit stehen (hier also: 01.01.2019).
      Das erste Feld sollte dann das Datum der Abgabe enthalten.

      Wer ganz sicher gehen will, füllt das Formular zu Hause aus und gibt es danach persönlich bei der Agentur ab. Ggfs. kann man nach Rücksprache die beiden Felder noch vor Ort ergänzen.

      Gruß, Der Privatier

  10. Ich mache gerade mein Dispositionsjahr bis 31.12.2017 und wollte mich im Dezember schon vorsorglich zum 01.01.2018 arbeitslos melden.
    Nun habe ich vor einigen Tagen eine Städtereise geschenkt bekommen. Rückflug wäre am 02.01.2018 um 19 Uhr.

    Habe ich irgendeine Chance diese Reise wahrzunehmen, ohne meine Ansprüche auf ALG zu riskieren?
    Kann man da mit dem Arbeitsamt reden?
    Meine Befürchtung ist, selbst wenn mir da ein Mitarbeiter entgegen kommt, dessen Chef oder ein anderer MA das später ganz anders sieht und ich dann doch gekniffen bin.

    • Ich würde die Arbeitslosmeldung im Dezember persönlich vornehmen und dabei fragen, ob ein weiteres persönliches Erscheinen Anfg. Januar erforderlich ist. Ich gehe davon aus, dass das nicht erforderlich ist. Falls doch, kann man sicher vereinbaren, dies am 3.Jan. zu machen.
      Ansonsten muss man zwar als Arbeitloser der Agentur, dem Arbeitsmarkt und den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen, dass heisst aber nicht, dass man permament den ganzen Tag zu Hause sitzen muss. Man „darf“ auch ruhig mal ein/zwei Tage (oder auch länger) nicht anwesend an. Man sollte halt nur immer sicher stellen, dass eine Kommunikation mit der Agentur (per Post, Mail, Handy) gewährleistet ist und man zügig auf evtl. Aktivitäten reagieren kann. Das ist bei nur einem Tag Abwesenheit sicher immer gegeben. Bei längerer Abwesenheit müsste man dies vorher mit dem zuständigen Vermittler absprechen.

      Gruß, Der Privatier

  11. Danke für die schnelle Antwort.
    Das Problem ist, dass ich im Moment noch maßvolle Stornogebühren hätte, im Dezember erhebliche.
    Und es bleibt das Risiko, den Flieger zu verpassen oder dass der Flug wegen Streik, Schnee etc. gecancellt wird.
    Ich habe mir von Beratungsgesprächen in 2016 behalten, dass es von entscheidender Bedeutung ist, am 1. Tag der gemeldeten Arbeitslosigkeit präsent und arbeitsfähig zu sein. Es steht viel (Geld) auf dem Spiel, das Risiko ist mir zu hoch und mit dem Risiko im Nacken könnte ich den Urlaub auch nicht genießen. Ich werde wohl stornieren müssen.

    • Es ist schon richtig: Jeder muss natürlich für sich entscheiden, welches Risiko er bereit ist zu tragen. Das gilt bei der Kapitalanlage und auch in allen anderen Belangen.

      Und wenn man einen Urlaub dann ohnehin nicht geniessen kann, sollte man es in der Tat besser bleiben lassen. Eine solche Reise lässt sich dann sicher zu einem späteren Zeitpunkt (mit offizieller „Erlaubnis“ der Arbeitsagentur) sehr viel entspannter angehen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Ich habe mich nun mal etwas sortiert und Reiseveranstalter (Opodo) und die Arbeitsagentur angerufen. (Hätte ich vielleicht auch schon früher machen können…)

    Ergebnis:
    – Die Reise kann nur storniert, nicht umgebucht werden. Stornierungskosten jetzt bis 30 Tage vor Abflug: 20%! Es ist also noch ca. 3,5 Monate Zeit für eine Stornierung.

    – Ich kann mich frühestens 3 Monate vorher (also ab 2. Oktober 2017) zum 01.01.18 arbeitslos melden. Ich soll dazu mit gültigem Perso bei der Arbeitsagentur erscheinen. Dort kann dann der Vermittler entscheiden, ob er mir im Rahmen der jährlichen 21 Tage Ortsabwesenheit (OAW) schon den 2. Januar frei gibt. Spielt der mit (und ich bekomme das schriftlich), ist alles gut. Wenn nicht, wäre immer noch Zeit zum stornieren.

    Klingt gut, oder hat jemand Bedenken?

    Gruß Joachim

    • Das wird wohl stark vom Vermittler abhängen. Ich tippe aber mal auf: Nein, das wird nicht funktionieren.

      Der Vermittler muss nämlich entscheiden, ob „die Reise/Abwesenheit die berufliche Eingliederung beeinträchtigen würde (z. B. wenn wegen der Abwesenheit Vorstellungsgespräche bei Arbeitgebern oder die Teilnahme an beruflichen Bildungsmaßnahmen verhindert bzw. verzögert würden).“

      Und das kann der Vermittler lt. Information der Agentur frühestens eine Woche vor der geplanten Abwesenheit überblicken. Eine frühzeitige Abmeldung ist daher nicht vorgesehen. Es sei denn der Vermittler wäre so weitsichtig zu erkennen, dass am 2.Jan. voraussichtlich nichts passieren wird, was die Vermittlung beeinträchtigt.

      Versuchen kann man es. Stornieren kann man dann ja immer noch.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Quelle: Broschüre der Agentur zu Umzug und Reisen

  13. Hmm, danke.
    Ich hoffe dann auch mal, dass er einsieht, dass bei einem 60-jährigen mit spezifischem IT-Fachwissen nicht viel zu erwarten ist hinsichtlich beruflicher Eingliederung.
    Danke auch für den Link zur Broschüre. Sehr hilfreich, wenngleich auch ernüchternd 🙂

    Gruß – Joachim

  14. Hallöchen,

    ich hätte auch eine kurze Frage.
    Ich habe am 02.01.2017 meine Aufhebungsvereinbarung (rückwirkend) zum 31.12.16 unterschrieben, da die Verhandlungen just am 31.12.16 gescheitert sind. Habe mein Dispojahr genommen, und mich soeben telefonisch beim Arbeitsamt als Arbeitssuchend gemeldet. Ich wurde gefragt wann ich die Aufhebung unterschrieben habe. Da ich hier unsicher bin, ab wann das Jahr zählt, lt Unterschrift oder lt Beschäftigungsende, habe ich einfach den 31.12.16 genannt. Könnte sich hier eine Schwierigkeit ergeben? Letztlich bin ich zum 31.12.16 ausgeschieden, werde mich spätestens am 29.12.17 vor Ort arbeitslos zum 01.01.2018 melden. Habe diese Woche einen „Beratungstertermin“ erhalten, an diesem werde ich auch schriftlich meinen Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit (01.01.18) angeben und mir bestätigen lassen.
    Welcher Tag ist für die AA relevant bzgl. des Anspruchs? Tag des Ausscheidens? nicht das die HR meines AG`s beim Ausfülen den 02.01.17 reinschreibt, dann geht die ganze Rechnung nicht auf, ich streite mich ohnehin noch mit denen bzgl. meines Zeugnisses.
    Im Weiteren beabsichtige ich in die Selbstständigkeit zu gehen, habe das Jahr für berufliche Weiterbildung in einem völlig anderem Bereich genutzt. Mrz 18 habe ich die erste Prüfung und ab Okt 2018 bin ich dann komplett fertig. Anspruch auf Förderung der Existenzgründung seitens AA, es müssen noch 150 Tage bestehen um vom AA gefördert zu werden. Ergo hätte ich noch 150 Tage Anspruch am 04.08.2018 um mich selbstständig zu machen.
    Haben Sie einen Tipp?
    Besten Dank schon mal
    VLG Karin

    • Zunächst einmal bin ich immer wieder erstaunt über manche Vorgehenweisen: Da verhandelt man tatsächlich am Silvestertag über einen Aufhebungsvertrag, der noch am selben Tag in Kraft treten soll? Und nachdem die Verhandlungen scheitern, lässt man ein paar Silvesterböller knallen, nutzt den Neujahrstag zum Nachdenken und schon einen Tag später ist man sich einig? Für mich schon sehr erstaunlich…

      Aber gut – kommen wir zur Frage:

      Wenn die Agentur danach fragt, wann der Aufhebungsvertrag unterschrieben wurde, so wird sie hier wohl in erster Linie wissen wollen, ob a) die Arbeitsuchendmeldung rechtzeitig erfolgt ist und b) wie es mit der Einhaltung der Kündigungsfrist aussieht. Denn für diese beiden Fragen ist der Termin der Unterzeichnung von Bedeutung. Übrigens: Was steht denn effektiv drin, im Vertrag? Tatsächlich der 2.1.17?

      Für den Anspruch auf ALG bzw. für das Dispojahr ist aber das Ende des Beschäftigungsverhältnisses von Bedeutung. Exakt ein Jahr nach dem ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit muss dann der erste Tag der Arbeitslosigkeit sein (für das Dispojahr).

      Natürlich kann ich Ihnen nicht beantworten, was Ihr AG in Ihre Arbeitsbescheinigung hineinschreiben wird…

      Einen Anspruch auf Förderung der Existenzgründung haben Sie übrigens nicht. Sie haben höchstens einen Anspruch auf Prüfung einer Förderung. Die kann auch durchaus abgelehnt werden. Ich würde dieses Thema auch in der Beratung bei der Agentur ansprechen, aber vielleicht einen gesonderten Termin dafür vereinbaren.

      Gruß, Der Privatier

      • ja jaaaa, das war ein tolles Silvester….war im übrigen die 3. Verhandlung die tatsache am Samstag früh, am Silvestermorgen, zwischen meiner Anwältin und dem anderen Anwalt, geplatzt ist. Am 02.01. bin ich zum Dienst erschienen, und am Ende des Arbeitstages, wurde eine Klausel -die für mich unabdingbar war- in die Vereinbarung eingefügt, unterschrieben und weg.
        Vertrag, Tag des Ausscheidens war der 31.12.2016. Am 02.01.17 war ich quasi unentgeldlich arbeiten, da die Anwälte um 16 Uhr die Telco hatten und sich die Verträge zugefaxt hatten. Also zählt der 31.12.16 als letzter Arbeitstag. Natürlich ist hier keine Kündigungsfrist eingehalten worden, Abfindung Ende Jan gezahlt, deswegen bin ich im Dispojahr um der Sperre zu entgehen. Hatte mich ja damals auf Ihrer Seite bestens informiert, und demnach alles für mich arrangiert.
        liebe Grüße
        karin

    • Das Arbeitsverhältnis endete mit Aufhebungsvertrag am 31.12.2016, egal ob dieser Vertrag vorher oder hinterher unterzeichnet wurde, zu flunkern war wahrscheinlich unnötig, ist nun aber auch kein Beinbruch, da keine Auswirkung. Ob nun Sperre wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung oder wegen Mitwirkung zur Beendigung oder wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist ist egal, da Sie das Dispojahr nutzen, ist alles hinfällig. So sehe ich das zumindest, aktuelle rechtliche Grundlagen habe ich nicht.
      Wie lange ist denn Ihr ALG Anspruch? Wenn er nur 12 Monate ist, dann sind 150 Tage Restlaufzeit schon im Sommer erreicht. Ich glaube nicht, dass Ihre Abfindung zu einer Ablehnung der Förderung führt oder dass Sie das sicher anfechten könnten. Sie hatten dann ja schon 18 Monate Ihre Abfindung zu verbrauchen 12 Monate davon ohne jegliche Bezüge. Ihre Ausbildung hat sicher auch etwas gekostet. Selbst wenn die Förderung Ermessensspielraum hat, wird dann der Bonus von 300€ verwehrt oder erhält man ab ersten Tag der Selbständigkeit gar kein ALG mehr? Vielleicht können Sie die Förderung auch im Vorfeld beantragen und bei Ablehnung eben noch bis Ende 2018 arbeitslos bleiben. Früher konnte man meines Wissens auch schon mit Vorbereitungen oder ersten Aufträgen beginnen, bevor man das Gewerbe anmelden musste. Aber für das ALG zählt eher der Geldfluss, also ob weiteres Einkommen vorliegt. Wenn Ihre Leistungen dann also erst 2019 oder Silvester 2018 vergütet werden, sind Sie auch aus dem Schneider. Alles etwas Grauzone, aber ich sehe da wenig Gefahr. Auf die 6 x 300 könnten Sie wahrscheinlich zur Not verzichten.

      LG Markus

  15. Ich habe den Tipp mit sehr geringen Erwartungen und einem sehr dicken Fell zur Beratung bei der AA zu gehen. Ich hatte mich vor einigen Monaten intensiv mit dem Thema Selbstständigkeit beschäftigt. Das durchaus umfangreiche Infomaterial der AA dazu ist in vielen Punkten leider sehr vage und oberflächlich (und auch unglaubhaft). Ich hatte einen Termin zur Klärung einiger Fragen und der freundlichste Kommentar bei dem Gespräch war „Wir sind nicht dazu da Ihnen den Wunsch nach Selbstständigkeit zu finanzieren.“ Am Ende war ich genau so schlau wie zuvor, ohne konkrete Anträge etc. schien man nicht gewillt mir auch nur eine Frage belastbar zu beantworten. Mein Eindruck war, das man diesen Weg prinzipiell so selten wir möglich unterstützen will („Unser Ziel ist möglichst jeden Arbeitssuchenden in ein Beschäftigtenverhältnis zu vermitteln.“) und sich in absolut keinem Punkt irgendwie festlegen zu lassen. Falls jemand einen Tipp hat, wie / wo man sich bei der AA zum Thema Selbstständigkeit vernünftig beraten lassen kann, dann bitte her damit.

    • „Mein Eindruck war, das man diesen Weg prinzipiell so selten wir möglich unterstützen will („Unser Ziel ist möglichst jeden Arbeitssuchenden in ein Beschäftigtenverhältnis zu vermitteln.“)“

      Da kann ich BigMacs Eindruck nur bestätigen. Genau diesen Eindruck habe ich damals auch gewonnen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass dies bei mir nun bereits mehr als fünf Jahre her ist und sich damals gerade eben die Regeln für die Förderung geändert hatten. Da gab es sicher auch noch viel Unsicherheit bei den Agenturmitarbeitern. Das mag sich heute alles etwas anders darstellen.

