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Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmelden — 1.693 Kommentare

  1. Liebe Experten,

    nachdem ich zum 1.4.2016 aus meinem Arbeitsverhältnis ausschied, habe ich
    bis vor Kurzem gewartet um mich am 14.7 arbeitslos zu melden, den am 2.6 feierte ich meinen 50.Geburtstag und dadurch war ich der Meinung 15
    Monate Arbeitlosengeld 1 zu erhalten. Nun bekam ich heute Post von der
    Agentur: Die Sperrzeit dauert 12 Wochen.Sie mindert Ihren Anspruch auf AlG
    um 112 Tage-ein Viertel der Anspruchsdauer? Kann das stimmen.Eine Woche Sperre habe ich noch extra erhalten für die rechtzeitige Arbeitssuchmeldung, kann das so alles richtig sein? Ich denke hierbei vor allem an die 112 Tage und die Minderung um ein Viertel..Ich denke hier wurden die 15 Monate nicht berücksichtigt??
    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    • Hallo,

      Dein Anspruch beträgt 15 Monate; das ist richtig.
      Eine Sperrfrist von 12 Wochen, am Anfang des Arbeitslosigkeit, bekommt man, wenn man den Verlust des Arbeitsplatzes (mit)verschuldet hat. Außerdem wird der Gesamtanspruch um ein Viertel gekürzt; das sind in Summe die 112 Tage.
      Dazu kommt noch die eine Woche wegen verspäteter Meldung.
      Du bekommst also die ersten 13 Wochen kein Geld, Dein Anspruch endet 338 Tage nach Beginn (14.07.2016).

      Viele Grüße, Hardy

    • Hallo Bettina,

      es tut mir leid, wenn das bei Dir bisher wohl nicht angekommen ist – aber Hardy hat vollkommen Recht: Eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe zieht nicht nur die allseits bekannte 3 monatige Sperre zu Beginn der ALG1-Zeit nach sich, sondern ist auch mit einer Verkürzung der Anspruchsdauer um ein Viertel des eigentlichen Anspruches verbunden. Und dann kommt das mit 112 Tagen wohl hin. Habe jetzt nicht nachgerechnet, dürfte aber in etwa stimmen.
      Ich versuche auch immer, darauf hinzuweisen, weil ich weiß, dass dies vielen nicht bewusst ist. Habe ich gleich zu Beginn im Beitrag „Kap. 3.4.1: Der Vertrag – Formulierungen“ bereits erwähnt: „…ansonsten hat man eine Sperre von 3 Monaten und eine Kürzung um ein Viertel der Anspruchsdauer schon so gut wie sicher.“, aber auch immer wieder in den verschiedenen Kommentaren, zuletzt vor ein paar Tagen in einer Antwort auf Tim.

      In Tims Fall wäre das übrigens noch deutlich härter: Bei 24 Monaten verliert man insgesamt 6 Monate. Bei 15 Monaten sind es „nur“ ca. 3 Wochen mehr, als man ohnehin erwartet hat. Ist aber trotzdem ärgerlich, wenn man nicht damit gerechnet hat. Aber korrekt ist es…

      Gruß, Der Privatier

  2. Vielen Dank für die Mitteilungen. Mein Schrecken bezieht sich allerdings nicht auf die
    Sperre als Ganzes. Ich denke eher daran, dass ich doch gar nicht arbeitssuchend war,
    sondern eine 3 monatige Dispositionszeit eingelegt habe und zum anderen sind 3 Monate
    Sperre doch nicht ein Viertel von 15 Monaten?

    • Es gibt 12 Wochen Sperre für das eigene Mitwirken am Verlust des Arbeitsplatzes. Außerdem eine Reduzierung um ein Viertel des ursprünglichen Anspruches. Ein Viertel von 15 Monaten sind 3,75 Monate, wenn wir den Monat mal mit 30 Tagen rechnen, sind das 30*3,75=112,5 Tage. Und das stand ja wohl auch in dem Bescheid, oder?

      Etwas anderes ist die zusätzliche Woche wg. nicht rechtzeitiger Arbeitsuchend-Meldung. Ist das wirklich so? Hier wären in der Tat Zweifel und ggfs. ein Widerspruch angebracht. Halte ich für nicht gerechtfertigt. Warum habe ich in einem früheren Kommentar schon einmal erläutert.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Bettina,

        man muss sich drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitsuchend melden. Wenn man das nicht tut, gibt es die eine Woche Sperrfrist.

        Viele Grüße, Hardy

      • Nun Hardy – ganz so einfach ist die Lage nicht!

        Wer gar nicht vorhat, sich nach der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einen neuen Job zu suchen, der muss sich ja wohl auch nicht arbeitsuchend melden, oder? Der §38 SGB III gilt nur für Arbeitsuchende (und Ausbildungssuchende). Aber nicht generell für alle. Wäre auch völlig sinnfrei.

        Wem aber irgendwann in seinem Leben plötzlich einfällt, dass er sich ab sofort doch wieder eine neue Stelle suchen möchte – wie sollte er dies drei Monate vorher ahnen? Zumal der §38 SGB III die Pflicht zur frühzeitigen Meldung auch nur dann vorsieht, wenn ein Arbeitsverhältnis endet.

        Ich halte daher die Sperre von einer Woche für nicht gerechtfertigt.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,

          so gesehen hast Du natürlich recht.
          Ich bin mal gespannt, wie sich der Sachbearbeiter in Bettinas Fall dazu stellt…

          Viele Grüße, Hardy

  3. Hallo Zusammen,

    ich werde auf jeden Fall Widerspruch gegen den Entscheid einlegen. Frage ist
    nur,was tun wenn wieder eine Ablehnung kommt? Zum Anwalt oder was tun?

    LG,Bettina

    • @bettina und @Hardy,

      da bin ich auch mal gespannt, was der Sachbearbeiter sagt!

      Vorsichtshalber möchte ich noch sagen, dass meine obigen Ausführungen zum §38 SGB III meine Interpretation ist, die nicht juristisch gefestigt ist! Es ist eben meine Meinung und so würde ich auch argumentieren, um einen Widerspruch zu begründen. Eine Garantie, dass dies so durchgeht, kann ich nicht geben.

      Im Übrigen wäre es ohnehin nur sinnvoll, gegen diese eine Woche einen Widerspruch einzulegen. Alles andere (12 Wochen wg. Arbeitsaufgabe, Reduzierung um ein Viertel = 112 Tage) ist korrekt!

      Tja – und was im Falle einer Ablehnung zu tun wäre? Das käme bei mir dann auf die Begründung an und ob ich sie akzeptieren kann oder nicht. Und ob ich gewillt wäre, den Aufwand für einen Rechtsstreit im Kauf zu nehmen (wahrscheinlich eher nicht).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        das mit der Sperrzeit habe ich begriffen!War eben nur mein erster Gedanke
        (3 Monate aus 15 sind 1/5). Ansonsten hoffe ich mal auf die Einsicht des Sachbearbeiters. Ein Rechtsstreit bezüglich der Woche kostet nur Nerven
        und bringt wahrscheinlich auch nichts. Ich werde Euch kurz informieren über
        das Ergebnis des Einspruchs. Euch allen vielen Dank!

      • Hallo, als Vorbereitung zu Aktionen wie den ‚euren‘ gibt es einen kleinen
        ‚Leitfaden für Arbeitslose‘ ISBN: 978-3-943787-60-3
        Dort gibt es auch viele Anregungen.

        Viel Spaß beim lesen.

      • @privatier und @hardy

        ja die Agentur für Arbeit sieht es leider anders, mein Einspruch wurde abgelehnt. Sie beziehen sich auf die Pflicht, sich 3 Monate vor Arbeitsende
        arbeitssuchend zu melden. Anscheinend bezieht sich die Ablehnung darauf, dass jemand 3 Monate vor Arbeitsende nicht nachweisen kann, ob
        er tatsächlich eine Dispositionszeit plant. Auf jeden Fall gehts um den
        Gesetzestext:….ist verpflichtet sich 3 Monate vor Ende arbeitssuchend zu melden…Ich hab nen Rechtschutz, glaub aber nicht, dass ich hier als Gewinner vom Platz gehen würde..

        • Die Frage ist wohl, ob es sich für die eine Woche lohnt, einen Rechtstreit zu führen? Obwohl es sicher einmal interessant wäre, diese Frage einmal juristisch klären zu lassen!

          Meine Auffassung ist nach wie vor: Die im §38 SGB III festgelegten Pflichten beziehen sich eindeutig auf Arbeitsuchende. Wer gar keine Arbeit sucht, hat demnach auch diese Pflichten nicht.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            im Gesetz steht: „Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden.“
            Also müsste man sich immer drei Monate vor Arbeitsende arbeitsuchend melden.
            Drei Monate vor Ende des Dispojahres besteht diese Pflicht nicht, da man sich dann ja nicht in einem Arbeitsverhältnis befindet.

            Viele Grüße, Hardy

          • Hardy, ich weiß ja, was im Gesetz steht! Aber der §38 SGB III hat ja auch eine Überschrift. Und die lautet: „Rechte und Pflichten der Ausbildung- und Arbeitsuchenden“ .

            Das gilt also nicht für alle Menschen auf der Welt, sondern nur für solche, die eine Ausbildung oder eine Arbeit suchen.
            Aber das haben wir ja inzwischen auch schon mehrfach und ausführlich diskutiert (z.B. ausführlich =>hier).

            Und auch wenn ich der Meinung bin, dass eine vorzeitige Meldung nicht immer erforderlich ist, würde ich trotzdem jedem raten, es dennoch zu tun, wenn man weitere Sperren sicher vermeiden will. Es ist allerdings auch immer eine Abwägung, was einem mehr Wert ist: Die eine Woche Sperre oder drei Monate Ruhe?

            Gruß, Der Privatier

        • Hallo Ihr beiden,

          Recht haben und Recht bekommen sind meist zweierlei. Vom reinem Menschenverstand gesehen ist die Entscheidung natürlich nicht verständlich.
          Aber wieviele Gerichtsurteile sind das ebenso wenig. Ich habe die Woche ja vorab einkalkuliert,weil ich eben wie Peter schon sagt, meine Ruhe haben
          wollte. Ich habe den Widerspruch eingelegt, weil die Argumente von Peter
          nachvollziehbar sind..mal sehen, vielleicht rufe ich mal bei meinem
          Rechtschutzversicherer an..
          LG
          Bettina

  4. Hallo… ich lese hier so viele aufklärende Dinge, dass ich jetzt auch mal mit meiner Frage um Hilfe bitte. Ich bin Existenzgründer/ Selbstständig (seit Jan. 15) und zahle seither in die freiwillige ALV ein. Seit Nov 15 mit aufstockend ALGII. Nun möchte ich mein Gewerbe auf „Nebengewerbe“ ummelden und ggf einem Teilzeitjob nachgehen. Andererseits habe ich ja nun auch neuen Anspruch auf ALG I. Ich finde aber leider nirgendwo im Netz einen plausible Aussage zur Höhe. Damals bei der Existenzgründung sagte man mir, wenn ich nach 12 Monaten feststellen sollte, dass das mit dem Gewerbe nichts mehr ist, dann würde ich wieder mein davor bezogenes ALGI bekommen. Im Netz finde ich allerdings immer die Aussage, dass sich die Höhe nach Qualifikation richtet (zB bei Wikipedia). Was ist denn nun richtig? Vielen Dank und LG Andrea

    • Tja… das hängt nun von verschiedenen Dingen ab…
      Ich möchte aber das Thema „ALV für Selbständige“ hier nicht weiter vertiefen. Unter anderem auch deshalb, weil ich mich zu wenig damit befasst habe, um hier ausführlich Auskunft geben zu können.
      Ich möchte aber gerne auf eine kürzlich geführte Diskussion hinweisen, die schon eine ganze Reihe von Fragen beantworten dürfte (und mehr weiß ich ohnehin nicht!). Vielleicht helfen die Hinweise dort ja ein bisschen weiter.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Privatier,
    vielen Dank für eine Antwort. Ich habe gestern noch ein wenig „hier“ gelesen und bin hoch erfreut, dass es so ein „Lexikon“ hier gibt. Ich meine auch, inzwischen eine Antwort gefunden zu haben. Da ich noch innerhalb der ersten zwei Jahre der Existenzgründung bin, oblige ich wohl dem „Bestandsschutz“, was die Berechnung des ALG I angeht. Ergo, die Berechnung bleibt so, wie sie vor der Existenzgründung war. Wäre wünschenswert. Nichtsdestotrotz werde ich hier zumindest weiterlesen… so rein aus Wissbegier.
    Herzlichen Gruß – Andrea

    • Ja – bei aller Vorsicht, ich denke Ihre Einschätzung bzgl. des Bestandschutzes ist richtig. Ich sehe das auch so.
      Das „Nebengewerbe“ (bitte unbedingt auf die Bedingungen hinsichtlich Stunden-Zahl, etc. achten!!) hat zudem den Vorteil, dass Sie dies auch neben dem Bezug von ALG1 weiterbetreiben dürfen.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier,

    zuerst ein großes Kompliment an Sie, für diese Seite!

    Ich werde im Dezember 58 Jahre und habe mich im Oktober 2014 unter Einhaltung aller Termine Arbeitslos gemeldet. Vom Arbeitsamt habe ich entsprechende Bescheide. Aufgrund von Abfindung habe ich mich am 01. Februar 2015 wieder abgemeldet und übe seit dem einen 450€ Job aus. Nun möchte ich mich ab 01. Oktober wieder Arbeitslos und Arbeitssuchend melden.

    Nun zu meiner Frage/n:
    Muss ich mich 3 Monate vorher anmelden, oder reichen 2 – 3 Tage?

    Von einem Bekannten der eine ähnliche Konstellation hat wie ich, wurden aufgrund seines Alters welches er bei seiner Wiederanmeldung (58 Jahre) erreicht hat auf 24 Monate erweitert, abzüglich der schon erhaltenen Leistungen. Mir wurde mal gesagt, dass das Alter zum Zeitpunkt der ersten Anmeldung gilt.
    Kann diese Möglichkeit bestehen?

    Und zum Schluss:
    Es gehen immer wieder Gerüchte herum, dass bei Krankschreibung die Arbeitslosigkeit für die Dauer entsprechend verlängert wird.

    Für Ihr Antworten im Voraus vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bayer16

    • Danke für das Kompliment. Allerdings sind meine Kenntnisse in manchen Bereichen doch recht dünn, bzw. gar nicht vorhanden. Das trifft z.B. auch auf sämtliche Regeln rund um den Minijob zu. Ist nicht wirklich mein Thema.

      Deshalb kann ich die Fragen nur teilweise beantworten:

      1. In §38 SGB III heißt es, dass sich ein Arbeitsuchender, dessen Arbeitsverhältnis endet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden muss. Wenn man es nicht so lange im Voraus weiß, spätestens drei Tage nach Kenntnis.

      2. Durch einen Minijob erwirbt man keinen Anspruch auf ALG1. Mit der erneuten Arbeitslosmeldung werden daher auch keine neuen Berechnungen (z.B. Alter) durchgeführt. Es gilt innerhalb von vier Jahren der alte Anspruch nach (Rest-)Dauer und Höhe.

      3. Eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit von z.B. einer Woche meldet man wie man es von einem AG her kennt, der Agentur. Diese zahlt weiter und es ändert sich nichts an Dauer und Höhe des ALG1.
      Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen, so fällt man aus der Arbeitslosigkeit heraus und die Krankenkasse zahlt weiter. Nach Genesung muss man sich wieder neu arbeitslos melden. Der alte Anspruch wird dann fortgeführt.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier,

    meine Frage bezieht sich auf mein ANspruch auf Weiterzahlung meines Arbeitslosengeldes.

