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Kap. 10.6.1: Abfindung – Jetzt die Abrechnung abstimmen! — 56 Kommentare

  1. Sehr guter Beitrag, vielen Dank. Was passiert eigentlich wenn die Abfindung fliest und ich aber dann schon bereits in Deutschland abgemeldet bin, bzw. Nur noch beschränkt steuerpflichtig ? Ich bin aber nirgends anders gemeldet und wenn dann in Asien. Wo versteuere ich die Abfindung ? Trotzdem komplett in Deutschland ? Wäre klasse, wenn ich hierzu was erfahren könnte, GOOGLE hilft hier nicht viel weiter, aber vielleicht kann mir hier jemand helfen ? Danke im Voraus.

  2. Hallo,
    ich habe im Januar18 meine Abfindung erhalten und ein einmaliges Monatsgehalt.
    Ich war sehr überrascht , dass mein Unternehmen als Steuerbrutto nicht dieses Monatsgehalt zugrunde gelegt hat, sondern ein
    fiktives Gehalt von zusätzlich 11x mein Monatsgehalt.
    Die Abfindung wurde zwar mit der Fünftelregelung gerechnet, aber das wirkt sich aufgrund des hohen Steuerbruttos nicht mehr aus.
    Ist das eine gängige Praxis.
    Viele Grüsse
    Doris

    • „Ist das eine gängige Praxis?“

      Auch wenn man diese Vorgehensweise leider immer wieder einmal hört (was wohl am Einsatz gewisser Software liegen mag), so ändert es nichts an der Tatsache, dass es falsch ist.

      Und von daher gilt auch in diesem Falle (wenn auch ziemlich verspätet): Es ist einen Versuch wert, die Personalabteilung anzusprechen und um Änderung der Abrechnung zu bitten. Erfahrungsgemäß stösst man dort aber selten auf große Begeisterung…
      Ich habe hier mal noch einen Link von einem ähnlichen Fall herausgesucht.

      Gruß, Der Privatier

    • Das ist schade.
      Es bleibt der Trost, dass die Steuererklärung bzw. -bescheid das wieder korrigieren wird. Dauert nur leider „ein bisschen“.

      Gruß, Der Privatier

  3. „fiktives Gehalt von zusätzlich 11x mein Monatsgehalt.“

    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz was da gemacht wird. Könnte man das mal etwas ausführlicher erläutern an einem beispiel.

    Ich verstehe es so.

    Monatsgehalt sagen wir: 5.000,- € -> Lohnsteuer basierend auf bosheriger Lohnsteuer, z.B. 3.
    Abfindung: 50.000,- € -> Lohnsteuer basierend auf Fünftelregelung.
    beides ausgezahlt im Januar 2018.

    Wo passt da jetzt ein fiktives 11-faches Monatsgehalt rein ?

    Kann man dem nicht durch geeignete Formulierung im Aufhebungsvertrag vorbeugen ?

    • Das „fiktive Gehalt“ ist wohl wie folgt zu verstehen:

      Wenn wir die Abfindung erst einmal unberücksichtigt lassen, so ergeben sich schon bei der Versteuerung von nur einem (Januar-)Gehalt mind. zwei Möglichkeiten:

      a) Man nimmt an, dies sei das vollständige Jahresgehalt und versteuert es nach der Jahreslohnsteuer-Tabelle. Die Steuer dürfte dann in vielen Fällen entfallen.
      b) Man nimmt an, der AN werde in den folgenden Monaten etwa ein ähnliches Einkommen haben und versteuert das eine Gehalt (wie üblich) nach der Monatslohnsteuer-Tabelle. Diese ist aber eben so ausgelegt, dass ein gleichmäßiges Einkommen über das ganze Jahr bereits eingerechnet ist. Somit wird ein „fiktives Gehalt“ von zusätzl. 11 Monaten angenommen. Die Steuer ist entsprechend höher.

      Wenn man nun diese beiden Varianten noch mit einer Abfindung kombiniert, ergeben sich weitere Möglichkeiten. Aber selbst mit Anwendung der Fünftelregel wäre die obige Variante b) ziemlich nachteilig. Zumindest dann, wenn kein weiteres Einkommen im laufenden Jahr geplant ist.

      Wie im obigen Beitrag bereits erwähnt, kann der AG aber diese Faktoren nicht zwingend erkennen und er muss darauf hingewiesen werden. Notfalls auch mit schriftlichen Bestätigungen.

