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Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand — 39 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    noch eine kleine Ergänzung:
    auch auf Grund geänderter KV-, PV-, RV- und Zusatzbeiträge (der KK) kann sich ebenfalls eine geringfügige Änderung ergeben (in beide Richtungen möglich).

    LG FÜR2012

    • Guter Hinweis. Danke. Habe ich im Beitrag oben vergessen.

      Kommt allerdings in der Realität auch nicht ganz so häufig vor. Denn die Abzüge, die beim ALG vorgenommen werden, richten sich eben NICHT nach individuellen Zusatzbeiträgen von Krankenkassen u.ä., sondern werden pauschal gerechnet. Hat also mit den tatsächlichen Beiträgen nichts zu tun.
      Allerdings gab es wohl gerade zu Beginn diesen Jahres eine Änderung: Der pauschale Satz für alle Sozialversicherungen wurde auf 20% gesenkt. Davor war er lange Jahre konstant auf 21%.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo zusammen,
    es wäre für mich allerdings schon interessant wie sich die Pauschalabgabe in Höhe von 20% auf die KV, PV und RV aufteilt.
    Da ich ab Juli annähernd den Höchstsatz beim ALG1 erhalte und noch zusätzlich eine sehr gute Betriebsrente (ab Anfang des Jahres) denke ich, dass es eine Überzahlung der Sozialbeiträge geben könnte. Woher bekomme ich die exakten Abgabewerte auf die Pauschale?

    Viele Grüße Gerd

    • HLlo, Gerd

      Falscher Ansatz, pauschaliert wird hier ausschliesslich der Sozialversicherungsanteil (AN) in Bezug auf das Bemessungsentgelt für das ALG 1.
      D.h. Auswirkung NUUUR auf die HOEHE des ALG1 im Verhältnis zum letzten Bruttoengelt !!!
      Die Ansprueche, die gegenüber der DRV, bzw. der GKV erworben, bzw. aufrechterhalten werden,folgen anderen Regelungen.
      Eine „Ueberzahlung“ durch die Agentur zu „Deinen“ Gunsten ist somit systembedingt ausgeschlossen.

      Gruesse
      ratatosk

      • Hallo ratstosk,
        vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
        Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass die Sozialabgaben beim Alg1 fix sind, d.h. für mich 20% auf meine ALG.
        Es kommt allerdings wenn die Betriebsrentenstelle nichts von meinem ALG weiß zu einer Überzahlung an die KV und PV ( die Summe der Beiträge liegt dann über denen der Beitragsbemessungsgrenze). Dann sollte ich doch den gegenüber der Beitragsbemessungsgrenze überzählten Beitrag zurück erhalten.
        Diesen kann ich ja nur nachrechnen, wenn ich weiß wieviel die Agentur für Arbeit im Detail bezahlt. Die Differenz zur BBG kommt dann aus der Betriebsrente.
        Falsch oder richtig überlegt?

        • @ Gerd

          Schon richtig gedacht, hat dann aber nix mit der pauschalen Berücksichtigung der SV-Beitraege bei der ALG-Hoehe zu tun.
          Soweit ich weiss, bekommst Du zwar einen Nachweis der (jährlich) geleisteten Zahlungen der Agentur an die DRV, aber nicht über Zahlungen an die Krankenversicherung.
          Das liegt nun wiederum daran, dass sich Deine, während der Arbeitslosigkeit erworbenen Ansprüche, gegenüber der DRV an 80 % des letzten Bruttogehalts bemessen.
          Wenn ich da richtig informiert bin, richten sich die Zahlungen der Agentur an die Krankenversicherung aber nach dem TATSAECHLICH ausgezahlten Arbeitslosengeld, es wird hier davon ausgehend „hochgerechnet“, welcher KV/PV-Beitrag geleistet werden WUERDE, wenn der ALG1-Zahlbetrag als Netto-Gehalt erzielt wird.

          Richtig ist jedoch jedenfalls die Annahme, dass die Summe aus Beitragen ALG und Beitragen Betriebrente nicht hoeher sein kann als der Hoechstbeitrag nach BBG.
          Die Krankenkasse wird ueberzahlte Beitraege demzufolge zurueckerstatten.
          Inwieweit DU das vorab berechnen/pruefen/beantragen kannst,-keine Ahnung!
          Der Ablauf sollte so aehnlich sein wie bei “ beschäftigten Rentnern“….