    Die Situation ist folgende:

    HAbe für drei Monaten Arbeitslosengeld I bezogen, dann eine Stelle im Ausland gefunden, die ich angetreten habe. Jetzt während der Probezeit, habe ich festgestellt, daß die Arbeit nicht das ist, was ich mir erhofft habe, 12 Arbeittstundentag, Wochenendarbeit, ständig unter Stress usw. Möchte ich diese jetzt selber kündigen, und zurück nach Deutschland gehen. Werde ich dann natürlich gesperrt, denek ich, kann aber unter Umständen nachweisen über ärztliche Bescheinigung „meinen körperlichen Abbau“, vor alllem psichisch, weiss nicht, wie das funktioniert. Könnten sie mir mich in der Situation beraten?

    Vielen Dank

  8. Guten Tag Herr Privatie,

    zunächst mal vielen Dank für all die Informationen im Internet und Ihr Buch liest sich sehr interessant und kurzweilig. Schade, dass ich diese Seiten und das Buch erst gestern entdeckt haben. Sie werden sicherlich erraten warum ich mich hier an Sie wende, genau: Ich habe einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung und Übergangsgeld bis zum 60 Lebensjahr (Jahr in dem die Betriebsrente ausgezahlt wird) unterschrieben und werde per 01.10.2016 arbeitslos.

    Folgende Eckdaten:

    Auszahlung der Abfindung ist bereits auf Jan 2017 verschoben.

    Arbeitssuchend gemeldet am 08. Juli 2016

    Sperrzeit: 3 Monate

    Ruhezeit bis 04. Juni 2017

    ALG1 ab 05. Juni 2017

    ALG1 gekürzt von 18 auf 13,5 Monate. Sanktion wegen dem Aufhebungsvertrag, den ich angenommen habe.

    Mein Plan ‚A‘ war bis jetzt das Dispositionsrecht in Anspruch zu nehmen, um nach den 12 Monaten der Sanktion zu entgehen und für 18 Monate ALG1 zu erhalten.

    Ich würde mich dann also erst 02.10.2017 ( der 01.10.2017 ist ein Sonntag) beim Arbeitsamt arbeitslos melden und ab Oktober 2017 ALG1 erhalten. Den Termin würde ich mir natürlich vom Arbeitsamt nochmal bestätigen lassen. Wäre das schon alles? Das würde ja bedeuten, dass ich automatisch beim Arbeitsamt nicht mehr als arbeitssuchend geführt werde und keine Aufforderungen zu Bewerbungen erhalten würde. Sehe ich das richtig ?

    Nach der Lektüre Ihrer Artikel habe habe ich noch eine Plan B entwickelt ‚Anmelden und sofort wieder abmelden‘.

    Ich würde mich im Laufe des September zum 01.10.2016 arbeitslos melden. Am Dienstag den 04.10.2016 (erster Arbeitstag nach dem 31.09.2016) dann beim Arbeitsam wieder wieder abmelden und die Leistungen ALG1 erst im Januar 2018 beantragen, wegen der Steuerlast. (Auszahlung der Abfindung ist in 2017)

    Auch weil diese Variante nicht so ‚riskant‘ ist wie das Dispositionsjahr, würde ich das bevorzugen.

    Meine Frage zielt bei Plan ‚B‘ vor allem darauf ab, ob das so geht und ob die Verlängerung des ALG1 von 13,5 auf 18 Monate greift, da die Sanktion nach 12 Monaten entfällt.

    Vorab schon herzlichen Dank

    • Hallo Ulrike B.,

      bei Plan „A“: wichtig sich zum 1.10.2017 arbeitslos melden! Die Meldung kann schon vorher erfolgen, aber eben zum 1.10.2017!

      Bei Plan „B“: die Kürzung der ALG1-Tage um ein Viertel „greift“ hier!

      Was generell für Unruhe sorgen kann ist die Zahlung von Übergangsgeld; hier kommt es ggf. sehr stark auf die Formulierungen im Aufhebungsvertrag an. Sie meinen hier wohl NICHT Übergangsgeld wie hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbergangsgeld
      Bestimmt wird sich der Privatier noch zu Ihrem Beitrag äußern.

      LG FÜR2012

      • Hallo Ulrike B.,

        wenn ich das Wort „Übergangsgeld“ einfach einmal ignoriere (denn dazu kann ich nichts sagen), hört sich Ihr Plan „A“ schon ganz okay an. Allerdings nur mit den Hinweisen, die Für2012 schon gegeben hat! Auf jeden Fall die Meldung vorher machen und ZUM 1.10.2017.

        Und Plan „B“ wäre nur sinnvoll, um Steuern zu sparen. Er schützt aber NICHT vor den Sanktionen! Hier würde es sowohl bei der Sperre (inkl. Verkürzung des Anspruches), als auch der Ruhezeit bleiben.

        Allerdings müsste man jetzt noch klären, was es genau mit dem „Übergangsgeld“ auf sich hat und inwiefern es die Überlegungen beeinflusst. Auf der anderen Seite würde mir die Erklärung dazu aber auch nicht viel helfen, weil ich mich mit diesen Thema gar nicht auskenne. 🙁

        Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Herr Privatier, Fuer2012,
    vielen Dank für die freundliche und schnelle Hilfe !!

    Wegen dem Übergangsgeld kein Problem, da werde ich jetzt mal auf das Arbeitsamt zugehen und mich kundig machen.

    Liebe Grüße ULrike B.

  10. Sehr geehrter Herr Ranning,

    erstmal vielen Dank für Ihre interessante Beiträge im Blog. Ihr Buch habe ich natürlich mit Interesse gelesen und viel , vor allem was die Finanzen angeht gelernt. Einige Fragen habe noch und zwar zum Umgang mit der Arbeitsagentur.
    Bin 61 Jahre alt und lies mich im Mai 2016 vom Arbeitgeber betriebsbedingt zum 31.12.2016 kündigen (7 Monate Kündigungsfrist). Da keine Aussicht auf Abfindung bestand, habe ich mit dem AG eine Freistellung vereinbart. Diese Vereinbarung steht nicht im Kündigungsschreiben, sondern wurde nur zu meiner Sicherheit auf einem extra-Blatt fixiert.
    Nun haben wir den September 2016 und spätestens am 30.09.2016 sollte ich mich bei der AA
    Arbeitsuchend melden. Hierzu meine ersten Fragen:
    1. Muss bei der Arbeitsuchend-Meldung die Vereinbarung angegeben werden und wenn ja was hat das für Konsequenzen bezüglich z.B. Sperre?
    2. Nachdem man sich arbeitsuchend gemeldet hat, wird man dann auch gezwungen sich
    zu bewerben und einen neuen Job zu finden oder werden die Maßnamen erst nach der Arbeitslosenmeldung angewandt.
    3. Kann ich mich zuerst am 30.09 arbeitsuchend melden und nach dem Gespräch mit AA
    wieder abmelden damit ich meine Ruhe bis Ende 2016 habe oder muss ich arbeitsuchend bis zur Arbeitslosenmeldung sein damit Fristen eingehalten werden?
    Welche Alterativlösungen sehen Sie? Vielleicht Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldung zusammen auf den 02.01.2017 legen (natürlich mit einwöchiger Sperre).

    Für eine rasche Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Cezar

    • Zu 1: Mir ist nicht bekannt, dass eine Freistellung in irgendeiner Weise für die Agentur von Bedeutung wäre. Wenn es irgendwo abgefragt wird, sollte man es natürlich angeben. Ansonsten nicht.

      Zu 2: Mit der Arbeitsuchend-Meldung starten auch sämtliche Vermittlungsbemühungen. Allerdings gibt es meist keine Sanktionen. Ich würde dennoch zu einer Zusammenarbeit raten.

      Zu 3:Es ist erforderlich, die drei Monate gemeldet zu bleiben.

      Zu 4: Ja, gute Alternative!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        vielen Dank für die rasche Antwort, die mir auf jeden Fall hilft, die Entscheidung zu treffen.

        Gruss Cezar

  11. Sehr geehrter Privatier,
    zunächst einmal möchte ich mich herzlich bedanken für Ihre sehr umfangreichen Informationen. Sie erleichtern mir die Vorbereitung auf mein betriebliches Ausscheiden enorm, da Informationen über z.B. die Arbeitsagentur (und sogar Anwälte für Arbeitsrecht) sehr unvollständig und teils auch falsch erscheinen.
    Zu meiner Frage:
    Ich werde einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2016 schließen, mit dem meine ordentliche Kündigungsfrist unterschritten wird. Diese würde zum 30.04.2017 enden. Da ich eine private Auszeit nehmen möchte (keine berufliche Tätigkeit), ohne meinen Anspruch auf ALG I zu verwirken, scheint das von Ihnen praktizierte Modell interessant: ich melde sofort nach Unterzeichnung des Vertrags arbeitssuchend zum 1.1.2017, am 2.1.2017 melde ich mich arbeitslos, am 3.1.2017 melde ich mich wieder als arbeitssuchend/arbeitslos ab. Der Leistungsbescheid kommt vermutlich bis Jahresende 2016 (?)
    Ich weiß jetzt noch nicht, ob eine Sperr- und/oder Ruhenszeit verhängt wird und, ob diese dann aufaddiert würden (3-4?). Im Aufhebungsvertrag wird das Anstellungsverhältnis „aus dringenden betrieblichen Gründen zur Vermeidung einer ansonsten zum gleichen Termin auszusprechenden betriebsbedingten Kündigung auf Veranlassung der Gesellschaft beendet“.
    Die Frage, die ich mir stelle ist, ob ich mich nach Abmeldung am 3.1.2017 bei meinem Ehepartner familienversichern kann? Oder muß ich eine eigene Krankenversicherung abschließen? Gibt es hier Minimalbeträge oder würde das letzte Einkommen zur Berechnung des Beitrags herangezogen?
    Oder wäre das Dispositionsjahr für mich doch sinnvoller? Wie verhält es sich hier mit der Krankenversicherung?
    Ich danke Ihnen!
    Eva

    • Hallo Eva,

      so viele Fragen! Ich versuche es mal der Reihe nach:

      * Zunächst einmal zu dem zeitlichen Ablauf: Wenn Sie sich am 2.1.2017 arbeitslos melden, werden Sie wohl kaum einen Leistungsbescheid bis zum Jahresende 2016 erwarten können. Der Antrag auf Leistung wird ja erst mit der Arbeitslosmeldung gestellt und anschließend geprüft. Hat bei mir ganze zwei Monate gedauert!

      * Unabhängig davon können Sie aber trotzdem nach dem An-/Abmelde Konzept vorgehen.

      * Ob Sie eine Sperrzeit bekommen werden, ist immer schwierig zu beurteilen. Ich denke einmal: Ja. Aber aufgrund der Formulierung in Ihrem Aufhebungsvertrag besteht Anspruch auf Anwendung des § 159 Abs.3 Nr. 1 SGB III. Details dazu habe ich in meinem Beitrag über die Sperrzeit erläutert (zweite Hälfte).

      * Eine Ruhezeit werden Sie in jedem Fall bekommen, da die Kündigungsfristen nicht eingehalten wurden. Sperr- und Ruhezeiten werden nicht addiert, sondern laufen parallel ab.

      * Zur Krankenversicherung: Für die Familienversicherung gelten gewisse Bedingungen. In erster Linie wäre hier das eigene Einkommen zu prüfen! Hier taucht dann immer die Frage auf, ob die Abfindung dazu rechnet. Auch wenn es wohl schon andere Erfahrungen gegeben hat, meine Auffassung ist da ganz eindeutig: Die Abfindung zählt exakt in dem Maße zum Einkommen, wie sie bei einer Ruhezeit auch berücksichtigt würde. Und zwar sowohl von der Dauer, als auch von der Höhe. Bei Ihnen also bis max. 30.4.2017. Hinweis: Krankenkassen sehen dies im ersten Ansatz oft und gerne anders. Im zweiten, dritten oder vierten Anlauf sehen sie dann meist ein, dass mehr nicht zu holen ist.

      * Wenn die Voraussetzungen für die Familienversicherung nicht gegeben sind, bleibt nur der eigene Vertrag. Der Beitrag wird dann anhand Ihrer Einkünfte (aller!) berechnet. Während der Ruhezeit gemäß der Berechnung, wie sie bei der Ruhezeit vorgenommen wird, später dann von nur noch von der anderen Einkünften. Hier gibt es dann eine Mindest-Regelung, die ich im Beitrag über die Krankenversicherung für Erwerbslose erläutert habe (Anm.: Die dort genannten Zahlen sind allerdings nicht auf dem aktuellen Stand, stimmen aber von der Tendenz).

      * Dispojahr… ob es nun sinnvoller ist, weiß ich nicht. Das müssen Sie wohl selber entscheiden. Wenn Ihnen die Besonderheiten eines Dispojahres bewusst sind, ist das sicher auch ein Weg. Für die Krankenkasse gilt während des Dispojahres sinngemäß das bereits oben geschilderte.
      Wenn Sie u.U. in 2017 noch eine Altersgrenze erreichen, die den ALG-Anspruch beeinflusst, wäre das Dispojahr sicher von Vorteil. Eventuell auch aus steuerlicher Sicht. Aber das ist eigentlich nur anhand konkreter Berechnungen zu beurteilen (Steuerprogramm oder Steuerberater!).

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo Herr Privatier,
    danke – Sie haben sehr dazu beigetragen, daß sich die offenen Fragen lichten. U.a. auch Klarheit darüber gebracht, daß sich Sperr- und Ruhezeit nicht aufaddieren (im Gegensatz zu meinem Anwalt für Arbeitsrecht, der hier voller Überzeugung anderer Meinung ist).
    Eine erste Zahlung des Arbeitslosengeldes habe ich wohl nicht zu befürchten, daß ich sehr wahrscheinlich eine Ruhenszeit bis zum 30.04.2017 bekommen werde. Somit sollte mir das Modell erlauben, weitere Einkünfte (abgesehen von der Abfindung) auf 2018 zu verschieben.
    Die Frage, wer meinen Krankenkassenbeitrag für den Zeitraum ab 2.1.2017 (Arbeitslosmeldung) bis zur Leistungsentscheidung bzw. Entscheidung über eine Ruhezeit trägt, werde ich mit der Agentur für Arbeit klären.

    Ich danke Ihnen nochmals!
    Herzlichen Gruß, Eva

  13. Hallo Peter,

    wie ich von Dir gelesen habe, warst Du bei Deiner Abmeldung im Arbeitsamt etwas zu
    spät dran, so dass noch eine Zahlung ins Abfindungsjahr gefallen ist. Wann
    würdest Du Dich in 2016 bei der Arbeitsagentur abmelden, um in 2017 keine Zahlung mehr zu erhalten…Erfahrungswerte?

    Gruß
    Bettina

    • Nein, Bettina – bei mir lag der Fall etwas anders!

      Wenn Du dich abmeldest, ist es mit den Zahlungen sofort vorbei.
      Theoretisch könntest Du vor Weihnachten zur Agentur gehen und Dich zum 31.12. abmelden. Die letzte Zahlung wirst Du dann zwar erst im Jan. bekommen. Die Agentur wird dir aber eine Bescheinigung für 2016 ausstellen.

      Wenn Dir das zu unsicher ist, kannst Du Dich auch bereits Anfang Dezember abmelden. Angefangene Monate zählen immer noch bei der RV mit!

      Gruß, Der Privatier

      • Kleine Korrektur: Rentensteigerung wird taggenau gerechnet, so geht das zumindest aus meinem aktuellen Auszug hervor.

        Ich glaube monatsweise wird für irgendwelche Anrechnungszeiten gerechnet,
        ist nicht mein Thema, habe soweit alle erfüllt.