      Ob man dies gesondert klärt oder direkt im Zusammenhang mit dem Aufhebungsvertrag ist dann eher Nebensache.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo ich möchte auch meinen Fall einmal erläutern.
    Ich werde am 31.10.21 mit Aufhebungsvertrag nach 48Jahren ausscheiden.
    Eine Abfindung von ca.58000 Euro werden mir dann im Januar 22 zufließen. Dies werden dann die einzigen Einkünfte aus nichtselbstständigen Einkünften sein.soweit sogut.
    Es werden dann in 22 wahrscheinlich noch 9monate Arbeitslosengeld und 2monate Rente zufließen, da ich dann ab 1.November 22 mit 64 Jahren abschlagsfrei in Rente gehe.
    Ich möchte natürlich auch die Abfindung mit Steuerklasse 6 vermeiden.
    Zur 5tel Regelung noch eine Frage ,wird Arbeitslosengeld und Rente mit eingerechnet,sodass damit auch eine Zusammenballung vorliegt?

    Mit freundlichen Grüßen alex

    • Für die Prüfung der Zusammenballung wird ja immer ein Vergleich gezogen zwischen den tatsächlichen Einkünften und fiktiven Einkünften, die bei ungestörter Fortführung des Beschäftigungsverhältnisses zu erwarten gewesen wären.
      Zu den tatsächlichen Einkünften gehören ALG und Rente ganz sicher dazu. Wenn damit die Rechnung aufgeht, sollte es keine Probleme geben.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Peter,

    ich dachte, mit den Abfindungsrechnern und deiner tollen Seite hätte ich alles im Griff. Habe heute meine Abfindung bekommen und bin nun völlig verunsichert…nach Rücksprache mit der Lohnabteilung ist die Fünftelregelung, Stkl. 1 und sonst keine Bezüge in SAP für 2019 eingegeben worden.
    Abfindung 160k, Netto 93k. Kann das wirklich sein??? Hat jemand ähnliche Werte? Der Sachbearbeiter beharrt auf korrekte Eingabe und hat eine Simulation ohne Fünftelregelung durchgeführt, das wäre 3k Unterschied.

    Ich weiß, Steuerberater. Aber ich möchte erstmal vorab Erfahrungswerte vergleichen…

    Danke und Gruß

  6. Wenn in 2019 allein die Abfindung in Höhe von 160 k dem z.v.E. zugrunde liegt und die Fünftelregelung anwendbar ist, dann ist der Nettobetrag deutlich zu niedrig.

    Die Abweichung muss spätestens mit der Steuererklärung für das Kalenderjahr korrigiert werden. Insofern geht zwar Liquidität, aber kein Geld verloren.

    • Danke, aber ich verstehe diese Differenz nicht. Es geht hier um 35k, die ich dem FA für 1,5 Jahre leihe. Liegt das am SAP..? Was kann ich tun, muss der AG Zinsen zahlen bei falscher Abrechnung?

    • Danke Thomas,

      ich habe inzwischen den gleichen Verdacht gehabt und mein Vorjahresgehalt eingesetzt, und es stimmt überein! Offenbar setzt SAP fiktiv das Vorjahresgehalt fest. Dem Sazwei Jahrechbearbeiter ist das offenbar egal, er beharrt auf regelmäßige Überprüfungen von SAP. Ob man dagegen klagen kann? Oder einfach 3 Jahre warten und dann die Verzugszinsen vom FA fordern..? 35 k ist sehr viel Geld…

      • Klagen wird nicht viel bringen. Du könntest ja bestenfalls Schadenersatz einklagen – doch im Nachweis eines tatsächlichen Schadens wird es Probleme geben. Zinsausfall greift da erfahrungsgemäß in den wenigsten Fällen. Außerdem: Steuerlich beginnt der Zinslauf sowieso erst nach 15 Monaten. Wenn dann der Steurbescheid kommt fallen vielleicht 2 – 3 Monate Zinsen an.

        Entweder Du kannst die Lohnabrechnung überzeugen, eine Korrektur und neue Steueranmeldung vorzunehmen (in Einzelfällen sind die Unternehmen da mitgegangen), oder Du machst so früh wie möglich die Steuererklärung, damit das Finanzamt auch veranlasst wird, schneller zu reagieren.

