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Kap. 9.3.2: Das Dispositionsjahr — 861 Kommentare

  1. Danke , ist genug.
    Ja – das Dispositionsjahr war mein Hobby geworden. Während der letzten Tage meiner Arbeitszeit hab ich im Betriebsrat mitgemacht. Dort haben wir im Team alles zusammengetragen und dann ein rundes Ganzres draus gemacht. Wie man im Beitrag liest, gibt es vieles zu beachten und im Zusammenhang zu stellen. Sehr gut und anschaulich dargestellt.
    Nun zur Frage der Sanktionen bei freiwilliger Aufgabe des Arbeitsplatzes (Abfindung) und Übersteigung der tollerierten Höhe der Abfindung. All diese Sanktionen wirken nach 12 Monaten nicht mehr.
    Bei mir war es so. Beim Besuch der Leistungsabteilung (ist bei großen Städten so) wirkt das Zauberwort Wunder. Der Mitarbeiter kontrollierte die Datümer und stellte die 12 Monate fest und wollte dann nichts mehr sehen und hat dann nur noch getippt und mir dann die Höhe von meinem ALG-1 genannt. Ende – das wars.
    Zum Zeitpunkt : der 31.12.xx als Arbeitsende ist optimal, weil dann im nächsten Jahr (12 Monate Dispositionsjahr ab 1.1.xx+1) keine Einkünfte anfallen und die Fünftel-Regelung auf die Abfindung ihre maxiamle Wirkung zeigt. Somit ist dann der darrauffolgende 2.1.xx+2 (falls keine Feiertag) der Besuch beim Arbeitsamt umumgänglich und ebenfalls optimal.
    Und nochmal : Dies ist ein heisser Ritt mit den Datümern, aber optimal. Ein 3.1. wäre absolut tödlich !
    Und zusätzlich : man kann die Mitarbeiter auf dem Arbeitsamt auch fragen, hab ich auch gemacht. Dort bekam ich auch die Bestätigung, dass es so möglich ist.

    • Spricht denn aus Deiner Sicht irgendetwas dagegen, wenn einem der „heiße Ritt mit den Datümern“ zu heiß erscheint, einfach ein paar Tage vor den vollen 12 Monaten die Meldung abzugeben?
      Im Deinem Beispiel also eben nicht am 2.Jan., sondern bereits noch im alten Jahr, also z.B. zwischen Weihnachten und Neujahr, oder z.B. am 23.Dez.?
      Auf die paar Tage zusätzliches Einkommen wird es ja bei der Steuer nicht wirklich ankommen. Und man läge auf der sicheren Seite.

      Gruß, Der Privatier

      • Wenn du dich aber bereits im Dezember wieder arbeitslos meldest liegt das Sperrzeitereignis keine 12 Monate zurück (siehe § 148 Abs.2 Satz 2 SGB 3). Man beachte den Nebensatz: „bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Alg“. Du kannst also einer Sperrzeit nicht entgehen. Und meldest du dich erst am 2.1. wieder arbeitslos fehlt dir 1 Tag

        • Richtig – vielen Dank für den Hinweis !

          Es kommt aber eben auch immer auf das Motiv an, welches hinter dem Dispo-Jahr steht. Mir kam es (mit meiner leicht abweichende Strategie) ausschließlich darauf an, mein zusätzliches Einkommen zu minimieren. Und dann kommt es auf die paar Tage in der Tat nicht an.

          Ein anderes Motiv wäre es, die Anspruchsdauer zu erhöhen. Dann kommt es in erster Linie auf das Geburtsdatum an. Wenn Sperr- und Ruhezeiten im Vordergrund stehen, muss man schon Tag-genau handeln. Das ist richtig.

          Aber auch in diesem Fall kann man bereits während des Vormonats (vor Ende des Dispojahres) die Arbeitslosmeldung einreichen. Wichtig dabei: Starttermin auf den nächsten Ersten des Folge-Monats legen! So ist man zumindest sicher, dass man der Termin nicht aus irgendwelchen unvorhersehbaren Gründen verpasst.

          Gruß, Der Privatier

          • meine Situation: ausgeschieden zum 31.12.2014 ohne Einhaltung Kü-Frist,
            Zahlung Abfindung (auch mit baV) im Januar 2015, im Mai werde ich 58, bin PKV versichert, Rürup werde ich zur Optimierung machen, m.E. dürfte es dazu keine Zweifel geben.
            Bzgl. ALG1 stehen für mich nun wohl 3 varianten zur Verfügung:
            1. Dispositionsjahr voll ausschöpfen, Meldung zum 1.1.2016
            2. Meldung im Dezember, damit Zahlung im Januar 2016 beginnt
            3. Meldung im Juni, Anspruch feststellen lassen und abmelden, im Januar
            wieder anmelden und Zahlung beantragen.(wie Privatier)
            zu1. das ist mir einfach zu windig,ist es nicht wert evt. den kompletten Anspruch zu verlieren.
            zu 2 und 3 sehe ich eigentlich keinerlei Unterschied, oder was spricht für 3.?
            Mir ist wichtig die Dauer von 18 Monaten zu behalten und die erste Zahlung nicht vor 1/2016 zu bekommen.
            24 Monate Anspruch abzgl. 6 = 18 Monate Zahlungsdauer ist mir klar,
            Zahlung in 2015 kann ich nicht brauchen, der genaue Zeitraum ist mir eigentlich egal.
            Viele Grüße
            Axel

          • @Axel :
            Ich verstehe das nicht 24-6=18, wobei die Mathematik schon – nur in diesem Zusammenhang nicht. DU wirst wie ich 58 und damit stehen Dir 24 Monate zu. Dann gehst Du zum Arbeitsamt und beantragst ALG1 und o Schreck : Du hast das Dispojahr voll ausgenutzt was wiederum 12 Monate sind und es keine Sanktionen mehr gibt.
            So hab ichs genacht und es hat funktioniert.
            Gruß

    • @mr.excel
      Nein, das Dispositionsjahr voll ausschöpfen (1.Variante) ist mir zu windig.
      Also bleiben Variante 2 bzw. 3 – in beiden Varianten wird die Sperrfrist von 3 Monaten verdoppelt (bzw. 1/4 der Bezugsdauer)
      Die Bezugsdauer ist 24 Monate, 1/4 davon 6 Monate, bleiben also 18 Monate Bezugsdauer, ist das verständlicher geworden, oder mache ich einen Denkfehler?
      Viele Grüße
      Axel

      • @ Axel
        ich nehme meinen Humor zurück.
        Ich hab Dich schon verstanden. Wobei ich die Sorge halt nicht teile. Ich habe meinen Kalender mal befragt. Toll wenn man iCal sauber pflegt. Ich war am 12.12.2011 im AA und hab mich zurück gemeldet und den Leistungsbezug ab 1.1.12 beangtragt. Und so habe ich es verstanden : lagen zwischen Arbeitsplatzverlust und ALG1 gebau 12 Monate und so wurde das Dipsojahr mit 12 Monaten voll ausgeschöpft und ich war sanktionsfrei.
        Wenn DU Dich sicherer fühlst, dann mach 2. oder 3. Aber wie schon des öfteren gesagt : man kann auch mit denen reden bzw. sich beraten lassen. Und bei mir war es vollständig und klar auch wie und wann ich was zutun hatte.
        Abschluss : Ich will Dich zu nichts überreden – gehe Deinen Weg, denn der ist für Dich der richtige.
        – Daumendrücker –

        • @mr.excel
          Ich traue dem Braten einfach nicht so ganz, Das ist bei Dir über 3 Jahre her und ein anderes AA – wie ist das heute, wie sieht mein AA das?
          Richtig ist natürlich; was mache ich falsch, wenn ich Anfang Dezember hingehe, mit denen rede und den Leistungsbezug zum 1.1.2016 beantrage.
          Das stimmt, ich werde das nochmal sacken lassen, ich habe ja noch Zeit.
          Toll ist doch, dass ich (wir) uns das überhaupt leisten können, ich habe ohne ALG1 kalkuliert und komme klar, wenn ALG1 noch dazukommt, egal ob 18 oder 24 Monate ist das toll – bessert eben die entgangenen Rentenanwartschaften etwas auf.
          Viele Grüße
          Axel

          • @Axel, @Mr.Excel:
            Zunächst einmal möchte ich Mr.Excel zustimmen. Ich habe (inzwischen) keine Bedenken, dass das Dispojahr funktioniert wie beschrieben. Auch heute noch! Die gesetzlichen Grundlagen dazu sind im ursprünglichen Beitrag aufgeführt und können bei Bedarf jederzeit auf Aktualität überprüft werden.

            Ich verstehe aber auch sehr gut die Bedenken, da ich sie ja selber auch gehabt habe und mich deshalb damals für eine andere Lösung entschieden habe. Die Bedenken lassen sich aber eben am sichersten durch ein Gespräch/Beratung mit der zuständigen Arbeitsagentur ausräumen. Nur Mut. Die beißen nicht!

            Aber auch ich will niemanden überreden, sondern hier nur die Möglichkeiten vorstellen. Entscheiden muss letztlich jeder selber. Und jeder muss sich mit „seiner“ Lösung wohlfühlen.

            Gruß, Der Privatier

          • @privatier, @mr.excel:
            beiden recht herzlichen Dank für die umgehenden Reaktionen auf meine Einlassungen oder Bedenken – obwohl das bei Euch ja schon einige Zeit her ist. Evt. kann ich im Laufe der Zeit ja auch einiges beisteuern,
            Viele Grüße
            Axel

        • @mr.excel
          Habe mich nun doch entschlossen, wie Du, das Dispositionsjahr voll auszuschöpfen und zum 1.1.2016 Leistungen zu beantragen.
          Was ist eigentlich mit der Meldung arbeitssuchend? Wann muss die denn erfolgen, oder mache ich das zusammen mit der Beantragung ALG1?
          Oder muss die (arbeitssuchend) noch im September 2015 (3 Monatsfrist) erfolgen?
          Kann ich bei der AA denn einen Termin lediglich für ein Beratungsgespräch erhalten?

          Vorab vielen Dank un Grüße
          Axel

          • Ich erlaube mir einmal, hier anstelle von Mr. Excel zu antworten, da ich nicht weiß, ob er hier ständig mitliest.

            Offiziell heißt es ja, man muss sich 3 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit melden. Wenn man es denn so lange vorher überhaupt weiß. Es gibt ja auch Fälle, wo jemand von heute auf morgen auf der Straße steht. Der muss sich SOFORT melden.

            Bei einer Kündigung ist es also einfach. Was ist aber, wenn man sich aus eigenem Antrieb zu einer ALG-Meldung entschließt? Man beschließt einfach, seine Arbeitskraft dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung zu stellen. Solche Entscheidungen fallen auch schon mal von heute auf morgen.

            Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin mir nicht sicher!
            Ich denke eigentlich, eine 3-Monatsfrist ist nicht erforderlich. Ich würde mich (habe ich selber auch so gemacht) nach einer freiwilligen Pause ohne ALG mit einer Frist von ca. 2 Wochen vorher melden.

            Wer aber ganz auf Nummer sicher gehen will, meldet sich eben 3 Monate vorher. Auf der anderen Seite ist die Strafe für verspätetes Melden auch nicht so drakonisch (1 Woche). Ist notfalls auch zu verkraften.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,
            vielen Dank für die schnelle Reaktion.
            Bin mir noch immer unsicher, ob ich Mitte Dezember 2015 mich beim AA melde und zum 1.1.2016 ALG beantrage, also genau das Dispositionsjahr ausschöpfe, oder mich jetzt schon zum Gespräch dort anmelde, was ja von vielen hier auch befürwortet und angeraten wird.
            Richtig ist, dass eine evt. 1-wöchige Sperre natürlich nicht die Überlegung wert ist.
            Was eigentlich spricht dann für eine frühere Kontaktaufnahme zur AA?

            Viele Grüße Axel

          • Hallo Axel,

            Anmerkung von mir hierzu:
            Ich nutze 2015 komplett auch als Dispositionsjahr d.h. bin in der gleichen Situation wie Du.
            Anfang 2015 habe ich in einem Gespräch mit dem AA den Rat bzw. die Empfehlung bekommen, mich im Sept. 2015 arbeitssuchend und dann im Dez. 2015 als arbeitslos (mit ALG1-Bezug) ab 01.01.2016 zu melden.
            Ob diese Meldung “arbeitssuchend” zwingend bereits im Sept. 2015 erfolgen muss, ist mir nicht 100% klar, aber was stört es?
            Aus meiner Sicht bedeutet dies, dass das AA bereits ab Sept. 2015 theoretisch nach passenden Stellenangebote für mich zum 01.01.2016 suchen kann.
            Mehr aber nicht, und ob das in der Praxis auch so funktioniert und ist wohl fraglich.
            Arbeitssuchend heißt nicht, dass ich uneingeschränkt für die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur zur Verfügung stehe.
            Dies wird erst ab Arbeitslosmeldung erwartet.

            Gruß, Paula

          • @Axel: Eine frühe Kontaktaufnahme kann u.a. dazu dienen, noch bestehende Unsicherheiten auszuräumen oder sich die geplante Vorgehensweise noch einmal von „offizieller“ Seite bestätigen zu lassen. Auch können evtl. unterschiedliche Auffassungen frühzeitig geklärt und ausgeräumt werden.

            @Paula: Nun – störend an der vorzeitigen Arbeitsuchend-Meldung ist eben, dass man 3 Monate länger in der Verpflichtung von Bewerbungen, Besuchen, Berichten usw. steht. Die „Verpflichtung“ ist in der Tat nicht so streng, wie bei einem Arbeitslosen, dennoch wird man wohl bemüht sein, die Vermittlungsbemühungen der Agentur nicht zu ignorieren.
            Ich habe bereits VOR meiner ersten Arbeitslosmeldung einige Bewerbungen geschrieben und sogar zwei Vorstellungsgespräche absolviert!

            Gruß, Der Privatier

          • @Paula, @Privatier

            Nun bin ich ziemlich verwirrt. Habe heute erstmals bei der AA angerufen um das weitere Vorgehen zu besprechen.
            Die nette Dame konnte die Fachabteilung nicht erreichen, meinte aber ich hätte mich bereits Anfang 2015 melden und den Antrag auf ALG mit Beginn 1.1.2016 stellen müssen. Bei späterer Beantragung würden dann die Einkünfte der letzten 12 Monate zu Grunde gelegt. Das würde bedeuten: Beginn 1.1.2016 ALG – Berücksichtigung Einkommen 1.1.15-31.12.15 gleich 0, also Leistung gleich Null!?
            Auf das Dispostitionsrecht habe ich ausdrücklich hingewiesen.
            Wen hatte ich denn da in der Leitung. Naja von der Leistungsabteilung soll ich in Kürze zurück gerufen werden.
            Ich werde dann berichten, vermutlich aber erst nach dem 14.9. (Urlaub)

            Paula: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du bisher weder arbeitssuchen noch arbeitslos gemeldet bzw. Antrag auf ALG gestellt, oder?
            Hast Du Dich mit der Rürup-Strategie schon befasst? Halte ich je nach Konstallation für zwingend angeraten.

            Viele Grüße Axel

          • @Axel:
            Lass Dich mal nicht beunruhigen! Oftmals wissen gerade die Mitarbeiter an der „Hotline“ auch nur das Nötigste. Und so halb richtig ist die Aussage sogar. Aber vollkommen richtig geht es so:

            „Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach dem Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Arbeitslosigkeit. Hat der Arbeitslose im vergangenen Jahr nicht mindestens 150 Tage (Bemessungszeitraum) sozialversicherungspflichtig gearbeitet, wird der so genannte Bemessungsrahmen auf zwei Jahre ausgedehnt. Kommen auch in diesem Zeitraum keine 150 Tage mit versicherungspflichtiger Tätigkeit zusammen, nimmt man ein fiktives Gehalt als Berechnungsgrundlage.

            Ansonsten wird aus dem Verdienst des letzten Jahres ein täglicher Durchschnittswert ermittelt. Hierzu wird das Gesamtbrutto im Bemessungszeitraum durch die Zahl der Tage geteilt. Hat also jemand das gesamte vergangene Jahr gearbeitet, wird die Summe seiner zwölf Monatsgehälter durch 365 geteilt. So ergibt sich das tägliche Bemessungsentgelt.

            Zur weiteren Berechnung werden vom täglichen Bruttoentgelt anteilig die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Hat der Arbeitslose mindestens ein Kind, stehen ihm 67 Prozent vom errechneten Betrag zu, ansonsten 60 Prozent. Multipliziert man diesen täglichen Anspruch auf ALG I mit 30 Tagen, ergibt sich das monatliche Arbeitslosengeld.“

            Woher das Zitat stammt, weiß ich gerade nicht mehr so genau. Ist aber aus einer offiziellen Quelle. Könnte man sicher herausfinden.

            Gruß, Der Privatier
            Nachtrag: Die gesetzlichen Grundlagen zum o.g. Text finden sich im SGB III, §149 (Grundsatz) und §150 (Bemessungszeitraum), hier insbesondere Satz 1, Nr.3

          • Hallo Axel,

            1) Dispojahr
            Ich hatte mich bereits im Sept. 2014 arbeitssuchend zum 01.01.2015 gemeldet und diese Arbeitssuchendmeldung aber im Nov. 2014 wg. Dispojahr wieder zurückgezogen.
            Das AA hat auch eine entsprechende Akten-/Gesprächsnotiz angelegt.
            Inhalt u.a.:
            – das Arbeitslosengeld wird aufgrund Disporecht erst zum 01.01.2016 beantragt
            – rechtzeitige erneute Arbeitssuchendmeldung bis 30.09.2015 erforderlich.

            2) Rürup
            Konkrete Rürup-Angebote habe ich in 2014 u.a. von der Hannoverschen und CosmosDirekt eingeholt.
            100% überzeugt von Rürup war und bin ich aufgrund von relativ hohen Abschluss-/Verwaltungsgebühren und niedrigen Zinsen eigentlich nicht.
            Da bei Abschluss eines Vertrages in 2014 noch eine Mindestverzinsung von 1,75% garantiert war (jetzt nur noch 1,25% !!), habe ich schlußendlich doch einen entsprechenden Vertrag über 4 Jahre bei CosmosDirekt abgeschlossen.
            Plan: Nach Einzahlung in 2014 werde ich 2015 letztmals eine Einzahlung vornehmen und die steuerlichen Vorteile nutzen.
            Ob sich Rürup in Summe für mich rechnet, wird sich wohl erst in x Jahren zeigen (abhängig von: Bezugsdauer Rürup-Rente, Rürup-Rente nach Steuer?, Höhe Überschussbeteiligung etc.).
            Eine Garantieverzinsung von nur noch 1,25% und das aktuell niedrige Zinsniveau (niedrige Überschussbeteiligung) spricht aus meiner Sicht gegen einen Neuabschluss “Rürup”.

            Gruß, Paula

        • @paula, @privatier
          habe inzwischen den Rückruf von der Leistungsabteilung der AA erhalten und mir wurde freundlich bestätigt (sogar per mail):
          – bis spät. 30.9.2015 arbeitssuchend melden
          – zwischen 1.10. und 31.12.2015 persönlich arbeitslos melden, auf Grund Dispositionsrecht mit Leistungsanspruch ab 1.1.2016
          Das werde ich auch so einhalten.
          @paula: Aussage also wie bei Dir
          @privatier: Es wurde mir auch bestätigt, dass die letzten 12 Monate der versicherungspflichtigen Tätigkeit (also 2014)als Grundlage dient
          Insofern ist bei mir erstmal alles wieder im Lot.

          Viele Grüße
          Axel

          • Hallo Axel,

            jetzt hat man also Dir auch wieder gesagt, Du müsstest Dich drei Monate vorher arbeitssuchend melden. Irgendwie gelingt es hier nicht, Klarheit zu bekommen.

            Dier Arbeitslosmeldung zwischen dem 1.10. und 31.12.2015 deckt sich mit einer Aussage, die ich per Mail von der Agentur bekommen habe:
            „Sie können sich ab Oktober 2015, spätestens am 04.01.2016, zum 01.01.2016 arbeitslos melden.“

            Viele Grüße, Hardy

          • Um meine Ansicht zur Arbeitssuchendmeldung drei Monate vor Ende des Dispositionsjahres abzusichern bin ich heute zur Arbeitsagentur gefahren. jetzt habe ich schriftlich:
            „Herr H. erkundigte sich nach Sperrzeitprüfungen nach einem Dispositionsjahr. Herrn H. wurde erläutert, dass … nach einem Jahr keine Sperrzeitprüfung mehr stattfindet und er somit keine Meldepflicht drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit hat.“

            Viele Grüße, Hardy

          • Das ist doch mal eine klare Aussage!
            Auch wenn ich die Logik bzw. die Begründung dahinter nicht so recht nachvollziehen kann. Aber da sollte man dann auch nicht kleinlich sein. Das Ergebnis zählt. Und das ist ja eindeutig. Prima.

            Sehr gut und nachahmenswert finde ich aber vor allen Dingen die Vorgehensweise:
            * Nicht locker lassen und penetrant bleiben,
            * Offensiv (nicht agressiv!) auf die Agentur zugehen und Absprachen einfordern. Nach Möglichkeit schriftlich.
            * Gut ist es natürlich, wenn man im Vorfeld weiß, wie das Ergebnis auszusehen hat. Darum:
            * Sich vorher gut vorbereiten, informieren, notfalls Gesetzes-Texte zitieren können.
            * Sich durch (zunächst) abweichende Aussagen nicht einschüchtern lassen.
            * Im Zweifel einen anderen Ansprechpartner verlangen.
            * Freundlich bleiben 😉

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo,
            kann ich hier (passt sonst nirgendwo richtig rein) noch zwei weitere Fragen loswerden?
            – Unter Umständen zahlt die AA auch Beiträge für eine private KV, in welcher Höhe? Voll, in Höhe des sog. Basisschutzes, wie eine GKV prozentual nach Höhe des ALG-Zahlbetrages mit vollem oder halben Beitragssatz?
            – Nach welcher Steuerklasse wird das ALG berechnet? Grundsätzlich die in der letzten Gehaltsabrechnung (3) stehende, oder die zum Beginn des Leistungsanspruchs sinnvolle, d.h. evt. statt 3 dann 5?

            Vielen Dank und Grüße Axel

          • Zur PKV möchte ich eigentlich gar nicht so viel sagen, da ich mich nicht intensiv genug damit befasst habe. Die Antwort auf die Frage ist aber noch relativ einfach:
            Für die Bezieher von ALG1, die weiterhin privat versichert sind, übernimmt die AfA die Beiträge zur PKV in begrenztem Umfang . Die Übernahme der Beiträge ist auf die Summe beschränkt, die der Versicherte bei einer Pflichtmitgliedschaft in der GKV zahlen müsste.
            Es gibt aber noch ein paar andere Fragen, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind und ich würde dazu den Beitrag vom „Ratgeber Geld“ empfehlen.

            Auch bei der Frage der Steuerklasse möchte ich der Einfachheit halber auf die Ausführungen der Arbeitsagentur verweisen.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Hardy,

            wahrscheinlich ist eine arbeitssuchend Meldung tatsächlich nicht nötig,
            ich werde mich aber nun daran halten,sehe darin das kleinste Problem.
            Dann schauen wir mal was so alles auf uns zukommt.

            Viele Grüße Axel

          • Hallo Privatier,
            vielen Dank für die schnelle Antwort und die hilfreichen Links!

            Viele Grüß Axel

          • Hallo Privatier,
            hier nochmal mein Dank und großes Lob für diese, auch immer aktualisierte und gepflegte Seite und die zeitnahen Antworten aller Beteiligten.
            Das war für mich sehr hilfreich, ich habe in 2015 das Dispositionsrecht genommen, mich im Oktober arbeitssuchend und gleichzeitig arbeitslos (wichtig mit Leistungsbezug ab 1.1.2016) gemeldet und bin auf keinerlei Probleme gestossen. Im Nachhinein hätte auch die Meldung im Dezember genügt, wichtig ist eben nur, dass nach 1 Jahr keine Prüfung auf Sperr- oder Ruhezeiten mehr erfolgt.
            Die Mitarbeiter der AfA waren freundlich und konstruktiv.
            Viele Grüße und den Anderen, die es noch vor sich haben viel Erfolg

          • Den Dank und das Lob gebe ich gerne weiter an Mr. Excel, ohne den der Beitrag zum Dispojahr sicher nicht zustande gekommen wäre!

            @Axel: Und vielen Dank an Dich für die positive Rückmeldung. Es ist immer schön zu hören, wenn es dann am Ende genau so geklappt hat wie geplant. Als nächstes steht dann sicher die Steuererklärung an. Wieder spannend…

            Gruß, Der Privatier

          • Kann ich kurz was zwischenfragen? Ich lese hier schon ewig im Blog. Was habt ihr denn während des Dispo-Jahres gemacht? Einkünfte durch Selbständigkeit??? Oder hattet ihr genug Rücklagen?

            Vielen Dank,
            Sylke

          • @Sylke:
            Das Dispojahr hat 2 Ziele :
            1. Die Abfindung steuerlich zu optimieren. Das passiert durch ein NULL-Einkommen am besten. Dazu braucht man natürlich „Lebensmittel“, sorry Mittel zum Leben.
            2. In dem Jahr 58 zu werden. Denn dann hat man anschließend 2 volle ALG-I-Jahre.

          • @Sylke: Ich kann Mr. Excel nur zustimmen! Wer im Dispojahr etwas „nebenher“ verdient, hat entweder den eigentlich geplanten Steuereffekt nicht verstanden oder er/sie möchte etwas anderes bewirken, z.B. Überschreiten einer Altersgrenze (muss ja nicht die 58 sein).
            Für einen angehenden Privatier (und an diese richtet sich diese Seite in erster Linie) ist die Frage aber auch wenig relevant. Schließlich hat er vor, sein ganzes zukünftiges Leben aus den eigenen Mitteln zu bestreiten. Da kommt es auf ein Dispojahr mehr oder weniger nicht an. Sollte es zumindest nicht.

            Gruß, Der Privatier

    • ich habe auch das Dispojahr ausgenützt, hat alles funktioniert.
      Die Arbeitsagentur war sehr kulant ich konnte mich im November 2011 für den 01.01.2012 Arbeitslos melden. Ohne Probleme. Da war der Druck für den Termin 01.01. bzw. 02.01. wegen Feiertag genommen worden.
      Aber es ist schon richtig, es darf keine ernsthafte Krankheit oder ein sonstiges Versäumniss dazwischenkommen.

      Gruß Rainer

  2. Anschlußfrage: Mal abgesehen von Steuern und Abfindung. Wenn ich es richtig verstehe, kann ich z.B. auch bei Ende der Beschäftigung am 30.04.xx sagen, dass ich bis Ende des Jahres (31.12.) mein Dispositionsjahr wahrnehme, z.B. mit dem Ziel die lang ersehnte Weltreise anzutreten, oder eine Kur o.ä. anzutreten, ohne ständig Bewerbungen und Bemühungen gg. dem Arbeitsamt nachweisen zu müssen. Im Dispositionsjahr muß ich mich und die Familie allerdings komplett allein versichern, d.h. es wird nix in die Sozialversicherungen (KV, PV, RV) eingezahlt, richtig ?

    • Korrekt.
      Zum einen bedeutet das Dispositionsjahr, dass man innerhalb einer Zeitspanne von einem Jahr die freie Entscheidung hat, wann man die Leistungen der Arbeitsagentur in Anspruch nimmt. Wartet man länger als ein Jahr, passen die Voraussetzungen nicht mehr!
      Zum anderen ist man in dieser Zeit ohne jede Versicherung und muss diese Beiträge in voller Höhe selber bezahlen. Allerdings stellt sich (zumindest für den angehenden Privatier) hier nicht die Frage „ob“ er die Versicherungen selber bezahlen muss, sondern höchstens „wann“. Denn irgendwann bezahlt er ohnehin alles selber. Entweder im Dispositionsjahr oder nach Ablauf der Arbeitslosigkeit – oder beides. Macht im Grunde keinen Unterschied.

      Gruß, Der Privatier

      • Verstehe ich das jetzt richtig, dass man ohne sich arbeitssuchend zu melden das Dispositionsjahr verbringt?
        Ich gehe am 31.10.2014 mit Aufhebungsvertrag und Abfindung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist aus meiner Firma und möchte natürlich im Hinblick auf die zu erwartende Steuerlast und Entscheidungen der Arbeitsagentur einiges optimieren. Da zwingend der 31.10.2014 als Ende der Beschäftigung feststeht, wäre folgender Handlungsablauf für mich optimal, oder?

        – keine Arbeitssuchendmeldung bei der Arbeitsagentur
        – am 2.11.2015 (1.11.2015 ist ein Sonntag) Besuch bei der Arbeitsagentur zur Arbeitslosmeldung und Beantragung Arbeitslosengeld

        • Hallo Pastorin,

          zunächst einmal ist das Prinzip des Dispositionsjahres richtig verstanden. Ja – so wäre die Vorgehensweise.

          Wichtig wäre aber noch zu wissen, wann denn die Abfindung gezahlt wird! Wird sie zusammen mit dem Ende des Arbeitsvertrages ausgezahlt, also am 31.10.2014, so wäre dies zunächst schon einmal generell äußerst schlecht!

          Sehr viel besser wäre es, wenn die Zahlung erst in 2015 erfolgen würde (siehe auch: „Abfindung und Steuern: Der Termin“).

          Erfolgt die Zahlung aber schon in 2014, so hilft auch das Dispositionsjahr (im Bezug auf die Steuern) nicht mehr viel, denn das Dispositionsjahr soll ja die Einkünfte im Jahr der Abfindungszahlung verringern.
          Und in dem angenommenen Fall fließt die Abfindung in 2014, der größte Teil des Dispo-Jahres läge aber in 2015. Also nicht wirklich hilfreich.

          Wird allerdings im Laufe des Dispo-Jahres eine Altersgrenze überschritten, kann es aus dieser Sicht doch wieder Sinn machen.

          Und zum Abschluss noch einmal mein dringender Hinweis: Aus meiner Sicht ist es nicht zwingend erforderlich (und daher auch nicht ratsam), das Dispo-Jahr bis auf den aller letzten Tag auszureizen.
          Mir wäre das viel zu riskant. Denn wo steht schon geschrieben, wie die Arbeitsagentur im genannten Beispiel den Feiertag rechnet? Im schlimmsten Fall rechnet die Agentur so, dass für die Erfüllung der Anwartschaftszeit genau ein Tag fehlt. Und dann? Dann gibt es gar nichts! DAS Risiko würde ich niemals eingehen.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            Danke für deine Antwort. Die Abfindung wird zum 31.1.2015 gezahlt. Das Risiko zur Erfüllung der Anwartschaftszeit ist bekannt. Vom Prinzip könnte ich mich ja ab den 1.8.2015 zum 1.11.2015 arbeitslos melden. Richtig?
            Was mir nur noch nicht klar ist ob ich mich vorher nicht doch arbeitssuchend melden muss, ist doch eigentlich verpflichtend, oder?

            Gruß pastorin

          • Tja – das ist so eine von den Fragen, die ich auch nicht hundertprozentig klären konnte.

            Auf jeden Fall liegst du mit einer Arbeitsuchendmeldung 3 Monate vor der Arbeitslosmeldung auf der sicheren Seite. Ich glaube allerdings, dass es nicht erforderlich ist.

            Ich denke, aus einem beschäftigungslosen Verhältnis müsste man sich jederzeit arbeitslos melden können, aber ganz sicher bin ich mir da eben nicht.
            Es ist die Frage, was einem wichtiger ist: Die sichere Variante oder notfalls eine Sperre von (ich glaube) einer Woche in Kauf zu nehmen. Jeder, wie er meint.

            Sehr gut ist in jedem Fall schon mal die Tatsache, dass die Abfindung erst im Folgejahr bezahlt wird! Damit ist schon mal ein wichtiger Baustein für die Steuer-Optimierung gelegt. Ich würde einmal über die Rürup-Variante nachdenken: Spart Steuern und entspannt die Situation mit der Arbeitsagentur.
            Gruß, Der Privatier

      • Wenn ich einen „Medi-Job > 450 € ausfühe , dann werden doch SV-Beiträge abgfeführt . Somit hätte ich dann doch zmindest für die Familie eine Krankenversicherung während dieser Zeit und würde eine „Privatversicherung“ nicht benötigen !? Sehe ich das richtig ?

        • Meines Wissens nach ist das richtig so. Ab 450€/Monat ist ein Job sozialversicherungspflichtig und es werden Beiträge an die Krankenversicherung gezahlt. Wenn die Familienmitglieder die Voraussetzungen erfüllen, können sie kostenfrei mitversichert werden.

          Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Mr. Excel,

    wenn ich dich in deinen Ausführungen richtig verstanden habe sind die Sanktionen (Sperrzeiten) bei Aufhebungsvertrag nach 12 Monaten hinfällig.
    Also konkret mein Fall. Letzter Arbeitstag (Aufhebungsvertrag mit Abfindung) ist der 31.01.2015 unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist. Wenn ich nun von meinem Dispositionsjahr Gebrauch mache müsste ich also spätestens am 01.02.2016 den Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, habe ich dies richtig verstanden? Somit gäbe es dann auch keine Sanktionen (Sperrzeiten) mehr.
    Am 02.02.2016 würde dann der Anspruch auf das Arbeitslosengeld komplett wegfallen,oder? Also ein gewisses Risiko besteht wenn man den Termin verpasst.
    Gruß der Maat

    • Aus meiner Sicht ist das vollkommen richtig verstanden.

      Wobei ich höchstens den Satz: „Also ein gewisses Risiko besteht wenn man den Termin verpasst.“ als etwas zu harmlos empfinde.
      Ich finde, man kann es nicht deutlich genug sagen: Wenn man nur einen Tag zu spät kommt, ist der komplette Anspruch auf das Arbeitslosengeld unwiderruflich und vollständig verloren!

      Mir selber wäre so etwas viel zu unsicher, denn ich habe nirgends gefunden, wie denn nun konkret die Rechnung aussieht. Genau so gut könnte ich mir nämlich vorstellen, dass die Agentur bei der Arbeitslosmeldung am 01.02.2016 sagt: Das Jahr war gestern am 31.Januar zu Ende. Sie kommen leider einen Tag zu spät.

      Oder – andere Variante: Vielleicht kann ich mich zwar heute arbeitslos melden, aber mit Gültigkeit ab dem nächsten Tag. Und wieder wäre es einen Tag zu spät.
      Wie gesagt – das sind alles nur meine Unsicherheiten. Reine Fantasie. Dennoch – ich würde es nicht darauf ankommen lassen.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo an alle „Grenzgänger“,
    warum tut Ihr Euch das an. Es muß nicht der aller-aller-letzte Tag des Dispositionsjahres sein. Die Schärfe 1.1 – 31.12. ist sowieso nur für Abfindungsoptimierer wichtig. Ohne Abfindung – keine Sanktionen – also warum dann TerminJunkie spielen. Dann laßt doch das jahr 1 Monat oder 2 Wochen früher zu Ende gehen. Auch die, die durch das Dispositionsjahr in die 2 jahre ALG-1 hüpfen weil sie 58 geworden sind, haben doch alles erreicht.
    Und den „Abgefundenen“ rate ich sprecht mit dem Arbeitsamt – redet mit denen. Ich kann nur gutes berichten. Ich hab mich nach 11,5 Monaten arbeitssuchend gemeldet und dann auch an 1.1. arbeitslos gemeldet und den Antrag auf ALG-1 gestellt, bearbeitet wurde der dann erst im Januar.
    @Covavoro :
    JA! SV (KV,PV,AV) ist nix. Das mnußt Du dann selbst organisieren, es sei denn Deine Frau ist pflichtversichert, dann Kommst Du und die Kinder in die Familienversicherung.
    Kostenlos 😉

  5. Hallo und vielen Dank für das schnelle Feedback. Ich habe zwar noch ein wenig Zeit bin mir aber noch nicht so richtig im Klaren welche Variante ich wähle. Sollte es mit dem Dispossitionsrecht zu Komplikationen kommen, wäre mir auch die von dir gewählte Variante der An und Abmeldung Recht, obwohl es dann vielleicht zu einer dreimonatigen Sperrzeit kommen würde, die ich eigentlich mit dem Dispossitionsrecht umgehen wollte. Mal sehen ob Mr. Excel mir weiterhelfen kann. Nochmals vielen Dank und ein ruhiges und zufriedenes Leben. Der Maat

  6. Vielen Dank noch einmal. Also mir ging es eigentlich eher darum die Sperrfrist zu umgehen bzw. die darausfolgende Leistungskürzung. Wenn ich dies richtig verstanden habe geht dies nur wenn das eine Jahr kein Leistungsbezug erfolgt und dannach habe ich dann den vollen Anspruch 18 Monate, oder? MfG

    • Das Wegfallen der Sperrfrist begründet sich durch den Satz im § 148 Abs. 2 Satz 2 SGB III, wo es heißt: „In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 3 und 4 entfällt die Minderung für Sperrzeiten bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme oder Arbeitsaufgabe, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt.“

      Ich wiederhole mich hier gerne noch einmal: Ich sehe da die nicht zu unterschätzende Gefahr, dass für das Vermeiden der Sperrfrist exakt der eine Tag mehr als ein Jahr gebraucht wird, der damit dann das Erfüllen der Rahmenfrist zunichte macht. Und noch einmal: Ich würde es nicht darauf ankommen lassen.

      Für mich würde ich daher das Fazit ziehen: Das Dispositionsjahr ist dringend zu empfehlen, für Kandidaten, die dadurch in eine höhere Altersstufe kommen. Es ist ebenfalls zu empfehlen, um die steuerliche Belastung durch den ALG Progressionsvorbehalt abzumildern.
      In beiden Fällen würde ich aber dringend davon abraten, (wie Mr. Excel es so schön ausgedrückt hat) hier den „Grenzgänger“ zu spielen und zu versuchen, das Dispositionsjahr auf den Tag genau einzuhalten.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo zusammen,
        ich bin also jetzt arbeitssuchend, aber noch nicht arbeitslos, mein Beschäftigungsverhältnis endet zum 30.12.2014, also ab 31.12. bin ich arbeitslos.
        Laut Arbeitsamt automatisch, da ich mich ja schon arbeitssuchend gemeldet habe.

        1. Wie melde ich mich beim Arbeitsamt wieder ab, damit ich am 31.12.2014 mit der Dispositionszeit beginnen kann?
        2. Also falls ich mich vor dem 31.12.2015 wieder arbeitslos melden würde, dann hätte ich immer noch mit der 3-monatigen Sperre aufgrund Aufhebungsvertrags zu rechnen?
        3. Falls ich mich nach dem 01.01.2016 arbeitslos melden würde, hätte ich keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld, da in den letzten 730 Tagen nicht 365 Tage gearbeitet wurde? (wie auch immer das Arbeitsamt nun 12 Monate definiert)
        4. Da meine Ruhezeit bis 31.05. gehen muss, müsste ich mich also am 01.03. wieder arbeitslos melden, damit die Sperrzeit von 3 Monaten noch mit Ruhezeit überlagert wird und ich kein Arbeitslosengeld verliere und nicht unnötig lange selbst für KV und PV aufkommen muss?

        Es ist schon ziemlich schwierig, das Optimum zu finden.

        • Was ich noch gerade gelesen habe, man muss sich zunächst arbeitslos melden, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erhalten und die Höhe bestimmen zu lassen, erst danach könne man das Dispositionsrecht wahrnehmen.
          Ist das richtig oder irrelevant, kann ich mich auch jetzt einfach wieder abmelden ohne je arbeitslos gewesen zu sein?

          • Ich denke, hier werden zwei Dinge miteinander vermischt:

            * Ich selber habe mit der „Methode des An- und Anmeldens“ den Weg gewählt, zunächst den Anspruch festschreiben zu lassen, diesen dann aber später erst in Anspruch zu nehmen.
            * Der Witz des Dispositionsjahres besteht aber gerade darin, sich zu Beginn NICHT arbeitslos zu melden. Ansonsten würde die Erhöhung des Anspruches für ältere Jahrgänge nämlich nicht funktionieren. Was man beim Dispositionsrecht machen könnte (oder sollte) ist, sich vorab in einem Beratungsgespräch sich über das genauere Prozedere zu informieren. Dies ist aber keine Arbeitslosmeldung!

            Gruß, Der Privatier

        • Oh – da waren ja noch mehr Fragen… hätte ich fast übersehen. Also zu.

          1. Von einer „automatischen“ Arbeitslosmeldung habe ich noch nie etwas gehört. Im Gegenteil: Es heißt immer, dass IMMER nochmals eine persönliche Vorstellung im „Amt“ erforderlich ist. Und abmelden würde ich mich wahrscheinlich am ehesten in einem persönlichen Gespräch. Dann kann man auch gleich das Ansinnen des Dispositionsjahres kundtun.

          2. Sperr- und Ruhezeiten beginnen immer mit dem Ereignis, welches sie begründet. In diesem Falle also mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Und sie laufen dann auch ab – unabhängig davon, ob man nun daran „teilnimmt“, oder nicht. Melde ich mich also erst nach dem Ablauf wieder arbeitslos, gibt es keine neue Fristen mehr. Allerdings wird die Verkürzung des Anspruches wohl bestehen bleiben.

          3. Beim Dispositionsjahr ist es von entscheidender Bedeutung, dass man nicht zu spät kommt: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Also auf keinen Fall, NACH dem 01.01.2016 melden! Damit würde der ganze Anspruch komplett verloren gehen.

          4. Wenn die Ruhezeit bis zum 31.05. läuft, wird es in dieser Zeit keine Leistung von der Agentur geben und auch die KK ist selber zu bezahlen. In einer Meldung zum 01.03. sehe ich daher so recht keinen Sinn.
          Achso! 01.03 wären 3 Monate vor dem 01.06. (Ende der Ruhezeit). Ich halte diese 3-Monatsfrist in diesem Fall für nicht erforderlich (ohne Gewähr), denn schließlich sollte ich mich doch von heute auf morgen dazu entschließen können, mich dem Arbeitsmarkt wieder zu Verfügung zu stellen, ohne dass ich dies 3 Monate vorher anmelden muss. Ich selber habe mich bei meiner zweiten Arbeitslosmeldung mit ein paar Tagen Vorlauf angemeldet. Ohne Diskussion und ohne Sanktionen.

          5. Man sollte nicht unbedingt verbissen auf das Optimum hinarbeiten. Es gibt immer einen im Leben, der es besser kann. Gelassen bleiben: Es reicht doch, wenn es einigermaßen gut ist. Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.
            Wahrscheinlich war meine Arbeitslosmeldung zum 31.12.2014 nicht ganz automatisch, ich war ja zum Erstgespräch nach der Arbeitssuchendmeldung.
            3. ist nur interessant, wenn ich vorhabe, solange und soviel Arbeitslosengeld wie möglich zu bekommen. Nach einem ganzen Dispositionsjahr gibt es keine Sperrzeiten mehr, man erhält dann also Anspruch auf 12/18 oder 24 Monate Arbeitslosengeld. In meinem Fall würde ich aber dazu tendieren, in 2016 nur noch kurzzeitig arbeitslos zu sein und schnell eine neue Anstellung zu finden. Für Frührentner wäre es aber wichtig, die Verkürzung des Bezugsrechts loszuwerden. Die Gefahr mit dem Ablauf der zwei Jahre ist aber vielleicht nicht ganz so groß, da man doch nur 360 Tage Arbeit innerhalb der letzten 2 Jahre nachweisen muss. Wenn man sich hier also bspw. am 04.01.2016 arbeitslos melden würde, wäre die Sperrzeit verwirkt, aber man hat zwischen 04.01.2014 und 03.01.2016 mehr als 360 Tage gearbeitet, nämlich vom 04.01. – 30.12.2014… sollte also passen.
            Mein 4. bezog sich auf 2. und war ein Trugschluss, Ruhe- und Sperrzeit sind beide nach dem 31.05. abgelaufen, Arbeitslosengeld würde also sofort ab Arbeitslosmeldung gezahlt werden, allerdings eben mit verkürzter Laufzeit.

  7. Vielen Dank noch einmal für die Erläuterungen. Es bleibt ja noch die Variante der An- und Abmeldung, zumal man wenn ich es richtig verstanden habe ich den Leistungsbezug(18 Monate) über mehrere Jahre strecken kann ohne den Anspruch zu verlieren. Gruss der Maat

    • Ja – auch das ist richtig verstanden. Ein einmal festgestellter Anspruch bleibt bis zu vier Jahre erhalten. Sind die vier Jahre vergangen, kann der (Rest-)Anspruch nicht mehr geltend gemacht werden.

      Gruß, Der Privatier

  8. Ich hatte letzte Woche mei erstes Beratungsgespräch und heute mit der Agentur für Arbeit zum Thema Dispositionsjahr gesprochen:

    Hier kurz die Fakten und Zusammenfassung:

    Bei mir ist der 31.10.214 der letzte Arbeitstag. Arbeitssuchend hatte ich mich gut 3 Monate vorher gemeldet und letzte Woche mein erstes Beratungsgespräch. Ich habe direkt das Wort Dispositonsjahr fallen lassen und das ich meine Bezüge erstmal verschieben möchte. Das scheint wirklich ein Zauberwort zu sein…das Ergebnis war, das man mich aus der Arbeitsvermittlung abmeldet und ich mir über das Servicecenter ein Beratungsgespräch zum Thema Disposition einholen soll. (Das mußte ich auch unterschreiben.)
    Wie gesagt, der 31.10.14 ist der letzte Arbeitstag und ich müßte mich dann ein Jahr später zum 01.11.15 arbeitslos melden. Dann liegt das Ereignis, was zur Sperrfrist führen würde ein Jahr zurück und zählt nicht mehr. (Deswegen eben genau ein Jahr!) Dies ist aber ein Sonntag. Man kann aber schon z.B. eine Woche vorher zur Agentur für Arbeit hingehen und sich zum 01.10.2015 arbeitslos melden! Dies wird dann wohl vermerkt.
    Dieser Stichtag wird dann herangezogen um die sogenannte Rahmenfrist festzustellen. Die wäre in meinem Fall vom 01.11.2013 bis 31.10.2015. Und innerhalb dieser Rahmenfrist muß man mindestens 12 Monate beschäftigt gewesen sein um ALG-I zu beziehen. (Ganz genau gesagt handelt es sich um 360 Kalendertage!) Und das passt ja dann auch. (ggf. wäre es dann wohl nicht ganz so dramatisch, wenn man ein Tag überzieht, aber darauf würde ich es nicht ankommen lassen!)
    Fazit, wenn es gut geht:
    – Keine Sperrfrist > 3 Monate mehr Bezüge
    – Altergrenze übersprungen > noch mal 3 Monate mehr Bezüge
    – Abfindung in 2015, damit wird nur ALG-I in Nov15 u. Dez15 steuerlich angerechnet > Es bleibt deutlich mehr netto von der Abfindung übrig.

    Die einzige Info die mir jetzt noch fehlt ist, ob ich das Dispositionsrecht auch irgendwie schriftlich ausführen muß. Es war heute die Rede von einem Vordruck der ausgefüllt werden muß, aber wohl nur wenn man schon Arbeitslos gemeldet ist. (Dazu bekomme ich noch was zugeschickt.)

    • Vielen Dank für deine Zusammenfassung. Um exakt die gleichen Daten handelt es sich bei mir auch. Mein Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit findet aber erst nächste Woche statt…

      Du meinst aber bestimmt, dass man eine Woche vorher die Arbeitslosmeldung zum 01.11.2015 ! abgibt, oder?

  9. Ja genau, also z.B. am 29.10.2015 mit dem Personalausweis beim Empfang melden und sich zum 01.11.2015 arbeitslos melden. Darauf achten, dass der 01.11.2015 auch notiert wird.

  10. @Steve:
    Auch von meiner Seite ein Dankeschön für den ausführlichen Bericht und letztlich für eine weitere Bestätigung für dieses Verfahren. Wichtig auch der Hinweis, dass man sich ein paar Tage vorher mit einem „Zieltermin“ arbeitslos melden kann. Damit sollte man den kritischen Termin auf keinen Fall verpassen.

    Noch eine kleine Randbemerkung: Das genaue Verfahren ist dann aber wohl auch von den örtlichen Gegebenheiten der Agentur abhängig. So gibt es in der recht kleinen Agentur, bei der ich mich arbeitslos gemeldet habe, gar keinen „Empfang“. Hier muss man sich schon in die Warteschlange direkt beim Sachbearbeiter einreihen. Aber sind dann nur noch Details…

    Gruß, Der Privatier

  11. @Steve Wood
    Also ich habe diesen Weg schon 2008 beschritten.
    Mein Arbeitsverhältnis habe ich am 30.12.2008 beendet und die Abfindung wurde im Januar 2009 ausgezahlt. Durch das Dispositionsjahr habe ich Steuern in der Höhe des ALG1 gespart. Also es lohnt sich.

    Arbeitsuchend habe ich mich bei der Agentur im September 2008 beim Abschluss des Aufhebungsvertrages gemeldet. Dort habe ich gesagt ,das ich mein Dispositonsrecht in Anspruch nehmen will und habe darauf eine Erklärung unterschrieben. Dieses gab es damals von unserem Betriebsrat.
    Zu dem Thema genaue Einhaltung der Zeiten. Man sollte schon wissen ob man vorher mindestens ein Jahr versicherungspflichtig beschäftigt war.
    Den Antrag für das ALG nach dem Dispositionsjahr (bei mir war es der 31.12.2009) kann man schon 3 Monate vor dem Zeitpunkt beantragen. Man meldet sich nicht erst am letzten Tag bei der Agentur.
    Das Einzigste was man noch beachten sollte, ist die Rentenversicherung. Wenn man das Dipositionsjahr in Anspruch nimmt, steht man in der Zeit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und bekommt diese Zeit nicht als Beitragsfreie Anrechnungszeit bei der Rentenversicherung. Dieses sollte man berücksichtigen.(Erwerbsminderung oder Anrechnungszeiten)

    • Danke Bernie für die Schilderung der Erfahrungen mit dem Dispositionsjahr.

      Sehr wichtig auch der Hinweis auf die Rentenversicherung! Die Arbeitsagentur zahlt (selbstverständlich) während des Dispositionsjahres keine Beiträge in die Rentenversicherung und man sollte sich schon informieren, ob einem das Jahr nicht u.U. später irgendwo fehlt. Sollte dies so sein, kann man aber auch mit einem relativ geringen Betrag die Zeiten selber auffüllen. Aber: Termine beachten! Das geht nur bis zum 31.3. des Folgejahres!

      Und natürlich muss man während des Dispositionsjahres die Krankenkasse komplett selber bezahlen. Aber wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe:
      Wer den Weg zum Privatier geht, dem stellt sich höchstens die Frage, „wann“ er diese Beiträge zahlen muss. Früher oder später kommt das ohnehin. Und durch das Dispojahr werden die Zahlungen lediglich verschoben. Das ALG wird nach hinten geschoben, dafür werden die KV-Beiträge nach vorne gezogen.

      Gruß, Der Privatier

      • Kurz noch eine Ergänzung:
        Die Rentenbeiträge bis zum ALG zahle ich freiwillig. Einfach schon um die Wartezeit zu erfüllen um vorzeitig mit Abschlägen eine Rentenzahlung zu erhalten.
        Interessanterweise musste ich keine Erklärung unterschreiben, das ich mein Dispositionsrecht in Anspruch nehmen will. Man hat mich einfach wieder aus dem Status „arbeitssuchend“ abgemeldet. Der telefonische Berater fand das auch erst merkwürdig, die spätere Erklärung war dann aber, dass man vom eigentlichen Dispositionsrecht erst spricht, wenn man sich schon den Status arbeitslos hat. Da ich das ja noch nicht bin, reicht die 1 Jahr spätere Arbeitslosmeldung auch, um entsprechend die Vorteile des „Dispositionsjahres“ zu bekommen. (Eine Erklärung wäre erst notwendig, wenn man auch arbeitslos ist.)
        Was ist eigentlich wenn die ALG Zahlungen sich verzögern z.B. durch Verzögerungen in der Feststellung? Als Beispiel die Zahlungen für Nov/15 und. Dez/15 kommen erst in 2016? Zählen die dann auch steuerlich für 2016? Vielleicht hat ja jemand schon Erfahrung mit verzögerten Zahlungen und deren steuerlichen Auswirkungen.
        Zumindest könnte in meinem Fall noch einmal interessant werden.

        • „Was ist eigentlich wenn die ALG Zahlungen sich verzögern z.B. … erst in 2016? Zählen die dann auch steuerlich für 2016?“
          Eine gute Frage! Eigentlich gilt ja in Deutschland grundsätzlich das Zufluss-Prinzip, d.h. zu versteuern ist etwas erst dann, wenn es dem Steuerpflichtigen auch zur Verfügung steht. Andererseits kann ich mir kaum vorstellen, dass die Arbeitsagentur ihre Leistungen nicht den entsprechenden Stellen (Rentenversicherung, Krankenkasse und eben Finanzamt) für das Jahr meldet, dem sie wirtschaftlich zuzuordnen sind.

          Aber – ich selber habe keine Erfahrungen mit dieser Situation und kenne auch keine Quellen, die die Vorgehensweise konkret beschreiben.

          Gruß, Der Privatier

      • Es kommt auf die persönliche Situation an.
        Wenn man verheiratet ist und die Frau ist in gesetzlichen Krankenversicherung, versichert man sich über die Familienversicherung und zahlt keine Beiträge.

        • Völlig richtig. Allerdings gilt es hier auch aufzupassen, dass der Familienversicherte gewisse Grenzen bei den Einkünften (auch Kapitaleinkünfte!) nicht überschreitet. Ansonsten wird das nämlich nichts mit der Familienversicherung. Mehr dazu habe ich im Beitrag: „Familienversicherung der Krankenkasse“ geschrieben.

          Gruß, Der Privatier

  12. Hallo,
    ich habe gestern von meiner Firma erfahren, dass mir ein Aufhebungsvertrag mit (sehr) großzügiger Abfindung angeboten wird, was auf freiwilliger Basis stattfinden soll. Wenn sich nicht genügend freiwillige finden, soll es betriebsbedibgte Kündigungen ohne Abfindung und/oder Umstrukturierungen mit Versetzung geben. Da ich auch gesundheitlich angeschlagen bin, möchte ich das Angebot gerne annehmen. Ich habe hier ein wenig herumgelesen und habe mir schon eine Verhandlungsstrategie gestrickt. Ich würde mich freuen wenn ich ein feedback bekommen könnte.
    Fakten: Einkommensteuer in der höchsten Progressionsstufe, Ehefrau selbständig und ebenfalls ind er höchsten Progressionsstufe. Abfindung ca ein Jahresgehalt.
    Strategie: Austrittstermin spätestens zum Dezember 2014 (oder früher???)
    Unbedingt Auszahlung der Abfindung erst im Januar 2015
    Dispositionsjahr, Arbeitslosmeldung im Dezember 2015
    Anwendung der Splittingtabelle für das JAhr 2015

    Habe ich etwas vergessen oder gibt es weitere wichtige Informationen, die mir auf die Schnelle entgangen sind?
    Vielen DAnk
    Timmy (56)

    • So „auf die Schnelle“ lässt sich das kaum beantworten, ob da vielleicht etwas übersehen worden ist. Folgende Dinge halte ich für wichtig:

      In jedem Fall sollte geklärt sein, ob die Finanzlage es zulässt, zukünftig (bis zur Rente und darüberhinaus!) ohne entsprechendes Einkommen auszukommen.
      Hier halte ich einen Finanzplan (zumindest grob) für unerlässlich.