  14. Hallo Herr Ranning, wir hatten schon mal Anfang August Kontakt (vielen Dank nochmals), in einem Punkt bin ich mir jetzt unsicher geworden. Nämlich wenn ich das Dispojahr nutze, in meinem Fall Arbeitsende 12/2017 und tatsächliche Arbeitslos-Meldung im Dezember 2018. Hier würde ich mich arbeitslos UND arbeitssuchend in Einem melden. Oder gelte ich bereits ab Januar 2018 arbeitssuchend ? d.h. ich MUSS mich ab Januar 2018 laufend bewerben, obwohl ich das Dispojahr (2018) nutzen möchte ?
    Herzlichen Dank von Tim

    • Während eines Dispojahres muss man bei der Agentur nicht gemeldet sein. Im Grunde ist der Status „Dispojahr“ für die Agentur gar nicht existent. Also: Während des Dispojahres weder Arbeitsuchend noch Arbeitslos!

      Zum Ende hin können dann beide Meldungen zusammen vorgenommen werden.

      Das heisst aber nun nicht, dass man nicht trotzdem VOR dem Beginn des Dispojahres ggfs. eine Beratung (inkl. Absprache des geplanten Vorgehens) bei der Agentur in Anspruch nehmen sollte. Das ist keine Pflicht, verbessert aber das gute Gefühl. 😉

      Gruß, Der Privatier

  15. Guten Morgen und Danke Privatier.
    Sie schreiben zwar, es ist keine Pflicht, aber ich habe im Hinterkopf dass ich mich spätestens 3 Monate vor meinem Arbeitsende (12/2017), d.h. ca. im September 2017 beim Arbeitsamt melden MUSS. Ist das quasi dann nur eine Vorankündigung von mir an das Amt, dass ich erst Ende 2018 loslegen werde mit arbeitssuchend und arbeitslos (so habe ich das jetzt verstanden).
    Viele Grüße von Tim

    • Eine Verpflichtung sich drei Monate vor dem Beschäftigungsende arbeitsuchend zu melden, besteht nur für Arbeitsuchende. Wer gar keine Arbeit sucht, muss sich auch nicht melden. So ist zumindest meine Auffassung der Gesetzeslage.

      Da dies aber einzelne Mitarbeiter der Arbeitsagenturen schon einmal etwas anderes sehen, empfehle ich gerne, VOR diesen drei Monaten bei der Arbeitsagentur das geplante Vorgehen abzusprechen. Im Ergebnis sollte dies dazu führen, dass eine Arbeitsuchend-Meldung erst gegen Ende des Dispojahres erforderlich ist.

      Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Privatier,

    ich bin jetzt gerade in der Phase, dass ich nach einem Dispositionjahr Am 1.1.2015 meinen Anspruch auf ALG gesichert habe, seitdem einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, und plane, mich Mitte nächsten Jahres wieder wieder arbeitslos zu melden.
    In diesem Zusammenhang ergibt sich für mich eine Frage: der Anspruch auf Arbeitslosengeld muss innerhalb eines Zeitraums von maximal vier Jahren geltend gemacht werden. Bedeutet das, dass nur innerhalb dieser vier Jahresfrist Arbeitslosengeld gezahlt wird oder dass man spätestens bis Ende dieser Frist seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld wieder angemeldet haben muss und dann für den noch anspruchsberechtigten Zeitraum ALG gezahlt wird?

    Undf dannhabe ich noch ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang eventuell relevant für mich werden kann: ich habe gehört, dass das Arbeitsamt in letzter Zeit verstärkt dazu übergeht, Anspruchsberechtigtge zwangsweise in Altersrente zu schicken, wenn man die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug der Alterrente erfüllt. Das kann natürlich bedeuten, dass man nicht den kompletten Anspruchszeitraum für Arbeitslosengeld ausnutzen kann sondern vorzeitig „in Rente geschickt wird“.

    Ist Ihen dises Thema auch schon mal untergekommen?

    Liebe Grüße

    Berwilda

    • Zum ersten Punkt:
      Die Anspruch auf ALG muss lediglich innerhalb der vier Jahre wieder angemeldet werden. Der Verbrauch der Leistungen darf darüber hinaus gehen.

      Zum zweiten Punkt:
      Die zwangsweise Verrentung von ALGII-Empfängern ist lt. Bundesozialgericht zulässig, da es sich um die Beseitigung einer Hilfebedürftigkeit handelt.
      Dies ist bei ALG1-Empfängern aber vollkommen anders! ALG1 ist keine Sozialhilfe-ähnliche Hilfsmaßnahmne, sondern eine Versicherungsleistung. Auf diese hat der ALG1-Empfängern lt. §136 SBG III bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze einen Anspruch. Ohne Zweifel.

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo Privatier,

    Noch ein kurzes Thema, das im Zusammenhang mit Abfindungszahlungen und deren steuerliche Betrachtung relevant sein kann:

    Ich wurde heute in meinem Steurbescheid zum ersten Mal mit dem Begriff „Zusammenballung der Einkünfte“ konfrontiert. Dies im Zusammenhang damit, dass das Finanzamt die Besteuerung der Abfindungen nach der Fünftelregelung nicht akzeptieren wollte, da die Abfindungszahlungen auf zwei Kalenderjahre verteilt worden sei und das Einkommen im Jahr der Abfindungszahlungen unter dem Einkommen des Vorjahres gelegen habe (BFH-Urteil vom 3.7.2002, Paragraph 34 Abs. 1 + 2 EStG). Klingt zwar erstmal kompliziert, kann aber relevant sein für alle, die ihre Abfindung im Dispositionjahr erhalten und in diesem Jahr nur geringe oder keine weiteren Einkünfte haben.

    Ich habe die Kuh wahrscheinlich vom Eis bekommen, wollte es an dieser Stelle aber kurz erwähnen und anregenden, dass jeder, der sich über die Versteuerung seiner Abfindung (Fünftelregelung, etc.) Gedanken macht, auch mit dem Begriff „Zusammenballung der Einkünfte“ beschäftigt.

    Viele Grüße

    Berwilda

    • Es schadet sicher nichts, wenn immer wieder einmal auf solche „Fallstricke“ hingewiesen wird. Denn offensichtlich sind diese Bedingungen für die Anwendung der Fünftelregel nicht wirklich bekannt. Auch nach intensiver Lektüre dieses Blogs…

      Aber ich habe schon frühzeitig aber diese beiden wichtigen Punkte hingewiesen: Abfindung und Steuern: Besonderheiten.

      Trotzdem Danke für diesen Hinweis!

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo Privatier,

    Einmal mehr vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort. Die Ausführungen zum Thema Steuern hatte ich noch nicht gelesen, hätte mir aber eigentlich denken können, dass Sie den Sachverhalt beleuchtet haben.?

    Vielen Dank nochmal und beste Grüße

    Berwilda

  19. Lieber Privatier,
    darf ich hier auch etwas nachfragen.
    Sie kennen sich mit all diesen Sachen so gut aus, das ich Hoffnung habe sie können mir in diesem Wirrwarr helfen.
    Vielleicht kurz die Randdaten.
    Ich arbeite seit 30 Jahren als Erzieher.
    Musste meinen letzten Arbeitsplatz wegen Zwillingen /Schule kündigen..bzw einen Aufhebenungsvertrag.
    Dieser wurde ohne Sperrfrist vom AA genehmigt.
    Ausserdem arbeitete ich schon „nebenher (Vorwerk) seit 1,5 Jahren)
    Heißt ,in diesem Rahmen darf ich weiterhin verdienen ohne das es mir vom Arbeitslosengeld abgezogen wird.
    Ich habe auch sofort wieder einen 450 Euro Job angenommen, an dem ich ja eigentlich nur 165 Euro verdiene, alles andere wird aufs ALG angerechnet.
    Meine Idee anfangs war mich erstmal gar nicht arbeitslos zu melden.
    Allerdings hätte ich mich dann auch selbst versichern müssen 🙁
    Und jetzt kommt mein großes Problem.
    Ich bekomme rückwirkend eine Sonderzahlung (Vorwerk),jetzt 2 Monate nach Arbeitslosenmeldung. Heißt mit dieser Sonderzahlung bin ich bestimmt über den Betrag der nicht angerechnet werden würde. Kann ich mich jetzt nach nur 2 Monaten einfach wieder abmelden und in einem Monat wieder anmelden? Und mich in dieser Zeit selbst versichern? Wenn ja, wie oft darf man das machen und in welchen Abständen? Mir schwirrt der Kopf, da ich mich mit diesen Dingen so gar nicht auskenne,und auch nicht weiß ob das gerne gesehen wird,wenn man das beim AA anspricht.
    Ich hoffe sie können verstehen was ich meine 🙂 Und wäre über eine Antwort sehr dankbar
    LG Fr.Hacker

    • „Kann ich mich jetzt nach nur 2 Monaten einfach wieder abmelden und in einem Monat wieder anmelden?“

      Man kann sich auch nach nur einem Tag einfach wieder abmelden. Und später wieder anmelden. Mir ist auch nicht bekannt, dass es da irgendeine Grenze hinsichtlich der Anzahl oder der Abstände geben sollte. Irgendwann wird einem das selber dann auch zu viel Aufwand. Denn es ist ja jedesmal mit „Behördenkram“ verbunden.

      Aber ansonsten ist die Vorgehensweise durchaus in Ordnung und korrekt. Und da muss man sich auch keine Gedanken machen, ob das „gerne gesehen“ wird. Für die Arbeitslosmeldung (und Abmeldung) ist immer und ausschließlich nur die persönliche Situation und Einstellung entscheidend. Wer sich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen möchte und auch keine Leistung beziehen möchte, meldet sich ganz einfach ab. Und wenn man sich das anders überlegt, meldet man sich wieder an.
      Erst wenn sich das zum einzigen Zeitvertreib entwickeln sollte, kommen vielleicht irgendwann die Männer mit den weißen Jacken, die man nur von hinten auf- und zumachen kann. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Lieber Privazier
        ganz lieben Dank für die Antwort.
        Eine Frage habe ich noch..und hoffe sie können sie heute noch beatworten, da ich gerade sehe es ist schon der 31.1 ´:)
        Wenn ich mich jetzt 1 Monat abmelde..sagen wir vom 1 Feb.-28.Feb…und ich bekomme Geld von meiner Nebenbeschäftigung am 3.Feb (rückwirkend Januar) und am 1.März (rückwirkend für Februar). Welches Geld wird für die Berechnung ALG 1 genommen? Heisst wenn ich mich z.B, vom 1 Feb.- 2. März abmelde..werden beide Beträge nicht heran genommen? So einfach ist es nicht oder? 🙂

      • Das ist nun leider wieder so eine Frage, mit der man sich wohl stunden- bis tagelang befassen könnte. 🙁

        Ich zitiere hier einmal den Kern- und Grundsatz, dieser lautet:
        „Nach § 155 SGB III wird das Nebeneinkommen in dem Monat angerechnet, in dem das Einkommen erwirtschaftet worden ist.“

        Es zählt also hier nicht das Zuflussprinzip, d.h. es kommt nicht darauf an, wann ausgezahlt wird, sondern entscheidend ist, wann die Nebentätigkeit ausgeübt worden ist.

        Aber wie gesagt: Das ist das Grundprinzip. Wer ein bisschen tiefer einsteigen will, dem kann ich diese Links empfehlen:
        * Arbeitsagentur: Anrechnung von Nebeneinkommen
        * §155 SGB III: Anrechnung von Nebeneinkommen
        * Geschäftsanweisung der Arbeitsagentur zum §155

        Gruß, Der Privatier

  20. Hallo,
    ich habe gegoogelt aber keinen wirklichen Hinweis gefunden, umsomehr würde ich mich über eine Antwort hier in diesem (klasse!) Forum freuen:

    FALL:
    Gearbeitet und gekündigt worden, arbeitsunfähig, Auszeit, arbeitslos gemeldet (ab 01.03.2015).
    Von 12 Monaten Anspruchsdauer bislang 11 Monate erhalten bis 31.01.2016; danach bis dato Auszeit.

    FRAGE:
    Ich möchte nicht, dass der Restanspruch von 1 Monat verfällt.
    Gibt es so etwas wie eine „1-Jahresfrist“ seit dem letzten Bezug, die nicht überschritten werden darf seitdem das letzte Arbeitslosengeld bezogen wurde? Also muss ich mich vor dem 31.01.2017 wieder arbeitslos melden?

    Oder ist nur die 4-Jahresfrist § 161 (2) SGB III seit der Entstehung des Anspruchs zeitlich von Bedeutung??

    Und ist es richtig, dass die Entstehung des Anspruchs neben den sachlich Aspekten zeitlich die Arbeitslosmeldung ist §137(2) SGB III (also der 01.03.2015)?

    Besten Dank und viele Grüße, Liz

    • Hallo Liz,

      diese mysteriöse „1-Jahresfrist“ gibt es nicht. Was es gibt, ist die richtig erwähnte 4-Jahresfrist, innerhalb derer ein einmal festgestellter ALG1-Anspruch dann auch tatsächlich in Anspruch genommen werden muss, damit er nicht verfällt.

      Als Starttermin für diese Frist gilt der erste Tag, für den der Anspruch festgestellt wurde. In diesem Fall dann wohl der 1.3.2015. Demnach bliebe also noch Zeit, bis kurz vor dem 1.3.2019 um den Rest-Anspruch geltend zu machen.

      Gruß, Der Privatier

  21. Hallo Privatier,

    Ich bin Anfang 2017 62 Jahre alt geworden und seit dem 01.01.2017 auch arbeitslos.
    Bewilligungsbescheid der AfA bereits erhalten. ALG1 bewilligt für 24 Monate.
    Bisher noch keine Schikanen seitens Job Center ( persönliches Gespräch, Eingliederungsvereinbarung, Job Vorschläge, Aufforderung mich zu Bewerben ).
    Zeit bis zu regulären Altersrente: 46 Monate. Diese Zeit möchte ich möglichst geschont vor den oben angesprochenen Schikanen als Privatier verbringen da ich bereits fast 40 Jahre lang in das Sozialversicherungssystem sehr hohe Beträge eingezahlt habe und einen neuen Job benötige ich nicht.
    Die Frage, die mich zurzeit beschäftigt betrifft mein Verhalten gegenüber der AfA bzw. Job Center um nicht in eine Sperrzeit zu geraten, den kompletten Bewilligungszeitraum auszunutzen und ein Maximum an persönlicher Freiheit (wichtig für Reisen)zu haben.
    Gibt es hierzu eine goldene Verhaltensregel?
    Soll ich bei einem persönlichem Gespräch im Job Center die Karten offen legen?
    Oder wäre es vielleicht am günstigsten wenn ich mich am 01.03.2017 abmelde
    und 22 Monate vor der Rente, also am 01.01.2019 wieder Arbeitsuchend/Arbeitslos
    melde. Hier hätte ich die Hoffnung, das der Job Center mich kurz vor der Rente
    in Ruhe lässt.
    Kann hier jemand aus Erfahrung berichten?

    MfG
    Cezar

    • Hallo Cezar,

      ich war 59 als ich mich, nach Abfindung und Dispositionsjahr, zum 1.1.2016 arbeitslos gemeldet habe. Ich gehe am 1.1.2018 in die vorzeitige Rente als Behinderter.

      Bei einem ersten Termin bei der AfA wurden meine Fähigkeiten und Kenntnisse abgefragt und in einem EDV-System hinterlegt. Hier ist die erste Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.
      Ich sollte auch Zeugnisse und eine Musterbewerbung mitbringen. Das sollte man auch sorgfältig erledigen, damit man nicht in ein Bewerbungstraining gesteckt wird.
      Mein nächster Termin bei der AfA war Mitte März 2016; ich war sehr offen zu meiner Sachbearbeiterin.
      Bei mir kommt als Schwierigkeit bei der Vermittlung hinzu, dass ich über zehn Jahr in einem sehr speziellen Bereich der EDV gearbeitet habe, der auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird. Für eine Vermittlung wäre also eine umfangreiche Um- oder Nachschulung nötig. Nach Blick auf mein Profil meinte die Sachbearbeiterin, sie hätte aktuell leider auch nichts für mich, ich solle aber im Internet und in Zeitungen nach möglichen Stellen suchen, das dokumentieren und mich, wenn etwas passt, bewerben.
      Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich in die vorgezogene Rente gehen werde. Das war ihr wichtig, da damit klar war, dass ich kein Fall für ALG II werden würde.