          Gruesse
          ratatosk

          • @ratatosk
            Ich bin zwar noch kein Rentner, aber wenn ich mich nicht täusche, dann weiß der zumindest was er als KV/PV Beitrag von der DRV erhält und kann sich dann zusammen mit seinen Beiträgen aus seinem Arbeitsverhältnis und ggf. weiterer versicherungspflichtigen Einnahmen ausrechnen, ob er die BBG überschreiten und was er ggf. zuviel bezahlt hat und dann von der Krankenkasse zurückfordern
            Als ALG Empfänger nicht? Ich denke das müsste irgendwie auch möglich sein, die Krankenkasse kann es ja auch.
            Viele Grüße Gerd

  3. n’Abend, Gerd
    -mir ging es darum, ob die Agentur automatisch die geleisteten KV/PV-Beitraege bescheinigt?
    Mir wurde nach Ende des Alg-bezuges im Januar 2019 bisher nur das „Entgelt für Rentenversicherung“ bescheinigt und für spaetestens Feb.2020 ein Leistungsnachweis über die, an die FINANZVERWALTUNG gemeldeten Daten angekündigt.
    In diesem Leistungsnachweis sind alle dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen enthalten.
    Also wohl nix bzgl. KV-Beitraegen…
    Das man diese Betraege aus dem ALG mit etwas Arbeit selbst hochrechnen und sich mit den, aus der Betriebsrente abgeführten Beitraegen einen Überblick verschaffen kann, ist, denke ich, auch klar.
    Ebenso sollte natürlich der KK eine Ueberzahlung auffallen und Erstattung am Ende des Abrechnungszeitraumes (Jahr) erfolgen.

    Gruesse
    ratatosk

  4. Hallo ratatosk,

    vielen Dank für Antworten. Dann muss ich halt abschätzen und hoffen, dass die KV alles richtig macht.
    Schöne Grüße
    Gerd

    • Hallo Gerd,

      fragen Sie bei Ihrer KK nach wie sie rechnet bzw. rechnen wird.
      Interessant ist dann auch noch die Reihenfolge der Einkünfte. U.U. werden Ihre Betriebsrenteneinkünfte auf Pos.#1 gesetzt. Dann bräuchte wohl die AfA nur teilweise an die KK bezahlen!
      Siehe z.B. auch:
      https://www.vermoegenszentrum.de/ratgeber/wissensbeitraege/ruhestand-planen/krankenversicherungsbeitraege.html

      Im Link fehlt „natürlich“ ALG1 in der Reihenfolge. Bitte ggf. selbst weitersuchen und/oder die KK fragen.

      LG FÜR2012

    • Ich denke, es ist jetzt schon viel zu der Frage geschrieben worden, so dass ich kaum noch etwas beisteuern kann. Höchstens vielleicht noch die Überlegung, dass ja jede einzelne Zahlstelle (also z.B. Agentur oder BAV) immer nur prüfen kann, ob ihre eigene Beitragsgrundlage die Bemessungsgrenze übersteigt (um dann ggfs. den Beitrag zu kappen). Da sie die anderen Einkünfte aber nicht kennt, kann es natürlich dazu kommen, dass die Summe der Beiträge aus den verschiedenen Einkünften zu hoch ist.