    • Oh. Mich betrifft das evtl. auch, ich werde Ende Jan.2020 eine Abfindung von 58.8k bekommen, werde aber ab Aug.2019 in Rente sein.
      Ist es sinnvoll, einige Monate vor der Abf.zahlung die Gehaltsabrechnungsstelle zu kontaktieren:
      (1) zur Sicherheit Fünftelregelung zu beantragen, und
      (2) mit Kopie des Rentenbescheids das anzusetzende „sonstige zvE“ zu dokumentieren?
      Die Firma „Nemesis AG“ (Abb. anders) müsste eigentlich viel Erfahrung mit Fünftelregelung haben. Aber SAP ist da auch im Einsatz.

      • …es scheint ein Eingabefehler in SAP zu sein. Ist das Arbeitseinkommen 0 muss es überschrieben werden mit 0,01 €, ansonsten wird wohl automatisch der Vorjahresverdienst von SAP eingepflegt. Mir hilft das nix…der Sachbearbeiter ist nicht motiviert…obwohl es offenbar eine Hotline von SAP gibt.

        #suchenwi: auf jeden Fall die Gehaltsabteilung kontaktieren.

        • Danke für den Hinweis!
          In meine Mail an die Lohnbuchhaltung werde ich also einfügen:
          (3) hilfsweise in SAP das erwartete Jahreseinkommen von 0.00 auf 0.01 erhöhen…

          Das führt natürlich zu Steuernachzahlung, also die Lösung mit Rentenbescheid wäre mir am liebsten.

          Obwohl, ich plane 2020 nochmal 17 frw.RV-Höchstbeiträge einzuzahlen (5 rückwirkend für 2019, 12 für 2020), um damit das sonstige zvE wirklich runterzudrücken.
          „Die Rente is sischer“, wenn man genug rein-investiert… 😀
          Sicherer als manche Wertpapiere, zumindest.

          • …in deinem Fall wäre wohl die Lösung mit dem Rentenbescheid und dem tatsächlich. Jahreseinkommen ohne Hochrechnung besser, denke ich.
            Ich selbst könnte 16k in die GRV einzahlen und wollte das auch. Ich würde bei 160k gut die Hälfte von den Steuern finanzieren…aber ein Kostenüberschlag Netto würde trotzdem über 20 Jahre Amortisation bringen…ich mache es nicht..!

          • Das Leben ist (u.a.) eine Spekulation.
            Mit frw.RV-Beiträgen hedge ich mich gegen Langlebigkeit (könnte aber auch morgen letal vom Bus überfahren werden).
            Mit vererbbaren Wertpapieren und ratierter Betriebsrente hedge ich mich gegen Kurzlebigkeit, mit all den bekannten Risiken…

            Ewige Wahrheiten: Man weiss es nicht. Man tut, was man kann. Mehr kann man nicht.

          • @PURPUR:
            zur Amortisation von frw.RV-Beiträgen: nach meiner V0210-Auskunft brauche ich, naiv gerechnet (ohne Inflation), 252.81 Monate, also gut 21 Jahre.
            Das ist lang. Vielleicht länger, als ich noch leben werde.
            Ohne Berücksichtigung von nicht prognostizierbaren Rentenerhöhungen.
            Aber da habe ich eine simple Strategie: „take the money and run“. Wenn ich die Amortisation nicht erlebe, war das halt eine Spende an die Beitragszahlergemeinschaft.
            Das letzte Hemd hat keine Taschen.

          • Hallo PURPUR

            Bei 160k müsste aber reale Amortisationszeit GRV
            ( oder wenn Dir das auf Emittentensicht zu UNSICHER ??? ist ,
            evt. Rürup ETF-Fond ??? ) m.M.n. auf Altersvorsorgebetrag ,
            deutlich besser abschneiden . Viel mehr wie 50% Steuerzahllast
            kann doch da eigentlich NICHT zum tragen kommen , oder mache
            ich da einen Denkfehler ??? . Damit müsste m.M.n. die
            Amortisationszeit , doch bereits deutlich unter 15 Jahre
            sinken . Ich glaube ( so meine Meinung ) besser und schneller
            wie bei einer rel. hohen Abfindung , kann man doch die FA
            Beteiligung an der Kapitalanlage ( hier mal REVERSE ) garnicht
            erreichen ( Also zumindest wenn noch Freibeträge AV offen sind ) .