      Man sollte auch weder eine Telefonnummer, noch eine eMail-Adresse angeben und auf ausschließlich schriftlichen Kontakt bestehen. Damit hat man eine bessere Dokumentation aller Vorgänge und es besteht die Hoffnung, dass weniger Bewerbungsaufforderungen kommen.

      Das zweite Gespräch war dann im September 2016 und in zehn Minuten vorbei. Ich zeigte der Sachbearbeiterin meine Liste der Stellenanzeigen und begründete, warum ich mich, wegen fehlender Anforderungen, nicht darauf beworben habe. Sie hatte auch keine Angebote…

      Der dritte Termin im Januar 2017 fiel, wegen Krankheit der Sachbearbeiterin, aus.

      Die Möglichkeit einer vorgezogenen Rente mit 63+x steht Dir ja auch offen. Vielleicht wäre das ja auch ein Plan? Ob Du das dann auch so machst, oder es Dir später anders überlegst, steht Dir frei…

      Viele Grüße, Hardy

    • „ein Maximum an persönlicher Freiheit (wichtig für Reisen) zu haben“
      Das musst du dir höchstwahrscheinlich abschminken. ALG I beziehen heißt arbeitssuchend sein und das bedeutet quasi tägliche Verfügbarkeit. Dein Betreuer hat da zwar etwas Entscheidungsspielraum, aber er wird dich fragen, wie du Stellen suchen willst, dich bewerben willst, auf Einladungen zu Bewerbungsgesprächen reagieren willst, etc., wenn du abwesend bist. Wenn du häufig verreisen möchtest, musst du zumindest für diese Zeiten auf ALG I und Krankenversicherungsschutz verzichten. Beides gibt es auch nur bis zu einer max. Abwesenheit von drei Wochen am Stück. Wenn du länger als 21 Kalendertage am Stück verreist, gibt es weder ALG I noch KV-Schutz.
      Gruß
      BigMac

  22. Afa ist Steuerrecht, Jobcenter Alg2 (im Volksmund Hartz IV)

    Meine Meinung:

    So lange die Agentur für Arbeit (AA) Dich in Ruhe lässt bzw. Du Dich nicht bedrängt fühlst, würde ich mich auch nicht abmelden.

    Es gibt durchaus Sachbearbeiter, die Deine Situation verstehen.
    Die Schwierigkeit besteht darin, menschlich festzustellen an wen Du geraten bist.

    Wie im privaten und beruflichen Leben auch ist das nicht immer einfach.
    Das ist einfach zu unterschiedlich je nach Agentur für Arbeit und Sachbearbeiter.

    • Ich möchte mich den letzten Worten von Robben anschließen:

      Es ist einfach zu unterschiedlich je nach Agentur und je nach Sachbearbeiter.
      Ich würde noch hinzufügen: Es hängt vielleicht auch mit dem eigenen, persönlichen Auftreten zusammen. Wer gegenüber einem kleinen Sachbearbeiter den großen Mann markiert und damit angibt, dass er mit seiner fetten Abfindung sich jetzt ein schönes Leben machen wird, darf sich nicht wundern, wenn er damit Schikanen provoziert.

      Und natürlich gehört es zu den Pflichten eines Arbeitslosen, dem Arbeitsmarkt und den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung zu stehen. Da wird man dann für eine Weile auf ausgedehnte Weltreisen wohl verzichten müssen.

      Gruß, Der Privatier

      Wer sich allerdings an die Regeln hält und sich unauffällig in das Räderwerk einordnet, kann vielleicht auch darauf hoffen, dass alle Beteiligten das Spiel ohne großes Theater mitspielen. Ich selber habe meinen Sachbearbeiter exakt zweimal gesehen: Zum ersten Vermittlungsgespräch, bei dem ich mich dann (geplant) abgemeldet habe und dann kurz vor Ende des Anspruches zum Abschlussgespräch.

      Im Übrigen sind persönliche Gespräche, Vorschläge für Bewerbungen, die sog. Eingliederungsvereinbarung (in der die Aktivitäten des Arbeitslosen festgelegt werden) und der geforderte Nachweis einer gewissen Zahl von Bewerbungen keine Schikanen, sondern gehören zu den normalen Vorgaben, die auch ein Sachbearbeiter der Agentur zu befolgen hat.

    • Ich wollte mich hier nur kurz melden um meine Erfahrung in Bezug auf Alg1 bzw. Arbeitsamt weiterzugeben.
      Bin 62 Jahre alt, seit dem 01.01.2017 Arbeitslosgemeldet und beziehe Alg1.
      Außer dem ersten persönlichem Kontakt ( 10 Minuten) mit einem Sachbearbeiter des AA am 02.01.2017, hat sich bisher noch niemand für mich interessiert. Keine EGV, keine E-mails, Briefe oder Telefonate. So kann es offensichtlich auch gehen.

      Frohe Ostern

      • Vielen Dank für diese Rückmeldung.

        Ich habe mich damals mit meinem Sachbearbeiter der Agentur ganz nett unterhalten und er hat mir erzählt, wie viele Fälle er zu bearbeiten hat. Leider habe ich die Zahl vergessen, aber es waren so unglaublich viele, dass er sich kaum mehr als 5-10 Min. mit einem Fall befassen konnte.

        Da wäre es nur vernünftig (und verständlich), wenn die Mitarbeiter der Agentur sich auf solche Fälle konzentrieren würden, wo die Vermittlungstätigkeit einen Sinn hat bzw. dringend erforderlich ist.

        Und – auch wenn es keiner offen sagen wird – so denke ich doch, dass es genau so gehandhabt wird. Alles natürlich in den zulässigen Grenzen, denn auch ein Agentur-Mitarbeiter kann nicht so einfach machen, was er will.

        Gruß, Der Privatier

  23. Hallo,

    ich danke Robben, BigMac, Hardy und dem Privatier für die wertvollen Informationen und die Berichte aus eigenen Erfahrungen, aus denen ich für mich folgende Schlussfolgerungen ziehe:
    – der kleine Sachbearbeiter bei der AA ist auch nur ein Mensch, jedoch muss er sich genauso wie ich mich an den gesetzlichen Vorgaben orientieren. Er hat wohl einen Spielraum in der Interpretation der gesetzlichen Vorgaben.
    – Arbeitslose in einem höheren Alter werden nicht so oft mit der Aufforderung sich zu Bewerben oder eigene Aktivitäten nachzuweisen,konfrontiert.
    – ein Statement gegenüber dem Sachbearbeiter der AA, dass man mit 63,64,65 Jahren vor hat in die vorgezogene Rente zu gehen, könnte die Bemühungen des Sachbearbeiters, mich in den Arbeitsmarkt zu bringen auf das niedrigste Niveau bringen.
    – da ich beim Bezug von ALG1 dem Arbeitsmarkt tagtäglich zur Verfügung
    stehen muss, kommen „ausgedehnte Weltreisen“ nur infrage, wenn ich
    dem Arbeitsmarkt in dieser Zeit nicht zur Verfügung stehe, mich abmelde
    und dann auch eine freiwillige Krankenversicherung abschließe (bin seit 1978
    durchgehend freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert).
    – nach der Durchführung meines Vorhabens (Reise) melde ich mich wieder
    arbeitsuchend an und beantrage ALG1.

    Plan

    Ziel:
    Überbrückung der 46 monatigen Wartezeit bis zu Altersrente, 1.01.2017 bis
    01.11.2020, möglichst nerven schonend und möglichst frei und unter Einbeziehung erworbener Ansprüche auf ALG1 und zusätzlicher Finanzierung aus eigenem Vermögen.

    Durchführung:
    2017 5 Monate ALG1 (Jan+ Febr+ Juli+August+Dez), 7Monate Selbstfinanzierung
    2018 4 Monate ALG 1 ( Jan+ Juli+August+Dez), 8 Monate Selbstfinanzierung
    2019 4 Monate ALG 1 (Jan+ Juli+August+Dez), 8 Monate Selbstfinanzierung
    2020 10 Monate ALG1 (Jan bis Okt), ab Nov. 2020 -> Rente
    Die Ferien- und Uraubsmonate Dezember, Januar, Juli und August habe ich gezielt
    ausgewählt, da die Besetzung der Ämter (auch AA) und Personalabteilungen der Firmen zu diesen Zeiten am niedrigsten ist. Die Zeiten in denen ich mich selbst finanzieren und
    krankenversichern muss, nutze ich für meine geplanten Reisen und ich muss mich
    nur 2 mal pro Jahr arbeitsuchend an- und abmelden.

    Ist dieser Plan durchführbar und realistisch oder gehört er zu der Kategorie „Phantasie“

    • Hallo Cezar,

      meiner Ansicht nach müsste das so gehen. Du hast vier Jahre Zeit, Deinen festgestellten Anspruch auf 24 Monate ALG1 zu verbrauchen.
      Verplant hast Du aber nur 23 Monate; warum?
      Dein Sachbearbeiter wird natürlich nicht begeistert sein, dass Du Dich ständig ab- und anmeldest, aber das Recht dazu hast Du.

      Viele Grüße, Hardy

      • Danke Hardy für Dein Kommentar und den Hinweis auf die 23 Monate.
        Habe jetzt noch in meinen Aktionsplan die 3 Wochen Urlaub eingebaut
        und denke, dass mein Vorhaben auch von meinem Sachbearbeiter spätestens
        nach dem 2. Zyklus ( Ab- und wieder Anmelden) erkannt wird und er mich
        dann in Ruhe lässt. Kann die AA mich eigentlich zwingen vorzeitig in die
        Rente zu gehen? Die Möglichkeit hätte ich ab Februar 2018.

        Durchführung (korrigiert):
        2017 6M ALG1 (Jan+ Febr+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub]+Dez), 6M Selbstfin.
        2018 5M ALG1 (Jan+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub] +Dez), 7 M Selbstfin.
        2019 5M ALG1 (Jan+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub] +Dez), 7 M Selbstfin.
        2020 8M ALG1 (Jan bis August mit3W Urlaub), ab Nov. 2020 -> Rente,2 M Sf.

        Wenn das so durchführbar wäre, hätte ich meine Ziele erreicht.

        • Im Alg1, also SGB III kann man nicht „gezwungen“ werden vorzeitig Rente mit Abschlägen zu beantragen.

          Bei gesundheitlichen Problemen und im SGB II (Alg2) ist das etwas anderes.

    • Alles korrekt, was Hardy und Robben hier schon gesagt haben.

      Ich halte allerdings die Vorstellung von „…dass mein Vorhaben von meinem Sachbearbeiter…erkannt wird und er mich dann in Ruhe lässt“ eher für Wunschdenken! Richtig ist, dass er es erkennen wird und ob sich dies nun positiv oder negativ auswirken wird, steht in den Sternen.

      Wie Hardy schon richtig gesagt hast: Rechtlich mag das in Ordnung sein. Ich persönlich würde das aber nicht machen. Auch aus Gründen der eigenen Bequemlichkeit. Aber auch um unnötige Provokationen zu vermeiden.

      Man kann das übrigens auch noch auf die Spitze treiben und sich immer gegen Ende eines Monats (z.B. am 28.) arbeitslos melden und die jeweilige Abmeldung dann auf den Anfang eines Monats (z.B. am 3.) legen. Angefangene Monate zählen in der Rentenversicherung als „belegte“ Monate und macht die Sache schön kompliziert bei der Abrechnung mit der Krankenkasse.

      Gruß, Der Privatier

    • Das mit dem Ab-und Anmelden müsste so gehen. Ich würde dabei niemals „Urlaub“ als Grund angeben, denn ich kann mir vorstellen, dass häufiger Urlaub von einem „scharfen“ Betreuer als „der will sich keine Arbeit suchen“ ausgelegt und das ALG I mit einer Sperre werden kann. Besser ist es, keinen Grund oder eine selbstständige Tätigkeit anzugeben. Noch ein vielleicht hilfreicher Tipp: Jeder Kalendermonat, in dem mindestens für einen Tag Beiträge an die Rentenversicherung bezahlt werden, zählt als voller Monat mit Pflichtbeiträgen. Das bedeutet z.B., dass wenn du vom 28.2. bis zum 1.3.2017 arbeitslos gemeldet bist und ALG I beziehst, zwei Monate Pflichtbeitragszahlung für die Rente vermerkt werden.
      Gruß
      BigMac

      • Es ist mir klar BicMac, dass ich Urlaub nur angebe wenn ich auch einen Urlaub
        von der AA offiziell genehmigt bekomme. Und das ist dann meistens
        im September, nach den großen Ferien, wo das Reisen nicht mehr so
        teuer ist. Dann nach den 3 Wochen AA-Urlaub, wenn man noch weiter
        unterwegs sein möchte, einfach bei AA online gehen und sich abmelden.
        Diese Möglichkeit bitten sie explizit an in den Broschüren und Infos.
        Im Januar ist es bei mir regelmäßig der Tinnitus, der mir das Leben schwer
        Macht und da bittet sich (ab Februar) eine privat finanzierte Kur an,
        mit der ich mein leiden mildern und die Konzentrationsfähigkeit wieder
        herstellen kann. So ein Regenerationsprozess kann ja schon 3-4 Monate
        in Anspruch nehmen, wo ich praktisch dem Arbeitsmarkt nicht zur
        Verfügung stehen kann.

        Ich danke euch für die Einschätzung meines Plans, für die Infos und die Tipps.

        Gruss
        Cezar

        • Für eine Regeneration kommt auch Krankengeld in Betracht, falls Du aus gesundheitlichen Gründen nicht vermittelbar bist.

      • Ich glaube, BigMac ging es hier um die Wortwahl. Denn das Wort „Urlaub“ ist in der Tat nicht zu empfehlen. Arbeitslose haben keinen „Urlaub“! Sie können sich unter bestimmten Voraussetzungen von ihrem normalen Aufenthaltsort entfernen (sog. „Ortsabwesenheit“). Diese bedarf aber einer kurzfristigen Genehmigung.

        Mehr Details gibt es zum Beispiel auf der Seite der Arbeitsagentur.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke Privatier. Habe verstanden. Das Wort Urlaub nur in Familie verwenden.
          Das Link nach Bayern hat mir auch geholfen.

          Habe noch Fragen zu den Pflichten als ALG1 Empfänger und zu den „Ab- und Anmelde“ Prozeduren.

          Hier noch mal meine Situation:

          – Mai 2016 betriebsbedingt gekündigt zum 31.12.2016
          – mit dem Arbeitgeber „Home Office“ mündlich vereinbart,
          was in meinem Fall quasi Freistellung mit Lohnfortzahlung
          bedeutete
          – 26.12.2016 habe ich mich online arbeitsuchend gemeldet, habe
          einen banalen Grund für die Verspätung angegeben und den Antrag
          auf ALG1 online gestellt.
          – 28.12.2016 meldet sich das AA telefonisch bei mir, bestätigt
          die Anmeldung
          02.01.2017 persönlich bei AA. Zusammen mit dem Sachbearbeiter
          Profil für die Arbeitsuche erstellt, „Lebenslauf“ und die
          Arbeitsbescheinigung abgegeben.
          – Mitte Januar Bewilligungsbescheid im Briefkasten, 1Woche Sperre,
          720 Tage Anspruch auf ALG1 festgestellt
          – 30.01.2017 erste Zahlung

          Seit dem persönlichen Erstkontakt am 2. Januar, nichts Weiteres geschehen.
          Seitens AA kein Telefon, keine E-mail und kein Kontaktversuch über mein AA- account
          Weder Eingliederungsvereinbarung, noch Arbeitsstellenangebote erhalten.