      Das kann aber nur die Krankenkasse feststellen und ggfs. zu viel gezahlte Beiträge wieder zurück erstatten. Es mag auch sein, dass die Krankenkasse diese Situation „irgendwann“ einmal von selber bemerkt. Sinnvoller wäre es aber, mit einem Telefonat oder auch schriftlich einmal kurz darauf hinzuweisen, um eine Überprüfung der Beiträge und ggfs. eine Rückerstattung zu erbitten.
      Und das geht auch durchaus ohne dass man konkret abgeführte Beiträge auf Euro und Cent genau benennen kann. Bei meiner Krankenkasse (TK) wäre ich da sehr zuversichtlich, dass das im Anschluss korrekt geregelt wird.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Herr Ranning,
    Ich habe heute ihren Beitrag vom 24.06.19 , bei dem der Anspruch auf ALG1 mit einer 4 Jahresfrist genauer erklärt wird, gelesen. Wie ich das verstanden habe kann man zum Beispiel so wie ich, sich punktgenau nach einem Jahr Arbeitssuchend melden, damit die Sperrzeit verjährt ist. Dann am besten erst wenn man den Leistungsbescheid in Händen hält, könnte man wegen privater Nichtverfügbarkeit sich wieder abmelden. Dann zum Beispiel nach einem Jahr könnte man sich wieder erneut arbeitssuchend melden um Arbeitslosengeld zu bekommen.
    Meine 1. Frage: Geht das auch noch wenn man schon eine ALG- Zahlung aufs Konto bekommen hat, oder muss man sich abmelden bevor die erste Zahlung geleistet wurde ?
    Meine 2. Frage: Ist es so zu verstehen dass man, sollte eine mehr als 6 wöchige Krankheit eintreten und diese dann über den 4 Jahreszeitraum hinaus dauern, oder eine freiwillige Abmeldung wegen Nichtverfügbarkeit auch darüber hinaus dauern, dann die restliche Anspruchszeit verfallen ist ?
    Gruß, Karl

    • Hallo Karl,
      es muss in deinem Text jeweils „arbeitslos“ und nicht „arbeitssuchend“ heißen. Bei arbeitssuchend gibt es kein ALG.
      Viele Grüße
      Gerd

    • Wie Gerd schon geschrieben hat: Wenn man im Text „arbeitsuchend“ durch „arbeitslos“ ersetzt, sind die Annahmen richtig.
      Zu 1: Natürlich können Sie sich auch bei der Agentur abmelden, nachdem Sie bereits ALG-Zahlungen erhalten haben, z.B. nach einem halben Jahr.
      Zu 2: Ihre zweite Frage haben Sie richtig verstanden.

      Gruß, Der Privatier

  6. Beziehe seit April 2019 ALG 1, möchte dies bis Dezember weiter so machen.
    Will mich dann aus privaten Gründen (steuerliche
    Gründe, da ich 2020 meine Abfindung bekomme) für das ganze Jahr 2020 abmelden.
    Und mich dann am 1.1.2021 wieder arbeitslos melden, um den Restanspruch geltend zu machen.
    Ist denen dann wirklich egal, was man in diesem Jahr gemacht hat? Es wäre doch logisch , dass die AfA voraussetzt , dass man sich in diesem Jahr weiterhin bemüht hat Arbeit zu finden, da man ja durch das zunehmende Alter seine Vermittlungsmöglichkeiten ja nicht gerade verbessert hat bzw. Sanktionen verhängt.
    Die 4 Jahre Abspruchsdauer hat ja eigentlich einen ganz anderen Sinn! Verweist man im neuen Antrag
    einfach auf den alten Bescheid?

    • Die Agentur wird bei der Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ganz sicher nach einem Grund fragen. Das dient aber eher der Statistik bzw. soll evtl. weitere Beratungen oder Hinweise für die Zukunft aufdecken.
      Ansonsten bestehen gegenüber der Agentur nur dann Verpflichtungen, wenn man auch dort gemeldet ist. Wer nicht gemeldet ist, hat die freie Wahl, wie er sein Leben gestaltet.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ein ALG-Antrag beinhaltet auch ein Feld, in dem auf einen alten Anspruch hingewiesen werden kann.

  7. Hallo Uwe,

    Ich war auch von Januar (ALG1 ab 15. Februar wegen Ruhezeit) bis 15. Juni arbeitslos gemeldet und danach abgemeldet.
    (steuerliche Gründe wegen Abfindung 2019, ich weiß vielleicht 2-3 Monate zu lang gewartet, aber was soll es)
    Ich werde mich auch am 15. Januar 2020 wieder 11 Monate (vielleicht aber nur 6 Monate den Rest dann 2021) arbeitslos melden. Ich melde mich immer mitten im Monat an und ab, damit ich 2 Rentenmonate abdecke.
    Die AG interessiert dies zweitrangig.
    Gründe können sein: Selbstständigkeit, Pflege von Angehörigen, Auszeit/Urlaub 1 Jahr etc. Der AG ist es egal. Du bist aus der Statistik und bekommst kein Geld mehr. Musst dich natürlich freiwillig krankenversichern oder Familienversichern, wenn du wenig sonstige Einkünfte (V+V, Kapitalerträge, Gewinn als Selbstständiger etc.) hast.
    Man verweist auf den alten, gültigen Bescheid.