            Aber gut , das ist natürlich eine Geschmacks / Gesundheitsfrage.
            Wenn eh bereits ZUVIEL “ Langlebigkeitsschutz “ vorhanden ist ,
            kann natürlich auch die Abgabe an das FA gewählt werden .

            Bei dem zvE und Hedging habe ich die gleiche Meinung wie suchenwi .

            @ suchenwi
            Ich muss immer wieder schmunzeln , DANKE dafür .
            Ich glaube , bereits STEILE Lernkurve durchlaufen ,
            ist ja auch kein Wunder bei der BREITEN ANLAGE .
            Den Anfängerkurs gibts doch bei Peter in der
            Plauderecke , oder ???

            LG Det

        • #suchenwi: Du musst eine sehr hohe Summe einzahlen. Und du hast Erben. Ich gehe davon aus dass in 15 Jahren unser Sozialsystem bankrott ist…bestehende Renten gekürzt werden, neue mit Höchstbetrag. Bedingungsloses Einkommen für alle und KK zahlen nur noch das Allernotwendigste…ich denke das ist geplant.
          Ich verfolge die Politik seit mehreren Jahren und bin völlig desillusioniert 🙁

          Aber natürlich liegt Dein Fall steuerlich anders…ich erinnere mich aber dass Du Töchter hast, die GRV wäre für sie verloren…

          • @PURPUR
            Ja, ich selbst habe ausgesorgt, aber für meine Töchter will ich schon noch gut sorgen.
            4/5 meiner Altersersparnisse (vererbbar) sind in breit diversifizierten, ertragreichen Wertpapieren, das fine-tuning (wo Erträge am günstigsten reinvestiert werden) ist mein Job.
            Die GRV ist quasi ein anderes Standbein der Diversifizierung. Damit ich persönlich nie von Wertpapiererträgen abhängig werde…
            Außer dem Katastrophenfall stationäre Pflege, dann bricht alle Planung zusammen.

        • @suchenwi
          …ja der Fall Pflegeheim zerstört alle Planung. Entschuldige ich bin noch so aufgeregt wegen der Zahlung heute, warte schließlich seit einem Jahr darauf…und jetzt evtl. nochmal 1,5 Jahre. Da habe ich dein Kommentar falsch verstanden und deine Höchstbeiträge verstanden als 17 Entgeltpunke. Bei mir machen 2 EP 16k Nachzahlung aus. Du machst alles richtig 🙂
          Dein Wertpapier-Wissen hätte ich gerne, als Anfänger weiß ich noch nicht wo ich anfangen soll…Crowdinvest finde ich insgesamt über alles mit Annahme 25/1 Gewinn/Totalausfall auch nicht gerade lohnend…

          • Och Gott, mein Wertpapierwissen ist praktisch erst knapp ein Jahr alt (1.2.2018 eingestiegen).. ETFs auf Indizes wie MSCI World und MSCI EM sind ein solider Einstieg, aber nicht so ertragreich.
            Es gibt auch ETFs auf Dividendenaktien (Global Select, Eurostoxx, Asia Pacific, Deka Dax+), die etwas mehr bringen. Oder auch an Anleihen (z.B. US-FED, oder USD-High Yield…)
            Am ergiebigsten fand ich bisher US-REITs und BDCs: Oxford Lane Capital (OXLC), New Residential (NRZ), Blackrock Capital (BKCC), Omega Healthcare Investors (OHI)…
            Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen 🙂

          • Präzisierung: mit US-FED meinte ich WKN:A0LGP4 iShares USD Treasury Bonds 7-10yr – damit bin ich auch in der Kursentwicklung amerikanischer Staatsanleihen investiert, mal schauen…

          • @suchenwi

            …ich habe absolut keine Erfahrung, verstehe fast nix von all dem was du da schreibst. Nur ein bisschen quergelesen über ETFs und Crowdinvest. Überall stehen die Ampeln eher auf rot. Gibt es einen seriösen Anfängerkurs…ich möchte keine 100 k einfach so auf dem Konto liegenlassen. Ökonomen gehen von einer Inflation aus, die etwa das Doppelte der veröffentlichen Zahlen ausmachen, also 4-5%.
            Überall im Net stehen Hinweise, die bei Näherem betrachtet unseriös sind.

            Ich glaube, hierfür Thema verfehlt…Peter wird sonst sauer…

        • @Det: Das FA schenkt uns auch nichts, nein meine Überlegung ging eher in Richtung Kleinimmobilie im Ausland.