      Und ich muss auch noch dazu sagen, dass ich einen Förderantrag gar nicht in Erwägung gezogen habe, weil ich keine Lust auf endlose Diskussionen, Anträge, Business-Konzepte etc. hatte. Ich habe es also erst gar nicht versucht,

      Gruß, Der Privatier

  16. Hochgradig schizophren daran ist, dass die Bundesagentur auf ihrer Website und über Infomaterial mit der Alternative Selbstständigkeit stark wirbt und vielfältige Möglichkeiten aufzeigt. Wenn’s dann aber konkret wird, gibt es keine zentrale Beratung zu dem Thema, man MUSS sich an die örtliche AA wenden. Und da zeigt sich auf einmal ein ganz anderes Bild: Unterstützung und Beratung gleich Null, viele Infos aus den Broschüren werden bestritten oder völlig anders dargestellt. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn der „Berater“ (sic!) behauptet hätte, dass die Sonne im Westen aufgeht und die Erde eine Scheibe ist. Da das Thema für mich damit aber noch nicht erledigt ist, ist es immer noch mein Wunsch in Austausch mit anderen zu treten und deren Erfahrungen zum Thema „Unterstützung der Arbeitsagentur bei der Gründung aus einer Arbeitslosigkeit heraus“ kennen zu lernen. Vielleicht hat sogar jemand einen Tipp, wo/wie ich von der Bundesagentur beraten werden könnte. Nützliche Blogs oder Foren zu dem Thema scheint es leider nicht zu geben.

  17. Hallo an die Gemeinde,

    habe eine Frage, zu der ich i.Zshg. mit dem Dispo-Jahr noch gar nichts gesehen habe (oder noch nicht gefunden?).
    Wenn planmäßig ALG1 nach dem Dispojahr beantragt und auch gezahlt wird, wie steht es dann mit den Beiträgen zur Rentenversicherung, die normalerweise (ohne Dispo-Jahr) von der Agenturf.A. bezahlt werden. Auszug aus:
    http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/03_vor_der_rente/03_rentenzeiten/01_rentenrechtliche_zeiten/00_03_arbeitslosigkeit.html

    Bekommen Sie Arbeitslosengeld, zahlt die Agentur für Arbeit automatisch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dies gilt jedoch nur, wenn Sie im letzten Jahr vor dem Leistungsbeginn – vielleicht auch nur kurze Zeit – rentenversicherungspflichtig waren. Sie benötigen also eine so genannte Vorversicherung.

    und:
    Haben Sie die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, können Sie die Pflichtversicherung beantragen. Die Agentur für Arbeit trägt die Beiträge auch dann in voller Höhe.

    und:
    Erhalten Sie Arbeitslosengeld, werden Sie rentenrechtlich so gestellt, als hätten Sie mit 80 Prozent Ihres vorherigen monatlichen Bruttoarbeitsverdienstes weitergearbeitet.

    Wie genau ist nun diese genannte „Vorversicherungszeit“ definiert? Denn mit einem Dispo-Jahr ist man ja eben genau NICHT rentenversicherungspflichtig im letzten Jahr vor dem Leistungsbeginn.

    Demnach ist wohl nicht damit zu rechnen, dass rententechnisch mit mit 80 Prozent des vorherigen monatlichen Bruttoarbeitsverdienstes gerechnet wird und die Agentur f.A. diesen Betrag an die Rentenversicherung zahlt.
    Welcher Art von Pflichtversicherung ist dann empfehlenswert, um die bestmögliche Leistung von der A.f.A. zu bekommen?

    Es wäre nett, wenn hierzu jemand Erfahrung hat bzw. Ratschläge geben kann.

    Besten Dank an die Runde,
    Andreas

    • Vielleicht meldet sich ja hier noch der eine oder andere Praktiker mit konkreten Erfahrungen. Ich kann das aktuell nur theoretisch beantworten:

      Demnach gibt ja bereits der obige Auszug die Lösung:
      „Haben Sie die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, können Sie die Pflichtversicherung beantragen. Die Agentur für Arbeit trägt die Beiträge auch dann in voller Höhe.“

      Also: Antrag stellen und die Sache ist geklärt.

      Und was die Höhe der Rentenbeiträge angeht, so hätte ich da auch zunächst keine Zweifel, dass sich diese auf dieselbe Basis beziehen, wie dies bei der Bemessung des ALG der Fall ist: Im Normalfall also das letzte Gehalt. Oder eben eine fiktive Einstufung, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Andreas und Privatier,

        zum letzten Satz kann ich noch etwas „Senf“ dazugeben:
        „… ALG der Fall ist: Im Normalfall also das letzte Gehalt.“
        Das letzte Gehalt maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze – und davon leistet dann die AfA 80%! Diese zwei Randbedingungen sollten auch irgendwo im Kleingedruckten oder den Gesetzen stehen.

        LG FÜR2012

    • Hallo Andreas,
      aus der erlebten Praxis.
      Ich habe mein Dispojahr an einem 1.1. angetreten und mich im Dezember zum 1.1. d. nächsten Jahres arbeitslos gemeldet.
      Hat alles wie geplant und hier beschrieben geklappt. DIspojahr ohne Bezüge, GKV über Familienversicherung, keine Einzahlungen in Rente. Ab dem 1.1. der Arbeitslosigkeit dann ALG-1 in der „zufällig“ erreichten höheren Stufe, GKV (jetzt wieder selbst und pflicht) und Rente über AA (f. 24 Monate).
      Viel Glück

  18. Hallo Peter, Mr.Excel und FÜR2012,
    besten Dank für die Rückmeldungen. Es ging ja speziell um den Satz der Rentenversicherung „Dies gilt jedoch nur, wenn Sie im letzten Jahr vor dem Leistungsbeginn – vielleicht auch nur kurze Zeit – rentenversicherungspflichtig waren.“
    Immerhin scheint es zu klappen, dass die 80%-Lösung trotzdem angewandt wird, obwohl man eben im „letzten Jahr vor Leistungsbeginn“ nicht rentenversicherungspflichtig war. Dasd ist der Knackpunkt.
    Gemäß zwischenzeitlicher Auskunft der Rentenversicherung heisst es von dort:“der Begriff der Vorversicherung in Bezug auf das Arbeitslosengeld ist in dem Fall ein Rechtsbegriff der Arbeitsverwaltung, also SGB II. Wenn die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld I zahlt, werden die Rentenbeiträge immer auf der Grundlage von 80% des letzten Bruttogehalts (bis max.Beitragsbemessungsgrenze) berechnet.“
    Dies deckt sich mit dem Kommentar von FÜR2012, aber offen bleibt die Frage nach dem Begriff „ein Jahr vor Leistungsbeginn“ und wie genau diese angewendet wird. Wie hoch die Beiträge bei „Pflichtversicherung auf Antrag“ als ALG1 Bezieher nach Dispositionsjahr dann sind, gilt es noch herauszufinden, vielleicht ist es ja auch unnötig, aber vorbereitet zu sein ist ja immer hilfreich. Es sind ja u.U. nicht unerhebliche weitere Beiträge zur Rentenversicherung und damit zur späteren eigenen Rente.
    Gruß
    Andreas

  19. Hallo Andreas,
    ich war in 2016 im Dispositionsjahr und beziehe jetzt ALG1 und habe mir bezüglich der Beiträge zur gesetzlichen RV die gleiche Frage gestellt wie Du!
    Im Antrag auf ALG1 Punkt 6b muss man ankreuzen, ob man unmittelbar vor Beginn der Arbeitslosigkeit pflichtversichert in der gesetzlichen RV war.
    Hat man nun vorher ein Dispositionsjahr eingelegt,müsste man hier nein ankreuzen.
    Unter diesem Punkt steht zusätzlich : Wenn Sie nicht pflichtversichert war, füllen Sie das Zusatzblatt „Sozialversicherung der Leistungsbezieher“ zum Antrag auf ALG1 aus .Das Zusatzblatt findest Du im Internet.
    Auf diesem Zusatzblatt Seite 2 Punkte: 4.1-4.4 kann man durch ankreuzen des zutreffenden Sachverhaltes beantragen, das die Beiträge zur gesetzlichen RV während des Bezuges von ALG1 von der Agentur für Arbeit übernommen werden.
    Nach ca. 2 Monaten Bezug ALG1 habe ich mir durch einen Rückruf der Leistungsabteilung bestätigen lassen,dass die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entsprechend monatlich übernommen werden. Die genannten Beträge entsprachen den genannten 80% des letzten Bruttogehaltes.
    Gruß
    Brigitte

    • Hallo Brigitte,
      super, Danke. Das war der Hinweis, den ich mir erhofft hatte.
      Besten Dank für die Lösung! So kann ich das entsprechend vorbereiten.
      Gruß
      Andreas

      • Hallo,

        kurze Rückfrage an die Experten hier zu dem oben diskutierten Thema. Ich habe hier im Forum schon viel gelesen, bin mir momentan aber unsicher, denn wie verhält sich das Ganze bezüglich Beiträgen zur ges. RV hinsichtlich Übernahme(durch AA?)und Höhe (80% des letzten Brutto?) wenn ich mich wegen längerer Freistellung vor Ausscheiden zum 31.12.17 nicht für ein Dispojahr sondern für die An-/Abmeldestrategie entschieden habe?
        Ich denke, während des abgemeldeten Zeitraumes zahlt ohne Weiteres niemand mehr, ist das richtig? Aber sind diese 80% auf das letzte Brutto vor Ausscheiden mit dem ALG I-Bewilligungsbescheid praktisch festgeschrieben und werden nach der für 2019 vorgesehenen Wiederanmeldung in jetzt schon mit Bewilligung festgestellter Höhe dann von der AA gezahlt oder wird das dann neu festgesetzt und kann aufgrund des Zeitraumes in 2018 ohne RV-pflichtiges Brutto auch niedriger sein?

        Gruß, Nick

      • Also,
        ich bin mal in den „digitalen Keller“ gestiegen. Ich hab meinen Rentenbescheid angeschaut. Da sind für 2012 und 2013 dokumentiert :
        2 Jahre (12 Monate) mit 52.076 Euronen, Pflichtbeiträge, gemeldet vom AA.
        Werden somit ganz normal als Pflichtbeiträge verwendet.
        Wobei ich meine gelesen zu haben, dass tatsächlich nichts gzahlt wird, sondern nur so getan wird.
        Hoffe geholfen zu haben

    • Ganz herzlichen Dank an Brigitte für den wirklich sehr nützlichen Hinweis!
      Ich habe oben mal einen Link eingebaut, mit dem direkt zu dem Formular gelangt.

      @Nick: Bei Mr. Excel war es ein Dispojahr, welches hinsichtlich der Rentenbeiträge keine Probleme bereitet hat. Von meiner Seite kann ich noch anfügen, dass das zwischenzeitliche Abmelden (ca. 1,5 Jahre) ebenfalls keine Auswirkungen auf die Rentenbeiträge hatte. Der „alte“ Anspruch bleibt also in jeder Hinsicht bestehen.

      Gruß, Der Privatier

  20. Hallo,

    im März 2017 hatte ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, mit Beendigung des Arbeitsvertrages zum 31.12.2017 und Zahlung einer Abfindung Ende Januar 2018. Im November hatte ich mich bei der Arbeitsagentur gemeldet mit dem Hinweis, dass ich von meinem Disporecht Gebrauch mache und mich erst zum 01.01.2019 Arbeitslos melden werde.
    Von 2 verschiedenen Sachbearbeitern wurde ich nun darauf hingewiesen, mich NICHT zum 01.01.2019 arbeitslos zu melden, sondern als Datum den 02.01.2019 zu nehmen. Als Argument:““ Anspruch hat jeder der zwei Jahre vor der Arbeitslosigkeit für mindestens 360 Tage Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt hat.““ Somit wären in den 2 Jahren 5 Tage Spielraum. Ausserdem könnte es „Probleme“ bei Sperrzeiten geben, wenn GENAU ein Jahr eingehalten wird. Exakt erklären, was für ein Problem auftreten könnte, konnte allerdings keiner.

    Das widerspricht allen Erfahrungen, die ich bisher hier gelesen hatte und ich bin ein wenig verunsichert. Hat Jemand ähnliches von seiner Arbeitsagentur gehört?

    Schon jetzt vielen Dank für die Unterstützung und viele Grüße

    hannilein

    P.S. noch ein herzliches Dankeschön für diese hilfreiche Plattform, die mir in vielen Situationen auf dem Weg zum Privatier ( erstmal nur in diesem Jahr ) ein hilfreicher Begleiter war

    • Tja – genau DAS sind so die ungewissen Feinheiten, weshalb ich seinerzeit von der Idee eines Dispojahres sehr früh Abstand genommen habe.

      Inzwischen haben allerdings eine ganze Reihe von Lesern bestätigt, dass die hier beschriebene Methode, sich EXAKT ein Jahr später arbeitslos zu melden, problemlos funktioniert. Es hat hier noch keinen Fall gegeben, wo es nicht funktioniert hat.

      Die abweichende Meinung deiner Agentur-Mitarbeiter ist aber auch relativ leicht erklärt:
      Wenn diese ein Jahr mit 12 Monaten berechnen, den Monat mit 30 Tagen ansetzen, so hat ein Jahr eben 360 Tage.
      Und die Sorge wg. der Sperrzeit bei Einhaltung des exakten Tages ergibt sich aus dem Gesetzestext, der besagt, „wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, länger als ein Jahr zurückliegt…“. Und exakt ein Jahr ist eben nicht länger als ein Jahr.

      Mein Tipp: Ich würde versuchen, von den Mitarbeitern eine schriftliche Aussage zu bekommen, dass eine Arbeitslosmeldung zum 2.Jan. keine Nachteile mit sich bringt (notfalls selber formulieren).