          Und jetzt meine Fragen.:
          1.Bin ich in diesem Fall auch schon verpflichtet Arbeit zu suchen, die Suche zu dokumentieren und mich zu Bewerben? Habe bisher diesbezüglich noch nichts getan!
          2. Die Abmeldung bei der AA ist „online“ relativ einfach. Bin ich dann ab dem 2.Tag der Abmeldung nicht mehr krankenversichert oder läuft die KV erstmals einen Monat weiter?
          3. Nach der Wiederanmeldung nach 3, 4 oder 5 Monaten, gilt die eventuell vorher unterschriebene Eingliederungsvereinbarung oder wenn nicht unterschrieben, dann der nachfolgende Verwaltungsakt weiter und sofort oder muss das AA mit mir die Pflichten und Rechte neu verhandeln?

          Danke im Voraus
          Cezar

          • Hallo Cezar,
            ich bin sehr verwundert, dass die AA mit dir nicht über eine Eingliederungsvereinbarung verhandelt hat. Die AA ist verpflichtet mit dir diesen Vertrag abschliessen zu wollen. Für den Fall, dass du dich weigerst die EV abzuschließen, gibt es ein festgelegtes Folge-Procedere über einen Verwaltungsakt. Aber dass das AA keine EV abschließen willl, habe ich noch nie gehört. Zur Sicherheit würde ich in online-Jobbörsen nach Stellen suchen und das dokumentieren, um im Zweifel wenigstens etwas aufweisen zu können und damit eher auf der sicheren Seite zu sein. Zu 2 und 3 würde ich schriftlich bei AA und KV nachfragen, um bei Problemen etwas in der Hand zu haben.
            Gruß
            BigMac

          • Zu 1: Eigenbemühungen und Mitwirkung gehören zu den Pflichten eines Arbeitslosen. Auch wenn dies nicht explizit in einer Eingliederungsvereinbarung festgehalten ist (und diese wird noch kommen, keine Sorge). Es wäre daher ratsam, für das kommende erste Gespräch entsprechend vorbereitet zu sein.

            Zu 2: Zu der Nachversicherungspflicht von einem Monat gibt es viele Missverständnisse. Sie gilt nämlich u.a. nur dann, wenn man innerhalb dieses einen Monats ein neues Pflichversicherungsverhältnis beginnt.
            Kurz: Bei Dir nicht!

            Zu 3: Kann ich nicht beantworten. Wie BigMac schon sagte: Entweder direkt bei der Agentur nachfragen oder vielleicht einmal in einem Spezial-Forum für Arbeitslose. Links auf solche Foren habe ich unter Empfehlungen (Blogs und Foren) ganz am Ende aufgeführt. Dort kennt man sich mit solchen Details wesentlich besser aus.

            Gruß, Der Privatier

          • BigMac und Privatier haben ja schon das Wichtigste geschrieben.

            Du hast durch die bisher fehlende EGV, ob nun freiwillig oder per Verwaltungsakt aber zumindest den Vorteil, dass Du momentan nicht mit einer Sperrzeit belegt werden kannst, aufgrund fehlender Nachweise zu Eigenbemühungen.

            Ich rate Dir aber auch zumindest was vorzubereiten in einer Liste.
            Passieren kann da erstmal nix, aber man muss ja das Glück nicht nochmal herausfordern.

  24. Hallo Privatier, hallo zusammen,
    seit fast anderthalb Jahren lese ich mit Begeisterung die Beiträge in diesem tollen Forum und habe mir ebenfalls auch das entspr. Buch gegönnt.
    Ich bin 59 Jahre alt, bin mit dem 31.12.2016 mit Abfindung aus dem Job ausgeschieden. Auszahlung Abfindung im Jan. 2017, Anmeldung beim AA zum 1.1.2017 und wieder abmelden zum 3.1.2017 hat problemlos geklappt. Alles sogar per E-Mail – ich musste nur noch irgendwann Mitte Januar alle vollständigen Unterlagen persönlich abgeben. Ich werde mich dann in 2018 wieder beim Arbeitsamt arbeitslos melden und bin bis dahin erst einmal Privatier. Termine beim Arbeitsamt waren alle kurz und knackig. Anspruch wurde berechnet und gilt jetzt für 4 Jahre. Meine Frau ist in ähnlicher Situation (Beurlaubung bis zur Rente), nur macht sie ein Dispo-Jahr bis zu ihrem 58. Geb. Auch das läuft glatt beim AA und ist dort schon alles terminlich so hinterlegt. Ich konnte mich bei meiner freiwillig KV-versicherten Frau als Familienmitglied kostenlos mitversichern. Alles bestens. Jetzt muss nur noch das Thema Rürup-Rente mit dem Steuerberater besprochen werden.
    Danke für die vielen nützlichen Informationen, ohne die wir unseren „Statuswechsel“ nie so gut hinbekommen hätten!
    Das Lernen hier hat mächtig Spaß gemacht!
    Viele Grüße
    Stephan

    • Auch schon mal an die gesetzliche Rente gedacht?

      Man kann die Abschläge ja reduzieren, durch Einmalzahlung.
      Im momentanen Zinsumfeld sollte man auch in die Richtung denken und einen Vergleich zu der Rürup-Variante ziehen.

      • Danke Robben, du hast recht. Daran hatte ich in der Tat auch schon mal gedacht, hatte dies leider schon wieder verdrängt und werde dies jetzt auch in Betracht ziehen.

    • Sehr guter Hinweis von Robben! Ich würde mich heute wahrscheinlich auch eher für eine Einzahlung in die GRV entscheiden. Steuerlich macht das keinen Unterschied.

      Ansonsten freue ich mich über die positive Schilderung der Situation, die offensichtlich gut vorbereitet und durchdacht und wohl auch bisher reibungslos verlaufen ist. Sehr gut!

      Allerdings bin ich etwas verwundert über die Formulierung mit der Ehefrau:
      Beurlaubung bis zur Rente und Dispojahr? Was genau ist denn mit „Beurlaubung“ gemeint? Für mich hört sich das nach Freistellung mit vollem Gehalt an, oder? Aber was soll dann ein Dispojahr? Ist mir irgendwie unklar.

      Gruß, Der Privatier

      • Ja, damit habe ich natürlich gerechnet, dass es Fragen zur Konstellation mit der Situation bei meiner Ehefrau gibt. Der Job meiner Frau wurde wegrationalisiert, aber statt einer Kündigung oder Aufhebung bekam sie das Angebot einer Beurlaubung bis zum frühestmöglichen Renteneintritt. Sie ist also noch immer beim Arbeitgeber „beschäftigt“, ihre Arbeitskraft wird jedoch nicht abgefordert und statt des bisherigen Gehaltes bekommt sie ein vermindertes Geld ausgezahlt. Dieses Geld wird als Ruhegeld bezeichnet und wird vom Unternehmen als betriebliche Altersversorgung deklariert. Von diesem Ruhegeld werden nur Steuern und Soli abgeführt. Um die Sozialvers. muss sie sich selbst kümmern, daher die freiwillige KV-PV.
        Während ihrer Ruhenszeit bis zur Rente kann sie sich noch zusätzlich arbeitslos melden. Dann bekommt sie ALG1. Dieses wird dann zum Teil auf das Ruhegeld angerechnet, ist im Endeffekt jedoch zusammen höher als nur das Ruhegeld allein. Und da sie erst gegen Ende dieses Jahres 58 Jahre alt wird, befindet sie sich bis dahin im Dispojahr, um sich dann erst arbeitslos zu melden und 2 Jahre ALG1 zu bekommen. Dieses Vorhaben ist beim AA schon so direkt hinterlegt also terminlich festgehalten.
        Und, man glaubt es kaum, dann kann sie noch, wenn sie möchte, während des Ruhegeldbezuges eine weitere Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber ausüben, wobei es keinerlei Einschränkungen beim Gehalt gibt. Das Ruhegeld bleibt hiervon unberührt. Allerdings darf es sich hier nicht um einen AG der GKV oder PKV handeln, da ihr ehemaliger AG eine GKV ist.
        Kaum zu glauben, aber wahr. Ich habe es zuerst auch nicht recht verstanden, aber so sieht ihr Vertrag aus.
        Gruß Stephan

      • Okay, Danke für Erläuterungen. So macht es dann auch Sinn.

        Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass eine Krankenkasse ein solches Konstrukt wählt und nicht etwa eine einmalige Abfindung. Denn eine Abfindung wäre ja (unter gewissen Bedinungen) frei von Sozialabgaben. Also auch keine KV/PV-Beiträge.
        Bei einer ratierlichen Abfindung führt es regelmässig zum Streit, ob dies nun eher als Abfindung zu sehen ist oder als eine Art Alterversorgung.
        Wird eine solche regelmäßige Leistung aber ausdrücklich als Altersversorung deklariert, ist somit auch ganz sicher, dass darauf KK-Beiträge zu entrichten sind. 😉 Sehr gut ausgedacht!

        Das muss übrigens für den Empfänger der Leistungen keinesfalls negativ sein. Das wollte ich damit nicht sagen.

        Gruß, Der Privatier

  25. Ich wiederhole hier einmal eine Frage von Robben von heute (weiter oben):

    „Du schreibst, dass Du die Zahlung von ALG nicht vermeiden konntest, weil der Antrag so lange gedauert hat. (Sinngemäß) Andererseits hattest Du doch eine Sperre von 3 Monaten.
    Hat der Antrag mehr als 3 Monate gedauert oder hab ich da jetzt was total falsch verstanden?“

    Nein, ganz so lange hat der Antrag nicht gedauert, aber so zwei Monate waren es dann doch. Gedauert hat es deshalb so lange, weil die Agentur (natürlich!) meinen Angaben keinen Glauben geschenkt hat und sich erst einmal eine Bescheinigung/Bestätigung über einzelne Details von meinem Ex-AG geholt hat. Dieser hat spät und unvollständig geantwortet. Daher dasselbe Spiel nochmal. 🙁 Ich musste ein wenig nachhelfen. Dann gings.

    Aber zum Kern der Frage: Ich hatte keine drei Monate Sperre! Schön, oder? Ich hatte nämlich nur die Hälfte der Zeit, also nur 6 Wochen. Warum und wieso habe ich in meinem Beitrag über die Sperrzeiten (zweite Hälfte) erläutert. Interessanterweise hat sich bisher noch nie irgend ein Blogleser für diese Regelung interessiert…

    Gruß, Der Privatier

  26. Alles klar. Danke.

    Der Kern meiner Frage ist folgender:
    Den festgestellten Anspruch hat man ja wenn man es wörtlich nimmt nicht „bezogen“, sondern das Alg ruht ja dann erstmal, im Falle einer Sperre.

    Ich will mich auch nur kurz arbeitslos melden, um meinen Anspruch feststellen zu lassen.
    Die Frage ist halt, was dann in solchen Fällen gilt bezüglich der 4 Jahre, da ich ja auch noch weiter Gehalt beziehe. (Freistellung)
    Ein neuer Anspruch würde wegen der weniger als 12 Monate nicht mehr entstehen.

    • Nach meiner Auffassung beginnt die Vierjahresfrist mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit oder (was dasselbe ist) mit dem Startdatum, welches im ALG-Bescheid vermerkt ist.

      Dort ist ja auch der Beginn (und das Ende) von Sperr- und Ruhezeiten vermerkt. Und das ist der Beginn des Anspruches. In diesem Falle ohne Leistung 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Danke.
        Schon klar, ich bekomme aber weder Sperr- noch Ruhezeiten.
        Mein Alg1 ruht nach §157 wegen Gehaltszahlung.

      • Meiner Auffassung nach spielt es keine Rolle, „warum“ der Anspruch ruht. Ob nun wegen laufender Gehaltszahlung oder wegen einer Abfindung. Oder wegen einer Sperre.

        Ist aber nur mein persönliches Empfinden und basiert nicht auf gesicherten Erkenntnissen.

        Gruß, Der Privatier

        • Denke ich auch und eigentlich kenne ich die ganzen Dinge schon von diversen Kollegen der vergangenen Jahre.
          Aber halt nicht mit so einer besonderen Sache wie bei mir.
          Zu viel fragen will ich da auch nicht mehr bei der AA, nach meinem letzten Erlebnis.

          Auf den Punkt gebracht habe ich die erstmal auf die neue GA hingewiesen.

          Nun verfahre ich lieber nach dem Motto, lass die mal selber gucken.
          Solange es gut für mich ausgeht und dem geltenden Recht entsprechend.

        • „Motto: Lass die mal selber gucken.“

          Sehr gutes Motto! Trägt auch enorm zu eigenen Entspannung bei. 😉

          Wenn „die“ es denn mal richtig machen würden! Bei mir vergeht kaum eine Woche, in der ich mich nicht mit irgendjemand auseinander setzen muss, weil wieder einmal irgendwas nicht in Ordnung ist.

          Ehrlicherweise muss ich aber auch zugeben, dass ich hin und wieder auch einmal einsehen muss, dass „die“ tatsächlich Recht haben. Kommt aber selten vor… 😉

          Gruß, Der Privatier

  27. Hallo Zusammen,

    1. Thema
    während des Bezugs von ALG1 bin ich bei einer gesetzlichen KK versichert.
    Die Beiträge zu Sozialversicherung werden automatisch abgeführt, so dass
    ich damit nichts zu tun habe.
    Wenn ich während des ALG1-Bezugs Kapitalerträge aus z.B. Aktienverkauf
    habe, werden auch automatisch 25% Abgeltungssteuer von der Bank abgeführt.
    Frage:
    – bin ich verpflichtet die Höhe der Kapitalerträge der KK zu melden?
    – haben die Kapitalerträge einen Einfluss auf die Höhe der Beiträge zu SV?

    2. Thema
    Zwischen Abmelden und Wiederanmelden (Bezug von ALG1) werde ich
    mich freiwillig bei meiner KK versichern. In dieser Zeit der freiwilligen Versicherung
    wird mir unterstellt, dass mein monatliches Einkommen 991€ beträgt.
    Von diesem fiktiven Einkommen sind dann auch die Beiträge zu SV zu zahlen.
    In meinem Fall wären es ca. 177€ pro Monat.
    Frage:
    – wenn die KK bei der Berechnung der Beiträge zu SV davon ausgeht, dass
    ich monatlich 991€ Einkommen habe, dann darf ich die 991€
    im Jahresdurchschnitt, monatlich, auch real haben ohne dass sich der
    Beitrag erhöht, oder?

    Ich würde mich freuen, wenn jemand hierzu seine Erfahrungen schildert.

    • Antworten zum:

      1.Thema
      Der ALG Bezug ist im Hinblick auf die Sozialversicherungen sehr ähnlich zu der Situation in einem Beschäftigungsverhältnis: Die Agentur führt die Beiträge automatisch ab, Kapitalerträge sind ohne Bedeutung.
      Also: Die KK wird nicht nach Kapitalerträgen fragen. Sie sind nicht relevant.

      2.Thema:
      Korrektur: Von dem fiktiven Einkommen müssen nur KV/PV-Beiträge an die KK gezahlt werden. Andere SV-Beiträge (ALV, RV) sind freiwillig.
      Solange sämtliche Einkünfte (inkl. Kapitalerträge) unterhalb des fiktiven Mindest-Einkommens liegen, erhöht sich der KK-Beitrag nicht. Die Krankenkasse wird dazu einmal im Jahr die aktuellen und voraussichtlichen Einkünfte abfragen. Dies ist anhand geeigneter Belege (in der Regel: EkSt.-Bescheid) nachzuweisen. Läuft bei mir seit ca. 5 Jahren so.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Mit dem Mindestbeitrag für die KK kann man übrigens auch noch einen Ehepartner kostenlos mitversichern.