          Und Du hast natürlich recht, meine Berechnung war nicht korrekt, konservativ gerechnet (netto und 3% Rentenanpassung 2019) komme ich auf 13,7 Jahre bis zur Gewinnzone.

          LG

          • Hallo PURPUR
            Kleinimmos im Ausland , KEINE AHNUNG ( Ich hatte zwar
            mal eine im Ausland , war aber A) Privat , B) OHNE VuV
            – D.h. , Ergebnis : G/V war dann wie Gold , den Spek.
            Steuer-Bereich zuzuordnen , Kosten ohne Anerkennung ) .

            Was das mit einer hohen Abfindungszahlung zu tun haben
            könnte , KEINE AHNUNG . ( Ich lerne aber gerne dazu ,
            dann aber besser , in der Plauderecke !!! )

            Bei den Amortisationszeiten , würde ich nochmal dringend
            insbesondere bei hohen Abfindungen , die Rechnung von
            Heribertos , insbesondere bei 5 tel Regelung , überprüfen .
            Könnte m.M.n. sein , das bei ZUSAMMENWIRKEN , evt. noch
            kürzere Amortisationszeiten entstehen ?????
            M.M.n. Individual-Frage .

            LG Det

          • Ich kann mich da Det nur anschliessen!

            * Immobilien im Ausland mag ein interssantes Thema sein. Aber bitte nicht unter diesem Beitrag, sondern in der Plauderecke.
            * Das gilt auch für Rendite-/Amortisationsberechnungen von Altersvorsorge:
            Sehr interessant, aber bitte im entsprechenden Beitrag.
            * Und auch damit hat Det Recht: Die Zeiten können erheblich(!) kürzer sein. Es kommt auf die individuelle Situation an. Aber, wie gesagt: Bitte an anderer Stelle, z.B. hier: https://der-privatier.com/kap-6-8-2-freiwillige-einmalzahlungen-in-die-rentenversicherung/

            Gruß, Der Privatier

  7. Moin Purpur,
    die Abfindung darf nicht als ‚Gehalt‘ angegeben werden, sondern muss als’Entgeld für mehrere Kalenderjahre‘ oder ‚Entschädigung‘ versteuert werden. Das kannst Du evtl. auch noch in der nächsten Steuererklärung geradebiegen.
    Meine Abfindung in 01.2018 war höher und die Steuer deutlich niedriger als bei Dir (auch Stkl. 1).

    • Danke das beruhigt mich. Ich konnte im ersten Moment nur nicht glauben dass langjährige Fachleute und SAP so wenig perfekt sind, angeblich wäre ich der einzige dem diese Differenz auffällt???
      Es scheint dieser Automatismus von SAP zu sein, der einem Lohnsachbearbeiter aber ganz sicher hätte auffallen müssen…

  8. Hallo PURPUR,

    exakt vor einem Jahr war es bei mir das Gleiche: Die Abfindung wurde viel zu hoch besteuert. Bei mir kam sogar noch ein weiterer Punkt hinzu: Im Abfindungsjahr sollte man aus Steuergründen das zusätzliche Gehalt auf Null reduzieren. Deshalb hatte ich meine Direktversicherung ausfinanziert, d.h. alle Beiträge, die bis zum Vertragsende angefallen wären, habe ich am Stück einbezahlt. Geplant war, dass dieser Betrag dem Januargehalt entnommen wird, meine ehemalige Gehaltsabteilung hatte es aber der Abfindungszahlung entnommen.

    Ich hatte die beiden Punkte bei der Gehaltsabteilung beanstandet und die verhoffte Korrektur mit einer Märzabrechnung war noch schlimmer. Daraufhin habe ich mich an den Chef der Gehaltsabteilung gewendet, unseren Betriebsrat in Kopie zu meinem Schreiben gesetzt und siehe dar, mit die Aprilabrechnung (ich war ja seit 31.01.2018 raus aus dem Unternehmen) war dann die Abrechnung korrekt und ich erhielt eine ordentliche Nachzahlung. Dennoch werde ich jetzt bei meiner Steuererklärung nochmal rund 10.000€ zurückbekommen, aber dann passt es auch zu den Angaben des Abfindungsrechners.

    Eine Erklärung habe ich nicht wirklich. Ich denke, dass SAP davon ausgeht, dass ich mein Januargehalt auch die restlichen 11 Monate erhalten würde.