      Natürlich wäre zu prüfen, wie sich das verfrühte Ende der Berufslaufbahn auf die Rentenansprüche auswirkt (Eintrittsalter und Höhe).

      Und die Frage der Krankenversicherung wäre zu klären. Privat/Gesetzlich? Familienversicherung möglich?

      Auch wenn sich „ein Jahresgehalt“ als Abfindung zunächst großzügig anhört, wäre zu überprüfen, ob es das wirklich ist. Wie viel Monatsgehälter (oder Teile davon) sind dies denn bezogen auf die Jahre der Betriebszugehörigkeit?

      Ich habe gerade im Beitrag über die Ruhezeiten den Rat gegeben, möglichst die Kündigungszeiten einzuhalten, weil ansonsten eine Ruhezeit bei der Arbeitsagentur droht. Ohne die Hintergründe zu kennen, erscheint mir bei einem Ausscheiden aus der Firma zum Ende Dezember 2014 darauf nicht geachtet zu sein. Kein Problem – habe ich auch nicht gemacht. Aber ich will trotzdem drauf hinweisen. Außerdem kann man mit dem Dispositionsjahr ja auch Sperre und Ruhezeit umgehen.

      Insofern hört sich die Strategie in den geschilderten Punkten richtig an!

      Ein Punkt macht mich allerdings ein wenig stutzig: „Anwendung der Splittingtabelle“. Dies ist eigentlich der „Normalfall“ bei Ehepaaren. Die Splittingtabelle wird eigentlich immer angewandt.

      Oder war damit die Idee einer getrennten Veranlagung gemeint? Falls ja, ist die Idee sicher ganz gut, aber leider kann ich dazu nichts sagen. Das wäre dann eindeutig ein Fall für den Steuerberater, der dies anhand konkreter Zahlen einmal ausrechnen kann.

      Ich hoffe das hilft erst mal auf die Schnelle…

      Gruß, Der Privatier

    • Gerade fällt mir noch ein wichtiger Punkt ein:
      Bei der beschriebenen Strategie könnte u.U. die Fünftelregel gefährdet werden!
      Denn diese gibt es nur, wenn mit Abfindung das Einkommen höher ist als ohne.
      Bei einer Abfindung in Höhe eines Jahresgehaltes gilt es ganz genau aufzupassen.
      Nicht großzügig zur falschen Seite runden lassen! Wer z.B. im letzten Jahr ein Jahresgehalt von 80.748,19 Euro erhalten hat, sollte daher in der o.g. Konstellation keine Abfindung von 80.000 Euro akzeptieren.

      Gruß, Der Privatier

  13. Vielen Dank!
    Zu den Punkten
    die Finanzlage würde es zulassen. Einzig dicker Batzen an eigenen Ausgaben ist die private Krankenversicherung, die zu Buche schlagen würde. Die Rentenansprüche wären natürlich stark vermindert, aber zumindest die Dauer der Beitragszahlung könnte ich durch eine Teilzeitanstellung oder geringfügige Besch. im Betrieb meiner Frau aufrechterhalten.
    Mit Splittingtabelle habe ich wie Sie schon vermuteten die getrennte Veranlagung gemeint. Sorry!
    Die Abfindung wäre höher als ein Jahresgehalt aber ich werde aufpassen, dass nicht etwaige Gratifikationen bei der Gesamtberechnung vergessen werden.
    Mein Steuerberater wurde schon zu Rate gezogen und rechnet uns alles durch.
    Mit der Kündigungsfrist wird es schwierig werden, denn die beträgt bei mir 6 Monate.
    Vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort

    • Ja, das hört sich doch schon einmal gut an.

      Und ich will hier auch keinesfalls etwas schlecht machen – aber einen Gedanken muss ich dann doch noch los werden:

      Dass eine Kündigungszeit nicht eingehalten wird, halte ich nicht für ein großes Problem. Habe ich ja schon erwähnt. Allerdings sollte man sich dazu doch noch Folgendes überlegen:

      Wenn die Kündigungszeit 1/2 Jahr beträgt, müsste der AG bei einer „normalen“ Kündigung ja ohnehin noch 1/2 Jahresgehalt bezahlen. Wenn er jetzt bei quasi sofortiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1 Jahresgehalt als Abfindung anbietet, so ist dies nur 1/2 Jahresgehalt mehr, als einem ohnehin zusteht.

      Dies nur mal so zum Überlegen. Und ggfs. als Argument für Verhandlungen (falls noch möglich).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,
        mittlerweile habe ich bessere Informationen bekommen.
        Also, ich hatte da was misverstanden. Die Kündigungszeit wird doch eingehalten, aber ich werde freigestellt wenn ich das will. Alternativ kann ich freiwillig früher ausscheiden, bekomme dann aber das entgangene Gehalt bis zum Ende der Kündigungsfrist zu 100% zur Abfindung dazu.
        Fall 1: Voller Gehaltsbezug bis zum März 2015+ Abfindung (deutlich über 1 JAhresgehalt, also Fünftelregelung nicht in Gefahr)ZAhlung der Abfindung im Juni
        Fall2: Freiwilliges Ausscheiden zum 31.12.14 ZAhlung der Abfindung im April 2015 unter Anwendung der Fünftelregelung.
        Rein intuitiv gehe ich davon aus, dass Fall 2 für mich günstiger wäre, zumal ich meine private Krankenversicherung dann im JAhr 2015 für 2,5 Jahre im voraus zahlen würde und so mein zu verst. Einkommen nochmal reduzieren könnte. Wäre da zusätzlich auch noch ein Rürup Vertrag möglich?
        Fall 1 erscheint mir nicht sinnvoll, außer bei der Sperrfrist. Wird da nur eine Zeitlang nichts bezahlt oder das ALG auch von der Dauer her gekürzt??
        Nicht, dass das was man an Steuern spart, dann wieder als Einbußen an anderer Stelle hat.
        Danke schonmal im Voraus!!
        Timmy

        • Hallo Timmy,

          wenn ich das richtig verstanden habe, sollen in Fall-1 und Fall-2 dieselben Summen fließen. Einmal als Gehalt(1) und einmal als erhöhte Abfindung(2). Wenn es so ist, würde ich auch spontan Fall-2 als den günstigeren ansehen.

          Vorauszahlungen von KV-Beiträgen können in der Tat auch eine sehr sinnvolle Möglichkeit sein, die Steuer zu senken. Dies sollte meiner Meinung nach auch unabhängig von einem Rürup-Vertrag sein, da es sich hier um zwei verschiedene „Töpfe“ handelt. Während der Rürup-Vertrag in den Bereich der Altersvorsorge fällt (begrenzt auf 40T€), zählt die KV zu den allgemeinen Vorsorgeaufwendungen (wie auch Haftpflicht- oder Unfallversicherung). Beide gehören zu den Sonderausgaben.

          Warum Fall-1 im Hinblick auf eine Sperre besser sein soll, erschließt sich mir allerdings nicht. Ich vermute einmal, dass hier Sperrzeit und Ruhezeit verwechselt wurden.
          Eine Sperre wird es nämlich wohl in beiden Fällen geben (mehr dazu im Beitrag über Sperrzeiten).
          Eine Ruhezeit aber nur dann, wenn die Kündigungszeit nicht beachtet wurde (mehr dazu im Beitrag über Ruhezeiten). Bei einer Sperre verringert sich dadurch auch der Anspruch, bei einer Ruhezeit wird er nur verschoben, bleibt aber in der Höhe gleich.

          Ich weiß: Es ist leider ziemlich viel, was in kurzer Zeit bedacht und entschieden werden muss. Ich kann daher nur allen, die auch nur ansatzweise befürchten, irgendwann ihren Job zu verlieren, sich rechtzeitig und gründlich über diese Themen zu informieren. Ich kann da ein gutes Buch empfehlen: „Die Gedanken eines Privatiers„. Oder natürlich den Blog „Der-Privatier.com

          Gruß, Der Privatier

  14. Warum gibt es bei Variante 1 eine Sperre, wenn doch die Kündigungszeit eingehalten wird und der Auflösungsvertrag daher einer ordentlichen Kündigung entspricht?? (wird angeblich so formuliert)Ruhezeit ist schon klar, aber die kann man ja mit der Abfindung leicht überbrücken. Aber bei der Sperre verringert sich ja der Gesamtanspruch um 3 Monate. Ich bin davon ausgegangen, dass bei Variante 1 keine Sperre verhängt wird.

    • Bisher haben wir hier von einem Aufhebungs-Vertrag gesprochen. Dabei geht die Arbeitsagentur davon aus, dass dies eine einvernehmliche Regelung zwischen AN und AG ist, d.h. der AN hat an dem Verlust seines Arbeitsplatzes aktiv mitgewirkt. Und das bedeutet: Sperre!

      Anders könnte es dann aussehen, wenn wir von einem sogenannten Abwicklungs-Vertrag sprechen. Während der Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis einvernehmlich ohne Ausspruch einer Kündigung beendet, liegt bei einem Abwicklungsvertrag immer bereits eine Kündigung vor. Der Abwicklungsvertrag regelt dann nur noch die weiteren Modalitäten zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (z.B. Termine, Zeugnis und auch Abfindung). In diesem Fall akzeptiert der AN lediglich die Modalitäten (und die Kündigung), wirkt aber selber nicht mit. Von daher besteht dann kein Grund für eine Sperre.

      Gruß, Der Privatier

  15. O.k. danke, jetzt habe ich es verstanden und bin gewappnet für die Verhandlungsgespräche. Danke für Ihre Geduld mit mir. Letztendlich muss jetzt mit spitzem Bleistift alles vom Steuerberater durchgerechnet werden, wie man möglichst viel von der Abfindung retten kann. Aber dank Ihnen weiß ich jetzt worauf ich achten muss.
    Gruß
    Timmy

    • „Aber dank Ihnen weiß ich jetzt worauf ich achten muss.“
      Sehr schön! Dann habe ich mein Ziel ja erreicht. Denn genau darum geht es mir: Möglichst viel an Information und Wissen zu vermitteln, so dass man „auf Augenhöhe“ mit seinen Gesprächspartnern beim Arbeitgeber, aber auch beim eigenen Anwalt oder Steuerberater, sowie bei sämtlichen Behörden und Ämtern mitreden kann und seine berechtigten Interessen vertreten kann.
      Viel Erfolg !

      Gruß, Der Privatier

  16. Hallo,

    mit großem Interesse lese ich hier schon eine Weile mit….
    Jetzt bin ich auch in der Situation das mir ein Aufhebungsvertrag angeboten wurde..
    Nach langem Kampf ist es mir gelungen meinen Ausstieg auf den 30.12.15 zu schieben…somit wäre ich ab dem 31.12.15 arbeitslos…
    Eine weitere Bedingung für mich war, das die Abfindung im Januar 2016 ausgezahlt wird….Meine Abfindung entspricht ca 5 Jahresgehälter und ich möchte natürlich das Maximum Netto erzielen…
    Desweiteren gehe ich ab nächstem Jahr in Steuerklasse 3 damit auch beim Arbeitslosengeld mehr zu erzielen ist…

    Bei einem Beratungsgespräch mit meiner Firma, wurde mir das Dispositionsrecht vorgeschlagen, was ich auch anwenden möchte um auch die Sperrzeit beim Arbeitslosengeld zu umgehen…
    Laut Abfindungsrechner würden mir bei der Variante etwas mehr als 4/5 der Abfindung netto verbleiben….

    ich bin zur Zeit in der gesetzlichen KV freiwillig pflichtversichert….meine Frau ist gesetzlich KV und ich wollte in dem Dispositionsjahr bei ihr in der Familienversicherung unterschlüpfen…ist da ohne Probleme möglich, oder kann mir ihre KV einen Strich durch die Rechnung machen ??
    Vielen Dank vorab und für weitere Tipps bin ich immer dankbar !!

    Gruß

    demoli

    • Zunächst einmal meinen Glückwunsch zu der (wie ich meine) außergewöhnlich hohen Abfindung!

      Ein ähnliche Frage zur Familienversicherung , habe ich in einem Kommentar schon einmal erläutert. Das Thema findet sich in etwa in der zweiten Hälfte.

      Meine Aussage dort in Kurzform: „Während einer Ruhezeit muss erst einmal die Abfindung “aufgebraucht” und die Beiträge zur KV in voller Höhe selber gezahlt werden! Ruhezeiten werden aber nicht verordnet, wenn beim Ausscheiden aus dem Betrieb die Kündigungszeiten eingehalten wurden. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie sich keine Sorgen machen.“

      Wenn Sie die Regelung einmal selber und ganz genau nachlesen wollen, empfehle ich die Grundlagen der „Einheitliche Grundsätze zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder (GKV)„. Dort insbesondere §4, Abs. 1 und §5 Satz 5. Dort wiederum wird verwiesen auf die Regelungen des § 158 SGB III. Dieser wiederum sagt bereits im ersten Satz klipp und klar, dass eine Ruhezeit nicht über die normale Kündigungszeit hinaus wirkt.

      Von daher noch einmal zusammengefasst meine Antwort: Gibt es von der Arbeitsagentur eine Ruhezeit, so muss in dieser Zeit auch die KV aus eigener Tasche und in voller Höhe selber gezahlt werden. Die Ruhezeit der Arbeitsagentur können Sie ggfs. mit dem Dispositionsjahr umgehen – die KV-Beiträge nicht.

      Falls es Probleme mit der KV geben sollte, ist es dann gut zu wissen, was in den entsprechenden Paragraphen steht, um diese ggfs. zitieren zu können.

      Gruß, Der Privatier

      • „Gibt es von der Arbeitsagentur eine Ruhezeit, so muss in dieser Zeit auch die KV aus eigener Tasche und in voller Höhe selber gezahlt werden. Die Ruhezeit der Arbeitsagentur können Sie ggfs. mit dem Dispositionsjahr umgehen – die KV-Beiträge nicht.“
        Das stimmt nicht ganz. Er zahlt die Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung in der Sperrzeit (wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde) nicht in voller Höhe ,sondern nur den Mindestbeitrag der freiwilligen Krankenversicherung.
        Danach kann man in die Familienversicherung, falls man die Bedingungen erfüllt.

        • Danke für den Hinweis, Bernie. Allerdings stimmt der auch nicht so ganz.
          Aber ‚mal der Reihe nach:
          In meinem Kommentar war die Aussage, dass der KV-Beitrag in voller Höhe bezahlt werden muss, in der Tat nicht richtig! Es ist aber auch nicht zutreffend, dass nur der Mindestbeitrag bezahlt werden muss. Stattdessen ist es ganz einfach so, dass sich der Beitrag in der freiwilligen, gesetzlichen Krankenversicherung nach dem persönlichen Einkommen berechnet. Und somit kann der KV-Beitrag sich theoretisch überall zwischen diesen beiden Extremen bewegen.

          Und da das Einkommen eine Rolle spielt, ist es dann eben auch wichtig, ob wir über eine Sperrzeit reden, oder über eine Ruhezeit (bitte nicht verwechseln oder in einen Topf werfen!). In der Ruhezeit muss man sich zusätzlich zu den sonstigen Einkünften (Kapital etc.) auch noch das anteilige Einkommen aus der Abfindung anrechnen lassen. In einer Sperrzeit dagegen nicht.

          Eine pauschale Aussage kann man daher nicht machen, es ist immer auch von den persönlichen Verhältnissen abhängig.

          Danke und Gruß, Der Privatier

          • “ Es ist aber auch nicht zutreffend, dass nur der Mindestbeitrag bezahlt werden muss. Stattdessen ist es ganz einfach so, dass sich der Beitrag in der freiwilligen, gesetzlichen Krankenversicherung nach dem persönlichen Einkommen berechnet. Und somit kann der KV-Beitrag sich theoretisch überall zwischen diesen beiden Extremen bewegen.“
            Ich bin logisch davon ausgegangen,das er im Dispositionjahr keine zusätzlichen Einkünfte (Job) erreichen will.

            “ In der Ruhezeit muss man sich zusätzlich zu den sonstigen Einkünften (Kapital etc.) auch noch das anteilige Einkommen aus der Abfindung anrechnen lassen.“
            Das ist auch nicht richtig. Es kommt darauf an, wie der Aufhebungsvertrag abgeschlossen wurde. Man kann einvernehmlich das Arbeitsverhälnis auflösen und trotzdem wird die Abfindung nicht als anteiliges Einkommen berechnet.
            Es muss nur im Vertrag stehen, das die Abfindung als sozialer Ausgleich für den Verlust seines Arbeitsplatzes bezahlt wird.
            Dieses gilt seit 2009 und die KK mußten das akzeptieren.

          • Danke Bernie

            für diesen kritischen Kommentar zur Frage, ob eine Abfindung (teilweise) bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge berücksichtigt wird.

            Ich halte allerdings die Formulierungen der bereits von mir zitierten Passagen in den „Einheitliche Grundsätze zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder (GKV)„. (Stand Nov. 2013), hier insbesondere §4 Nr.1 und §5 (5) für recht eindeutig und sehe da keine Einschränkungen oder Lücken, die sich mit speziellen Formulierungen eines Aufhebungsvertrages begründen ließen.

            Und wir reden hier ja ohnehin immer nur über „Abfindungen, die als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes“ bezahlt werden, also über sog. „echte“ Abfindungen.
            Abfindungen, die wegen anderer Gründe gezahlt werden, zählen zum Arbeitsentgelt und sind auf jeden Fall sozialversicherungspflichtig.

            Es wäre für mich und sicher auch für viele andere Leser interessant, einmal einen Beleg, eine Quelle oder ein Gerichtsurteil o.ä. zu erfahren, welches Deine Auffassung bestätigt, nach der auch bei Vorliegen der Kriterien für eine Ruhezeit, die Abfindung vollständig
            nicht zur Berechnung der Krankenkassenbeiträge (freiw. GKV) herangezogen wird.

            Gruß, Der Privatier

  17. mein Fall nochmal kurz zusammengefasst:
    Auflösungsvertrag unterschrieben in 10/14…Ausstieg 30.12.15 somit Einhaltung meiner 7 monatigen Kündigungsfrist…Auszahlung der Abfindung 01/16

    Beginn des Dispositionsjahrs 31.12.15 und Ende 30.12.16(in der Zeit würde ich in die Familienversicherung meiner Frau schlüpfen)….damit umgehe ich die 84 tägige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld und habe den angenehmen Nebeneffekt das ich in 2016 kein Einkommnen erziele(nur für den 31.12.16 würde ich Alg I bekommen) und somit deutlich mehr Netto von der Abfindung bleibt…

    Zusätzlich gehe ich ab 01/15 in die Steuerklasse 3 damit die Abfindung auch in dieser ausgezahlt wird…zusätzlich macht sich das auch bei der Höhe des Alg I bemerkbar, was ich ab dem 31.12.16 beziehe….

    Das ist mein Plan, hoffe das ich (fast) alles bedacht habe, um das maximum netto steuerlich zu erzielen…

    gruß

    demoli

    • Aus meiner Sicht ist der Plan korrekt. Eine Veranlassung für eine Ruhezeit ist wg. der Einhaltung der Kündigungsfristen nicht gegeben und von daher gibt es aus dieser Sicht auch nichts gegen die Familienversicherung einzuwenden.
      Zu beachten wären dabei allerdings immer auch die anderen Einkünfte (z.B. Kapitalerträge). Nicht die Grenzen überschreiten (in 2014: 395€/Monat)!

      Ob der Plan ausreicht, um steuerlich das „Maximum“ zu erzielen, weiß ich nicht.
      „Maximum“ ist ohnehin immer schwierig, aber ein paar Optimierungen sind sicher immer noch möglich. Letztlich geht es immer darum, im Jahr der Abfindung das zu versteuernde Einkommen zu reduzieren. Eine Möglichkeit, die ich hier schon besprochen habe, wäre z.B. eine Rürup-Versicherung. Ich selber habe im Abfindungsjahr auch noch meine Kapitaleinkünfte komplett auf Null gedrückt. Eine weitere Variante werde ich in einem der nächsten Beiträge noch vorstellen. Wie gesagt – das gäbe es sicher noch Spielraum.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich hätte da noch einen Punkt,die Erwerbsunfähigkeitsrente.
      Man kann durch zahlen von freiwilligen Beiträgen während des Dispositionsjahres seinen Anspruch verlängern bzw. erhalten. Aber nur wenn man vor dem 31.12.1983 schon 5 Jahre Wartezeit erreicht hatte.
      Noch eine Voraussetzung ist, das man von 1984 bis zum Eintritt der Erwerbsminderung
      lückenlos mit sogenannten Anwartschaftserhaltungszeiten (zum Beispiel freiwillige
      Beiträge,unter bestimmten Voraussetzungen auch Zeiten der Arbeitslosigkeit(beitragsfreie Zeiten, wegen eigenem Einkommen nach ALG1) belegen kann.
      Es kommt also darauf an wie alt Sie sind ,was Sie nach ALG1 vorhaben und wie gesund Sie sind.

      • Ein sehr guter und wichtiger Punkt! Danke, Bernie!

        Ich kann mich an die hier genannten speziellen Voraussetzungen nicht mehr so detailliert erinnern, ich habe allerdings auch keinen Grund zum Zweifeln.

        Ergänzen möchte ich aber noch das Motiv, warum man denn überhaupt etwas für seinen Anspruch auf die Erwerbsunfähigkeitsrente tun sollte.
        Der liegt nämlich ganz simpel darin, dass man diesen Anspruch auf die Erwerbsunfähigkeitsrente komplett verliert, wenn man über einen Zeitraum von drei Jahren keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung eingezahlt hat!
        Vielleicht doch ein Grund, freiwillige Beiträge zu zahlen? Aber selbst das geht eben nicht immer. Wieso und warum, hat Bernie oben beschrieben.

        Gruß, Der Privatier

      • Diese wichtige Zusatzleistungen aus der GRV , es waren hier jedoch Zwei BU/EU Rente also nicht nur die Erwerbsunfähigkeitsrente , sondern auch die Berufsunfähigkeitsrente ( Andere Zugangsvorraussetzungen für Leistungsinanspruchnahme/ist heute glaube ich anders ? ) sind dann tatsächlich bei den Termin von 31.12.1978 bis 31.12.83 mit Wartezeiten , ich glaube 24 Monate in den 5 Jahren mit Pflichtbeiträgen belegt haben zu müssen , mit abgesichert .
        Dieses war bei mir halt leider nicht gegeben ( gerade an der Grenze ) , daher war für mich damals die aufrechterhaltung der GRV auch nicht wirklich spannend , um reine Altersrente daraus zu bekommen . Dieses Risiko ( Langlebigkeitsrisiko ) habe ich dann bei mehreren Privaten Rentenversicherungen abgedeckt , mit sofort beginnenden Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag. Dieses damals hochkomplexe Berechnungsverfahren , mit unterschiedlichen Szenarien , welches damals sehr Zeitintensiv war , hat sich heute für mich , wie bereits damals berechnet , doch als großer Vorteil erwiesen .
        Durch den frühen Rentenbezug ( also keine Ansparphase ) konnte der Break Event Point bei den meisten Versicherungen bereits nach 16 bis 18 Jahren erreicht werden , welches dann dannach nur zu einer erhöhung meiner Rendite führte . Also will sagen , der wirkliche Vorteil liegt eigentlich dabei in den eher zu erreichenden Zeitpunkt des Break even , welcher durch die GRV erst mit bei Anfang 65 ( z.Zt. steigend auf 67 ) plus ca. 13 Jahre bei 78 ( z.Zt. steigend auf dann 80 ) Jahren liegt. Langlebigkeitsrisiko für Altersrente hier zusätzlich abgedeckt .
        Jedoch für BU und EU Versicherung musste dann nochmal ein getrennter reiner Risikovertrag abgeschlossen werden , welches sich auch wieder nicht als so einfach gestaltete , da hier die Gesundheitsfragen doch schon sehr genau beantwortet werden mussten , wollte man im Leistungsfall nicht ohne Versicherung dastehen . Also auch hier , nicht alles so einfach , wie es alles ertsmal so erscheint . Diesen jedoch elementaren Versicherungsschutz der eigenen Arbeitskraft , kann ich jedoch nur dringend jeden ans Herz legen , der nochmal die möglichkeit des eigenen Arbeitens ( und den EU / BU Schutz ) mit in seine Gedanken einbezieht .
        Wichtig hierbei ist auch das Endalter richtig zu wählen , da dieses meist auch gleichzeitig das ENDE des ggf. eintretenden Leistungsbezugs ist. Also Beispiel , Endalter 65 , dann auch Leistungsbezug bis 65 . Dann übergang in Altersrente 65 Bei übergang mit 67 fehlen 2 Jahre . Endalter 60 , dann ??? fehlen 5 bis 7 Jahre für den übergang in Altersrente . Die müssten dann schon mal überbrückt werden können . So wäre hier jedenfalls meine Sichtweise . LG Det

        • Danke Det für Deine Einschätzungen. Insbesondere für den Hinweis auf die Notwendigkeit einer EU/BU-Versicherung (Erwerbsunfähigkeit/Berufsunfähigkeit). Ich denke, dies ist neben der persönlichen Haftpflichtversicherung eine der wenigen Versicherungen, die man wirklich haben sollte! Ich bin ja der Meinung, dass man Versicherungen nur braucht, um Katastrophen abzusichern. Alles andere ist überflüssig. Aber eine Erwerbsunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit ist schon eine der größten Katastrophen, die einen treffen kann. Also: Unbedingt erforderlich!

          Gruß, Der Privatier

          • Auch wichtig der Hinweis auf die Erwerbsunfähigkeitsrente der DRV :
            Die erworbene Anwartschaft erlischt wenn man in den zurückliegenden 5 Jahren 24 Monate keine Pflichtbeiträge mehr hat, wobei sich die 24 Monate aufaddieren.
            Lösung verschiedene wie z.B. :
            – Nach ALG-I weiterhin beim AA „arbeitslos aber ohne Leistung“ gemeldet
            bleiben, aber dafür dann auch alle Anweisungen befolgen.
            – Wieder in Beschäftigung mit Pflichtversicherung eintreten
            – auch möglich Geringverdiener werden
            ==> aber Option auf Pflichtversicherung ausüben
            (4,9% zus. selber zahlen)

          • Hallo Mr. Excel,
            danke für diesen wirklich sehr wichtigen Hinweis! Der hätte eigentlich einen gesonderten Beitrag verdient, damit er hier nicht in dem Kommentaren untergeht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das viele Betroffene nicht wissen.
            Meine Frau und ich haben das übrigens auch nicht gewusst, als meine Frau vor ca. 15 Jahren aufgehört hat zu arbeiten. Irgendwann kam dann die (man hatte fast den Eindruck „freudige“) Mitteilung, dass meine Frau nun ihren Anspruch auf ihre Erwerbsunfähigkeitsrente verloren hätte. Da gab es niemand, der dies im Vorfeld vielleicht einmal angekündigt hätte oder gewarnt hätte.

            Gruß, Der Privatier

  18. Mittlerweile habe ich viele Informationen gesammelt. Auch mit dem Dispositionsjahr falle ich jedoch um 3 Wochen knapp unter die 58 Jahresmarke.
    (Beschäftigungsende 31.3.15, Erreichen des 58. Lebesnjahr Ende April 16, aber ich müsste mich ja wenn ich alles richtig verstanden habe, spätestens zum 1. April 16 arbeitslos melden)
    Gibt es irgendeine Möglichkeit, da noch was zu machen? Bei mir steht auch eine Hüft OP an,für die ich noch einen günstigen Zeitpunkt suche, aber die würde ja dann doch auch nichts bringen, wenn ich sie noch am Ende der Beschäftigungsdauer machen ließe, da ja sonst mit einem ganzen Dispositionsjahr die 12 Monate innerhalb des Bemessungszeitraums nicht eingehalten werden könnten.Oder gilt das nicht bei Krankheit?

    • Tja – ich würde ja gerne einen tollen Geheimtipp verraten… leider habe ich aber für diesen Fall selber keine Idee.

      Die einzige Chance, den 58er ALG-Anspruch zu sichern, sehe ich nur in einer Verlängerung der Beschäftigung. Ein Monat würde ja schon reichen. Aber ich denke, eine nochmalige Verhandlung mit dem AG gehört wohl eher zu den theoretischen Modellen, oder?

      Von daher: Sorry – aber da sehe ich keine Möglichkeit. Denn ansonsten ist das alles richtig verstanden. Und dass eine Krankheit in irgendeiner Weise die Fristen oder Termine beeinflussen würde, ist mir bisher nicht bekannt.

      Vielleicht tröstet es ja ein bisschen, wenn ich sage, dass ich zwar nicht ganz so knapp, aber immerhin (inkl. Dispojahr) die 58 Jahre auch um gute 3 Monate verpasst hätte. Auch mit ein Grund, warum ich mich für einen anderen Weg entschieden habe. Aber ärgerlich bleibt es trotzdem.

      Gruß, Der Privatier

  19. Schade, ich hab mir schon gedacht, dass da nichts zu machen ist. Verhandlung mit dem AG ist keine Option. Da geht nichts, da werden alle gleich behandelt ohne Ausnahmen. Ich habe auch schon an eine neue Beschäftigung gedacht, aber da habe ich in meiner Branche und in meinem Alter keine reelle Chance darauf, vor allem nicht zu den gewohnten Konditionen. Die bauen alle ab und stellen nur noch junge billige Kräfte ein. Und irgendwo fachfremd für wenig Geld für eine kurze Zeit bringt mir auch nichts da dies meine ALG Anspruch verwässern würde. DAs müsste man sich dann wohl mal durchrechnen. Und die Gehaltsgrenze, bei der man ablehnen kann, richtet sich ja bestimmt auch nach der letzten Beschäftigung und nicht nach dem Durchschnitt des letzten Jahres.
    Wie ist es denn mit der Sperrzeit, wenn man sich, um die Jahresfrist nicht bis aufs letzte auszureizen einige Wochen früher arbeitslos meldet? Ist die dann auch vom Tisch oder muss man hierfür genau das ganze Jahr warten? Aso in meinem FAll: wenn ich mich am 28.3.16 anstatt am 1.4.16 al melden würde, würde es dann eine Sperrzeit geben oder nicht?
    Danke nochmal!
    Timmy

    • Der „Trick“ besteht darin, dass man in Deinem Beispiel am 28.3.2016 (oder auch noch eher) zur Arbeitsagentur geht und sich aber erst für einen späteren Termin (hier: 1.4.16) arbeitslos meldet.
      Damit ist man sicher, den Termin einzuhalten, aber sämtliche Prüfungen auf Anspruch, etc. werden erst für den eigentlichen Starttermin vorgenommen.

      Gruß, Der Privatier

  20. Ich denke, ich werde diesen Weg auch gehen. Es erscheint mir auch in meinem Fall besser als das Dispositionsjahr zu wählen. Dann könnte ich ALG für das restliche Jahr 2015 mitnehmen, mich am 31.12.15 abmelden, in 2016 die Abfindung ohne Einkünfte mit Progressionsvorbehalt und mit getrennter Veranlagung nach der Fünftelregelung versteuern und mich dann am 1.1.2017 wieder arbeitslos melden. Das würde steuerlich uU mehr bringen als die Sperrzeit zu umgehen, wenn es denn überhaupt eine gibt (Die Anwälte der Firma meinen, es dürfte keine geben, geben aber keine Garantie) Falls ich irgendwo noch einen Denkfehler habe, bitt ich um Berichtigung.

  21. Frage an Privatier und besonders ggf. an Mr. Excel,
    Dispositionsjahr, Rahmenfristen etc. und Rürup zur steuerlichen Optimierung usw. soweit verstanden und klar.
    Frage:
    Wenn mit geschicktem optimalen Timing des Dispositionsjahres die Sperrzeit (und Ruhezeit) vermeidbar ist, dann wird auch die Bezugsdauer des ALG1 nicht gekürzt d.h. max. Bezugsdauer 24 Monate anstatt verkürzte 18 Bezugsdauer von 18 Monaten?
    Das wäre nätürlich cool – allerdings zu schön um wahr zu sein – oder?

    • Ist schon richtig verstanden. Natürlich kommt man in den Genuss der 24 Monate Bezugsdauer nur dann, wenn man bei Antragstellung 58 Jahre oder älter ist. Aber wenn man genau dies mit Hilfe des Dispositionsjahres erreichen kann, halte es das für die optimale Lösung.

      Gruß, Der Privatier

      • Nachfrage:
        Auflösungsvertrag mit > 58 Jahren bedeuted normalerweise:
        -> 3 Monaten Sperrzeit + Verkürzung der ALG1-Bezugsdauer von 24 auf 18 Monaten = Klar.

        Etwas unklar:
        Wenn keine Sperrzeit verhängt wird (wg. geschicktem Timing Dispo-Jahr)
        -> dann wird auch die ALG1-Bezugsdauer nicht auf 18 Mon. verkürzt???

        Kann ich mir zwar nicht vorstellen, die Info/Frage habe aber ich von einem Kollegen bekommen. Ist da was dran?

        • Hallo Paula,

          ich bin ja in Sachen „Dispositionsjahr“ hier nur der Theoretiker, habe also keine eigenen Erfahrungen. Von der Theorie her hat der Kollege aber Recht: Mit dem Dispo-Jahr kann man Sperre und ggfs. Ruhezeit umgehen. Und keine Sperre bedeutet dann auch keine Verkürzung der Bezugsdauer. Also: Mit 58 Jahren: volle 24 Monate.
          Wenn ich mich recht erinnere, lag bei Mr. Excel genau dieser Fall vor und ich werde ihn gerne noch einmal anschreiben, um evtl. die Bestätigung aus der Praxis von ihm zu erhalten.

          Gruß, Der Privatier

  22. @Timmy:

    Ich habe da noch einen Hinweis eines Blog-Lesers erhalten, der aus persönlichen Gründen nicht selber einen Kommentar schreiben möchte. Ich gebe diese Informationen einmal ungeprüft und ohne Bewertung weiter, denn wie ich bereits gesagt habe: Ich selber habe keine Ahnung von dem Thema, schaffe es auch momentan nicht, mich tiefer in diese Materie einzuarbeiten. Aber die Idee erscheint mir zumindest prüfenswert.
    Es geht um Folgendes:

    „Wenn er sich im Feb. operieren ließe, so dass er quasi aus der Beschäftigung heraus durch Arbeitsunfähigkeit in eine Krankengeldzahlung (>6 Wochen) gleitet und diese ausdehnen kann (sollte bei Hüft-OP drin sei), dann hat er sein Ziel erreicht…“

    Soweit die Kurzform der Idee, ein paar ausführlichere Rechtsgrundlagen und Hintergründe finden sich z.B. bei Rechtsanwalt Hensche (Arbeitsrecht), hier insbesondere im Unterabschnitt über „Welche Folgen hat das Zusammentreffen von Arbeitslosigkeit und Krankheit?“.

    Wie gesagt, ich selber möchte dies nicht weiter kommentieren, ich würde aber empfehlen, ggfs. die Hilfe eines auf Arbeits- und Sozialrecht spezialisierten Anwaltes in Anspruch zu nehmen. Bei Fragenstellungen dieser Art kann es schnell um viel Geld gehen und da sollte man die Ausgaben für einen Anwalt oder Steuerberater im Zweifelsfalle nicht scheuen.

    Mir bleibt es nur, viel Erfolg zu wünschen.

    Gruß, Der Privatier

  23. @Paula :
    Privatier hat mich „geweckt“ und um Kommentar gebeten :
    Mit dem Dispositionsjahr verschiebst Du Deinen Antrag auf ALG-I (also auf Geld). Bei der Antragstellung wird die Umstände geeprüft. Ich wurde im Dispojahr 58, also war ich 58 bei Stellung des Antrags also 24 Monate. Nach einem Dispojahr werden die Gründe für Ruhezeit (Höhe der Abfindung) und Sperrzeit (Eigenmitwirkung am Arbeitsplatzverlust durch Abfindungsvertrag und Nichteinhaltung der Kündigungsfrist) >nicht< mehr betrachtet, also volle Leistung über vollen Zeitraum.
    So einfach ist es und hat bei mir auch funktioniert.
    Viel Erfolg

    • Danke an Mr. Excel für diese wertvolle Info.
      Mein Fazit:
      Keine Kürzung der ALG1-Bezugsdauer (da keine Sperr- und Ruhezeit) ist das schlagende Argument überhaupt zur Nutzung des Dispositionsjahres.
      Zur korrekten Vorgehensweise mit Dispojahr usw. habe ich doch noch folgende Fragen:
      Auflösungsvertrag zum 31.12.2014 mit 59 Jahren, Auszahlung Abfindung im Jan. 2015 mit 5-tel Regelung und geplantem Dispojahr kpl. 2015.

      1) Status Arbeitssuchend (war bereits erfolgt):
      – wieder zurückziehen?
      – wann neu stellen?
      – ist die Arbeitssuchend-Meldung in diesem Falle überhaupt erforderlich?

      2) Arbeitslos melden
      – noch in 2014 mit Hinweis auf Arbeitslos ab 01.01.2015 und Nutzung Dispojahr 2015?
      – dann ca. 28.-30.12.2015 mit Antrag ALG1 ab 1.1.2016 (und dann ungekürzt 24 Mon. ALG1)

      3) Während der Dispo-Zeit in 2015:
      – Muss ich für Vermittlungen der Agentur zur Verfügung stehen oder aktiv sein?
      – KV/PV mit Anrechnung der Abfindung oder auch nur mit Mindest-Beitrag möglich (ich melde mich z.B. als nebenberuflich Selbständiger an)?

      Wäre super, wenn Mr. Excel oder andere Insider diese Fragen noch beantworten bzw. meine Annahmen bestätigen könnte.

      Im voraus besten Dank

      • ich versuchs mal:
        zu 1)ich wurde vom Amt abgemeldet. Damit verbessert das Amt seine Statistik. Außerdem hast Du Ruhe vor dem Vermittler. Die erneute Arbeitssuchend-Meldung klär bitte mit dem Amt. Die 3 Monatspflicht hängt wohl damit zusammen, ob man die schon mal iengehalten hat (beim ersten Mal). Ich bin da aber nicht stabil und schicke Dich deshalb zum Amt !

        zu2)Wird so nicht klappen, da aus meiner Sicht die Arbeitslosmeldung gleich dem Leistungsantrag entspricht und das willst Du ja nicht. Also im Dez. 2015 ins Amt.

        zu3)Die kennen Dich nicht mehr, also keine Vermitllungsversuche oder sonstige Maßnahmen. Das klärst DU bitte mit Deinr Krankenkasse.

        An dieser Stelle ein Hinweis !!!!!!!!!!!!
        Wir diskutieren hier in einer Tiefe uns mit diversen Spezialfällen. Das ist für die Betroffenen keine verbindliche Beratung. Es geht uns hier um die verschiedenen Bedingungen und Möglichkeiten, die es gibt und auf die man das Amt ansprechen kann und sollte und das sollte hier genannt werden.
        Und deshalb : Sprecht das Amt zu den Themen an, damit Ihr nichts falsch macht. Ich hab gute Erfahrungen gemacht mit „meinem“ Amt.

  24. Hallo, mein letzter Beitrag ist nun bereits 2 Monate her. Deshalb ein aktueller Bericht nach Rücksprache mit Arbeitsagentur und der dazugehörenden Leistungsabteilung. Dies ist mein bereits geschilderter Fall:“ Letzter Arbeitstag (Aufhebungsvertrag mit Abfindung) ist der 31.01.2015 unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist. Wenn ich nun von meinem Dispositionsjahr Gebrauch mache müsste ich also spätestens am 01.02.2016 den Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, habe ich dies richtig verstanden? Somit gäbe es dann auch keine Sanktionen (Sperrzeiten) mehr.“ So nun aktueller Ablauf. Ich habe mich telefonisch letzte Woche beim Amt Arbeitssuchend gemeldet. Bedingung 1 somit erfüllt. Gleichzeitig habe ich um eine Beratung zum Dispojahr gebeten. Die Leistungsabteilung hat mich diese Woche telefonisch kontaktiert und mir alle wichtigen Daten genannt. Punkt 1- spätestens am 01.11.15 wiederum Arbeitssuchend wichtig!! melden. Punkt 2 spätestens am 01.02.16 Antrag auf ALG 1 stellen. Wie Mr.Excel bereits geschrieben, muß man nicht bis zum letzten Tag ausloten. Man kann auch 4 Wochen Früher gehen aber darauf achten das der Antrag auf ALG erst zum 01.02.16 gestellt wird. Somit keine 3 monatige Sperre. Ich brauchte nichts weiter unterschreiben, habe mir nur Name und ORG-Zeichen der Mitarbeiterin – Leistungsabteilung geben lassen. Gruß Maat

    • Hallo Maat, ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der AA. Sie hat ausdrücklich gesagt, dass eine Arbeitssuchend-Meldung, wie Du schreibst „Punkt 1- spätestens am 01.11.15 wiederum Arbeitssuchend wichtig!! melden.“ nicht(!) erforderlich ist. Wenn das erforderlich wäre, dann würde das m.E. auch im §137 stehen. Wichtig ist die Arbeitslos-Meldung. Aber wie dem auch sei, hier ist offensichtlich ein Widerspruch. Vielleicht hakst Du nochmal bei Deinem Kontakt in der AA nach. Sollte man Deine Version erneut bestätigen, dann werde ich meiner Ansprechpartnerin nochmal „auf den Zahn fühlen“.

      Viele Grüße, Klaus

      @Privatier: Wie Du etwas später an diesem 26. Okt. geschrieben hast, möchtest Du keine Einzelfälle diskutieren. Ich denke, dass sich die Vorgehensweise bei der Handhabung des Dispositionsjahrs objektiv und allgemeingültig beschreiben läßt. Dieser zentrale Punkt, ob eine Arbeitssuchend-Meldung nun erforderlich ist oder nicht, gehört m.E. zu den allg. gültigen Punkten dazu. Im übrigen ist doch durch die lebhafte Diskussion hier mit verschiedenen und direkt Betroffenen vieles für mich klarer geworden und hat auch meinen Blick auf bestimmte Fragestellungen erheblich geschärft.

  25. @unbekannter Blogger:
    Das habe ich auch schon überlegt, aber ich denke, es wird daran scheitern, dass ja der Bemessungsrahmen nur bei 24 Monaten liegt. Und wenn man 2 Monate krank ist, hat man dann nach meinem logischen Verständnis nur noch 10 Monate „Dispositionszeit“. Aber wenn es so weit ist, werde ich einen Anwalt konsultieren und hier berichten. Aus dem link geht es meiner Meinung nach nicht hervor, dass man nach Krankheit ein volles Jahr warten kann. Ich habe auch im ganzen Netz dazu nichts gefunden.
    Frage: kann man Dispojahr und An- und Abmelden auch kombinieren? Also erst das Dispojahr, um de Sperrzeit zu umgehen, dann fristgerecht anmelden und nach der Feststellung des Anspruchs wieder abmelden, um die Progressionseinkünfte zu verschieben? Sollte doch eigentlich gehen, oder?
    Danke @Maat für den zusammengefassten Fall.

  26. Ist da erneute arbeitssuchend melden dringend erforderlich?
    Mein Fall ist ähnlich: Ende 31.10.2014. 3,5 Monate vorher hatte ich mich arbeitssuchend gemeldet. Beim Ersttermin erwähnt, das ich mich erst zum 01.11.2015 arbeitslos melden möchte und ALG beziehen will (Dispositionsjahr). Dadurch wurde ich direkt wieder als arbeitssuchend abgemeldet und ich sollte mir noch eine telefonische „Leistungsberatung“ einholen. Dort wurde mir gesagt, ich soll mich einfach zum Stichtag 01.11.2015 arbeitslos melden. Dann wären die Bedingungen erfüllt, die Sperrzeiten würden wegfallen und ich würde aufgrund der Altersgrenze auch 3 Monate länger ALG bekommen. Ich brauchte auch nicht offiziell vom Dispositionsrecht Gebrauch machen, da man davon erst spricht, wenn man schon arbeitslos gemeldet ist. (Erst dann muss man schriftlich erklären, dass man seine Bezüge verschieben möchte. Also vom Dispositionsrecht Gebrauch machen will.)
    Also im Prinzip wie schon bei Maat beschrieben, nur das man bei mir nicht erwähnt hat, das ich mich erneut 3 Monate vorher arbeitssuchend melden muss. (Ok, offiziell hatte ich es ja schon und das Arbeitsamt hat mich wieder abgemeldet.) Ist dies erneut zwingend nötig?

  27. @Alle:

    Ich bin ganz begeistert von der Resonanz, die der Beitrag über das Dispositionsjahr hervorgerufen hat und über immer wieder neue Leser, die diese Variante für sich entdecken.

    An dieser Stelle möchte ich aber die Flut und die Art und Weise der Fragestellungen einmal ein wenig eindämmen. Denn wie schon Mr. Excel in einem Kommentar weiter oben gesagt hat:
    „Wir diskutieren hier in einer Tiefe und mit diversen Spezialfällen. Das ist für die Betroffenen keine verbindliche Beratung.“

    Weder ich noch Mr. Excel können und wollen hier einzelne Fälle bis ins Detail analysieren. Dazu sind wir auch fachlich gar nicht in der Lage. Es ging uns hier in erster Linie darum, einen interessanten und völlig legalen Weg einer Gestaltungsmöglichkeit aufzuzeigen. Eine Einzelfall-Beratung können wir hier nicht liefern.

    Dies ist aber auch gar nicht nötig. Denn wie schon des Öfteren erwähnt, reden wir ja hier von einer ganz offiziellen und legalen Gestaltung, die man ganz offen bei der Arbeitsagentur ansprechen kann und sich dort über das genaue Vorgehen im Einzelfall beraten lassen kann.

    Alternativ bietet sich für Detailfragen natürlich immer auch ein spezialisierter Anwalt für Arbeits- und Sozialrecht an, der im Zweifelsfall dann eben auch rechtssichere Auskünfte geben kann und diese dann ggfs. auch durchsetzen kann.

    Ich möchte daher alle um Verständnis bitten, wenn wir hier keine weiteren Einzelfälle mehr diskutieren können.

    Aber auch Fragen, die eher genereller Natur sind, wie z.B. „Muss ich mich noch einmal arbeitsuchend melden“ sind besser direkt an das zuständige Amt zu richten. Ansonsten ist nämlich die Gefahr groß, dass hier in guter Absicht Aussagen aus eigener Erfahrung getroffen werden, die dann aber im speziellen Fall oder bei einem anderem Amt doch anders gehandhabt werden.

    Mit der Hoffnung auf Verständnis,
    Der Privatier

  28. Bitte beim Dispositionsjahr folgende Frage zu den Rentenbeiträgen in ALG I diskutieren:
    Für alle, die im letzten Jahr vor dem Bezug von Arbeitslosengeld I auch nur kurze Zeit rentenversicherungs-pflichtig waren, zahlt die Agentur für Arbeit automatisch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ein.

    Im Dispositionsjahr ist man doch nicht rentenversicherungspflichtig, oder?

    Verliert man bei Nutzung des Dispositionsjahrs damit das Recht auf Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung?

    Wurde hier, so glaube ich, noch nicht diskutiert.

    • Also: Wer sich arbeitslos meldet und seinen Anspruch auf ALG I wahrnimmt, für den zahlt die Arbeitsagentur auch Beiträge in die Rentenkasse (und Kranken- u. Pflegekasse).

      Wer sich dagegen für das Dispositionsjahr entscheidet, kann in dieser Zeit schon einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Privatier zu sein. Denn in dieser Zeit bezahlt niemand irgendetwas – außer man selber. Und zwar alles. Das heißt sowohl die Kranken- u. Pflegebeiträge müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden, als auch evtl. Rentenbeiträge.

      KV/PV-Beiträge sind Pflicht. Rentenbeiträge können eingezahlt werden.
      Das Recht, Beiträge in die Rentenkasse einzuzahlen, verliert man also auch im Dispojahr nicht. Es sei denn, man verpasst den Termin (immer nur bis Ende März des Folgejahres).

      Ich will hier nicht wieder auf dem Beratungsthema herumreiten, denn natürlich sollen hier gerne Fragen gestellt werden und soweit ich es kann, werde ich sie auch gerne beantworten.
      Aber gerade das Rententhema ist durchaus komplex und kann auch einige böse Überraschungen bieten! Ich kann es daher wirklich nur jedem dringendst raten, sich bei einer der vielen Rentenberatungsstellen beraten zu lassen. Einige Punkte zum Thema Rente habe ich ja bereits im Kapitel über die Rente erläutert, aber jeder Fall ist individuell und hat seine Besonderheiten, die nur in einer Beratung geklärt werden können.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich stimme Privatier voll zu !!!
        Aus eigener Erfahrung kann ich die Berater der RV loben. Ich war auch dort und wir haben alles ganz offen durchgesprochen. Auch was ich einzahlen kann und was es für mich bringt. Das Ergebnis für ich war, dass die einzuzahlende Summe kein Verhältnis zum Ergebnis hatte, bezogen auf meinen >> ganz persönlichen << Rentenverlauf.
        Also Beratung, Beratung, Beratung — bitte !!!

      • Ich kann dies noch um eine eigene Erfahrung ergänzen:

        Wir (meine Frau und ich) wollten für meine Frau freiwillig Beiträge einzahlen. Nicht, weil wir geglaubt haben, dass dies eine besondere Rendite-Idee wäre, sondern um für meine Frau die erforderlichen Zeiten zusammen zu bekommen, damit sie auch mit 63 Jahren ihre Rente bekommen kann.

        Nur zur Sicherheit haben wir in einem persönlichen Termin nachgefragt, ob diese Idee korrekt ist und ob evtl. Nachteile (wg. Herabsetzung des Durchschnittes) entstehen könnten.

        Und – große Überraschung! Die Rentenberaterin hat eine Lücke im Rentenverlauf aufgedeckt, die ich nicht bemerkt hatte (Sperrzeit der Arbeitsagentur). Meine Frau konnte dies aber mit den entsprechenden Bescheiden belegen, so dass im Ergebnis wesentlich weniger Monate (Jahre!) an freiwilligen Beiträgen zu zahlen waren.

        Fazit 1: Auch wenn man meint, dass alles klar ist: Trotzdem fragen!!
        Fazit 2: Immer alle Belege aufbewahren. Auch eine Arbeitsagentur meldet nicht immer alles, was sie eigentlich sollte.
        Fazit 3: Lieber einmal zu viel beraten lassen, als nachher dumm aus der Wäsche gucken.

        Gruß, Der Privatier

  29. Hallo Klaus, bezüglich deiner Anfrage. Ich kann nur weitergeben was mir von der Arbeitsagentur gesagt wurde. Arbeitssuchend und Arbeitslos sind demnach 2 verschiedene Dinge. Da du dich im Dispositionsjahr befindest bist du auch nicht als arbeitssuchend gemeldet. Wenn du aber zu einen späteren Zeitpunkt arbeitslos bist und Anspruch auf Arbeitslosengeld hast, ist es deine Pflicht dich 3 Monate vor Ereigniseintritt als arbeitssuchend zu melden. Ansonsten kann es zu einer Sperre kommen. Eigentlich interessiert das Arbeitsamt gar nicht ob du das Dispojahr nimmst oder nicht. Man braucht auch gar nicht zum Amt zu gehen. Will damit sagen, solange du keine Leistung beanspruchst interessiert das Amt überhaupt nicht was du tust. Du kannst nach Verlust des Arbeitsplatzes jederzeit Arbeitslosengeld beantragen. Aber!!!

    Voraussetzung ist die erfüllte Anwartschaftszeit.

    Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben.

    Gruß, Der Maat

  30. @Maat, @Klaus:
    Noch einmal meine Erfahrung/Meinung zum Thema: „Arbeitsuchend-Meldung nach Dispojahr“:
    Ich habe zwar selber gar kein Dispojahr im engeren Sinne in Anspruch genommen, sondern habe mich einfach abgemeldet und später dann wieder angemeldet (s. auch Beitrag „An- und wieder abmelden„). Im Ergebnis kommt das aber, was die Frage der Arbeitsuchend-Meldung angeht wohl auf dasselbe hinaus: Ich melde mich aus einem Status, in dem ich weder sozialversicherungspflichtig beschäftigt, noch bei der Arbeitsagentur gemeldet war, wieder bei der Agentur an.

    Und ich habe mich mit ein paar Tagen (3-4) Vorlauf zum Beginn eines Monat direkt arbeitslos gemeldet (ohne Suchendmeldung vorher). Dies hatte weder Sanktionen noch Diskussionen zur Folge.

    Mir erscheint dies auch logisch, denn ich kann eine solche Entscheidung ja von heute auf morgen treffen und kann mich daher unmöglich bereits 3 Monate vorher melden.

    Wie dem auch sei: Ich habe mich nach der Pause direkt arbeitslos gemeldet ohne vorherige Suchendmeldung und das ohne Probleme.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo, ich weiß aber und das Arbeitsamt ebenfalls nach Beratungsgespräch, das ich das Dispojahr vom 01.02.2015 bis 31.01.2016 in Anspruch nehme werde. Ab 01.02.2016 beginnt dann die Arbeitslosigkeit. Mir ist dies somit auch schon 3 Monate vorher bekannt. Will damit sagen ich entscheide mich bewusst für das volle Jahr. Gruß der Maat

      • Auch eine nachvollziehbare Überlegung! Vielleicht unterscheiden sich die Vorgehensweisen (An- und Abmelden vs. Dispojahr) ja doch an dieser Stelle.

        Gruß, Der Privatier

  31. Nur mal so ein Gedanke, betrifft mich alles vielleicht in 3 oder 4 Jahren.

    Wäre das Dispositionsjahr (ich betrachte das als Art Sabbatical?) nicht auch geeignet um eventuell über die Familienversicherung wieder von der PKV in die gesetzliche Krankenvesicherung zu wechseln. Soll ja ansonsten über 55 nahezu unmöglich sein.

    Ist nur so ne Idee wenn die Beiträge ins Unermessliche steigen.