      • Vielen Dank Privatier.
        Da kann ich ja weiter an der Börse bleiben und die Gewinne
        entsprechend realisieren. Ist das genauso im Falle des Bezugs
        einer Rente ( keine Frührente, normal, mit 65++)oder werden dann die
        Kapitalerträge auf irgendeiner weise berücksichtigt (außer Steuer und Solli)?

        Danke schön
        Cezar

  28. Hallo, auch ich lese schon seit längerer Zeit immer mal wieder mit – und habe erst durch das Buch und durch den Blog angefangen, mich mit „deutlich früher aufhören“ zu beschäftigen.
    Und nach über einem Jahr überlegen, abwägen etc. sind die aktuellen Umstände nun so, dass ich mein Arbeitsverhältnis zum 30.04.2017 aufkündigen, mich ab 02.05.2017 arbeitslos/arbeitssuchend melden und meinen Anspruch auf ALG I geltend machen möchte. Kurz danach möchte ich mich wieder abmelden. Habe nicht vor, mich überhaupt irgendwann vermitteln zu lassen. Wann muss ich mich spätestens wieder anmelden, um dann noch das mir zustehende ALG I zu bekommen? Würde es gerne möglichst lange aufschieben.
    Vielen Dank für eure Antworten.

  29. Hallo, vielen Dank für die Antworten.
    NOCH habe ich nicht gekündigt und somit auch keine entsprechende Bestätigung in Händen, sobald die da ist, rufe ich beim AA an. Hatte vor einigen Wochen aber schon ein telefonisches Gespräch, dort wurde bereits auch eine „Kundennummer“ für mich eingerichtet.
    Sperrfrist für Kündigung ist eh klar.
    Bin jetzt 53 – also bekäme ich ein Jahr lang ALG 1. Davon werden die 3 Monate Sperrfrist abgezogen, bleiben 9 Monate ALG 1. Dieses müsste ich dann allerspätestens 9 Monate vor Ablauf der 4 Jahre in Anspruch nehmen, oder?

    • Oh, ich sehe gerade, dass ich eigentlich direkt auf die Antworten von Privatier oder Robben hätte antworten müssen… vielleicht kann man das noch direkt dorthin verschieben??
      Dazu fällt mir noch eine (dumme) Frage ein: Wenn ich mich nach einigen Tagen wieder vom ALG 1 abmelde und irgendwann einen Job (< 450 Euro) finde, bleibt dann dennoch die 4-jährige Anwartschaft auf ALG 1 erhalten? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen….

    • Zunächst ein paar Worte zur Kommentar-Funktion:
      * Achten Sie bitte darauf, dass Sie das einmal gewählte Pseudonym in folgenden Kommentaren beibehalten (ich habe dies bereits in den letzten beiden Kommentaren von mir aus entsprechend angepasst).
      * Eine Verschiebung von Kommentaren möchte ich nur in ganz, ganz seltenen Ausnahmefällen durchführen.

      Und nun zum Thema:
      * Es reicht aus, wenn die erneute Arbeitlosigkeit innerhalb der 4-Jahres-Frist beginnt. Der eigentliche Anspruch darf dann durchaus auch darüberhinaus aufgebraucht werden. Aber: Immer vorsichtshalber von der Agentur bestätigen lassen!
      * Weitere Beschäftigungen können tatsächlich ein Problem werden. Hier muss man sehr gut aufpassen, denn es gilt der Grundsatz: Ein bestehender Anspruch erlischt, wenn ein neuer entstanden ist (§161, SGB III).
      Es gibt aber einige Ausnahmen. Im Falle eines Teilzeitjobs fällt mir da spontan der §150 SGB III ein, hier insbesondere Abs.2, Satz 5. Der enthält eine ganze Reihe von Bedingungen, die bitte jeder für sich selber prüfen möge.

      Gruß, Der Privatier

  30. Hallo,

    erstmal super Blog und ein tollen Buch, mit denen Du vielen Menschen hilfst.
    Zu meiner Situation. Ich will in sowas wie Teilrente gehen, d.h. von meinem Vermögen leben aber nebenbei, da es nicht ganz reicht, selbstständig arbeiten.
    Bin gerade dabei meine Stelle zu kündigen zum 1.6.17. Jetzt würde ich das gerne nutzen um wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu rutschen. Dafür muss ich, soweit ich weiß, nur 1 Tag ALG beziehen. Jetzt bekomme ich sehr wahrscheinlich eine Sperre von 12 Wochen, in denen ich dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen muss. Das Problem hier ist, dass es mit meinem Profil sehr viele freie Stellen gibt und ich ja eh selbständig sein will.
    Aktuell plane ich mich innerhalb von 3 Tagen nach meiner Kündigung beim Arbeitsamt zu melden und mich dann wieder abzumelden und mich dann zu einem späteren Zeitpunk arbeitssuchend zu melden, die Sperrfrist gilt dann weiterhin. Ist das richtig? Wie geht das Arbeitsamt damit um, wenn sich jemand selbständig machen will, muss man sich dann auch bewerben? Oder gibt es irgendwelche anderen Möglichkeiten?
    Vielen Dank schonmal für eventuelle Richtigstellungen oder Tipps.
    Gruß Max

    • Zum Thema „Wechsel von der privaten zur gesetzl. Krankenversicherung“ möchte ich nicht allzu viel sagen. Das Thema ist umfangreich und teilweise komplex (heißt: Ich kenne mich nicht aus 😉 ).
      Ich kann aber gerne auf zwei Beiträge von Finanztip verweisen, die zum Einstieg die wichtigsten Dinge erläutern:
      * Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit und
      * Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung

      Vielleicht nur der eine Hinweis, der womöglich ein tieferes Studium der Sachverhalte abkürzen kann:
      Jemand, der älter als 55 Jahre ist, hat kaum eine Chance zu wechseln (evtl. über Familienversicherung).

      Zur Arbeitsagentur bei gewünschter Selbständigkeit:
      Die Aufgabe der Arbeitsagentur besteht auch darin, eine gewünschte Selbständigkeit zu förden. Dies kann sich in unterschiedlichen Maßnahmen (z.B. Existenzgründungsseminar) aber auch bis hin zu einem Gründungszuschuss (auf Antrag) auswirken.

      Eine Vermittlung als Angestellter hat aber in der Regel Vorrang und ist folglich parallel anzustreben (Bewerbungen, etc.).

      Details zu Förder-Möglichkeiten und zur Vermittlung bitte unbedingt mit der Agentur absprechen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter , ich glaube , das wegen der Vorversicherungszeiten , 55 nicht
        passend ist , sondern eher von 50 bis 53 ( wegen der 24 Monate
        Vorversicherungszeit MIT Unterbrechung in den letzten 5 Jahren VOR 55 ) 53 wäre
        dann der letzte Termin wenn 24 Monate MIT Unterbrechung gewünscht sind ,
        oder 54 ( Bei 12 Monate OHNE Unterbrechung VOR 55 ) passender wäre .
        ( Wird dann vermutlich bei der Antragsprüfung durch GKV relevant werden ! )
        Für the Point of NO Return . So wäre zumindest im Moment meine Sichtweise .

        LG Det

        • Hallo Det,
          55 passt schon, die Vorversicherungszeit spielt keine Rolle. Wer im Alter von 54 Jahren und 364 Tagen versicherungspflichtig wird, kommt in die GKV – und kann dann wegen der obligatorischen Anschlussversicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V) auch für immer in der GKV bleiben wenn die Versicherungspflicht wieder endet.

          • Hallo Swantje
            Diese für mich elementare Frage , wurde m.M.n. bisher im SGB V , §9 Abs. 1 Nr.1
            geregelt . Scheinbar ( Lt. Kassler Kommentar ) nur bis 2013 . Hier scheint
            durch SGB V §188 Abs.4 eine Neuregelung getroffen ( Bedeutung wird ja
            durch 188 weitgehend aufgehoben ) zu sein .

            Da ich DEINE EXPERTISE sehr schätze , gehe ich einfach mal davon aus , das
            deine Mitteilung derzeitige gängige Rechtspraxis ist , die auch durch die
            GKV bei Antragsprüfung so durchgeführt wird ???

            Danke fürs Gedanken machen , schon mal im Vorraus .
            LG Det

          • Hallo Swantje , Sorry , wegen “ Verschachtelung “ jetzt Hier , Antwort
            auf Beitrag von 10:52 .
            Danke für den Link , muss ich erstmal noch ein wenig nachlesen .
            Bisher bin ich von SGB V §5 i.V.m. , §9 Abs. 1 ausgegangen und somit 53 max .
            plus 24 Mon. unzusammenhängend , oder 54 max . plus 12 Mon. zusammenhängend .
            für WIEDER-Eintrittsmöglichkeit von PKV in GKV .
            Sollte jedoch SGB V , §188 , Abs.4 greifen , ( Ich hoffe hier auf deine
            Expertenmeinung ) würde dieses ja einen verlängerten ( Wie bereits oben
            vermerkt ) Zeitraum bis 54 plus 364 Tagen für den Point of NO Return ergeben .
            Somit gehe ich jetzt erstmal von deiner Experten Sichtweise bei meinen
            weiteren Überlegungen aus . Danke dafür , doch evt. noch ein wenig Zeit
            fürs ENTSCHEIDEN gewonnen 🙂

            LG Det

          • Eigentlich wollte ich mich ja zu diesem Thema ein wenig zurückhalten, da ich erstens nicht viel davon verstehe und zweitens wenig Lust verspüre, mich da tiefer einzuarbeiten.
            Aber mir sind da zwei Dinge aufgefallen, auf die ich zumindest einmal hinweisen möchte. Wenn es die anderen längst bemerkt haben, soll es auch egal sein…

            1. Die erste Aussage von Swantje lautet: „Wer im Alter von 54 Jahren und 364 Tagen versicherungspflichtig wird, kommt in die GKV…“
            Damit ist also keinesfalls der Weg von der PKV zur GKV beschrieben. Zuerst muss die Versicherungspflicht gegeben sein!

            2. Die sich in der Diskussion abzeichnende längere Überlegungsfrist für einen Wechsel könnte sich dennoch schädlich auf die Mitgliedschaft in der KVdR auswirken.

            Das nur mal so als Hinweise von jemand, der von dieser Thematik nicht betroffen ist.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Peter,

            ja, ganz wichtig: die Versicherungs*pflicht* ist eine elementare Voraussetzung, ohne die nichts läuft. Ich hatte das nicht mehr besonders betont, weil das gegenüber der „alten“ Vorversicherungszeitregelung keine Veränderung ist.

            „Einfach so“ kurz vor 55 anklopfen und sagen „ich will zurück“ war nicht und ist nicht.

            Und auch der Punkt mit der KVdR ist richtig und wichtig.

            Gruß
            Swantje

          • Vielen Dank Swantje, für die Bestätigung!
            Ich hoffe nur, dass es auch die lesen, die es betrifft…

            Gruß, Der Privatier

        • Kleiner Selbsthinweis : Auch dazu wichtig im Beitrag hier im Blog
          “ Änderungen der 9/10 Regelung für die KVdR “ nachlesen .

  31. Hallo Privatier,

    ich habe heute erst zufällig Ihre Seite entdeckt. Zu der 4-Jahres-Frist bezüglich des Anspruchs auf Alo.geld habe ich eine Frage:

    Ich habe mich zum 1.10.16 bei der Arbeitsagentur angemeldet und danach gleich wieder abgemeldet, da ich seither freiberuflich tätig bin, aber die 4-Jahres-Frist wahren wollte.
    Nun habe ich Anspruch bis 30.9.2020. Ein Tag Arbeitslosengeld wurde mir übrigens sogar ohne Sperrfrist gewährt, obwohl ich selbst gekündigt hatte.

    Die konkrete Frage:
    Wenn ich den Anspruch z.B. im August 2020 geltend mache, habe ich dann noch den Anspruch auf das gesamte noch nicht erhaltene Alo.geld oder verfällt am 30.9.2020 jeglicher Anspruch, egal was noch „offen“ ist? In letzterem Fall hieße das, dass ich zurückrechnen muss, damit ich bis zum 30.9.2020 alle Gelder bekommen habe. Gilt also die absolute Frist von 4 Jahren und danach erlischt jeder Anspruch oder reicht es, sich kurz vor Ende der 4-Jahres-Frist zu melden und die Ansprüche können dann noch voll geltend gemacht werden?

    Bitte mal um Rückinfo, welche Variante die Richtige ist, damit ich kein Geld verliere!

    Vielen Dank
    „Lewwerworscht“

    • Um den einmal festgestellten Anspruch vollständig nutzen zu können, ist es nur entscheidend, sich vor Ablauf der vier Jahre wieder arbeitslos zu melden. Der Anspruch kann dann anschließend auch über die 4-Jahresfrist hinaus genutzt werden.
      Man darf sich dann nur nicht wieder abmelden. Auch darf man nicht längere Zeit krank werden. Wer nämlich mehr als 6 Wochen krank ist, fällt aus der Arbeitslosigkeit heraus und muss sich nach Genesung erneut arbeitslos melden. Aber dann ist der Anspruch verfallen. 🙁

      So zumindest meine aktuelle Rechtsauffassung. Zur Sicherheit bitte immer entweder:
      * vorher durch die Agentur bestätigen lassen oder
      * es nicht bis auf die Grenzen ausnutzen.

      Gruß, Der Privatier

  32. Lieber Privatier,
    liebe Foristen,

    bei mir ist es nun auch so weit und ich möchte meine Überlegungen vorab gern verifizieren und optimieren.
    Ich werde noch in 2017 einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, der wahrscheinlich wegen Alter und Tarifvertrag eine Kündigungsfrist von 18 Monaten zum Quartal beinhaltet.
    Das bedeutet, dass ich, abhängig vom Datum des Aufhebungsvertrages, entweder zum 31.03. oder zum 30.06.2019 arbeitslos werde.
    Zu dem Zeitpunkt bin ich noch 53, werde im Dezember 2019 aber 54.
    Die Abfindung würde dann am 1. Februar 2020 gezahlt werden.
    Wahrscheinlich werde ich schon vorab freigestellt. Ich schätze evtl. sogar die letzten 6 Monate bei vollem Gehalt. Das wirkt sich ja hinsichtlich Ruhezeiten wohl positiv bei der AfA und dem Wechsel in die GKV aus.
    Ich bin aktuell PKV-versichert und könnte somit zu den genannten Terminen wieder in die GKV wechseln, da ich dann noch 53 bin und versicherungspflichtig werde.

    Nun meine Fragen:
    Verstehe ich es richtig, dass ich mich spätestens 3 Monate vor dem Kündigungstermin arbeitssuchend und kurz vor dem Kündigungstermin arbeitslos melden muss?
    Ein Dispositionsjahr würde mir wohl nicht wirklich etwas nutzen, da ich erst im Dezember 2020 55 werde und somit bei Kündigung bspw. zum 30.06.19 knapp 18 Monate bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres vergehen würden.
    Ist das so richtig?

    Ich möchte das Ganze natürlich steuerlich optimieren. Von daher wäre es toll, in 2020 kein ALG zu beziehen.
    Kann ich ab 1.7.2019 ALG 1 beziehen und mich zum 31.12.2016 abmelden, um dann bspw. ab 1.1.2021 wieder vorstellig zu werden und weiter das restliche ALG 1 zu beziehen?

    Oder sollte ich mich zum 1.7.2019 arbeitslos melden, meinen Anspruch bestätigen lassen, dann wieder abmelden und erst zum 1.1.2021 wieder einen Antrag auf Basis des ALG-Bescheides aus 2019 stellen?

    Wenn ich mit Beginn der Arbeitslosigkeit meine PKV kündige und in die GKV wechsele würde mit Beginn der Zahlung des ALG 1 die AfA die GKV-Beiträge übernehmen.
    Gehe ich aber nach der Variante wie oben vor und beziehe in 2019 kein ALG 1, kann ich dann ohne Problem direkt in die Familienversicherung wechseln ( meine Frau ist in der GKV )?
    Was passiert mit den GKV-Beiträgen, wenn ich die ALG 1 Zahlung, wie beschrieben, für das Jahr 2020 unterbrechen kann?