    Mein Tipp: Bei der Gehaltsabteilung eine Korrektur einfordern und nach meinen Erfahrungen gleich den Schmitt und nicht das Schmittchen einbinden.

    Schlimmstenfalls erhält das Finanzamt einen kostenfreien Kredit und Du erhältst das restliche Geld nächstes Jahr bei Deiner Steuererklärung.

    Gruß Holger

    • Danke Holger,

      vermutlich wurde auch bei Dir das Vorjahresgehalt automatisch eingepflegt.

      Ich habe um Korrektur gebeten, werde ggfls. den Betriebsrat einbinden. Klar bekomme ich das vom FA zurück, aber niemand leiht mir efür 2,5 Jahre so viel Geld ohne Gegenleistung…

      • Es hat sich gelohnt. Meine Abfindung wird mit der nächsten Lohnabrechnung korrekt versteuert. Stimmt mit den Abfindungsrechnern überein.
        Rücksprache des Sachbearbeiters mit SAP hat tatsächlich wie erwartet ergeben, dass das Vorjahresgehalt eingerechnet (und vermutlich nicht angezeigt) wird. Allerdings wird jetzt ALG1 eingegeben.

        • Immerhin erfreulich, dass sich der Sachbearbeiter die Mühe gemacht hat, die Frage direkt mit SAP zu klären! Ist auch nicht unbedingt selbstverständlich.

          Hauptsache ist aber, das Ergebnis ist jetzt so wie gewünscht. Sehr gut!

          Gruß, Der Privatier

  9. @PURPUR und @All:

    Wie ich sehe, habt Ihr das „Rätsel“ inzwischen bereits gelöst.

    Ich drücke mal die Daumen, dass die Abrechnung noch einmal korrigiert wird. Mit ein wenig Druck über die entsprechenden Vorgesetzten und ggfs. Betriebsrat lässt sich die Motivation der Sachbearbeiter ja vielleicht noch ein wenig erhöhen. 😉

    Positiv ist, dass es sich um eine Abrechnung des laufenden Jahres handelt. Da bleibt erstens genügend Zeit und zweitens ist eine Korrekur sehr viel leichter durchzuführen, als wenn sie vom Vorjahr wäre. In einem solchen Falle würde ich die Chancen eher gering sehen.

    Negativ ist allerdings, dass ALLE Mitarbeiter des EX-AGs in der Regel keine große Motivation haben, einem Ehemaligen (der zudem noch einen Haufen Kohle mitnimmt) großartig zu helfen. Ist leider so – dennoch viel Erfolg!

    Gruß, Der Privatier

  10. Ich möchte hier kurz auf eine weitere Diskussion zur Problematik eines „fiktiven Jahresgehaltes“ hinweisen, zu der es einige Antworten und eine recht ausführliche Erläuterung von Thomas Schulze gibt.
    Diese vollständige Diskussion ist unter dem Beitrag über die Fünftelregel zu finden.

    Gruß, Der Privatier

  11. Hallo zusammen,

    erst mal ein großes Dankeschön, dass es so gut aufbereitete Seite zum Thema der finanziellen Unabhängigkeit gibt. Großartig!
    Ich habe mir meine Abfindung aus 2018 komplett im Jahr 2019 auszahlen lassen. Nun werde ich keinerlei Einkünfte in 2019 erhalten, da ich gerade eine Weltreise mache. Ich ging ursprünglich davon aus, dass ich bis zu 100% der bereits gezahlten Steuern mit der Steuererklärung zurück erhalten werde. Nach Eingabe der Daten meiner Lohnsteuerbescheiningung für 2019 in die (alte) Steuersoftware für 2018 erhalte ich lediglich ca. 5.000 zurück. Wo ist mein Fehler? Sollte ich damit evtl. doch zum Lohnsteuerhilfeverein gehen?

    Lohnsteuerbescheinigung für 2019:
    Steuerklasse: 6
    Zeile 3: 45.747€ (Abfindungsbetrag)
    Zeile 4: 15.830€
    Zeile 5: 870,65€
    Zeile 19: 45.747€ (Abfindungsbetrag)
    sonst sind keine weitere Daten auf dem Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung

    Herzlichen Dank für die Hilfestellung!