      Gruß, Der Privatier

  21. Hallo zusammen,
    nachdem ich nun vor gut einem Jahr in der gleichen Situation wie hannilein war, möchte ich den für mich heute Morgen erst positiv abgeschlossenen Fall schildern:

    – Aufhebungsvertrag zum 31.12.16
    – Abfindung Ende Januar 2017
    – Arbeitssuchendmeldung Anfang Dezember 2017 mit gleichzeitiger Arbeitslosmeldung „mit Wirkung zum 01.01.18“ (Exakt so hat es der Agenturmitarbeiter im ALG-Antrag formuliert).
    – Heute Morgen Leistungsstelle: Berechnung des ALG1 ohne jegliche Sperrzeiten, Zahlung rückwirkend ab 01.01.18 veranlasst.

    Auf der ganzen Wegstrecke gab es keinerlei Nachfragen, Diskussionen oder Probleme. Aber auch keinerlei verbindliche Aussagen seitens der Agentur. Details zum Verfahren sind auch nicht allen Agenturmitarbeitern bekannt. Offensichtlich aber kein Problem für die EDV-Welt der Agentur…..hier scheint inzwischen vieles automatisch zu laufen.

    Nochmal der schon viel zitierte Hinweis: Mit der Meldung im Dezember vermeidet man dann die Mitarbeiterspitzfindigkeiten ob es nun juristisch eher der 01. oder 02.Jan. sein muss. Und ein bisschen auch das Risiko pünktlich und kerngesund am 02.Jan. in der Agentur vorstellig werden zu müssen…

    An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Herren Privatier, Mr. Excel und Harry mit derer Informationen ich mein „Sekt- oder Selters“ – Modell realisieren konnte! Ein tolles Forum!

    Gruß und nur Mut,

    Tax-Fox

    • Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht, herzlichen Glückwunsch zur bisher erfolgreichen Vorgehensweise und weiterhin alles Gute!

      Gruß, Der Privatier

  22. Bei mir lief es ähnlich wie bei Tax-Fox, nur dass ich schon um den 22. Dezember den Bewilligungsbescheid über 720 Tage Arbeitslosengeld in der Post hatte.
    Es hat dann niemand mehr interessiert, wo ich am 2. Januar bin und ob ich gesund oder krank bin.

  23. Danke für die schnellen und hilfreichen Antworten,
    eine schriftliche Aussage von der Arbeitsagentur konnte ich tatsächlich bekommen. Ich hatte von dieser Plattform den Gastbeitrag von Kawahu intensiv gelesen, den Vordruck seines Gesprächsprotokolls auf meine Situation angepasst und der Arbeitsagentur vorgelegt. Sie hatten mir alle Punkte als Korrekt bestätigt mit dem Vermerkt, sich erst ab dem 02.01.2019 Arbeitslos zu melden.
    Da es aber anhand der Erfahrungen auf dieser Plattform mit dem 01.01. SICHER klappt, werde ich mich wohl auch an diesen sicheren Termin halten.
    An dieser Stelle auch Dank an Kawahu und die diversen Anderen Leser, mit ihren hilfreichen Beiträgen.

    liebe Grüße

    hannilein

  24. Hallo Liebe Privatier Community,

    ich würde gerne wisse ob es Erfahrung mit Anwartschaft Zeiten aus der PVK innerhalb des Dispojahr gibt – Ich freue mich auf die Erfahrungsberichte und die Tips falls hier etwas besonderes zu beachten wäre.

    Beste Grüße,
    Entrepreneur2Privatier

  25. Liebe Community, zuerst einmal ein grosses Lob an alle in diesem Forum. Sehr hilfreich! Ich hoffe meine Frage ist hier noch nicht beantwortet und wenn doch, wäre ich über einen Verweis auf den entsprechenden Beitrag dankbar. Zuerst einmal die Fakten. Ich plane einen Aufhebungsvertrag zum 30.9.2018 zu unterschreiben. Auszahlung Abfindung soll im Januar 2019 erfolgen. Ziel: Verhinderung sonstiges Einkommen (ALG I) im Jahr 2019 und ALG I erst ab 2020, sowie Verfall Sperrfrist und Ruhenszeit. Nun meine Frage: Kann man nach Dispositionsjahr auch zusätztlich die Taktik An- und Abmelden benutzen? also in der Form:
    1. Dispositionsjahr vom 1.10.2018 bis 30.9.2019
    2. Arbeitslosmeldung zum 1.10.2019 (am besten einige Wochen vor dem 1.10.2019)
    3. sobald der Bescheid vorliegt wieder abmelden (hoffentlich vor dem 1.10.2019 damit in 2019 kein Geld gezahlt wird)
    4. frühestens zum 1.1.2020 wieder anmelden mit Verweis auf gültigen Bescheid aus 2019

    Ist das eine Möglichkeit, um sicherzustellen, dass in 2019 nur die Abfindung als Einkommen zählt und ALG I erst ab 2020 gezahlt wird?
    Vielen Dank im Voraus.

    • „Kann man nach Dispositionsjahr auch zusätztlich die Taktik An- und Abmelden benutzen?“

      Um einmal einen alten Slogan zu benutzen: „Yes, we can!“

      Alles richtig verstanden und ich sehe keine Probleme bei der geplanten Vorgehensweise.

      Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Privatier,

    ich hatte meinen Beitrag am 23. Januar 2017 geschrieben und befinde mich gerade im letzten viertel meines Dispositionsjahres. Da auch ich mich aus steuerrechtlichen Gründen ab dem 01.07.2018 (Ende Disco-Jahr 30.06.2018) bei der AfA arbeitslos und arbeitssuchend und 1-2 Tage später wieder abmelden möchte, habe ich den Beitrag von Kerstin mit großem Interesse gelesen. Kerstin hat vom Sachverhalt genau das vor, was auch ich geplant habe.
    Die Bedingungen für ein Dispositionsjahr wurden hier ja schon des öfteren genau beschrieben. Daher hat mich Punkt 2 von Kerstin etwas irritiert „ARBEITSLOSMELDUNG ZUM 1.10.2019 (am besten einige Wochen vor dem 1.10.2019)“
    Beim Dispojahr kommt es doch auf die Tag-genaue Einhaltung der Arbeitslosenmeldung an. Exakt ein Jahr später, in Kerstins Fall also der 01.10.2019 ist das Datum wo Kerstins Arbeitslosenmeldung bei der AfA vorliegen muss. So wie ich Kerstins Beitrag lese, möchte sie sich noch vor dem 01.10.2019 arbeitslos melden, damit der Antrag auf ALG1 beantragt wird und möglicherweise noch vor dem 01.10.2019 der Bescheid vorliegt und sie sich wieder abmelden kann. Ihr Grund: Vermeidung von ALG1 Zahlung in 2019.
    Meiner Meinung nach würde die vorzeitige Arbeitslosenmeldung doch zum Verlust der Vorteile von Sperr- und Ruhezeiten führen. Bitte korrigieren Sie meine Annahme wenn sie falsch ist.

    Herzliche Grüße
    Der Palmenmann

    • Man kann sich schon vorher arbeitslos melden.

      Zum Beispiel am 23.12.2017 zum 01.01.2018.

      Das zum Datum ist entscheidend und die Verfügbarkeit zu dem Datum.
      Bis zu 3 Monate vorher geht das theoretisch.

      Dann gehen aber auch die Vermittlungsbemühungen los.
      Man entschärft aber damit evtl. taggenaue Probleme wie Stau oder was weiss ich ….

      • Hallo Robben,
        ja, das habe ich schon verstanden, aber Kerstin schreibt, dass sie hofft, dass der Bescheid schon vor dem 1.10.2019 vorliegt, damit es gar nicht erst zu ALG1-Zahlungen kommen wird. Dies müsste doch dann im Umkehrschluss bedeuten, dass der Antrag verbunden mit der Arbeitslosenmeldung auch schon vor dem 1.10.2019 gestellt worden sein müsste und somit ist doch der Vorteil des Dispojahres in Bezug auf Sperr- und Ruhezeiten verloren. Oder?

        Ich bin deshalb so interessiert, weil auch ich mich zum 01.07.2018 bei der AfA nach Beendigung meines Dispojahres arbeitslos und arbeitssuchend melden werde. Und um genau die Stresssituation des Termins zu umgehen, werde ich mich ca. 3 Wochen vor diesem Termin bei der AfA vorstellen und mich zu diesem Termin 01.07.2018 (Sonntag) entsprechend Arbeitslos und Arbeitssuchend anmelden. Mit dieser Anmeldung wird dann mein Anspruch ( Leistungsanspruch) auf ALG1 festgestellt. Da ich mich ca. 17 Tage später für eine längere Zeit im Ausland aufhalte und somit für Kommunikation jeglicher Art mit der AfA keine Möglichkeit habe, möchte bzw. will ich mich zwei Tage nach der Anmeldung wieder abmelden. Der Antrag ist ja gestellt, nur ich habe noch keinen Bescheid. Den Bescheid bereits vor meiner Abreise ins Ausland zu haben und sich dann erst abzumelden wäre mir lieber, aber ich weiß ja nicht, wie lange es dauert bis ich den Bescheid erhalte. Ich habe in diesem Forum gelesen, dass einige diese Art, also anmelden und kurze Zeit später wieder abmelden erfolgreich durchgeführt haben. Auch bin ich darüber informiert, dass man sich rückwirkend abmelden kann, um ungewollte ALG1 Zahlungen zu verhindern. Ich möchte damit auch umgehen, dass Vermittlungsaktivitäten seitens der AfA anlaufen die ich nicht bedienen kann bzw. möchte. Um die steuerliche Belastung durch Abfindung und ALG1 zu reduzieren bzw. zu verhindern, möchte ich mich erst wieder Anfang 2019 bei der AfA anmelden mit dem dann hoffentlich vorliegendem gültigen Bescheid aus 2018.
        Sorry für die lange Ausführung, aber ich wollte mein Vorhaben genau beschreiben, um eventuell bei fehlerhafter Planung einen Hinweis zu bekommen. Ich schätze dieses Forum sehr und bedanke mich bei allen Mitwirkenden.

        Herzliche Grüße
        Der Palmenmann

    • Wie Robben schon geschrieben hat (und was ich auch mit obigem Beitrag zum Ausdruck bringen wollte): Wichtig ist bei der Arbeitslosmeldung nach einem Dispojahr das Datum, ab dem die Arbeitslosigkeit beginnen soll. Den Antrag kann man vorher stellen und wann der Bescheid kommt, spielt überhaupt keine Rolle.
      Man muss den Bescheid auch nicht zwingend abwarten, es gibt nur ein besseres Gefühl, wenn man den Anspruch schwartz auf weiß in den Händen hält. Und auf ein paar Tage mehr oder weniger an ALG-Bezug kommt es am Ende dann auch nicht an.

      Gruß, Der Privatier

  27. Ahoi Privatier-Gemeinde,
    werde mit Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018 ausscheiden, unwiderruflich freigestellt ab 01.07.2018. Habe im Vorhinein mit der zuständigen Arbeitsagentur und Briefing durch meinen Anwalt schriftlich kommuniziert. Werde mich zum 01.01.2019 für das Dispositionsjahr beschäftigungslos melden und ab Juli 2019 mich für ein bis drei arbeitslos an- bzw. gleich wieder abmelden. Diese maximal drei Tage mindern kaum die Abfindung in der Füntelregelung. 1-3 Tage braucht die AA wohl für die Bearbeitung, vielleicht geht auch 1 Tag. Die AA hat zugestimmt. Mein Anwalt sagt, damit hat man sich den ALG 1 Anspruch vier Jahre lang gesichert, selbst wenn man am 01.01.2020 – dem Beginn der ALG 1 Auszahlung und Meldefrist – im Krankenhaus liegen sollte. Ich werde mich im Normalfall dann ab 02.01.2020 endgültig arbeitslos melden. Kann aber trotzdem nur eine Begleitung des Dispoprozesses durch einen Rechtsanwalt für Arbeits- und Sozialrecht empfehlen.

    Beste Grüße an alle Privatiers – Ihr habt Euch alles hart erarbeitet!

    • Eine fachkundige Beratung durch qualifizierte Experten ist sicher immer eine gute Empfehlung. Leider zeigt sich in der Praxis, dass es sich als äußerst schwierig gestalten kann, auch jemand zu finden, der tatsächlich mit der Materie vertraut ist! Oftmals werden allerdings auch Aussagen von Fachleuten falsch interpretiert…

      Daher ein paar Anmerkungen zu den obigen Aussagen:

      * Auch wenn das Dispojahr keine geschützte Bezeichnung ist und es auch keine offizielle Definition gibt, so möchte ich trotzdem zur Vermeidung von Verwirrungen darum bitten, den Begriff „Dispojahr“ nur in dem Sinne zu verwenden, wie er hier definiert worden ist. Und da gehört eine Arbeitslosmeldung in der Mitte definitiv nicht dazu! Sie wäre im Gegenteil äußerst schädlich für einige Ziele des Dispojahres.

      * Die Aussage, dass der ALG-Anspruch nach festgestelltem Bescheid für vier Jahre gesichert ist, ist schon korrekt. Der bleibt auch gesichert, wenn man zu Beginn einer in diesem Zeitraum geplanten Arbeitslosmeldung im Krankenhaus liegt. Allerdings erfüllt man dann die Bedingungen zur Arbeitslosmeldung nicht und bekommt daher auch kein ALG. Den Anspruch könnte man dann erst nach anschließender Genesung geltend machen.

      Gruß, Der Privatier

  28. Hallo,
    mein Sachbearbeiter bei der AA sagte mir, dass man am Tag des Beginns der Arbeitslosigkeit (bei dir der 01.01.2020) vermittelbar sein muss, also gesund. Ansonsten verliert man alle Ansprüche. Der Sachbearbeiter hat sich zu diesem Thema extra bei der zuständigen Stelle kund gemacht.
    Ich wäre da vorsichtig.
    Gruß

    • Hallo nochmal,
      habe gerade gesehen, das ich das falsche Datum geschrieben habe.
      Nicht 01.01.2020, sondern natürlich 01.07.2019.
      Sorry

    • „… man muss vermittelbar sein, also gesund. Ansonsten verliert man alle Ansprüche.“

      Bei einer Arbeitslosmeldung im Anschluss an ein (echtes) Dispojahr ist das zu 100% korrekt: Man verliert alle Ansprüche!