    Wenn dann in 2020 die Abfindung fließt, sind die Ruhezeiten ja erfüllt und die Abfindung dürfte nicht für die Höhe des GKV-Beitrages Bemessungsgrundlage sein, oder?

    Habe ich eine realistische Chance, mit einer Idee, das Erreichen des 55. Lebensjahres und damit die Verlängerung des ALG1 Bezuges zu erreichen?

    Herzlichen Dank vorab für Ihre Überlegungen und die Tipps der Foristen.

    Carsten

    • Zu den Fragen:
      * Meldefristen: Ja, (fast) richtig. Aber die Fristen (3 Monate, bzw. kurz vorher) gelten immer bezogen auf den ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit. Aber war wahrscheinlich auch so gemeint.
      * Dispojahr macht aufgrund des Alters keinen Sinn, könnte man aber zur Vermeidung einer Sperrzeit in Betracht ziehen.
      * ALG Bezug in 2019: Kann man machen oder auch nicht. Ich sehe da aus Steuersicht keine großen Unterschiede.
      * Wechsel PKV in GKV: Dazu kann ich nicht viel sagen. Siehe auch Kommentar vor ein paar Tagen.
      * Ruhezeiten: Wenn die ordentlichen Kündigungszeiten eingehalten wurden, darf es keine Ruhezeiten und keine Berechnung der Abfindung bei den GKV-Beiträgen geben.
      * Verlängerung ALG1: Sehe ich keine realistische Chance.

      * Hinweis: Bitte bei langen Freistellungen auf die im letzten Jahr erfolgten Änderungen hinsichtlich der Bewertung dieser Zeiten achten!

      Gruß, Der Privatier

  33. Vielen Dank für die Antwort, wie ich das inzwischen sehen ist es in meinem Fall deutlich einfacher mich kurzzeitig anstellen (mit min 20 St/Woche und einem Verdienst unter der Bemessungsgrenze) zu lassen, als den Weg über das Arbeitsamt zu gehen. Habe dafür ja auch ein wenig Zeit, bin aktuell 44 Jahre alt.

    Gruß Max

  34. Lieber Privatier,
    Vielen Dank. Eine bezahlte Freistellung sehe ich max. bei 6-12 Monaten. Ich werde darauf drängen, dass es 1. unter 12 Monate sind und 2. möglichst als widerruflich formuliert wird.
    Damit hoffe ich, etwaige Gefahren bezüglich Berechnung und Zahlung ALG 1 auszuschalten.
    Viele Grüße
    Carsten

  35. Hallo,

    ich bin auf der Suche nach meinem speziellen Problem auf dieses Blogbeitrag gestoßen und fand ihn sehr interessant. Ich möchte also gern meine Situation darstellen und etws dazu fragen.

    Ich bin seit 7 Jahren durchgängig versicherungspflichtig beschäftigt. Nun möchte ich zum 01.08.2017 ein Referendariat als Quereinsteiger beginnen. Dieses dauert 1,5 Jahre. In dieser Zeit bin ich Beamter auf Widerruf, zahle also nicht in die Arbeitsloesversicherung ein. Wenn ich im Anschluss an das Referendariat nicht sofort eine Stelle bekomme, kann ich mich zwar arbeitlos melden, hätte ja aber keinen Anspruch mehr auf ALG 1, richtig?

    Wenn ich meinen jetzigen Job zum 30.06. selbst kündige, wäre ich einen Monat arbeitslos, bekomme aber eine Sperrfrist von 12 Wochen. Das ich kein Geld bekomme ist klar, aber wie wirkt sich die Sperrfrist auf die 4 Jahre aus, die man seinen ALG 1 Anspruch geltend machen kann. Mit anderen Worten: Hätte ich, wenn ich mich für einen Monat arbeitslos melde nach dem Referendariat Anspruch auf ALG 1, obwohl ich eine Sperrfrist bekomme und entsporechend jetzt kein ALG 1 bekomme? Ich würde mich ja zum 31.07. wieder beim Amt abmelden?

    Ich hoffe ich konnte mein Anliegen verständlich schildern.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Paul

    • Hallo Paul,

      die Sperrfrist und die 4-Jahresfrist sind unabhängig voneinander und beeinflussen sich nicht gegenseitig. Eine jetzt verhängte Sperrfrist läuft dann auch nach 12 Wochen ab, egal ob man arbeitslos gemeldet ist oder nicht. Der Restanspruch bleibt für vier Jahre erhalten. Wie hoch dieser Restanspruch ist, hängt u.a. vom Alter bei Antragstellung ab.

      Gruß, Der Privatier

  36. Vielen Dank für diese Antwort! Das bedeutet also, dass die Sperrfrist auslaufen würde, während ich bereits wieder abgemeldet bin, also zum 23.09 (vom 01.07. an gerechnet). Abmelden würde ich mich ja zum 31.07./01.08. Damit hätte ich dann aber zum 01.02.2019 ggf. einen Anspruch auf ALG 1, richtig?

    Viele Grüße
    Paul

    • Ja, richtig. Aber bei der neuen Antragstellung auf jeden Fall darauf hinweisen, dass noch ein alter Anspruch besteht (am besten Bescheid mitnehmen).

      Gruß, Der Privatier

  37. Hallo Privatier,

    auch ich bin auf der Suche nach dem richtigen Prozedere zum Thema ‚Vorzeitiger Ruhestand‘ auf ihre Website gestoßen. Meine Umstände und die damit zusammenhängenden Fragen: ich werde Anfang Juni 2017, 57 jahre alt. Ende Juni möchte ich mein Arbeitsverhältnis aus privaten Gründen kündigen (letzter Arbeitstag dann 30.09.2017). Wenn ich ihren Ablauf mit arbeitssuchend und arbeitslos melden richtig verstanden habe, muß ich mich Ende Juni persönlich arbeitssuchend melden (3 Monate vor Arbeitslosigkeit) und Ende September (Eintritt Arbeitslosigkeit) arbeitslos melden. Ich würde mich dann am 04. Oktober wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden (4 Jahre Leistungsanspruch wären gesichert), mich aus Rücklagen finanzieren, um mich dann im Juli 2018 (ich wäre dann 58 Jahre) wieder arbeitslos zu melden. Ziel ist, wie sie bemerken, mir die Chance auf einen längeren Leistungsanspruch zu sichern, da ich mit meinem Alter bestimmt nicht die besten Vermittlungschancen habe. Sie beschreiben meine Planung in einem ihrer Beiträge übrigens als ‚ Dispositionsjahr‘. Meine Fragen: Habe ich alles richtig verstanden bzw. welche Dinge habe ich zu beachten um keine Nachteile zu haben? Muß ich mich an irgendeinem Punkt gegenüber der Agentur über mein Vorhaben ‚Dispositionsjahr‘ erklären oder sollte ich meine Planung für mich behalten?

    Danke für ihre Hilfe,
    Gruß
    Redbox

    • Hallo Redbox,

      leider wurden da ein paar grundsätzliche Dinge nicht verstanden!
      * Die Methode des An-/Abmeldens und des Dispojahres sind zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen.
      * Ein einmal festgestellter Anspruch wird auch bei Erreichen eines höheren Alters nicht mehr verändert.

      Ich würde dringend empfehlen, die Beiträge (ggfs. auch einige der Kommentare) noch einmal zu lesen. Gerade die Kommentare zum Dispojahr sind inzwischen allerdings recht unübersichtlich geworden und ich habe deshalb begonnen, die wichtigsten Fragen und Antworten in gesonderten Beiträgen zusammen zu fassen. Die Reihe wird noch fortgesetzt…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        danke für die Richtigstellung meiner falschen Annahmen. Tatsächlich habe ich da wohl als Laie mit An- und Abmelden sowie dem Dispojahr zwei Dinge durcheinander gebracht. Nachdem ich diverse Kommentare bei Ihnen gesichtet habe, plane ich folgende Vorgehensweise gemäß ihrem Tipp „Das Dispositionsjahr ist dringend zu empfehlen, für Kandidaten, die dadurch in eine höhere Altersstufe kommen“:
        Kündigung (ohne Abfindung) zum 30.09.2017 (bin dann 57 Jahre alt), jedoch NICHT arbeitssuchend melden zum 30.06.2017, auch NICHT arbeitslos melden zum 02.10.2017. Das eigenfinanzierte Dispositionsjahr startet und ich würde mich (weil ich den Nervenkitzel mit 1 Dispositionsjahr taggenau auch nicht brauche) z.B. zum 01.08.2018 arbeitslos melden. Ich wäre dann seit Anfang Juni 58 Jahre alt und könnte 24 Monate ALG in Anspruch nehmen.
        Die Sperre wegen Eigenkündigung zum 30.09.2017 wäre dann 2018 entfallen oder greift noch? Krankenversicherung zahle ich auf freiwilliger Basis selbst (bei mir ca. 180€), sollte man die Sozialversicherung ebenfalls selbst weiter bezahlen oder aussetzen?
        Letzte Frage: kann man sich über das Dispositionsjahr offen bei der AfA erkundigen oder gibt es Probleme?

        Danke und Gruß
        Redbox

      • So hört sich das schon besser an, dennoch sind ein paar Anmerkungen nötig:

        * Die Sperre wegen Eigenkündigung entfällt nur dann, wenn man im Gegenzug den Nervenkitzel mit der taggenauen Einhaltung des Dispojahre in Kauf nimmt. Sonst nicht.
        * Neben der Krankenkasse (ist Pflicht!) blieben noch Renten- und Arbeitslosenversicherung. Beides ist freiwillig und eher Geschmacksache. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung halte ich selber eher für nicht zu empfehlen. Rentenversicherung hingegen hängt von der persönlichen Situation ab: Werden noch Zeiten benötigt? Erhalt der Berufsunfähigkeitsversicherung? Steuerliche Vorteile? Reduzierung des Abschlages für die vorzeitige Rente? Siehe auch Beitrag über die „Freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rente„.
        * Meine Empfehlung lautet, das Vorhaben eines Dispojahres im Vorfeld mit der Agentur abzustimmen. Siehe dazu auch Beitrag: „Hinweise zum Dispojahr„.

        Gruß, Der Privatier

  38. Mit den Fristen komme ich weiterhin nicht klar.
    Ich (fast 60) habe unfreiwillig im Juni 2013 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben der meine Arbeitszeit auf 18 Wochenstunden reduziert hat und das Auslaufen des Arbeitsverhältnisses am 31.03.2017 vorsah.
    Das liegt also fast 3 Jahre zurück.
    Welche Auswirkungen sollte da das Dispojahr haben?
    Ende März habe ich Antrag auf ALG1 gestellt und war vor ein paar Tagen in der Agentur für Arbeit um die Unterlagen abzugeben, einschließlich einer sehr Umfangreichen Schilderung der damaligen Umstände.
    Der AfA Angestellte bemängelte in der Arbeitsbescheinigung dass der Arbeitgeber mir nicht bescheinigt dass er sowieso gekündigt hätte (die Abteilung ist jetzt aufgelöst). Er wolle beim alten Arbeitgeber nochmal nachfragen. Der neue Personalchef ist jedoch nicht bereit seine Angaben zu ändern.
    Über den Antrag ist imho noch nicht entschieden.
    Kann/soll ich den zurückziehen?
    Ich könnte mir eine Lücke von 1 Jahr im ALG Bezug leisten, die träte ja sowieso auf da ich erst mit 63 Rente beantragen kann.
    Eine Abfindung wurde nicht gezahlt, es gab eine Freistellung von 4 Monaten.
    Ich bin allerdings bis zum Schluss immer noch in meiner Eigenschaft als Betriebsratsmitglied (war ich zum Zeitpunkt der Unterschrift noch nicht) zur Arbeit erschienen.

    • Wenn wir uns noch einmal die drei Hauptmotive für ein Dispojahr vor Augen halten, bleibt hier nur die Vermeidung einer Sperrzeit. Ob es die tatsächlich gibt, ist schwer abzuschätzen. Hängt wohl auch ein wenig mit dem EX-AG und der entsprechenden Aussage zum Hintergrund des Aufhebungsvertrages zusammen. Wird eine Sperre verhängt, so bedeutet dies nur noch 18 Monate ALG1.

      Theoretisch sollte es möglich sein, den laufenden Antrag auf ALG1 und die Arbeitslosmeldung zu stoppen. Ich habe da aber selber keine Erfahrung mit und kann daher nicht sagen, welche Hürden es hier u.U. zu nehmen gibt. Wenn es denn ein Dispojahr sein soll (bitte unbedingt über Vorgehensweise, Vor- und Nachteile informieren!), würde ich dies dann ganz offen mit der Agentur so besprechen und mir das Vorhaben (inkl. der damit entfallenen Sperrzeit) so bestätigen lassen.
      Und das Ganze nach Möglichkeit schnell. Ist der ALG1-Bescheid erst mal da, ist es zu spät.

      Aber ich will natürlich auch niemand drängen! Es kann genau so gut sein, dass aufgrund der Gegebenheiten gar keine Sperre verhängt wird. Dann wäre das ganze Theater umsonst gewesen. Außerdem birgt das Dispojahr gewisse Risiken. Es wäre fatal, jetzt einen ALG1-Antrag zurückzunehmen, um dann in einem Jahr mit ein bisschen Pech den ganzen Anspruch zu verlieren.

      Vielleicht wäre ja ein „nettes“ Gespräch mit der Personalabteilung ganz hilfreich. Die Firma hat ja keinen Nachteil davon, wenn sie eine ohnehin geplante Kündigung wg. Schließung der Abteilung bestätigt.

      Gruß, Der Privatier

    • Ach so, ja – noch was vergessen:

      Wenn mit der Kürzung der Arbeitszeit auf 18 Std. auch eine entsprechende Kürzung des Gehaltes verbunden war, wird sich auch die Höhe des ALG danach ergeben.

      Gruß, Der Privatier

  39. Hallo
    Das mit dem Arbeitgeber versuche ich derzeit noch, allerdings wird der eventuell versuchen mir nachträglich noch eins auszuwischen. Ich habe damals (das war 2013, unterschrieben habe ich erst 2014) nachdem der Druck auf mich zugenommen hat einen Betriebsrat ins Leben gerufen. Leider war ich nicht direkt drin, dann hätte ich wieder Luft gehabt und es wäre gar nicht zur Unterschrift gekommen.
    Andererseits hat dieser Arbeitgeber schon versucht Betriebsratsmitgliedern betriebsbedingt zu kündigen. Da sieht man mit welchem Kaliber man es zu tun hat.
    Ich werde versuchen eine klare Aussage von der Agentur für Arbeit zu bekommen, Termin habe ich angefragt.
    Dort werde ich auch nach der Möglichkeit der Rücknahme fragen, denn einen Bescheid habe ich noch nicht.
    Neben dem Wegfall der Verkürzung des Arbeitslosengeldes würden auch leichte steuerliche Vorteile entstehen weil ich Mieteinnahmen habe.

    Klar geht mein Arbeitslosengeld drastisch runter, an die Absenkung konnte ich mich ja schon mal in den letzten Jahren gewöhnen, nur auf Null soll es bitte nicht gehen.
    Die Reduktion der Arbeitszeit hat zum Glück meiner Gesundheit gut getan und ich hoffe doch sehr dass die mir erhalten bleibt.
    Viel Grüße
    Ulli_K

  40. So, gerade mit jemandem kompetenten von der Agentur für Arbeit gesprochen.
    Das Dispojahr war ihm sehr wohl bekannt, auch die Auswirkungen auf die nicht-Verkürzung der Anspruchsdauer des ALG1. Ich musste hingegen erfahren dass man einen Antrag auf Leistung de facto nicht zurücknehmen kann. Mir wurde am Telefon beschieden dass dem Antrag schon stattgegeben wäre, auch wenn ich noch keinen Bescheid hätte und die Sperrzeit noch nicht feststünde.
    Ich werde dennoch einfach mal versuchenden den Antrag förmlich zurückzuziehen.
    Eine Sperrzeit (nicht verwechseln mit der Kürzung) würde bei mir nicht greifen weil meine Freistellung mindestens drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit liegt.