    Einkommen wäre ja = 0

    • Generelle Aussagen zur PKV möchte ich nur ungern machen. Dazu habe ich mich mit diesem Thema einfach zu wenig befasst und es gibt zu viele Dinge, die zu berücksichtigen sind. Mit einem Einkommen gleich Null würde man sicher die Voraussetzungen für eine Familienversicherung (in der GKV) erfüllen. Wie dies allerdings nach dem Sabbatical bewertet wird, ist mir derzeit nicht klar.
      Ob ein Wechsel möglich ist, hängt von den persönlichen Lebensumständen wie z.B. Berufsstatus, Einkommen und Alter ab.
      Ein paar recht gute Informationen hat die Seite Finanztip zum Thema: „Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung“ oder auch unter: „Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit„.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Bernd,
      erst wieder der Hinweis : Frag bitte einen kompetenten Spezialisten, diesmal einen Berater einer GKV zu der Du evtl. wechseln würdest. oder vielleicht besser 2 Berater. Auch eine schriftliche Antwort solltest Du in Händen haben.
      Und nun – mal so detailierter gedacht :
      Wechseln willst Du mit ca. 54 Jahren (kleiner 55). Ich nehme mal Deinen Geburtstag mit 30.6.2017 (in 3 Jahren bist Du dann 54) an. Das Dispojahr sollte steuerlich gesehen ein Steuerjahr bzw. Kalenderjahr sein (somit 1.1. – 31.12.2016). Demnach Arbeitsende 31.12.2015 (huch – das ist schon nächstes Jahr). Da bist Du dann 52. Je jünger Du bist, um so geringer sind die Abfindungen (Alter u. Betriebszugehörigkeit fliessen da ein). Mit der Abfindung mußt Du aber das Dispojahr überbrücken. Und zwar mit dem Nettobetrag nach Fünftel-Steuer.
      Das mal so gedacht… Achja eine Frau in der GKV solltest Du dann auch haben.
      Ich bin auch in der GKV (immer geblieben) und auch froh drum. Aber die PKV bietet auch Grundversicherungen an – nicht nur die hochpreisigen Versicherungen, deren zukünftige Höhen unbekannt sind. Und nicht vergessen : Alle Einkünfte aus Versicherungen (Direkt- , Deferred Compensation, Beriebsrenten, …) verbeitragt die GKV – die PKV nicht. Das nur zur Vollständigkeit „gedacht“.
      – Daumendrücker –

      • Danke für eure Antworten.

        Wie geschrieben Problem bzw. Herausforderung für mich könnte in 2-3 Jahren eintreten, evtl. etwas früher (Betriebsübernahme nächstes Jahr, zwei grosse Unternehmen, geht also nicht alles von heute auf morgen), aber da ich nächstes Jahr 55 werde will ich das schon so ziehen, dass das Dispojahr sehr sinnvoll eingestzt werden kann.

        Hab mich aber jetzt schon intensiv mit den Ausführungen hier beschäftigt und konnte viele Anregungen aufnehmen. Wirklich sehr guter Blog.

        Sehr interessant ist vor allem, das Jahreseinkommen durch Rürup gegen 0 zu drücken und dadurch einen Teil des Rentenverlustes auszgleichen.

        Nochmal als Frage:

        Dies funktioniert. z.B. auch bei Austritt zum 31.03. und Abfindung dann im April des Jahres wenn das 2.Einkommen der Familie eher gering ist (zusammen kleiner aktuell 34000€).

        Wechsel von der PKV in die GKV jünger als 55 geht relativ problemlos wenn der AG mitspielt, über 55 wird es als nahezu unmöglich dargestellt.

        Soll aber wohl doch noch Möglichkeiten nach aktueller Gesetzeslage geben, das war mein Gedanke, aber hier braucht man wohl wirklich profssionelle Unterstützung und aktuell bin ich mit meiner PKV seit über 20 Jahren weitgehend zufrieden. Also werd ich hier die Entwicklung beobachten und dann schauen ob es notwendig wird Bemühungen und Zeit für einen Wechsel versuch zu investieren.

        Grüße

        Bernd

        • „Nochmal als Frage:
          Dies funktioniert. z.B. auch bei Austritt zum 31.03. und Abfindung dann im April des Jahres wenn das 2.Einkommen der Familie eher gering ist (zusammen kleiner aktuell 34000€).“

          Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig verstanden habe…
          Aber ich sehe keinen Grund, warum die Reduzierung des zu verst. Einkommens durch Rürup nicht funktionieren sollte? Zu beachten ist lediglich, dass in die Maximalgrenze von 40.000 Euro (bei einem Ehepaar) die Beiträge, die in die gesetzliche RV eingezahlt wurden, mitgerechnet werden. Im Beispiel also die Beiträge für die ersten drei Monate und die des Ehepartners. Es wird daher keinen Sinn machen, den vollen Beitrag von 40.000 Euro einzuzahlen, sondern entsprechend weniger.

          Ich werde gleich zu Beginn des neuen Jahres noch einmal einen gesonderten Beitrag über die Rürup-Versicherung speziell im Hinblick auf die steuerliche Behandlung veröffentlichen. Falls dann noch Fragen offen bleiben, können wir sie dann gerne dort diskutieren.

          Gruß, Der Privatier

  32. hallo,
    ich habe mein dispojahr in anspruch genommen und mich auch rechtzeitig,also 3 monate vor ablauf,wieder arbeitslos gemeldet und einen antrag auf alg1 gestellt zum 1.1.15.der antarg wurde bewilligt und mir der bescheid zugesand.am 17.11.14 wurde ich krank(lws-op),durchgängig bis zum 13.1.15
    ich erhielt am 5.1.15 einen aufhebungsbescheid der leistung,da ich durchgängig krank bin und der ag nicht zur verfügung stehe.ich müsste erneut alg1 beatragen.das wollte ich am 15.1.15 auch tun.überraschung!!!! die dame vom amt erklärte mir,mein anspruch wäre erloschen.jep,komplett erloschen.das kann doch wohl nicht ganz rechtens sein,oder doch?
    ps.meine aufhebeung war zum 31.12.13.mein disporecht habe ich am 17.2.14 in anspruch genommen.
    gruss peter

  33. Hallo Peter,
    nach meiner Meinung und darauf wurde auch schon von Mr.Excel und Privatier hingewiesen ist es genauso wie die Dame vom Amt dir dies gesagt hat. 31.12.13 war dein Arbeitsverhältnis beendet und 15.01.15 Antrag ALG 1. Leider 14 Tage Differenz die dir fehlen.
    Voraussetzung ist die erfüllte Anwartschaftszeit.
    Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben. Das ist bei dir leider nicht mehr der Fall.

    Gruß der Maat.

    • Hallo peter178,
      Maat hat leider Recht… bei der Beantragung des Dispositionsjahrs hatte ich nochmals Kontakt mit der Leistungsstelle zur Abklärung aller Fristen. Ausdrücklich wurde ich darauf hingewiesen, dass wie in deinem Fall bei Krankheit über das Ende des Dispositionsjahrs die Anwartschaft nicht erfüllt ist und ich kein Alg1 beziehen könnte. Wie Maat schon sagte hast du jetzt keine 12 Monate in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden.
      Du hättest dem aus dem Weg gehen können in dem du dich spät. am 16.11.2014 arbeitslos gemeldet hättest. Ich weiss, das dir das jetzt leider auch nicht mehr weiter hilft… :-((

      Gruss lf

  34. ja,das ist schon klar.aber ich habe ja am 20.10.14 die bewilligung der leistungen erhalten.und zwar alg1 ab dem 1.1.15
    leider wurde am 17.11.14 krank und erhielt am 5.1.15 den aufhebungsbescheid da ich der agentur wegen krankheit nicht zur verfügung stehe.der bescheid enthält den hinweis,das ich mich erneut persönlich arbeitslos melden muss um weiterhin leistungen zu erhalten.das würden die doch nicht schreiben wenn mein anspruch erloschen wäre? das würde ja heissen,das der kranke bestraft wird und krankheit den anspruch aufhebt.das widerspricht doch jedem normalen rechtsempfinden.40 jahre einbezahlt und dann april april weill jemand krankgeschrieben ist?

  35. zitat:Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben. Das ist bei dir leider nicht mehr der Fall.
    verstehe ich jetzt nicht ganz.1.1.14 bis 1.1.15 sind ja nur ein jahr.und davor stand ich ja volle 40 jahre im lohn

    • peter178:

      Genau das hast du ja jetzt nicht mehr erfüllt:

      Beginn der Arbeitslosigkeit durch die Krankschreibung bei dir 15.1.2015. Von da an die musst du die letzten 2 Jahre mind. 12 Monate in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben. Bei dir müsste jetzt die Zeit vom 14.1.2013 bis zum 31.12.2013 als versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis gewertet werden – und das sind keine 12 Monate. Deine 40 Jahre vorher tun leider nichts zur Sache…

      Gruss lf

    • Es zählt die Zeit vor dem Antrag auf ALG I, also vor dem 15.1.15.
      Die zwei Jahresfrist beginnt also am 15.1.2013 und endet am 15.1.2015.
      In dieser Zeit hast Du keine 12 Monate gearbeitet (sondern nur 11,5)!.

      Bitter – aber wahr…

      Gruß, Der Privatier

  36. Hallo peter178,
    bei Erstellung des Bescheids vom 20.10.2014 hattest du ja auch die Anwartschaft zum 1.1.2015 erfüllt. Durch deine Krankschreibung bis zum 14.1.2015 bist du aber nicht mehr in der Zeit zur Erfüllung der Regelanwartschaft, sprich 12 Monat im versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Ziemlich dumm gelaufen…

    Gruss lf

  37. @peter178: Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache… aber ich würde auf jeden Fall möglichst bald einen Anwalt befragen, ob er da eine rechtssichere Auskunft geben kann!

    Für mich stellen sich eigentlich (mind.) zwei Fragen:
    a) Besteht weiterhin ein Anspruch auf ALG I aufgrund der Meldung vom 15.1.15?
    Ich bin ziemlich sicher, dass er NICHT besteht. Da hat die Dame schon recht, da die Rahmenfrist jetzt nicht mehr erfüllt ist. ABER:
    b) War der Aufhebungsbescheid zum 5.Jan.15 korrekt? Denn wenn er es nicht wäre, hättest Du Dich nicht erneut anmelden müssen und der Anspruch würde weiter bestehen.

    Ein Aufhebungsbescheid ist allerdings auch in Ordnung, denn die Arbeitsagentur bietet im Krankheitsfall ähnliche Leistungen wie ein Arbeitgeber: Für die ersten 6 Wochen besteht ein Anspruch, danach zahlt die Agentur nicht mehr (denn dann zahlt in der Regel die KK).

    Mein Fazit daher: Es sieht nicht so gut aus – deshalb würde ich in jedem fall einen Anwalt konsultieren!

    Mein Fazit für alle: Ein Fallstrick, den alle unbedingt kennen sollten, die mit dem Gedanken eines Dispositionsjahres spielen !

    @peter176: Es wäre für alle sehr hilfreich, wenn Du das Resultat hier einmal mitteilen würdest. Bin mal gespannt!

    Gruß, Der Privatier

    • „Für die ersten 6 Wochen besteht ein Anspruch, danach zahlt die Agentur nicht mehr (denn dann zahlt in der Regel die KK).“

      Der Anwalt sollte einmal klären, ob es in Ordnung ist, dass der im Vorjahr festgestellte Anspruch komplett aufgehoben worden ist, oder ob der Anspruch krankheitsbedingt nur ruht. Dann würde er im Prinzip weiter bestehen, es würden nur keine Leistungen bezahlt.

      Gruß, Der Privatier

  38. gegen den aufhebungs bescheid habe ich schonmal widerspruch eingelegt.krankengeld gibts kein da ich bei meiner frau familienversichert bin.
    es wäre jedenfalls extrem bitter,wenn du alle regeln einhältst und dafür bestraft wirst.die dame vom amt sagte hinter vorgehaltener hand,ich hätte mich besser nicht krank gemeldet,dann gäbs auch keine probleme.allerdings bist du verpflichtet dich krank zu melden.
    morgen bin ich nochmal beim amt.mal sehen was da rauskommt.werde notfalls einen anwalt nehmen und weiter berichten.
    aber wies aussieht heißt das: der ehrliche und kranke wird bestraft !!!!

  39. In dem Zusammenhang vielleicht noch ein Hinweis für die Leute, die ein bisschen mehr Zeit brauchen (50. Geburtstag, neues Steuerjahr o.ä.) als ihnen das Dispositionsjahr zusteht.
    Bei Krankschreibung innerhalb des versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis über das Kündigungsdatum (Krankengeld kann für diese Zeit von der Krankenkasse bezogen werden) wird die Zeit ab Kündigung bis zur Gesundschreibung als Zeit zur Erfüllung der Regelanwartschaft hinzugezogen. Also mit einem guten Arzt kann man das ziemlich weit hinaus zögern…

    Gruss lf

    • Ich habe die heutigen Beiträge verfolgt und bin ob der Situation von peter178 etwas verunsichert. Ich hatte eigentlich gedacht, jetzt die richtige Strategie zu haben, aber ich würde mich freuen, wenn sich noch jemand der „Profis“ ansehen könnte, ob ich nicht doch etwas übersehen habe.
      -58. Geburtstag Ende April 2016
      -Aufhebungsvertrag per 31.3.2015 unterschrieben.
      -Ende Dezember arbeitssuchend gemeldet
      -Hüft OP am 13. Februar geplant, danach Krankschreibung und Reha für 3 Monate bis voraussichtlich Mitte Mai 2015
      -Private Krankenversicherung zahlt Krankengeld ab dem 43. Tag und führt auch Beiträge an die Arbeitslosenversicherung ab.

      Geplant ist, dem Arbeitsamt die Krankheit bei deren Eintritt mitzuteilen und nach der Genesung nach der OP bei der Agentur für Arbeit vorzusprechen und mein Dispositionsrecht bis zum 1. Mai 2016 anzumelden. Am 1. Mai 2016 wäre ich dann 58 Jahre und sollte 2 Jahre Alogeld beziehen können falls ich keinen adäquaten Job finde. Die Sperrfrist wäre vom Tisch, da über 1 Jahr zwischen dem Ereignis, das die Sperrfrist ausgelöst hat und der Arbeitslosmeldung läge. Durch den Krankengeldbezug könnte man die Zeit bis zum 58. Geburtstag überbrücken und die lange verschobene OP so wenigstens zum günstigsten Zeitpunkt durchführen lassen.14 Tage wären dabei sogar noch Reserve.

      Danke an den unbekannten Blogger, der mich auf die Idee gebracht hat und Danke an lf für das heutige Posting.
      Gruß
      Timmy

      • Hallo Timmy,
        ich versuche es mal so dar zu stellen :
        Aufheb.vertrag 31.3.2015
        Dispojahr 1.4.2015 bis 31.3.2016
        ALG-1-Beginn : 1.4.2016
        Daraus ergibt sich jetzt folgendes :
        1) DU bist 57 beim Antrag auf ALG-1 (leider)
        2) OP und Reha liegen im Dispojahr und interessieren somit nur Dich
        3) PKV und Zahlungen liegen auch Dispojahr und sind Dein Thema
        Deine Idee scheitert meiner Meinung nach an den „Rahmenzeiten“ : Innerhalb der letzten 24 Monate mußt Du 12 Monate pflichtversichert sein. Und dagegen verstößt Du, da Du vom 1.4.2015 bis 30.4.2015 einen Monat vertrödelst und der fehlt Dir dann am 1.5.2016. Rechne mal zurück. Das Dispojahr muß sich an die Arbeitsphase unverzüglich anschließen, nur so ergeben sich 12 Versicherungsmonate plus 12 Monate Dispo, in den letzten 24 Monaten.
        Das sind meine Erkenntnisse aus meiner eigenen Abwicklung soweit ich das sehe.
        Gruß

      • Eigentlich würde ich Mr. Excel zustimmen. So wäre es im „Normalfall“.
        Aber vielleicht hat er ja das kleine Detail übersehen, dass die Krankschreibung noch während der Arbeit beginnt und darüber hinaus reicht?!
        Genau darauf bezieht sich allerdings der Hinweis von „If“ ein paar Beiträge früher.
        Ich muss an dieser Stelle leider passen. Ich kann das weder bestätigen, noch dementieren. Ich kann nur sagen: Mir selber wäre das Ganze zu unsicher und bevor es mir so ginge, wie es (wahrscheinlich) bei „peter178“ ausgeht, würde ich lieber ein paar Nachteile an anderer Stelle in Kauf nehmen.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,
          gut aufgepaßt – hab ich übersehen. Arbeiten im Team auf hohem Niveau hat mir immer schon Spaß gemacht. Nun zu Timmy.
          Also für mich wäre das ein heißer Ritt, den ich ohne belastbares Material nicht wagen würde. Unter belastbar verstehe ich schriftliche Zusagen der Argentur und nichts Gesprochenes. Das Risiko zum Totalverlust ist zu hoch. Oder und jetzt kommt das immer erwähnte : Rechtsbeistand holen durch einen Fachanwalt, denn hier geht es um Messers Schneide und in der Argentur sitzt ein Mensch der dann entscheidet und seine Kompetenz kannst DU nicht bewerten, denn Irren ist menschlich und wird vor Gericht korrigiert.

          • Danke an den Privatier und Mr. Excel. Da ich die OP ja nicht aus Spaß sondern aus dringender Notwendigkeit machen lasse, stellt sich für mich die EIGENTLICHE Frage, nämlich, „melde ich mich zum 1.4.2016 oder zum 1.5.2016 arbeitslos?“ erst im März 2016. Dann werde ich natürlich entweder verbindlichen Rat des Amtes oder anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.
            Ein Anruf und die freundliche Auskunft der Dame von der Agentur für Arbeit weist jedoch in die Richtung, dass meine Strategie stimmen könnte.
            Ich habe angerufen und angekündigt, dass ich noch während meiner Beschäftigung wegen dder OP krank sein werde und danach (übrigens lückenlos)für mindestens 6 Wochen Krankengeld beziehen werde.
            Daraufhin wurde mir gesgat, dass meine „arbeitssuchend Meldung“ dann sowieso nicht erforderlich ist, da ich ja jetzt noch in Beschäftigung stehe und danach ebenfalls die Beiträge durch den Krankengeldbezug weiter laufen werden. Ich solle mich dann arbeitslos melden, wenn ich wieder gesund bin. Das Wort „Dispositionsjahr“ ist noch gar nicht gefallen. Meines logischen Empfindens und so wie ich den Gesetzestext interpretiere (Zitat:Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben.) müsste die Zeit des Krankengeldbezuges wie eine Beschäftigung zählen.
            Leider werden wir den Fall jetzt noch nicht klären können, allerdings würde mich interessieren, was lf dazu sagt, der das Thema ja zu kennen scheint. Außerdem denke ich, dass dieser Fall auch sehr interessant für andere sein dürfte, deswegen sei es mir verziehen wenn ich nochmal damit anfange.

          • Hallo Timmy,
            wirkliches „Wissen“ (im Sinne einer gesicherten Erkenntnis) ist bei mir zu diesem Thema nicht vorhanden. Von daher möchte ich auch keinen Rat geben.
            Ich teile aber Deine Auffassung zur Deutung der Informationen auf den Internet-Seiten der Arbeitsagentur, wo eben genau diese Aussage zu finden ist:
            „Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben.“

            Später heißt es:
            „Auch durch folgende Zeiten kann die Anwartschaftszeit erfüllt werden:
            … Zeiten, für die wegen des Bezuges von Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld wegen medizinischer Rehabilitation oder Krankentagegeld eines Unternehmens der privaten Krankenversicherung Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit zu zahlen waren…“

            Klingt für mich eindeutig.

            Aber, noch einmal: Ich sage das mit aller Vorsicht. Ohne klare Bestätigung würde ich mich da nicht drauf einlassen.

            Gruß, Der Privatier

  40. zuamal : wenn mich das amt rechtzeitig darüber informiert hätte,das ich ab 1.1.15 keine leistungen erhalte,hätte ich ja die frist bis zum 2.1.15 einhalten können.
    ein schelm,wer böses dabei denkt

    • Könnte das Problem evtl. durch möglichst rasche versicherungpflichtige Beschäftigung z. B. über einen Zeitraum von z.B. einem Monat (halt solange bis die 12 Monate wieder erreicht sind) gelöst bzw. verbessert werden.

      Gruß Bernd

  41. Hallo Peter178,
    erst einmal würde ich den Rat von Privatier befolgen und einen Rechtsbeistand hinzuziehen.Ich gehe mal davon aus das du die Krankschreibung beim Amt gemeldet hast. Die Dame vom Amt hätte dich eigentlich auf die Voraussetzung der erfüllte Anwartschaftszeit aufmerksam machen können oder vielleicht sogar müssen??? Mir hatten sie bei einer Beratung gesagt, das ich den Zeitpunkt der Antragstellung auf gar keinen Fall verpassen darf um nicht die gesamten Leistungen zu verlieren. Man kann nur hoffen das es gut für dich ausgeht. Ein Anwalt ist in jedem Fall von Vorteil. Dein Zitat: „das widerspricht doch jedem normalen rechtsempfinden“ der war gut kann ich dir sagen und das ist gewiss nicht böse gemeint. Ich wünsche dir alles Glück und hoffentlich geht es gut für dich aus. Gruß der Maat

  42. hallo maat,
    das ist meine hoffnung.ist der aufhebungsbescheid rechtens und hätten die mich drauf hinweisen müssen..
    formlosen widerspruch hab ich ja schonmal eingelegt.den antrag auf alg wedre ich morgen abgeben.erst wenn er abgelehnt wird kann ich auch dagegen widerspruch einlegen.und dann mit anwalts hilfe.
    aber viel hoffnung habe ich nicht.schaun wir mal

  43. Also ich sehe das so,
    Die Frage ist doch ob die Arbeitslosigkeit an jenem Tag also am 1.1.2015 z.B. durch Krankheit ausgesetzt und damit eine der Voraussetzungen nicht erfüllt ist?
    Dem ist nicht so.
    Es ist nun wirklich nicht so, das man am ersten Tag des Leistungsbeginns nach dem Dispositionsjahr nicht krank sein darf.
    Die ersten sechs Wochen einer möglichen Krankheit gelten als Zeit der Arbeitslosigkeit!!!, in denen das Arbeitlosengeld aufgrund des Entgeltfortzahlungsgesetzes weiter gezahlt wird (§ 126 SGB III: Leistungsfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit).
    Sobald man Krankengeld als Leistung der Krankenkasse erhält, fällt man aus der Arbeitslosigkeit heraus und es folgt ein Aufhebungsbescheid der Agentur für Arbeit. Sind Sie also wieder genesen, müssen Sie sich erneut beim Arbeitsamt melden. Während der Zeit des Krankengeldbezuges ruht Ihr Anspruch auf ALG 1 (§ 142 Abs. 1 Nr. 2 SGB III: Ruhen des Anpruchs bei anderen Sozialleistungen)
    Das Problem ist nicht ,das Sie am 1.1. 2015 krank waren, sondern die Krankschreibung schon über 6 Wochen war.
    Das heißt Sie müssen eigentlich Widerspruch gegen die Nichtzahlung von Leistungen einreichen.

  44. jep,ich habe wiederspruch eingelegt gegen den aufhebungsbescheid und den antrag auf alg heute eingereicht.wenn er abgelehnt wird werde ich einen anwalt nehmen müssen.
    gruss peter

    • Ich wünsche viel Erfolg – glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass das ohne Probleme funktionieren wird. Ich würde schon mal damit beginnen, einen Anwalt zu suchen…

      Trotzdem – ich drück‘ die Daumen !

      Gruß, Der Privatier

  45. ganz toll war ja die aussage einer mitarbeiterin des amtes: warum haben sie sich denn krankgemeldet? das war dumm.
    na toll,aufforderung von amtsseite rechtwiedrig zu handeln !!!!!!
    aber probleme hätte ich dann wenigstens keine gehabt…bis es rauskommt.
    einfach klasse unsere gesetze.

  46. Eine Frage an die Experten:
    Bei Arbeitslosigkeit werden ja Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt und zwar auf Basis 80 % des letzten Bruttos und unter der Vor., daß die Vorversicherungszeit ( 1 Jahr vorher rentenversicherungspflichtig beschäftigt)eingehalten wurde.
    Wie ist die Situation bei Inanspruchnahme des Dispositionsjahres und anschließendem ALG-Bezug, da ist ja die Vorversicherungszeit nicht gegeben, wie stellt sich in diesem Falle die Situation dar, also in welcher Höhe werden Rentenbeiträge gezahlt ?
    Vielen Dank für eine Info.
    Gruß Reiner

  47. es werden keine rentenbeiträge im dispojahr gezahlt.du kannst sie aber freiwillig bezahlen.in der arbeitslosigkeit bezahlt das amt die mindestbeiträge.so wurde es mir erklärt.allerdings machen in meinem fall 5 jahre mindestbeiträge gerade mal 4 euro mehr rente aus.zahlt man den höchstsatz sinds 50 euro.es gibt auf der seite der deutschen rentenversicherung einen rentenrechner,da kann man das checken.ich rate aber einen termin bei der beratungsstelle zu machen.findest du im internet für deine region.

  48. @Reiner: Eine sehr gute Frage! Und ich muss sagen: Sie hat mich ein wenig erschreckt und verunsichert. Ich gebe auch gerne zu, dass ich mir diese Frage selber nie gestellt habe. Ich bin immer (wie selbstverständlich) davon ausgegangen, dass bei Anspruch auf ALG 1 auch immer automatisch sowohl die Zahlung der Krankenkassenbeiträge, als auch die Beiträge für die Rentenversicherung enthalten sind. Dass es da noch Bedingungen gibt (Vorversicherung) ist mir völlig „durch die Lappen“ gegangen.

    Ich müsste die genauen Zusammenhänge dazu noch einmal recherchieren. Fest steht, dass Deine obige Behauptung:

    „Bei Arbeitslosigkeit werden ja Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt und zwar auf Basis 80 % des letzten Bruttos und unter der Vor., daß die Vorversicherungszeit ( 1 Jahr vorher rentenversicherungspflichtig beschäftigt)eingehalten wurde.“

    beinahe wörtlich so auf den Internetseiten der Rentenversicherung zu finden ist. Allerding mit der Ergänzung, dass wenn die Vorversicherung nicht vorliege, man einen Antrag auf Pflichtversicherung stellen könne und die Agentur die Beiträge dann in voller Höhe übernimmt.

    Ich habe mir (wie gesagt) über diese Zusammenhänge keinerlei Gedanken gemacht, aber jetzt zur Sicherheit in meinen Unterlagen noch einmal nachgesehen. Ich habe zwar kein Dispojahr gemacht, aber ich habe auch länger als ein Jahr kein ALG bezogen. Dennoch hat mir die Agentur ohne jemals die Rentenbeiträge auch nur zu erwähnen, am Jahresende eine Bestätigung über die gezahlten Beiträge geschickt. Und die entsprechen in etwa der erwarteten Höhe (also keine Mindestbeträge).

    Gruß, Der Privatier

  49. Hallo, hier „Dispojünger“,
    ich habe ein exaktes Dispojahr genommen und anschließend 2 Jahre ALG-I. Ich hab in meinen Unterlagen gekramt und eine Jahres-Bescheinigung fürs 1. ALG-I-Jahr gefunden. Dort wird eine Summe der RV gemeldet die den 80% vom lezten … entspricht. Im Dispojahr ist man selbst verantwortlich. Rahmenbedingungen bei mir : vorher freiwillig in der GKV, im Dispojahr familienversichert, falls das relevant ist.
    Gruß

  50. Ausgangslage: Aufhebungsvertrag zum 31.12.14 / Abfindung in 01/2015.
    Seit Januar bin ich also auch in meinem Dispositionsjahr. In dieser Zeit lebe ich von meiner Abfindung. Beim Arbeitsamt hatte ich mal kurz reingeschaut, aber noch nichts beantragt. Das möchte ich dann im Dezember 2015 machen.

    Nun meine Frage: Kann ich mein Dispositionsjahr über das eine Jahr hinaus verlängern ohne das mir das ALG „flöten“ geht? Sprich: kann ich meinen Anspruch noch weiter nach hinten rausschieben?

    LG Tina.

    • Kurze und klare Antwort: Nein!
      Bitte keine Experimente und nach Möglichkeit zum Jahreswechsel nicht krank werden (s. ergänzender Hinweis am Ende des Beitrages).

      Gruß, Der Privatier

  51. Das war deutlich (und schnell!). Okay, dann brauche ich mir diesbezüglich erst gar keine Gedanken zu machen… Vielen Dank!

    LG Tina.

  52. Zur Info: Andrea Nahles strebt eine Gesetzesänderung in dieser Sache an. Die Rahmenfrist soll von 24 auf 36 Monaten verlängert werden. Ich wünsche ihr dabei viel Glück, denn dann könnte das Dispojahr tatsächlich um ein Jahr verlängert werden. Vielleicht klappt es ja noch in 2015.
    Grüße
    Heijo

  53. also leute.mein antrag ist natürlich abgelehnt worden.krankheit schiebt die frist offenbar nicht auf.hab am montag einen termin beim anwalt.mal schauen,aber viel hoffnung hab ich nicht.heisst für mich : 18 monate alg1 verloren weil ich mich operieren lassen musste.
    dafür hab ich jetzt keinen stress mehr,das ist auch was wert.
    gruss peter

    • „…dafür hab ich jetzt keinen stress mehr,das ist auch was wert.“

      Coole Ansicht – leider etwas teuer erkauft. Aber zumindest dieses erste Ergebnis war ja schon abzusehen. Bin gespannt, ob der Anwalt da noch eine Chancen sieht. Bitte berichten!

      Gruß, Der Privatier

  54. ja,werde berichten.aber wenn wir denen keinen formfehler oder ähnliches anhängen können,seh ich schwarz.
    das amt würde zumindest die rente weiterbezahlen,aber nur wenn du dich ständig bewirbst.
    das mit der coolen ansicht : hadern bringt nix
    ein arbeitskollege hat sich garnicht al gemeldet,hat bewusst auf alg1 verzichtet weil er keinen stress haben wollte.nun,ich sag mal,unsere abfindungen erlauben es auch ohne alg1 gut zu leben.
    gruss peter

    • Ich glaube übrigens nicht, dass die Agentur die Rente weiter „bezahlt“. Wenn Du keine Leistung beziehst, werden auch keine Rentenbeiträge bezahlt.
      Es ist allerdings richtig, dass die Zeit, in der man leistungslos gemeldet ist, bei der Berechnung der Wartezeit angerechnet werden kann.
      Also: Die Zeit zählt – aber die Rente steigt nicht.

      Gruß, Der Privatier

  55. ps. hab am 9.3.15 eine rentenberatung.dann werde ich genau wissen was das für die 5 jahre ausmacht wenn keine oder nur mindestbeträge gezahlt werden.

  56. und die verblüfften gesichter der leute wenn sie hören : ich bin privatier….mit nichts zu bezahlen,für alles andere gibt es visa,lol

  57. Lieber Privatier,
    nachdem ich die Diskussion und die Ausführungen, bezüglich des Dispositionsjahres (bzw.Dispositionsrechts),schon geraume Zeit verfolge,habe ich hierzu folgende Frage: Meines Wissens wird die Höhe des Arbeitslosengeldes nach dem Einkommen des letzten Arbeitsjahres berechnt.Wenn nun das Dispositionsjahr das letzte Jahr vor der Arbeitslosigkeit ist entsteht nach meinem Kentnisstand nur ein Anspruch auf ein Arbeitslosengeld in Höhe der Hälfte wie ohne Beanspruchung des Dispositionsjahres (wenn man im letzten Jahr vor der Arbeitslosigkeit weniger Verdient hat kann man die letzten beiden Jahre vor der Arbeitslosigkeit zur Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes heranziehen). Sehe ich das falsch, oder gibt es eine Möglichkeit das Dispositionsrecht so zu gestalten, daß das Arbeitslosengeld in voller Höhe nach dem Ende des Dispositionsjahres ausbezahlt wird? Wie wirkt sich das auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Dispositinsjahres aus ( Stichwort:Sperrzeit und verkürzte Bezugsdauer)? Es wäre toll , wenn Sie mir bei diesen Fragen weiterhelfen könnten.

  58. mein alg1 wurde in voller höhe berechnet.von abzügen war keine rede.das ich den anspruch verloren habe ( wir werden sehen was der anwalt sagt) ist ne ganz andere sache.
    was ich aber durch zufall erfahren habe : es gab letztens einen bericht im fernsehen über genau den gleichen fall bei einer frau.sie hat geklagt und verloren.keine guten aussichten für mich.aber gehadert wird nicht.
    gruss peter

  59. Hallo Hr. Reithmayer,

    eine sehr gute Frage. Es ist doch immer wieder interessant, wie viele Haken und Stolpersteine es geben kann!

    In diesem Falle würde ich aber einmal Entwarnung geben. Denn, wie schon im Kommentar von peter178 schon berichtet, ist mit einer Kürzung des Anspruches nicht zu rechnen. Interessant ist aber: Warum nicht? Denn eigentlich ist der Sachverhalt in der Frage ja richtig formuliert.

    Wie so oft, sind es die Feinheiten!
    Denn, es heißt im §150 SGB III: „Der Bemessungszeitraum umfasst die beim Ausscheiden aus dem jeweiligen Beschäftigungsverhältnis abgerechneten Entgeltabrechnungszeiträume der versicherungspflichtigen Beschäftigungen im Bemessungsrahmen.“
    Es werden also nur die abgerechneten versicherungspflichtigen Entgelte berücksichtigt. Im Dispojahr gibt es aber keine. Dieser Zeitraum bliebt daher komplett unberücksichtigt!
    Also werden dann die letzten beiden Jahre zur Berechnung herangezogen. Aber hier wird dann kein Mittelwert mit dem Dispojahr gebildet. Wie gesagt: Er werden nur versicherungspflichtige Zeiten berücksichtigt.

    Evtl. sollte man bei Antragstellung diese Tatsache erwähnen. Man liest hin und wieder, dass der Bemessungszeitraum nur auf Antrag erweitert wird!

    Gruß, Der Privatier

    • Und wie ist es mit Krankengeld? Gibt es dazu auch etwas nachzulesen?
      Wird Krankengeld für die Berechnung des ALG herangezogen?

      • Ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich würde die Regelung so interpretieren:

        1.Kommen trotz Krankengeld in den letzten 12 Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit mind. 150 Tage mit versicherungspflichtigen Arbeitsentgelt zusammen, werden diese als Grundlage für das ALG genommen.

        2.Kommen in den letzten 12 Monaten keine 150 Tage Arbeitsentgelt zusammen, dann wird der Bemessungsrahmen von 12 Monaten auf 2 Jahre erweitert.

        3. Wurde so lange Krankengeld gezahlt, dass auch in dem erweiterten Bemessungsrahmen nicht mind. 150 Tage Anspruch auf Arbeitsentgelt bestand, müsste das ALG fiktiv bemessen (den Paragraphen kenne ich gerade nicht).

        Gruß, Der Privatier

      • Ich habe mich zum 1.1.2015 arbeitslos und danach wieder abgemeldet; jetzt bin ich im Dispositionsjahr.
        Als ich der Bearbeiterin in der Agentur gesagt habe, dass ich von Anfang Mai bis zum 31.12.2014 krank gewesen bin, hat sie mir ein Formular zur Weiterleitung an die Krankenkasse in die Hand gedrückt. In diesem wird die Zeit der „Versicherungspflicht wegen des Bezuges von Entgeltersatzleistungen / Krankentagegeld“ abgefragt.
        Die Arbeitszeiten werden vom letzten Arbeitgeber in der „Arbeitsbescheinigung“ ausgewiesen.

        Viele Grüße, Hardy

        • Nur zur Sicherheit möchte ich hier noch einmal klarstellen:
          Bei den hier im Blog beschriebenen Methoden des „An- und Abmeldens“ und des Dispositionsjahres handelt es sich um zwei verschiedene Wege! Mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.
          Wer das Dispojahr nutzen will, darf sich NICHT zu Beginn arbeitslos melden.

          Das nur zur Klarstellung.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            nenn mich Ulli 2000, meine Mail Adresse ist der BA bekannt,
            auch mein Mailname ist zu aufschlussreich.

            Richtig ist, das Dispojahr und An-Abmelden 2 verschiedene Wege sind.

            Falsch ist aber, dass man sich beim Dispojahr nicht gleich zu Beginn arbeitslos melden darf. Man muss dann allerdings sofort darauf hinweisen, dass man verschieben will, bevor über ALG entschieden wird.

            Bei mir Aufhebungsvertrag mit Abfindung August 2014 zum 31.12.2014. Abfindungsz. Januar 2015.
            Arbeitssuchendmeldung Ende Sept. 2014, ALO-
            Meldung Ende Dez. zum 01.01.2015 mit Hinweis auf Disposition ab 1.1.2015.
            Damit zunächst aber noch in der Bewerbungsmühle der BA, da ich zunächst abklären musste, ob ich das Dispojahr noch als Zähljahr f. die Rente benötige ( dann alle 3 Monate erneute ALO-Meldung erforderlich). Wenn man als langjährig Versicherter 35 Anrechnungsjahre (Wartezeit) für die Rente ab 63 voll hat -siehe Ziff. H Rentenbescheid- kann man sich aus der -ohnehin oft untauglichen- Arbeitsvermittlung auch noch nach Beginn d. Dispojahres verabschieden.

            Die pers. ALO-Meldung macht man dann ab 3 Monate vorher
            -davor geht wg. § 141 SGB III nicht- mit Wirkung zum 1.1.16.
            Zu Deinen Bedenken wegen der Datengenauigkeit:

            Ganz einfach die BA einbinden bzw. Farbe bekennen lassen!

            Definitiv bestätigen lassen (Schweigen als Zustimmung
            unterstellt), dass bei einer Meldung innerhalb 3 Monaten vorher mit WIRKUNG Stichtag , hier zum 1.1.16 zum einen die Anwartschaftszeit nach § 142 SGB III erfüllt wird, zum anderen wg. § 148 BGB ab 58 Jahren wieder Anspruch auf volle 24 Monate ALG besteht (Minderung wegen Aufhebungsvertrag wirkt sich nicht mehr aus).

            Publizierte Krankschreibung zum 1.1.16 wäre natürlich tödlich, aber das ist m.E.dann die einzige konkrete Gefahr.

            Peter178 tut mir leid, aber hier hat die BA auch eindeutig Ihre Beratungspflichten verletzt. Die BA mauert ja bereits mit Hinweis auf Dispomöglichkeit und verletzt dabei m.E. die Beratungspflichten bereits eklatant, bei erfolgter Beratungspflicht über Dispo gehört m.E. ein ausdrücklicher Hinweis des Amtes für die Schädlichkeit einer Krankmeldung für den ALG-Anspruch zum Stichtag dazu.

            Wenn nicht, ist das absolut unfair, und schon deshalb
            gibt es ggü der AfA keinen Anlass für irgendwelche Skrupel bei der Durchsetzung der gesetzlich geregelten Ansprüche.

            Übrigens: Kranken udn Pflegeversicherungs bei mir gerechnet auf ca. 25% der Abfindung (hängt u.a. von der Dauer der Betriebsangehörigkeit ab) ist erstmal bei Dispo-Jahr mit über 700 EUR pro Monat auch bei GKV sauteuer, da man ja neben dem bisherigen AN- auch den AG-
            Anteil allein bezahlen muss ) der Beitrag sinkt dann aber ab ca. 7 Monaten auf den Mindestsatz von ca. 140 EUR. Das hatte aber mein AG in die Abfindung eingerechnet…

            Hoffe, dass ich helfen konnte.

            Gruß Ulli

          • Hallo Ulli2000,

            vielen Dank für die Schilderung Deines Falles!
            Ich denke er zeigt in der Zusammenfassung noch einmal recht gut, auf welche Punkte zu achten ist und mit welchen Problemen man u.U. zu rechnen hat. Ganz besonders wichtig finde ich den Hinweis, die Arbeitsagentur ganz offen und aktiv in die eigenen Pläne einzuweihen und sich dies nach Möglichkeit auch bestätigen zu lassen!
            Als Ergänzung für andere Leser vielleicht nur noch die Ergänzung, dass es sich bei den geschilderten Daten zur KV/PV natürlich um spezielle/persönliche Daten handelt. Das ist nicht generell so! Ich selber habe z.B. nur 2 Monate den vollen Beitrag gezahlt und mit ein bisschen mehr Planung hätte es auch gar keiner sein müssen.
            Richtig und wichtig aber auch wieder der Hinweis: Wenn solche Effekte VORHER bekannt sind, kann man dies bei der Berechnung der Abfindung mit einkalkulieren. Und dann ist es wieder kein Problem.

            Gruß, Der Privatier

          • Ich verfolge den Blog zum Thema Dispositionsjahr seit geraumer Zeit mit grossem Interesse. Ich bin allerdings über deas Thema ‚Rahmenfrist‘ verwirrt. Zählt das Dispostionsjahr hier nun mit oder nicht? D.h. wenn man volle 12 Monate Disposition auschöpfen will muss man im letzten Beschäftigungsjahr volle 365 Tage Pflichtversichert beschäftigt sein um ALG I Leistungsanspruch zu haben? Oder zählt das Dispositionsjahr nicht mit in die 24 Monats Rahmenfrist?
            In meinem Fall war ich in den 24 Monaten vor Beschäftigungsende nur in den ersten 12 Monaten SV pflichtig beschäftigt, in den letzten 12 dagegen ohne Entgelt. Würde ich damit den ALG I verlieren ween ich 12 Monate Disposition anhänge? Oder sollte ich in dem Fall die An-Abmelde Variante wählen?
            Danke für Euren tatkräftigen Rat!
            Gruß
            Klaus

          • Hallo Klaus,

            Für die Rahmenfrist ist der Zeitraum VOR der Meldung zur Arbeitslosigkeit entscheidend. Wie man diese Zeit nennt, ob „Neuorientierung“, „Selbstfindung“, „Weltreise“ oder „Dispojahr“ ist der Agentur so ziemlich egal.
            Entscheidend ist, ob man in den zurückliegenden 24 Monaten mindestens zwölf sozialversicherungspflichtige Monate vorzuweisen hat. Hat man dies nicht, ist der Anspruch=0!

            Daher: Ja, das Dispojahr zählt natürlich mit und wichtig:
            Wer vor dem Dispojahr keine 12 Monate mit SV-Beiträgen vorweisen kann, hat keinen Anspruch!
            Es bleibt in Deinem Fall also nur das An- und Abmelden.

            Gruß, Der Privatier

  60. an Peter 178: Sollte dieses Jahr dann doch noch die Rahmenfrist von 2 auf 3 Jahre erhöht werden (aktuell eine Überlegung von Frau Nahles), dann würde sich Deine Sachlage wieder zu Guten wenden. Also mal ein Auge drauf werfen, ob sich da was ändert!

    • Die Überlegung gibt es tatsächlich. Ich denke aber nicht, dass dies rückwirkend für „abgeschlossene“ Fälle wirksam wird. Das halte ich für eher unwahrscheinlich. Also: Keine falschen Hoffnungen machen.

      Gruß, Der Privatier

  61. Vielen Dank für die erhellenden Antworten.
    Ich werde über meine Erfahrungen mit der Arbeitsagentur, was diese Fragestellung angeht berichten. Das wird aber erst Ende April oder Anfang Mai aktuell.
    Viele Grüße!

  62. hallo,
    bin gerade zurück vom anwalt.leider nicht der richtige fachanwalt.muss ein anwalt für sozialrecht sein.neuer termin am 17.2.15
    ich werde berichten
    gruss peter

  63. hallo zusammen,
    bin gerade zurück vom termin.es ist in der tat so das mein anspruch erloschen ist.mein anwalt sieht keine chance da was zu machen.auch auf dem klageweg sieht er keine möglichkeit,das gesetz ist da nicht auszulegen.krankheit verlängert definitiv die frist nicht.ich kann jedem nur raten sich zu überlegen, ob er rechtskonform handeln will und sich beim amt krankmeldet.wenn man allerdings berechtigt ist krankengeld zu beziehen sieht die sache anders aus.sollte man im dispojahr familienversichert sein ist das nicht der fall.
    gruss peter

    • Ach Mist! Ich habe es ja befürchtet…

      Es tut mir wirklich leid für Dich und ich danke Dir, dass Du Deine Erfahrungen hier veröffentlicht hast. Ich habe bereits meinen Original-Beitrag um eine entsprechende Warnung ergänzt und hoffe nur, dass die auch möglichst viele wahrnehmen und beherzigen.

      Für Dich noch der Hinweis: Es ist bitter und ärgerlich, aber die Welt geht davon nicht unter. Ich kenne genug Fälle, die freiwillig darauf verzichten, um sich evtl. Ärger zu ersparen. Es geht auch ohne…
      (sollte es jedenfalls. wenn nicht – war der Plan nicht gut).

      Gruß, Der Privatier

  64. auch ich kenne einen fall welcher bewusst verzichtet hat,ein ehemaliger arbeitskollege von mir.hatte auch keinen bock auf den stress.ich muss mir finanziell keine sorgen machen.ausserdem muss man eines ganz klar sehen: wenn man bis zur rente arbeitet sind die gezahlten beiträge auch verloren.und die jahre in freiheit und ohne stress sind nicht mit geld zu bezahlen.zumindest sehe ich das so.jeder muss also selbst entscheiden,aber unbedingt auf fristen achten.und eben im zweifelsfall entscheiden,ob er gesetzestreu handeln will oder auch nicht.das soll kein aufruf sein sich so zu verhalten.dennoch entspricht das alles nicht dem normalen rechtsempfinden des normalbürgers,zumal wenn man sieht wies manchen im schlaf gegeben wird.mein motto lautet allerdings : du wirst für alles bezahlen was du anderen angetan hast.damit bin ich alles in allem sehr gut gefahren in meinem leben.und wie du sagtest: davon geht die welt nicht unter,ärgerlich ist es dennoch.
    gruss peter

  65. Ich bin nach meinem Aufhebungsvertrag arbeitssuchend & arbeitslos gemeldet und beziehe nach dem Ruhenszeitraum und der Sperrfrist derzeit schon Arbeitslosengeld. Erst jetzt habe ich zufällig von der Möglichkeit des Dispositionsrechts erfahren; die Arbeitsagentur hatte mich nicht auf diese Möglichkeit hingewiesen. Dies wäre eine Überlegung wert gewesen, nachdem ich wegen Ruhenszeitraum und Sperrfrist schon ein 3/4 Jahr auf den Beginn der Arbeitslosengeldzahlung warten musste.

    Meine Fragen:
    1) Inwiefern wäre die Arbeitsagentur verpflichtet gewesen, mich auf die Möglichkeit des Dispositionsrechts hinzuweisen?
    2) Da dies seitens der Arbeitsagentur nicht geschehen ist: Habe ich (noch) die Möglichkeit mit Aussicht auf Erfolg, gegen die Arbeitsagentur rechtlich vorzugehen und Kompensation zu fordern?

    • Behördliche Beratungspflicht – ein schwieriges Thema!

      Zunächst einmal mein persönliches Bauchgefühl: Ich halte es für relativ aussichtslos und würde mir die Mühe wohl nicht machen. Selbst wenn man den Verwaltungsvorgang bei der Arbeitsagentur wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen würde und das Ganze noch einmal „von vorne“ abwickeln würde, müssten ja auch die davon abhängigen Entscheidungen (Krankenkasse und Steuern) alle mit zurück abgewickelt werden. Meine Einschätzung: Aussichtslos.

      Aber ich bin da überhaupt kein Fachmann und habe keinerlei persönliche Erfahrungen. Es entspringt nur meinem persönlichen Empfinden!

      Es gibt durchaus auch höchstrichterliche Entscheidungen, die die Beratungspflicht der Arbeitsagentur ganz klar bestätigen und auch entsprechende Rückabwicklungen durchgesetzt haben.

      Ich denke, hier kann nur ein spezialisierter Anwalt eine konkrete Auskunft geben.

      Gruß, Der Privatier

  66. Hallo mal wieder.
    Mir ist jetzt noch eine Komplikation aufgefallen, die ich beinahe übersehen hätte. Seit 1.1.15 bin ich glücklich im Dispositionsjahr und hatte auch geplant, mich pünktlich zum 1.1.16 arbeitslos zu melden.
    Jetzt fiel mir noch gerade ein, dass ich in 2014 2 Monate Elterngeld bezogen hahe, was ja m.W. kein zu versteuerndes Einkommen darstellt, nur dem Progressionsvorbehalt unterliegt. D.h. ich muss mich nun zum 1.11.2015 arbeitslos melden, damit ich zwischen 1.11.13 und 31.12.14 12 Monate versicherungspflichtige Beschäftigung vorliegen habe.
    Die Sache hat zwei entscheidende Nachteile:
    1. der Anspruch bleibt um 3 Monate wegen der eigenen Mitwirkung am Aufhebungsvertrag verkürzt
    2. im Jahr der Auszahlung der Abfindung (2015) würde ungewollt zusätzliches Einkommen in Form von ALG zufließen
    1. lässt sich offenbar nicht vermeiden oder habe ich da eine Klausel übersehen?
    2. ließe sich vermutlich optimieren, wenn ich nach der Arbeitslosmeldung zum 1.11.15 mich bspw. am 4.11.15 wieder abmelde. Das wäre ja der Weg des Privatiers? Wenn ich das richtig verstanden habe wird mit der Arbeitslosmeldung zum 1.11.15 der Anspruch festgesetzt und dieser kann für eine Weile nicht verfallen. Nach der Abmeldung und Wiederanmeldung zum 1.1.16 gibt es also keine Anwartschaftszeit, die beachtet werden muss.

    Ich hoffe, meine Schlüsse und Erkenntnisse sind soweit korrekt und freue mich auf euer kompetentes Feedback.

    • Eine der Voraussetzungen für das Gelingen des Dispojahres ist das Erfüllen des §142 (s. Beitrag): „Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.“
      Wenn da aus irgendeinem Grund was fehlt, dann klappt das nicht! Und zwar komplett. Noch mal ganz deutlich für alle: Dann ist der Anspruch VOLLSTÄNDIG verloren.
      Die Überlegungen sind daher alle richtig (wenn die Monate mit dem Elterngeld die Monate Nov./Dez.2014 waren). Auch die Nachteile sind richtig erkannt. Evtl. könnte die Sperrzeit etwas kürzer ausfallen, s. dazu auch mein Beitrag über Sperrzeiten (zweite Hälfte).
      An- und Abmelden geht immer. Ein einmal festgestellter Anspruch verfällt erst nach vier Jahren.

      Gruß, Der Privatier

      • Das Elterngeld habe ich in Juni/Juli 2014 bezogen, aber dadurch liegt es ja im Zeitraum für die Anwartschaft, der nun vom 01.11.2013 bis 31.10.2015 läuft, Nov. 13 bis Mai 14 sind 7 Monate, Aug. 14 bis Dez. 14 sind 5 Monate.
        Die An- und Abmeldung werde ich natürlich jetzt nicht auf den letzten Drücker machen, ist ja völlig egal, ob ich im Juni, August oder Oktober 2,3 Tage (oder 0 Tage) arbeitslos bin. Eine Kürzung der Sperrzeit kommt nicht in Frage, es stand keine betriebsbedingte Kündigung im Raum, eine Verlängerung des Anspruchs auch nicht, ich überschreite gerade keine entscheidende Altersgrenze.

        • Stimmt! War mein Fehler mit der Aussage, dass die Elternzeit im Nov/Dez. liegen muss. War Blödsinn. Sorry!
          Mit der Sperrzeit ist schade – ist dann aber wohl so…

          Gruß, Der Privatier

      • Ich hoffe, es lesen auch noch viele unsere etwas abtrünnige Zwischenunterhaltung.
        Ich habe etwas Wichtiges herausgefunden und mich daraufhin sofort gestern arbeitslos gemeldet, obwohl ich doch eigentlich erst ab 1.1.2016 wirklich arbeitslos sein wollte.
        Der Progressionsvorbehalt des ALG’s verliert seine steuerschädliche Wirkung, sobald das „verbleibende zu versteuernde Einkommen“ negativ ist und auch unter Einberechnung der Lohnersatzleistung negativ, wird die Steuer ohne Progressionsvorbehalt berechnet. Die Lohnersatzleistung bleibt also vollständig außen vor. Wird es durch das ALG positiv wirkt nur der Differenzbetrag berücksichtigt.
        Ein negatives verbleibendes Einkommen ohne die Abfindung konnte ich bereits ohne besonderes Zutun erreichen, Arbeitnehmerfreibetrag, Vorsorgeaufwendungen, Spenden und Kinderfreibeträge. Verluste aus Gewerbebetrieb waren noch gar nicht nötig.

        Ich denke und hoffe, dass ich nun im laufenden Jahr nicht erfolgreich vermittelt werde, aber dazu wäre ja auch eigenes Engagement notwendig. Mein ALG Bezug geht nun wahrscheinlich nur bis Mitte 2016 (falls ich mich nicht noch umschulen lasse),aber bis dahin werde ich sicher wieder eine Anstellung haben.

        • Tja – Markus… da hast Du etwas Richtiges herausgefunden. Aber das hättest Du bei aufmerksamen Lesen hier im Blog auch schon lange wissen können. Das habe ich nämlich bereits im Beitrag über die „Rürup-Strategie“ im Detail erklärt.
          Aber nun gut – Hauptsache, Du findest den für Dich richtigen Weg.

          Gruß, Der Privatier

  67. Ich weiß es nicht, aber ich stelle das nur mal so in den RAum für weitere Recherchen:
    Werden vom Elterngeld nicht auch Beiräge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt? Wenn ja, müsste es doch genauso wie Krankengeldbezug ebenfalls als versicherungspflichverhältnis zählen.
    DAs habe ich dazu im Netz gefunden. Wäre vielleicht wert, mal etwas genauer nachzuforschen.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuertipps/steuertipp-weniger-elterngeld-durch-neue-berechnung-12031162.html

    • Das Thema „Elterngeld“ ist für mich selber zu weit weg, als dass ich hier weitere Recherchen anstellen möchte. Wenn jemand genaueres weiß, ist er aber herzlich eingeladen, seine Kenntnisse hier kundzutun.
      Aus der o.g. Quelle entnehme ich allerdings nur, dass zur Berechnung des Elterngeldes pauschal die Beiträge zu Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) vom Brutto abgezogen werden. Ich habe nicht gelesen, dass sie auch tatsächlich abgeführt werden. Mag anders sein – ich weiß es nicht.
      Aber für alle Betroffenen sicher ein guter Hinweis, der zu überprüfen wäre. Vielen Dank.

      Gruß, Der Privatier

  68. Hallo Zusammen,
    Erst einmal Gratulation an Privatier! Dieses Forum finde ich total gelungen obgleich ich mit den Fristen und Berechnungen mehr verunsichert bin als vor Einstieg. Das liegt aber ausschließlich an mir.
    Meine Situation.
    Alter: 57, Beendigung meines Arbeitsverhältnisses nach fristgerechter Kündigung: 31.5.2015. Arbeitssuchend gemeldet bereits seit Okt. 2014.
    Intension: ALG erst nach Erreichen der 58 (Dez.) zu beantragen um Anspruch dann auf 24 Monate auszudehnen und ausser der am 31.5. fälligen Abfindung keine weiteren Einnahmen im lfd. Jahr zu erlangen.
    Meine Vorgehensweise ist so geplant: am 1.6. melde ich mich arbeitslos ohne Leistungsbezug, melde mich am Folgetag ab! Mitte Dezember, nach meinem 50. Geb.Tag melde ich mich erneut arbeitslos und Beantrage ich ALG. Sperr- und Ruhezeiten sind für mich doch nicht relevant, oder? Hab ich
    speziell für meinen Fall etwas wesentliches übersehen? Ist das erstmalige An- und Abmelden überhaupt notwendig? Gruß Michael

    • Hallo Michael,

      das An- und wieder Abmelden hat den Zweck, nachzuweisen, dass man der AL-Meldung unmittelbar nach Beginn der Arbeitslosigkeit, nachgekommen ist. Die Anmeldung muss zwingend am 1.6.2015 geschehen.
      Ob Sperr- und Ruhezeiten anfallen, hängt von der Kündigung ab. War man selbst am Verlust des Arbeitsplatzes beteiligt, gibt es eine Sperrfrist. Ob diese in der Zeit bis Mitte Dezember verschwindet, kann ich nicht genau sagen.
      Hier würde ich den Berater bei der Agentur fragen.