      Wer allerdings bereits einen festgestellten ALG-Bescheid hat und sich nur zwischendurch einmal abgemeldet hat und bei einer erneuten Anmeldung nicht vermittelbar ist, der erfüllt nur zu diesem Zeitpunkt dann das Kriterium der Vermittelbarkeit nicht und erhält daher kein ALG. Der alte Anspruch bleibt aber weiterhin (bis zu vier Jahre) bestehen.

      Gruß, Der Privatier

  29. Hallo noch einmal! Rätselhafte Antworten bedürfen einer Nachfrage:
    1. Wer sich zuvor im Dispojahr für einen oder drei Tage arbeitslos an und gleich wieder abmeldet, sichert seinen Anspruch auf das volle ALG für 4 Jahre falls er am Tag der endgültigen Arbeitslosmeldung im Krankenhaus liegt und so nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Was spricht denn gegen diese anwaltlich empfohlene Risiko-Absicherung?
    2. Die Antwort „eine Arbeitslosmeldung in der Mitte definitiv nicht dazu! Sie wäre im Gegenteil äußerst schädlich für einige Ziele des Dispojahres“ klingt sehr nebulös. Was konkret wäre denn an einer kurzen Arbeitslosmeldung im Dispojahr (An- und Abmeldung für 1-3 Tage zur Sicherung der vollen Ansprüche 2 Jahre ALG über den Zeitraum von 4 Jahren) so schlecht??
    BG FB

    • Die Antwort steht ganz oben im Beitrag und ist extra fett markiert:
      „Wer also z.B. am 31.3. eines Jahres seinen letzten Arbeitstag hatte, wird am folgenden Tag, dem 1.4. beschäftigungslos. Exakt ein Jahr später, ebenfalls zum 1.4. muss nun der erste Tag der Arbeitslosigkeit beginnen. Keinen Tag früher und keinen Tag später!Wird die Arbeitslosmeldung zu einem früheren Termin gültig, geht der Vorteil hinsichtlich Sperr- und Ruhezeiten verloren.“

    • Danke BigMac für die Unterstützung! Genau so ist es.

      An @Freier Bürger: Wer meine zuvor gemachten Aussagen für nebulös hält, zeigt damit, dass er weder Konzept noch Vorgehensweise des Dispojahres verstanden hat. Das ist an sich kein Problem (ich verstehe auch nicht immer alles auf Anhieb), aber meine Empfehlung lautet in diesem Fall: Es gibt zusätzlich zu dem Hauptbeitrag über das Dispojahr inzwischen acht weitere Beiträge mit Hinweisen zu Vorteilen/Nachteilen/Vorgehensweisen usw.. Diese sollte jeder, der ein Dispojahr plant, gelesen und verstanden haben.
      Wenn das Konzept und die daraus folgenden Konsequenzen nicht verstanden werden, ist das Vorhaben von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

      Gruß, Der Privatier

  30. Hallo Herr Privatier,
    nach dem Dispojahr ist eine Anmeldung auch online möglich? Welche Unterlagen werden angefordert?

    Vorab Danke für ihr Feedback!

    MfG,
    Entrepreneur2Privatier

    • Die Online-Dienste der Arbeitsagentur werden ständig weiter entwickelt. Am besten einfach mal unter: https://www.arbeitsagentur.de/eservices nachschauen. Arbeitsuchend-Meldung und Arbeitslosmeldung sind aber bereits jetzt möglich.

      Art und Umfang der benötigten Unterlagen dürften individuell unterschiedlich sein. Inwieweit diese dann evtl. im Einzelfall noch auf dem Postweg angefordert werden, kann ich nicht abschätzen, ist aber durchaus anzunehmen (z.B. Aufhebungs- oder Arbeitsverträge, Kündigungsschreiben, Begründungen für eigene Kündigung, etc.).

      Gruß, Der Privatier

  31. hallo herr ranning,

    ich hatte mich bereits vor ca. einem jahr bei ihnen nach dem dispositionsjahr erkundigt, habe mich dann jedoch entschieden ein weiteres jahr zu arbeiten. jetzt ist es aber soweit mit der eigenkündigung und ich möchte mich nochmals bzgl. der richtigen vorgehensweise absichern.

    ich bin 58 jahre alt und werde zum 30.09.2018 meinen arbeitplatz kündigen. ich plane dann eine selbstfinanzierte einjährige auszeit zu nehmen, um mich dann taggenau zum 01.10.2019 arbeitslos zu melden. mein anspruch wird geprüft, die leistung festgestellt und ich werde aufgefordert bewerbung zu schreiben etc. meine frage: wird es seitens der arbeitsagentur kritisch gesehen (und evtl. sanktioniert), wenn ich mit 58 jahren kündige und mit 59 dann wieder in den arbeitsmarkt einsteigen möchte? ich bin dann ja im zweifelsfall (eher sicherlich) schlechter zu vermitteln.

    kann ich über diese lebensplanung offen mit der arbeitsagentur sprechen oder behält man das für sich?

    danke für ihre meinung,
    gruß
    redbox60

    • Als offizielle Sanktionen gibt es bei der Agentur nur die Möglichkeit, Sperr- und Ruhezeiten zu verhängen. Wenn Sie dies durch ein Dispojahr verhindern, fallen diese Möglichkeiten unter den Tisch.

      Was man aber natürlich nie ausschließen kann, ist die Möglichkeit, dass der Mitarbeiter der Agentur sich besondere Maßnahmen überlegt, um Ihre Vermittlungschancen zu erhöhen. Das Spektrum ist sehr weit und vielfältig…

      Ich würde daher das Vorhaben des Dispojahres auf jeden Fall sehr deutlich vorab erläutern und mir die gewünschten Folgen nach Möglichkeit auch bestätigen lassen. Ansonsten würde ich streng darauf achten, mich Regelkonform zu verhalten. Mehr dazu auch im Beitrag über den „Umgang mit der Agentur„.

      Gruß, Der Privatier

  32. Guten Abend.
    Spannend lese ich immer wieder die Berichte über Dispo Jahr, arbeitssuchend und arbeitslos.
    Ich möchte 2019 ein dispo Jahr einlegen und mich dann 2020 arbeitslos melden. Mehrfach habe ich gelesen dass man bei der Meldung des dispo Jahres sich auch arbeitssuchend melden muss. Dies wollte ich jetzt Tun und das Arbeitsamt kann damit nichts anfangen. Verstehe ich was falsch?

  33. Lieber Herr Privatier,

    ich bin gerade bei vollem Gehalt freigestellt (bis 30.09.18), und bekomme im Januar eine Abfindung die ca. einem Jahresbruttogehalt entspricht. Nun habe ich mich am 15.06.18 arbeitssuchend, bez. beschäftigungslos zum 01.10.18 beii der Arbeitsagentur gemeldet. Nun werde ich im Mai 58 Jahre alt. Weiterhin überlege ich mich zum 15.10. für ein Studium an einer Universität einzuschreiben ( ja auch in meinem Alter noch ernst gemeint).
    Nun habe ich gestern, 01.07.18 einen Antrag auf ALG I zum 01.10.18 gestellt, mitdem Plan den Bescheid auf Grundlage meines bisherigen Gehalts zu bekommen und mich am 15.10. wieder abzumelden, um für die nächsten 4 Jahre die Sicherheit zu haben erneut das Alg I zu beantragen. Auf jeden Fall aber nicht vor Vollendung des 58. Lebensjahr ( Mai 2019) erneut Alg I zu beantragen wegen der dadurch höheren Bezugsdauer.
    Habe ich das so richtig gemacht oder sollte ich mich erst mal nicht am 01.10.18 arbeitslos melden?
    Falls ich nach Beendigung des Studium (Feb. 2022) keine Beschäftigung habe wäre ich dann noch 24 Monate arbeitslos?.

    Auf jeden Fall schon mal Danke für die vielen hilfreichen Begriffsklärungen und Kommentare

    rena

    • „Habe ich das so richtig gemacht?“

      Ein Punkt ist zumindest falsch gedacht. Denn wenn Sie sich jetzt arbeitslos melden, wird der Anspruch gemäß des jetzigen Alters festgestellt. Also voraussichtlich 18 Monate abzgl. evtl. Sperren.
      Ein Abmelden und späteres wieder Anmelden führt NICHT dazu, dass der Anspruch aufgrund des gestiegenen Alters neu berechnet wird!

      Gruß, Der Privatier

  34. Vielen Dank schon mal,

    soll/kann ich meinen Antrag auf Alg 1 schon wieder zurück nehmen und einfach mal gar nichts machen, weil ich nächstes Jahr 58 Jahre alt werde.
    Was ist wenn ich mich frühestens 01.01. 2020 arbeislos melde und mich bis dahin mit einer 450,- € – Beschäftigung „über Wasser halte“ ??

    rena

    • Wie oben schon geschrieben: Wenn Sie gar nichts machen, wird der Antrag gemäß des jetzigen Alters festgestellt. Also voraussichtlich 18 Monate abzgl. evtl. Sperren.

      Wenn Sie warten, bis Sie 58 Jahre sind, beträgt der Grundanspruch 24 Monate. Ebenfalls abzgl. evtl. Sperren.

      Wenn Sie bis 2020 warten, wird Ihr Anspruch 0 Monate betragen, weil Sie dann die Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr erfüllen.

      Was Sie konkret machen sollen, müssen Sie selber entscheiden. Ich kann hier nur Möglichkeiten, sowie Vor- und Nachteile aufzeigen. Entscheiden müssen Sie selber.

      Einen Antrag auf ALG kann man auch zurücknehmen. Sie sollten aber nicht zu lange damit warten und klar und deutlich zum Ausdruck bringen, was die Absicht dabei ist, nämlich bis zum 58. Geburtstag zu warten. Ich selber würde das in einem persönlichen Gespräch machen und mir dabei das Funktionieren des Vorhabens vom Gegenüber bestätigen lassen (mündlich).

      Gruß, Der Privatier

  35. Hallo lieber Privatier und liebe Community!

    Ich lese hier regelmäßig und viel…vor allem die ganzen Kommentare zum Dispositionsjahr. Eigentlich lese ich immer wieder speziell was die Phase angeht in der ich mich gerade befinde. Derzeit steht die Vorbereitung auf das Ende des Dispositionsjahr an, allerdings habe ich ein zwei Fragen die ich hier so explizit noch nicht diskutiert gesehen habe:
    – Mein Dispojahr hat zum 1.1.2018 begonnen und endet demnach zum 1.1.2019. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich mich entsprechend ab dem 1.1.2019 arbeitslos melden soll und damit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen will und, da ich erst Ende 30 bin, mit dem entsprechendem „Druck“ der Arbeitsagentur für Arbeit nach einer neuen Beschäftigung suchen soll. Ich arbeite derzeit an anderen Projekten (Geschäftsideen, Investitionen) und profitiere derzeit von der Unabhängigkeit von einem Ort. Daher meine Frage: Kann ich mich im November/Dezember mit Wirkung zum 1.1.2019 arbeitslos melden und dann, da ich in den ersten Tagen des Jahres wahrscheinlich noch im Ausland bin, sagen wir zum 8.1. wieder abmelden und habe damit meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld von 12 Monaten gesichert? Ich habe verstanden das die „Festsetzung“ am dem Zeitpunkt der Feststellung des Anspruchs dann bis 4 Jahre gültig ist, d.h. ich könnte meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld dann z.B. ab dem 1.7.2019 oder später geltend machen. Ist das richtig? Hierbei geht es weniger um die Frage das/ob ich am 8.1.2019 in Deutschland und dem Arbeitsamt mit meiner Arbeitskraft zur Verfügung stehen muss, das ist soweit verstanden.
    – Ich befinde mich wie gesagt in meinem Dispojahr. Ich habe hier in Kommentaren gelesen das es möglich ist eine „Nebentätigkeit“ aufzunehmen ohne dass diese Tätigkeit die Höhe des zu erwartenden Arbeitslosengeldes aus der vorherigen Vollzeitbeschäftigung unter bestimmten Voraussetzungen (10 Stunden pro Woche? 150 Tage?) beeinflusst. Ich plane keine Nebentätigkeit aufzunehmen sondern interessiere mich für eine Art „Praktikum“ bei einem Bekannten der Immobilienprojekte entwickelt. Ich interessiere mich sehr für Immobilien und würde daher gerne von ihm, quasi als Mentor, lernen. Da er ein Unternehmen führt, sind wir wohl besser beraten, hier entsprechend einen offiziellen Vertrag abgeschlossen zu haben um für den Fall der Fälle abgesichert zu sein. Beeinflusst ein dreimonatiger Praktikumsvertrag in irgendeinerweise meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld? Z.B. als Vertrag a) ohne Vergütung; b) Vergütung in Höhe eines Minijobs c) Vergütung Höher als ein Mini-Job?

    Vielen Dank für Deine/Eure Einschätzung!

    Dan

    • Hallo Dan,

      die erste Frage ist eindeutig mit „Ja“ zu beantworten: Auch nach einem Dispojahr mit anschließender Arbeitslosmeldung (und ALG-Antrag) kann man sich kurzfristig wieder abmelden. Der im Leistungsbescheid festgestellte Anspruch hat vier Jahre Gültigkeit.
      Auch wenn es Dir bereits klar ist: Du musst damit rechnen, dass Du in den ersten Tagen der Arbeitslosigkeit persönlich bei der Agentur erscheinen musst!

      Eine Nebentätigkeit kann auch parallel zum Bezug von ALG ausgeübt werden. Wichtig dabei ist zunächst nur, dass es weniger als 15 Stunden/Woche sind. Vergütungen von bis zu 165€ werden dabei nicht angerechnet. Alles, was darüber ist, wird mit dem ALG verrechnet (das ALG wird also entsprechend verringert).
      Und natürlich darf die Nebenbeschäftigung einer Vermittlung nicht im Wege stehen.