    • „Wo ist mein Fehler? „

      Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Annahme war falsch, oder die Berechnung. 🙂

      Ich tippe einmal, dass der „Knackpunkt“ in der Anwendung der Fünftelregel liegt (nur eine Vermutung).

      * Falls die Annahme darauf beruht, dass die Fünftelregel angewendet werden kann, wäre dies zu überprüfen! Liegt eine Zusammenballung der Einkünfte vor? Falls nicht: Keine Fünftelregel. Und dann besteht aus meiner Sicht kein Grund zur Annahme, dass die Steuer=0 sein könnte. Auf diesen Effekt habe ich übrigens im Beitrag „Abfindung und Steuern: Besonderheiten“ hingewiesen. Oder auch in: „Hinweise zur Fünftelregel: Grundlegendes„.

      * Falls aber die Fünftelregel zur Anwendung kommen kann, wäre die Frage, ob denn das Steuerprogramm in der Lage ist, dies zu erkennen und entsprechend richtig auszuführen. Hier kann ich wenig zu sagen, da ich die Programme im Einzelnen nicht kenne. Ggfs. eínmal im „Kleingedruckten“ nachsehen, ob man dies evtl. manuell steuern kann.

      Gruß, Der Privatier

      • Herzlichen Dank für die Tipps und Hinweise. Ich werde mich nochmal mit dem Softwareanbieter in Verbindung setzen und explizit bzgl. der Fünftel-Regelung anfragen.

        Viele Grüße

        • Und vielleicht mit dem Arbeitgeber auseinander setzen.

          So weit ich weiß, werden Bezüge die der Fünftelregelung unterliegen in Zeile 10 (und auch nur da) und nicht in Zeile 19 bescheinigt. Inhaltlich leicht zu erkennen, da eine Abfindung et. al. ja gerade KEINEN BruttoARBEITSLohn darstellt.

          • Moin,
            Naja,

            „19.Steuerpflichtige Entschädigungen und Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre, die nicht ermäßigt besteuert wurden – in 3. enthalten“

            -heißt ja eben auch, was der AG nicht ermaessigt versteuert hat (ob nun zurecht oder nicht), kann er da schon eintragen, ebenso in Zeile 3 dann auch….

            Ich befürchte hier auch:
            Keine Zusammenballung => Keine Fünftelregelung => Normale Versteuerung.

            Nun, das FA wirds schon richten, ob nun so oder so…

            Gruesse
            ratatosk

          • Richtige Antwort von ratatosk: Ein Eintrag in Zeile 19 bedeutet ja nur, dass der Arbeitgeber (noch) keine ermässigte Besteuerung vorgenommen hat. Und diese Zeile ist ausdrücklich sowohl für Arbeitslohn UND Entschädigungen (sofern für mehrere Kalenderjahre gezahlt) vorgesehen.
            Der Arbeitgeber hat also hier nichts falsch gemacht.

            Gruß, Der Privatier

  12. Na gut, dann muss es das Finanzamt bei Abgabe in 2020 richten. Werde im Nachhinein die Fünftel-Regelung dort beantragen, da eine Zusammenballung m.E.n. definitiv gegeben ist.

    Grüße
    P. Berndl

  13. Hallo ALLE zusammen,

    auch von mir erst mal ein großes Dankeschön !!!, dass es so gut aufbereitete Seite zum Thema der finanziellen Unabhängigkeit gibt. DANKE !!!

    zu meinem „Fall“
    Ich habe ein betriebsbedingte Kündigung erhalten zum 30.6.2019
    Die Abfindung wird im Februar 2020 ausbezahlt.

    Nun ist es ja so, dass dann mein neuer Hauptarbeitgeber( ab 1 Juli 2019) meine Steuerklasse abruft (also für mich die Steuerklasse 1)

    und mein letzter Arbeitgeber am Termin der Abfindungszahlung (Februar 2020) die ELStAM abruft…..
    also Steuerklasse 6, da er nun als Nebenarbeitgeber gewertet wird.

    Mein beiden Fragen nun sind:

    1. Ist es so, dass am Jahresende über den Einkommensteuerbescheid ohnehin alles ausgeglichen wird…und mir dadurch keine finanziellen Nachteile entstehen (obwohl ich Steuerklasse 1 bin) ?

    2. Wird bei mir deshalb bei Auszahlung der Abfindung im Jahr 2020 die Fünftelregelung nun wegfallen ?

    3. Ist noch etwas evtl zu beachten ?

    Vielen Dank
    und Grüße und DANKE FÜR DIESE SEITE !!!