      Viele Grüße
      Hardy

      • Hardy, vielen Dank für Deine Antwort. Kündigung war betriebsbedingt. Insofern dürfte keine Sperrfrist vorhanden sein. Abfindungshöhe war im Interssensausgleich gedeckelt und liegt im Rahmen. Das Prozedere der An- und Abmeldung könnte ich mir auch sparen, wenn ich die Monate bis Dezember mich „arbeitslos ohne Leistungsbezug“ melden würde. Das würde mir zwar die private RV in der Zeit sparen, hätte aber Bauchschmerzen ob der Vermittlungsaktivitäten.

        • Hallo,
          nach langer Zeit und geruhsamen „Prvatier spielen“ will ich hier meine Erfahrung beisteuern.
          Die Abfindung bekommst Du vermutlich mit einem Aufhebungsvertrag, der auf dem Intressenausgleich basiert. Da Dir betriebsbedingt gekuendigt wurde, musstest Du im AV vermutlich einer Kuendigungsschutzklage verzichten. Soweit hast Du „mitgewirkt“ und wenn du nicht verzichtest hast, koennte das AA eine verlangen und wenn Du es nicht tust, hast Du wieder mitgewirkt. Das zum Spielraum des AA. Aber alles ist vom Tisch wenn Dein Dispojahr ein Jahr is also 12 Monate. Alles andere waere exakt mit dem AA ab zu stimmen.
          Ansonsten sehe ich es wie Privatier: arbeitssuchend (noch Bezuege), arbeitslos (keine Bezuege dafuer ALG), dann weiter arbeitslos (keine Bezuege und ALG ausgelaufen). Alles unter Ueberwachung des AA mit Angeboten, Eigenaktivitaeten, evtl. sogar Massnahmen).
          Das mit den 24 Monaten ALG-1 ist richtig so, habe ich auch gemacht.

          • Nachtrag : Wie immer von anderen und mir empfohlen : Rede mit dem AA und stimme dich ab. Zur Dokumentation empfehle ich Aufzeichnungen evtl. mit Bestaetigung oder Mail an Deinen Betreuer : …. habe ich das so richtig verstanden, wenn JA bitte ich um kurze Bestaetigung ….

          • Hallo Excel,
            mein Mitwirken war nicht vorhanden. Nach Unternehmensverkauf kam es zu Massenentlassungen. (Massenentlassungsanzeige liegt dem AA vor). Es kam auch zur Kündigungsschutzklage meinerseits. Motiviert wurde ich u. A. dadurch, dass die mit dem BR vereinbarte Abfindung gedeckelt war. Mit der Gegenpartei wurde ein Vergleich geschlossen. Ich denke, dass ich von daher auf der sicheren Seite bin, oder?

          • bzgl. Deiner Antwort von 23:02 :
            ok – mit diesen Details sieht es gut aus, aber klaere es vorher

    • Auch wenn ich jetzt wohl noch mehr Verwirrung stifte, aber ich muss hier leider etwas korrigieren: Ich jedenfalls kenne nur zwei Möglichkeiten, sich bei der Arbeitsagentur zu melden: Arbeitssuchend oder Arbeitslos.
      Arbeitssuchend meldet man sich in der Regel VOR der eigentlichen Arbeitslosigkeit. Dieser Status ist zwar mit den üblichen Pflichten verbunden, er gibt aber (noch) keine Leistung.
      Arbeitslos meldet man sich dann, wenn der Status tatsächlich vorliegt, verbunden mit einem Leistungsantrag auf Zahlung von ALG1.
      Irgendwann später, wenn der Anspruch auf Leistung erloschen ist, gibt es dann noch den Status: Arbeitslos ohne Leistungsbezug.

      Ich würde mich daher an Stelle von Michael erst zum 1.1.2016 arbeitslos melden. Zur Sicherheit kann er das 3 Monate vorher machen. Aber darauf achten, dass die Arbeitslosigkeit erst am 1.1.16 beginnt!
      Vorteil dabei: Die neue Altersstufe wird berücksichtigt und ALG-1 fließt erst im Jahr nach der Abfindung.
      Das einmalige An- und Abmelden zum 1.6.15 sehe ich dagegen eher als schädlich an! Zumindest dann, wenn es mit einem Antrag auf ALG verbunden ist. Dann wird nämlich der Anspruch in Höhe der jetzigen Altersstufe festgesetzt. Und der bleibt dann auch so.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, ist es nicht so, dass Arbeitslosenmeldung und Antrag auf Arbeitslosengeld zwei paar Schuhe sind?

        • Ich kann nur noch einmal sagen, dass ich nur die oben von mir erwähnten beiden Meldungen kenne.
          Eine „Arbeitslosmeldung ohne Leistungsbezug“ macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn, denn:
          a) wäre sie von den Rechten und Pflichten her so ziemlich identisch mit dem Status, den man mit der Arbeitsuchend-Meldung erreicht. Also überflüssig.
          b) Die Hoffnung oder Annahme, dass während einer Zeit der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug zumindest die Rentenversicherung „bezahlt“ würde, kann ich auch nicht bestätigen, denn:
          b1) Wäre dies ja auch eine Leistung der Agentur, deren Anspruch zunächst einmal überprüft werden müsste. Eben mit einem Antrag auf Leistung…
          b2) Auch in der Zeit nach Ablauf des ALG1, wo es den Status „Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug“ tatsächlich gibt, zahlt die Agentur keinesfalls einen Rentenbeitrag. Hier zählen aber immerhin die Zeiten für die Rentenanwartschaft.

          Zusammengefasst: Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber nach meinem Kenntnisstand existieren nur die beiden anfangs erwähnten Meldungen:
          Arbeitsuchend (ohne Leistungsantrag) und Arbeitslos (mit Leistungsantrag).

          Gruß, Der Privatier

          • Ich sehe es genauso wie Privatier.
            Es gibt keine Arbeitslosmeldung ohne Bezug. Man ist und bleibt arbeitslos , nur die Bezugsdauer von ALG-1 endet. Wenn man das unterbricht und sich wieder anmeldet ist man wieder arbeitssuchend.
            Nur der Vollstaendigkeit halber : die Zeit nach Bezug, also im Zustand arbeitslos sind dann Pflichtzeiten (Zeit ohne Wert) und das Recht Erwerbsunfaehigkeitsrente bleibt erhalten. Hier gibt es naemlich wieder Rahmenfristen, die zum Verlust fuehren koennen. Details sind an Hand des persoenlichen Versicherungs-verlaufes mit der Rentenversicherung zu klaeren.

          • Das hat Hand und Fuß. Ich mache mir da auch gar keinen Stress! Werde mich kommende Woche beim AA abmelden und nach Weihnachten wieder anmelden mit Antrag auf ALG-1. Das Formular V060 für die RV ist schon ausgefüllt und geht nächste Woche zur Post. KV geht über meine bessere Hälfte als Familienversicherung.
            Herzlichen Dank für die Informative Resonanz!

  69. Ich hatte es jetzt auch so verstanden, wie Privatier es nochmal verdeutlicht hat. Nur, wie macht man das denn dann? Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit zur AA gehen und sagen, „hier bin ich, bin ab heute Arbeitslos aber ich will nichts von euch, ich melde mich dann in x Monaten wieder?“ Man muss ja hingehen, aber eigentlich will man ja keine Bezüge. Oder muss man gar nicht hingehen wenn man das Dispositionsjahr nutzen will? In der Theorie ist mir mittlerweile alles sonnenklar, nur frage ich mich, wie man sich dann am ersten Tag der Arbeitslosigkeit verhalten soll? Soll bzw. kann man die Karten auf den Tisch legen und sagen, dass man Sperr- und Ruhezeiten vermeiden und die Altersgrenze überschreiten möchte? Oder gereicht einem das dann zum Nachteil?

    • „Man muss ja hingehen, aber eigentlich will man ja keine Bezüge. Oder muss man gar nicht hingehen wenn man das Dispositionsjahr nutzen will?“

      Nein – man muss nicht hingehen! Warum, erklärt der §138 SGBIII. Der besagt nämlich:
      Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und
      1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
      2. sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen), und
      3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

      Wer also keine Arbeit sucht, der Agentur also nicht zur Verfügung stehen möchte (Pkt.3), der ist nach dieser Definition gar nicht arbeitslos. Und muss sich demnach auch nicht melden.
      Melden muss man sich erst, sobald man weiß, dass man arbeitslos werden wird. Wenn man aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus absehen kann, wann dies sein wird und man nahtlos in die Arbeitslosigkeit wechseln möchte, ist dafür eine Frist von 3 Monaten vorgesehen.
      Bin ich aber bereits ohne Beschäftigung und fasse an Silvester den Vorsatz, im nächsten Jahr wieder arbeiten zu wollen, dann kann ich mich schlecht 3 Monate vorher melden…

      Dennoch: Es schadet nicht, sondern ist sogar empfehlenswert, das Vorhaben mit der Arbeitsagentur im Rahmen eines Beratungsgespräches abzustimmen. Dann wissen beide Seiten, was man voneinander zu erwarten hat und man kann sich die Vorgehensweise ggfs. auch bestätigen lassen.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Timmi, hallo excel, hallo Privatier,

      Also ich habe mein gesamtes Vorhaben in mehreren Telefongesprächen mit der AA besprochen. Die sind super kooperativ und haben notiert, dass ich mit zum Jahresende wieder melde. Die interne Dokumentation funktioniert bei denen übrigens mustergültig.Sämtliche Gespräche werden in deren VERBIS-System dokumentiert. Auch deren Aussagen, wie z.B. die Thematik über evtl. Sperrzeiten, mit der klaren Aussage, dass diese für meine Situation (s.o.) nicht zum Tragen kommen, sind dort hinterlegt.

      Die Gründe, warum Du Dein Dispositionsrecht beanspruchst, kannst Du ganz klar offenlegen. Da ist nichts Verwerfliches bei. im Gegenteil, Die AA sind angehalten, im ersten Informationsgespräch Dich auf diese Möglichkeiten hinzuweisen. Ist in meinem Fall nicht geschehen. Ich bin erst über diese Seite darauf gestoßen (nochmals herzlichen Dank an Privatier)! Aber bei der AA arbeiten – Gott sei Dank- auch nur Menschen und das Thema ist anscheinend nicht alltäglich.

      • BINGO !
        So soll es sein. Es ist nichts unrechtes daran. Und manches (Dispojahr) kommt auch nicht regelmaessig vor.
        Danke fuer Deinen Bericht – hoffentlich lesen es auch viele.
        Viel Spass beim Aelterwerden, manchmal macht es ja Sinn…

      • Hallo Michael,

        vielen Dank für die Schilderung Deiner Erfahrungen!!
        Ich habe zwar selber das Dispojahr gar nicht gemacht, aber die Erfahrung, dass die Mitarbeiter dort freundlich, nett und kooperativ sind, habe ich auch machen dürfen.
        Ich denke, man wird eben auch so behandelt, wie man selber dort auftritt. Ein gesundes Fachwissen, gepaart mit Freundlichkeit und Respekt lösen meist ein entsprechendes Echo aus.

        Gruß, Der Privatier

  70. die Kommentare+Antworten waren schon sehr erhellend. Aber bei meinem Fall bleibt noch einige Fragen:
    Mein Arbeitsvertrag endet mit Aufhebung zum 30.9.15 (unter Einhaltung der Kündigungsfrist) und ich überlege das Dispositionsjahr in Anspruch zu nehmen (Auszahlung der Abfindung in Jan 16). Mit Arbeitslosmeldung zum 1.10.16

    Ich war 7 Jahre bei diesem Arbeitgeber beschäftigt, aber von Okt 14 – Mar 15 krankgeschrieben. Beeinflusst das irgendwie meinen ALG Anspruch?
    Eine Arbeitslosanmeldung im Oktober 15 und Abmeldung im Dez 15 kommt wohl wegen eventueller Sperrfirsten nicht in Frage (wohl auch weil ich im Nov 15 noch eine längere Reise machen will)

    • Hallo Renate,

      der Bezug des Krankengeldes beeinflusst Ihren Anspruch auf ALGI nicht, denn zu den Zeiten zur Erfüllung der Anwartschaftszeit gehört u.a. auch der Bezug von Krankengeld.

      Wenn Sie eine Sperrfrist vermeiden wollen, müssten Sie (wie Sie richtig vermuten) schon das Dispojahr vollständig abwarten.
      Und… zum Abschluss der inzwischen obligatorische Tipp: Sprechen Sie Ihr Vorhaben mit der zuständigen Agentur ab. Nur so haben beide Seiten verlässliche Informationen über das weitere Vorgehen.

      Gruß, Der Privatier

  71. auf der Suche nach Erläuterungen zum Thema Dispojahr bin ich auf die Seite des Privatiers gestoßen und habe in den letzten Stunden mit großem Interesse die verschiedenen Blogs gelesen.
    Zu dem Thema jetzt meine Frage.
    Bin im Monat Juni 2014 zum 31.12.2015 betriebsbedingt gekündigt worden.
    Um zu verhindern das mein AG meine im Januar 2016 auszuzählende Abfindung mit Seuerklasse 6 versteuert, wollte ich das Dispojahr in Anspruch nehmen.
    Ich habe mich Anfang Juni 2015 bei der AA online Arbeitssuchend gemeldet.
    Muss man das Dispojahr volle 12 Monate einhalten oder kann man sich nach z.B. nach 3 Monaten schon wieder Arbeitssuchende bzw. Arbeitslos melden?
    Der Anreiz für mich, was das Dispojahr betrifft, wäre nur die Steuerersparnis auszunutzen, da ich im November 2015 für mich und meine Frau die Steurklasse in 3/5 ändern würde. Ohne ALG1 Beantragung zum 01.01.2016 würde mein jetziger AG an 1.Stelle stehen und somit würde die Abfindung mit Steuerklasse 3 versteuert, d.h. es bleibt netto im Monat 01/16 mehr übrig.
    Oder muss man die vollen 12 Monate in Anspruch nehmen?
    Danke schon mal für die Antwort.

    • Nun – das Dispojahr verfolgt ja nun eigentlich andere Ziele (kein ALG-„Einkommen“, evtl. andere Altersklasse, Vermeidung von Sperren und Ruhezeiten). Die Idee mit der Steuerklasse erschließt sich mir nicht so ganz…
      Zum einen ist die Arbeitsagentur ja kein Arbeitgeber und meldet sich daher auch nicht als solcher an. Der EX-Arbeitgeber wird daher bei seiner Anmeldung ohnehin an 1.Stelle stehen. Insofern ist das Vorhaben sinnlos.
      Aber es ist ohnehin (fast) sinnlos, denn der Wechsel der Steuerklasse bringt höchstens einen zeitweisen Liquiditätsvorteil. Am Ende nach der Steuererklärung kommt ohnehin immer dasselbe heraus. Man kann also höchstens einen höheren „Vorschuss“ bekommen. Ist natürlich auch nicht schlecht. Aber kein Grund für ein Dispojahr. Dafür gäbe es – wie gesagt – andere Gründe. Aber die sind ja im obigen Beitrag und den zahlreichen Kommentaren ausführlich geschildert.
      Zur Frage der Steuerklasse kann ich noch den Beitrag (und die Kommentare!) zur Steuerklasse 6 empfehlen.

      Gruß, Der Privatier

    • Wie Privatier schon antwortete : Das Dispo-JAHR ist ein Jahr mit 12 Monaten und nur wenn es voll ist, verhindert es die Sanktionen (Sperr- u/o Ruhezeit). Sollte man die 58-er Grenze mittels Geburtstag überschreiten, so erhält man die ALG-I-Zeit für über 58-Jährige, nämlich 24 Monate. Für nichts anderes ist dieses JAHR geeignet, aus meiner Sicht.
      Warum sollte Dein Arbeitgeber Steuerklasse 6 nehmen ? Du bist ohne Beschäftigung! somit nimmt er Deine alte St-Klasse.
      Klar kannst Du Dich im Dispojahr arbeitssuchend melden wenn Du einen neuen Job suchst und die Zeit nutzen willst oder wenn Du Langeweile hast, denn Du unterstehst dann wieder dem Arbeitsamt für all seine „Ideen“.
      Arbeitslos meldest DU Dich dann wenn DU ALG beziehen willst. Also am Ende des Dispo-JAHRES.
      Ich verspüre, dass die Begriffe Dir noch nicht so klar sind. Deshalb empfehle ich Dir die Hefte des AA mal zu lesen, kann man am Schirm auf den Seiten des AA.
      Auch das Thema Steuer scheint noch unklar zu sein. Auch hier wirkt das Dispo-JAHR. Diesmal fürs Finanzamt, denn Du hast dann keine weiteren Einkünfte und die Fünftel-Regelung wirkt sich optimal aus. Auch dies empfehle ich nochmal zu vertiefen.
      Gruß vom Excel-Quäler

    • Ich kann den beiden (Privatier und Mr.Exel) nur zustimmen. Die Steuerklassenwahl bei der Auszahlung der Abfindung ist völlig unerheblich.
      Am Ende des Jahres 2016 wird abgerechnet und zwar nach Splittingtabelle und die ist für verheirate immer gleich.
      Um die tatsächliche Steuer mgl. niedrig zu halten ist es von erheblicher Bedeutung das gemeinsame Jahreseinkommen mgl. niedrig zu halten. Deshalb gilt auch für Dich: Dispositionsjahr mit 12 Monaten auch voll auszunutzen.
      Versuche mgl. noch das Einkommen Deiner Frau zu reduzieren (z.B. durch Rürup- und/oder Riesterrente mit dem max.möglichen Jahresbeitrag), der Effekt ist erstaunlich.

      Viele Grüße
      Axel

    • Natürlich gebe ich den Dreien auch vollkommen recht, denke aber die Fragestellung war etwas anders.
      1. Der Wechsel in Steuerklasse 3/5 könnte schon sinnvoll sein, die Abfindung wird dann gleich so berechnet und bei der Steuererklärung ist die Klasse dann schon gegeben. Ich weiß allerdings nicht, ob der Wechsel jederzeit möglich ist, also entweder Vorlauf braucht oder auch rückwirkend gesetzt werden kann. Letztlich ist entscheidend, was auf dem Steuerbescheid raus kommt.
      2. Man muss dem Arbeitgeber schon mitteilen, dass man demnächst keine andere Beschäftigung ausüben möchte, damit dieser nicht Lohnsteuerklasse 6 verwendet und die Lohnsteuer für die Abfindung optimal berechnet. Dazu gibt es ein Formular.
      3. Man kann solange in Disposition gehen, wie man möchte, es hat nur unterschiedliche Auswirkungen. Unter einem Jahr bleiben Kürzungen der Bezugszeit wegen Sperrfrist erhalten, was hier bei der langen Kündigungsfrist und der wirklichen betriebsbedingten Kündigung offenbar aber gar nicht eintreten wird. Länger als ein Jahr führt dazu, dass man den Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren würde. Wenn man eine längere Pause in Betracht zieht, sollte man es mit der Anmelden-Abmelden-Methode durchziehen, also den Anspruch auf ALG erst einmal feststellen lassen.
      Ich glaube, deine Frage war eher, ob du ein komplettes Jahr nehmen musst und da ist die Antwort nein. Da du vermutlich keine Sperren bekommst und vermutlich auch nicht am 30.12.2016 58 Jahre alt wirst, kannst du dich jederzeit vorher arbeitslos melden. Du musst dann natürlich auch mit der Arbeitssuche beginnen und ggf. kreativ sein, damit du nicht vor dem 1.1.17 eine neue Anstellung bekommst (Steuernachteil).
      Hier läuft mein eigener Fall konform, ich habe mich nun nach gut 6 Monaten Dispositionszeit arbeitslos gemeldet, möchte aber nicht unbedingt vor dem 1.1.16 eingestellt werden. Das ALG hat bei mir übrigens keine negativen steuerlichen Auswirkungen.

      • Erstmal besten Dank an Mr.Excel,Privatier und dich Markus,
        die Erklärungen waren alle sehr hilfreich und aussagekräftig.
        Vorab noch ein paar pers. Daten:
        Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 01.01.2016 werde ich 58Jahre sein.
        Bin aber auch zu 50% Schwerbehindert.
        D.h. ich werde 24 Monate ALG1 in Anspruch nehmen können.
        Das Dispojahr wollte ich beantragen, damit ich zum Renteneintrittsalter von 63Jahren und xMonaten die Kürzung der Rentenzahlung etwas abfedern kann.
        Ich werde auf jden Fall nach dem Bezugsende des ALG 1 die Rente beantragen.
        Da ich aber PKV versichert bin, müsste ich den Beitrag im Dispojahr in voller Höhe selbst tragen, da ich keine Möglichkeit sehe als familienversichert in die GKV meiner Frau zu wechseln.
        Oder gibt es hier von der Community Tipps, wie man die PKV umgehen kann?

        Die Frage der Steuerklasse hatte ich gestellt, weil bei anderen Kollegen, die schon ALG 1 beziehen, der AG die STKL.1 bei der Auszahlung der Abindung gezogen hat. Aber auf Grund der ELSTAM zieht der AG normalerweise auf dem elektronischen Wege immer die aktuell bei der Finanzbehörde hinterlegte Steuerklasse.Dies ist mein Wissensstand.

        Danke schon mal vorab für die Hinweise.

        • Würdest du in der Dispositionszeit in der PKV bleiben, müsstest du auch weiterhin selbst zahlen. Aber ich sehe nichts, was dagegen spricht, dass deine Frau für dich ab 1.1.16 Familienversicherung beantragt. Da du dann kein regelmäßiges Einkommen mehr hast, besteht meines Wissens auch ein Anspruch. Nebeneffekt, es zählt nur dein regelmäßiges Einkommen, die Abfindung im Januar ist kein regelmäßiges Einkommen und nicht relevant. Allerdings fragt die Kasse bei der Familienversicherung auch Vermögensverhältnisse ab, den Grund dafür konnte ich noch nicht rausfinden. Müssen sich Vermögende selbst versichern?

          • ganz einfach : Sie wollen wissen, ob nicht doch Einkünfte über 375,- Euro monatlich vorhanden sind. Mieteinkünfte, verrentete Versicherungen, Kapitaleinkünfte, usw.
            Natürlich kann man da vorher „Ordnung“ schaffen, mit Ausnahme von vermietetem Eigentum, da wird „Ordnung“ teuer, aber es soll sich in einer Gesamtbetrachtung rechnen.

          • nach meinem Kenntnisstand ist eine Rückkehr in die GKV nach dem 55.Lebensjahr praktisch ausgeschlossen, es sei denn man fällt als Arbeitnehmer wieder unter die Pflichtversicherung.
            Bin mir aber nicht sicher, ob das auch für die GKV-Familienversicherung gilt, ich drücke jedenfalls die Daumen, siehe es aber bitte nicht nur unter Beitrags- sonder auch unter Leistungsaspekten. Die Zeit in der wir Leistungen benötigen beginnt eigentlich erst.

            Viele Grüße Axel

  72. wie generell geraten, habe ich mich beim AA zum Disporecht beraten lassen.
    Die wollten mir erst mal den Weg über ein ärztliches Attest zur Umgehung von Sperrfristen etc schmackhaft machen. Das hilft ja aber nicht bei der Versteuerung.
    Dann wurde das Szenario einer möglichen Gesetzesänderung in der Raum geworfen.
    Also dass sich im Laufe der 12 Monate das Disporecht so verändern könnte, dass ich gar keinen Anspruch auf ALG mehr haben könnte.
    Hat davon schon mal jemand was gehört und wie könnte man diese Wahrscheinlichkeit abchecken?

    Herzlichen Gruß an alle

    Renate

    • Ich würde das einmal als Ausdruck einer verantwortlichen Beratung sehen.

      Und sicher hilft eine ärztliches Attest nicht bei der Reduzierung der Steuerlast, aber es ist doch nett und mitdenkend, wenn man Ihnen diese Möglichkeit erläutert. Und vielleicht geht da ja wirklich was??

      Zum Thema: „Gesetzliche Änderung“ muss ich sagen, dass alles, was ich hier schreibe, immer auf den aktuellen Gesetzen beruht! Das sich hier auch einmal etwas ändern kann, muss jedem klar sein. Und das betrifft alle Bereiche!

      Ich hätte aber doch zumindest soviel Zuversicht, dass sich innerhalb von 12 Monaten die Lage nicht so dramatisch verändert, dass ein Anspruch komplett verloren ginge. Theoretisch zwar denkbar – aber unwahrscheinlich.
      Und wenn Gesetze nicht über Nacht beschlossen werden, könnte man auch dann immer noch vorher die Strategie anpassen.

      Im Übrigen sind mir keine aktuellen Pläne zu Änderungen bekannt.

      Gruß, Der Privatier

  73. Hallo Renate,

    so schnell schießen die Preußen nicht! Vielleicht hilft Dir in diesem Zusammenhang das Stichwort “ Vertrauensschutz “ weiter.
    Liebe Grüße

    • Danke für die Antworten, das hilft wirklich weiter und ich sehe wieder entspannter in die Zukunft und werde mein Dispojahr fristgerecht einfädeln.

      LG

  74. Hallo zusammen,
    erstmal vielen Dank an alle hier für die sehr hilfreichen Informationen. Und dann einen speziellen Dank an den „Privatier“. Es gibt nirgendwo anders eine so hilfreiche Ansammlung an Informationen bzgl. Ausscheiden aus dem Arbeitsleben.
    Mich hat es denn auch erwischt. Gerade meinen Aufhebungs- bzw. Abfindungsvertrag unterzeichnet. Ende Juli 2016 scheide ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber aus. Die Zahlung der Abfindung kann ich auf den 1.1.2017 verschieben.
    Mein Dispositionsjahr würde also vom 1.8.2016 bis zum 31.07.2017 gehen. Danach würde ich Arbeitslosengeld erhalten – natürlich mit den steuerlich nachteiligen Folgen.
    Meine Frage dazu:
    Kann ich am Ende des Dispositionsjahres erstmal meinen Anspruch auf ALG I feststellen lassen und dann die eigentliche Zahlung auf Anfang 2018 verschieben?
    Vielen Dank im voraus für die Antworten und
    Viele Grüße an alle hier
    Reiner

    • Zunächst einmal meine ich, dass ein Dispositionsjahr vom 1.8.2016 bis zum 31.07.2017 nur dann Sinn macht, wenn in dieser Zeit ein Geburtstag zu feiern ist, der mit einer erhöhten Anspruchsdauer verbunden ist.
      Wenn das nicht der Fall ist, würde ich es wohl anders machen: Antrag auf ALG1 sofort und dann Ende 2016 wieder abmelden, 2017 komplett kein ALG beziehen und dann Jan. 2018 wieder anmelden.

      Wenn das Dispojahr aber doch einen Sinn haben sollte, spricht auch nichts dagegen, sich kurz nach dem ALG1-Antrag wieder abzumelden und sich erst 2018 wieder anzumelden. Wenn der Antrag einmal festgestellt ist, muss man ihn nicht ununterbrochen wahrnehmen. Man kann immer unterbrechen.

      Noch einmal der Vollständigkeit halber: Bitte über alle Risiken und Nebeneffekte (z.B. Krankenkasse, Rentenversicherung, etc.) informieren und das ganze Vorhaben am besten auch im Vorfeld mit der Agentur für Arbeit absprechen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Wünsche Dir und allen Lesern hier ein gutes, neues Jahr.
        Jetzt muss ich doch nochmal nachfragen. Mein Dispojahr würde vom 1.8.2016 bis zum 31.07.2017 gehen.
        Die Abfindung wird aus steuerlichen Gründen erst am 1.1.2017 gezahlt.
        Muss ich nach Ablauf des Dispojahres dann trotzdem mit einer Sperrfrist rechnen, weil die Abfindungszahlung ja noch kein Jahr zurück liegt?
        Viele Grüße
        Reiner

        • Hallo Reiner, ein gutes, neues Jahr auch für Dich!

          Die Frage, ob der ALG1-Anspruch durch eine Sperrzeit vermindert wird, ist im §148 SGB III geregelt. Und hier ist im Absatz 2 Satz 2 nur von dem Ereignis, welches die Sperrzeit begründet (also die Arbeitsaufgabe), die Rede. Wenn dieses mehr als ein Jahr zurückliegt, entfällt die Minderung des ALG-Anspruches. Also: Voller Anspruch.
          Und da steht nichts von der Zahlung einer Abfindung.

          Es ist natürlich nie auszuschließen, dass die Mitarbeiter der Agentur dies anders sehen. Es ist daher immer empfehlenswert, im Vorfeld ein freundliches Gespräch zu führen, in dem man seine Absichten kundtut, sich gegebenenfalls über evtl. Nachteile aufklären lässt und die konkrete Vorgehensweise mit den Mitarbeitern abstimmt. Nach Möglichkeit anhand von Stichpunkten schriftlich. So können im Vorfeld schon mögliche Zweifel und Unstimmigkeiten geklärt werden.

          Gruß, Der Privatier

  75. Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Rückmeldung. Termine mit der Agentur für Arbeit und der Rentenversicherung sind geplant.
    Der Grund das Dispojahr in Anspruch zu nehmen ist, dass ich damit den Sperrzeiten entgehe, die ich mit Sicherheit bekommen werde.
    Aber so wie ich Dich verstanden habe, kann ich nach dem Dispositionsjahr den Anspruch feststellen lassen, mich dann direkt wieder abmelden und am 1.1.2018 wieder anmelden. Das ist genau das, was ich geplant hatte. Keine Sperrzeiten und keine negativen Steuereffekte.

    • Ja, alles richtig! Die Sperrzeiten (und ggfs. Ruhezeiten) vergesse ich gerne schon mal. Sind natürlich auch ein berechtigter Grund für das Dispojahr.

      Gruß, Der Privatier

  76. Hallo,
    erst einmal vielen Dank für die Hilfe durch diese Webseite und dem Buch.
    Ich (58 Jahre im Oktober 2015)habe im Juni 2015 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Die Kündigung erfolgt unter Berücksichtigung der für das Arbeitsverhältnis geltenden Kündigungsfrist mit Ablauf des 31.12.2015.
    Ich würde gerne das Dispositionsjahr in Anspruch nehmen. Dann müsste ich mich am Montag 2.1.2017 erst Arbeitslos melden?
    Auf dem Arbeitsamt wurde gesagt ich müsste mich aber am Montag 4.1.2016 min für 1 Tag arbeitslos melden und mich dann am 5.1.2016 wieder abmelden.

    • Die Aussage der Arbeitsagentur ist meiner Meinung nach nicht richtig!

      Wenn Sie sich auch nur einen Tag arbeitslos melden, wird damit der Anspruch geprüft und festgeschrieben. Das hat sicher auch seine Vorteile und das war ja auch mein eigener Weg, den ich im Beitrag „Anmelden und wieder abmelden“ beschrieben habe. Hierbei kommt es dann auf die exakten Termine später nicht mehr so genau an.
      Beim Dispojahr hingegen ist es UNBEDINGT erforderlich, dass Sie die exakten Termine einhalten! Und Ihr Termin, ab dem die Arbeitslosigkeit startet, wäre der 1.Januar 2016 (wg. Feiertag: 2.1.16). Melden Sie sich auch nur einen Tag zu spät, ist der komplette Anspruch weg! Daher besser: Zwei Wochen vorher melden und (wichtig!) den Starttermin für Januar festlegen.

      Wenn Sie sich unsicher sind, was nun der richtige Weg ist, bleiben Sie hartnäckig. Bestehen Sie auf einer weiteren Beratung. Nehmen Sie ggfs. die im Beitrag zitierten Paragraphen mit. Es wäre in jedem Fall gut, mit der Agentur eine einvernehmliche Regelung im Vorfeld zu treffen. Denn ansonsten gibt es den Ärger hinterher!

      Viel Erfolg,
      Der Privatier

    • Hallo Karl,
      kann es sein dass DU arbeitslos und arbeitssuchend verwechselst ? Les Dich mal zu der Frist zu arbeitssuchend ein. Die muß innerhalb von x Wochen nach Kenntnis bzw. vor Arbeitsplatzverlust erfolgen sonst gibt es Sanktionen, die Dich dann treffen würden. Ich habe mich definitiv nicht arbeistlos gemeldet sondern arbeitssuchend, da ich im Dispo erst noch 58 werden wollte und da hätte die Arbeitslos-Meldung mit ALG-Berechnung dies genau verhindert.
      Geh nochmal hin, ich gehe davon aus dass ein Missverständnis vorliegt. Vielleicht habt Ihr ja auch aneinander vorbei geredet. Ich lese Deine Daten so, dass DU die Sanktionen wegen „freiwilliger“ Arbeitsplatzaufgabe und „Höhe“ der Abfindung verhidnern willst.
      Viel Erfolg

  77. Hallo,
    erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Ja ich war heute bei der Leistungsabteilung im Arbeitsamt und dort haben Sie die Aussage von der Kollegin berichtigt und mit den Worten „Sie ist Neu“ abgetan. Egal der MA in der Leistungsabteilung hat gesagt nach dem ich mich Arbeitssuchend gemeldet habe soll ich erst einmal das Dispojahr nehmen und im Nov. Dez. 2016 wieder kommen und mich dann für den 1.1.2017 dann Arbeitslos melden. Dann halte ich die Frist ein und am 2.1.2017 wäre erfahrungsgemäß so ein Andrang das ich somit auch keine Wartezeit hätte. Somit alles wieder gut. Mir wurden auch zwei unterschiedliche Kundennummern zugeteilt. Dies ist ja auch selten. Somit nur leichte Verwirrung und jetzt alles geklärt.
    Eine Sperre werde ich auch nicht bekommen sagte er mir wenn ich dies jetzt so machen würde.
    Werde das Dispojahr jetzt angehen in 2016 versuchen Steuern zu sparen und dann 2017 mich Arbeitslos melden und weiter in diesen tollen Blog lesen.
    Vielen Dank an „Alle“ die so viele gute Tips hier geben.

    Danke!

    • Na also, genau so wird ein Schuh draus.
      Gratulation, dass Du es geschafft hast. Ich kann Dir nachfühlen wie es ist wenn sich ein solcher Knoten plötzlich auflöst.
      Danke auch für dei Rückmeldung hier.
      Und dann noch viel Spaß in der ALG-I-Zeit. Das Arbeitsamt läßt sich je nach Bearbeiter die tollsten Dinge einfallen.
      Gruß

    • Da schließe ich mich mal Mr.Excel an und gratuliere zur Hartnäckigkeit!

      Es zahlt sich halt immer aus, wenn man sich in der Materie auskennt. Und dabei kommt es durchaus auch vor, dass man den Sachbearbeitern erst mal ihre eigenen Regeln erklären muss. Kommt immer wieder vor und ist leider keine Ausnahme. Und das gilt nicht nur für die Arbeitsagentur. Genau so auch für die Krankenkasse. Daher: Nicht nachgeben, wenn man sich im Recht weiß.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo,

      dann bin ich auch bei einer solchen „Neuen“ gelandet. Ich bin seit dem 1.1.2015 im Dispositionsjahr und muss mich zum 1.1.2016 arbeitslos melden.
      Die Dame meinte auf meine konkrete Frage zur Arbeitssuchendmeldung, ich soll mich am 1.10.2015 vorstellen, um den AL-Antrag zum 1.1.2016 zu bekommen. Ich meine, arbeitssuchend müssen sich nur Arbeitnehmer melden.
      Mal sehen, wie die Diskussion so weitergeht…

      Ich habe jedenfalls viel profitiert von den Informationen, die es hier im Blog gibt.

      Viele Grüße
      Hardy

      • @Hardy :
        Ganz so unrecht hat sie nicht, man könnte es natürlich klarer ausdrücken. Exakt Dein 1. Satz. Nur Eure weitere Kommunikation lief falsch. Die brauchst keine Arbeitssuchend-Meldung mehr da Du ab 1.1.16 Dich arbeitslos meldest, ALG-I kassierst und sofort dem Arbeitsamt „gehörst“ 🙂
        Soll heißen, Du hast superschnell ein Beratungsgespräch bei Deinem jetzt dann „Vermittler“. Der Dir dann Deine Mitwirkungspflichten erläutert und auch auferlegt, Dir Maßnahmen angedeiehen läßt und auch sonst versucht Dich in den Arbeitsmarkt zu bekommen.
        JA – Deine Aussage zu arbeitssuchend und Arbeitnehmer stimmt, paßt aber hier nicht mehr hin.
        Ich hoffe geholfen zu haben.
        Achso – 1.10. ist ein wenig früh, Mitte Dezember hat bei mir gereicht. Du willst ja noch in „Ruhe“ Weihnachten feiern :-))

        • Hallo Mr. Excel.
          Deine Aussage wurde mir jetzt, erwartungsgemäß, bestätigt. Ich werde mich also Anfang bis Mitte Dezember zum 1.1.2016 arbeitslos melden. Die persönliche Meldung wird dann am Montag, dem 4.1.2016, erfolgen.

          Viele Grüße
          Hardy

          • Hallo,
            ich möchte ja nicht lästig werden aber der 4.1. ist alternativlos der letzte Tag. Es gibt wirklich keine Entschuldigung für eine Verspätung.
            Was machst Du am 4.1. morgens mit eienr Magen-Darm-Sache, die Dich ans Kloh fesselt? Ich war persönlich in der 3. oder 4. Dezemberwoche da und habe meinen ALG-I-Antrag abgegeben. Bei großen Ämtern gibt eine eigene Leistungsabteilung, die vergeben auch eigene Termine.
            Gruß

          • @ Mr. Excel
            Ich weiß, dass Du die Aktion schon erfolgreich hinter Dich gebracht hast. Nur um es zu verstehen: Wenn ich Mitte Dezember 2015 den AL-Antrag zum 1.1.2016 abgebe, ist dann der persönliche Besuch am 4.1.2016 noch erforderlich?
            Es geht mir darum, keinen Fehler zu machen.
            Viele Grüße
            Hardy

          • Ich kann unten nicht mehr antworten deshalb hier.
            Das weiss ich nicht mehr. Mir ging es darum sich nicht auf den „alternativlosen“ Termin zu verlassen. Deshalb der im Dezember. Aber da kannst Du ja dann fragen, ob Du am 4.1. antanzen mußt. Mein Kalender gibt auch keine Antwort mehr dazu.

          • @Hardy:
            Wenn Du Dich Ang./Mitte Dez. arbeitslos meldest (inkl. Antrag auf ALG1), dann wirst Du das ja vermutlich persönlich machen. Eine nochmalige persönliche Vorstellung in 2016 ist daher meiner Meinung nach nicht erforderlich.
            Aber ich will nichts Falsches erzählen! Die Arbeitslosmeldung und die Abgabe des Antrages bieten ja die Gelegenheit, zur Sicherheit noch einmal nachzufragen.

            Bei mir war es so (allerdings ohne Dispojahr – aber mit Pause):
            Ich habe mich persönlich (wieder) arbeitslos gemeldet mit ein paar Tagen oder einer Woche Vorlauf. Antrag mitgenommen, ausgefüllt und per Post verschickt. Keine weitere Vorstellung. Erst wieder nach Einladung durch den Vermittler.

            Gruß, Der Privatier

          • @ Privatier
            genau so werde ich es machen.
            Viele Grüße
            Hardy

  78. Wobei wir hier im Blog natürlich von der „Schwarmintelligenz“ konzentriert auf ein Thema spezialisiert sind. Das erzeugt ein hochkonzentriertes Wissen aber nur auf ein Thema bezogen.
    Und da soll ein Mitarberiter einer Organisation wie Arbeitsamt oder Kasse, der alles über alle Bücher des SGB wissen soll und ständig parat haben soll mithalten. Das kann er nicht. Dies zur „Ehrenrettung“.
    Aber was man verlangen kann, so meine ich, ist, dass er sich schlau machen muß und dies darf er auch sagen und dann „schlau und kompetent“ antwortet.
    So – sollte auch mal gesagt werden.

    • Auch hier schließe ich mich gerne der „Ehrenrettung“ an!

      Auch auf den Ämtern arbeiten nur Menschen, die nicht allwissend sind, den ganzen Tag mit einem Haufen Idioten zu kämpfen haben, sich ständig auf neue und teilweise hirnrissige Regelungen einstellen müssen und darum gelegentlich auch mal Fehler machen. So wie Du und ich auch.

      Ein kleines bisschen möchte ich Deine allzu großzügige Aussage aber doch einschränken:
      Unsere „Schwarmintelligenz“ ist keinesfalls nur auf ein Thema spezialisiert! Immerhin ist für den Weg zum Privatier ein breites Wissen auf vielen Gebieten erforderlich. Angefangen vom Arbeitsrecht (z.B. Abfindung, Kündigung, etc.) über Regelungen zur Arbeitslosigkeit, Rentenfragen (gesetzl., privat oder BAV) Fördermöglichkeiten von Riester und Rürup, Beitragsberechnungen der Krankenkassen bis hin zum Steuerrecht. Von allen Fragen zu Kapitalanlagen einmal ganz abgesehen. Da bündelt sich schon das geballte Know-How ganzer Berufsgruppen. Und für die meisten von uns bedeutet dies ein Know-How, das man sich zusätzlich zu seinem eigentlichen Beruf aneignen muss. Das sollte man mal nicht unterschätzen!

      Da halte ich die paar Regeln, die ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur bei der Frage zum Anspruch auf ALG (Rahmenfristen, Sperr- und Ruhezeiten, u.a.m.) parat haben muss, für durchaus beherrschbar.

      Meine Toleranz gegenüber Fehlern hängt auch immer stark davon ab, wie sich mein Gegenüber verhält. Wenn ich merke, dass wir gemeinsam auf Augenhöhe diskutieren und nach einer Lösung suchen, ist alles okay und da mache ich auch gerne mit. Was ich aber GAR NICHT vertragen kann, ist wenn jemand versucht, seinen „Amtsvorteil“ auszuspielen, blöde Antworten gibt („das ist schon richtig so“) oder wohlmöglich Druck ausübt. Das geht überhaupt nicht.

      Ich versuche immer freundlich und mit Respekt aufzutreten. Und ich kalkuliere auch immer mit ein, dass ich selber einen Fehler mache (kommt auch immer mal vor). Aber ich möchte ein Frage auch schon ganz klar und eindeutig geklärt wissen. Und da kann ich SEHR (sehr!) hartnäckig sein.

      Und das kann ich nur allen anderen auch empfehlen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich muss mal nachsehen, ob ich noch ein uraltes Dokument von einer Arbeitsagentur habe. Das wäre ein schönes Beispiel für Dinge, die ich nicht vertragen kann…

  79. mein Dispojahr beginnt am 31.12.15 und somit war ich heute beim Arbeitsamt um mich arbeitssuchend zu melden, was ja 3 Monate vor Ablauf des Beschäftigungsverhältnisses geschehen soll….
    vorne am Empfang meine Daten abgegeben(war ja mein erster Besuch) und dann auf die Sachbearbeiterin gewartet…
    nachdem ich ihr sagte das ich mich nicht zum 31.12 arbeitslos melden wollte sondern meine Leistung durchs Dispojahr auf den 31.12.16 verlagern wollte, hat sie erstmal geschluckt und gesagt das sie so einen Fall noch nie hatte und Rücksprache mit der Leistungsabteilung halten müsste…..
    nach 5 Minuten kam sie wieder und sagte alles in Ordnung und hat ein Schreiben aufgesetzt, wo drinn steht das ich zum 30.12.15 ein Aufhebungsvertrag geschlossen habe und das die Arbeitslosenmeldung durchs Disporecht auf den 31.12.16 verlagert werden soll…..
    Desweiteren steht drinn das ich mich wieder arbeitssuchend, spätestens 3 Monate vor Ende 31.12.16 melden muss…also 29.09.16
    Und das die Arbeitslosenmeldung bis zum 31.12.16 erfolgen muss……
    Dann hat sie noch ne Kopie meines Lebenslaufes gemacht und meine Sozialversicherungsnummer notiert und das wars….
    Habe nun wieder ein Jahr Zeit bis ich dort vorstellig sein muss…..
    Kann nur sagen das ich mich dort gut beraten gefühlt habe und alles schnell und unkompliziert über die Bühne gegangen ist…..

    • Danke für das Feedback. Hört sich alles gut an.

      Und dass die Mitarbeiterin nicht gleich Bescheid wusste, ist auch verständlich. Denn oft erhält man den ersten Termin in der Vermittlungsabteilung, deren Schwerpunkt (wie zu erwarten) auf der Vermittlung liegt.
      In den meisten Agenturen sind Vermittlungs- und Leistungsabteilung getrennt.

      Gruß, Der Privatier

  80. Gratulation – so solls sein und wird auch wohl in den meisten Fällen sein.
    Aber DU kamst auch mit einer exakten und klaren Ansage.
    Da blieb ja nur eine klare und exakte Antwort übrig.
    Und unbekannter Weise : Kompliment an die Bearbeiterin:
    zu erkennen, dass man etwas nicht weiss und das auch sagt um sich dann schlau zu machen ist ein Zeichen vom Kompetenz.
    Dann erhol Dich gut im Dispojahr, denn in der Leistungszeit hat ein AA so mache Idee ….

    • Naja – so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht! Oder was hat man sich für Dich alles einfallen lassen? Ich habe nur ein 2-wöchiges Existenz-Gründungs-Seminar mitgemacht, was sogar recht interessant war.

      Aber die „Einfälle“ sind wohl auch von Agentur zu Agentur recht unterschiedlich. Ich kenne auch Fälle, die gar nichts machen mussten (außer den Bewerbungen natürlich).

      Gruß, Der Privatier

      • NaJa …
        3 Monate Maßnahme bei einem Dienstleister, 2 Tage die Woche mind. 6 Std. pro Tag mit Anwesendheitskontrolle.
        „gelernt“ : Lebenslauf schreiben, Bewerbungsschreiben, Bewerbungsgespräch mit Video-Feedback, usw. usw. Beim Powerpointkurs ist mir der Kragen geplatzt, den durfte ich dann übernehmen.
        Aber auch richtig – es gibt solche und solche. Mein Kollege beim gleichen Arbeitsamt mußte gar nichts machen.

  81. Doch nochmal eine Nachfrage wegen dem Beitrag von „demoli“:

    Ist nun eine Arbeitssuchendmeldung im Dispositionsjahr nötig und wenn „ja“, zu welcher Zeit?

    • Ich meine, eine Arbeitssuchendmeldung VOR DEM BEGINN des Dispojahres ist eigentlich nicht erforderlich, weil man sie ja dann nach der Erläuterung und Beratung zum Dispojahr ohnehin wieder zurücknimmt. Kann man sich daher eigentlich sparen. Schadet aber auch nichts (zur Vorsicht).

      Eine Arbeitssuchendmeldung ist auf jeden Fall VOR DEM ENDE des Dispojahres erforderlich. Wer vorsichtig sein möchte, macht dies 3 Monate vor dem Ende. Ich meine allerdings, es reicht sich mit ein paar Tagen Vorlauf zu melden. Es bietet sich z.B. an, dies evtl. gemeinsam mit der Arbeitslosmeldung zu erledigen. Also z.B.:
      Ende des Dispojahres am 31.12., Termin bei der Agentur am 15.12., dabei Arbeitssuchend-Meldung ab sofort, Arbeitslos ab 1.1.

      Das Problem ist, dass man sich 3 Monate vor der Kenntnis der Arbeitslosigkeit melden muss. Wer das Vorhaben des Dispojahres schon offiziell aktenkundig gemacht hat, der weiß ja auch, wann er arbeitslos wird. Und müsste sich demnach 3 Monate vorher melden.

      Anderen fällt es vielleicht ganz plötzlich ein, dass sie sich im nächsten Jahr wieder um eine Arbeit bemühen könnten. Die wissen es ja nicht vorher. Die gehen dann, wenn es Ihnen einfällt.

      Fazit: Zur Sicherheit 3 Monate vor dem Ende hingehen. Oder es darauf ankommen lassen und ggfs. eine Woche Sperre in Kauf nehmen.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich sehe es so:

        § 38 SGB III Rechte und Pflichten der Ausbildung- und Arbeitsuchenden:
        „Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden.“

        Also muss man sich drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend melden. Am Tag nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses muss man sich persönlich arbeitslos melden. Danach kann man sich auch wieder abmelden, sofern man die Anrechenzeit in der Rentenversicherung nicht benötigt und sich selbst um Krankenversicherung kümmert.
        Am Ende des Dispositionsjahres gibt es kein Arbeitsverhältnis, das endet. Also gibt es auch keine Dreimonatsfrist für eine Arbeitssuchendmeldung.
        Man kann sich bis zu drei Monate vor dem geplanten Ende des Dispositionszeitraumes zum ersten Tag nach dem Ende des Dispositionszeitraumes arbeitslos melden.

        Viele Grüße
        Hardy

        • Vielen Dank, Hardy, dass Du hier einmal den §38 SGB III zitiert hast! Sollte man viel öfter machen (ich auch!), wenn einem etwas nicht klar ist. Denn: „Ein Blick ins Gesetz erspart manch dummes Geschwätz.“

          Und was steht nun drin um Gesetz? Nun – als erstes einmal die Überschrift: „§38 Rechte und Pflichten der Arbeitssuchenden“ (die Ausbildung lasse ich im Folgenden einmal weg. Aus dem Alter sind die meisten hier wohl raus).
          Es geht also um „Arbeitssuchende“!
          Hmm… ist denn jemand, der sich VOR dem Beginn eines Dispojahres befindet, ein „Arbeitssuchender“?
          Eher nicht, oder? Denn er will ja weder arbeiten, noch sucht er eine Arbeit. Vom gesunden Menschenverstand her also nicht!

          Aber schauen wir doch lieber nochmal ins Gesetz. Da gibt es ja noch den §15 SGB III, der definiert: „Arbeitsuchende sind Personen, die eine Beschäftigung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer suchen.“
          VOR dem Beginn eines Dispojahres ist man also nicht arbeitssuchend, daher gilt hier auch der §38 über die Pflichten eines Arbeitssuchenden nicht. Daher: Man muss sich NICHT melden!
          Ob man es dennoch tut, oder machen sollte, ist eine andere Frage. Aber MÜSSEN muss man nicht!

          Und wie sieht es nun gegen Ende des Dispojahres aus? Wie Hardy schon richtig geschrieben hat: Mit dem Ende des Dispojahres wird man ja wieder Arbeitssuchend und damit gilt dann auch wieder der §38 über die Rechte und Pflichten.
          Aber dort ist ja nur eine Meldepflicht definiert, wenn ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet. Das gibt es aber während des Dispojahres nicht. Daher auch hier: Keine Meldepflicht.

          Für mich ist die Gesetzeslage daher eindeutig: Es gibt KEINE Pflicht für eine Arbeitsuchend-Meldung: Weder vor, noch während, noch kurz vor Ende des Dispojahres. Bitte nicht verwechseln mit der Arbeitslosmeldung!

          Gruß, Der Privatier

          • Mir kam es auf folgenden Passus an:
            „Personen, deren … Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich … arbeitsuchend zu melden.“
            Daran habe ich mich sicherheitshalber gehalten; das Unternehmen, bei dem ich beschäftigt war, hat auch dazu geraten.
            Den §15 SGB III kannte ich nicht in diesem Zusammenhang.

            Vor Ende des Dispositionszeitraumes gibt es, wie Privatier auch sagt, keine Pflicht zu einer Arbeitssuchendmeldung, da es kein Ende eines Arbeitsverhältnisses gibt.

            Das einzig Wichtige ist die Arbeitslosmeldung. das das kritisch werden kann, wurde ja schon genügend besprochen.

            Viele Grüße
            Hardy

  82. den einzigen nachteil in meinem fall wenn ich mich nächstes jahr wieder arbeitssuchend melden würde wäre, das sie bevor meine arbeitslosigkeit beginnt, schon versuchen nen job zu finden, was ich aber garnicht will !!
    bei meinem gestrigen termin, hatte sie mir für nächste woche schon einen termin beim berater machen wollen, bis ich ihr sagte das es nicht in frage kommt, da ich mein dispojahr machen möchte….

  83. Hallo zusammen,

    nach guter Hilfe hier im Forum (Danke!), habe ich wohl bisher alles richtig eingetütet:
    Ende des Beschäftigungshältnisses zum 30.9.15
    – Arbeitssuchendmeldung Juni 15
    – nach Rücksprache mit der Arbeitsagentur Arbeitslosmeldung 15.9.15 mit schriftlicher Vereinbarung des Dispositonsjahres mit Leistungsbeantragung zum 1.10.16

    so weit so gut.
    Aber jetzt hat sich massiv ein Bandscheibenproblem eingestellt.
    Soll ich jetzt für die letzten 10 Tage im Arbeitsvertag (bin freigestellt)
    eine AU Bescheinigung einreichen. Was passiert dann ab 1.10.15, wenn die Krankheit andauert? Soviel ich weiss, würde ich dann ab 1.10.15 Krankengeld beziehn. Was hätte das für eine Auswirkung auf das Dispojahr, wenn ich längerfristig krankgeschrieben wäre? Oder ist es besser, die Krankheit ohne AU behandeln zu lassen?

    Gruß

    • Hmm… wieder so ein Fall, wo ich etwas unsicher werde…

      Krankheiten, zumal sie überlappend in unterschiedlichen Verhältnissen auftreten (angestellt, Dispojahr, arbeitslos, etc.), gehören zu den Fragestellungen, mit denen ich mich nur ganz wenig befasst habe.
      Ich sehe zwar bei der geschilderten Situation keine Probleme und auch keine negativen Auswirkungen. Zumindest im Augenblick nicht. Aber vielleicht übersehe ich auch etwas?

      Ich selber würde mich im Zweifel immer „system-konform“ verhalten. Im vorliegenden Fall also eine AU Bescheinigung ausstellen lassen und abgeben. Man weiß ja eben auch nie, wie lange so etwas dauert und was daraus resultiert.

      Definitiv schaden wird eine (bescheinigte) Krankheit allerdings am Ende des Dispojahres! Dauert die Arbeitsunfähigkeit nämlich über das Dispojahr hinaus an, so kann man sich nicht arbeitslos melden, da man ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Kann man sich aber nicht arbeitslos melden, so verwirkt man am Ende des Dispojahres seinen kompletten Anspruch auf ALG1. Und zwar endgültig. Das nur noch einmal zur Warnung.

      Momentan sehe ich aber keine Probleme und hoffe, dass ich nichts übersehe…

      Gruß, Der Privatier

  84. Gibt es eigentlich Neuigkeiten von Frau Nahles? Ich würde ja mein Dispositionsjahr zu gern über das eine Jahr hinaus verlängern.. LG Tina.