      Gruß, Der Privatier

      • P.S.: Die Regelungen zur Nebentätigkeit sind natürlich nur zu beachten, wenn man ALG bezieht! Wer sich bei der Agentur wieder abmeldet (wie von Dir geplant), kann machen, was er will.
        Allerdings sollte man dann ggfs. die Auswirkungen für eine spätere Arbeitslosigkeit bedenken. Dieses Thema habe ich in zwei Beiträgen über „zwischenzeitliche Beschäftigung“ erläutert. Hier der erste Teil:
        https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo lieber Privatier,
          vielen Dank für deine prompte Rückmeldung. Dein erster Kommentar (Nebentätigkeit parallel zum Bezug von ALG) ist soweit klar, aber auch für mich derzeit nicht relevant. Mir geht es eher um eine „Beschäftigung“ noch im Dispojahr und da spielt eher deine Hinweis im zweiten Kommentar eine Rolle.
          Ich habe mir den Link angeschaut und bin doch ein wenig verwirrt, das Thema scheint wirklich komplex zu sein mit einem gewissen Risiko welches du beschreibst bei einer bezahlten Nebentätigkeit.
          Siehst du auch eine Gefahr für ein unentgeltliches „Praktikum“ von drei Monaten (vertraglich vereinbart) zB vom 1. Oktober bis 31. Dezember oder greift die von dir beschriebene Problematik nur bei Teilzeit/Nebenbeschäftigungen? Sind dir weitere Probleme/Risiken für eine unentgeltliche Beschäftigung (Praktikum) bekannt? Gibt es vielleicht ein anderes/besseres Konstrukt für mein Vorhaben?
          Vielen Dank vorab für deine Antwort und Bemühungen zu dem Thema!
          Liebe Grüße!
          Dan

          • Eine unentgeltliche Beschäftigung kann aus meiner Sicht keine Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld haben. Das hat ja dann eher den Status einer Freizeit-Beschäftigung.
            Aber natürlich hat eine vollkommen unentgeltliche Beschäftigung (also auch ohne Sozialabgaben) den Nachteil, dass damit keine Absicherung hinsichtlich Kranken-/Pflege- und Rentenversicherung verbunden ist. Aber das hat man in einem Dispojahr ja ohnehin die ganze Zeit nicht. Von daher: Kann man schon machen.

            Gruß, Der Privatier

  36. Hallo Privatier,

    was ich nicht so nachvollziehen kann. Wieso entfällt die Sperr-u Ruhezeit bei taggenauer Einhaltung des Dispositionsjahres. Welche rechtliche Grundlage gibt es ?

    Gruß Achim

    • eSchorsch hat schon Recht: Zum Dispojahr gibt es ausführliche Beiträge und Erläuterungen. Manches verbirgt sich aber immer noch im Kleingedruckten, sprich in den unzähligen Kommentaren. Und so mag es auch mit den rechtlichen Grundlagen zum Wegfall der Sperrfrist sein. Darum an dieser Stelle noch einmal der Hinweis:

      Das Wegfallen der Sperrfrist begründet sich durch den Satz im § 148 Abs. 2 Satz 2 SGB III, wo es heißt: „In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 3 und 4 entfällt die Minderung für Sperrzeiten bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme oder Arbeitsaufgabe, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt.“

      Gruß, Der Privatier

      • Super,

        jeztz ist das klar durch den Gesetzestext hinterlegt. Wollen wir mal hoffen, dass das so bleibt. Ich kann ja dann nach 11 Monaten immer noch entscheiden wie ich das mache. 18 Monate, im schlechtesten Fall, ist besser als nix.

        Nochmals vielen Dank

        Gruß Achim

  37. Hallo, Herr Privatier und alle Foristen !
    Zunächst einmal DEM Privatier und Wohltäter aller freiwilligen und nicht so freiwilligen Privatiers und den vielen engagierten, mitschreibenden Foristen einen ganz herzlichen Dank für diesen phantastischen Blog, es gibt zum Thema nichts besseres !!!
    Vielleicht hilft es ja jemandem, der (wie ich) sich langsam dem Ende seines Disco-,nein-Dispojahres nähert (AL-Meldung 12/2018 mit Wirkung zum 01.01.2019 nach 12 Monaten).
    Es wäre doch so schön gewesen, wenn man durch die geplante Ausdehnung der Rahmenfrist bei ALG 1 auf 30 Monate (geänderter §143 SGB III)ab 01.01.2019 ggf. noch 6 Monate länger seine Ruhe gehabt hätte.
    Wird aber wohl nix (etwas frei zitiert):
    „findet für Personen, die nach Inkrafttreten dieser Regelung nicht mindestens 1 Tag in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben, der § 143 in seiner bisherigen Form Anwendung.“

    Quelle:
    https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2018/0401-0500/467-18.pdf?__blob=publicationFile&v=1#page=12&zoom=auto,-25,436

    Geht wahrscheinlich auch genau so durch, naja, man kann nicht immer alles haben.
    Nur katastrophal, wenn man sich auf die 30 Monate fixiert und nach „Verlängerung“ des Dispojahres dann ohne Anspruch dasteht.
    Für Neu-Privatiers mit Beschäftigungsende in 2019 ist dann wieder alles gut/besser (solange man an der Frist von „länger als ein Jahr“ in § 148 SGB III, bzgl. Sperre nicht auch noch etwas ändert oder, oder….)
    Privatier sein heisst eben auch sich um ALLES selbst zu kümmern-und natürlich fleissig diesen Blog verfolgen !
    Grüsse
    ratatosk

    • „Privatier sein heisst eben auch sich um ALLES selbst zu kümmern-und natürlich fleissig diesen Blog verfolgen !“

      Sehr gut erkannt! 🙂 Und im Ernst: Ich denke, neben den finanziellen Voraussetzungen, die selbstverständlich sein sollten für den Weg zum Privatier, ist die hier angesprochende Eigenverantwortlichkeit eine elementare Notwendigkeit für den Erfolg. Eigentlich ist sie das Kernelement für den Privatier, denn sie ist sowohl die Voraussetzung für den Erfolg, als auch das Ziel…

      Nun aber zum Thema! Vielen Dank für den Hinweis auf die geplanten Änderungen zur Verlängerung der Rahmenfrist. Wieder einmal so ein Gesetz, bei dem man beim Titel (Qualifizierungschancengesetz) und bei ca. 90% des Inhaltes an alles Mögliche denkt, nur nicht an die Rahmenfrist.

      Und, soweit ich das momentan überblicken kann, sind Deine Schlussfolgerungen auch soweit richtig. Bis auf ein kleines Detail: Die Änderungen bzgl. der Rahmenfrist sollen erst ab 1.1.2020 in Kraft treten, alles andere bereits ab 1.1.2019 (soweit denn der Zeitplan eingehalten wird und es keine Änderungen gibt).

      Richtig ist ebenfalls, dass „Altfälle“ von der Änderung nicht betroffen sein werden. Insofern bleibt noch ein bisschen Zeit für Planungsänderungen. Und auch noch ein bisschen Zeit für mich, mich noch etwas mehr mit den Folgen zu befassen und zu gegebener Zeit einmal einen gesonderten Beitrag darüber zu schreiben. Denn eine solche Änderung ist schon von entscheidender Bedeutung und sollte nicht hier in den Kommentaren in Vergessenheit geraten. Nochmals vielen Dank für den Hinweis!

      Gruß, Der Privatier

  38. Verlängerung des Dispojahres, klingt exotisch? Genau das einhalten der Jahresfrist ist entscheidend. Ändert sich denn jetzt auch etwas ohne verlängerung und Einhaltung der Jahresfrist?

    BG,
    Entrepreneur2Privatier

  39. @alle
    Vielleicht doch etwas zu frei zitiert, den neuen Paragraphen, war wohl der „Schock“

    4. § 447 wird wie folgt gefasst:
    § 447

    Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Ar-
    beitslosenversicherung
    (1) Für Personen, die nach dem [einsetzen: Tag vor dem Tag des Inkrafttretens
    dieser Regelung] nicht in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben, findet § 143 in der bis zum [einsetzen: Tag des Inkrafttretens dieser Regelung] geltenden Fassung Anwendung.
    -heisst aber wohl so ziemlich das Gleiche:
    NACH dem Tag vor dem Tag des Inkrafttretens kommt ja wohl der Tag des Inkrafttretens und DA muss eben noch Versicherungspflichtverhältnis vorliegen.
    Soll heissen wenn der Zeitplan der Groko eingehalten wird ist das der 01.01.2019 ?

    @Entrepeneur2Privatier
    Exotisch, oder innovativ ? Aber im Ernst, so wie ich die Vorlage verstehe, ändert sich für schon aktive „Dispojünger“ nichts.
    Meinereiner hat sich halt gedacht 18 Monate sind auch länger als ein Jahr = keine Sperre+Ruhezeit erledigt, bzw. Anspruch noch weiter nach hinten geschoben-wenn sonst alles Wichtige (genug Beschäftigungsmonate in den 5 Jahren/je nach Lebensalter und 150 Tage im Bemessungsrahmen) passt…..
    Beobachten wir mal was rauskommt, Fristsetzung für Bundesrat ist 01.11.18,eigentlich wollte man sich ja nur die Neuberechnung schon laufender/ bereits abgelehnter Ansprüche sparen?
    Wenn die ungelegten Eier nicht ausgebrütet werden-alles wie geplant,kein Risiko.
    carpe diem-welchen auch immer.
    Grüsse
    ratatosk

  40. Danke für die Korrektur, der Experte hats natürlich gleich erkannt.
    Nicht das ich noch jemanden auf eine falsche Spur setze.
    Der Aufschub der neuen Rahmenfrist ist aber auch gut versteckt.
    Hoffentlich wird das dann auch nach Verabschiedung des Gesetzes deutlich genug kommuniziert.
    Gruesse
    ratatosk

  41. Hallo Privatiegemeinde, zunächst vielen Dank für die Infos. Hier kommt noch eine Nachfrage zu den geplanten Änderungen ab 01.01.2020: Mein Privatierplan mit 60 sieht so aus. Gehaltsende nach einem halben Jahr unwiderruflicher Freistellung zum 31.12.2018. Dann folgt das Dispojahr 2019. AL-Meldung 12/2019. ALG-1-Beginn 01.01.2020 für 2 Jahre. Das Risiko am 1. Januar dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenzubleiben müssen ist mir bewusst. Die Arbeitsagentur hat mir die Fakten bestätigt. FRAGE: Ändert sich jetzt etwas für mich durch die neue Regelung???
    Dank im voraus für eine Auskunft!

    PS: Übrigens wurde per Gericht eine unsoziale Dienstanweisung von 2016 aus dem Arbeitsministerium von Nahles gekippt. Unwiderrufliche Freistellungen werden wieder voll anerkannt, wenn ich das richtig verstanden habe und führen bei Fortfall der Lohnfortzahlungen durch längere Erkrankung (mehr als 6 Wochen) nicht mehr zur Kürzung des ALG.
    https://www.fachanwalt-arbeitsrecht-essen.de/2107/freistellung-bundessozialgericht-kippt-rechtswidrige-alg-kuerzung/

    • „Ändert sich jetzt etwas für mich durch die neue Regelung???“

      Nein – so wie ich das verstanden habe, gilt für alle „Altfälle“ weiterhin die aktuelle Regelung. Sie kommt also erst zum Tragen für alle Fälle, die beim Inkrafttreten des Gesetzes noch versicherungspfichtig beschäftigt sind.

      Den Hinweis auf das BSG-Urteil zur Behandlung von unwideruflichen Freistellungen gab es hier auf der Seite übrigens auch schon: Siehe Beitrag „Arbeitslosengeld nach Freistellung„.

      Gruß, Der Privatier

  42. Guten Abend, Hellmut
    Ich versuch es mal, nachdem ich den Gesetzentwurf jetzt mindestens 6 x gelesen habe:
    Wie Dir die AfA auch schon bestätigt hat, entspricht Dein geplantes Vorgehen der bis zum 31.12.2019 geltenden Gesetzeslage (jedenfalls bzgl.der Rahmenfrist und falls die Änderungen wie vorgesehen inkrafttreten, kann ja auch später werden).
    Wenn dann der geänderte & 143 SGB III am 01.01.2020 inkrafttritt, ist dies ja schon der 1. Tag Deiner Arbeitslosigkeit und somit gilt für Dich nach wie vor die alte Regelung (24 m Rahmenfrist).
    Wer jetzt z. Bspl. am 02.01.2020 BESCHAEFTIGUNGSLOS wird, KOENNTE sich ja ueberlegen, wann er sich spätestens arbeitslos MElDEN muss um NOCH die DANN gültigen ALG 1 Bedingungen zu erfüllen:

    1.Genug Monate innerhalb der letzten 5 Jahre ( verlaengerte Rahmenfrist, wird im Ergebnis nicht geändert) um die für sein Alter maximale Bezugsdauer zu erreichen.

    2.Mindestens 150 Tage Versicherungsverhaeltnis innerhalb der letzten 24 Monate (erweiterter Bemessungsrahmen, wird nicht geändert), um der fiktiven Bemessung der Alg-Hoehe zu entgehen.

    3.Mindestens 12 Monate Versicherungsverhaeltnis (Anwartschaftszeit, wird nicht geändert) innerhalb der NEUEN Rahmenfrist von 30 MONATEN.

    Wie schon gesagt, Alles NOCH ungelegte Eier, aber wer noch planen kann – und will, bsplw. Jemand, der gerade noch „rechtzeitig“ 58 wird…

    Zum anhaengten link:
    Grundaussage ist wohl richtig, die AUSWIRKUNGEN von fehlenden Tagen im Bemessungszeitraum allerdings nicht ganz richtig dargestellt?
    Da hätte ich von einem Fachanwalt mehr erwartet. Problem war hier ja wohl eher auch die lange Freistellung in Kombination mit direkt anschließender Langzeiterkrankung?

    Gruesse

    ratatosk

    • Richtig, ratatosk!
      Genau so sehe ich die geplanten Änderungen auch. Gilt also alles erst für Beschäftigte, die nach dem 1.1.2020 ihr Arbeitsverhältnis beenden. Ab diesem Zeitpunkt könnte sich (wenn es keine weiteren Anpassungen gibt) das Dispojahr zukünftig etwas entspannter gestalten. Ich schlage aber vor, erst einmal abzuwarten.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die im obigen Link enthaltenen Aussagen halte ich auch für fragwürdig/falsch.