    Mit freundlichen Grüßen

  8. Vielen Dank, ich konnte es nur schwer glauben , dass man sich einfach so abmelden kann. Es heißt ja immer , man ist verpflichtet alles zu tun , um schnell wieder in Arbeit zu kommen. Eine Verzögerung um ein Jahr, d. h. auch , man wird älter und ist damit ja auch schlechter vermittelbar und führt das ja selbst herbei!!
    Aber wahrscheinlich gibt es da eh keinen Unterschied zw. 60 und 61!!
    Gruß
    Uwe

  9. Hallo,
    Wollte mal einen kurzen Zwischenbericht geben über das Anmelden nach über einem Jahr ohne Bezug von ALG 1:
    Abgemeldet am 06.07.18
    Wieder arbeitslos gemeldet am 12.07.19 zum 13.07.19. Sofort einen Termin zur Berufsberatung bekommen. 1. Berufsberaterin aus privaten Gründen abgelehnt.
    Wollten das ich den Antrag auf ALG 1 elektronisch mach, habe auf schriftlich bestanden! War dann kein Problem…
    Bescheid mit gleichem ALG 1 und der restlichen Tage (394 Tage) nach 5 Tagen mit der Post erhalten. Super schnell, hatte auch alle Unterlagen sofort vorgelegt!
    Allerdings war im Bescheid die Konto Nummer falsch… Man sollte alles kontrollieren!
    Da ich immer wieder Reservedienstleistung mache, werde ich die Dauer der Zwischenbeschäftigung sehr genau im Auge behalten (12 Monate) und alle Forderungen der Arbeitsagentur erfüllen. Wie die Anzahl der Initiativ Bewerbungen (4 pro Monat?).

    Mfg

    • Danke für Deinen Zwischenbericht. Soweit ich sehe, weitgehend den Erwartungen entsprechend. Der Bescheid für eine Wiederbeantragung geht schon alleine deshalb recht zügig, weil da kaum noch was geprüft werden muss. Die alten Daten haben ja Bestand. Wenn sich an den persönlichen Verhältnissen nichts geändert hat, kann alles so bleiben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Anzahl der geforderten Bewerbungen/Monat ist wohl unterschiedlich. Bei mir waren es auch vier.

  10. Hallo,
    Hatte heute meinen Berufs Beratungstermin, war völlig relaxt👍!
    Hatte letzte Woche 2 Bewerbungen vorab gemacht, Beraterin war völlig begeistert von der Eigen Initiative vor dem 1. Termin.
    Eine zwingende Anzahl an Bewerbungen ist nicht erforderlich, sie möchte nur Eigeninitiative von mir sehen….
    Da ja jetzt Urlaubs Zeit ist, soll ich mich Anfang Oktober wieder bei ihr melden für weitere Aktivitäten / Massnahmen.
    So relaxt kann es weiter gehen…..0

    • Dann wünsche ich mal weiterhin entspannte Erfahrungen. Obwohl man natürlich die Ankündigung von „weiteren Aktivitäten/Massnahmen“ auch als Drohung auffassen könnte. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Ich staune manchmal wirklich..
        Kommt wohl tatsächlich auf die „richtige“ Agentur an!
        Wenn es Thomas dann zu nervig wird, zieht er einfach die Karte „RDL“- wenn man da die richtigen Verbindungen hat, -ist das natuerlich auch eine „Loesung“…
        Jeder wie er mag und kann.
        Jedenfalls auch von mir weiterhin viel Erfolg für Thomas!!!