  85. Lieber Privatier, liebe Mitbetroffene ,zunächst mal meine Rahmendaten : Aufhebungsvertrag zum 31.01.2016 , ich habe das Dispositionsjahr gewählt
    bis zum 01.02.2017

    ich hatte gerade ein Telefonat mit dem Arbeitsamt : Arbeitssuchendmeldung spätestens 3 Monate vor dem Ablauf des Dispositionsjahres ist obligatorisch !
    Kann Telefonisch , per Email , oder auch durch Vorsprache an der Pforte der Agentur erledigt werden : Ausnahme : man ist zu der Zeit längere Zeit im Ausland,ich nehme an , dies müsste man nachweisen.

    Arbeitslosmeldung zum 1.2.2017 kann ich schon bis 3 Monate vorher abgeben, also schon ab November 2016

    • Danke für die Info zur Aussage der Arbeitsagentur.
      Leider muss es nicht unbedingt heißen, dass solche Aussagen auch richtig sind!
      Es wäre einmal interessant, mit welchen Gesetzen die Arbeitsagentur die obligatorische Pflicht zur Arbeitsuchend-Meldung 3 Monate vor Ablauf des Dispojahres begründet? Ich kenne jedenfalls keins.
      Meine Auffassung zur Arbeitssuchend-Meldung habe ich ja kürzlich hier in einem Kommentar erläutert. Daraus kann ich keine Pflicht ableiten.

      Gruß, Der Privatier

  86. So, ich muss mich auch noch mal zu Wort melden: Mein Dispositionsjahr nähert sich dem Ende. In der letzten Oktoberwoche werde ich mich dann mal zum 01.11.15 arbeitslos melden. (Und hier berichten wie es gelaufen ist.)
    Allerdings würde ich gerne eine Arbeitslosengeldzahlung in 2015 vermeiden, da meine Abfindung zum 01.01.15 gezahlt wurde und das Arbeitslosengeld ggf. auf die Abfindung steuerlich angerechnet wird.
    Wie kann man eine „Arbeitslosengeldverschiebung“ um 2 Monate erreichen? Ansprüche anmelden und nach dem Bescheid verschieben könnte zeitkritisch sein und schief gehen. Kann man einen Arbeitslosengeldantrag stellen und darin direkt die Zahlung erst zum späteren Zeitpunkt festlegen? Oder reicht es, wenn zusätzlich benötigte Unterlagen verzögert einreicht?
    Vielleicht kann ja jemand über seine Erfahrungen berichten…

    • Man muss ja den Bescheid nicht abwarten, bevor man sich wieder abmeldet. Kann man theoretisch bereits am nächsten Tag. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, dieses Vorhaben (nur Feststellen des Anspruches) gleich bei der Arbeitslosmeldung kundzutun.
      Die Zahlung auf einen späteren Termin festzulegen geht meines Wissens nach nicht. Selbst mit einer absichtlichen Verzögerung wäre ich mir nicht so sicher. Die Zahlung würde dann vielleicht erst im Jan.15 erfolgen, in der Bescheinigung trotzdem der Zeitraum Nov./Dez. 2015 stehen. Und damit wäre der Ärger und die Diskussion mit dem FA schon vorprogrammiert.

      Gruß, Der Privatier

  87. Ich habe mich gleich nach der Arbeitslosmeldung (4 Wochen vor Anfang. 1.10.) schriftlich gleich vom 3.10. an wieder abgemeldet, habe dann halt die 2 Tagessätze erhalten aber das sollte ja verkraftbar sein, wollte halt auf nr. sicher gehen, mit diesen Aktionen wie Dispositonsjahr, an – und abmelden etc. sind die Vorortsachbearbeiter die da die Daten aufnehmen nicht besonders gut vertraut musste ich feststellen.

  88. Ich bin zufällig auf Ihre Homepage gestoßen und bin sehr zufrieden und dankbar für die Menge an interessanten und gut erklärten Informationen. Es gibt aus meiner Sicht keine vergleichbar gute Seite zu diesem Thema!!!

    Kurz zu meiner Situation.

    Ich habe im März 2015 einen Aufhebungsvertrag zum 31.3.2016! unterschrieben.
    Zum Datum 31.3.2016 wird eine sehr gute Abfindung fliesen.
    Der Bezug von 3 Gehältern in 2016+ Bezug der Abfindung + Beantragung Von ALG 1 in 2016 ist für die steuerliche Behandlung der Abfindung alles andere als optimal, das ist mir erst später klar geworden.
    Mein Ziel ist es im Moment durch meine verbleibenden Handlungsoptionen die Steuer auf die Abfindung zu minimieren. Dazu möchte ich u.A. auch das Dispositionsrecht nutzen.

    1) Aufhebungsvertrag zum 31.1.16 kündigen ( Kündigungsrecht ist im Vertrag enthalten) Mit dem Ziel ,nur 1 Gehalt in 2016 zu erhalten / Verlust von 2 Gehältern wird durch die geringere Steuer auf die Abfindung auch nach Fünftelreglung mehr als kompensiert!

    2)Abfindung fliest lt. Aufhebungsvertrag automatisch im Monat der Kündigung zum 31.1.16

    3)Aus steuerlichen Gründen kein Bezug von ALG1 in 2016 durch Nutzung Dispositionsrecht.
    Arbeitssuchend-Meldung im Oktober 2016
    persönlicher Termin ARGE im Januar 2017 und gleichzeitig Arbeitslosemeldung
    exakt zum 1.2.2017

    4)Sperrzeit wird nicht eintreten w/Dispositionsjahr.
    Ruhezeit aus meiner Sicht sowieso nicht, da Kündigungsfrist auch nach vorzeitiger Kündigung des Aufhebungsvertrages immer noch eingehalten wird!

    5) zur weiteren steuerlichen Optimierung angedacht:
    Vom BruttoGehalt Januar 2016 Einzahlung eines kompletten Jahresbeitrages (4% der BBG) in eine bereits bestehende Betriebliche AV ( Pensionsfonds) per Entgeltumwandlung;damit deutliche Reduzierung des Bruttogehaltes und dessen steuerlicher Auswirkung auf die Steuer der Abfindung.

    Sind meine Überlegungen so richtig? Habe ich irgend etwas übersehen?
    Vielen Dank für eine Antwort!
    LG
    Brigitte

    • „Es gibt aus meiner Sicht keine vergleichbar gute Seite zu diesem Thema!!!“

      Wow! Danke! Ich glaube, ich muss diese Aussagen mal irgendwo sammeln…

      Soweit ich erkennen kann sind die Überlegungen sinnvoll. Vielleicht ein paar kleine Anmerkungen:

      Zu 1): Ist das wirklich so? „Der Verlust von 2 Gehältern wird … mehr als kompensiert!“ ? Ich kann (und will) das nicht nachrechnen. Aber sind Sie da wirklich sicher? Und wollen Sie dem AG wirklich zwei Gehälter schenken? Einfach so? Ohne Gegenleistung? Er könnte ja zumindest die Abfindung ein wenig erhöhen, oder? Diesen Punkt würde ich noch einmal überdenken bzw. nachrechnen (lassen).

      Zu 3): Alles korrekt. Optional könnten Sie auch das geplante Vorgehen auch schon im Vorfeld (Feb./März 16) mit der Agentur abstimmen und ggfs. schriftlich bestätigen lassen. Erspart beiden Seiten Unklarheiten und Überraschungen.

      Zu 4): Wenn es so ist… ist alles korrekt.

      Zu 5): BAV ist nicht so mein Spezialgebiet, aber hört sich auch richtig an.

      Fazit: Hört sich alles gut an. Beim Dispojahr aber unbedingt auf den Termin achten. Und nicht krank werden…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        also 1) kann ich bestätigen:
        Auch bei mir plante der Arbeitgeber den 31.3.2016 als Endtermin
        (d.h. in 2016 noch 3 Monate arbeiten und die indischen Offshore-Nachfolger einarbeiten …); mit 2 verschiedenen Abfindungs/Steuerrechnern ergab sich jeweils, daß ich für Februar und März jeweils netto noch Geld hätte mitbringen müssen >> also Austrittstermin auf 31.01. verhandelt.

        zu 5): habe ich bei mir für den Januar ebenfalls angedacht …
        ABER: dies macht nur Sinn solange die monatliche ALG-Beitragsbemessungsgrenze dadurch nicht unterschritten wird! Sonst sinkt im Januar auch der abgeführte ALV-Beitrag und damit nach dem Dispojahr auch das berechnete Arbeitslosengeld >> vermutlich ein schlechter Deal!
        Bei Rürup-Umwandlung hat man dieses Problem nicht.

        • zu 5): Richtiger Hinweis, JL! Danke.
          Der Arbeitgeber hat aber auch die Möglichkeit (soweit ich weiß), den Beitrag für die betriebliche ALV nicht aus dem laufenden Gehalt zu bezahlen, sondern aus der Abfindung. Wäre u.U. sinnvoller.
          Obwohl – da fällt mir gerade wieder ein: Da gab es wohl auch irgendeinen Haken dabei…
          Habe ich mich einfach nicht ausführlich genug mit befasst, da bei mir nicht wirklich von Bedeutung.

          Gruß, Der Privatier

          • Fakten zur bAV:
            Die Einzahlung einer Abfindungszahlung in eine bAV ist zwar grundsätzlich in unbegrenzter Höhe steuerfrei möglich.
            Allerdings ist bei Splittung der Abfindungszahlung keine Besteuerung nach 5-tel Regelung bei der Auszahlung einer Teilsumme möglich.

            Es gibt deshalb eigentlich nur zwei Alternativen:
            1. entweder die komplette Summe in die bAV einzahlen
            Vorteil: keine Besteuerung bei Einzahlung
            Nachteil: Besteuerung je nach Einkommen = x % + Sozialversicherungsbeiträge ca. 18% bei Auszahlung

            2. oder die komplette Summe in einem Rutsch mit 5-tel Regelung direkt auszahlen
            Vorteil: Es fallen keine ca. 18% für KV-PV-Beiträge an (Abfindungen sind sozialversicherungsfrei)
            Nachteil: Bei größeren Abfindungssummen (200 – 300 TEUR) beläuft sich die Steuer auf ca. 20%.

            Mein Fazit:
            Da bei Auszahlungen aus bAV neben der Steuer auch immer Sozialversicherungsbeiträge (KV+PV = ca. 18%) anfallen, ist nahezu immer die direkte Auszahlung mit 5-tel Besteuerung sinnvoller (Voraussetzung: keine bzw. wenig zusätzl. Einnahmen in dem Jahr der Abfindungszahlung).

            Gruß, Paula

  89. Hallo,
    kann mich dem Kompliment von Brigitte nur anschließen.
    Dies ist die Webseite des Jahres!

    Wie ich in meinem früheren Beitrag schon erläutert hatte,habe ich im Juni 2014 einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2015 unterschrieben.
    Ich hatte mich fristgerecht vor dem 30.09.2015 arbeitssuchend gemeldet und einige Tage später meinen Termin für mein 1.Beratungsgespräch am 13.10.2015 erhalten.
    In diesem Gespräch hatte ich meinem Berater mitgeteilt,das ich für 2016 das Dispositionsrecht in Anspruch nehmen werde. Er teite mir mit, das ich dies mit der Leistungsabteilung abstimmen müsste. Also dort brav angerufen, die teilten mir wiederum mit, das ich dies meinem Berater mitteilen müsste. Der würde mich aus dem System wieder als arbeitssuchend herausnehmen. Also ich wieder meinen Berater angerufen, der teilte mir mit das dies kein Problem sei und er mich herausnehmen würde. Ich wäre aber selbst verantwortlich dafür, mich in
    2016 rechtzeitig spätestens zum 30.09.2016 wieder arbeitssuchend zu melden und zum 01.01.2017 Arbeitslosengeld zu beantragen bzw. dies kann auch schon im Dezember 2016 geschehen.
    Jetzt lese ich in Ihrer Antwort zu dem Beitrag von Brigitte, das man sich dies schriftlich von der Agentur bestätigen lassen soll ( Dispojahr ). Ist dies zwingend erforderlich? Bin jetzt etwas verunsichert. Nicht das ich im September 2016 die Antwort erhalte, sie sind bei uns ja garnicht gemeldet.
    Danke schon mal vorab für die Antwort.

    LG
    Orion

    • Sorry für die Verunsicherung!
      Natürlich muss man sich das Dispojahr nicht bestätigen lassen. Weder schriftlich, noch mündlich. Man muss es auch nicht unbedingt ankündigen.
      Man kann aber. Wenn man möchte. Darum habe ich „optional“ geschrieben.

      Die Erfahrung zeigt, dass auch die Agenturen nicht alle gleich sind und es eben auch Fälle gibt, in denen die Mitarbeiter sich erst einmal mit dem Gedanken eines Dispojahres vertraut machen müssen. Und dann ist es manchmal eben besser, man klärt dies bereits im Vorfeld ab. Aber „müssen“ muss man nicht!

      Gruß, Der Privatier

  90. Hallo, auch von mir noch mal: wirklich eine tolle Seite! Ich lese hier schon lange mit.
    Zur Zahlung eines Teils der Abfindung in die BAV und der 5tel-Regelung möchte ich aber mal anmerken, dass dies nichts miteinander zu tun hat! Der Arbeitgeber kann zB 30000€ in die bestehende BAV für den Mitarbeiter einzahlen und die Differenz zur ausgehandelten Abfindung dann auszahlen. Das hat sogar den Vorteil, dass nie irgendwo die gesamte Abfindungssumme erscheint, weder auf der Gehaltsabrechnung noch auf der Arbeitsbescheinigung fürs Arbeitsamt. Für die 5tel-Regelung gilt natürlich weiterhin: die Abfindung muss höher sein, als der letzte Jahresverdienst (Zusammenballung der Einkünfte).
    Und noch ein Hinweis zur Rentenversicherung durch das Arbeitsamt: nach dem Dispositionsjahr kann man wählen, ob das AA 80% der durchschnittlichen Rentenbeiträge der Erwerbstätigkeit oder 80% der freiwilligen Rentenbeiträge, die man eventuell während des Dispositionsjahres geleistet hat, zahlt.
    Viele Grüße, Jörg

    • Eigentlich würde ich mir das mit der BAV und der Abfindung ja auch genau so wünschen, wie Du schreibst. Und wenn der AG die Einzahlung in die BAV so „still und heimlich“ macht, mag das sogar funktionieren. Aber was ist, wenn er dies (was wohl der Normalfall sein dürfte) alles schön säuberlich in Deinem Aufhebungsvertrag festhält?
      Würde dann nicht jeder (zu Recht) annehmen, dass die Einzahlung in die BAV einen Teil der Abfindung darstellt?
      Aber wenn dies so wäre, könnten wir ein Problem mit einem wichtigen Kriterium für die 5tel-Regel bekommen! Dieses besagt nämlich, dass die Abfindung in einer Summe fließen muss. Die Aufteilung in BAV und direkte Auszahlung wäre dabei wohl nicht das Problem. Aber die „Früchte“ der BAV erntest Du ja erst später. Und damit fließt ein Teil deiner Abfindung eben auch erst später. Und schon ist die 5tel-Regel im Eimer.
      Entscheidend ist hier das Zufluss-Prinzip. Dieses hängt wohl aber auch u.a. davon ab, welche Durchführungsform der BAV vorliegt. Hier werden Pensionskassen, Direktversicherungen, etc. wohl unterschiedlich behandelt.

      Ein komplexes Thema… in das ich mich nicht eingearbeitet habe und ich deshalb auch nur zu Bedenken geben möchte, dass es nicht immer so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Vielleicht sind meine Sorgen auch unbegründet. Aber bevor es nachher ein böses Erwachen gibt, würde ich empfehlen, hier noch einmal genauer zu recherchieren.

      Gruß, Der Privatier

  91. Mein Erfahrungsbericht zum Dispositionsjahr:

    (Aufhebungsvertrag zum 31.10.2014, Abfindung zum 01.01.2015)

    Ich hatte mich für ein Dispositionsjahr entschieden um Diskussionen um Sperren zu umgehen und weil ich zweitens damit in eine andere Altersgruppe rutsche, die mir einen längeren Anspruch ermöglicht. Zusätzlich möchte ich aber aus steuerlichen Gründen möglichst keine ALG Bezüge in 2015, da die Abfindung am 01.01.2015 gezahlt wurde. (Die höhere Steuer durch 2 Monate ALG würde ungefähr 70% vom ALG ausmachen.)

    Gut 3 Monate vor dem 31.10.2014 arbeitssuchend gemeldet und erwähnt dass ich ein Dispositionsjahr nehmen möchte. Damit wurde ich wieder vom Status arbeitssuchend abgemeldet und hatte erst mal meine Ruhe.

    Letzte Woche (20.10.15) dann zur Agentur zur Arbeit und am Empfang gesagt, dass ich mich zum 01.11.2015 arbeitslos melden möchte (mehrfach auf die Wichtigkeit des Termins hingewiesen). Dies war kein Problem und die Sachbearbeiterin hat es auch so aufgenommen und mir direkt 2 Termine vergeben. Einen um die ALG Ansprüche feststellen zu lassen und einen mit meiner zukünftigen Arbeitsvermittlerin. Der Termin für den ALG Anspruch war heute (02.11.) und unproblematisch.
    Der Anspruch wurde festgestellt mir mündlich mitgeteilt und zum 01.11. fixiert.
    Um eine Zahlung in diesem Jahr zu umgehen, wurde auch direkt festgehalten, dass ich mich zum 03.11. wieder abmelde ohne dass ich am 03.11. erneut vorsprechen muss. Damit konnte ich auch direkt den Termin mit der Arbeitsvermittlerin stornieren. Der ALG Anspruch ist jetzt für die nächsten 4 Jahre gültig und ich werde mich dann wahrscheinlich einfach zum 01.01.16 erneut arbeitslos melden.

    Insgesamt bekomme ich jetzt zwar 2 Tagesätze ausgezahlt, aber damit kann man leben. Man hätte auch das noch reduzieren können, aber ich wollte halt mal einen Tag zur Sicherheit dazwischen haben.

    Fazit: Alles in allem unproblematisch, WENN man selber weiß, was man zu welchen Zeitpunkt tuen muss und einem auch klar ist, warum man was zu welchen Datum macht und dieses ggf. auch den Sachbearbeitern erklären kann.

    P.S. Ich musste und habe auch keine weitere Arbeitssuchendmeldung vor Ablauf des Dispositionsjahres gemacht.

    • Hallo Steve,

      ganz herzlichen Dank für diese ausführliche und positive Rückmeldung! Das hört sich ja wirklich alles sehr gut an und ich finde es prima, dies auch hier einmal im Zusammenhang lesen zu können. Vielen Dank!

      Sehr gut übrigens auch Dein Fazit, dem ich 100%ig zustimmen möchte. Denn genau DAS ist die richtige Erkenntnis:
      * Nur mit einem klaren Konzept, dessen Schritte, Hintergründe und Konsequenzen man selber vollständig verinnerlicht hat, kann man die erforderlichen Handlungen zum richtigen Zeitpunkt ausführen.
      * Falls es nötig ist, muss man dieses Konzept auch den Sachbearbeitern erklären können, dies ggfs. mit den entsprechenden Paragraphen des SGB oder den Amtseigenen Merkblättern belegen können und dieses Konzept notfalls auch gegen erste Widerstände verteidigen wollen.

      Ich hoffe, dass die Beiträge hier, mit den zahlreichen Ergänzungen durch die Kommentare, dazu beitragen, dass dies möglichst vielen gelingt.

      Gruß, Der Privatier

  92. Jetzt muss ich auch noch einmal ganz genau nachfragen…
    Das heißt also, wenn mein Arbeitslosen-Anspruch einmal festgestellt ist, kann ich mich auch wieder unmittelbar vom Arbeitsmarkt abmelden, ohne daß die Ansprüche verloren gehen (für die nächsten 4 Jahre)? Ich bräuchte nämlich im nächsten Jahr noch etwas Zeit, in der ich nicht vermittelt werden möchte. Klar, dass ich finanziell in dieser Zeit auf mich selbst gestellt bin.

    • Richtig. Wenn der Anspruch festgestellt ist, kann man sich auch wieder abmelden. Und den Anspruch zu einem späteren Zeitpunkt beanspruchen. Bis zu vier Jahre lang. Die Grundlage dafür findet man im §161 SGB III Abs. 2. Dort findet man auch die Ausnahmen (Abs. 1), in denen die 4-Jahresfrist nicht gilt.

      Gruß, Der Privatier

      • In Normalfall dann 4 Jahre ab Ende des Dispo Jahres, war irrtümlich mal nämlich
        der Meinung ab Eintritt der Arbeitslosigkeit aber dem ist nicht so. Man diesen Zeitraum u.a. dazu nutzen seine GKV Prämie zu optimieren, indem man in Zeiträume wo ein „günstiger“ Ekst Bescheid vorliegt sich abmeldet und die GKV selber zahlt, und in Zeiträumen mit nicht so optimalem Ekst Bescheid eben sich von der Afa versichern läßt, funktioniert natürlich nur wenn man passive Einkünfte zeitlich schieben kann.

        • Ganz korrekt sind es vier Jahre nach dem Entstehen des Anspruches.
          Und der entsteht am ersten Tag, für den man sich arbeitslos meldet und den entsprechenden ALG1-Antrag einreicht.
          Ansonsten ist Deine Aussage aber richtig und der Hinweis auf die GKV-Optimierung sicher auch sehr gut! Da hätte ich selber sicher auch noch was verbessern können.

          Gruß, Der Privatier

  93. Im Gesetz steht…

    (1) Der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt

    1. mit der Entstehung eines neuen Anspruchs,
    2. wenn die oder der Arbeitslose Anlass für den Eintritt von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen gegeben hat, über den Eintritt der Sperrzeiten schriftliche Bescheide erhalten hat und auf die Rechtsfolgen des Eintritts von Sperrzeiten mit einer Dauer von insgesamt mindestens 21 Wochen hingewiesen worden ist; dabei werden auch Sperrzeiten berücksichtigt, die in einem Zeitraum von zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruchs eingetreten sind und nicht bereits zum Erlöschen eines Anspruchs geführt haben.

    Könnte mir jemand ein Beispiel geben, was das bei 2. für „Anlässe für Sperrzeiten“ sein könnten?

    • Ja, sicher doch! Davon gibt es genügend… Die erste Sperrzeit handeln sich ja die meisten bereits mit der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages ein (12 Wochen). Und wenn man sich dann wohlmöglich noch unkooperativ verhält oder seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann man eben auch weitere Sperren „einsammeln“. Sperrzeiten werden verhängt:
      * bei Arbeitsaufgabe
      * bei Arbeitsablehnung
      * bei unzureichenden Eigenbemühungen
      * bei Ablehnung einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
      * bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
      * bei Meldeversäumnis
      * bei verspäteter Arbeitsuchendmeldung

      Details kann man übrigens im §159 SGB III nachlesen.

      Gruß, Der Privatier

  94. Hallo,
    da ich gerade für einen Bekannten bzgl. ALG1 etwas recherchiere bin ich auf diese Seite gestoßen. Auch wenn ich nicht auf den Kopf gefallen bin steige ich leider nicht so ganz durch. In dem Fall meines Bekannten gestaltet es sich so, dass dieser nach knapp 30 Beschäftigung Jahren eine betriebsbedingte Kündigung und eine Abfindung erhalten hat. Aus (falschem) Stolz wollte er kein ALG1 beantragen und nun ist die Abfindung weg und er steht ohne was da. Hat er jetzt noch die Möglichkeit ALG1 zu beantragen ?
    Ich wäre auch sehr dankbar, wenn Ihr mir helfen könntet.
    Viele Grüße

    • Hoppala, habe ganz vergessen anzumerken, dass er vor 2 Jahren gekündigt wurde und sich niemals arbeitslos o.ä. gemeldet hat.

      • Diese Schilderung stimmt mich depressiv. Wie sah denn das Kündigungsschreiben aus?

        Arbeitgeber sollen nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 SGB III Arbeitnehmer vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses frühzeitig u. a. über die Notwendigkeit eigener Aktivitäten bei der Suche nach einer anderen Beschäftigung sowie über die Verpflichtung zur frühzeitigen Meldung bei der Agentur für Arbeit nach § 38 Abs. 1 SGB III informieren und sie hierzu freistellen.

        Wurde in der Kündigung entsprechend hingewiesen? Wann erlosch genau das Arbeitsverhältnis?

    • Ich fürchte, ich kann hier nur eine Enttäuschung bereiten. Denn der Anspruch auf ALG1 erlischt bereits nach einem Jahr, wenn er nicht beantragt und festgestellt worden ist. Ein einmal festgestellter Anspruch hingegen kann bis zu vier Jahren genutzt werden.

      Wurde aber keine Arbeitslosmeldung gemacht und kein Antrag auf ALG1 gestellt, sind die Ansprüche inzwischen verloren.

      Gruß, Der Privatier

  95. Hallo,
    ich bin bis 31.1.16 in einer Transfergesellschaft. Meine Abfindung wird Ende Februar 16 ausgezahlt. Ende April 16 werde ich 58. Die 3 Monate Febr. bis April 16 mit anschließender Arbeitslosmeldung wollte ich mit einem 450€ Job (wegen der Rentenzeit) überbrücken und mich bei der KV freiwillig versichern. Nun wurde mir gesagt, dass die KV für 12 Monate von 25% meiner Abfindung (Brutto) den Beitrag haben möchte! Ich bin davon ausgegangen, dass nach 12 Monaten Transfer das nicht mehr greift.
    Wie ist Eure Erfahrung? Mir wurde auch geraten, aus steuerlichen Gründen erst am 1.1.17 arbeitslos zu melden.

    • Ganz spontan würde ich Dir Recht geben:
      * Keine KV-Beiträge mehr auf die Abfindung und
      * Arbeitslosmeldung erst im Folgejahr (2017).

      Viel zu leicht besteht aber bei so einem Fall aber die Gefahr, dass ein kleines Detail übersehen wird und dann vorschnell ein falscher Tipp gegeben wird. Ich kann nur empfehlen, sich bei absehbaren Problemen mit der KV mit einem Anwalt zu beraten und für die steuerliche Gestaltung einen Steuerberater zu fragen.
      Wobei man natürlich auch immer erst mal schauen kann, wie weit man selber kommt: Bei der Krankenkasse nach verbindlichen Aussagen fragen und mit der eigenen Auffassung abgleichen. Steuerszenarien mit Abfindungsrechnern im Internet, kostenfreier Elster-Software oder eigenen Steuerprogrammen simulieren.

      Gruß, Der Privatier

  96. Hallo,
    ich bin ja schwer beeindruckt von der Kompetenz, die sich hier zum Thema „Dispositionsjahr“ angesammelt hat. Eine Frage zu dem Thema:
    Ich habe mich mit meinem Arbeitgeber so geeinigt, dass ich keine Abfindung erhalte, sondern ich unter vollen Bezügen über einen recht langen Zeitraum freigestellt werde. Das Arbeitsverhältnis endet zum 30.Juni 2016. Am 2.12.2017 werde ich 58 und würde dann 24 Monate ALG I (statt 18) beziehen. Das sind bis dahin dann aber mehr als 12 Monate (Dispositionsjahr). Kann ich die fehlenden 6 Monate ( exakt 5 Monate und 2 Tage) ncht einfach durch eine verspätete Meldung ausgleichen? Wenn ich mich im Dezember 2016 beim AA melden würde und das Dispositionsjahr beanspruchen würde, wäre ich doch bzgl. der Rahmenfrist von 2 Jahren bzgl. des Anspruchs noch im grünen Bereich? Es geht mir nur um die Verlängerung des Anspruchs, die Zeit bis zum 58. Geburtstages kann ich ohne Probleme aus eigenen Mitteln finanzieren.

    • Ich bin auch schwer beeindruckt, denn ich schreibe hier gerade den 280. Kommentar zu diesem Beitrag!
      Da sollte man meinen, es wären alle Fragen geklärt. Ist aber wohl nicht so – und so will ich auch diese gerne beantworten:

      Wenn ich die Frage so nehme, wie sie da steht, dann handelt es sich bei der Vorstellung des Dispojahres um ein Missverständnis, denn man kann das Dispojahr bei der AA weder beantragen, noch anmelden, noch sonst irgendwas. Es gibt keinen offiziellen Status: „Dispojahr“! Das hat nichts damit zu tun, dass auch ich immer wieder empfehle, das Vorhaben eines Dispojahres im Vorfeld anzukündigen und abzusprechen. Aber das ist vollkommen freiwillig und hat auch keinerlei Folgen. Außer dass sich ein Sachbearbeiter vielleicht einen Vermerk oder eine Aktennotiz macht. Aber mehr auch nicht. Rechtlich hat das keine Auswirkung. Es ist genau so, als wenn überhaupt nichts machen würde!

      Um jetzt auf die Frage zu kommen: Eine „Beanspruchung“ des Dispojahres im Dez. 2016 hat keine Auswirkung! Das Einzige, was zählt, die Arbeitslosmeldung inkl. ALG1-Antrag. Und da heißt es nun (leider): Wird sie rechtzeitig max. 1 Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisse, also vor dem 58. Geburtstag gemacht, entsteht ein Anspruch auf 18 Monate. Wird sie erst nach dem 58. Geburtstag gemacht, passt es mit der Rahmenfrist nicht mehr und der Anspruch beträgt exakt 0 Monate.

      Ich habe aber noch etwas Zweifel an der Darstellung der Situation: Ist es wirklich so, dass das Arbeitsverhältnis zum 30.Juni 2016 endet? Der „recht lange Zeitraum“ der bezahlten Freistellung liegt also davor? Wenn das so richtig ist, dann gilt meine Aussage von oben.
      Wenn aber der 30.Juni 2016 der Tag ist, an dem die aktive Arbeit endet und erst dann die recht lange Freistellung folgt, müssten wir noch einmal neu überlegen…

      Gruß, Der Privatier

  97. Hallo,
    tja lieber Privatier, da haben wir was los getreten.
    Aber erst mal Gratulation und „Schulterklopfer“ für die 280.ste.
    Und dann zum Thema :
    Das Dispojahr gibt es wie gesagt nirgendwo. Der Begriff wird verwendet um die Möglichkeit zu beschreiben, dass man 1 Jahr Zeit hat die Abgabe seines Antrags nach Arbeitsende frei zu disponieren. Dadurch ergeben sich dann die mehrfach beschriebenen Vorteile. Diese Vorteile begründen sich aber nur bei einem entsprechenden Ereignis in exakt diesem Jahr. Da der Zeitraum (1 Jahr) automatisch mit dem Arbeitsverlust entsteht gibt es auch keine Möglichkeit des Verschiebens oder Unterbrechens oder sonstwas.
    Heißt in diesem Beispiel der Geburtstag liegt nicht in den 12 Monaten nach Arbeitsverlust, also gibt es das vorteilerzeugende Ereignis auch nicht in diesem Jahr. Fertig !
    Einzige Lösung die es gäbe wäre das Arbeitsende (letzter Tag der Beschäftigung im Unternehmen) zu verschieben. Aber da wird der Arbeitsgeber nicht mitspielen.
    Ich hoffe zur Klärung beigetragen zu haben, auch wenn nicht gefällt.

  98. Hallo nochmal eine kurze Nachfrage zum Ablauf der Arbeitslosmeldung.. Will ja blos nix falsch machen.. War zum 31.12.2014 gekündigt. Habe in 2015 ein Dispo-Jahr in Anspruch genommen und möchte mich nun zum 1.1.16 arbeitslos melden. Haut der Termine hin? Ist der 1.1.16 der richtige Termin? Überschreite ich auch wirklich nicht die Rahmenfrist? Danke für eine kurze Bestätigung.. LG Tina.

    • Hallo Tina,

      ich bin in der exakt gleichen Situation, d.h. Kündigung zum 31.12.2014 und Dispojahr 2015.
      Letzte Woche habe ich mich in der Arbeitsagentur ab sofort arbeitssuchend und arbeitslos ab 01.01.2016 gemeldet. Funktionierte alles problemlos, d.h. Arbeitslosmeldung kann natürlich auch schon im Dezember erfolgen.
      Heute habe ich bereits meinen Bewilligungsbescheid für das Arbeitslosengeld erhalten (ohne Sperrfristen und da ich über 58 Jahre alt bin auch mit der max. Bezugsdauer von 24 Monaten).

      Gruß Paula

    • Danke an Paula für das positive Feedback!!

      @Tina: Ja, der 1.1.16 ist der richtige Termin. Und ich würde mich JETZT arbeitslos melden! Aber natürlich darauf achten, dass der richtige Termin eingetragen wird. Und nicht der Tag, an dem die Meldung stattfindet.

      Gruß, Der Privatier

  99. Ich wollte erst am 28.12. zur Arbeitsagentur. Hab extra angerufen, ob da geöffnet ist. Spricht da was dagegen? Mich wundert nur etwas, dass ich meine Meldung am „Empfang“ der AA machen soll. So jedenfalls die Auskunft der Agentur vorab am Telefon. LG Tina.

  100. HAllo Tina,
    Ja – das kannst Du so machen, weil Du sicher bist, dass Du am 28.12. kerngesund bist, Dein Auto nicht streockt, die Strassenbahn / Bus fahren und auch der Schlauch der Waschmaschine nicht platzt. Ich könnte jetzt noch 3 DIN A4 Seiten Dinge aufzählen, was alles nicht passieren darf.
    Scherz beiseite – überleg es Dir gut. Es darf gar nichts , rein gar nichts dazwischen kommen. Natürlich kannst Du über den 29. und 30. usw. noch nachdenken aber warum alles auf so eine Karte setzen – ohne Grund. Geh einfach früher hin und laß die richtigen Datümer einsetzen und Du bist auf der sicheren Seite. Ich war am 3. od. 4.12. damals da. Aber vielleicht möchtest Du ja pokern…..

    Beste Karten …

  101. Hallo Tina,

    ob am 28.12. oder schon am 21.12. ist im Prinzip egal. Ich persönlich wollte da auf Nummer sicher gehen und nicht wg. Grippe o.ä. in den letzten Tagen verhindert sein.
    Wichtig sind die Meldungen: arbeitssuchend ab sofort und arbeitslos ab 01.01.2016.
    Am Empfang der AA werden die persönlichen Daten erfasst und der Grund des Besuches abgefragt. Dann folgte (zumindest bei mir) ein wirklich kurzes Gespräch bei einem Sachbearbeiter mit der finalen Frage, ob ich die Arbeitslosmeldung selbst zuhause ONLINE erstellen könnte.
    Das habe ich dann am gleichen Tag noch ONLINE erledigt und die noch fehlenden Unterlagen (Kopie Auflösungsvertrag und Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers über die letzten 5 Jahre) per gelber Post nachgeschickt – Fertig.
    Diese Unterlagen können natürlich auch gleich bei der Vorstellung im AA abgegeben werden.
    Jetzt ist wohl alles klar.

    Gruß Paula

    • Hallo Tina,
      bei mir war der Aufhebungsvertrag auch zum 31.12.2014. Ich war am 7.12.2015 bei der Agentur und habe mich arbeitssuchend und zum 1.1.2016 arbeitslos gemeldet.
      Mit Schreiben vom 11.12.2015 habe ich den Bewilligungsbescheid bekommen. Am 14.12.2015 hatte ich dann schon ein Beratungsgespräch, in dem meine Fähigkeiten abgefragt und online gestellt wurden.
      Auf Nachfrage wurde mir auch bestätigt, dass ich mich am 4.1.2016 nicht nochmal melden muss.
      Jetzt geht also alles nach Plan.

      Viele Grüße, Hardy

      • Danke auch an Hardy für die positive Rückmeldung! Ist ja immer schön zu hören, wenn mal was nach Plan läuft…

        Übrigens bestätigen die beiden Meldungen hier von Paula und Hardy meine Auffassung, dass eine Arbeitsuchend-Meldung mit einem Vorlauf von 3 Monaten tatsächlich in dieser Situation nicht erforderlich ist. Auch DAS ist eine wichtige Information und beseitigt vielleicht noch den ein oder anderen Zweifel.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo zusammen,
          aber auch nur in dieser Situation, soll heissen im Zusammenhang mit dem Dispojahr nicht erforderlich.
          Die Meldefrist 3 Monate vor Arbeitsende gelten eigentlich schon, nur fallen nach 12 Monaten die Sanktionen weg.
          Hier nur nochmal erwähnt für Mitleser und Späteinsteiger, damit nichts durcheinander geworfen wird.

          • Danke Mr. Excel für die Klarstellung! Genau SO war es gemeint:
            Nur in dieser Situation! Am Ende des Dispositionsjahres. Vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit.

            Gruß, Der Privatier

  102. Hallo an Alle,

    ich habe das Glück, mit einem Aufhebungsvertrag und Abfindung ab 31.12.2015 mein Arbeitsverhältnis zu beenden. Hier auf der Seite scheint das Thema „Arbeitslosengeld I-Bezug“ so einfach zu sein. Aber ich empfand und empfinde das Ganze schrecklich kompliziert. Es war ja nicht damit getan, mich nur bei der Arbeitsagentur zu melden, sondern ich bekam erstmal einen Packen Formulare, die ich ausfüllen lassen mußte. Die Schwierigkeit bei mir ist, daß ich mir gerne die das Arbeitslosengeld I sichern möchte, es jedoch im Jahr 2016 nicht in Anspruch nehmen möchte. Also habe ich zwar alle Formulare ausfüllen lassen (von Arbeitgeber, Rentenversicherung, Krankenversicherung), habe alles bei der Arbeitsagentur abgegeben und habe schon meinen Bescheid von der Agentur. Von meinem Arbeitgeber bekam ich 5!!! Bescheinigungen, die allesamt falsch ausgefüllt waren, die Krankenkasse hat zwischenzeitlich mitgeteilt, daß sie aufgeschlagen hat und die Rentenversicherung hat meinen Antrag auf Mindestbeitragszahlung bewilligt, hat jedoch dabei erwähnt, daß für mich sonst keine Beiträge abgeführt werden dürfen. Ich will mich bei der Arbeitsagentur am Montag (4. Januar) wieder abmelden. Fallen diese 4 Tage für diese ganze Bürokratie ins Gewicht? Muß ich jetzt wegen diesen 4 Tagen von vorne anfangen? Und erneut diese Formulare ausfüllen lassen. Das gleiche gilt auch für die PKV, hier habe ich den Antrag auf Ruhen der Lohnfortzahlung gestellt und bewilligt bekommen. Sind hierfür die 4 Tage von Belang? Ich würde mich auch gerne am 2. Januar schon abmelden, das geht aber leider nicht wegen Wochenende. Vielleicht denke ich zu kompliziert?
    Die nächste Frage ist auch, wenn ich erst ab Januar 2017 Arbeitslosengeld I beziehe, fällt diese Zahlung dann steuerlich tatsächlich nicht ins Gewicht? Eine Steuererklärung muß ich auf alle Fälle machen. Und wenn die Fünftelregelung bei der Abfindung angewandt wird, würde doch die gleiche Situation für 2017 entstehen, wie auch für 2016, oder?

    Viele Grüße und einen guten Rutsch
    Hedwig

    • Hmm… ich habe so das ungute Gefühl, dass hier so einiges nicht richtig verstanden worden ist. Ich kann mich aber auch täuschen. Vielleicht habe ich ja auch nur die Fragen nicht richtig verstanden. Aber mal von vorne:

      Zunächst einmal hatte ich nie die Absicht, so zu tun, als ob das ganze Thema „einfach“ wäre! Schließlich habe ich ja ein ganzes Buch darüber geschrieben. Nicht ohne Grund!! Und dass das Ganze mit Behörden- und Formular-Kampf verbunden ist, habe ich wohl auch schon mehrfach erwähnt. Auch das manches nicht auf Anhieb funktioniert und zwei bis drei Nachbesserungen braucht (manchmal eben auch fünf) haben wohl schon viele erfahren.

      Aber kommen wir mal zu den Fragen:
      Das Abmelden bei der Arbeitsagentur ist sehr einfach. Soweit ich mich erinnere, geht das komplett ohne Formulare. Die werden allerdings wieder bei einer erneuten Anmeldung nach einem Jahr fällig. Ist aber halb so schlimm, kann man ja abschreiben. Manches fällt ja dann auch weg (AG-Bescheinigung). Ich kann mich übrigens nur noch an die Bescheinigung des AGs erinnern, an andere nicht.

      Zur steuerlichen Situation: Wenn die Abfindung in 2016 gezahlt wird (nehme ich mal an), dann ist dieses Thema für 2017 vom Tisch. Abgehakt und vergessen.
      Für 2017 ist dann nur noch das ALG1 von Bedeutung. Dieses ist zwar selber steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Erhöht also den Steuersatz für das Gesamteinkommen.

      Abschließend kommt es mir ein wenig komisch vor, dass der Kommentar hier beim Dispositionsjahr geschrieben wurde, denn die im Kommentar beschriebene Methode entspricht NICHT der Idee des Dispositionsjahres! Nur mal so nebenbei bemerkt.
      Dennoch ist sie natürlich geeignet und sinnvoll, um die Steuerlast zu senken.

      Ach ja: Ob die Abmeldung nun zum 2.Jan. oder zum 4.Jan. erfolgt, dürfte aus steuerlicher Sicht wohl kaum eine Rolle spielen. Und der Bürokratie-Aufwand ist für einen, zwei oder vier Tage auch derselbe.

      Gruß, Der Privatier

      • Das ist ja ein äußerst interessanter Fall.
        Da eine Arbeitslosmeldung am ersten Werktag 2016, also am 04.01.2016 zum 01.01.2016 erfolgen könnte, müsste doch grundsätzlich entsprechend auch eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit am 04.01.2016 entspr. zum 01.01.2016 möglich sein. Was wären dann die (Rechts-)Folgen?
        Wäre dann doch noch ein Dispojahr möglich? Eigentlich geht das ja nicht mehr, weil hier -jedenfalls nach Aussage von Hedwig- bereits im Dezember 2015 über den ALG-Antrag (zum 01.01.2016?)entschieden wurde, vgl. § 137 Abs. 2 SGB
        III). Andererseits würde dann ja nicht einmal für 1 Tag ALG 1 gezahlt.Wäre das dann trotzdem als Feststellung des ALG Anspruchs mit Anspruch auf 4 Jahre Geltendmachung (entspr. der „sicheren“ Privatier-Variante)zu sehen, ohne dass hier in 2016
        irgendwelche Nachteile für die Besteuerung der Abfindung entstehen? Ein Dispojahr würde ja insbesondere im Hinblick auf
        Wegfall möglicher Sperr- und Ruhezeiten interessant sein.
        Normalerweise müsste ja der Bescheid an Hedwig bereits eine Sperrzeit von 12 Wochen auf den festgestellten ALG 1-Anspruch
        beinhalten. Andererseits könnte die Rahmenfrist von 2 Jahren (Fristbeginn ein Tag vor Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen für den Anspruch auf ALG) evtl. bei Abmeldung z. 01.01.2016 in einem Jahr doch erfüllt sein? Nach den Geschäfts-
        anweisungen der BA zu § 143 SGB III gilt bei Disposition über den Anspruch der „so bestimmte Tag“ für den Beginn der Rahmenfrist. Allerdings ist auch der Beginn der üblichen Rahmenfrist nach dieser GA m.E. missverständlich formuliert,

        Was meint denn Mr. Excel dazu?

        Da es leider aktuell in diesem Fall mit den Fristen etwas klemmt,
        sodass für Auslotung der Rechtslage -evtl. mit Rechtsbeistand im Termin- keine Zeit bleibt,
        würde ich Hedwig als sichere Variante mit Abmeldung zum 02.01.2016 raten. Eigentlich schade!

        PS:
        In eigener Sache läuft es optimal.
        Dispojahr 2015.
        ALG-Meldung Mitte Dez. 2015 zum 01.01.2016.
        ALG-Antrag 21.12.2016 abgegeben.
        Fragebogen wg. Aufhebungsvertrag nicht ausgefüllt,
        mit Vermerk „mögl. Sperr-/Ruhezeiten nicht mehr relevant“
        zurückgegeben.
        Termin beim Arbeitsvermittler Mitte Januar.
        Empfehlung 1 oder zwei Jobbörsen mit tägl. Meldung in Extra-Mailadresse einstellen, spätestens 2 Monate vor Ablauf des
        Dispojahres, und auswerten. Dann kann man unrealistischen Eingliederungsvereinbarungen der BA mit numerisch utopischen Bewerbungsbemühungen pro Woche/Monat von vornherein argumentativ den Zahn ziehen. Ansonsten bitte nie entsprechende von der BA vorbereitete Vereinbarungen vor Ort unterschreiben.
        Und immer schön freundlich bleiben…

        Gruß Ulli2000

  103. Hallo,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Vielleicht habe ich auch das ein oder andere nicht so ganz verstanden, aber Stück für Stück wird auch das immer besser. Auf dieser Internet-Seite lese ich schon seit Monaten immer wieder, trotzdem macht sich für mich der Unterschied von Theorie und Praxis sehr deutlich bemerkbar. Ich habe mir nämlich schon einige Male eine blaue Nase geholt.
    Vielen Dank nochmal – auch dafür, daß es diese ausführlichen Informationen von Dir gibt. Dies ist einzigartig.

    Viele Grüße
    Hedwig

  104. Hallo Ulli,
    auch vielen Dank an Dich für Deine Ausführungen.
    Ich werde auf alle Fälle am Montag zur Arbeitsagentur gehen und mich wieder abmelden, evtl. geht das rückwirkend zum 2. Januar. Die Arbeitsagentur hat mir das Arbeitslosengeld I ab 01.01.2016 bewilligt, ohne Sperrfrist. Ich habe mir bei dem Fragebogen zum Abfindungsvertrag sehr viel Mühe gegeben, auch aktuelle Zeitungsartikel über meine Firma gesammelt und beigelegt (es wurde mehrfach darüber berichtet, daß Leute abgebaut werden usw.).
    Meine Vorstellung ist, daß ich im Jahr 2016 meine neu gewonnene Freiheit erstmal geniese und frühestens im Jahr 2017 der Arbeitsagentur bzw. dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe. Vielleicht finde ich ja selbst zwischenzeitlich eine Arbeit, die mir Spaß macht, was natürlich bei meinem Alter (fast 56 Jahre) nicht ganz so wahrscheinlich ist. Aber ich lass alles auf mich zukommen – ich bin ja erst den 2. Tag ohne Arbeit. Im Prinzip bin ich seit mehr als 40 Jahren das erste mal aus der Komfortzone „Gehaltsempfängerin“ raus und freue mich sehr darüber. Es ist alles neu für mich, die Kontakte zur Arbeitsagentur sowie die ganzen Paragraphen und Gesetze, die damit zusammenhängen – aber da muß ich wohl durch.
    Viele Grüße
    Hedwig

  105. Hallo,
    yep – da bin ich … gesund und munter angekommen im Neuen.
    Also :
    Das Dispojahr vermeidet Sperr- und Ruhezeit und bietet die Möglichkeit die 58-er-Bedingung zu erfüllen. Damit ist eine arbeitslos-Meldung auch für 1 Tag m.E. unnötig.
    Die Abfindung wird in 2016 gezahlt und versteuert (nach 1/5) und damit ist auch das Thema vom Tisch. Ziel in 2016 : Einkommen = NULL
    Zum 01.01.17 (möglich am 2.1.17, und genau dann!!!) ALG-I-Antrag für 2 Jahre (wenn 58 und älter) und dann 2 Jahre „angestellt“ beim AA.
    So sollte es sein. So war es bei mir und Gratulation auch beim Ulli.
    Die 1-tägige Anmeldung versteh ich nicht.
    Ab 1.1.17 wird dann das AA entscheiden was die meinen was sinnvoll ist, da man denen zur Verfügung steht zur „Wiedereingliederung“. Ich habs genossen. Ein paar Formalien sind lästig aber man hat ja Zeit und ausserdem wirds bezahlt per „Gehalt“ äh ALG-I. Auch eine 3-monatige Maßnahme hab ich genossen. War auch lustig. Bitte berücksichtigen : der Bearbeiter muß auch Ergebnisse vorzeigen und wenn die Ltg. eine umgangreiche Maßnahme plant, muß er die Maßnahmenstellen besetzen.
    Daumendrücker …

  106. Was Mr. Excel schreibt ist (natürlich!) richtig. Insbesondere auch die Aussagen:
    Das Dispojahr vermeidet Sperr- und Ruhezeit und bietet die Möglichkeit die 58-er-Bedingung zu erfüllen. Damit ist eine arbeitslos-Meldung auch für 1 Tag m.E. unnötig.“ und
    „Die 1-tägige Anmeldung versteh ich nicht.“

    Das ist ja genau das, was ich gleich in meinem ersten Kommentar geschrieben habe: „…die im Kommentar (von Hedwig) beschriebene Methode entspricht NICHT der Idee des Dispositionsjahres!“

    Oder, um es noch klarer zusagen: Wer vorhat, ein Dispojahr einzulegen, darf sich erst nach Ablauf des Dispojahres arbeitslos melden. Keinesfalls vorher! Ansonsten sind die von Mr. Excel noch einmal aufgeführten Vorteile verspielt.

    Aber, so wie ich Hedwig verstanden habe, will sie ja auch gar kein Dispojahr machen, sondern sich im Gegenteil einfach nur ihren Anspruch sichern. Ist auch vernünftig so, da sie weder Sperr- und Ruhezeiten vermeiden muss, noch eine Altersgrenze erreichen kann. Aber dann muss man sich jetzt auch weder um einen oder zwei Tage mehr bei der Abmeldung Gedanken machen, noch um einen Tag-genauen Termin für die erneute Arbeitslosmeldung: Es sind 4 Jahre Zeit! Da kommt es nicht auf einen Tag an.

    Gruß, Der Privatier

    • Jetzt versteh auch ich Hedwig.
      Sie macht kein Dispojahr, sondern sichert sich ihre Ansprüche und lehnt sich zurück in die Super-Komfort-Zone „Privateurin“ oder heißt das „Privateuse“. Bis sie wieder Lust auf Arbeit hat oder nach max. 4 Jahren das Studium „ALG-I“ an der Hochschule für ALG-Empfänger beginnt.
      Liebe Hedwig – viel Spaß und schöne Zeit …

      • Hallo Mr. Excel,
        ja, mir ist es sehr wichtig, mir die 4 Jahre Anspruch auf ALG I zu sichern, das wollte ich eben zeitnah machen, damit ich mich in diesem Jahr nicht weiter darum kümmern muß. Und ich keine Fristen aus irgendwelchen Unwegbarkeiten versäume. Das ganze war jedoch mit sehr viel Bürokratie verbunden, weil ich in dem jetzigen Jahr freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung zahlen wollte, gleichzeitig eine Bescheinigung für die Arbeitsagentur wollte, das hat sich insofern als schwierig erwiesen, weil die jeweiligen Sachbearbeiter meinten, das würde sich widersprechen, sie haben nicht richtig auf die Jahreszahl geschaut. So ging das einige Male hin und her. Ähnlich war es mit der PKV wegen dem Anspruch auf Lohnfortzahlung, der im Jahr 2016 ruht aber ab 2017 wieder aktiv werden soll. Aber im großen Ganzen hoffe ich sehr, daß das so klappt, wie ich es mir vorstelle, nur morgen noch die Abmeldung bei der Arbeitsagentur, dann denke und hoffe ich, habe ich ein Jahr lang Ruhe. Ich bin gespannt, was mich morgen dort erwartet.
        Außerdem hoffe ich natürlich, daß mein Ex-Arbeitgeber mir demnächst die Abfindung und sonstigen Ansprüche zukommen läßt. Es ist und bleibt spannend…
        Eine gute Zeit und viele Grüße
        Hedwig

  107. Hallo, erstmal danke für den tollen Beitrag der hat mir sehr weitergeholfen.
    Ich habe aber eine Frage: Mein Vater hat am 31.12.2013 sein Arbeitsverhältnis mit Aufhebungsvertrag aufgelöst und eine Abfindung bekommen. Er hat sich zum 01.01.2014 arbeitslos gemeldet aber nie einen Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt. Besteht noch Anspruch auf ALG?
    Danke

    • Nein, es besteht kein Anspruch mehr. Wenn dein Vater jetzt einen Antrag auf ALG stellen würde, würde er die Anwartschaftszeit nicht mehr erfüllen (s. Beitrag oben).

      Wenn dein Vater aber damals einen Antrag auf ALG gestellt hätte und es wäre eine Leistung bewilligt worden, so könnte diese auch heute noch in Anspruch genommen werden.

      Gruß, Der Privatier

  108. Hier nun auch meine Rückmeldung… Hab alles so gemacht, wie hier beim Privatier gelernt.. AUfhebungsvertrag zum 31.12.14. Dispositionsjahr in 2015. Arbeitssuchendmeldung am 21.12.15 und Arbeitslosmeldung zum 1.1.16. War lustig in unserer Arbeitsagentur… Man dachte mehrmals, ich verspreche mich, als ich meinen letzten Arbeitstag mit 31.12.2014 angab. „…Sie meinten 2015…“ …. „Nein, ich meinte 2014“. Da war das Erstaunen groß. Meinen Arbeitslosengeldbescheid habe ich inzwischen in der Tasche. Keine Sperrzeiten. Musste keine Fragen zum AHV beantworten. Es ist alles perfekt gelaufen. Danke Privatier, danke an alle anderen Mitstreiter.. LG Tina.

    • Vielen Dank Tina für die Rückmeldung!
      Das hört sich alles sehr entspannt an. Und dazu auch noch lustig. 🙂
      Es freut mich, wenn Mr. Excel und ich dazu ein wenig beitragen konnten.

      Gruß, Der Privatier

  109. Dispositionsjahr-Wegfall der Sperren-Rahmenfrist.
    Hallo an alle, erstmals Danke für die excellenten Tips. Ich konnte aber bisher nicht klären, wie exakt die Rahmenfrist berechnet wird. Für die Arbeitsagentur ist ein Monat 30 Tage lang, ein Jahr hat 12 Monate.
    Ergo würde die Rahmenfrist 720 Tage dauern, in denen mindestens 360 Tage sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachgewiesen werden muss (Anwartschaftszeit), um noch Anspruch auf ALG-1 zu haben.
    Also wäre es mathematisch unmöglich, den Anspruch auf ALG 1 aufrechtzuerhalten, wenn man 1 Kalenderjahr (=365 Tage) zur Anullierung ev. Sperren mit der Arbeitslosmeldung wartet, denn dann fehlen mind. 10 Tage aus dem davorigen Jahr als Beitragszeit.
    Ist daher meine Annahme richtig, dass die Rahmenfrist als 2 Kalenderjahre (=730 Tage) berechnet wird? Die notwendige Anwartschaftszeit aber mit 360 Tagen innerhalb dieser 2 Kalenderjahre?

    • Erst einmal sorry, dass der Kommentar erst jetzt erscheint. Manchmal sind meine Filter wohl etwas zu aggressiv und filtern auch Kommentare aus, die sie eigentlich durchlassen sollten.

      Zur Frage: Genau das waren auch meine Überlegungen, die mich selber davon abgehalten haben, das Dispojahr weiter zu betrachten. Inzwischen wissen wir ja aber von einigen erfolgreichen Beispielen, dass man sich solche tiefgehenden Gedanken gar nicht machen muss: Ein Jahr ist ein Jahr. Fertig.

      Wer am 31.3.16 seinen letzten Arbeitstag hat, muss sich spätestens zum 1.4.17 arbeitslos melden, sonst gibt es kein ALG. Mehr Gedanken darf man sich da wohl gar nicht machen.