    • Als Ergänzung und um Missverständnissen vorzubeugen (wg. „rechtzeitig 58“) der DEUTLICHE HINWEIS:
      Wer nach seinem 58ten Geburtstag die maximale Alg1-Bezugsdauer (24 Monate) erreichen will, benötigt auch nach der zu erwartenden Neuregelung WIE BISHER 48 Monate Versicherungspflichtverh. innerhalb der letzten 5 Jahre (60 Monate)!
      Hier bleibt es demnach bei 12 Monaten Dispojahr (60-12=48)!!!

      Gruesse
      ratatosk

      • Danke! Sehr guter Hinweis! Das dürfte u.U. leicht übersehen werden.
        Habe ich auch nicht dran gedacht, als ich oben geschrieben habe, man könne das Dispojahr entspannter angehen. Kann man nicht! Zumindest dann nicht, wenn man die 48 Monate Versicherungspflichtverhältnis ausschöpfen will.

        Gruß, Der Privatier

  43. Hallo Herr Privatier,
    vielen Dank für diese Auf den Punkt gebrachte zusammenfassung – Beruhigend für die Jetzigen Jünglinge des Dispojahres. Annahme wäre dann wenn der ALG1 Anspruch festgelegt ist und Abgemeldet wird ändert sich nichts daran das der Anspruch dann für 4 Jahre seine Gültigkeit behält wäre meine Annahme.

    Beste Grüße,
    Entrepreneur2Privatier

  44. Hallo Privatier und danke für die tollen Beiträge.

    Ich habe mich im Juli 2018 arbeitssuchend und am 24.8.2018 arbeitslos zum 1.11.2018 gemeldet (unwissend über Dispojahr).
    Ich habe aber noch keinen Antrag auf ALG1 gestellt.
    Habe ich mir durch die Arbeitslosenmeldung die Möglichkeit des Dispositionsjahres genommem?

      • Hallo Privatier,

        warum meine Frage jetzt am Anfang vom thread gelandet ist, weiß ich leider nicht, sorry.
        Ich habe gestern mit der AfA telefoniert und um ein persönliches Gespräch gebeten. Man sagte mir das wäre grunds. nicht möglich. Die Dame die mich aus der Leistungsabteilung zurückrief meinte, ich könnte zwar zur AfA gehen aber ob der SB am Schalter mir genaue Auskunft über das Dispojahr geben könnte, glaubt sie nicht.
        Ein von mir geschriebenes Gesprächsprotokoll würde sie auch nicht unterschreiben, das hat sie in den 14 Jahren bei der AfA auch nie gemacht. Es könnte ja sein, dass sie eine falsche Aussage machen würde, daher verweist sie immer nur auf die entsprechenden Gesetze. Hm..

        Nun gut, sie hat mich wenigstens, hoffentlich gut beraten. Demnach brauche ich keine Arbeitslosenmeldung zurückziehen, weil ich ja noch keinen Antrag auf ALG1 gestellt habe. Sie schickt mir aber ein Formblatt zu in dem ich erkläre, dass ich kein ALG1 zum 1.11.2018 beantragen werde.
        Erst wenn ein Antrag bearbeitet wird, wäre es für ein gewünschtes Dispojahr zu spät gewesen.
        Ich kann danach jederzeit bis zum 1.11.2019 und keinen Tag später einen Antrag stellen.
        Sie sagte, wenn ich nicht genau am 1.11.2019 einen Antrag stelle sondern früher, würde es beim Antrag die Möglichkeit zum Eintrag von zwei Daten geben: Der Tag der tatsächlichen Antragsstellung und der gewünschte Termin, in meinem Fall der 1.11.2019.
        Ich habe das jetzt geprüft. Da gibt es aber diese Möglichkeit nicht, oder ich bin blind.

        Ich kann später noch die Einzelheiten beschreiben worauf es noch ankommt. Aber fast alles haben Sie ja in Ihren Berichten bereits geschrieben. Danke dafür, es hat mir sehr geholfen.

        Jetzt erst mal zu meiner Frage:
        Ich möchte dieses Jahr noch zum 1.1.2019 meine Steuerklasse von 5 auf 3 wechseln, weil die AfA immer die eingetragene St.-klasse vom Januar nimmt (heißt es). Das macht bei mir 500.-€ mehr ALG1 aus.

        NACH Januar möchte ich wieder zurück wechseln, da ich im Dispojahr mehrer Monate kein Geld beziehen werde und es daher finanziell nicht zu leisten ist, wenn wir auf das Gehalt von meinem Partner, durch seine Steuerkl.5, dann noch eine hohe Steuerlast haben.

        Wenn ich dann im Nov.19 oder auch früher ALG1 beantrage, bleibt doch die Berücksichtigung der eingtragenen Steuerkl. vom Jan.19 bestehen, oder nicht?

        Im ALG1 Antrag steht aber, man soll den Wechsel angeben!
        Ich weiß von einer Seite im Netz, dass die AfA bei einem Wechsel Nach Januar die Zweckmäßigkeit prüft.

        Aber wie ist das in meinem Fall?
        Die Frage ist für mich ein ganz wichtiger Punkt, daher brauche ich eine verlässliche Aussage. Wissen Sie oder ein anderer Leser was genaues?

        Meinen Anwalt habe ich gefragt. Er kennt sich aber im Sozialrecht nicht aus.

        • Da macht wohl jeder unterschiedliche Erfahrungen mit seiner Agentur…
          Dass eine persönliche Beratung abgelehnt wird, habe ich auch noch nie gehört. Aber es besteht ja nur eine Beratungspflicht, die kann grundsätzlich auch am Telefon erfolgen.

          Soweit ich das aber gelesen habe, sind die Aussagen der Leistungsabteilung korrekt. Zumindest im Hinblick auf die Durchführung des Dispojahres.
          Ob eine Abmeldung noch erforderlich ist, kann ich aus der Ferne kaum beurteilen, da mir auch nicht wirklich klar geworden ist, ob überhaupt (und welche?) Meldungen vorgenommen worden sind.

          Der Wechsel der Steuerklasse zum 1.Jan.2019 ist eine richtige Überlegung, da er Ihren Anspruch erhöht. Der steuerliche Nachteil beim Partner wird später durch die Steuererklärung wieder ausgeglichen. Wenn die finanziellen Mittel allerdings so knapp sind, dass Sie die Zeit nicht überstehen, wäre es u.U. noch einmal genau zu überlegen, ob solche Strategien wie ein Dispojahr überhaupt sinnvoll sind?

          Ansonsten würde ich mich da auf keine Experimente einlassen und die einmal gewählte Steuerklasse 3 nicht im Laufe des Jahres wieder ändern! Wie Sie richtig geschrieben haben, müssen Sie den Wechsel angeben und ich gehe davon aus, dass die Agentur in solchen Fällen dann die aktuelle und ungünstige Klasse verwenden wird.

          Gruß, Der Privatier

  45. Danke für die schnelle Antwort. Das Dispojahr ist deswegen für mich wichtig weil ich einerseits Mitte des Jahres 58J. alt werde und andererseits mit einer Sperre rechnen muss, je nach Ausgang des Arbeitsgerichts.

    Wenn ich das richtig verstehe wird bei einer 12 Wochen Sperre der Beginn der Zahlungen um 12 Wochen (später) verschoben. Der Anspruch auf 24 Monate bleibt bestehen, richtig?
    Zusätzlich wird am Ende nochmals mindest. 1/4 der Zahlung gekürzt.

    Ziehe ich das Dispojahr nur bis zu meinem 58ten bleiben mir noch 18 Monate Anspruch auf ALG1. Richtig?

    Was heißt eigentl. „mindesten“. Heißt das ich müsste sogar mit mehr Kürzungen rechnen. Dazu finde ich nichts im Netz.

    Zum eigentlichen Thema Steuerklasse: Keine Experimente ist natürlich der beste Rat. Da haben Sie völlig recht. Da ich mir das nicht leisten kann, hier meine, hoffentlich nicht zu aufdringliche, Nachfrage.

    Wenn ich meinen ALG1 Antrag im Jan. stelle mit der St.-Kl.3 und nach Antragstellung die Klasse wechsel, bin ich dann verpflichtet dies zu melden.
    Ich will nichts verbotenes machen, ich habe aber nichts davon im Netz gefunden.

    • Eine Sperrzeit wg. eigener Beteiligung am Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet immer eine Reduzierung des Anspruches. Diese Reduzierung beträgt in der Regel zu Beginn der Arbeitslosigkeit 12 Wochen, insgesamt wird der Anspruch bis zu 1/4 gekürzt. Im Gegensatz dazu bewirkt eine Ruhezeit wg. Zahlung einer Abfindung „nur“ eine Verschiebung des ALG-Anspruches, jedoch keine Reduzierung.

      Bitte benutzen Sie hier den Begriff „Dispojahr“ nur dann, wenn Sie auch beabsichtigen, sich exakt (auf den Tag genau) ein Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitslos zu melden. Alles andere, was so „zwischendrin“ passiert, ist kein Dispojahr! Insbesondere deshalb, weil dann Sperr- und Ruhezeiten weiterhin geprüft werden.

      Das wäre z.B. der Fall, wenn Sie sich kurz nach Ihrem Geburtstag arbeitslos melden. Wenn dann Gründe für eine Sperrzeit gegeben sind, beträgt der Anspruch nur 18 Monate. Das ist korrekt.

      Wie Sie inzwischen selbst erkannt haben, ist der Arbeitslose verpflichtet, Änderungen seiner persönlichen Verhältnisse der Agentur mitzuteilen. Dazu gehört auch die Steuerklasse.

      Gruß, Der Privatier

  46. Guten Abend, November
    Deine Erfahrungen mit der Leistungsabteilung der lokalen AfA kann ich bestätigen, offensichtlich ist bei manchen Zweigstellen eine persönliche Terminvergabe vor Ort grundsätzlich nicht möglich…
    Ich vermute einfach mal, Dein Kontakte mit der AfA liefen bisher online bzw. eben telefonisch?
    Bei dem Dir avisierten Vordruck dürfte es sich um die „Erklärung zum Dispositionsrecht“ handeln, diese dient lediglich der Absicherung der Agentur, dass Du über die Folgen einer Verschiebung deines Alg-Anspruchs beraten wurdest.
    Wenn nicht eindeutig geklärt ist, welchen STATUS Du momentan bzgl. AS- bzw. AL-Meldung gegenüber der Agentur innehast, wuerde ich dringend eine persönliche Vorsprache bei Deiner Agentur empfehlen !
    Wenn es nicht anders geht, dann eben mit einem SB der Vermittlung.
    Gerade in Verbindung mit einem geplanten Dispojahr wäre mir das bisherige „Ergebnis“ zu ungewiss.
    Du kannst dann auch entscheiden, Dein geplantes Vorgehen bzgl. Stkl-wechsel anzusprechen.
    Egal, wie die Antwort ausfällt, Du gewinnst zumindest Klarheit über den Standpunkt DEINER Agentur.
    Bedenke dabei auch, -das Finanzamt akzeptiert in Regel nur 1 Stkl.-Wechsel pro Kalenderjahr!

    Gruesse und viel Erfolg
    ratatosk

  47. Lieber ratatosk,

    vielen Dank für deine (darf ich duzen?) Antwort.
    Die Dame der AfA sagte mir, dass das Dispojahr dann nicht mehr möglich gewesen wäre, wenn ich einen Antrag vorbeigebracht und die AfA ihn bearbeitet hätte. Das habe ich ja nicht gemacht.

    Zur St.klasse hatte sie gesagt, dass die im Jan. eingetragene St.klasse zur Berechnung herangezogen wird. Ich wusste aber nicht ob ich einen anschl. Wechsel hätte melden MÜSSEN.

    In der Zwischenzeit habe ich mir die Änderungsmitteilung an die AfA angeschaut und bin jetzt schlauer. Darin steht auch die Meldung bei St.klassenwechsel.

    Also werde ich mich an den Rat vom Privatier halten und den Wechsel nicht vornehmen. Wäre auch zu schön gewesen.

    Davon abgesehen: Einen St.klassenwechsel hätte ich 2019 schon vornehmen können, da ich noch dieses Jahr den Wechsel für Jan. 2019 beantragt hätte. Wechsel ich 2019 für Feb. oder später, wäre das ein erster Wechsel in 2019.

    • Liebe November,
      Natürlich darfts Du duzen, wir wollen uns, denke ich, hier alle gegenseitig unterstützen, nachdem der Privatier so eine exzellente Vorarbeit geleistet hat…
      Soweit Du bereit bist, bei einem für Dich ungünstigen Ausgang des Verfahrens eine Bezugsdauer von 18 Monaten zu akzeptieren, kommt es tatsächlich nur darauf an, die AL-Meldung nach Deinem 58.ten wirksam werden zu lassen (wenn sonst alle Bedingungen, z.B. Anwartschaft erfüllt sind).
      Mir kam es eben nur darauf an,dass wirklich keine vorherige Meldung, ob nun mit oder ohne Antrag auf Leistung, durch die AfA als Grundlage zur Entscheidung (über z. B. die
      Anspruchsdauer) herangezogen wird.
      Meine Bedenken gegen den Stkl.-wechsel waren darauf gerichtet, dass, wenn ein im Jahr 2018 BEANTRAGtTER Wechsel nichtsdestotrotz im Januar 2019 DURCHGEFÜHRT wird,ein „Rueckwechsel“ im gleichen Jahr zumindest nicht bei ALLEN FA ohne Diskussionen durchgehen dürfte.
      Auch der Neujahrstag liegt ja bereits vollständig in 2019…

      Gruesse
      ratatosk

  48. Hallo Privatier, hallo ratatosk,

    Sie/du seit wirklich Gold wert. Ohne Privatier hätte ich nichts vom Dispojahr gewusst und ohne Ihre/deine Nachfragen würde ich vielleicht ins Messer laufen.