        Gruesse
        ratatosk

  11. Hallo Privatier, ich wollte mich noch einmal für diese wirklich sehr informative und hilfreiche Themen im Blog bedanken. Mir hat das „Studium“ und Deine Antwort sehr geholfen!
    Ich habe mich dann doch für die An-/Abmeldung entschieden und zwischenzeitlich liegt mir mein ALG Bescheid nach SGB 136 III Anspruch auf 720 Tage vor und habe mich gleich wieder abgemeldet und den nicht verbrauchten Restanspruch werde ich dann in bis zu 4 Jahren in Anspruch nehmen können, wenn ich es so richtig verstanden habe, oder? Ich werde jetzt Pause machen und mal abschalten 🙂 aber trotzdem diesen Blog weiter verfolgen.
    LG PR

  12. Hallo,
    jetzt muss ich doch noch mal nachfragen.
    Bisher habe ich folgendes verstanden: Der Anspruch auf ALG I kann über 4 Jahre geltend gemacht werden. Ich kann mich während dieser Zeit an- bzw. wieder anmelden. Was ich nicht verstanden habe: weshalb erlischt mein Anspruch, wenn ich länger als 6 Wochen krank bin und weshalb kann ich mich dann nicht wieder anmelden? Muss ich denn der Agentur für Arbeit mitteilen, dass ich krank bin, auch wenn ich kein ALG I beziehe?

    Noch eine weitere Frage (sorry, wenn sie diese bereits in einem anderen Beitrag beantwortet haben!): Kann ich mich völlig ohne Begründung bei der Agentur für Arbeit abmelden? Wenn ich mich für max. einen Monat abmelde, ist dann in dieser Zeit die Krankenversicherung abgedeckt?

    Danke für eine Beantwortung meiner Fragen.

    • Wer behauptet denn, dass der Anspruch nach >6 Wochen Krank erlischt? Ist man >6 Wo krank, dann gibt es Krankengeld statt ALG1 und wenn man wieder arbeitsfähhig ist, erhält man auch wieder ALG1 (nach Wiederanmeldung).
      Es gibt m.W. höchstens den Sonderfall, dass die 4 Jahre inzwischen verstrichen sind. Dann erlöscht der einstmals festgestellte (Rest-)Anspruch.

      Bei der Onlinemaske zur Abmeldung gibt es mehrere Felder mit Stern (was ich als Pflichtfeld interpretiere), „Abmeldung ab“ und „Warum möchten Sie sich abmelden?“. Letzteres ist ein Freifeld, man kann da also „kranker Papagei“ oder „Besuch des Schwagers in Australien“ oder „ich möchte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen“ hinschreiben. Vielleicht kann man es auch leer lassen oder ein Leerzeichen eintippen. Also jein.
      Es gibt da auch das Feld „Abmeldung Bis“ falls man sich nicht dauerhaft abmelden will.

      M.W. gibt es die kostenfreie Nachversicherung zwischen zwei Pflichtkrankenkassenverhältnissen (Bsp: ALG1 – 3 Wochen frei – wieder ALG1), sofern diese 1 Monat nicht überschreitet, also ja.

        • Herzlichen Dank. Wollte Ihnen auf diesem Wege auch noch sagen, dass Ihre Seite insgesamt ausgesprochen hilfreich ist!!!

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Der Antwort sowie aus weiteren Kommentaren entnehme ich, dass es der BA letztendlich egal ist, ob und weshalb ich mich abmelde.

        Sicherheitshalber frage ich trotzdem lieber noch mal nach: könnte ich mich demzufolge auch auf einen kurzen Zeitraum mehrfach für 3-4 Wochen abmelden? Beispiel: ich habe noch 7 Monate Restanspruch. Könnte ich mich während dieser Zeit drei mal für einen Monat abmelden – immer gerade so lange, dass ich mich nicht selber in der KV versichern muss. Oder „streikt“ dann die KV bzw. ist es für die KV auch egal, weshalb ich mich jeweils nur für einen kurzen Zeitraum abmelde?

        Viele Grüße, Maria

        • Theoretisch sollte das möglich sein und es gab hier auch schon mal jemand, der dies so vorhatte und wohl auch (nicht ganz so extrem) praktiziert hat.

          Ich selber würde das ablehnen, da ich dann doch den Eindruck hätte, eine Regelung missbräuchlich auszunutzen, die eigentlich einen anderen Sinn hat.
          Ausserdem sollte man auch den organisatorischen Aufwand bedenken, der sich zwangweise mit jedem An-/Abmelden ergibt. Oftmals dauert die vollständige Bearbeitung der Vorgänge ja länger als die geplanten An-/Abmeldezeiten.

          Von daher: Die Möglichkeit besteht, praktisch nutzen würde ich sie nicht.