      Gruß, Der Privatier

      • Warum nicht die sichere Variante: 14 Tage vor Ablauf des Dispojahres arbeitslose melden und gleichzeitig Antrag auf ALG1 mit Beginn genau mit Ablauf des Jahres stellen.
        Hat bei mir völlig problemlos funktioniert.

        Gruß Axel

        • Hallo Axel,
          das habe ich leider nicht verstanden. Ich dachte es geht bei der Erwerbsminderung nur um letzten 5 Jahre und ob in denen 24 Monate Beiträge eingezahlt wurden. Deinen Kommentar lese ich so, dass seit 1984 kein Monat ohne Einzahlung gewesen sein darf, sonst hat man eh keinen Anspruch auf die EU Rente.

  110. Lieber Privatier,
    kann man das Dispositionsjahr nutzen, wenn man sich bereits arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet hat? Ich habe noch keinen Bescheid aber überlege, ob das Dispositionsjahr nicht günstig ist, um meine Sperre zu vermeiden. Die ist mir schon offiziell mitgeteilt worden.
    Ist es bereits zu spät für eine Umentscheidung?
    Danke und Gruß

    • Hallo Lina,
      wie wurde die Sperre denn offiziell mitgeteilt, wenn noch kein Bescheid vorliegt? Ich meine, der Tag des Leistungsbeginns ist maßgebend.
      Bei mir jedenfalls lag der Tag der Arbeitslosmeldung innerhalb eines Jahres und es erfolgte keine Prüfung auf Sperr- oder Ruhezeiten. Fraglich ist, ob Du den
      ALG-Antrag noch (bzgl. Leistungsbeginn) abändern kannst.
      Es ist eine Versuch, was ist zu verlieren?

  111. Hallo Lina,
    bzgl. der Sperre ist die Arbeitslosmeldung = Antrag auf ALG relevant. Bei der Prüfung und Entscheidung wird dann die Sperre verhangen. Ob der Antrag auf ALG zurückgezogen werden kann solange er nicht bestandskräftig wurde, weiss ich nicht. Vielleicht hat ein anderer hier Erfahrungen. Ich tendiere zu NEIN.

  112. Hallo Lina,
    meine Erfahrungen und Kenntnisse decken sich zu 100% mit dem, was Mr. Excel sagt: Aufgrund der Arbeitslosmeldung (inkl. ALG-Antrag) wird u.a. auch eine Prüfung wg. Sperre/Ruhezeit durchgeführt und zusammen mit Höhe und Dauer der Leistung per Bescheid festgestellt.
    Ob man dieses Verfahren an irgendeiner Stelle aufhalten oder gar rückgängig machen kann, ist mir nicht bekannt. Man kann dies sicher, wie schon Axel gesagt hat, mal versuchen. Wenn man keine Scheu vor Bürokratie hat. Schaden kann es wohl nicht.
    Wäre auf jeden Fall eine interessante Erkenntnis hier für die Seite!

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier,

      solange noch nicht über den ALG1-Antrag entschieden ist -und das ist hier laut Lina der Fall-, kann
      man den ALG-Anspruch verschieben, sprich disponieren.
      Steht doch glasklar in § 137 Abs. 2 SGB III drin.
      Also gleich am Montag zur AfA oder noch am Wochendende mailen, dass man verschieben will unter Berufung auf o.a. Vorschrift
      und hoffen, dass der Bescheid nicht schon, am Freitag 29.1.2016 bei der AfA rausgegangen ist. Aber vielleicht kann die AfA ja noch gar nicht entscheiden, weil noch die Arbeitsbescheingung fehlt .
      Dann hätte man sogar noch etwas mehr Luft.

      Gruß

    • Ich gebe Dir Recht, Ulli2000! Das steht tatsächlich so im §137. Habe ich wohl bisher unter diesem Aspekt nie so gelesen.
      Von daher sehe ich auch durchaus die Chance, dass man den Vorgang noch stoppen/rückgängig machen kann. Bevor allerdings jetzt blinder Aktionismus ausbricht, würde ich Lina dringend empfehlen, sich zunächst einmal mit den Feinheiten des Dispojahres vertraut zu machen. Nicht dass sich dort wohlmöglich ein anderes Problem verbirgt.

      Gruß, Der Privatier

  113. Hallo zusammen,
    ich habe mich nun entschieden und meinem Amts-Bearbeiter per E-Mail meinen Wunsch um ein Jahr zu verschieben mitgeteilt. Ich habe ihn auch darum gebeten, mir mitzuteilen, wann genau ich mich wieder Arbeitssuchend und Arbeitslos melden soll, um die Rahmenfrist und die Anspruchsvoraussetzungen nicht zu gefährden.
    Ich bin gespannt!
    Und wenn es so nicht klappt, kann ich wie Privatier dann mich wieder abmelden, oder?
    Wenigstens würde ich die höhere Besteuerung in diesem Jahr vermeiden und meine Personalabteilung würde dann eine Neuabrechnung machen können (sozusagen mit gutem Gewissen).
    Allen herzlichen Dank für die wertvolle Infos und das Mitmachen.
    Ich melde mich, wenn ich etwas höre.

    • Hmm… ich hoffe, Sie wissen, was Sie tun und haben sich über die Folgen und Konsequenzen ausreichend informiert?

      Es ist Ihnen schon klar, dass ein Jahr ohne ALG eben auch bedeutet, dass es für diese Zeit weder Krankenkassenbeiträge, noch Rentenbeiträge (oder -Zeiten) gibt? Lohnt sich das wirklich? Sparen Sie wirklich so viel Steuern?

      Wir reden hier über zwei Dinge:
      1. Über den Unterschied der Besteuerung, wie sie Ihr AG jetzt durchgeführt hat und der korrekten Besteuerung auf Jahressicht. Diesen Unterschied bekommen Sie ja auf jeden Fall erstattet (nach einem Jahr). Da „sparen“ Sie gar nichts! Das ist nur eine Verschiebung.

      2. Sparen können Sie in der Tat vielleicht etwas durch die Vermeidung des Progressionsvorbehaltes des ALG, wenn Sie darauf verzichten. Aber ist das wirklich so viel, dass es den Zusatz-Aufwand an KV/PV (evtl. RV) lohnt?

      Gruß, Der Privatier

  114. Lieber Privatier,
    vielen Dank für Ihre Frage – die mich dazu veranlasst hat, eine genauere Rechnung zu machen.
    Vorab: es hat zum Glück funktioniert: meine Personalabteilung berechnet neu und zahlt die zu viel abgezogene Steuer nach. Das Arbeitsamt sagt, ich soll mich spätestens 3 Monate für dem Anfang der Leistung Arbeitssuchend melden. Da musste ich noch herausfinden, wann die Leistung genau anfangen soll – ich verschiebe um ein Jahr, also ist es der 1. Februar 2017 oder gibt es da Fallstricke?. Aber das ist ein anderes Thema.
    Nun zu ihren Fragen: ich konnte mich bei meinem Mann krankenversichern lassen. Was die Rentenversicherung betrifft werde ich das Minimum bezahlen um keine Lücke entstehen zu lassen bis das Arbeitsamt übernimmt.
    Nach einem Abfindungsrechner spare ich ca. 8000 Euro Steuern auf die Abfindung, wenn ich kein Arbeitslosengeld in diesem Jahr bekomme. Hinzu kommen, wenn ich Glück habe, die 3 Monate mehr Arbeitslosengeld hinzu, die ich dann doch erhalte, wenn Mr. Excels Strategie bei mir aufgeht (also, wenn 1 Jahr später die Sperrung nicht greift).
    Insofern finde ich, lohnt es sich für mich.
    Klingt es vernünftig?
    Danke sehr!

    • Zuerst einmal: Toll, dass es mit der Personalabteilung doch noch geklappt hat. Das freut mich. Es zahlt sich eben doch meistens aus, wenn man hartnäckig am Ball bleibt! Super.

      Der Rest hört sich auch (einigermaßen 😉 ) vernünftig an. Denn Fallstricke beim Dispojahr gibt es natürlich! Die Wichtigsten in Kürze: Es muss exakt ein Jahr sein. Kein Tag mehr oder weniger! Sonst funktioniert es nicht. Um den Termin der Arbeitslosmeldung nicht zu verpassen, auf jeden Fall vorher zur Agentur gehen! Und von ebenfalls elementarer Bedeutung: Man muss nach Ablauf des Dispojahres dann auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können. Wer sich dann mit einer Operation oder Reha-Maßnahme ausklinkt, hat verloren.

      Zur Berechnung des Steuervorteils durch den Wegfall des ALG möchte ich noch darauf hinweisen, dass bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren selbstverständlich immer das gemeinsame Einkommen für alle Berechnungen verwendet werden muss! Das gilt auch für die Überprüfung der Voraussetzung für die Anwendung der Fünftelregel. Alternativ wäre eine getrennte Veranlagung zu überprüfen.

      Gruß, Der Privatier

  115. Hallo Lina,
    das ist eine günstige Konstellation wenn man in die FAmilienversicherung eintreten kann und so finanziell das Dispojahr überstehen kann. War bei mir auch so.
    Das mit der Rentenlücke solltest Du Dir überlegen. Laß Dir bei der Rentenversicherung einen Beratungstermin geben und Dich gezielt diesbezüglich beraten. Wenn Du die Anwartschaftszeiten erreicht hast (das sagt Dir auch die jährliche Renteninfo) dann spielt eine Lücke keine Rolle mehr. Und der Wert der privaten Einzahlung rechent sich sowieso nicht.
    Wo jedoch die Lücke eine Rolle spielen kann ist die Schwerbehindertenrente. Ich hatte da mal einen Beitrag geschrieben, nicht in diesem Thema, sonern in einem anderen. Um das Recht auch Schwerbehindertenrente aufrecht zu erhalten, darf in einem bestimmten Zeitraum nur eine begrenzte Lücke auftreten (einzelen Lücken addieren sich). Da das aber einen größeren Zeitraum betrifft, ist es sinnvoll zur RV zu gehen und sich beraten zu lassen und dieses Thema ab zu sprechen. Die sehen dann Dein komplettes Rentenkonto. Das wäre dann auch der Zeitpunkt, um eine Kontenklärung durch zu führen, wenn nicht schon geschehen.
    Gruß

  116. Hallo Privatier.

    Bisher hatte ich mich nur im Kapitel 3.3.1 (Fünftelregelung) eingeklinkt. Jetzt auch hier bzgl. Dispositionsjahr. Die Vorbereitungsphase für das Privatier- Dasein ist halt wirklich eine Gleichung mit vielen Variablen!

    Thema: Berufsunfähigkeitsrente
    Referenz: Beitrag von Mr. Excel, 28.11.2015
    Problem: Man verliert die Anwartschaft, wenn innerhalb von 5 Jahren 24 Monate keine Pflichtbeiträge eingezahlt wurden.

    Kann ich mich also mit meinem Plan (An- und Abmeldeverfahren beim ALG1) bis zur Rente durchhangeln, ohne die Anwartschaft auf die Berufsunfähigkeitsrente zu verlieren:
    31.05.2016: Beschäftigungsende
    01.06.2016: Arbeitslosmeldung
    02.06.2016: wieder Abmeldung
    01.01.2018: wieder Arbeitslosmeldung für 13,5 Monate ALG1
    15.02.2019: wieder Abmeldung
    01.05.2020: erster Bezug Firmenrente
    Danach habe ich definitiv nicht mehr vor zu arbeiten, eigentlich schon nicht mehr ab 01.06.2016 (sorgfältig durchkalkuliert!), aber man weiß ja nie.

    Nach meinem Verständnis müsste auf diese Weise der Zeitraum 01.06.2016 bis 30.04.2020 über die Berufsunfähigkeitsrente abgedeckt sein?

    • Hallo Felix,

      man kann auch, auf Antrag, freiwillig den monatlichen Minimalbeitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das waren bei mir in 2015 84,15 € pro Monat.
      Damit kann man das Risiko der Lücke in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung verringern.

      Viele Grüße, Hardy

      • Hallo Felix, Hallo Hardy,

        mit dem Mindestbeitrag die Erwerbsmindreungsrente zu erhalten ist grundsätzlich richtig, aber Vorsicht:
        Grundvoraussetzung ist, dass am 1.1.1984 bereits 60 Beitragsmonate vorhanden waren und seitdem jeder Monat mit Beiträgen belegt ist!!
        Wenn das der Fall ist würde ich Mindestbeitäge zahlen, wenn Nein verpuffen die Mindestbeitäge (bzgl. der Erwerbsmindreungsrente)wirkungslos.

        Viele Grüße, Axel

        • Nicht vergessen sollte man, dass man die Mindestbeiträge auch zahlen kann bzw.sollte um die 35 Jahre Wartezeit zu erfüllen um eine (mit Abschlägen behaftete) vorzeitige Rente ab 63 Jahre beziehen zu können!
          Für mich ein ganz entscheidender Grund! Siehe Kapitel 6.4.

        • Hallo Axel,
          das habe ich leider nicht verstanden. Ich dachte es geht bei der Erwerbsminderung nur um letzten 5 Jahre und ob in denen 24 Monate Beiträge eingezahlt wurden. Deinen Kommentar lese ich so, dass seit 1984 kein Monat ohne Einzahlung gewesen sein darf, sonst hat man eh keinen Anspruch auf die EU Rente.

          • Hallo Markus,
            die Grundvoraussetzung sind die 24 Beitragsmonate in den letzten 5 Jahren, das ist richtig.
            Nun stellt sich aber die Frage, ob das auch mit freiwilligen Beitagszahlungen erfüllt werden kann und da kommt die weitere Bedingung:
            zum 1.1.1984 müssen bereits 60 Beitragsmonate vorliegen und danach lückenlos! Sollte ein einziger Monat fehlen – keine Gleichstellung.
            Nur dann werden die freiwilligen Beiträge den Pflichtbeiträgen gleichgestellt.

            Viele Grüße Axel

      • Was hier unbedingt dazu gehört und erwähnt werden sollte, ist das was ich gerade praktiziere:
        Als Minijobber (zwischen 155 – 450 Euro) arbeiten und optieren in die zusätzliche RV durch AN-Beiträge (4,9%). Dadurch werden die RV-Beiträge als Pflichtbeiträge gewertet und es ensteht keine Lücke.
        >>> Da läßt sich sicherlich im Bekanntenkreis was finden…

        • Wäre es da nicht u.U. sogar sinnvoller, noch ca. 50€ oben drauf zu legen und die Krankenkasse gleich mit abzudecken? Aber Du bist ja Familienversichert, wenn ich mich richtig erinnere…

          Gruß, Der Privatier

      • Hallo Hardy und alle Anderen.

        Der Anlass meiner Frage war nicht, wie und ob man zusätzlich in die RV einzahlen sollte. Die 35 Beitragsjahre (Wartezeit) habe ich schon erfüllt, um mit 63 in Rente gehen zu können. Dass man mindestens 84,15 Euro freiwillig in die RV einzahlen kann, ist mir auch bewusst, weil ich genau das für meine Frau mache, um auch für sie die 35 Jahre voll zu bekommen, damit auch sie mit 63 in Rente gehen kann.

        Meine Frage war, ob ich den Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente allein dadurch bewahren kann, dass ich das ALG1 so zwischen Ende der Beschäftigung und Rentenbeginn lege, dass keine zu großen Lücken der Nichteinzahlung entstehen. Ich habe nämlich im Kopf, dass der Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente erst 24 Monate nach Beschäftigungsende erlischt. Ist das richtig? Wird also schon
        vor Ablauf der 24 Monate ALG1 gezahlt, wird der Anspruch wieder aufgefrischt, weil die Agentur für Arbeit wie ein Arbeitgeber fungiert. Nach Ablauf des ALG1 ist wiederum eine Pause von weniger als 24 Monaten bis zur Rentenzahlung. Es sollte also in meinem Fall möglich sein, den Anspruch durch Zwischenschalten des ALG1 über die gesamte Zeitspanne bis zur Rente OHNE EIGENE EINZAHLUNGEN zu retten. Sehe ich das richtig?

        Viele Grüße, Felix

        • Ich habe Deine ganzen Daten und Zahlen jetzt nicht einzeln nachgerechnet, aber ich fürchte, dass dein Konzept nicht funktionieren wird. Denn die Regel lautet: „In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein.“
          Das ist eine ganz einfache Rechnung. Vom Eintrittsdatum 5 Jahre zurück müssen 3 Jahre mit Beiträgen vorhanden sein. Es geht also nicht darum, keine Zeitspanne von länger als 24 Monaten entstehen zu lassen, sondern ganz einfach um die Summe der Monate mit und ohne Beträge. Der Anspruch wird nicht wieder „aufgefrischt“, nur weil zwischendurch nach fast 24 Monate ohne Beiträge wieder jemand einzahlt. Die Summe der Monate zählt am Ende. Sonst nichts.

          Gruß, Der Privatier

        • Ach ja – kleiner Nachtrag. Habe ich vergessen. Fast schon obligatorisch:

          a) Die Informationen der einzelnen Ämter in Internet sind schon recht gut! Hier z.B.: Erwerbsminderungsrente (Dt. Rentenversicherung).
          b) Im Zweifel bei solch elementaren Überlegungen bitte immer die Beratung der Behörden in Anspruch nehmen.

          Auch bei größter Sorgfalt und Mühe können hier die Kommentatoren leicht etwas übersehen.

          Gruß, Der Privatier

          • Ok. Vielen Dank für den Link. Ich habe die Broschüre der RV durchgelesen.

            So, wie ich es jetzt für meinen Fall verstehe: Zwischen Beschäftigungsende 5/2016 und Beginn ALG1 1/2018 liegen 19 Monate, d.h. mein Recht auf Erwerbsunfähigkeitsrente bleibt bis ALG1 erhalten, da weniger als 2 Jahre von 5 Jahren ohne Einzahlung. Mit ALG1 wird wieder in die RV bis 2/2019 eingezahlt. Somit falle ich erst ab 3/2019 aus der Erwerbsunfähigkeitsrente raus, weil ich dann länger als 24 Monate nicht eingezahlt habe. Ich muss mir also erst 2/2019 über eine freiwillige Einzahlung in die RV Gedanken machen, was ich aber wahrscheinlich nicht machen werde, weil ich bereits ab 5/2020 Rente beziehen werde. Ist das alles logisch?

          • Wenn ich das jetzt richtig gerechnet habe, müsste der Anspruch auf EU-Rente noch ein bisschen länger bestehen, nämlich bis ca. 7/2019, denn erst dann sind die 24 Monate ohne Einzahlung voll (19 Monate vor dem ALG und 5 Monate nach dem ALG), oder?

            Aber ansonsten hört es sich gut an.

            Gruß, Der Privatier

          • Ich muss – nach zufälliger Lektüre im Internet – folgende Korrektur zu meinem Modell anbringen:

            Wenn ich meinen ALG1- Anspruch 5/2016 feststellen lasse, mich dann wieder abmelde und erst ab 1/2018 (d.h. nach 19 Monaten innerhalb von 4 Jahren) ALG1 beziehen möchte, bin ich offensichtlich doch nicht mehr automatisch durch die BA versichert, sondern muss mich selbst während ALG1 versichern, denn:

            „Zudem werden, sofern der Leistungsbezieher während der letzten ZWÖLF MONATE vor dem Arbeitslosengeldbezug und UNMITTELBAR vor dem Bezug von Arbeitslosengeld rentenversicherungspflichtig war, auch Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung geleistet.“

            Für die KV/PV gilt jedoch keine Einschränkung:

            „So werden grundsätzlich die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung getragen.“

            Quelle:
            http://www.joppo.de/recht/sozialrecht/arbeitslosengeld-i/arbeitslosengeld-berechnung.html

            Vielleicht ist dieser Hinweis auch für Andere von Interesse.

            Gruß, Felix

          • Hallo, nach dem Dispositionsjahr kann aber bei der Arbeitslosmeldung gewählt werden, ob das Arbeitsamt freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung zukünftig erstattet, oder Pflichtbeiträge direkt bezahlt. Da bestand unmittelbar vor dem Bezug vom ALG1 ja keine Rentenversicherung. Vielleicht gilt das so ja auch bei Arbeitsgeldbezugsunterbrechungen?
            Viele Grüße, Jörg

          • Habe eben den Absatz in dem „Merkblatt für Arbeitslose“ der BA gefunden:
            Rentenversicherung/Altersversorgung
            Während Sie Arbeitslosengeld beziehen, sind Sie
            pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn Sie im letzten Jahr vor Beginn der Zahlung
            von Arbeitslosengeld zuletzt rentenversicherungspflichtig waren. Waren sie nicht versicherungspflichtig,
            können Sie die Versicherungspflicht beantragen. Den
            Antrag können Sie zusammen mit dem Antrag auf Arbeitslosengeld stellen (Einzelheiten siehe » Zusatzblatt
            „Sozialversicherung“ zum Antrag).
            Viele Grüße, Jörg

  117. Hallo, ich möchte mal auf die traumhafte Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung hinweisen:

    Grundlagen: Jahrgang Juli 1958 Rentenbeginn: Juli 2021
    Durchschnittsentgelt 2016: 36267€
    Rentenbeitrag:18,7%
    anrechenbare Vorsorgebeiträge 2016:82%
    persönlicher Spitzensteuersatz 2016:30%

    zu versteuernder Rentenanteil 2021:81%
    persönlicher Steuersatz&Krankenkasse 2021: 27%

    eine Rentenbeitragszahlung in 2016 von 13912,80€ (max. Beitrag, 2,05 Rentenpunkte) führt zu einer Einkommensteuerersparnis von 3422,80€; ergibt also 10490€ Nettozahlung

    Dafür erhält man 2021 ca.59€ Monatsrente
    (2,05 Punkte x 33,6 Rentenwert 2021 -14,4% (Rentenabschlag 63Jahre) )!
    Das sind 710€ im Jahr. davon gehen dann Steuer&Krankenkasse ab von ca.165€; ergibt 545€ nach Abgaben, das sind netto 43€/Monat pro 10000€ Einzahlung – und die steigt auch noch um 1-3% pro Jahr (2016 ja sogar 4,4%)

    Richtig interessant auch für freiwillig gestzlich Krankenversicherte: Der KK-Beitrag beträgt dann auch hier nur 8,2% anstatt 14% auf eine private Rentenversicherung.

    • Für jemand, der vorzeitig aus dem Beruf aussteigt und daher ohnehin schon weniger Rentenpunkte sammeln konnte und dann auch noch mit Abschlag in Rente geht, kann eine eigene Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung durchaus Sinn machen. Auch aus steuerlichen Überlegungen, wie hier im Beispiel dargelegt. Oder – und das wäre für mich der Hauptgrund: Zur (zusätzlichen) Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos.

      Aber eine Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung mit einer „traumhaften Rendite“ zu begründen, ist einfach ein Denkfehler!

      Denn machen wir doch einfach einmal folgende Überlegung:
      Im obigen Beispiel gibt es die Rente ab 63 Jahren. Aber für wie lange? Der einfachen Rechnung wegen nehmen wir einmal an für 20 Jahre. Wenn ich nun die 10.000 Euro aus dem Beispiel zu Hause unter die Matratze lege, kann ich mir jedes Jahr 500 Euro darunter weg holen. Und zwar ohne Krankenkasse, ohne Steuern und ohne Zins. Ohne Rendite also. Insofern wäre das, was die Rentenversicherung mehr abwirft (im Beispiel also 45€/Jahr) die wirkliche Rendite. Oder, auf die 10.000€ bezogen: 0,45%. Traumhaft!

      Wenn man länger leben sollte, verbessern sich die Zahlen natürlich. Und dann macht es irgendwann auch wieder Sinn. Denn das Geld unter der Matratze ist irgendwann aufgebraucht. Aber dann sind wir eben wieder beim eigentlichen Grund, eine Rentenversicherung abzuschließen: Zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Aber ganz sicher nicht der Rendite wegen!

      Gruß, Der Privatier

  118. Danke für die Antwort, das ist natürlich genau richtig! Besonders die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Ich hatte jetzt eher den Vergleich zu einigen Rentenversicherungen und Auszahlplänen der Banken gesehen.

    Viele Grüße, Jörg

    • Möglicherweise ist es hilfreich PRV / GRV in der Renditeberechnung zu verstehen , genau unter der Sichtweise , einfach nur unter Bettdecke hervorgeholt , oder tatsächliche Rendite . Hier bitte mein Kommentar auf Hardys Frage zu Renditeberechnung evt. mal durchlesen . LG Det

  119. Guten Tag Privatier,

    ich hoffe, ich schreibe an richtiger Stelle, denn ich habe noch nie über diesen Weg eine Frage gestellt.

    Ich bin 56 Jahre alt, seit 35 Jahren in unserem Betrieb. Ich war oft und lange krank und meine Belastbarkeit tendiert gegen Null.

    Jetzt bietet unser Betrieb eine Sonderregelung für ältere Arbeitnehmer. Mit dieser Regelung könnte ich den Ausstieg schaffen – in der Form, dass ich bis zu meinem frühesten Renteneintritt (mit 63 Jahren) 75 % meines derzeitigen Nettogehaltes bekommen würde sowie für diesen Überbrückungszeitraum (bis Rente) Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Kranken- und Pflegeversicherung für Zeiten innerhalb des Überbrückungszeitraumes in denen kein gesetzlicher Kranken- und Pflegeversicherungsschutz besteht und -für Zeiten innerhalb des Überbrückungszeitraumes in denen keine Anrechnungs- und/oder Beitragszeit vorliegt – die Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das alles das in einer Summe hochgerechnet.
    Soweit, so gut.

    Es wäre dann so, dass ich zum Ende des Jahres 2016 gehen würde, die Summe Anfang 2017 zur Auszahlung kommt und 2017 das Dispositionsjahr wäre, mit dem Ziel, dass ich als 58-jährige mich dann beim Arbeitsamt melden muss, DENN die 75 % des Nettogehalts setzen sich zusammen aus der Leistung der Arbeitsverwaltung, auf die ich während der Arbeitslosigkeit Anspruch hätte und der Differenz bis zu 75 % von meinem Netto-Gehalt, die vom Arbeitgeber getragen wird. UND es wird der nach den individuellen Bedingungen GRÖSSTMÖGLICHE Bezugszeitraum für das Arbeitslosengeld zugrunde gelegt, d.h. mit 58 Jahren 24 Monate!

    Und GENAU HIER liegt meine ERSTE SORGE: was wenn ich doch zwangsvermittelt werde, was dann bedeutet, daß ich ein Gehalt bekomme, das weitaus niedriger ist und somit meine ganze sorgfältige Kalkulation (mit allen Einsparungen) zusammenbricht? Ich würde womöglich umziehen müssen und gar keine Wohnung bekommen, da ich keine Gehaltsabrechnung mehr nachweisen kann, etc.

    ZWEITE SORGE: wenn ich während der 2 Jahre Arbeitslosigkeit wieder krank werde und Krankengeld von der Krankenkasse bekomme: verlängert das den Arbeitslosengeldbezugszeitraum oder zählt es nicht zusätzlich? Noch konkreter: wenn ich für z.B. 2 Monate während des Arbeitslosengeldbezugszeitraumes krank bin, sind von 24 Monaten insgesamt noch 22 Arbeitslosengeldbezugszeiraum übrig oder werden die 2 Monate „rangehängt“? Ich weiss nicht wie ich die Frage besser formulieren soll, da ich mich natürlich mit diesen Dingen nicht auskenne (war ja auch nie vorher in meinem Leben beim Arbeitsamt) Ich weiß nur, daß ich diese Zeit von 24 Monaten einfach nur überstehen möchte um danach endlich meine Ruhe zu finden und mit dem zur Verfügung stehenden Geld die Strecke bis zur Rente schaffe.

    Ich würde mich sehr freuen wenn ich von Ihnen eine Info oder einen Link – wo ich nachschauen könnte, bekommen würde.
    Ich traue mich einfach nicht, direkt beim Arbeitsamt nachzufragen.

    Herzlichen Dank
    und beste Grüße, Evelyn

    • Hallo Evelyn, ein langer Kommentar – auf den es auch viel zu antworten gäbe…
      Ich versuche deshalb einmal, mich möglichst kurz zu fassen:

      * Die Abfindungsregelung ist eine durchaus übliche Berechnung. Manche Firmen sind etwas großzügiger und nehmen 85% oder auch mehr vom letzten Netto-Gehalt als Basis, dafür rechnen aber nicht alle die Beiträge zu den Sozialversicherungen hinzu. Von daher: Grundsätzlich in Ordnung, aber:
      * Die Berechnung beruht auf Netto-Beträgen, sowohl was das Gehalt angeht, aber auch was die zu zahlenden Beiträge an die Versicherungen angeht. Das ganze wird dann aber „in einer Summe hochgerechnet“ und ausbezahlt. Das ist dann aber Brutto. Da geht dann erst mal die Steuer von ab.
      * Auch das ist normal. Man muss es aber wissen!

      * Zur ersten Sorge: Eine „Zwangsvermittlung“ wird es im engeren Sinne nicht geben. Bedenken Sie, dass Sie immer eine Bewerbung schreiben müssen, sich vorstellen müssen, über sich und Ihre Leistungsfähigkeit erzählen können/sollten und im Zweifelsfalle eine angebotene Stelle auch nicht wirklich annehmen müssen. Und ganz ehrlich: So riesig sind die Chancen in „unserem“ Alter nicht, zumal wenn auch noch eine Krankheitsvorgeschichte besteht.

      * Zur zweiten Sorge: Wer während des ALG1-Bezuges krank wird, bekommt zunächst sein ALG1 sechs Wochen lang weiter (genau wie früher beim Arbeitgeber). Danach fällt man aus der Arbeitslosigkeit erst einmal heraus und die Krankenkasse zahlt Krankengeld. Wird man anschließend wieder arbeitsfähig, muss man sich erneut arbeitslos melden. Der alte Anspruch wird dann weiter aufgebraucht. Insofern wird der ALG-Anspruch zwar nicht verlängert. Aber die Zeit des Krankengeldbezuges zählt einfach nicht mit und damit schiebt sich der Endtermin für die Arbeitslosigkeit nach hinten.
      * Nachlesen kann man dies auch in einer Broschüre der Arbeitsagentur.

      * Noch etwas zum Schluss: Das Dispojahr erfordert ein exaktes Wissen über Grundlagen, Regeln und evtl. Konsequenzen. Bitte unbedingt ALLES(!) lesen.
      * Für Sie ganz wichtig: Sie dürfen auf keinen Fall am Ende des Dispojahres/Beginn der Arbeitslosigkeit krank werden!
      * Glauben Sie bitte nicht, das komplette Vorhaben ginge ohne jegliche Belastung vonstatten! Sie müssen sich auf Anträge, Formulare, Diskussionen, Ablehnung, Einsprüche u.ä. mit allen beteiligten Ämtern und Behörden einstellen. Das muss nicht zwingend alles passieren, aber ganz glatt geht es nur selten.

      Gruß, Der Privatier

  120. Hallo Privatier,
    heute habe ich noch einige Male ganz aufmerksam Ihre Antwort gelesen.
    DANKE für den Hinweis auf die anfallenden Steuern.
    Ich habe mir den Wortlaut der Sonderregelung noch einmal angeschaut. Dort steht „die anfallenden Steuern gehen zu Lasten des
    Arbeitgebers“. Das ist schon mal gut.

    Zum Thema Arbeitsamt: ja, das sollte ich wohl auch so sehen, daß Vermittlung eher unwahrscheinlich ist – es ist wohl ein kleines Restrisiko das ich in diesem Fall in Kauf nehmen muß.
    Das Dispojahr ist da schon ein anderes „Kaliber“! Mit diesem Thema muß ich mich noch sehr beschäftigen und vertrauen und hoffen, daß ich nicht zum falschen Zeitpunkt erkranke.

    DANKE auch hier für die wertvollen Hinweise und AUCH für den Schlusssatz, der beim ersten Lesen erschreckend war, mir aber ein REALISTISCHES Bild dieses Vorhabens vermittelt hat. Ich habe noch eine Menge Denkarbeit vor Unterschrift zu leisten. Ein kleines Fazit für mich, wenn ich dieses Angebot in Anspruch nehmen will: Das erste Jahr (vor-Arbeitsamt-Jahr)würde ich etwas aufatmen und vielleicht etwas zur Ruhe kommen können – abgesehen von der Angst vor Krankheit zum falschen Zeitpunkt – danach würden 2 schwierige Jahre folgen unter „Aufsicht“ des Arbeitsamtes, macht also 3 Jahre, die „nicht ohne“ wären.
    Also muss ich mich entscheiden zwischen 7 Jahre Kampf, den Arbeitsplatz zu halten und überhaupt durchzuhalten oder 3 Jahre und danach endlich RUHE!

    Die „innere“ Entscheidung ist längst gefallen, keine Frage, denn ich habe
    nur 1 Leben – die „harten“ Faktoren muss ich aber leider gründlich checken.

    Zunächst einmal werde ich alle relevanten Kommentare auf Ihrer Seite studieren,
    denn diese Erfahrungswerte sind wohl kaum woanders zu finden!

    Herzlichen Dank
    und beste Grüße, Evelyn

    • Zwei Punkte möchte ich noch ergänzen:

      * Die Formulierung „die anfallenden Steuern gehen zu Lasten des Arbeitgebers“ ist ungewöhnlich. Zeigt aber andererseits, dass man letztlich vereinbaren kann, was man will. Am Ende bleibt jedoch immer der Arbeitnehmer der Steuerschuldner. Da führt kein Weg daran vorbei…
      Wenn die Formulierung trotzdem so gemeint ist, dann müsste der AG zunächst Ihre Abfindung ausrechnen, wie in Ihrem ersten Kommentar erläutert. Um diese Summe als Nettobetrag auszahlen zu können, müsste er dann den entsprechenden Bruttobetrag hochrechnen (mit oder ohne Fünftelregel?!) und Ihnen diesen Betrag als Brutto-Abfindung vergüten.
      Kann man so machen. Erfordert allerdings in manchen Punkten ein komplettes Umdenken. Während die meisten Fälle hier ja darauf bedacht sind, den AG von einer möglichst niedrigen Besteuerung (Wahl der StKl., Anwendung der 5tel-Regel, etc.) zu überzeugen, wäre hier wohlmöglich die umgekehrte Strategie angebracht: Denn je höher Ihre voraussichtliche Steuerbelastung, desto höher wird dann damit ihre Brutto-Abfindung.
      Gibt es jemand (Personal-Abtg., Betriebsrat, Steuerberater oder Rechtsanwalt), der Ihre Vereinbarung einmal dahingehend prüfen kann, ob wirklich eine Nettovereinbarung für die Abfindung vorgesehen ist? Wie gesagt: Es ist durchaus machbar, aber eben nicht die Regel.

      * Noch einmal zur Arbeitslosigkeit: Ich habe mich immer mit dem Gedanken beruhigt, dass ich mich notfalls (wenn mir das Ganze nicht mehr passt) jederzeit und sofort wieder abmelden kann. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Dies kann man (muss man nicht) immer mit persönlichen Motiven begründen (lange Reise, andere Verpflichtungen in der Familie, Selbstfindung, Selbständigkeit, etc.). Anschließend kann man sich ja wieder anmelden…

      * Noch ein letzter Punkt: Wenn die „innere“ Entscheidung längst gefallen ist, dann gibt es sowieso kein Zurück mehr. Dann gilt es nur noch, die Randbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten. Und auch wenn das nicht immer zu 100% gelingt – immer entspannt bleiben 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Evelyn, hallo Privatier,

        ja, grundsätzlich ist es möglich, eine Nettoabfindung zu vereinbaren – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/bruttoabfindung-nettoabfindung

        Dabei ist jedoch – wie Privatier schreibt und aus den beiden Urteilen erkennbar ist – nicht nur genau auf die Formulierung zu achten, dass die anfallenden Steuern zu Lasten des Arbeitgebers gehen – denn was sind die anfallenden Steuern?

        Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel, so wie ich Evelyn verstanden habe:

        Angenommen das Monatsbrutto der Arbeitnehmerin (StKl IV) betrug 3.000 Euro, dann beträgt das durchschnittliche Nettogehalt ca. 1.880 Euro. 75 % davon wären ca. 1.410 Euro.

        Das Alg I würde bei diesem Brutto bei ca. 1.129 Euro liegen.

        Rechnet man jetzt die Aufstockung vom Arbeitgeber auf die 75 % netto hoch, so wären das für den Arbeitgeber zur Aufstockung 24 Monate Alg I und dann für weitere 5 Jahre nach Auslaufen des Alg I:

        – 24 Monate Alg I: 281 Euro x 24 Monate = 6.744 Euro
        – weitere 5 Jahre: 1.410 Euro x 60 Monate = 84.600 Euro

        Insgesamt würde der Arbeitgeber netto 91.344 Euro zahlen sollen.

        Analog der Regelung beim Transferkurzarbeitergeld könnte diese gesamte Abfindungszahlung nach der Fünftelregelung ermäßigt besteuert werden – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-transferkurzarbeitergeld-ermasigt-besteuert

        Sollte die Arbeitnehmering außer Arbeitslosengeld und Aufstockung im Jahr der Abfindungszahlung keine weiteren eigenen steuerpflichtigen Einkünfte erhalten haben, könnte der Arbeitgeber kalkulieren:

        91.344 Euro Abfindung ergibt unter Berücksichtigung der Fünftelregelung nach der Splittingtabelle 700 Euro Einkommensteuer + 63 Euro Solidaritätszuschlag.

        Wofür der Arbeitgeber vermutlich kaum zu gewinnen sein wird: dass er die Steuerlast mitträgt, die durch den Ehepartner entsteht.

        Angenommen die Arbeitnehmerin ist verheiratet und ihr Ehepartner hat im Jahr der Abfindungsauszahlung ein Bruttogehalt, das so hoch ist wie es die Arbeitnehmerin bei Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses hätte – nämlich 36.000 Euro (da würde ja StKl IV sinnvoll sein).

        Dann haben beide zusammen nach der Splittingtabelle nunmehr auf Gehalt und Abfindung insgesamt 29.644 Euro Einkommensteuer + 1.630 Euro Solidaritätszuschlag zu zahlen.

        Diese Mehrsteuern (statt 763 Euro 31.274 Euro) müssten also doch die Arbeitnehmerin und ihr Ehepartner tragen. Denn: „Am Ende bleibt jedoch immer der Arbeitnehmer der Steuerschuldner. Da führt kein Weg daran vorbei…“

      • Erst einmal ganz herzlichen Dank an Thomas Schulze, das Sie sich die Zeit genommen haben, eine so ausführliche und detaillierte Antwort zu schreiben! Thomas Schulze ist ja Betreiber einer eigenen Internet-Seite (http://www.abfindunginfo.de) speziell zum Thema Abfindung und bietet auch persönliche Beratung an. Und hin und wieder schreibt er dann auch hier einmal Kommentare, die ich immer als wertvolle Ergänzung ansehe. Vielen Dank!

        Aber nun noch einmal zu den Zahlen: Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Evelyn hier einmal konkrete Zahlen und Familienverhältnisse nennen würde, denn wie die Beispiele von Thomas Schulze schon zeigen, ist die steuerliche Beurteilung schon sehr davon abhängig, wie hoch z.B. die Summe der Abfindung ist und ob das Einkommen eines Ehegatten mit berücksichtigt werden muss.

        Aber genau das ist eben auch der Grund, warum ich Zweifel an einer solchen Nettovereinbarung habe: Die meisten (inkl. Personalabteilungen großer Konzerne) haben ja schon ausreichend Schwierigkeiten, aus einer vereinbarten Bruttoabfindung eine gleichzeitig gesetzeskonforme und auch für den Arbeitnehmer nicht nachteilige Nettoauszahlung zu berechnen. Aber dies quasi „rückwärts“ zu rechnen, ist wohlmöglich noch eine Stufe schwieriger!
        Es sei denn, man trifft gewisse vereinfachende Annahmen, wie z.B. Berechnung der Steuer ohne Berücksichtigung evtl. weiterer Einkünfte (Ehepartner, andere Einkunftsarten, weitere Arbeitgeber, Lohnersatzleistungen, etc.) und der Annahme einer vergünstigten Besteuerung gemäß Fünftelregel. Dann wird man das wohl auch rückwärts rechnen können. Also aus der vereinbarten Netto-Abfindung die erforderliche Bruttoabfindung ausrechnen können. Und dann wird dabei zunächst auch die Nettoabfindung herauskommen und ausgezahlt werden.

        Aber damit ist die Geschichte ja nicht zu Ende! Denn am Ende sagt einem das Finanzamt, was an Steuern zu entrichten ist. Und da können sich die Verhältnisse, wie an den Beispielen von Thomas Schulze sehr eindrucksvoll demonstriert, ganz anders darstellen. Und: Steuerschuldner ist der Arbeitnehmer!

        Aber um auch das noch einmal klar zu stellen: Ich will hier nicht gegen eine Nettovereinbarung wettern. Das ist schon okay! Da weiß man wenigstens, was man bekommt. Das wissen die anderen meistens nicht. Und vor allen Dingen entkräftet die Nettovereinbarung meinen ursprünglichen Hinweis, das die als Abfindung berechnete Summe als Brutto-Summe gezahlt würde. Insofern ist eine Nettozahlung natürlich deutlich(!) besser. Man darf halt nur nicht denken, dass man damit aus allen Steuerthemen heraus wäre. Denn am Ende auch hier noch einmal das Zitat: „Steuerschuldner ist der Arbeitnehmer.“ Punkt.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier, hallo Herr Schulze,
          als erstes herzlichen Dank für die so detaillierten und wertvollen Ausführungen!

          Der Wortlaut der Sonderregelung für ältere Mitarbeiter aus dem Sozialplan ist folgender:

          „Die Leistungen erhält der Mitarbeiter netto. Die anfallenden Steuern gehen zu Lasten des AG (Arbeitgeber). Bei der Berechnung der von dem AG zu übernehmenden Steuern bleiben Einkünfte der Ehepartner oder sonstige Einkünfte, die nicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen, sowie Einkünfte aus einer nebenberuflichen Tätigkeit außer Ansatz sowie Freibeträge unberücksichtigt:
          Berücksichtigt wird jedoch der Progressionsvorbehalt eines evtl. Arbeitslosengeldbezuges im Jahr der Auszahlung der Abfindung. Die vom AG zu übernehmende Steuer berechnet sich nach der Einkommensteuertabelle. Bei Vorliegen der Steuerklassen I, II, IV und V richtet sich die zu übernehmende Einkommensteuer nach der sog. „Grundtabelle“, ansonsten gilt die „Splittingtabelle“. Maßgebend für die Höhe der Einkommensteuer ist das Jahr der Zahlung der steuerpflichtigen Abfindung.
          Die Mitarbeiter scheiden jeweils zum 31.12. eines jeden Jahres aus. Der Anspruch auf die Leistung entsteht zum Zeitpunkt der rechtlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Leistungen werden in einer Summe fällig. Im Einzelfall ist eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch unterjährig ab dem 30.06. des Kalenderjahres möglich. Die Abfindung wird in jeden Fall im Januar des Folgejahres gezahlt.“
          ————————————————————————–
          Meine persönliche Situation: gesetzliches Nettogehalt: 2.608,00, Steuerklasse 3 und mein Mann ist Geringverdiener (bei meiner Krankenkasse familienversichert)
          ————————————————————————–
          Beste Grüße, Evelyn

          • Hallo Evelyn,

            dann trifft ja im Grunde genau das zu, was ich mit dem Beispiel verdeutlichen wollte.

            Sicher, wenn Dein Mann Geringverdiener ist, wird sich daraus keine große Mehrsteuerbelastung ergeben. Allerdings wären in Deinem Fall dann noch die Sozialversicherungsbeiträge als Teile der Abfindung zu berücksichtigen, die ja ebenfalls in die Abfindung mit einfließen sollen, wenn ich das richtig verstanden habe. (In meinem Beispiel war ich davon ausgegangen, dass du familienversichert bist.)

            Hierzu wäre jedoch auch zu klären: was wird nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes? Wenn Du keinen Leistungsanspruch mehr hast, dürfte auch die Familienversicherung für Deinen Mann nicht mehr greifen, oder sehe ich das falsch?

            Reicht das Geld von der Abfindung dann, oder wäre Alg II zu beantragen? In dem Fall würde dann zwar die Krankenversicherung sichergestellt sein, jedoch die Abfindung beim „Schonvermögen“ berücksichtigt:

            Eine Abfindungszahlung, die vor Bezug von Arbeitslosengeld II zufließt, ist „Vermögen“ des Arbeitslosen. Dafür gelten bei Beantragung von Arbeitslosengeld II die Vermögensfreibeträge gem. § 12 SGB II.

            Beste Grüße

            Thomas Schulze

      • Hallo Privatier,
        Zu dem vorletzten Satz:
        DAS ist sicherlich eine wunderbare Möglichkeit, das sehe ich auch so, aber für mich – mit meinem Naturell und meinen Ängsten wäre es leider besser, die 24 Monate hinter mich zu bringen und dieses ALG1 zu bekommen, sonst hätte ich immer das Gefühl, daß das Geld am Ende nicht reicht für die ganzen 7 Jahre! – um danach endgültig RUHE zu finden. Nichtdestotrotz, werde ich das im Hinterkopf behalten, und DANKE auch für diesen Hinweis, vielleicht ändert sich meine Einstellung im Laufe der Zeit noch….

        Und..GENAU darum geht es bei mir, die Randbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten! Das Wort Entspannung, das ist gerade jetzt etwas schwierig für mich – auch wenn ich immer mehr realisiere, was für ein Geschenk diese Regelung für mich werden kann – wenn alles gut geht!
        Gruß, Evelyn
        Gruß, Evelyn

        • Liebe Evelyn,
          ich möchte Dich unterstützen den Weg zu gehen. Ich habe es auch gemacht und kann sagen so schwierig ist er nicht wenn man alles weiss und die richtige Reihenfolge beachtet. Ich habe mir damals mit Kollegen sehr viel erarbeitet und es dann umgesetzt. Ich hatte diesen Blog nicht mit diesem geballten Wissen. Deshalb habe ich mich mit dem Dispojahr hier eingebracht. Aufhören – Dispojahr – ALG-1. Das ist keine Hexerei sondern eine Kette von Aktionen, die man strickt einhalten muß. Meiner Meinung liegt in der pünktlichen Arbeitslosmeldung (ALG-I-Antrag) das höchste Risiko. Das muß exakt stimmen. Aber das kann man ja im 4 Wochen vor Ende des Dispo ja auch machen. Wobei ich nicht weiß, ob es auch telefonisch geht (vom Krankenbett aus).

          Was ich Dir jedoch ans Herz legen möchte und was Dir in Deiner Unsicherheit vielleicht etwas helfen kann ist ein Finanzplan. Der wurde hier schon diskutiert. Such mal danach, aber vielleicht kann unser Blogmaster den hier verlinken. (Ja, kann ich: „Vorschlag für einen Finanzplan“. Der Privatier)

          Ja – ein Aufhebungsvertrag mit der entsprechenden Abfindung ist ein Geschenk. Ich habe Kollegen gehabt da „entsprach“ das Angebot nicht dem Notwendigen. Die „mußten“ dann ablehnen. Ich war dankbar dafür , dass es meinen „Notwendigkeiten“ entsprach, die ich vorher errechnet hatte.
          Ich drücke Dir die Daumen.

          • Guten Morgen Mr. Excel, guten Morgen Herr Schulze,
            heiss/kalt, ja, das paßt, denn nach Ihrem Kommentar, Herr Schulze, war das Einschlafen schwer, nach dem Aufwachen wurde es besser, als ich Ihren Kommentar gelesen habe, Mr. Excel. DANKE Ihnen beiden für die Ausführungen. BEIDE Kommentare sind mir wichtig.

            Zu Ihrem Kommentar, Herr Schulze, werde ich heute nach Feierabend Stellung nehmen.

            Das Thema Finanzplan, Mr. Excel, hatte ich zur Kenntnis genommen, fand es zunächst einmal kompliziert, habe mir jetzt den Samstag geblockt um mich damit zu beschäftigen.

            Insofern: „I’ll be back“:-)

            Lieber Privatier, wäre es sinnvoller, daß ich meine Kommentare direkt unter die betreffenden Kapitel schreibe, damit alle, die dort vielleicht suchen, etwas davon haben?

            Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Tag. Bis später, Evelyn

          • Hier noch kurz eine Ergänzung, weil es WICHTIG ist!!

            Es geht zwar auch darum, die Arbeitslosmeldung vor dem Ende des Dispojahres nicht wegen einer evtl. Krankheit zu verpassen. Und die kann man ja vielleicht auch vom Krankenbett aus machen (kann man sicher machen, aber irgendwann ist trotzdem persönliches Erscheinen angesagt).

            Aber das habe ich nicht gemeint. Viel wichtiger ist, dass man im Anschluss an das Dispojahr (also wenn man dann als arbeitslos gelten möchte) auch arbeitsfähig ist! Wer sich hier über den kritischen Termin hin ins Krankenhaus legt, in eine Reha begibt und aus sonstigen Gründen ausfällt, kann dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und erfüllt damit die Grundvoraussetzungen der Arbeitslosigkeit nicht!!!
            Ein entsprechender Antrag würde also umgehend abgelehnt. Probiert man es dann zwei Wochen später nach erfolgter Genesung erneut, passt die Rahmenfrist nicht mehr. Ergebnis: ALG-Anspruch gleich Null.

            Gruß, Der Privatier

          • Wobei ja nur wirklich der erste Tag der Arbeitslosigkeit relevant ist, ab dem zweten kann man sich ja unter ALG1 Bezug krank melden.

            Hatte mich schon gewundert warum die mich am ersten Tag nach dem Dispo Jahr um 8:00 sehen wollten, die Bergtour am Wochenende vorher hatte ich dann mal sicherheitshalber verschoben.

          • Ich habe folgendes auf dem Web der Arbeitsargentur gefunden :
            Grundsätzliches

            Bei Arbeitsunfähigkeit wird Ihnen – in Anlehnung an das für beschäftigte Arbeitnehmer geltende Entgeltfortzahlungsgesetz – Arbeitslosengeld bis zur Dauer von sechs Wochen weitergezahlt.

            Voraussetzung hierfür ist, dass die Arbeitsunfähigkeit während des rechtmäßigen Leistungsbezuges eingetreten ist. Eine Leistungsfortzahlung kommt auch in Betracht bei Arbeitsunfähigkeit wegen einer durch Krankheit erforderlichen Sterilisation, nicht rechtswidrigem Schwangerschaftsabbruch oder bei stationärer Behandlung.

            Eine Leistungsfortzahlung erfolgt demnach nicht, wenn

            die Arbeitsunfähigkeit vor Leistungsbeginn oder
            während einer Zeit eingetreten ist, für die der Anspruch auf Leistung
            ruht (zum Beispiel während einer Sperrzeit).

            Arbeitsunfähigkeit über sechs Wochen

            Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen, erhalten Sie bei Pflichtversicherung nach Ablauf dieser Zeit in der Regel Krankengeld von Ihrer zuständigen Krankenkasse in Höhe des Betrages, der Ihnen zuletzt als Leistung von der Agentur für Arbeit gewährt wurde. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihre Krankenkasse.
            Nach dem Bezug von Krankengeld müssen Sie sich für die Weiterzahlung von Arbeitslosengeld erneut persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden.

            Ich verstehe das so, dass damit dann die ALG-I-Zeit weiterläuft. Details beantwortet sicher das Arbeitsamt. Wichtig und hier schon erwähnt der 1. Satz der Ausnahme „krank vor Leistungsbeginn“ !!!

          • @zottelbaer, @Mr.Excel:

            Völlig richtig, eine Arbeitsunfähigkeit während des ALG1-Bezug ist nicht so das große Problem. Hatte ich weiter oben (http://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/#comment-5994) in einer Antwort an Evelyn schon erläutert.

            Aber für die Arbeitslosmeldung selber ist und bleibt es ein Problem. Wer nur einen Schnupfen hat, kann sich ja auch notfalls mit leichtem Fieber in die Agentur schleppen, wer aber an Schläuchen verkabelt in einer Klinik liegt, oder 100te Kilometer entfernt in einer Reha-Klinik sitzt, hat da schon ein Problem!

            Es reicht tatsächlich für den einen Tag der (persönlichen) Arbeitslosmeldung einigermaßen arbeitsfähig zu sein. Später kann man wieder krank sein.

            Gruß, Der Privatier

    • Hallo Evelyn, Hr. Schulze und Mr. Excel,

      ich möchte Evelyn auch gerne in Ihrem Vorhaben unterstützen, denn nach den letzten Ergänzungen von Evelyn haben sich meine ursprünglichen Bedenken weitgehend erledigt. Ich verstehe auch nicht so ganz die Bemerkung von Thomas, wo er auf die Sozialversicherungsbeiträge hinweist. Klar – die wird Evelyn zukünftig selber bezahlen müssen. Aber die sind ja ebenfalls in der Abfindung enthalten. Und das erstens in voller Höhe (AG- und AN-Anteil) und das auch noch Netto. Da besteht also überhaupt kein Grund zur Sorge.
      Im Gegenteil: Wenn z.B. die KV/PV-Beiträge nach dem aktuellen Gehalt bemessen werden, dürften das ca. 700€/Monat sein (die Evelyn für jedem Monat dazu bekommt). Tatsächlich wird sie aber nur ca. 180€ (Mindestsatz) bezahlen müssen, wenn sie keine weiteren Einkünfte hat. Und da ist der Mann auch mit versichert! Dies ist hier übrigens keine Theorie, sondern aktuell von mir gelebte Praxis.

      Evelyn, hat eigentlich schon einmal jemand aus deiner Firma die konkrete Summe deiner Abfindung ausgerechnet? Würde ich UNBEDINGT einmal anfordern. Und zwar Netto und Brutto! Ich habe einmal grob überschlagen (viel geschätzt und vereinfacht) und bin auf ca. 200T€ Netto gekommen. Da muss die Firma sicher ungefähr 340T€ Brutto zahlen, damit Du diesen Betrag auch bekommst.

      Und das wäre dann sowohl von der Summe, als auch von den Berechnungsgrundlagen so ziemlich das Beste, was ich hier für einen normalen Angestellten je gehört habe. Aber dabei sehe ich sogar noch (ganz vage) eine kleine Zusatzhoffnung:
      In der Formulierung der Steuerberechnung durch deine Firma ist nichts von der Anwendung der Fünftelregel zu lesen. Im Gegenteil: Die Steuer soll gemäß Tabelle bestimmt werden. Und da ist 5tel-Regel ganz sicher nicht drin!
      Darum habe ich oben bei der Schätzung deiner Brutto-Abfindung die 5tel-Regel auch nicht berücksichtigt. Aber auch wenn dein AG die Regel nicht anwendet – Du selber wirst sie bei der EkSt-Erklg. nutzen können und wohl noch zusätzlich Steuern zurückbekommen. Wie gesagt: Eine vage Hoffnung…

      Bei all diesen positiven Einschätzungen bleibt aber am Ende natürlich dennoch die Frage: Wird es reichen? Da kann man im ersten Ansatz erst einmal sagen: KV/PV/RV ist für die komplette Zeit geklärt. Reichen die 75% von Netto?
      Diese Frage wird nur Evelyn für sich beantworten müssen.
      Und besser wäre sicher ein etwas detaillierter Finanzplan, der nicht unbedingt kompliziert ist, aber (wenn man ihn zum ersten Mal macht) sicher etwas Mühe machen wird.