    • Wenn es einen neuen Hauptarbeitgeber gibt, muss der alte AG über die St.-Kl.6 abrechnen. Das ist soweit richtig, aber auch kein wirkliches Problem, denn:

      1. Mit der Steuererklärung und anschl. Bescheid werden die vorübergehenden Nachteile auf jeden Fall immer ausgeglichen. Die St.Kl. spielt dabei dann keine Rolle mehr.

      2. Auf die Anwendung der Fünftelregel hat diese Konstellation keinen direkten Einfluss. Man muss „nur“ (wie oben beschrieben) den alten AG davon überzeugen, dass die Kriterien zutreffen (ggfs. entsprechende Beiträge zum Thema noch einmal lesen). Aber auch hier gilt: Gelingt dies nicht, wird es spätestens im Rahmen der Steuererklärung korrigiert.

      3. Ob weitere Einkünfte über einen neuen Arbeitgeber gut sind, hängt natürlich von der weiteren Lebensplanung ab. Für die steuerliche Situation ist das in der Regel von Nachteil. Aber die Steuer sollte ja auch nicht an erster Stelle stehen. Aber je nach Konstellation der Zahlen, muss man damit rechnen, dass man ein paar Monate „umsonst“ arbeiten geht.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Eisvogel,

        wie der Privatier schon schreibt:“Ob weitere Einkünfte über einen neuen Arbeitgeber gut sind, hängt natürlich von der weiteren Lebensplanung ab. Für die steuerliche Situation ist das in der Regel von Nachteil.“
        Da möchte ich noch einen weiteren „planerischen Hinweis“ geben; besonders, wenn das künftige Gehalt niedriger liegt:
        Im Lebensalter 50 bis 60 Jahren könnte es mittelfristig einen Sinn ergeben sich arbeitslos zu melden und zumindest 1 (einen) Tag ALG1 zu beziehen bzw. den endgültigen Bescheid abwarten. Dann können Sie z.B. bei Beendigung des neuen Jobs auf Ihre festgestellten Ansprüche (mit ALG1-Tagessatz vom Gehalt bis 30.6.2019) zurückgreifen.

        LG FÜR2012

  14. Hallo Zusammen,

    ich habe eine Frage bzgl. der Verschiebung der Abfindung ins nächste Jahr. Ich habe mittlerweile viele unterschiedliche Meinungen bzgl. der Anwendung der Fünftelregel gehört, wenn man aus seinem Betrieb Ende März 2020 ausscheidet. Die eine Fraktion sagt daß hier das Finanzamt die Fünftelregel nicht anwendet da es sich um eine viel zu lange Verschiebung handelt. Die andere Fraktion sagt klar geht und verweist auf ein Urteil des BFH von 2016. Dort lässt sich dies aber nicht finden da es sich hier um eine viel kürzere Zeitspanne handelt. Hat hier jemand schon Erfahrungen gemacht?

    • Es gibt dazu ein etwas älteres Urteil des BFH vom 11.11.2009 – IX R 1/09 . Dort heisst es, Zitat:
      „Arbeitgeber und Arbeitnehmer können den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbetrags einer solchen beim Arbeitnehmer in der Weise steuerwirksam gestalten, dass sie deren ursprünglich vorgesehene Fälligkeit vor ihrem Eintritt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.“

      Ich gehöre daher zu der Fraktion, die eine Verschiebung ins Folgejahr ganz eindeutig bejaht. Die Anwendung der Fünftelregel müsste dann aber gesondert gerüft werden (Einmalzahlung, Zusammenballung).

      Gruß, Der Privatier

  15. Das klingt interessant und plausibel. Ich beabsichtige beim FA eine kostenpflichtige Anfrage anzustossen um hier eine definitive Antwort zu bekommen. Oder ist es sinnvoller es gleich über einen Steuerberater zu machen? Zusammenballung/Einmalzahlung sollte kein Thema sein da die Abfindung ca. 2 Jahresgehälter beträgt.

    • Eine Aussage des zuständigen Finanzamtes hat sicher mehr Gewicht als die eines Steuerberaters. Aber wenn vielleicht ohnehin ein Steuerberater hinzugezogen werden soll, wäre dies sicher auch ein Weg. Ist dann wohl eine Geschmacksfrage.

      Gruß, Der Privatier

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