          Gruß, Der Privatier

  13. Guten Tag,
    Ende der Jahres neigt sich mein Dispo Jahr zu Ende. Man darf ja dann nicht krank sein wenn man sich dann arbeitslos meldet. Wie sieht es aus wenn ich dieses Jahr noch ein Reha Antrag stelle? Geht das oder soll man bis ins neue Jahr warten, wenn das
    dann ALG läuft?

    • Der Antrag an sich ist natürlich nicht schädlich. Aber falls er zur unpassenden Zeit genehmigt wird, besteht eben die Gefahr, dass die Bedingungen für den Start der Arbeitslosigkeit nicht gegeben sind (nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt).

      Ich würde daher auf jeden Fall abwarten.

      Gruß, Der Privatier

  14. Sehr geehrter Herr Ranning,

    Mit Interesse habe ich die verschiedenen Diskussionen um das Dispositionsjahr gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob diese Variante die richtige für mich ist.

    Meine Situation: Aktuelles Alter 58 Jahre, Aufhebungsvertrag im Jan 2019 unterschrieben, Ende der Beschäftigung 31.12.2019, Auszahlung der Abfindung Januar 2020. Bei der Berechnung der Abfindung wurden 24 Monate ALG 1-Bezug mitberücksichtigt (verringerte die Auszahlung). Natürlich möchte ich auch erst den ALG 1 Bezug in 2021 aus Gründen der steuerlichen Nachteile bei Bezug im Abfindungsjahr in Anspruch nehmen.

    Da das Dispositionsjahr eine unterschwellige Unsicherheit birgt (zB bzgl nicht planbare Krankheit Ende 2020 oder andere Widrigkeiten, die einen wirksamen ALG Bescheid verhindern), möchte ich noch einmal die Frage aufbringen, was gegen Ihren ursprünglichen Vorschlag spricht, nämlich (siehe Kapitel 9.3.1 Anmelden und wieder abmelden). Mein Verständnis der Vorgehensweise:

    – Kontaktaufnahme mit ArbA 3 Monate vor Jahresende (also jetzt), arbeitssuchend melden
    – Die notwendigen Unterlagen einreichen und den Anspruch feststellen lassen, was hoffentlich bis Jahresende erfolgen kann. Aufgrund des bereits erreichten Alters von 58 Jahren sollten dann 24 Monate Bezugsrecht festgestellt werden können.
    -Nach Erhalt des Bescheids Ende des Jahres 2019 wieder abmelden (Frage: arbeitssuchend oder arbeitslos abmelden?)
    – Ende 2020 für Januar 2021 wieder arbeitssuchend (oder arbeitslos?) melden und ALG 1 ab 1.1.2021 beziehen

    Meine Fragen hierzu:
    – Wird eine Sperrfrist aufgrund des Aufhebungsvertrages bereits bei der Erstellung des Bescheids reduzierend berücksichtigt oder reicht es aus, 12 Monate mit der Inanspruchnahme zu warten?
    – Kann die Abmeldung von der Arbeitssuche erst am 1.1.2020 erfolgen, da man ja zumindest 1 Tag arbeitslos sein muss?
    – Ihnen war es doch so ergangen, dass Sie den Bescheid so spät bekommen haben, dass eine erste Zahlung erfolgt war. Galt in Ihrem Fall keine Sperrfrist?
    – Ist auf diese Weise auch sichergestellt, dass die Agentur auch die Rentenversicherungsbeiträge ab 2021 für mich übernimmt oder wie sind hier die einzuhaltenden Termine? Ich werde in 2020 meine Beiträge zur RV selbst zahlen, da ich diese ja auch steuerlich absetzen kann.
    – Kann man die geplante Vorgehensweise beim ArbA erwähnen oder ist dies kontraproduktiv, da man dann vermutlich nicht rechtzeitig einen Bescheid bekommt?
    – Gibt es Nachteile dieser Vorgehensweise? Muss man sich in der abgemeldeten Zeit dennoch an Vorgaben des ArbA halten, zB hinsichtlich Verfügbarkeit oder örtlicher Abwesenheit?