      Zum Abschluss noch ein Hinweis an Evelyn: Es wäre sicher besser, wenn es weitere Fragen zur Krankenversicherung oder zum Finanzplan etc. gibt, diese auch dort bei den entsprechenden Beiträgen zu platzieren.

      Ansonsten würde ich mich bei allen Sorgen und Grübeleien dennoch über „das Geschenk“ freuen!! Und gerade für jemand, der sich mit seinen Kräften ohnehin am Ende fühlt, ist es ein Geschenk! Für das man allerdings auch „ein wenig“ selber dazu tun muss. z.B. einen Finanzplan machen. 😉

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

      • Oh, ich habe ja noch etwas vergessen!
        Einen Punkt, den wir bisher noch nicht beachtet haben: Die Kündigungsfrist!

        Evelyn, prüfen Sie doch bitte einmal Ihre Kündigungsfrist. Diese dürfte unter „normalen Umständen“ bei 7 Monaten liegen. Aber es gibt eben immer wieder auch spezielle Regelungen, die die Frist u.U. verlängern.
        Es wäre empfehlenswert, diese Kündigungsfrist auch bei Abschluss eines Aufhebungsvertrages einzuhalten. Unterzeichnung also spätestens im Mai 2016. Es ist zwar jetzt erst Februar, aber ich selber habe komplette zwei Monate warten müssen, bis alle meinen Vertrag geprüft, genehmigt und unterschrieben hatten. Und damit habe ich dann genau um diese zwei Monate die Frist nicht eingehalten.
        War zwar kein Drama – aber es gibt dann eine Ruhezeit. Die man zwar wiederum mit dem Dispojahr umgehen kann. Aber für die Krankenkasse spielt das keine Rolle.

        Also, immer besser: Kündigungsfristen einhalten!

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier, bin mit meinen Antworten etwas in Rückstand. Die Arbeit… Also, die Sonderregelung für ältere Arbeitnehmer, die mein AG bietet, lautet diesbezüglich wie folgt:
          „die Mitarbeiter scheiden jeweils zum 31.12. eines Jahres aus.“
          Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie hier den Termin für die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages. Gut, ich werde mich auch mit dem Kapitel Ruhezeit beschäftigen. Danke für den Hinweis. Gruß, Evelyn

        • Ja, korrekt: Zwischen der letzten Unterschrift unter dem AHV und dem Ende des Arbeitsverhältnisses sollte möglichst nicht weniger Zeit liegen, als dies die „normale“ Kündigungsfrist vorsieht.
          Und dazu wäre als erstes einmal dieses „normal“ zu klären!

          Gruß, Der Privatier

          • ok, danke, jetzt habe ich es verstanden.
            Habe gerade das Gefühl, ich bin auf „Lehrgang“. Völlig unbekannte Themen, danke für die Hilfe! Gruß, Evelyn

      • Hallo Privatier, diese Antwort von Ihnen hatte ich schnell in der Bahn zur Arbeit gelesen und sie hat mir Mut/Hoffnung gemacht.
        Ich werde jetzt versuchen, meine Antworten direkt in die diversen Themenbereiche zu schreiben, mal sehen ob das gelingt – damit alle etwas davon haben. Gehe gleich zum Kapitel Krankenversicherung. Gruß, Evelyn

      • Hallo PRIVATIER -und im folgenden Hallo Evelyn-,,

        m.E. werden sich hier die vom Privatier genannten Beträge nicht realisieren.
        Der AG geht vom frühestmögl. Rentenbeginn 63 Jahre aus.
        Evelyn wird in diesem Jahr 57 und im Dispojahr 2017 dann 58, sodass sie dann Anspruch auf 24 Monate ALG hat.
        Es geht hier also max. um ca. gut 5 Jahre und nicht 7 Jahre.

        Ich habe eine Abfindung von wesentlich mehr als die von Dir genannten 75% mit „Bedingung“ Dispojahr und Anrechnung ALG1 für 2 Jahre bis 63 Jahre bekommen und diesen Vertrag mit gerade 58 Jahren unterschrieben mit Überbrückungszeitraum 4 Jahre und 4 Monate. Der AG ersetzt mir auch noch die Hälfte der Einbuße des vorzeitigen Rentenbeginns ab 63 über die Betriebsrente, die immerhin brutto bei 25% meiner letzten Nettobezüge liegt.
        Das ergibt dann mit 63 nach Abzug KK und Steuern knapp 60% Prozent des ehemaligen Nattogehaltes. Die fehlenden Einzahlungen zur Rentenversicherung von gut 2 Jahren -und die AfA zahlt ja mit 58 J. immermin noch Beiträge für 24 Monate- machen sich nicht so groß bemerkbar (ca. 20-30 EUR Renteneinbuße pro Jahr).
        Aber ohne Betriebsrente hätte ich es wohl nicht gemacht, denn der Betrag wäre echt traurig gewesen.

        Liebe Evelyn,

        Du sollst 75% bekommem, nicht so doll, wie der Privatier schon
        festgestellt hatte. Vielleicht bekommst Du ja auch noch eine Betriebsrente und dann sieht es schon anders aus.
        Aber abseits der finanziellen Frage:
        Die gewonnene Zeit -als Privatierin- ohne den Arbeitsstress kann Dir keiner nehmen. Und vielleicht geht es Dir ja -auch gesundheilich- besser, wenn der tägl. Stress wegfällt.
        Du solltest Dich dann ab 1.Oktober -aber besser erst im Dezember 2017, damit Du noch nicht in die Vermittlungsmühle der AfA kommst- an einem krankheitsfreien Tag Mitte Dezember 2017 PERSÖNLICH- zum 1.1.18 arbeitslos melden. Solange Du dann zu diesem Datum nicht offiziell krank bist -Du brauchst nicht noch einmal persönlich erscheinen-, gibt es keine Probleme und im vorhergehenden Dispojahr gibt es ohnehin keinen Anlass für off. Krankschreibungen.
        Das Gespräch zur Arbeitsvermittlung wirst Du bei Deiner pers. ALO Meldung zum 1.1.18 erfahrungsgemäß zu Mitte Januar bekommen und eine off. Krankmeldung ab 2.1.18 (so ganz muss man das ja aber nicht ausreizen) oder etwas später wäre dann kein Problem.
        Also Evelyn, am 1.1.18 nicht offiziell krank sein, sonst ist der ALG1 Anspruch unwiderruflich futsch -das dürften ca. 40.000 EUR sein.
        Aber wenn Du es richtig machst, gibt es volle 24 Monate ALG 1, weil Du zwischenzeitlich 58 Jahre alt bist und die sperrzeitrelevanten Tatsachen -Aufhebungsvertrag mit Abfindung= Sperrzeit 3 Monate- nach 1 Jahr nicht mehr gelten.

        Nun zur Krankenversicherung, Du wirst Dich in der GKV weiterhin freiwillig versichern, da ja leider?! KEINE KV nicht mehr zulässig ist.
        Zur Kündigungsfrist/Zeitpunkt des Aufhebungsvertrages und sog. Ruhezeiten bei der Krankenversicherung.
        Bei deiner Betriebszugehörigkeit von 35 Jahren und ab 55 Jahren bist Du i.d.R. -ordentlich- „unkündbar“, also nur noch aus wichtigem Grund kündbar. Das kann zu einer -betriebsbedingten- Kündigungsfrist von bis zu 18 Monaten führen, die ja normalerweise erstmal für Dich von Vorteil wäre, allerdings nicht unbedingt bei der sog. Ruhezeit bei Alo.
        Hier stehen also mehr als die vom Privatier genannten 7 Monate (ohnehin oft erst zum Quartalsende oder Jahresende)im Raum.
        Deine Abfindung wird zur Ermittlung der Ruhezeit max. 12 Monate bei ALG 1 und freiwilliger gesetzl. KV- angerechnet. In Deiner Konstellation kommt es regelmäßig eher nicht auf die Kündigungsfrist an, sondern auf Alter und Betriebszugehörigkeit.
        Bei Dir werden 25% der Bruttoabfindung zur KV herangezogen. Also z.B. 120TSD Abfindung, 30TSD sind anzurechnen, Bruttomonatsgehalt 4000 EUR. Dann dürfte die Krankenkasse
        für 7,5 Monate (4009×7,5= 30TSD)verlangen, soweit die Berechnung nach Kündigungsfristen nicht günstiger ist. Hier gilt das Prinzip, welche Berechnung für Dich am günstigsten ist.
        Bei mir wurden z.B. bei 58 Jahren und fast 30 Jahren Betriebszugehörigkeit 6,5 Monate berücksichtigt, obwohl ich den Aufhebungsvertrag bereits über 7 Monate vor dem Ausscheiden unterzeichnet hatte.
        Dies gilt aber nur bei Dispojahr als freiwillig GKV-Versicherter und nicht beim Vorgehen nach dem Privatierprinzip -kurzzeitige Alo-Meldung-.wonach sich entspr. Maximalzahlungen evtl. ganz vermeiden lassen bzw. nur für max. 1 (bzw. wenige Monate) realisieren.
        Bei der Privatier-Alternative müsstest Du aber auch die Sperrzeiten beim ALG (3 Monate) und bei DIR sogar 6 Monate weniger ALG!!! wegen des Alterssprungs im Dispojahr in Kauf nehmen, bei überschlägiger Berechnung mindestens 10TSD EUR Einbuße, aber wie gesagt bei Terminversäumnis ALG/ALO Meldung
        wären auch 40TSD EUR weg.
        Der Fall des Bundessozialsgerichtes aus 2007, wonach sich ein Familienmitversicherter seine Abfindung ggf. nicht anrechen lassen muss, ist hier nicht relevant, da Du selbst die Hauptversicherte bist und Dein Ehemann bei Dir familien-mitversichert.

        So liebe Evelyn, mach was daraus, stell einen Finanzplan auf, und dann gutes Gelingen. Und solche Abfindungern sind verhandelbar, vielleicht sind ja noch 5% mehr drin, wenn man Dich wirklich „loswerden“ will, und wenn man wg. des Sozialplanes evtl. nicht von der festen Quote abrücken will, kann man über Nebenabreden – z.B. Zusatzzahlung wegen Renteneinbuße ab 63?- etwas erreichen.
        Sind die -höheren- Zahlungen zur KV am Anfang des Dispojahres berücksichtigt?
        Mache auf jeden Fall klar, dass Du keinen neuen AG ab Anfang 2017 haben wirst, damit nicht etwa nach Steuerklasse 6 versteuert wird (obwohl Dein AG sicherlich hohe Steuern vermeiden
        möchte, wenn er laut Sozialplan dafür eintreten muss).

        Achtung: Nichts gegen die Beratung durch Rechtsanwälte und Steuerberater, wenn man tatsächlich davon ausgehen will,dass deren Kenntnisstand sich tatsächlich über dem -erfreulichen- Niveau dieses Forums bewegt. M.E muss sich auch ein Fachmann regelmäßig erst in diese Spezialmaterie einarbeiten.

        Von Steuerberaterhonoraren habe ich keine Ahnung. Rechtswanwälte können Ihr Honorar aufgrund Vergütungsgesetz nach dem Gegenstandswert bemessen und da wird dann schnell der Wert der zu erzielenden Abfindung als Maßstab herangezogen. Also besser vorab ein festes Beratungshonorar ausmachen (Was ist mir die Sache bzw. meine Fragen wert?) Bzw. den Gegenstandswert auf den „fraglichen“ Teil beschränken.
        Und alle Fragen zur -auch vorgezogenen- Rente beantworten
        die Versichertenberater/Versichertenältesten der Rentenversicherung erfahrungsgemäß kompetent und kostenlos.

        Merke:
        Dieses Forum hilft nach bestem Wissen und Gewissen ohne Gewähr,
        hoffentlich nicht vergeblich aber UMSONST.

        MfG

        • Nachtrag:
          Die KV kann nach meinem Beispiel ca. 7,5 Monate den Höchstbetrag von z.Zt.ca. 730 EUR monatlich verlangen , dann aber nur noch den Mindestsatz von z.Zt. ca. 170 EUR (für die Zeit vor und nach ALG 1 Bezug bis 63 Jahre).Und keinesfalls ALG II beantragen oder in die Kalkulation Finanzplan einbeziehen.
          Beantragung ALG II wäre tödlich.

          MfG

        • Hallo Ulli2000, vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar! Ich finde es toll, wenn Leser sich hier auch gegenseitig unterstützen. Dadurch werden immer noch ein paar andere Sichtweisen und Gedanken mit einbezogen.

          Und so kann ich vieles von dem, was Du geschrieben hast auch bestätigen, insbesondere auch den letzten Satz:
          „Dieses Forum hilft nach bestem Wissen und Gewissen ohne Gewähr,
          hoffentlich nicht vergeblich aber UMSONST.“

          Aber es wäre ja mehr als schade, wenn die ganze Mühe hier am Ende wohlmöglich „umsonst“ wäre!
          Umsonst ist es hoffentlich nicht, dafür aber kostenlos…

          So, nun mal Spaß beiseite! Es gibt noch ein paar andere Punkte, die ich anders sehe oder etwas korrigieren möchte:

          1. „m.E. werden sich hier die vom Privatier genannten Beträge nicht realisieren.“
          Das mag so sein – war auch nur eine ziemlich grobe Schätzung von mir. Bedenke aber bitte, dass Evelyn zusätzlich zu den 75% Netto auch noch den AG- und AN-Anteil von KV/PV/RV ausgezahlt bekommen soll! Und zwar Netto! Das wird eine ganz schöne Summe!
          Dabei habe ich übrigens der Einfachheit halber bereits die zwei Jahre ALG1 und den Progressionsvorbehalt in meiner Schätzung vollständig weggelassen.

          2. Kündigungsfrist und Ruhezeit: Sorry – aber hier habe ich eine doch recht abweichende Meinung!
          a) „Bei deiner Betriebszugehörigkeit von 35 Jahren und ab 55 Jahren bist Du i.d.R. -ordentlich- „unkündbar“…“
          Sorry, aber das gehört in den Bereich der Mythen und Fabeln. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, wenn Du hier bitte einmal das entsprechende Gesetz nennen würdest. Aber es ist schon richtig: Es gibt bestimmte (persönliche oder funktionelle) Eigenschaften, die einen erhöhten Kündigungsschutz mit sich bringen (z.B.: Schwangere, Behinderte, Betriebsratsmitglieder, Beauftragte für Umwelt, Gleichstellung und „Gedöns“ 😉 ). Es gibt auch in einzelnen Branchen Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Regelungen im Arbeitsvertrag, die einen besonderen Schutz gewährleisten.
          Aber die Aussage „i.d.R. -ordentlich- „unkündbar“ „ ist einfach so nicht richtig! Richtig und wichtig ist mein Hinweis, alle die o.g. Faktoren einmal zu überprüfen und sich über die eigene ordentliche Kündigungsfrist klar zu werden.

          b) Selbst wenn eine längere Kündigungsfrist vorliegen sollte (durchaus möglich), so zählt sie aber keineswegs vom Ende der Beschäftigung! Eine Ruhezeit wird maximal bis zu dem Zeitpunkt verordnet, wie das Arbeitsverhältnis bei einer ordentlichen Kündigung angedauert hätte. Wenn wir dabei einmal von max. 12 Monaten ausgehen, ist dies bei jemand, der HEUTE (Ende Feb. 2016) gekündigt wird, eben Ende Feb. 2017 und die Ruhezeit würde bei einem Arbeitsende zum 31.12.2016 max. für Jan./Feb. 2017 verordnet. Aber keine 7,5 Monate.
          Wenn das bei Dir, Ulli2000 anderes berechnet worden ist, würde ich das nochmal prüfen. Ist u.U. falsch!

          3. Steuerklasse: Auch hier habe ich eine gegenteilige Auffassung!
          Warum sollte Evelyn dies machen: „Mache auf jeden Fall klar, dass Du keinen neuen AG ab Anfang 2017 haben wirst, damit nicht etwa nach Steuerklasse 6 versteuert wird“ Es wäre sogar toll, wenn der AG nach StKl. 6 versteuern würde, denn da Evelyn ja eine Netto-Auszahlung zugesagt wird, müsste der AG eine wesentlich höhere Bruttosumme auszahlen. Und nur auf die kommt es später bei einer EkSt.-Erklärung schließlich an. Aber damit ist wohl nicht zu rechnen, denn die StKl. ist ja bereits gemäß Vereinbarung geregelt.
          Dieselbe Überlegung gilt aber auch für die Fünftelregel. Normalerweise möchte jeder, dass der AG diese bereits anwendet, bei Evelyn wäre es besser, wenn der AG sie nicht anwendet (da dann mehr Brutto). Hier sehe ich sogar eine kleine Chance, da die Vereinbarung explizit auf die Steuertabelle hinweist. Ich frage mich allerdings, warum ein AG ein solch „bescheuertes“ Verfahren verwenden sollte?

          Das war es dann aber auch schon an Meinungsverschiedenheiten. Ist auch nicht böse gemeint, sondern ist einfach Bestandteil einer sachlichen Diskussion.

          Gruß, Der Privatier

        • „Bei deiner Betriebszugehörigkeit von 35 Jahren und ab 55 Jahren bist Du i.d.R. -ordentlich- „unkündbar“, also nur noch aus wichtigem Grund kündbar. Das kann zu einer -betriebsbedingten- Kündigungsfrist von bis zu 18 Monaten führen“

          Wie schon vom Privatier angemerkt, gibt es dafür zumindest keine gesetzliche Grundlage – tariflich oder lt. Arbeitsvertrag könnte das schon sein. Die gesetzlichen Kündigungsfristen bestimmen sich gem. § 622 BGB und betragen höchstens 7 Monate – siehe auch http://www.gesetze-ganz-einfach.de/kuendigungsfristen-bei-arbeitsverhaeltnissen/

          Etwas anderes ist, dass für eine Abfindung gem. KSchG § 10 von 18 Monaten als Berechnungsgrundlage auszugehen ist, falls der Arbeitnehmer das fünfundfünfzigste Lebensjahr vollendet und das Arbeitsverhältnis mindestens zwanzig Jahre bestand. In dem Fall ist ein Betrag bis zu achtzehn Monatsverdiensten festzusetzen. Siehe auch http://www.gesetze-ganz-einfach.de/kuendigungsschutzgesetz-§-10-abfindungshoehe/

          • Hallo Privatier, hallo Herr Schulze und hallo Ulli2000,
            ich muss mich mit Ihren Ausführungen noch in Ruhe beschäftigen – aber bedanken möchte ich mich jetzt gleich für alle diese Beiträge und für die Ausführlichkeit mit der Sie alle auf die Themen eingegangen sind, die mich zurzeit so sehr beschäftigen. Großes DANKESCHÖN!!!!!!für das Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden mit dem „grossen Unbekannten“!
            Ich melde mich.
            Gruß, Evelyn

          • Hallo Privatier, hallo Herr Schulze und hallo Ulli2000,
            ja, ich habe auch eine Betriebsrente, wie Sie, Ulli2000 und hier muss ich Ihnen komplett beipflichten, ohne diese könnte ich es mir nicht einmal leisten, über die Sonderregelung nachzudenken!
            Bezüglich der Betriebsrente sieht die Sonderregelung für ältere AN auch vor, daß der bei Beendigung akutelle AG und AN-Beitrag für alle Monate des Überbrückungszeitraums in die Abfindungssumme einfliessen.
            Und hier bin ich wieder froh, es trotz vielen inneren Kämpfen, Druck und Krankheit solange in dem Betrieb „ausgehalten“ zu haben, denn diesen alten Verträge sind gerade GOLD wert!

            Die Gefahr des Krankseins am relevanten Tag zum Ende des Dispojahres, die habe ich jetzt komplett verinnerlicht!!!!! Da werde ich maximal vorsichtig sein.

            Nein, ALGII – das wäre unser Ende, das ist mir klar. Ich bin zu vielen Sparmaßnahmen bereit, aber ALG II: niemals!

            Ihre Anmerkungen zur KV werde ich mir auf Wiedervorlage legen für den Moment wo ich die wirkliche Höhe meiner Abfindung kenne.

            Ja, den Finanzplan werde ich auf jeden Fall versuchen aufzustellen.
            Über die eventuelle Verhandelbarkeit von einigen Prozenten mehr muss ich mir noch Gedanken machen. Offenbar muss ich hier noch dazulernen……war nie meine Art, jetzt geht es aber um sehr viel!
            Ich habe schon den Mut gefunden, auf dieser – extrem guten! – Seite „einzusteigen“, also da ist noch „Luft“ bei persönlichen Veränderungen…
            Ja, Honorare für Steuerberater/Rechtsanwälte, ich habe mich in den letzten Wochen auch hier etwas schlau gemacht und habe mit Entsetzen Summen erfahren, die mich u.U. glatt 3 Monate Überleben kosten (also 3 gekürzte Gehälter). Und mein Rechtsschutz greift natürlich nicht, weil ja kein Rechtsstreit. Aber Ihr Hinweis mit dem „fraglichen Teil“, darauf wäre ich nicht gekommen, DANKE dafür, muss dann nur schauen ob der RA sich darauf „einläßt“, denn das ein guter Arbeitsrechtler auch gut verdienen will, ist klar.
            Und Sie haben natürlich vollkommen Recht mit diesem Forum, ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, was hier alles für Infos kommen, die man sonst über andere – sehr teure – Wege bekommen hätte.
            Großes Dankeschön an Sie alle.
            Gruß, Evelyn

          • @ Steuerberatung
            Simulationen kann man mit jeder Steuersoftware. Ich habs bei mir mit WISO gemacht. Einmal alle fixen Daten erfaßt wie Werbungskosten usw. und dann die besonderen Daten erfaßt und gespeichert. Dann die Basis genommen und andere Werte eingetragen und unter naderem Namen gespeichert. So kommt man zu verschiedenen „Fällen“ und sehr gut die Auswirkungen ablesen und bekommt ein Gefühl für das was dann rauskommen kann.
            Beim Stuerberater kann man dann die Details nochmal diskutieren. Standards muß man sich nicht kaufen.
            Und noch eins für die die verhandeln. Unser Sozialplan enthielt eine Klausel über die übernahme von Steuerberatungskosten bis zu 500,00 Euro allerdings nicht als pauaschale sondern nach Vorlage der Rechnung. Möglicherweise kann man das hinein diskutieren.

          • Hallo Thomas Schulze,

            ich wollte hier meine Antworten wg. der Verständlichkeit nicht so juristisch verkomplizieren. Aufgrund ihrer Angaben erfüllte Evelyn aufgrund Abfindung, Alter und Betriebszugehörigkeit jedenfalls die Tatbestandsvoraussetzungen des § 10 KSCHG mit 18 Monaten Kündigungsfrist, meine etwas laxe Ableitung von gleichfalls 18 Monaten aus der hier naheliegenden und nicht seltenen sog. Unkündbarkeit, die sich letztendlich unter Kündigungsschutzaspekten bei den angesprochenen Mittel-/Groß-/Weltunternehmen überwiegend aus Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen pp. -und im öD
            aus BAT- ergibt, möge mir hier verziehen werden.
            Letztendlich werden wir hier auf weitere Informationen
            von Evelyn angewiesen sein, allerdings hat meine Nachberechnung ergeben, dass hier aufgrund der Angaben zum frühestmögl. Rentenbeginn ab 63 am 01.10.23 doch 6 Jahre und 9 Monate (und nicht 1 Jahr weniger wie in meinen Stellungnahmen v. 25.02.16 angenommen) zu berücksichtigen sein wird.
            Dann kann allerdings nicht zutreffen, dass Evelyn „im Dispojahr 2017 58 Jahre alt“ wird, sie wäre dann erst 57, sodass der AG auch nicht wie angekündigt 24 Monate sondern nur 18 Monate ALG 1 anrechnen dürfte. Denn das Dispojahr würde ja zulässigerweise max. bis zum 01.01.2017 andauern.
            Warten wir also ihre weiteren Informationen ab.

            Gruß

          • Hallo Ulli2000,

            ich verstehe das schon und bemühe mich ja auch, möglichst kein „juristendeutsch“ zu verwenden. Aber ich weiß auch, dass viele solche Beiträge in Blogs und Webseiten mehr „scannen“ als lesen und dann bei solchen „Reizworten“ wie „unkündbar“ hängenbleiben, sich einprägen und im Brustton der Überzeugung weitergeben. Gerade deshalb haben wir es ja auf dem Feld hier oft mit Irrtümern und nicht ganz exakten Angaben zu tun, wodurch dann falsche Empfehlungen herauskommen. Siehe die „Nachberechnung“ zu Evelyns Alter, Kündigungsfrist und Alg-Bezugsdauer.

            Deshalb nichts für ungut. Gruß

            Thomas

  121. Hallo,

    das Dispositionsjahr hat ja auch den Vorteil eine evtl. Sperre zu umgehen.
    So wie ich das Jobcenter verstanden habe, werden Aufhebungsverträge die länger als ein Jahr zurückliegen nicht mehr geprüft.
    Welches Ereignis ist für diese Prüfung relevant? (1. die Arbeitssuchendmeldung 2. Arbeitslosmeldung 3. Kündigungsdatum im Aufhebungsvertrag???)

    Hintergrund ist das ich mich sowohl Arbeitssuchend als auch Arbeitslos gemeldet hatte. Nachdem mir der Kollege aus der Leistungsabteilung das mit dem Dispositionsjahr + Umgehung der Sperre erzählt hatte, habe ich die Arbeitslosmeldung wieder zurückgenommen. Aber ob das jetzt so clever war kann ich noch nicht einordnen. Das Thema ist doch recht schwierig zu durchschauen.

    • Zumindest die Frage nach dem Anfang des Jahresfrist ist dabei aber recht einfach zu beantworten:
      Das Ereignis für die Prüfung der Jahresfrist ist der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit. Läuft das Beschäftigungsverhältnis beispielsweise bis zum 31.März, so ist der 1.April der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit und somit müsste zur erfolgreichen Anwendung des Dispojahres der 1.April des Folgejahres der erste Tag der Arbeitslosigkeit sein.
      Alle anderen Termine wie z.B. Datum der Arbeitssuchendmeldung, Kündigungsfristen oder der Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages sind ohne Bedeutung.

      Gruß, Der Privatier

      • vielen dank für die info. Jetzt hatte ich uncleverer weise zwischendurch einmal die arbeitslosigkeit angemeldet und wieder abgemeldet jedoch noch keinen Leistngsantrag abgegeben. Der liegt somit nach dem Gespärchmit der Lestungsabteilung des Jobcenters über die Möglichkeit des Dispojahres noch bei mir auf dem Tisch. Mein Beschäftigungsverhälnis endete am 30.12.15. Um die Sperre doch noch zu umgehen wäre mein Plan jetzt die erneute arbeitslosigkeit zum 31.12.16 anzumelden und im Januar 2017 den Leistungsantrag bearbeiten lassen. Funktioniert das durch die „Zwischendurcharbeitslosigkeit“ so noch?

        • Lieber Andre,

          das ist überhaupt kein Problem. Du kannst den Antrag auf ALG 1
          gem. § 137 Abs. 2 SGB III verschieben, solange nicht über den
          Leistungsantrag entschieden ist. Und da ist ja keine Gefahr, solange Du den Antrag nicht abgegeben hast.
          Aber Achtung: Antrag spätestens 1 Jahr später (gerne auch 14 Tage vorher -persönlich- zum Datum des 1. Tages der Arbeitslosigkeit).
          Offizielle Krankheit am 1. Tag des verschobenen Leistungsbeginns wäre tödlich, dann ist der gesamte ALG 1 Anspruch -von vielleicht max. 24 Monaten- unwiderruflich weg.
          Das kann man nach dem Privatier-Modell -kurzzeitige Anmeldung Arbeitslosigkeit mit einem oder wenigen Tagen ALG Anspruch,
          natürlich mit Bescheid- verhindern, aber dann bleibt es bei
          Sperrzeiten/Ruhezeiten von vielleicht 3 Monaten. Aber immerhin ist dann der ALG 1 Anspruch bis zu 4 Jahren gesichert.
          Hast Du die 35 Jahre als sog. langjährig Versicherter laut Renteninformation voll? Dann ist Deine Abmeldung OK und die AfA kann und darf Dich nicht nerven.
          Wenn man allerdings auch dieses Jahr ohne Leistungsbezug als Zähljahr für die Rente benötigt, unterliegt man der Maßnahmenmühle der AfA, muss sich dann allerdings auch alle 3 Monate erneut alo melden.
          Wenn nicht, herzlichen Glückwunsch für 1 Jahr Ruhe.

          Gruß

          Gruß

          • Hi,
            danke für die Info. Das klingt nach einem guten Plan. Mein Jobcenter hat jetzt leider sowohl die Arbeitssuchendmeldung als auch die Arbeitslosigkeit abgemeldet. Ursprünglich dachte ich es wäre nur die Arbeitslosikeit abgemedet wurden. Ich hatte zur Sicherheit nochmal angerufen. Ich würde mit dem Jobcenter folgendes Vorgehen abstimmen wollen:

            1. Wiederanmeldung Arbeitssuchendmeldung (mindestens drei monate vor dem 31.12.16)
            2. Anmeldung Arbeitslosmeldung zum 31.12.16
            3. Leistungsantrag zum 31.12.16

            Ist das so aus eurer Sicht machbar?
            (Das Beschäftigungsverhälnis endete durch Aufhebungsvertrag am 30.12.15)

      • Lieber Andre, ich möchte hier ungern etwas Falsches sagen… die Folgen wären nämlich ziemlich nachteilig. Ich habe leider weder eigene Erfahrungen, noch kennen ich einschlägige Gesetze, Regeln oder gar Urteile zu deiner speziellen Situation.
        Von meinem „gesunden Menschenverstand“ her sollte eigentlich nur ein amtlicher Leistungs-Bescheid über ALG1 für das Dispojahr hinderlich sein. Eine zurückgenommene Arbeitslosmeldung und ein nicht abgegebener Antrag aber nicht.
        Ich würde das aber zur Sicherheit noch einmal mit der Leistungsabteilug klären. Wenn dort schon über das Dispojahr gesprochen wurde, ist das Vorhaben ja insofern schon bekannt und eine solche Zusatzfrage sollte sich leicht klären lassen.

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo Andre,

      meinst Du das mit dem einem Jahr zurückliegend nachdem der Aufhebungsvertrag unterschrieben wurde
      oder nach Ende des Dienstverhältnisses. Würde mich freuen wenn Du da mehr weißt,
      habe meinen Aufhebungsvertrag im Juli 2015 unterschrieben. Würde ja dann bedeuten
      wenn ich mich im August 2016 arbeitslos melde, gibt es keine Sperre? Mein
      Dienstende ist März 2016.

      • Hmm… rocky, Du liest doch hier schon länger mit, oder? Und wir kommentieren hier ja das Dispojahr. Und das hat eben u.a. den Effekt, dass Sperr- und Ruhezeiten nach einem Jahr nicht mehr berücksichtigt werden.
        Und, wie oben bereits gesagt: Exakt ein Jahr zwischen dem ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit und dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

        Gruß, Der Privatier

        • Ja schon klar. Mich hat nur die Aussage gewundert, dass Aufhebungsverträge,
          welche ein Jahr zurück liegen nicht mehr geprüft werden..

  122. Hallo, ich war im August 2014 hier ein klein wenig aktiv um mir von den Profis die Sache mit dem Dispojahr erklären zu lassen und habe genau dannach gehandelt. Mein letzter Arbeitstag war der 31.01.15 anschließend habe ich das Dispojahr genommen um die Sperre wegen Aufhebungsvertrag zu umgehen. Ich habe das telefonisch mit dem Amt besprochen. War denen aber egal – also hätte ich mir schenken können. Im November habe ich mich dann wiederum telefonisch beim Amt gemeldet und gesagt das ich ab 01.02.2016 Arbeitssuchend sein werde. habe dann 1 Woche Später am 14.11.15 einen ersten Termin beim Amt erhalten. Alle Unterlagen zum Antrag ALG 1 hatte ich per Post schon erhalten. Bei dem Gespräch ging es dann um die derzeitige Situation und allgemeine Daten. War ein super nettes Gespräch und habe auch dort auch alles gesagt das ich bis 31.01.16 keine Leistung möchte sondern erst ab 01.02.16. Das beste an diesem Gespräch war dann noch der Abschluß. Die Mitarbeiterin gab mir auf den Antrag ALG 1 einen Stempel mit Unterschrift, das ich zum 01.02.2016 als Arbeitslos gemeldet bin. Somit war schon im November sichergestellt das ich den Termin 01.02.16, der ja überaus wichtig ist nicht mehr verpassen konnte. Meinen ersten offiziellen Vorstellungstermin hatte ich dann erst am heutigem Tage. Der Bescheid war schon längst durch. Also man muß nicht bis zum letzten Tage warten um die Unterlagen abzugeben. Ist aber erst frühestens 3 Monate vorher möglich. Im übrigen kann man auch alles online machen und muß noch nicht einmal zum Amt. So war es bei mir. Alles super geklappt. Gruß der Maat

    • Hallo Maat,
      mein Gott – wie die Zeit vergeht! Das Dispojahr ist schon rum?!
      Ich erinnere mich ja noch an die Diskussionen mit Dir als wenn es gestern gewesen wäre!

      Schön wieder was von Dir zu hören. Und vor allen Dingen vielen Dank für das positive Feedback.
      Ich freue mich immer, wenn die empfohlenen Vorgehensweisen sich in der Praxis dann auch bewähren.

      Ich wünsche Dir bei den weiteren Schritten viel Erfolg!

      Gruß, Der Privatier

  123. Vielen Dank an das Forum und an alle die sich mit Tipps und Kniffen hier einbringen um den Ratsuchenden zu helfen und aufklären. Das ist heutzutage nicht immer selbstverständlich. Ich wünsche allen ein gutes Gelingen und möge alles so klappen wie gewünscht. Privatier die Seite ist Spitze. Gruß der Maat

    • Da kann ich mich Der Maat nur anschliessen. Vor allen Dingen, weil das gelebte Informationen sind und die Ausführlichkeit nicht zu toppen ist! Großes Dankeschön! Gruß Evelyn

  124. Hallo.
    Zwar gibt hier so viel Info, aber trotzdem weiß ich nicht, was zu tun. Mein Arbeitsverhältnis endet am 30.4.16 (Aufhebungsvertrag und Abfindung). Ich habe mich als arbeitssuchend gemeldet, hatte aber noch kein persönliches Gespräch. Arbeitslosengeld habe ich auch noch nicht beantragt. Da ich die Abfindung bekomme (wird Ende April bezahlt)und auch wirklich eine Auszeit brauche, möchte ich das Arbeitslosengeld dieses Jahr nicht beziehen.
    Als Besonderheiten gibt es bei mir, dass ich dieses Jahr im Oktober 58 Jahre werde aber Ende April nur 45 Monate statt 48 Monate Beiträge bezahlt habe. Grund ist, dass ich für meinen Arbeitgeber einige Jahre in den Niederlanden gearbeitet habe und Sozialversicherungen in NL bezahlt habe.
    Was sollte ich tun?
    Lena

    • Tja… eine interessante Konstellation!
      Können Sie nicht noch 3 Monate verlängern? Oder einen kurzen Aushilfsjob für 3 Monate finden?

      Wenn wir einmal von den jetzigen Fakten ausgehen, sehe ich momentan zwei Möglichkeiten:

      a) Sie melden sich zum 1.5.16 arbeitslos und bald darauf wieder ab (wg. der Auszeit). Sie erfüllen dabei beide Voraussetzungen für eine ALG1-Bezugsdauer von 18 Monaten, nämlich 36 Monate Versicherungspflichtverhältnisse und Vollendung des 55. Lebensjahres. Wegen des Aufhebungsvertrages müssen Sie aber mit einer Sperre und Reduzierung der Bezugsdauer um ein Viertel rechnen. Ergebnis: ALG1-Dauer von 13,5 Monaten.

      b) Sie entscheiden sich für das Dispojahr, melden sich jetzt nicht arbeitslos, sondern erst zum 1.5.2017. Wenn ich es richtig verstanden habe, würde Sie dann zwar das 58. Lebensjahr vollendet haben, aber dann wohlmöglich noch weniger Monate an Versicherungspflichtverhältnissen abzuweisen haben. Wahrscheinlich 45-12=33 Monate. Damit erfüllen Sie dann die Voraussetzungen für 15 Monate ALG1. Diese dann allerdings ohne Sperre. Also die vollen 15 Monate.

      Aber verlassen Sie sich bitte nicht auf meine Meinung! Gehen Sie bitte unbedingt vorher zur Arbeitsagentur. Fragen Sie nach einer Beratung. Fragen Sie gezielt nach den beiden Varianten. Nach Nachteilen. Nach Alternativen. Es mag ja auch sein, dass es für die Zeit in NL irgendwelche Sonderegeln gibt, von denen ich keine Ahnung habe?!

      Und wenn Sie sich für das Dispojahr entscheiden sollten, gehen Sie sicher, dass Sie sich über alle Konsequenzen und Risiken vollständig im Klaren sind!

      Gruß, Der Privatier

  125. @MR.Excel

    Vielen Dank erstmal für die Fülle und Qualität der Informationen. Habe Fragen zu meinem ‚Fall‘:

    Ich bin 51 Jahre,dh, 15 Monate Anspruch. Geplant ist der Aufhebungsvertrag zum 30.04., dh, ab 01.05. kein Averhältnis. Die Abfindung bekomme ich im Mai. Rechnet mann die bis dahin gezahlten Gehälter für 2016 mit, wird die Steuer brutal zuschlagen.

    2017 hätte ich keine Einkünfte was gut für das ALgeld wäre wenn ich dich richtig verstehe. Ich müsste mich dann Nov oder Dez beim AA arbeitssuchend melden, mit dem Ziel ab Jan 2017 ALG zu beziehen, und das 15 Monate lang weil keine Sperrfrist.? Ist das so richtig

    • Also :
      Ja – die Steuer wird „brutal“ sein, je nach Höhe der Abfindung hast Du 4 Monate umsonst gearbeitet. Das kannst Du in einem Steuerprogramm simulieren.
      2017 Null-Einkommen und ALG-I verstehe ich nicht. ALG-I richtet sich nach den zurückliegenden Einkünften. Das kann Dir Dein AA aber exakt erklären / berechnen.
      Bei den Datümern sollte man exakt schreiben, sonst wird es unklar.
      01.05.2016 : ohne Beschäftigung, Dispojahr-Beginn (so habe ich verstanden).
      in 04.2017 : Arbeitslosmeldung und ALG-I-Antrag
      31.04.2017 : Dispojahr-Ende => keine Sanktionen
      01.05.2017 : ALG-I-Beginn für 15 Monate
      Wenn ich Dich so richtig verstanden habe, sollte es so klappen.

      • Danke, du bist schnell!

        Wenn ich ab 01.05. 2016 keinen Job mehr habe, habe ich ab Mai kein Einkommen mehr, auch 2017 nicht, also 0. Es sei denn ich nehme einen neuen Job, was ich aber nicht vorhabe. Darum würde ich mich freuen wenn ich 2017 das ALG in Anspruch nehmen könnte, ohne das ich was von den 15 Monaten einbüße (Sperrfrist von 3 Monaten ist wohl üblich)

        Die 4 Monate habe ich umsonst gearbeitet!

        • wie oben gesagt wenn das Dispo-Jahr volle 12 Monate betrug, gibt es keine Sanktionen, weder Sperr- noch Ruhezeit.
          Aber Achtung : Das Rückmeldung (arbeitslos) darf die 12 Monate nicht überschreiten, nicht einen einzigen Tag, sonst ist das ALG-I komplett futsch! Das wurde aber mehrfach hier schon erwähnt. Deshalb habe ich geschrieben „in 04.2017“.

          • Vielen Dank!

            Wenn ich es richtig verstehe gehe ich ‚irgendwann‘ im April 2017 zum AAmt und stelle zum 01.05. einen Antrag auf ALG I. Das müsste doch zu stemmen sein.

          • Ja, so ist es richtig. Es gilt nur noch auf einen Punkt aufzupassen:
            Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit muss man auch zwingend arbeitsfähig sein! Wer sich hier über mehrere Wochen ins Krankenhaus legt, kann sein ALG vergessen. Und dann komplett.

            Gruß, Der Privatier

      • Wie Mr. Excel schon richtig geschrieben hat, hier noch einmal ganz deutlich:

        Eine Sperrfrist kann man nur dann vermeiden, wenn man das Dispojahr auf den Tag genau exakt einhält!
        In diesem Falle also Start des ALG-Bezuges ab 1.5.2017.
        Ab Jan. 2017 (wie ursprünglich gefragt) klappt das nicht!

        Gruß, der Privatier

      • @mr excel und Privatier…

        …so, habe gestern Aufhebungsvertrag unterschrieben, endlich…

        Fakten:
        letzter Arbeitstag 31.10.2016
        Abfindung wird im Jan 2016 gezahlt, gott sei dank…
        KV, bin bei meiner Frau in der Familienversicherung zum 01.11.

        Wie erwähnt werde ich das Dispojahr einlegen,dh, ich melde mich im September 2017 Arbeitslos…
        Jetzt meine Frage, kann ich den Antrag auf ALG I zum 01.01.2018 stellen, also erste Zahlung des ALG I für Jan 2018 beantragen? Das hat den Hintergrund dass ich 2017 null einkommen haben möchte.

        Vielen Dank für eure Hilfe und sorry falls ihr das schon 100x beantwortet habt.

        LG Van

        • Es sind zwar zwei andere angesprochen, aber ich trau mich mal zu antworten.
          Sie müssen sich jetzt arbeitssuchend melden (oder schon erledigt) Ab 1.11. können Sie das Dispojahr antreten, das muss mit dem AUTO abgestimmt sein.
          Zum 1.11.2017 müssen Sie das Dispojahr beenden und sich arbeitslos melden. Am 2.11.2017 können Sie sich wieder abmelden. Dass Sie einen Tag ALG bezogen haben, sollte sich steuerlich kaum auswirken. Wenn Sie noch irgendwelche steuersenkende Maßnahmen geplant haben (Einmalzahlung Rürup…) brauchen Sie eigentlich auch keine Angst haben, dann hat das ALG für die zwei Monate gar keine Auswirkungen mehr.

          LG Markus

        • Ich habe jetzt nicht verstanden, was Markus mit dem „AUTO“?? abstimmen möchte, aber ansonsten hat er weitgehend recht:

          Sie müssen sich zum 1.11.2017 arbeitslos melden. Das macht man am besten einige Zeit vorher. Mit dieser Arbeitslosmeldung (und ALG1-Antrag) wird ihr Anspruch geprüft und per Bescheid festgestellt. Sie können sich nach einem Tag der Arbeitslosigkeit wieder abmelden, um möglichst wenig ALG1 zu beziehen.
          Aber – auch das ist richtig: Wenn Sie einen ordentlich Beitrag zur Altersvorsorge aufbringen wollen, spielen die beiden Monate ALG1 steuerlich wahrscheinlich keine Rolle. Es sei denn, Sie hätten noch andere relativ hohe Einkünfte.

          Gruß, Der Privatier

    • @vancleef:
      Sehen Sie unbedingt zu, dass Sie die Abfindung erst im Januar 2017 erhalten.
      Bei mir wurde das so gemacht, dass die Abfindung erst im Folgejahr ausgezahlt wird. Laut meinem Steuerberater ist das auch so in Ordnung und die Abfindung wird auch steuerlich dem Jahr, in dem das Geld fließt zugerechnet. Für den AG sollte dies doch von Vorteil sein, wenn er die Abfindung erst 8 Monate später auszahlen muss.

      • Danke, aber das werde ich nicht verhindern können. So 1 grosses Unternehmen macht keine Sonderregelungen…, leider.

      • Also doch, Abfindung wird erst im Januar gezahlt 🙂 Arbeitsverhältnis endet am 30.09.16. Bekomme sogar noch Weihnachtsgeld und Bonuszahlung, leider aber auch im Januar 2017.

        Werde mich im September 2017 Arbeitslos melden, mich aber vorher mit dem Amt absprechen damit auch ja nichts schief geht.

        ALG1 bekomme ich dann 2017 im Oktober, was meine Netto Abfindung leider reduzieren wird. Trotzdem besser als Einkommen und Abfindung im selben Jahr!

        Was ich noch gar nicht auf dem Zettel hatte ist die KV. Laut meiner Daten muss ich die ersten 5 Monate Höchstbetrag zahlen (750,-), erst danach Mindestbetrag (170,-).

        Familienversicherung (über meine Frau) funzt nicht weil nicht Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist…

        Ein bisschen Verlust hat man immer…

        Danke Privatier, Mr Excel, Timmy!

        • Hi,
          war bei mir kein Problem mit der Familienversicherung. Höre auch von Dir zum ersten Mal, dass es da eine Abhängigkeit gibt. Hast Du das überprüft ?
          gruß

          • Hallo
            wahrscheinlich hängt das mit der nicht eingehaltenen Kündigungsfrist zusammen. Bei ordentlicher Fristeinhaltung wird die Abfindung nicht auf die Krankenkassenbeiträge angerechnet.
            Gruß der Maat

          • Siehe Kommentar von ‚der Maat‘. Das hat mir meine Krankenkasse bestätigt. Werde mir aber eine 2te Meinung einholen, bei der Techniker KK… .

        • Hallo,
          war in der gleichen Situation und habe mit meinem AG (auch großes Unternmehmen) gesprochen und die Auszahlung der Boni im Jahr vor der Abfindungszahlung vereinbart. Die Höhe der Bonuszahlung sollte Ende September ja bereits feststehen.

          Viel Glück Axel

      • @vancleef:
        Schön, dass es doch noch geklappt hat!
        Und mit der richtigen Einstellung: „Ein bisschen Verlust hat man immer.“

        Weiterhin viel Erfolg!

        Gruß, Der Privatier

  126. Hallo Privatier,
    anbei eine Frage zum Dispositionsjahr.
    Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.3.16.
    Ich habe vor bis zum 31.3.17 das Dispositionsjahr einzulegen.
    Ich melde mich Januar 2017 arbeitssuchend zum 1.4 und gehe im März 2017 zum Arbeitsamt und melde mich exakt zum 1.4.17 arbeitslos.
    (Da der 1.4.17 ein Samstag ist, wird das Arbeitsamt den Beginn der Arbeitslosigkeit sicher auf den darauffolgenden Werktag Montag 3.4.17 datieren??? )
    Das habe ich persönlich bei einer Bearbeiterin vom Arbeitsamt so vorgetragen.
    Sie konnte oder wollte nicht bestätigen, das dieser Weg so in Ordnung ist und versprach einen Rückruf der Leistungsabteilung.
    Dieser Anruf erfolgte mit dem Hinweis, das ich diesen Weg so gehen kann und mir über die Konsequenzen der eigenen Kranken,-Pflege,- und eventuellen Rentenversicherung im Klaren sein sollte. Ja das bin ich.

    Mein „kleines“ Problem bei der Sache.
    Ich habe nix Schriftliches über diesen Anruf in der Hand und könnte mich nächstes Jahr auf diesen Rückruf kaum berufen.
    5 Tage nach dem Rückruf bekam ich Post vom Arbeitsamt, ein Formular: Erklärung zum Anspruchsbeginn; mit welchem ich konkret datieren solle ,wann mein Anspruch auf Arbeitslosengeld exakt beginnen soll und gleichzeitig unterschreiben solle, über alle Konsequenzen dieser Erklärung umfassend beraten worden zu sein. Dieses Formular bitte mit Unterschrift zurück ans Arbeitsamt.
    Von einem solchen Schriftstück habe ich hier im Forum noch nie was gehört!
    Oder bin ich jetzt überkritisch???
    Ich habe es jedenfalls bis jetzt nicht zurückgeschickt und hoffe daraus entstehen mir keine Nachteile?
    Danke für eine kurze Antwort.
    LG
    Brigitte

    • Die Frage ist ein bisschen schwierig…

      Zuerst einmal muss ich ja wahrheitsgemäß erwähnen, dass es genau solche Situationen waren (1.4. ein Samstag, Beginn ALG erst am 3.4.), die ich bei meinem eigenen Fall als zu große Unsicherheit empfunden habe und die ganze Recherche in dieser Richtung gar nicht weiter verfolgt habe.

      Damals gab es aber auch noch keine so hervorragende Informationsquelle wie diese hier 😉 und ich war völlig auf mich allein gestellt. Inzwischen haben wir aber (in erster Linie) durch Mr. Excel, seine Ex-Kollegen und einige Kommentatoren hier gelernt, dass das Dispojahr ein sicheres Modell ist.

      Ich habe daher auch keine Zweifel mehr, dass es wie beschrieben funktioniert. Und wenn ich das damals schon gewusst hätte, hätte ich es wohl auch gemacht.

      Aber jetzt zur Unterschrift unter dem Schriftstück:
      Ich selber kenne dies nicht. Vielleicht können ja andere hier einmal berichten, ob sie Ähnliches kennengelernt haben?
      Wenn es sich bei „alle“ Konsequenzen in erster Linie um die Auswirkungen auf Kranken,-Pflege,- und Rentenversicherung handeln sollte, hätte ich persönlich auch kein Problem mit meiner Unterschrift.

      Ich empfinde es allerdings als etwas einseitig, ein Papier zu unterschreiben, welches eine Beratung über „alle“ Konsequenzen bestätigen soll. Ohne selber eine vergleichbare schriftliche Bestätigung über die Korrektheit der geplanten Vorgehensweise in den Händen zu halten.

      Ich denke, ich würde hier noch einmal nachhaken und um ein Gesprächsprotokoll o.ä. bitten. Notfalls könntest Du Dich ja bereit erklären, ein oder zwei wichtige Sätze selber zu formulieren, in denen die Termine, ggfs. Wegfall von Sperr- und Ruhezeiten, sowie die Einhaltung der Rahmenfrist und damit des ALG-Anspruches festgehalten sind. Dann muss der Mitarbeiter nur noch unterschreiben.

      Wenn man dies ablehnt, wäre ja einmal interessant zu wissen, welche Folgen es hätte, wenn Du selber auch nicht unterschreibst? Wozu ist das Formular überhaupt gut, wenn nicht ausschließlich zur Absicherung des Agentur-Mitarbeiters?

      Ich denke, es wäre für beide Seiten fair, die besprochene Vorgehensweise schriftlich festzuhalten. Und dann kann man die umfassende Beratung auch bestätigen.

      Ich weiß, dass es nervig ist und dass man oft das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu kämpfen oder auch einfach am Telefon abgekanzelt zu werden. Aber ich würde es trotzdem noch einmal versuchen a) eine schriftliche Bestätigung über die Vorgehensweise und die gewünschten Konsequenzen zu bekommen und b) den Sinn des Formulars und die Auswirkungen bei Nicht-Unterschreiben in Erfahrung zu bringen.

      Auch hier gilt (wie schon bei der Krankenkasse): Der Weg zum Privatier ist oftmals steinig! Ich habe es bestimmt schon an mehreren Stellen geschrieben und wiederhole es hier noch einmal:
      Ich hatte am Anfang oftmals den Eindruck, dass ich meinen 7Std.-Büro Job in meiner Ex-Firma nur gegen einen ebenso zeitintensiven Kampf mit den unterschiedlichen Behörden (inkl. Recherche nach den passenden Gesetzen, Urteilen, etc.) eingetauscht habe.

      Gruß, Der Privatier

      • Halli, Hallo,

        es handelt sich bei diesem Formular um die Standardvorlage zum Dispositionsjahr. Das hatte ich auch. Im Prinzip ist es egal ob man diesen Antrag ausfüllt oder nicht. Das Dispo-Jahr kommt ja durch die korrekte Arbeitssuchend/Arbeitslosmeldung zustande. Das ist das wichtige. Dort sollte man keinen Fehler machen. Ich würde dir folgendes empfehlen:

        1.) Termin mit Leistungsabteilung machen und vorab folgendes mit dem Jobcenter abstimmen:

        ————————————————————————-
        1.) Antrag auf Erklärung zum Anspruchsbeginn mit Datierung zum 01.4.17 ausfüllen und mit Leistungsabteilung abstimmen

        2.) Arbeitssuchendmeldung MINDESTENS drei Monate vor der Arbeitslosmeldung.
        Ich empfehle dir lieber eine Woche ehr die Arbeitssuchendmeldung zu aktivieren. (Ansonsten könnte es eine Sperre geben)

        2.) erneuter Termin mit der „Leistungsabteilung“ so früh wie möglich innerhalb dieser drei Monate organisieren

        3.) Innerhalb dieser drei Monate eine Arbeitslosmeldung ZUM 01.4.17
        (das heisst du kannst schon innerhalb dieser drei Monate das Ganze zum 01.04.17 klar machen)

        4.) Leistungsantrag ZUM 01.4.17
        Auch das geht innerhalb der drei Monate und kann mit der Arbeitslosmeldung in einem Wisch passieren.

        Vielleicht kann der Privatier nochmal auf Korrektheit drüberschaun 😉 .
        Aber so sollte das funktionieren und dann hast du es vorab auch mit der Leistungsabteilung durchgesprochen und abgestimmt. Das kommt beim Jobcenter immer gut an. 😉

        Viele Grüße,
        Andre

        Viele Grüße,
        Andre

      • Also, Andre – wenn Du meinst, ich solle noch mal drüber schauen, dann mache ich das auch. Auch wenn es manchmal vielleicht schulmeisterlich oder kleinkrämerisch klingen mag…

        Aber eins stört mich wirklich immer sehr:
        Wir reden hier nicht über das „Jobcenter“!! Mir ist zwar klar, was Du meinst und ich bin mir auch sicher, dass ich auch schon einmal eine ungenaue Ausdrucksweise verwende, wenn ich z.B. „Arbeitsamt“ schreibe.

        Aber „Arbeitsamt“ ist einfach nur die ehemalige Bezeichnung für die heutige „Agentur für Arbeit“ (oder auch AfA, oder Arbeitsagentur). Aber das „Jobcenter“ ist etwas völlig anderes! Das Jobcenter ist ausschließlich für die Empfänger von ALGII (oder auch HartzIV, früher Arbeitslosenhilfe) zuständig.
        Wie gesagt: Ich weiß, was Du meinst, aber es wäre besser, sich an die korrekten Bezeichnungen zu halten.

        Der eigentliche Inhalt deiner Empfehlung ist soweit korrekt. Insbesondere der mehrfache Hinweis auf den Anfangstermin für die Arbeitslosigkeit zum 1.4.2017! Hier sollte man auf keinen Fall den Fehler machen, aufgrund der Wochenendlage von sich aus den 3.4. einzutragen.

        Nicht ganz einverstanden bin ich mit der zwingenden Notwendigkeit, sich mindestens 3 Monate vor Ende des Dispojahres arbeitsuchend zu melden. Ich bin der Meinung, dass dies nicht nötig ist und dies wurde auch inzwischen von einigen hier bestätigt.
        Es schadet aber natürlich nichts und wer ganz sicher gehen will, sollte das dann auch ruhig machen.