    Ich war zwar persönlich beim Finanzamt und der SB sagte mir genau das, dass wenn ich einen Wechsel in 2018 für Jan. 2019 beantrage, der Wechsel in 2018 gilt und somit kein Wechsel in 2019 stattgefunden hat, ABER wer weiß!
    Morgen ist der SB nicht mehr da und der nächste behauptet wieder das Gegenteil.
    Ich glaube, um nichts Falsches zu machen, stelle ich den Antrag bis zum 30.11.2018. Dann wird er wirksam im Dez.18 und somit bin ich auf der sicheren Seite.

    Auch eure Nachfragen bzgl. Meldung bei der AfA lässt mich unsicher werden. Die Dame bei der AfA sagte mir zwar ganz klar, dass erst mit der Abgabe des ausgefüllten Antrags und dessen Bearbeitung bei der AfA kein Dispojahr mehr möglich gewesen wäre, ABER wer weiß!
    Hier weiß ich aber nicht genau was ich machen soll, weil ich der Dame von der Afa bereits gesagt hatte, dass ich mich Abmelden möchte und sie sagte nur, dass ich das nicht brauche weil ich ja nicht angemeldet sei.

    Ihr seit aber wohl der Meinung, dass ich vielleicht doch angemeldet bin, weil ich vor Ort den Beratungstermin wahrgenommen hatte. Ach herje, muss es denn immer so kompliziert sein?

    Zum Thema Anwartschaft: Ich habe vom 1.11.2014 bis 31.10.2018 durchgehend versicherungspflichtig gearbeitet. Das sind genau 4 Jahre (und keinen Tag länger) Damit ist doch die Anwartschaftszeit erfüllt, oder?

    Würde ich mich zum 1.11.2019 AL melden, dann hätte ich doch in den letzten 5 Jahren 48 Monate davon den Arbeitsnachweis, ungeachtet dessen ob ich seit Juli 2018 freigestellt wurde. Gehalt habe ich aber bis 31.10.2018 erhalten. Oder gibt es hier wieder einen Haken?

    Bitte entschuldigt meine, vielleicht dämlichen Fragen, ich bin mittlerweile verunsichert.
    Vielleicht gibt es aber auch andere Leser die dadurch nochmal für sich nachrechnen. Das wäre für mich ein wenig Trost.

    • An dieser Stelle einmal kurz etwas Grundsätzliches:

      Alle Ideen und Gedankengänge hier auf der Seite sind an Leser gerichtet, die vorhaben, sich vollständig aus dem Berufsleben abzumelden und zukünftig ihren Lebensunterhalt komplett aus eigener Tasche zu bezahlen.
      Für alle, die das (noch) nicht können oder wollen, mögen diese Ratschläge daher völlig ungeeignet oder sogar schädlich sein! Ich bitte das immer zu bedenken!

      Zu z.B. bei der Frage nach dem aktuellen Melde-Status bei der Agentur. Jemand, der auch zukünftig keine Arbeit mehr ausüben möchte, sollte sich bei der Agentur vollständig abmelden und zwar sowohl als Arbeitsloser als auch als Arbeitsuchender. Wer aber weiterhin auf die Einkünfte eines Arbeitsverhältnisses angewiesen ist, behält die Arbeitsuchendmeldung evtl. besser bei. In der Hoffnung, möglichst bald einen neuen Job zu bekommen.

      Das wäre eine Frage, die man zu aller erst einmal klären sollte, bevor man Gedanken in Richtung Dispojahr anstellt. Wer Bedenken hat, sich einen Steuerklassenwechesel nicht erlauben zu können, der kann sich u.U. weder ein Dispojahr, noch den vollständigen Wegfall eines Verdienstes erlauben. Das passt irgendwie nicht zusammen…

      Bei der Berechnung der ALG-Dauer sehe ich keinen Haken: Wenn innerhalb der letzten 5 Jahre mind. 48 Monate versicherungspflichtige Zeiten vorliegen (und dazu zählt auch die Freistellung) beträgt der Anspruch 24 Monate, wenn man älter als 58 Jahre ist. Das ist richtig so.

      Gruß, Der Privatier

  49. Guten Abend, November
    Daemliche Fragen gibt es hier nicht, nur eben Fragen, die mangels belastbarer Kenntnisse ueber die konkret vorliegenden Verhältnisse des Einzelfalls nicht sicher beantwortet werden können.
    Wenn Du also verunsichert bist, ist das immerhin schon mal besser als aus einer vermeintlichen Sicherheit heraus dann doch eine fuer Dich/Euch nachteilige Entscheidung zu treffen.
    Um deine Unsicherheit zu beseitigen müssen eben die bestehenden „Wenns“ und „Vielleichts“ soweit als möglich vorab geklärt werden.
    Soll heißen:

    Wenn dein Verfahren vor dem Arbeitsgericht zu Deinen Gunsten entschieden wird, ist vielleicht gar keine Sperrzeit zu befürchten ???
    Insofern würde sich dann ein DispositionsJAHR erübrigen.

    Wenn Du vielleicht nicht AL-gemeldet sein solltest, warum sollst Du dann der AfA bestätigen, dass Du zum 01.11.18 kein AlG beantragen wirst?

    Vielleicht hat die Dame der Leistungsabteilung Dich ja auch missverstanden und ist der Meinung Du moechtest nur den Startzeitpunkt deines Leistungsbezuges „disponieren“?

    Wenn Du vielleicht doch gezwungen bist, vor deinem 58ten Geburtstag den Leistungsantrag zu stellen, verkürzt sich bei Verhaengung einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe deine Anspruchsdauer von 18 auf 13,5 Monate.

    Gerade bei einer telefonischen Beratung können schon mal Missverständnisse auf beiden Seiten vorkommen, insbesondere wenn solche Feinheiten wie abmelden aus der AL,zurückziehen (stornieren) einer Al-Meldung,abmelden aus dem, bzw. Verschieben des Leistungsbezuges besprochen werden.

    Du hast also die Freiheit zu entscheiden ob du den nicht fixierten Aussagen der Dame von der AfA vertraust und dich ausreichend beraten fuehlst, oder,sofern Du noch an irgendeiner Stelle Zweifel in Bezug auf dein weiteres Vorgehen oder den zeitlichen Ablauf hast,nochmals dein Recht auf Beratung einzufordern.
    Noch hast DU die Möglichkeit einen persönlichen Termin zu vereinbaren, befindest Du Dich erst einmal in der Vermittlung, -bestimmt die Agentur.
    Sicherheit durch Klarheit….

    Gruesse
    ratatosk

  50. Lieber Privatier, lieber ratatosk,

    ich danke Ihnen und dir für die sehr sehr wertvollen Ratschläge. Ich werde der AfA einen Brief schreiben und meine Abmeldung noch einmal klar mitteilen. Sicher ist sicher.
    Warum ich vom Dispojahr sprach, und ich meinte auch das tatsächliche Dispojahr, hatte ich ja in einem vorherigen Beitrag geschrieben.
    Ob es aber bei mir dazu kommt, hängt vom Ausgang der Gerichtsverhandlung und der anschl. Verhandlungen ab.

    Müsste mein AG mich wieder einstellen, was er nicht tun wird, ist die Frage ob ich besser um Gahaltfortzahlung oder Abfindung streite. Was u.a. steuerlich besser ist weiß ich wirklich nicht. Ich bin erst 57 und der Partner wird weiterhin Gehalt beziehen.
    Das nur zur Erklärung warum ich mit vielen Eventualitäten rechnen muss.

    Das sind aber Einzelschicksale die hier nicht reingehören. Vorausgesetzt ich bin nächstes Jahr schlauer, tauche ich vielleicht in einem anderen Thread wieder auf, wenn ich glaube, dass es für andere Leser auch interessant sein könnte und wenn ich darf 😉

    • „Vorausgesetzt ich bin nächstes Jahr schlauer, tauche ich vielleicht in einem anderen Thread wieder auf…“

      Immer gerne. Aber dann bitte nicht als „Januar“ oder „Februar“, sonst erkennen wir Dich hier nämlich nicht wieder. 😉

      Gruß, Der Privaier

    • Liebe November,
      Aufgeschlaut wirst Du, soweit noetig und auf diesem Wege möglich, hier…
      Wichtig ist, dass Du/Ihr dann auch ZUFRIEDEN seid, und DAS möchte ich Euch wünschen!

      Gruesse und Alles Gute!
      ratatosk

  51. Nun bin ich schneller zurück als gedacht.

    Die AfA Leistungsabteilung hat mir ein Schreiben geschickt, welches ich ausgefüllt zurück schicken soll. Es heißt:

    ERKLÄRUNG ZUM ANSPRUCHSBEGINN
    „….. Mein Anspruch auf ALG soll am ____ enstehen.“

    Ist so ein Schreiben üblich?
    Ich wüsste jetzt nicht welches Datum ich eintragen sollte.

    Ich hatte der AfA schon am Telefon gesagt, dass ich mich zu einem späteren Termin AL melden werde, aber noch nicht wüsste wann. Entweder Anfang des Jahres oder erst nach meinem 58ten oder später zum 1.11.2019

    Ein Dispojahr oder eine spätere AL Meldung muss man doch nicht im Vorfeld anmelden, oder?
    Hattet ihr auch so eine Erklärung abgeben sollen?

    • Aus meiner Sicht besteht kein Anlass, sich hier auf einen konkreten Termin festlegen zu lassen. Es sei denn, die Agentur wäre immer noch der Auffassung, dass Sie arbeitslos gemeldet sind.
      Ich würde das Formular nicht ausfüllen, sondern entweder telefonisch oder schriftlich noch einmal erläutern, dass Sie sich zu gegebener Zeit (derzeit noch unklar) arbeitslos melden und einen ALG-Antrag stellen werden.

      Gruß, Der Privatier

    • Guten Abend, November
      Der Privatier hat Dir ja bereits geantwortet, dem kann ich mich nur anschließen.
      Du siehst ja, irgendwie besteht noch Klaerungsbedarf, wenn Du den Anspruchsbeginn terminieren sollst, obwohl du ja lt. telef. Auskunft der“Dame Leistungsabtlg.“ weder arbeitslos gemeldet bist, noch einen Leistungsantrag gestellt hast.
      Das sollte Dich in dem Vorhaben bestärken, nochmals schriftlich alle Fragen mit der Agentur abzuklären.
      Auch wenn dann wahrscheinlich die Beantwortung wieder telef. erfolgt, kannst Du wenigstens davon ausgehen, dass DEINE Fragen beantwortet werden.

      Gruesse
      ratatosk

  52. Vielen Dank für die Antwort.
    Die Arbeitsvermittlerin schrieb mir per Mail: „…bestätige ich Ihnen die Abmeldung aus unserem System zum 1.11.18“
    Den o.g. Brief erhielt ich von der Leistungsabteilung.

    • Na dann…
      -sprechen die wohl nicht miteinander.
      Also extra Nachricht an Leistungsabtlg.:“AL-Meldung und Leistungsantrag z.Zt. noch unbestimmt.“ und fertig.

      Gruesse
      ratatosk

  53. Hallo Herr Privatier,
    auf der Arbeitsbescheinigung nach § 312 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) – Wurde vom AG erwähnt das ich Resturlaub ausgezahlt bekommen habe das ist der Punkt 9.3 in der Bescheinigung hier steht das „wäre der noch zustehende Urlaub im Anschluss an das Arbeits-/Beschäftigungsverhältnis genommen worden, hätte er nach den gesetzlichen/(tarif-)vertraglichen Bestimmungen gedauert bis „Datum in April 2018“.

    Ich habe Arbeitsverhältniss ist nach Aufhebungsvertrag zum 28.02.2018 beendet.

    Ich gehe weiterhin in der Annahme das ich bis zum 28.02 im Dispositionsjahr sein kann und beabsichtige mich zum 01.03.2019 zum ALG1 anzumelden.

    Vorab danke für ihre Gedanken ich möchte hier nichts übersehen was für das Dispojahr und das Timing schädlich sein könnte.

    Beste Grüße,
    Entrepreneur2Privatier

    • Ich sehe in der Urlaubsabgeltung auch keinen Hinderungsgrund für ein Dispojahr.
      Ich kann aber immer wieder nur darauf hinweisen, dass man sich im Vorfeld durch die Agentur beraten lassen sollte und die geplante Vorgehensweise im Detail absprechen (und nach Möglichkeit bestätigen) lassen sollte!
      Gerade in ungewöhnlichen Sonderfällen halte ich dies für besonders wichtig!

      Gruß, Der Privatier

  54. Hallo Herr Privatier,
    ich werde das ganze nochmal mit der Agentur besprechen. Ich hätte da noch eine Sache. Ich habe laut Aufhebungsvertrag eine Spinterprämie in anspruch genommen, so dass ich 4 Monate vor Ende der normalen Kündigungsfrist gehen konnte. Ich gehe davon aus das dies keinen Einfluss auf das Timing vom Dispojahr hat – Ich rechne ab dem letzten Arbeitstag 28.02.2017 also ALG1 Meldung zum 01.03.2019 – Ist hier mein Verständnis korrekt?

    MfG,
    Entrepreneur2Privatier

    • Entscheidend ist nur das, was schriftlich als Termin und als Summe im Aufhebungsvertrag für das Ende des Arbeitsverhältnisses und für die erhaltene Abfindung festgehalten ist.
      Ob das Ende vor oder nach der normalen Kündigungsfrist liegt, ist dann noch für die Festsetzung einer Ruhezeit von Bedeutung. Diese Prüfung entfällt jedoch bei korrekter Durchführung des Dispojahres.

      Gruß, Der Privatier

      • Inwiefern spielt denn die Summe der Abfindung eine Rolle für Sperr- oder Ruhezeiten? Ich dachte, hierfür wären im Wesentlichen Ursachen (Veranlassung des AG/AN, Vermeidung einer Kündigung) und Timing (Kündigungsfrist) relevant?
        Herzlichen Dank für die Aufklärung,
        Christian

        • Ich verstehe den Einwand nicht.
          Die Frage war ja, ob durch die Inanspruchnahme einer Sprinterprämie (und damit verbunden eine Verkürzung des Arbeitsverhältnisses und eine Erhöhung der Abfindung) sich am Timing eines Dispojahres etwas verändert.
          Mit meiner Antwort wollte ich zum Ausdruck bringen, dass etwaige vorher vereinbarte Termine und Summen nicht von Interesse sind und nur das zählt, was schriftlich im Aufhebungsvertrag steht.