    Ich weiss, dass insbesondere das Dispositionsjahr stark kommentiert wurde, bezüglich der og Vorgehensweise habe ich allerdings meine Antworten nicht so direkt gefunden und würde mich über einen Kommentar sehr freuen.
    VG, Christian

    • Zunächst einmal ist die Vorgehensweise beim „An- und Abmelden“ wie dargestellt richtig verstanden. Bei der Abmeldung meldet man sinnvollerweise sowohl den Arbeitsuchend- als auch den Arbeitslos-Status ab. Es sein denn, man wäre an weiteren Vermittlungen interessiert. Bei der späteren Anmeldung reicht dann die Arbeitslosmeldung, da diese automatisch immer die Arbeitsuchendmeldung beinhaltet.

      Zu den Fragen:
      – Eine Sperre wird mit der Erstellung des ersten Bescheides berücksichtigt. Ausnahme: Man kann „wichtige Gründe“ für die Aufgabe des Arbeitsplatzes nachweisen (z.B. Gesundheit, Nachweise erforderlich!).
      – Ja, die 3monatige Arbeitsuchendphase vor Beginn der Arbeitslosigkeit kann man nur dann beenden, wenn man auch die geplante Arbeitslosigkeit (z.B. wg. Dispojahr) nicht mehr beantragen will. Ansonsten nicht.
      – Ich selber habe auch eine (verkürzte) Sperre bekommen. Der Bescheid und die erste Zahlung kamen aber erst danach.
      – Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, übernimmt die Agentur die Beiträge zur RV. Auch während einer Sperrfrist. Allerdings nicht, wenn Sie zusätzlich eine Ruhezeit bekommen haben (bei Ihnen eher unwahrscheinlich).
      – Ich glaube nicht, dass die Offenlegung einer geplanten Vorgehensweise einen Einfluss auf die Dauer der Bearbeitung hat. Gerade beim Dispojahr würde ich eine vorherige Abstimmung empfehlen. Beim einfachen An-/Abmelden ist das nicht erforderlich (habe ich auch nicht gemacht).
      – Nachteil des An-/Abmeldens: Sperr- und Ruhezeiten werden nicht verhindert. Gerade bei einem Anspruch von 24 Monaten sind das immerhin 6 Monate weniger Anspruch.
      – Wer bei der Agentur gemeldet ist hat Verpflichungen hinsichtlich Verfügbarkeit usw.. Wer nicht gemeldet ist, hat auch keine Verpflichtungen.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich will den wichtigsten Anwortteil des Privatiers noch mal dick hervorheben: An- und Abmelden führt hier nicht zu 24 Monaten ALG1-Bezug, sondern nur zu 18 Monaten!

      Daher bin ich etwas erstaunt, dass im Aufhebungsvertrag 24 Monate ALG1 „mitberücksichtigt“ wurden. Ich will jetzt nicht von „über den Tisch ziehen“ reden, aber ich sage mal dass nicht allen Betroffenen alle Fakten bekannt waren.

  15. Bei der Festlegung der 24 Monate wurde explizit auch das Dispositionsjahr empfohlen. Ich hatte nur nach der Lektüre hier kurzzeitig gedacht, dass es auch schön sein kann, wenn man gleich am Anfang alles in trockenen Tüchern hat und nicht die Formalitäten ein Jahr spatter wieder vollständig im Blick haben muss. Es kann auch heutzutage nicht alles verhandelt warden, entweder das Angebot passt oder man hat keins.

    • Gut, dann nehm ich das übern Tisch ziehen zurück und spreche nicht weiter über diese Art Reibungswärme.

      Nunja, Bescheid in der Tasche ist nur ein Teil von den „trockenen Tüchern“.
      Von trocknen Tüchern werde ich erst reden, wenn meine ALG1-Zeit vorrüber ist. Ich komme gut mit meinem Betreuer aus und er verlangt auch nicht viel von mir. Aber er kann sich ja morgen den Hals brechen (Gott behüte ihn vor allen Unbillen) und ich habe übermorgen einen neuen Betreuer, der den unbändigen Ehrgeiz verspürt mich unbedingt irgendwo hinzuvermitteln.
      Hilft Dir aber nicht weiter bei der Entscheidung ob Du das 24 Monate (nach Dispojahr) oder 21 Monate (3 Monate arbeitssuchend und 18 Monate ALG1) lang haben willst 😉

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