        Ansonsten Danke für Deinen Kommentar und vor allen Dingen auch für die Erfahrungen mit dem von Brigitte angezweifelten Formular.

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo Brigitte,

      mein Aufhebungsvertrag war zum 31.12.2014; ich habe kein Formular benutzt, sondern der Arbeitsagentur geschrieben:

      „Ich erkläre, ab dem 1. Januar 2015 meine vorübergehende Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen (Arbeitslosengeld) wegen anderer Bezüge.
      Ich verschiebe meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld gem. §§ 137 und 136 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB lll) auf den 1. Januar 2016.
      Bitte bestätigen Sie mir, dass ab dem 1. Januar 2016 der Anspruch auf die volle Leistungsdauer (24 Monate) besteht.

      Es ist mir bekannt, dass ab dem 1. Januar 2015 solange keine Leistungen erbracht werden, bis ich schriftlich eine anders lautende Erklärung abgebe.
      Weiterhin ist mir bekannt, dass wegen Nichtgewährung von Leistungen ein Kran-ken- und Pflegeversicherungsschutz nicht besteht. Über die rentenrechtlichen Auswirkungen habe ich mich ebenfalls informiert.

      Ich möchte ab sofort weder arbeitslos noch arbeitssuchend gemeldet sein. Ich werde mich im Oktober 2015 erneut, dann zum 1. Januar 2016, arbeitslos melden.“

      Ende September 2015 habe ich mich dann persönlich, zum 1.1.2016 (Feiertag) arbeitslos gemeldet. Den Bewilligungsbescheid bekam ich schon 1m 11.12.2015. Ich musste dann weder am 1.1., noch am 4.1.2016, dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr, persönlich vorstellen.

      Viele Grüße, Hardy

  127. Hallo
    Jetzt habe ich viel gelesen bin mir aber immer noch nicht sicher ob ich alles richtig verstanden habe.

    Ich (52) habe nach mehr als 10 Jahren aus vielerlei Gründen selbst gekündigt zum 30.6.2016

    Wunsch meinerseits wäre es ein paar Monate mal auszuruhen und langsam und in Ruhe meine Selbständigkeit als Freiberufler aufzubauen. Hier sehe ich meine Zukunft als eigener Chef unabhängige zu sein.
    Mein Mann wird in 3-4 Jahren eine Altersteilzeitlösung annehmen, dann möchte ich genügend verdient haben um auch mal weniger zu machen, ggf, ziehen wir auch weg.
    ich möchte dabei sicherstellen, dass ich meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht verliere.

    Durch die Eigenkündigung habe ich voraussichtlich eine Sperre von 3,5 Monaten.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, könnte ich mich jetzt am 1. Juli arbeitslos melden und mein Anspruch auf Arbeitslosengeld wird dann geprüft und bestätigt und ich kann Diesen 4 Jahre beanspruchen
    ich würde mich dann gerne am 2. Juli wieder abmelden, weil ich a, meine Ruhe haben will und b, ggf. Nun unerwartet ein 2 Monatsprojektauftrag von einem meiner potentiellen Kunden an steht. Den kann ich leidere nicht ablehnen, da dieser viel zukunftspotential birgt, auch wenn ich lieber den Sommer geniessen möchte.

    Jetzt hat ein Gründungscoach in einem ersten Kontaktgespräch gemeint ich solle doch gleich den Gründungszuschuss beantragen und ich bekomme Dann die 6 Monate den Zuschuss (Umwandlung des AL 1 Geldes) plus 300 euro on top für KV etc, Absicherung.

    Jetzt hab ich ein paar Fragen:

    Ist der AL1 Anspruch auch dann gültig wenn man sich in einer Sperrzeit an und abmeldet oder muss man 1 Tag arbeitslos sein mit Anspruch auf Arbeitslosengeld?
    Die 4 Jahre Anspruch, bis wann müsste ich diese spätestens beantragen, ich habe 15 Monate Anspruch
    Ginge das auch erst am 30.6.2020? Und ich bekomme dann 15 Monate?

    Und fahre ich nicht besser jetzt erst mal kein Geld zu bekommen, dafür aber 15 Monate Anspruch zu haben, anstatt nur 6 plus ggf. verlängerung um weitere Monate 300 Euro in der Gründungsphase
    Ich habe gespart und bin sowieso davon ausgegangen, erst mal 6 Monate aus den Ersparnissen zu leben brauche also nicht unbedingt jetzt monatliche Gelder

    Und macht es übehaupt Sinn wenn dieser Anspruch besteht als Selbständiige freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen? Wenn ja warum?

    Sollte es mit der Selbständigkeit nach einem Jahr nichts geworden sein, melde ich mich dann nach einem Jahr arbeitslos oder suche mir einen Job . Da ich gut vermittelbar bin sehe ich auch was die Bewiligung des Gründungszuschuss eher ein Risiko, da ich gelesen habe eine Vermittlung in eine Festanstellung als Angestellte wird einem Grübderzuschuss vorgezogen…somit hätte ich da ggf, auch schlechte Karten.

    wie sehen Sie meine Möglichkeiten?
    Könnte ich nach an- und Abmeldung wie beschrieben dann bereits Rechnungen mit Leistungsdatum ab 4. Juli stellen? Und/ oder sehen Sie andere Möglichkeiten, die ich bislang moch nicht bedacht habe.

    Ich wäre dankbar für ein feed back und freue mich auf Ihre Antwort \ Meinung

    • Hallo Birgit,

      auch dieser Kommentar ist versehentlich von meinen Spam-Filtern aussortiert worden und ich habe ihn nur durch Zufall heute entdeckt. Von daher erscheint er erst jetzt.

      Aber jetzt mal zu den Fragen:

      * Sie haben das richtig verstanden mit dem An- und Abmelden. Und es reicht, wenn man einen Tag lang den Status „arbeitslos“ hat und zwar unabhängig von einer Zahlung von ALG1. Wenn sich diese Arbeitslosigkeit nahtlos an die vorherige Beschäftigung anschließt, sollten Sie sich 3 Monate vorher arbeitsuchend melden. Ansonsten droht eine zusätzliche Sperre.

      * Wenn Sie innerhalb der 4 Jahre den einmal festgestellten Anspruch wieder geltend machen, kann dann der Restanspruch noch aufgebracht werden.

      * Ob Sie nun einen Gründungszuschuss beantragen wollen oder nicht, ist sicher Ihre eigene Entscheidung. Ich selber habe mich damals dagegen entschieden, weil a) die Aussichten auf Genehmigung gering waren und b) ich keine Lust hatte, mir zusätzliche Arbeit (mit einem Business-Plan) zu machen und mir weitere Diskussionen mit Behörden ersparen wollte.

      * Es gibt sicher Fälle, in denen es für einen Selbständigen Sinn macht, freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Die wenigsten können einfach mal 4 Jahre Pause machen. Manche sind auch einfach aus der Not heraus zu Selbständigen geworden, z.B. nach Ablauf der ALG1-Anspruches.
      Ich selber habe für mich keinen Sinn erkannt und habe es deshalb auch nicht gemacht.

      * Ich denke, sich zunächst einmal den ALG1-Anspruch zu sichern, ist auf jeden Fall schon einmal richtig. Rechnungen für Ihre Selbständigkeit können Sie selbstverständlich sofort erstellen. Hier wäre allerdings vorher eine entsprechende Meldung beim Gewerbe- bzw. Finanzamt erforderlich inkl. der erforderlichen Formalitäten, die eine Selbständigkeit so mit sich bringt. Aber das hat Ihnen der Gründungscoach ja sicher schon ausgiebig erläutert.

      * Bei der Selbständigkeit wäre noch gut zu überlegen, welche Angaben Sie jeweils über den voraussichtlichen Umfang bzw. Gewinn machen. Dies kann gravierende Auswirkungen bei Steuern und Krankenkasse haben.

      * Ansonsten kann ich nur viel Erfolg wünschen!

      Gruß, Der Privatier

  128. Danke für obige Hinweise!
    Ich werde einfach nochmal einen Termin bei der Arbeitsagentur machen und versuchen mir eine schriftliche Bestätigung für meine Vorgehensweise geben zu lassen!!!
    LG Brigitte

  129. Hallo
    Ich habe ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung unterschrieben am 15.02.2016 und wäre ab den 01.08.2016 arbeitslos,Kündigungsfrist wurde nicht eingehalten, mein jetziges Bruttogehalt ist 4000 € . Ich möchte aber noch ab den 01.08.2016 eine neue Arbeit aufnehmen bis zum 31.12.2016 wo ich jedoch nur 2500 € Brutto habe,danach eigen Kündigung.
    Dann würde ich gerne ein Dispositionsjahr einlegen und danach erst mein Arbeitslosengeld beantragen, um ein Anspruch von 24 Monate zu haben ich werde am 27.10. 2017 58 Jahre.
    Wie wird mein Arbeitslosengeld berechnet und wo muss ich noch drauf achten ?
    Mein Frau geht auch arbeiten und ist selber Krankenversichert kann ich mich im Dispositionsjahr über meine Frau Familienversichern ?

    • Hallo Peter,

      hoffentlich kommen wir da nicht durcheinander – bei den vielen „Peters“ hier…. 😉

      Ich würde Sie bitten, doch einmal meinen Beitrag zum Thema „Teilzeitarbeit“ zu lesen. Speziell in der zweiten Hälfte habe ich erklärt, wie sich das Arbeitslosengeld berechnet und wie man unter bestimmten Voraussetzungen verhindert, dass ein niedrigeres Gehalt bei der ALG1-Berechnung berücksichtigt wird. Vielleicht trifft das ja auf Sie zu? Ansonsten würde ich wohl eher auf diesen Zusatzjob verzichten.

      Sie können im Dispojahr über Ihre Frau familienversichert sein, wenn Sie eigene Einkünfte bis zu 415€/Monat (2016) haben. Dazu zählen aber auch Einkünfte aus Kapitalvermögen und ggfs. anteilig auch eine Abfindung! Diese aber maximal nur bis zum Ende der ordentlichen Kündigungsfrist.

      Gruß, Der Privatier

  130. Hallo Privatier,
    Danke für die umfangreiche Hilfe !!
    Ich werde mich gegebenenfalls wen ich noch Fragen habe noch einmal melden.

  131. Hallo. Ich danke für die Super-Info hier, die mir die Info und Sicherheit gegeben hat, ein sehr schönes Dispo-Jahr zu verbringen. Die Methode, zur Vermeidung der Penalties genau ein Jahr zu warten, hat gefunzt:
    Auflösungsvertrag mit Abfindung zum 31.03.2015 (vorher 20 ununterbrochene Beitragsjahre). Vorheriges Gespräch mit Jobagentur zur Vorgehensweise, mit der Verabredung, mich im März des Folgejahres wieder zu melden.
    In 2015 keine Arbeitssuchendmeldung, keine Arbeitslosmeldung.
    Etwas weniger als 1 Jahr gewartet (= Dispositionsjahr & überschreiten der Altersschwelle 58 Jahre).
    Kurz vor Ende März 2016 Arbeitslosmeldung und Antrag auf ALG-1 mit Wirkung vom 01.04.2016. Ich musste am 01.04. nicht noch mal persönlich erscheinen. Bescheid für 2 Jahre ALG-1 ohne Abzüge kam eine Woche später.

    • Vielen Dank für die positive Rückmeldung!

      Es freut mich, dass alles so geklappt hat, wie geplant. Und eben auch alles richtig gemacht. Super! So muss es sein. 🙂

      Gruß, Der Privatier

  132. Hallo Privatier,
    Ist das möglich was Klotzmann schreibt !
    Ich habe gedacht mann müsste genau 1 Jahr warten um eine Speere und Ruhezeit zu vermeiden?
    Oder reicht es aus das man sein Arbeitslosengeld ende März zum 01.04.2016 beantragt?
    Ist das überhaupt möglich Arbeitslosengeld zu einen bestimmten Termin zu beantragen ?

    Gruß Peter

    • Ja, Peter – das ist erstens möglich und zweitens exakt die richtige Vorgehensweise!
      Man sollte sich auf jeden Fall ein paar Tage (oder Wochen) VOR dem eigentlichen Termin melden. Einfach schon, um allen Eventualitäten (Krankheit, Stau, spontane Schließung der Agentur, Weltuntergang…) vorzubeugen!

      Wichtig ist dabei aber, dass man den Start-Termin der Arbeitslosigkeit EXAKT auf den Tag legt, der ein Jahr nach dem Beginn der Beschäftigungslosigkeit liegt! Ganz wichtig!

      Oder, um noch einmal die Frage zu beantworten: Ja, es ist möglich, sich für einen zukünftigen Termin arbeitslos zu melden.

      Gruß, Der Privatier

  133. Hallo Peter, vielleicht ist es nicht klar genug ausgedrückt: Die Arbeitslosmeldung war mit Wirkung zum 01.04.2016. Der Anspruch auf ALG-1 sollte ebenfalls ab 01.04.2016 entstehen (kurz danach wäre er verfallen). Damit ist das Jahr Wartezeit doch genau eingehalten.

  134. Hallo Privatier,
    ich habe in den letzten Wochen einiges über das Dispojahr in diesem Blog gelesen und mich entschieden dieses auch zu nutzen.
    Ich bin 58 Jahre alt und habe im November 2015 einen Aufhebungsvertrag zum 31.08.16 unterschrieben. Die Abfindungszahlung erfolgt im Januar 2017.
    Normalerweise müsste ich mich im Mai 2016 (3 Monate vor Arbeitsende) arbeitslos melden. Stattdessen möchte ich jedoch vom 01.09.16 bis 31.08.17 ein Dispojahr beantragen und mich erst zum 01.09.17 arbeitssuchend bzw. arbeitslos melden. (§142 ist erfüllt).
    Der Leistungsanspruch sollte wegen Wegfall von Sperr- und Ruhezeiten dann 24 Monate beantragen.
    Dies wollte ich in den nächsten Tagen der AfA so mitteilen. Habe ich etwas übersehen bzw. was ist evtl. noch zu beachten?
    Danke schon mal für die Rückmeldung.

    • Die Vorgehensweise ist korrekt, insbesondere auch das Vorhaben, dies mit der Agentur im Vorfeld abzusprechen. Sehr gut!

      Ob noch etwas zu beachten ist, hängt davon ab, inwieweit alle Gefahren (z.B. ernsthafte Krankheit am Ende des Dispojahres) und die Konsequenzen (Selbstzahler bei KV/PV, Höhe??) bekannt sind. Wenn das soweit klar ist, kann es los gehen und wir können von dieser Stelle schon einmal ein entspanntes Dispojahr wünschen.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die schnelle Antwort. Über die Konsequenzen bin ich mir im klaren. Über 700€ KV und PV sind happich aber das war mir bereits klar, als ich den Aufhebungsvertrag unterschrieben habe.
        Werde mich nächste Woche mit der AfA in Verbindung setzen. Mal sehen was die zu meinem Plan sagen.
        Viele Grüße
        Mark258

        • Hallo Mark,
          verstehe ich das richtig das du die 700€ für eine PKV aufbringen musst?
          Wen ja, dann hätte ich eine Möglichkeit wie du aus dieser, auch wenn du über 55 bist, rauskommst und anschließend in die GKV wechseln könntest.
          Befinde mich z.Zt. im Dispojahr und war bis Ende 2015 noch PKV versichert.
          Bin gerne bereit allen die es betrifft, diese Möglichkeit aufzuzeigen.

          Gruß
          Orion

          • Hallo Anastasios/Orion,
            mich würde sehr interessieren, wie man ab 55 aus der PKV rauskommt.

            Viele Grüsse

            Marco

          • Hallo,
            mich würde der Weg zurück in die GKV auch interessieren. Bin > 55, single. Danke.

        • Habe mich mittlerweile telefonisch bei der AfA gemeldet. Die Bearbeiterin war sehr nett und hat erst mal meine Daten aufgenommen. Ich habe ihr meine Planung, ab 01.09.16 ein Dispositionsjahr zu nehmen, mitgeteilt und da sie sowas „noch nicht oft hatte“ hat sie mich gefragt, ob mich ein Kollege der sich da besser auskennt zurückrufen kann. Einige Stunden später kam dann auch der Rückruf und ich hatte das Gefühl wirklich kompetent beraten zu werden. Er hat mir wegen des Risikos, dass ich am 01.09.17 z.B. wegen Krankheit nicht arbeitsfähig bin „man weiß ja nie was passieren kann“ geraten, mich am 01.09.16 für einen Tag arbeitslos zu melden und mich danach gleich wieder abzumelden. Somit habe ich eine Anspruchsfrist von 4 Jahren und bin nicht an den 01.09.17 gebunden. Über diese offene Information war ich schon überrascht, denn ich hatte eher gedacht, dass die AfA etwas mauert. Das einzige was ich nun tun soll ist, mich am 01.09.16 mit Ausweis und Kopie des Aufhebungsvertrags persönlich die der AfA zu melden. Hat jemand mit dieser Vorgehensweise bereits Erfahrungen gemacht?
          Viele Grüße
          Mark258

    • Das ist ja schön, eine so positive Erfahrung machen zu können. Und vielleicht waren die Ratschläge ja sogar gut gemeint…
      Und ich will auch nicht irgendetwas kritisieren oder andere Vorschläge machen. Aber ich muss doch darauf hinweisen, dass zwischen dem von Dir gewünschten Dispojahr und dem von der Agentur vorgeschlagenen An-/Abmelden ein gravierender Unterschied besteht!!

      Mit Vor- und Nachteilen. Natürlich. Aber über die haben wir hier wohl schon ausgiebig geschrieben und diskutiert. Möchte ich jetzt nicht alles wiederholen.
      Du wirst selber entscheiden müssen, welchen Weg Du gehen willst.

      Gruß, Der Privatier

  135. Hallo Marco,

    habe mir nach Unterschrift meines Aufhebungsvertrages (betriebsbedingte Kündigung zum 31.12.2015) im Juni 2014 Gedanken gemacht, wie komme ich aus der PKV raus.

    Die einzige Möglichkeit die ich sah und im Netz auch bestätigt bekommen und in Anspruch genommen habe ist folgende.
    Wenn man verheiratet ist und der Partner noch im Berufsleben steht, kann man sich über die GKV des Partners familienversichern.
    Voraussetzung hierfür muss aber sein, das man selbst keiner solzialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, d.h. man muss im Dispojahr mit der eventl.ausgehandelten Abfindungszahlung bis zum Anspruch auf ALG1 auskommen.
    Die Krankenkasse verlangt als Bestätigung das Kündigungsschreiben des AG`s.

    Ob dies auch bei Singles klappt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wenn Alleinsthende die selben Voraussetzungen mitbringen, d.h.Kündigung,Dispojahr,nicht arbeitslos gemeldet und keine weiteren Einkünfte, sollte es auch möglich sein.

    Villeicht hat hier jemand genauere Informationen hierzu.

    Das hat bei mir super geklappt. Damit habe ich ca. 800€ im Monat an Kosten gespart.
    Bei Beginn der Arbeitslosigkeit kann man ja dann seine eigene GKV auswählen oder bei der gleichen verbleiben.

    Wünsche dir viel Erfolg in dieser Angelegenheit. Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    • Hallo Anastasios,

      bei mir steht das Problem vermutlich in 2-3 Jahren an, ist absehbar.

      Hätte zu deinem Themenkomplex folgen Fragen:

      Welche Krankenkasse benötigt das Kündigungsschreiben, die aufnehmende GKV oder die private (muss Kündigung oder reicht auch Aufhebungsvertrag aus betrieblicchen Gründen)?

      Bis zur ALG-Meldung bist du dann familienversichert und ab dem Zeitpunkt der ALG-Meldung wirst du über AFA bei einer gesetzlichen Kasse deiner Wahl pflichtversichert?

      Nach Ablauf des ALG werden doch einige der Privatiers wieder ohne Einkommen sein bis zum tatsächlichen Übergang in die Rente. Wirst du in dieser Übergangsphase wieder familienversichert oder hast du dann eine freiwillige Mitgliedschaft wo eventuell Vermögen(Rest der Abfindung) zur Beitragsberechnung herangezogen wird?

      Und als letztes was mir gerade einfällt
      hast du bei deiner PKV eine Zusatzversicherung direkt im Anschluss oder zeitnah abgeschlossen oder wäre das möglich gewesen (stationär und Zahn)
      unter Berücksichtigung der Altersrückstellungen?

      Man muss sich ja gut vorbereiten

      Beste Grüße und vielen Dank

      B.

      • sorry an alle für die verspätete Antwort.

        Bei diesem Thema ist es wichtig das die GKV des Partners als Gegenpart zur PKV diesen Schritt mitgeht.
        Ich hatte hier volle Unterstützung durch einen Bekannten von der DVAG,die mit der GKV meiner Frau partnerschaftlich zusammenarbeiten und deren Produkte in ihrem Portfolio anbieten. Dies hat die Abwicklung wesentlich vereinfacht.

        Jetzt zu Absatz 1 deiner Frage:

        Das Kündigungsschreiben,in meinem Fall war es eine betriebsbedingte Kündigung,erhält sowohl die PKV wie auch die GKV.
        Über die Verwinbarung mit dem AG über einen Abwicklungsvertrag oder Aufhebungsvertrag muss man die Versicherungen nicht in Kenntnis setzen.Diese haben auch nicht danach verlangt.

        Zu Abbsatz 2:
        Ja, stimmt

        Zu Absatz 3:
        Hierzu ein Auszug aus dem Netz.

        Alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung können ihre Mitgliedschaft nach dem Ende einer Pflichtversicherung (also z.B. wegen ALG-1) freiwillig fortsetzen. Voraussetzung dafür ist aber, dass unmittelbar vorher eine Familienversicherung oder eine Mitgliedschaft von mindestens 12 Monaten Dauer bestanden hat oder alternativ in den letzten 5 Jahren vor Ende der Pflichtmitgliedschaft eine Vorversicherungszeit von 24 Monaten nachgewiesen werden kann.

        Wichtig: Die freiwillige Mitgliedschaft muss immer an die bisherige Versicherung anschließen.

        Also: Falls Du 12 Monate ALG-1 am Stück bezogen hast ist die Voraussetzung bereits erfüllt!

        Ich hoffe dies kann etwas zur Aufklärung beitragen.

        zu Absatz 4:
        Richtig!
        Meine PKV wurde in eine Krankenzusatzversicherung (Zahn,Sehhilfe,Krankenhaus etc.) umgewandelt. Hier wurden die bereits angesparten Altersrückstellungen für den Beitrag mit herangezogen.

        Ich hoffe das ich hiermit etwas Hifestellung bieten konnte.

        Wünsche allen hierzu viel Erfolg.

        • Danke für die ausführliche Antwort, das hört sich ja ganz gut an.

          Hast Du den Wechsel im Vorfeld ausführlich geplant, also Zusage von der GKV bereits im Voraus erhalten oder hast Du dich treiben lassen? Ging das mit der privaten Zusatzversicherung problemlos? In meinem Versicherungsvertrag steht zu dem Thema nichts drin.

          Das sind schon heikle Themen wenn es ernst wird!

          Grüße B

  136. Hallo Privatier,

    ich hatte mich auch bereits auf die „Dispositions-Jahr“ Strategie vorbereitet, bin aber kürzlich von einem Kollegen verunsichert worden:

    – ich werde am 30.11.16 nach Auflösungsvertrag ausscheiden, habe allerdings meine Abfindung in Form eines „Gardenleaves“ von meinem AG über x Monate als normales Gehalt ausbezahlt bekommen. Ab 1.12.16 beziehe ich Firmenpension.

    – Mein Plan ist, das DispoJahr am 1.12.16 zu starten, und am 30.11.17 dann ALG1 zu beantragen. Dadurch hatte ich in den letzten 24 Monaten 12 Monate Gehalt bezogen und 12 Monate Firmenpension. Sollte also dazu führen, dass ich ab 1.12.17 volle 24 anstatt nur 18 Monate ALG1 bekomme (bin dann 59).

    – Allerdings behauptet jetzt ein Kollege, dass sich dadurch auch die Berechnungsgrundlage meines ALG1 ändert, nämlich dadurch, dass ich 12 Monate 100% verdient habe (und AL-Versicherung bezahlt habe), und 12 Monate 0% (sozialversicherungspflichtig) verdient habe, führt über 24 Monate hinweg im Schnitt zu 50% meines monatlichen Gehalts als Berechnungsgrundlage über die letzten 2 Jahre für mein ALG1.

    Damit wäre natürlich nichts gewonnen …. zwar längerer Bezug, aber auf niedrigerem Niveau.

    Ist das so, oder beruht diese Annahme auf einem Missverständnis?

    Viele Grüße, und vielen Dank im Vorraus,

    Wolfgang

    • Normalerweise wird zur Berechnung des ALG1-Anspruches das letzte Jahr herangezogen.
      Denn es heißt im §150 SGB III:
      „Der Bemessungszeitraum umfasst die beim Ausscheiden aus dem jeweiligen Beschäftigungsverhältnis abgerechneten Entgeltabrechnungszeiträume der versicherungspflichtigen Beschäftigungen im Bemessungsrahmen. Der Bemessungsrahmen umfasst ein Jahr; er endet mit dem letzten Tag des letzten Versicherungspflichtverhältnisses vor der Entstehung des Anspruchs.“

      Aber! Wenn es in diesem letzten Jahr kein Anspruch auf Arbeitsentgelt gegeben hat (oder an weniger als 150 Tagen), so wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre erweitert! Siehe auch §150, Satz 3, SGB III.

      Gruß, Der Privatier

  137. Hallo Privatier,
    ich möchte nochmal was zum Thema 4-Jahreszeitraum, in welchem man seinen ALG-Anspruch aufteilen
    darf, fragen. Ich war lange Zeit selbständig und habe freiwillige Beiträge zur Arbeitslosenversicherung
    geleistet („Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag“, Par.28a,SGB III)
    Darf ich auch in diese 4-Jahres-Regelung nutzen oder ist das für mich tabu?

    • Da möchte ich lieber keine Aussage machen, denn die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige birgt so viele absonderliche Sonderegeln, da würde es mich nicht wundern, wenn es auch für den 4-Jahres-Zeitraum eine abweichende Regel gäbe.
      Aber konkret ist mir da nichts bekannt. Von daher: Am Besten direkt bei der Agentur einmal nachfragen.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke Privatier- gibt es vielleicht unter den Lesern jemanden, der damit schon Erfahrungen
        gemacht hat?

        Viele Grüße
        Annette

  138. Hallo Privatier,
    seit ca 20 Jahren bin ich ununterbrochen in einem Beschäftigungsverhältnis gewesen,
    Ich werde zum 30.6.16 arbeitslos, hatte mich schon im März Arbeitssuchend gemeldet,
    nun wird es sogar noch passieren, dass ich vor dem 30.6.16 arbeitsunfähig werde und die Arbeitsfähigkeit
    erst ca im September 2016 wieder hergestellt sein wird.
    1) Könnte ich gleich unmittelbar nach Beendigung meiner Krankheit dieses Dispojahr nutzen?
    2) Geht es, dass ich mich dann gleich anschließend für ein paar Tage arbeitslos melde, wieder abmelde
    und dann nach 2 Jahren wieder arbeitslos melde?

    Nette Grüße, Ralf

    • Ich sehe in beiden Varianten kein Problem:
      1) Eine Arbeitsunfähigkeit während des Dispojahres ist belanglos. Nur gegen Ende wäre es schlecht. Da muss man wieder arbeitsfähig sein! Und Ende wäre hier am 30.6.2017.
      2) Auch in der kurzfristigen An-/Abmeldung sehe ich keine Probleme.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Danke für Deine Antwort, aber ich meine das eigentlich anders. Du schreibst mir, dass krank im
        Dispojahr belanglos ist – ja, sehe ich auch so. MeinVorhaben war aber anders gedacht:
        Ich werde zum 30.6. arbeitslos, werde aber bereits am 28.6. eine Arbeitsunfähigkeit haben, welche wohl
        bis Ende September andauern wird. Meine Absicht war, ersteinmal die Krankheit auskurieren,
        In der Zeit dachte ich Krankengeld zu beziehen und am ersten Tag nach der Krankheit wollte ich
        dem Arbeitsamt mitteilen, dass ich ab sofort dann das Dispojahr nutzen möchte.
        So war mein Vorhaben, nimmst mir nicht übel, ich frage jetzt unter diesen Umständen nochmal:
        Geht das so? Entschuldige bitte, dass ich mich so blöd ausgedrückt habe

        Nette Grüße, Ralf

      • Kein Problem, Ralf! Vielleicht habe ich ja einfach ein Problem mit dem Verstehen… Darum versuche ich es auch noch einmal mit anderen Worten:

        Das Dispojahr MUSS exakt auf den Tag genau ein Jahr nach dem letzten Arbeitstag enden. In Deinem Falle also am 30.06.2017. Ob und wann Du in dieser Zeit arbeitsunfähig bist, spielt keine Rolle. Oder anders herum: Wenn Du vorhast nach Deiner Krankheit (also Ende Sept./Anf. Okt.) anschliessend noch ein ganzes Jahr Dispozeit dranzuhängen, dann muss ich sagen: NEIN, das geht nicht.

        Ich weiß allerdings auch nicht, ob Dein Vorhaben mit dem Krankengeld so funktioniert. Denn die GKV zahlt in der Regel ab der sechsten Woche. Bis dahin ist der AG oder die Agentur zuständig. Wenn Du beides nicht hast, wird da wohl auch keiner zahlen.

        Ich hoffe, ich habe jetzt alles richtig verstanden?

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,
          Danke für Deine Nachricht. Erstmal was zum Krankengeld: hier habe ich was unter finanztip.de
          krank-Arbeitslosigkeit gefunden. Ich verstehe das so, dass entscheidend ist, wann die Arbeitsunfähihkeit einsetzt, die Lohnfortzahlung erfolgt zunächst bis zum Beschäftigungsende
          durch den Arbeitgeber, danach muss Krankengeld bei der Krankenkasse beantragt werden,
          das habe ich schon mehrfach gelesen und ist wohl so. Das Arbeitsamt ist hier erstmal außen vor,
          da ich denen ja während der Krankheit nicht zur Verfügung stehe, und dementsprechend gibt es
          auch kein Arbeitslosengeld bis ich wieder gesund bin und mich arbeitslos melde.
          Was jetzt das Dispojahr angeht, möchte ich gern noch ein wenig tiefer einsteigen bei Dir:
          sag mal wo steht das eigentlich geschrieben mit dem Dispojahr, ich höre immer nur alle darüber
          sprechen und möchte es auch verstehen, lese aber auch immer gern im stillen Kämmerlein nach.
          Meine ganze Fragerei fußt auf folgende Gedanken: lassen wir doch mal den Begriff Dispojahr weg
          und sagen so: das Gesetz sagt doch aus, man hat Anspruch auf ALG I wenn man in den letzten
          24 Monaten mindestens 12 Monate in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung war, und
          Krankheit soll wohl dem gleichzusetzen sein – richtig?
          Und jetzt sage ich mir: ich könnte mir doch sogar leisten, ein ganzes Jahr krankgeschrieben zu sein,
          danach zum Arbeitsamt zu gehen und zu sagen, ich bin jetzt wieder gesund, möchte aber den
          Antrage auf ALG erst in einem Jahr stellen. In Daten ausgedrückt:
          ab 28.6.16 krank bis 28.6.17 dazwischen am 30.6.16 arbeitslos geworden,
          am 29.6.17 gehe ich zum Amt und teile mit, dass ich zwar jetzt wieder arbeitsfähig bin, mein ALG
          aber erst ab 1.7.18 haben möchte.
          Dann heißt das doch rechnerisch: in den letzten 24 Monaten soll ich 12 Monate versicherungspflichtig gewesen sein (Krankheit zählt wohl auch als solches) also:
          24 Monate zurück heißt im Zeitraum 30.6.16 bis 30.6.18 muss ich 12 Monate versich.pfl.gewesen sein
          und das wäre dann erfüllt, nämlich am 30.6.16 war ich noch in Beschäftigung gewesen (zwar
          schon krank aber immerhin pflichtversichert) und im Zeitraum 1.7.16 bis 30.6.17 war ich krank.
          Dann hätte ich doch die Bedingung erfüllt, egal ob wir die Zeit vom 1.7.17 bis 30.6.18 jetzt
          Dispojahr nennen oder einfach nur gefaulenzt – ist das richtig oder habe ich einen fatalen
          Denkfehler?
          Gern erwarte ich Deine Antwort
          Nette Grüße, Ralf

        • Hallo Ralf,
          so langsam beginne ich, Deinen Denkansatz zu verstehen…

          Zuerst noch einmal kurz zum Krankengeld: Da hast Du wohl Recht und ich habe auch etwas neues lernen können! Der Anspruch auf Krankengeld beginnt bereits mit Beginn der Krankheit. Er ruht nur, solange jemand anders (AG oder Agentur) bezahlt. Das gilt aber wohl nur dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit noch während der Beschäftigung eintritt.

          Aber jetzt noch mal zum sog. „Dispojahr“:
          Es gibt diesen Begriff offiziell in der Tat gar nicht! Es gibt also kein Gesetz oder ähnliches, in dem man die Regeln dazu nachlesen könnte. Das Dispojahr ist ein Konstrukt, welches sich aus der Anwendung verschiedener Gesetze ergibt (s. Erläuterung im Hauptbeitrag). Es ist daher auch nicht verwunderlich, wenn manche Agenturen diesen Begriff noch nie gehört haben. Das ist schon okay. Muss man dann erklären…

          Ein Teil der Voraussetzungen (hast Du richtig erkannt) ist dabei, dass man „..in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung war.“ Genau. So ist es.

          Allerdings deinen Nachsatz: „… und Krankheit soll wohl dem gleichzusetzen sein – richtig?“ würde ich spontan eher mit:
          „Nein – wie kommst Du dann drauf?“ beantworten.

          Das ist sicher richtig, wenn Du während einer versicherungspflichtigen Beschäftigung krank bist. Das spielt dann keine Rolle.
          Aber wenn Du keine versicherungspflichtige Beschäftigung mehr hast, dann hast Du keine. Ob Du nun krank bist oder nicht. Und somit fehlen Dir am Ende die Voraussetzungen.

          So zumindest ist meine Einschätzung.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,
            Danke für Deine Rückmeldung und ausdrücklichen Dank, dass Du dir die Zeit für meine
            Belange nimmst. Also die Frage ist ja jetzt, wie ich auf die Aussage bzw. Vermutung komme,
            dass derBezug von Krankengeld der versicherungspflichtigen Beschäftigung gleichzusetzen sei.
            Gleichsetzen ist vielleicht auch nicht ganz richtig formuliert, vielleicht sollte ich sagen:
            „findet gleichartige Behandlung“ Aber wie gesagt, ob ich das auch so verstehen darf, möchte ich hier erstmal mit Dir abklären, das soll ja hier die Frage sein, die im Raum steht.
            Du fragst nun wie komme ich darauf?
            Gestoßen bin ich darauf in den Anspruchsvoraussetzungen auf ALG, und da geht es um die
            sogen. Anwartschaften und konkret wird gesagt:
            Par. 142 SGB III Die Anwartschaft hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist mind. 12 Mon. in einem
            Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat. Jetzt wieder meine Worte: heißt doch also:
            wer versicherungspflichtig war. Und nun gibt es Versicherungspflichtverhältnisse, da heißt es in
            Par. 24 SGB III In einem Versicherungspflichtverhältnis stehen Personen, die als Beschäftigte
            oder aus sonstigen Gründen versicherungspflichtig sind. Und weiter sagt Par. 26 SGB III
            Sonstige Versicherungspflichtige sind: (hier werden jetzt ein paar Gruppen aufgezählt)
            und u.a. „versicherungspflichtig sind Personen in der Zeit, für die sie von einem Leistungsträger
            Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld oder von einem
            Träger der medizinischen Rehabilitation Übergangsgeld beziehen“
            Un da ich ja der Krankengeldbezieher bin – wollte ich mich darin wiederfinden.
            So bin ich darauf gekommen. Wie siehst Du das?

            Viele Grüße, Ralf

          • Ralf, ganz großes Kompliment von mir! Das hast Du sehr gut recherchiert und perfekt analysiert! Genau so sollte es sein: Man hat eine Fragestellung oder ein Problem und möchte verstehen, wie dieser Fall geregelt ist. Und dann hangelt man sich durch die Paragraphen und auch einmal von der Agentur zur Krankenkasse und wieder zurück und am Ende hat man es verstanden. Sehr gut!

            Und damit nehme ich alles von mir bisher gesagte zurück und behaupte das Gegenteil. Mein Fehler hat darin gelegen, dass ich den Begriff der „versicherungspflichtigen Beschäftigung“ einfach als feststehend angenommen und nicht mehr hinterfragt habe. Und erster Fehler daraus:
            Ich habe nicht nach einer Definition gefragt. Und die gibt es nämlich: in §24 SGB III (Versicherungspflichtverhältnis) und §25 SGB III (Beschäftigte).
            Alleine die Tatsache, dass dies einzeln definiert ist, macht schon deutlich, dass diese beiden Begriffe unabhängig voneinander sind. D.h. es gibt durchaus auch Versicherungspflicht ohne Beschäftigung und andersherum auch Beschäftigte, die nicht versicherungspflichtig sind.

            Was einen nun direkt zu der Frage führt, was denn nun genau für den Anspruch auf ALG1 an Voraussetzungen erfüllt sein muss. Auch hier einmal kurz nachgelesen im §142 SGB III (Anwartschaftszeit): „Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist (§ 143) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.“
            Da steht es ganz klar: Es muss ein Versicherungspflichtverhältnis vorgelegen haben. Von Beschäftigung steht da nichts!
            Und das trifft auf eine ganze Reihe von Personen zu. Auf welche genau, ist in §26 SGB III definiert. Und u.a. gehören da eben auch die Bezieher von Krankengeld dazu.

            Fazit: Ich teile Deine Einschätzung. Ein Dispojahr muss man nicht zwingend direkt im Anschluss an ein Arbeitsverhältnis beginnen. Das Dispojahr kann auch erst gestartet wenn, denn ein Bezug von Krankengeld endet, welches aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit bezogen wurde, die bereits während der Beschäftigung eingetreten ist.

            Um wem das jetzt alles viel zu viel „Juristen-Kram“ ist und wer nur höchst ungern in irgendwelchen Paragraphen liest. dem kann ich auch eine Erläuterung der Arbeitsagentur zum Thema „Anwartschaft“ empfehlen. Dort sind diese Aussagen noch einmal in (einigermaßen) verständlichem Deutsch kurz zusammengefasst. Auch dort ganz klar und deutlich formuliert: „Auch durch folgende Zeiten kann die Anwartschaftszeit erfüllt werden: … Zeiten, für die wegen des Bezuges von Mutterschaftsgeld, Krankengeld, …Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit zu zahlen waren.“

            Ralf, aber auch wenn alles so klar und deutlich erscheint: Ich würde Dir dennoch raten, Dir diese Sichtweise vorher von Krankenkasse und Arbeitsagentur bestätigen zu lassen. Sicher ist sicher!

            Bei dieser Gelegenheit könntest du gleich einmal bei der Krankenkasse nachfragen, wie sich denn nach dem Abschied von Deinem Arbeitgeber (während Deiner Krankheit) die Berechnung der Beiträge gestaltet. Du wirst ja dann sog. „Selbstzahler“ und ich habe dunkel in Erinnerung, dass es hier bei den Tarifen Unterschiede für die Berechtigung mit/ohne Krankengeld gibt!

            Ansonsten noch einmal: Interessante und wichtige Erkenntnisse! Und es wäre sicher interessant, wenn Du den weiteren Fortgang und ggfs. weitere Details hier zukünftig noch einmal mitteilen würdest.

            Vielen Dank für die Lehrstunde und
            Gruß, Der Privatier

          • Einen kleinen Hacken hat das in dieser Konstruktion doch noch. Und zwar geht es da um die Höhe des ALG1. Normalerweise wird dies berechnet nach dem Einkommen der letzten zwölf Monate (hier also im Dispositionsjahr = 0), auf Antrag wird diese Rahmenfrist dann um weitere 12 Monate erweitert. Wenn man in diesen 12 Monaten jedoch krank geschrieben war, kann kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen (mindestens 150 Tage) ermittelt werden, so dass die ALG1-Höhe durch die Qualifikationsstufe festgelegt wird. Und das kann – je nach persönlicher Lebenssituation – entweder deutlich weniger oder sogar deutlich mehr sein, als ohne Krankheit.

            Gruß Alex

          • Alle, die diese Diskussion bzgl. Krankengeld und Dispojahr verfolgt haben, möchte DRINGEND darauf hinweisen, dass die Agentur für Arbeit im letzten Jahr einige Dienstanweisungen geändert hat, so dass sich die Sachlage jetzt anders darstellt!

            Weitere Details dazu gibt es im Beitrag „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln.“

            Gruß, Der Privatier

  139. Hallo,
    da ich bereits Arbeitslos gemeldet bin, aber der Antrag noch nicht entschieden ( noch nicht abgegeben ) ist, könnte ich noch die Erklärung zum Anspruchsbeginn abgeben( Dispositionsrecht ) . Nur damit funktioniert noch ein späterer Beginn der Arbeitslosigkeit.
    So weit, so klar. Meine Frage, wozu ich hier noch nichts gefunden habe. Auf diesem Schreiben muß ich ein Datum des Anspruchsbeginn eintragen. Kann man dieses Datum später „abändern“ ? ( Natürlich innerhalb der 12 Monate Dispojahr )
    Danke
    Viele Grüße
    tom

    • Nein, man muss eine klare Entscheidung fällen:
      Will ich „jetzt“ das ALG1 beantragen oder will ich ein Jahr warten?
      Wer ein Dispojahr machen will, meldet sich erst am Ende des Dispojahres arbeitslos, nicht vorher!
      Wenn der ALG1 Antrag einmal entschieden ist, ist der Weg für ein Dispojahr beendet.

      Gruß, Der Privatier

  140. Hallo Privatier,
    hier ist Ralf nochmal. Komisch, dass ich diesmal nicht direkt auf Deine Antwortseite „antworten“ konnte,
    irgendwie war Deine Antwort dreimal umrahmt und kein direkter Link da.
    Aber egal, dann melde ich mich jetzt neu an.
    Danke für Deine Antwort, ja natürlich melde ich mich wieder und werde meine Erfahrungen zum Besten
    geben.
    Ein paar andere Fragen bewegen mich noch (wenn ich darf?):
    Sag mal bitte, diese Begrifflichkeit des sogen.“Dispositionsjahres“ spielt doch nicht so die große Rolle –
    verstehe ich das richtig?
    Denn eigentlich kommt es doch am Ende des Tages nur darauf an, dass die Forderung erfüllt wird,
    in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate versicherungspflichtig gewesen zu sein.
    Verstehe ich das richtig so? Darauf kommt es doch an, egal ob wir das nun „Dispojahr“ nennen oder
    halt anders – siehst Du das auch so?

    Viele Grüße, Ralf

    • Hallo Ralf,

      das sog. „Dispositionsrecht“ nahm ich in Anspruch, damit ich z.B.
      a) keine Sperre (wegen Mitwirkung beim Arbeitsplatzverlust) erhalte
      b) ich in der Zwischenzeit das 55. Lebensjahr erreichte und damit sich mein ALG1-Anspruch auf 18 Monate (vorher 15 Monate) erhöhte.

      Hier gab und gibt es einige Punkte zu beachten die sich sehr, sehr stark gegenseitig beeinflussen (z.B. Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen; siehe z.B. https://dejure.org/gesetze/SGB_III/150.html einerseits und „…eine Sperrzeit erlischt 1 Jahr nach Entstehung…“ andererseits; z.B. ).

      LG FÜR2012

      • … jetzt mit beiden Links …
        Hallo Ralf,

        das sog. „Dispositionsrecht“ nahm ich in Anspruch, damit ich z.B.
        a) keine Sperre (wegen Mitwirkung beim Arbeitsplatzverlust) erhalte
        b) ich in der Zwischenzeit das 55. Lebensjahr erreichte und damit sich mein ALG1-Anspruch auf 18 Monate (vorher 15 Monate) erhöhte.

        Hier gab und gibt es einige Punkte zu beachten die sich sehr, sehr stark gegenseitig beeinflussen (z.B. Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen; siehe z.B. https://dejure.org/gesetze/SGB_III/150.html einerseits und „…eine Sperrzeit erlischt 1 Jahr nach Entstehung…“ andererseits; z.B. http://www.arbeitslosennetz.de/forum/showthread.php?p=348213).

        LG FÜR2012

        • Hallo, LG FÜR2012 (ich weiß nicht, wie ich Dich ansprechen darf, aber egal)

          ich verstehe Deine Argumente, aber mir geht es einfach nur um diese komische Begrifflichkeit „Dispojahr“ und ich weiß nicht, ob ich unbedingt
          mit diesem Begriff beim Arbeitsamt hantieren muss, weil:
          Du hättest Deine Wünsche und Ziele doch genauso verwirklichen können,
          wenn Du einfach gesagt hättest, dass Du Deinen Leistungsanspruch erst zu
          einem späteren Zeitpunkt entstehen lassen möchtest (§137 SGB III),hintergründig natürlich wieder unter Beachtung der sogen.Rahmenfrist
          also ohne direkt zu sagen, Leute, ich nehme jetzt erstmal das „Dispojahr“
          Den Sinn der Inanspruchnahme habe ich schon verstanden, mir geht es nur
          darum, zu erfahren, ob sich hinter dem Begriff „Dispo“ etwas verbirgt,
          was ich noch nicht erkannt habe.

          Viele Grüße, Ralf

          • Hallo Ralf,

            die Ansprache ist o.k.
            Ich lese im Internet, dass es den Begriff „Dispojahr“ offiziell nicht gibt dagegen aber den Begriff „Dispositionsrecht (für den Bezug von ALG1)“.
            Oder einfach selbst im Internet stöbern.

            LG FÜR2012

  141. Hallo Ralf,
    noch einmal kurz zu dem Begriff „Dispojahr“:
    Ich hatte vor ein paar Tagen ja schon erläutert, dass es den Bgriff „Dispojahr“ offiziell nicht gibt. Es ist halt nur viel einfacher, einen Sachverhalt mit einem einzigen Wort auszudrücken, als jedes Mal immer drei Paragrafen aus dem SGB III zu zitieren, um zu erläutern, auf welche Rechte und Voraussetzungen man sich gerade beruft.

    Letztlich bleibt es Dir überlassen, wie Du diese Vorgehensweise benennen oder erläutern willst. Es gibt aber zumindest die Chance, dass der Begriff „Dispojahr“ und die damit verbundene Vorgehensweise auch bei einigen Agenturen bekannt sein könnte und auch dort die Diskussion einfacher wird. Ist allerdings nicht unbedingt sicher und dann hilft ohnehin nur die Bezugnahme auf die entsprechenden Paragrafen.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier,

      ich danke Dir und habe bitte schon eine nächste Frage:
      es heißt ja, man soll sich am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Muß ich das eigentlich tun, wenn ich die
      Absicht habe, das Dispojahr in Anspruch zu nehmen? Ich möchte ja der Vermittlung in dieser Zeit auch nicht zur Verfügung stehen.
      Oder ist es besser hinzugehen und zu sagen: meine Damen und Herren, ich möchte mich jetzt arbeitslos melden, möchte aber festlegen, dass ich meinen Leistungsanspruch erst zu einem späteren Zeitpunkt beantragen werde?
      Hinzu kommt ja noch eine andere Geschichte, das hatte ich Dir ja schon in meinem ersten Kommentar mitgeteilt – ich werde bereits arbeitsunfähig in die
      Arbeitslosigkeit hinüberwechseln(ab 28.6.16 krank bis ca Oktober, zum 30.6.16
      allerdings auch gekündigt sein).
      Jetzt könnten die Damen und Herren ja bei meinem Eintreffen auch sagen,
      dass sie momentan sowieso gar kein Ohr für mich haben, denn ich bin ja krank.
      Also nochmal, muss ich mich am ersten Tag nach dem Ausscheiden aus meinem
      Arbeitsverhältnis zwingend dort arbeitslos melden, wenn ich wegen des Dispojahrs vorläufig gar keine Leistungen beziehen möchte und in Ruhe gelassen
      werden möchte??? (Sperrzeiten wegen Meldeversäumnisse möchte ich natürlich auch
      keine riskieren)
      Ich wünsche noch einen schönen Sonntag,und wenn Fussball-Interesse besteht,
      auch einen spannenden Abend – Ralf

      • Nun Ralf, ich weiß ja inzwischen, dass Du die Dinge gerne hinterfragst, auf Begriffe Wert legst und auch mal gerne im Gesetz nachsiehst. Das ist gut so und eine sehr empfehlenswerte Vorgehensweise. Und deshalb möchte ich Dir vorab gerne eine Erläuterung geben:
        Fangen wir einmal mit dem Begriff „Arbeitslos“ an. Dieser wird leider fast immer falsch verstanden und verwendet! Und meistens mit „Beschäftigungslos“ verwechselt. Wenn Deine Beschäftigung bei Deinem AG endet, dann bist Du zunächst einmal beschäftigungslos. Keinesfalls giltst Du aber als arbeitslos. Dazu wäre zusätzlich nämlich die Meldung bei der Arbeitsagentur erforderlich. Dann erst hast Du den Status des Arbeitslosen. (s. auch §138 SGB III).

        Was folgt nun daraus?
        „…man soll sich am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden“
        Ja – richtig. Wenn man denn den Status „Arbeitslos“ haben möchte, ist dies richtig. Wenn man das nicht möchte, oder auch gar nicht kann, weil man die Bedingungen nicht erfüllt, muss man sich folglich auch nicht melden.

        Die drei Bedingungen für Arbeitslosigkeit sind:
        1. Beschäftigungslosigkeit
        2. Eigenbemühungen
        3. Verfügbarkeit für die Agentur

        Wenn Du eine oder mehrere Bedingungen nicht erfüllst, giltst Du nicht als arbeitslos und bist für die Agentur daher ohne Interesse. Du musst Dich also nicht melden. Ich würde es dennoch machen und zwar bald. Aber nicht um eine wie auch immer geartete Meldung abzugeben, sondern im Rahmen einer Beratung die weitere Vorgehensweise anzukündigen, Dir die Richtigkeit bestätigen zu lassen, Dich über evtl. Nachteile aufklären zu lassen und ggfs. bereits Termine abzustimmen, wann weitere offizielle Meldungen (arbeitsuchend, arbeitslos) nach Ablauf des Dispojahres erforderlich sein werden.
        Wie gesagt: Das ist keine Pflicht, kann aber Missverständnisse auf beiden Seiten im Vorfeld ausräumen und lässt einen entspannter die kommenden Monate angehen.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,
          ich war ein paar Tage abwesend, deshalb bin ich erst heute wieder bei Dir.
          Erstmal Danke für den letzten Kommentar.
          Zwei Fragen habe ich noch auf der Pfanne, und ich bin sicher, Du wirst es wissen.
          Mir geht es um das Thema „Erlöschen des Anspruchs“
          Im Par. 161 SGB III heißt es: der ALG-Anspruch erlischt, wenn seit seiner Entstehung 4 Jahre
          verstrichen sind.
          1. Frage: was heißt eigentlich „seit seiner Entstehung“?
          Ich könnte ja ab 1.7.16 arbeitslos sein, mich melden und ALG beantragen – hier stellt sich die Frage
          nach der „Entstehung“ nicht wirklich.
          Wie ist die „Entstehung“ aber zu verstehen, wenn ich z.B. erstmal das viel besprochene Dispojahr
          einlege, also ALG erst ein Jahr später beantrage, ist dann der 1.7.17 als Entstehung“ zu verstehen?
          Weil, man könnte ja sagen: „entstanden“ ist der Anspruch ja bereits am 1.7.16 nur geltend gemacht
          habe ich ihn erst ein Jahr später.
          Also ist „Entstehung“ = Tag der tatsächlichen Inanspruchnahme oder der Tag, an dem man ALG
          hätte bereits bekommen können, wenn man gewollt hätte?
          2.Frage: wie ist das mit den 4 Jahren gemeint?
          Ein Beispiel: ich habe Anspruch auf 12 Monate ALG
          jetzt gehe ich hin und nehme ab 1.1.17 einen Monat ALG in Anspruch und melde mich wieder ab,
          dann verstehe ich, noch einen Restanspruch von 11 Monaten zu haben, heißt das nun,ich könnte
          am 1.2.20 wieder hingehen und den Rest von 11 Monaten beanspruchen?
          Oder heißt das sogar, dass ich selbst noch am 1.11.20 (4 Jahre sind seit dem 1.1.17 noch nicht rum)
          hingehen kann und sagen kann, dass ich jetzt meinen Restanspruch von 11 Monaten reaktivieren
          möchte (also auch über das Vierjahresfristende (31.12.20) hinaus?
          Lieber Privatier, es wäre schön, wenn wir das noch klären könnten, ich denke dann habe ich
          endlich Klarheit und lasse Dich in Ruhe.
          Nette Grüße – Ralf

          • Hallo Ralf,
            die Fragen sind nicht so ganz einfach zu beantworten. Zumal ich hier kaum ein Gesetz aus dem Hut zaubern kann.
            Ich möchte deshalb gerne auf zwei Kommentare verweisen, in denen ich ähnliche Fragestellungen schon einmal versucht habe zu beantworten.

            Zu 1: Die Frage nach der Entstehung des Anspruches. Während Du dich hier auf die Definition der „Entstehung“ konzentrierst, möchte ich Dein Augenmerk einmal eher auf den Begriff des „Anspruches“ lenken. Dieser wird nämlich noch häufiger als „arbeitslos“ falsch verwendet. Ist aber auch schwierig, denn im Deutschen gibt es wohl nur ein einziges Wort („Anspruch“) für
            a) das Recht auf eine Leistung, die man theoretisch beantragen könnte und
            b) den amtlich festgestellten Leistungsbescheid nach Antragstellung.
            Wenn im Zusammenhang mit ALG1 von „Anspruch“ die Rede ist, ist immer b) gemeint! Oder – um die Frage zu beantworten:
            Der Anspruch auf ALG1 entsteht mit dem Datum, welches im Leistungsbescheid eingetragen ist.
            Mit etwas anderen Worten noch einmal erläutert in einem älteren Kommentar.

            Zu 2: Die Frage nach den vier Jahren:
            Der verbleibende Rest-Anspruch muss innerhalb von vier Jahren wieder geltend gemacht werden, nicht jedoch innerhalb dieser Zeit vollständig aufgebraucht werden. Auch dazu gibt es an anderer Stelle weitere Kommentare.

            Abschließend noch einmal der Hinweis, dass ich meine Aussagen immer nach besten Wissen mache. Es wäre jedoch immer ratsam und empfehlenswert, sich mit diesem Grundwissen, einer Frageliste und Gesetzestexten ausgestattet, an die entsprechenden Behörden, Ämter, etc. zu wenden, um sich die geplanten Vorgehensweise bestätigen zu lassen! Und bitte immer damit rechnen, dass das hier vermittelte Wissen sehr häufig die Kenntnisse eines normalen Sachbearbeiters übersteigt und man daher u.U. erst einmal mit Ablehnung rechnen muss. Hier ist dann Hartnäckigkeit gefragt!

            Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg!

            Gruß, Der Privatier