          Ich sehe daher keinen Zusammenhang mit dem Einwand.

          Aber dennoch kann die Summe einer Abfindung natürlich auch eine Rolle bei der Berechnung einer Ruhezeit spielen. Wenn die normale Kündigungsfrist nicht eingehalten wird, so berechnet sich die Länge der Ruhezeit anhand der Summe der Abfindung.

          Gruß, Der Privatier

  55. Hallo Herr Privatier,
    Genauso sehe ich es auch wenn das dispositionjahr genau ein jahr lauft fallen die Speerzeiten weg und damit auch der Bezug zur Sprinterpämie.

    BG,
    Entrepreneur2Privatier

  56. Lieber Privatier,

    bin durch die Diskussion bezüglich der Höhe der ALG1-Berechnung wegen der 48-Monate-Klausel nachdenklich geworden.
    Betrifft folgende Kommentare:

    ratatosk hat gerade geschrieben:
    Als Ergänzung und um Missverständnissen vorzubeugen (wg. „rechtzeitig 58“) der DEUTLICHE HINWEIS:
    Wer nach seinem 58ten Geburtstag die maximale Alg1-Bezugsdauer (24 Monate) erreichen will, benötigt auch nach der zu erwartenden Neuregelung WIE BISHER 48 Monate Versicherungspflichtverh. innerhalb der letzten 5 Jahre (60 Monate)!
    Hier bleibt es demnach bei 12 Monaten Dispojahr (60-12=48)!!!

    Deswegen bitte meine Nachfrage zu folgenden Daten:
    Arbeitsende durch Aufhebungsvertrag ist 31.12.2018. Unwiderrufliche Freistellung ab 01.07.2018. Dispojahr beginnt 01.01.2019 und endet am 31.12.2019 (beschäftigungslos/Fünftelregelung). Abfindungszahlung Mitte Januar 2019. Arbeitslosmeldung zum 01.01.2020. Alter jetzt 60 Jahre.
    Aufgrund von 2 Operationen musste ich im Dezember 2014 und Mai 2015 jeweils einen Monat freiwillige Rentenversicherungsbeiträge leisten, weil ich aus der Lohnfortzahlung (mehr als 6 Wochen Krankschreibung) herausgefallen war. Januar bis April 2015 habe ich wieder vollgearbeitet und ab Juni 2015 auch wieder.
    Das erste Halbjahr 2018 habe ich ebenfalls volle Lohnbezüge bekommen bis zur Freistellung.
    Was heißt das bitte für die Berechnung des ALG1 ab 01.01.2020 – volle Höhe?

  57. Hier noch ein Ad und eine Info zur Nachfrage:

    Ich bin privat krankenversichert. Für die Zeit ohne volle Lohnfortforzahlung (12/2014 und 05/2015), die sich aus gesetzlichen Netto und Krankentagegeld zusammensetzt, haben die PKV einen Fonds für die Arbeitslosenversicherung in der Zeit ohne volle LFZ gebildet, so dass der Arbeitnehmer darüber abgesichert ist. Bei der Rente müssen/können hingegen freiwillige Monatsbeiträge geleistet werden. Habe jeweils den monatlichen Mindestbeitrag rund 88 Euro für 12/2014 und 05/2015 gezahlt.
    Vielen Dank und bis bald!
    Hellmut

    • Guten Abend, Hellmut
      Ich weiß jetzt zwar nicht, was Dich konkret hier zweifeln lässt, aber ich sehe da keine Probleme.
      Du warst in den 48 Monaten vor dem Dispojahr durchgängig AL-versichert, demnach erreicht Du die maximale Bezugsdauer von 24 Monaten.
      Auch wenn die Agentur 2020, trotz BSG-Urteil, noch an ihrer bisherigen Rechtsauffassung festhalten sollte, verbleiben Dir ja in 2018 (ohne die Freistellung) noch 6 Monate mit normalem Verdienst zur Berechnung der Alg-Hoehe.

      Gruesse
      ratatosk

    • Ratatosk hat hier schon richtig geantwortet, ich möchte aber noch eine kurze Erläuterung dazu geben:

      * Bei der Frage, ob und wie lange ein ALG-Anpruch besteht, werden Zeiten des Krankengeldbezuges und Freistellung mit berücksichtigt (bis auf spez. Sonderfälle). Das war somit nie ein Problem.
      * Bei der Frage, wie hoch der Anspruch ist, werden allerdings beide Zeiten (Krankengeld und unwider. Freistellung) gemäß aktueller Dienstanweisung nicht berücksichtigt. Entscheidend ist dann, dass in den zwei Jahren vor ALG-Beginn noch mind. 150 Tage mit „echtem“ Arbeitsentgelt vorzuweisen sind. Das scheint mir in obiger Konstellation aber gegeben (bitte selber nachrechnen!).

      Gruß, Der Privatier

  58. Vielen Dank, für die Info. Dennoch bitte die Nachfrage: 48 Monate vor dem Dispojahr 2019 heißt also die Zeit 2015-2016. Durch meine Operation 2014 und die nötige Nach-OP April 2015 fiel ich einen Monat (Mai) 2015 komplett aus der Lohnfortzahlung raus
    Januar 2015 zahlte ich wegen späteren Arbeitsbeginn nach OP ohne volle LFZ nur rund 57 statt wie bisher 91 Euro (Höchstbeitrag) für die ALV. Im April 2015 wegen erneuter OP 36 statt 91€, im Mai gar keine ALV (nur pauschal durch Debeka/Privat abgesichert) und im Juni mit erneuten Arbeitsbeginn rund 82 statt 91€ ALV. Diese Arbeitslosenversicherungsbiografie hat nach Ihrer keine Auswirkungen ist das richtig??
    Denn im Mai 2015 hat der AG für mich keine Beiträge abgeführt, ich war laut mündlicher Info der Debeka für privat Versicherte nur durch einen Fonds der PKV für die Arbeitslosenversicherung abgesichert. Früher hat es diese Absicherung übrigens nicht gegeben, dass ist erst seit ungefähr 2010 eingeführt worden.
    Deswegen bitte ich Sie beide diesen Zeitraum 2015-2018 noch mal zu prüfen. Die 150 Tage-Regel in 2018 habe ich voll erfüllt, dass ist mir klar. Es war aber ehrlich gesagt, ein mulmiges Gefühl: Du darfst kein Krankheitsschicksal (OP) von mehr als 6 Wochen haben und musst unbedingt gesund bleiben.
    Wer denkt sich solch unsoziale Regeln aus? Siehe auch für den 1. Arbeitslosentag nach dem Dispojahr, an dem man dem Arbeitsmarkt unbedingt zur Verfügung stehen muss, nicht im Krankenhaus liegen darf durch Unfall oder Schicksal und Ähnliches. Ansonsten verliert man als jahrzehntelang hart arbeitender Arbeitnehmer mit Höchstbeiträgen sämtliche Ansprüche für 2 Jahre ALG1. Das ist schon unglaublich, ebenso wie dieser 150-Tage-Trick.

    Warte gespannt auf die Antwort. Tausend Dank im voraus!
    Gute Zeit und vor allem Gesundheit wünscht Hellmut!

    • Nur die Ruhe, lieber Hellmut,
      das passt schon!
      Du hast ja schon die Auskunft deiner PKV bzgl. „ALV-Fond“ bzw. „nur privat abgesichert“ d.h. eben nichts anderes als das während Deines Krankentagegeld-Bezuges die PkV auch Beiträge zur ALV für Dich entrichtet hat (dazu ist sie im Uebrigen auch verpflichtet)-also durchgängig Versicherungspflichtverhältnis ALV, egal ob LFZ oder Krankentagegeld über PKV.

      Gruesse
      ratatosk

    • Ich kann nur noch einmal auf meine bereits gegebene Antwort verweisen:
      Zeiten von Krankengeldbezug sind versicherungspflichtige Zeiten und werden daher (gleichwertig zu anderen Zeiten) bei der Festlegung der ALG-Dauer berücksichtigt.

      Ihre Kritik an „unsozialen Regeln“ halte ich übrigens für nicht gerechtfertigt.
      Bedenken Sie bitte, dass die von Ihnen kritisierten Regeln nur durch die Anwendung des Dispojahres überhaupt erst kritisch werden. Von daher mein Tipp: Wenn Ihnen die Randbedinungen eines Dispojahres als unsozial erscheinen – lassen Sie es einfach bleiben! Es ist keine Pflicht… 😉

      Gruß, Der Privatier

  59. Hallo Privatier, ich bin jetzt über 58 Jahre alt, und habe ein lückenloses Beschäftigungsverhältnis seit 41 Jahren. Wie verhält es sich mit dem Dispojahr wenn ich bsp. zum 31.03.2019 selbst kündige ? Arbeitslosmeldung würde dann zum 01.04.2020 erfolgen. Hätte ich dann Anspruch auf 24 Monate ALG1 oder müsste ich mit einer Sperre rechnen ? Danke für ne Info. Stefan

    • Das ist ja gerade der Sinn eines Dispojahres: Vermeidung von Sperr- und Ruhezeiten, evtl. Erreichen einer höheren Alterklasse und ggfs. Steuerersparnis.
      Von daher steht dem Vorhaben nichts im Weg.

      Gruß, Der Privatier

  60. Lieber Privatier,
    vorab eine großes Lob für all diese unermesslich guten Infos die hier auf der Seite geboten werden. Darf ich dennoch zu meiner Situation um eine Einschätzung bitten:

    Ich stehe aktuell (Nov. 2018) vor Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages:
    – Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 30.12.2020
    – unwiderrufliche Freistellung von 01.05.2020 – Beendigung Arbeitsverhältnis, bei vollen Bezügen
    – Zahlung der Abfindung im Januar 2021 nach Fünftelregelung.

    Ich möchte ab 31.12.2020 ein Dispositionsjahr einlegen und melde mich dann zum 31.12.2021 arbeitslos mit Beantragung ALG I (Anspruch 24 Monate, da 58 Jahre alt). Die Kündigungsfrist (7-Monate) ist mit Freistellung und Dispojahr eingehalten, somit keine Sperr- und Ruhezeit. Im Dispojahr keine weiteren Einkünfte, damit optimierte Versteuerung der Abfindung.

    Habe ich an irgendetwas nicht gedacht, was mit stolpern lässt?

    Vorab vielen Dank für die Einschätzung.
    Gruß Stefan

    • Gemäß der aktuellen Dienstanweisung zur unwiderruflichen Freistellung kommen Sie mit den genannten Terminen nicht auf 150 Tage mit „echtem“ Arbeitsentgelt, d.h. wie weiter oben am 11.Nov.2018 erläutert, wird das ALG nicht auf Basis des letzten Gehaltes, sondern anhand einer fiktiven Einstufung berechnet.
      Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Dienstanweisung bis dahin geändert wird.

    • Das ist ja noch ein ziemlich langer Zeitraum… bis dahin kann viel passieren. Insbesondere in der Rechtsprechung bzw. bei Gesetzesänderungen. Was aus aktueller, heutiger Sicht ein Problem wäre, hat Frei_2020 schon richtig erkannt: Es droht eine fiktive Einstufung mit (meistens) deutlich niedriger ALG-Höhe.
      Zur weiteren Details dieser Thematik lesen Sie bitte einmal die Beiträge:
      * „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln“ und
      * „Arbeitslosengeld nach Freistellung

      Gruß, Der Privatier

  61. Hallo Herr Privatier,

    Ab Dezember darf ich mich dann zum 01.03.2019 Arbeitssuchend für ALG1 vorab anmelden – Für das ALG1 ist die Persönliche Anmeldung notwendig – Ist das dann auch im Vorraus möglich?
    Ist es wichtig beide Anmeldungen zum gleichen Zeitpunkt zu machen? – Die AfA sagte ich könnte es dann zum 01.03 machen das ist mir aber etwas zu brennzlig wenn aus einem Grund hier etwas schiefgeht.

    Danke für ihre Gedanken.

    Beste Grüße,
    Entrepreneur2Privatier

    • Die offizielle Regel lautet, dass sich der Arbeitslose persönlich bei der Agentur zu melden hat. Wie die Agenturen diese Regel in der Praxis umsetzen, ist recht unterschiedlich und nicht absehbar.

      Der Sinn der Regel liegt ja wohl darin, dass die Agentur die tatsächliche Verfügbarkeit des Arbeitslosen in einem solchen Termin prüfen kann. Bei einer Arbeitslosmeldung von 3 Monaten im Voraus halte ich die Wahrscheinlichkeit für recht hoch, dass ein erneutes persönliches Erscheinen zum tatsächlichen Beginn der Arbeitslosigkeit erforderlich sein wird.

      Die eigentliche Meldung kann man aber bereits bis zu 3 Monate vorher machen. Das ist richtig und würde ich auch gerade bei einem Dispojahr empfehlen. Vielleicht nicht unbedingt 3 Monate (sondern eher 3 Wochen), aber dass sollte jeder für sich entscheiden.

      Gruß, Der Privatier

  62. Hallo Herr Privatier,
    Besten Dank für Ihre Empfehlung – Würden Sie dann sowohl die Arbieitslosen als auch die Arbeissuchendmeldung 3 Wochen vorher machen? Ich dachte es kann nicht schaden wenn ich die Arbeitssuchend meldung (natürlich zum 01.03.2019) bereits etwas früher die voranmeldung mache.

    Besten Dank für ihre Gedanken,

    BG,
    Entrepreneur2Privatier

  63. Hallo Herr Privatier,

    besten Dank für ihre Antwort. Ist schon eine weile her das ich den Beitrag gelesen hatte.

    Also 3 Monate vorher würde nicht schaden aber 3 Wochen vorher wäre ihr Ansatz und die Arbeitssuchend Meldung eigentlich nicht erforderlich aber je nach Absprache mit der Agentur ist das ja auch kein Problem.

    Besten Dank und Beste Grüße,
    Entrepreneur2Privatier

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