    • Vielleicht dazu noch als kleine Argumentationshilfe:
      Laut §137 SGBIII Abs.2 heisst es: „Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“

      Fraglich ist hier natürlich, was genau mit der „Entscheidung über den Anspruch“ gemeint ist? Meiner Meinung nach ist dies der Bescheid der Agentur und solange es den nicht gibt, kann der Antrag zurückgenommen werden.
      Aber das ist jetzt eher meine persönliche Rechtsauffassung und ist nicht gesichert.

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

      • Ich sehe das auch so wie der Privatier.

        Ich würde den Antrag einfach per Einschreiben/Rückschein zurückziehen.
        Die Entscheidung gilt meiner Meinung nach erst, wenn Sie dem Antragsteller förmlich zu Kenntnis gelangt ist. Ab dann beginnt auch noch eine Widerspruchsfrist von einem Monat, in der man auf die schriftliche Rücknahme verweisen kann.

        Viele Grüße, Hardy

  41. Hallo ihr beiden.
    Habe ich auch gemacht, leider scheinbar etwas zu spät.
    Heute lag der vorläufige Bescheid mit Datum 10.04.2017 im Briefkasten.
    Also die Arschkarte gezogen.
    Die Verschiebung war ja Plan B.
    Jetzt wird Plan A wieder verfolgt, Argumentation mit der AfA.

    Viele Grüße, Ulli

  42. Lieber Privatier,
    ich bin auf der Suche nach aktuellen Informationen über ALG 1 und Abmeldung etc. auf Ihre Seite gekommen und ich muß sagen: Chapeau !!!

    Nun kurz zu meiner Situation: ich bin seit 1.6.2016 arbeitslos, nachdem ich auf Anraten meines Arztes meinen Job aufgegeben habe. Ich habe demnach 24 Monate Anspruch auf ALG 1. Meine Intention war, da ich mit 63 Jahren (also zum 1.5.2021) in Rente mit Abschlägen zu gehen und vorher möglichst unbeschadet durch die Arbeitslosenzeit zu kommen und dann für +/- 3 Jahre mit meinen Rücklagen und meinen Mieteinnahmen die Zeit überbrücken. Zudem habe ich einen Vollzeitarbeitenden und recht gut verdienenden Ehemann.

    Von meinem Anspruch von 24 Monaten habe ich nun 11 Monate „aufgebraucht“, bin von der Arbeitsagentur weitgehendst in Ruhe gelassen worden (3 Einladungen und 2-4 Bewerbungen pro Monat, 1 freiwillige Maßnahme, die ich ablehnen konnte), aber nun ist ihnen wohl eingefallen, daß man mit sog. „Maßnahmen“ vielleicht meine Chancen auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhöhen könnte. Daß ich beabsichtige, mit 63 Jahren in Rente zu gehen, habe ich der Arbeitsagentur bisher noch nicht mitgeteilt.

    Nun habe ich die Aussicht, mir mit einem MINI-Job ein paar Euro dazuzuverdienen, das habe ich der Arbeitsagentur mitgeteilt, worauf mir erklärt wurde, daß Maßnahmen mit Praktika Vorrang hätten vor einem MINI-Job – diese Aussage ist wohl richtig, aber nicht in meinem Sinn.

    Nachdem ich nun von der Möglichkeit weiß, die Arbeitslosigkeit zu unterbrechen, würde ich mich gerne demnächst abmelden, gleichgültig ob ich nun den MINI-Job bekomme oder nicht. Da ich sowieso einige Zeit eingeplant hatte, von den Rücklagen zu leben, ist es doch wohl egal, ob dies schon bereits jetzt oder erst im Anschluß an die Arbeitslosigkeit geschieht. Ich gehe schon davon aus, daß der Bestandsschutz hinsichtlich der Höhe des festgestellten ALG1 greift, oder etwa bei einem MINI-Job nicht?

    Ich würde nun der Arbeitsagentur mitteilen (hier in den Kommentaren wurde immer wieder gesagt, mal solle doch mit „offenen Karten“ spielen), daß ich
    a) beabsichtige, mit 63 Jahren mit Abschlägen in Rente zu gehen und
    b) nicht beabsichtige, ALG2 zu beantragen, da ich hier keinen Anspruch habe
    c) beabsichtige, mich für eine Zeitlang bei der Arbeitsagentur abzumelden – Grund: siehe unten.

    Ein weiterer Grund für mein „Ausklinken“ aus der „Zwangsjacke“ Arbeitsagentur wäre die Unterstützung meines 91-jährigen (nicht pflegebedürftigten) Vaters im Alltag, die ich gerne entspannt weiterhin leisten möchte. Bei meiner Mutter hatte ich diese Unterstützung geleistet neben meinem nervenaufreibenden und Mobbing-behaftenden Vollzeit-Job – dieser irgendwann nicht mehr zu bewältigende Spagat hat letztendlich zur Aufgabe meines Jobs geführt.

    Ich weiß, ich muß noch einige Info einholen – Krankenkasse = Familienversicherung? oder freiwillig? Daß ich mit Abschlägen am 1.5.2021 in Rente gehen kann, habe ich nach Rücksprache mit der Rentenversicherung vor meinem Aufhebungsvertrag schon geklärt.

    Ich habe nächste Woche einen Beratungstermin, bei dem ich – wie ich befürchte – zu einer Maßnahme „verdonnert“ werden soll. Da würde ich dann gerne meine weiteren Vorstellungen vorbringen und besprechen und mich in der Sache beraten lassen. Ich nehme an, das macht Sinn.
    Nachdem sich nun meine Prioritäten doch recht verschoben haben (nach ca. 1 Jahr Arbeitslosigkeit und vieler, vieler Gedankenspiele), meine Eingliederungsvereinbarung basiert auf der Suche nach einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeit-Job von ca. 25 Stunden.

    Ich hoffe doch, ich liege mit meinen Gedankengängen nicht falsch.

    Gruß Silvia und ein frohes Osterfest

    • Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Gedankengänge für korrekt und nachvollziehbar halte. Eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit kann jederzeit erfolgen. Es reicht im Grunde die Aussage, dass man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen möchte. Das kann und darf Gott sei Dank jeder jederzeit für sich selbst entscheiden. Und muss niemanden darüber Rechenschaft ablegen. Aber die Unterstützung des eigenen Vaters ist sicher ein guter Grund, den man natürlich auch gerne angeben kann.

      Und auch die Entscheidung, ob Sie einen Minijob annehmen möchten oder nicht, liegt ganz bei Ihnen. Das hat die Agentur nicht zu entscheiden. Auch Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt (z.B. Praktikum) kann die Agentur natürlich nur solange anordnen, wie Sie auch Leistungen beziehen. Mit der Abmeldung ist alles vorbei. Rechnen Sie aber damit, dass man sich bei einer erneuten Anmeldung unter Umständen an die alten Vorhaben erinnern wird!

      Neben den schon von Ihnen genannten Punkten (wie KV/PV, RV) fällt mir noch ein Punkt ein, der zu beachten wäre: Die Auswirkung eines Minijobs auf die alten ALG-Ansprüche. Ich würde Sie dazu aber gerne auf einen Kommentar mit einer ähnlichen Fragestellung verweisen (bitte mit allen Antworten lesen).

      Und zum Abschluß noch ein Punkt, der mir aufgefallen ist: Eine Eingliederungsvereinbarung mit der Suche nach einen Teilzeitjob hat in der Regel auch eine Teilzeit-Leistung des ALG zur Folge! Wer dem Arbeitsmarkt nur „teilweise“ zur Verfügung stehen möchte oder kann, hat auch nur einen Anspruch auf eine „teilweise“ Leistung. Dies nur als Hinweis.

      Gruß, Der Privatier

  43. Lieber Privatier,
    zum Jahreswechsel 2016/17 bin ich auf diese Seite aufmerksam geworden. Habe im Dezember zum 31.03 17 gekündigt und suchte nach Informationen zum Procedere bei der Arbeitsagentur.
    Habe sehr gute und viele Hinweise bekommen, nach fast 43 Arbeitsjahren ohne Arbeitslosigkeit ist man mit diesen Behörden nicht sehr vertraut. Vielen Dank für diese tolle Seite! Respekt!
    Nun ist heute der Bescheid zum AL 1 gekommen. Wie vorhersehbar bekomme ich 24 Monate Leistungen ( bin 58 Jahre).
    Der Plan ist, mich sofort wieder abzumelden und erst in zwei Jahren die 24monatige Leistungszeit in Anspruch zu nehmen um dann mit 63 Rente zu beantragen. Im Bewilligungsbescheid ist zum Thema „Erlöschen des Anspruchs “ nichts zu finden.
    Auch hier wird lediglich immer von „4 Jahren “ gesprochen, ohne entsprechenden Paragraphen!
    Nicht das ich den Menschen hier nicht trauen würde, aber bei den anstehenden Summen möchte ich auf der sicheren Seite sein! Also heute Morgen das SGB durchforstet. Hier der meiner Meinung nach richtige Paragraph 161, Absatz 2:
    (2) Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.

    Denke, das ist die Basis, oder?

    Nun noch eine Frage: wie melde ich mich korrekt, also ohne Formfehler ab? Per Email an meinen Berater, über das Internetportal oder die Hotline?..
    Ich würde formlos an meinen Berater eine mail schreiben, das ich dem Arbeitsmarkt mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehe und mich hiermit abmelde!
    Ist das korrekt und ausreichend?

    Danke für einen kurzen Hinweis und schöne Ostern!
    Gruß Dieter

    • Hallo Dieter,

      ich habe schon ein paar mal mich mittels Internet abgemeldet; hier ein Link dazu: https://www.arbeitsagentur.de/eservices!%40%40%3F_afrLoop%3D5360459845883296%26_adf.ctrl-state%3Dlpsx5q21r_5
      Die Abmeldung mittels Internet funktioniert bei mir. Zuerst erhalte ich eine Email die besagt, dass meine Meldung an die zuständige Abteilung weitergeleitet wurde und nach einigen Tagen ist dann ein Bescheid im Briefkasten (Post).

      LG FÜR2012

      • Hallo FÜR2012, hallo Privatier,
        Lieben Dank für die Stellungnahmen.
        Habe mich am 17.4. online abgemeldet und am 21.4. eine schriftliche Bestätigung erhalten.
        Es ist eine Entgeltbescheinigung für den Zeitraum vom 1. bis 16.4. beigefügt, daraus schließe ich, dass ich entgegen meinem in der Abmeldung geäußerten Wunsch nun doch für diese Zeit Leistungen erhalten werde. Ist mir gleich!
        Ein bisschen nachdenklich macht mich der Name des Bescheides. Er heißt: „Aufhebungsbescheid zur Kundennummer….“!
        Ich hoffe, diese „Aufhebung“ bezieht sich nicht auf den Bewilligungsbescheid, sondern auf meine Abmeldung!
        Diese behördlichen Begrifflichkeiten verunsichern mich immer außerordentlich, sorry!
        Ist das, was ich da bekommen habe das normale Dokument nach einer Abmeldung, oder habe ich was falsch gemacht und mein Anspruch ist dahin?..
        Gruß Dieter

        • Hallo Dieter,

          das hört sich aus der Ferne ganz gut an.
          Es bedeutet „die Aufhebung der ALG1-Zahlungen“, da Sie sich ja abgemeldet haben.
          Beim wiederholten Durchlesen des Bescheides wurden mir auch immer neue Details der Berechnung bewußt.
          Weiteres Stöbern im Internet nach allerlei Schlagwörtern aus dem Bescheid führte bei mir auch zu einer breiteren Wissensbasis.

          LG FÜR2012

        • Es besteht kein Grund zur Sorge! Es hat schon alles seine Richtigkeit, denn vorab wurde ja für mehrere Monate eine Leistung bewilligt. Und diese Bewilligung wird nun (nach der Abmeldung) natürlich wieder aufgehoben.

          Insofern bezieht sich die Aufhebung tatsächlich auf den Bewilligungsbescheid. Dennoch bleibt aber der Anspruch bis zu vier Jahre erhalten. Er muss dann natürlich zu gegebener Zeit erneut geltend gemacht werden (per Antrag) und wird dann erneut bewilligt. Also: Keine Sorge…

          Gruß, Der Privatier

    • „Habe im Dezember zum 31.03 17 gekündigt und…nun ist heute der Bescheid zum AL 1 gekommen. Wie vorhersehbar bekomme ich 24 Monate Leistungen ( bin 58 Jahre).“
      Das war aus meiner Sicht überhaupt nicht vorhersehbar! Bei eigener Kündigung hätte ich aber ganz sicher mit einer Sperre und der entsprechenden Reduzierung des Anspruches um 1/4 gerechnet, also Anspruch lediglich 18 Monate. Alles andere wäre schon ziemlich verwunderlich…

      Ansonsten ist der §161 SGB III, Abs.2 genau derjenige, welcher diesen Anspruch für bis zu vier Jahre garantiert. Richtig.

      Für die Abmeldung gibt es meines Wissens nach keine konkrete Vorschrift. Ob man dies nun online, per Mail, Telefon oder persönlich macht, ist dann wohl eher Geschmacksfrage. Ich selber habe nur Erfahrungen mit der persönlichen Abmeldung gemacht, aber wie wir hier ja schon von FÜR2012 gehört haben, scheint die Online-Abmeldung ja gut zu funktionieren.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielleicht haben die Angestellten der Agenturen mittlerweile auch trotz Vorgaben von oben erkannt wie es heute in der Wirklichkeit aussieht. Ich habe es jetzt jedenfalls geschafft darzulegen dass die Abteilung in der ich gearbeitet habe aufgelöst worden ist und dass das auch ohne meine Unterschrift unter den Auflösungsvertrag passiert wäre. Das waren allerdings keine drei oder vier Sätze sondern eine sehr umfangreiche mehrseitige Aufstellung der Ereignisse mit allen Daten. Im Ergebnis eben keine Kürzung. Jetzt kann ich immer noch disponieren.

        Mein ehemaliger Arbeitgeber hat mich mit Ansage NICHT dabei unterstützt obwohl mein Ausscheiden für ihn sehr billig war, ich habe knapp 27 Jahre dort gearbeitet.

  44. Hallo zusammen,
    ich lese hier (und im Buch) fleißig seit vielen Monaten mit. Nach meinem Ausscheiden mit Abfindung im Jan. 17 habe ich ALG beantragt. Der Anspruch wurde genehmigt ab Feb. 17 mit einer 12-wöchigen Sperre. Bewusst habe ich für 5 Tage im April ALG1 bezogen und mich ab Mai 17 bei der Agentur wieder abgemeldet. Denn wenn ich die Informationen im SGB über das ALG (und die Arbeitsanweisungen etc.) alle richtig interpretiere, müssen (!) für mind. 1 Tag Leistungen bezogen werden um den Bestandsschutz zu erhalten.
    Info:
    151.4 Bestandsschutz
    (1) Die Frist beginnt am Tag vor der Entstehung des Anspruchs und läuft kalendermäßig
    ab. Mindestens ein Tag der Frist muss mit tatsächlichem Bezug
    der Leistung (ohne Aufhebung der Bewilligung nach den §§ 45, 48 SGB X)
    belegt sein; im Übrigen kommt es nicht auf die Rechtmäßigkeit des Bezuges
    an.
    (2) Die Entscheidung, ob das Vergleichsbemessungsentgelt (§ 151 Abs. 4)
    maßgebend ist, geht der Verminderung nach § 151 Abs. 5 voraus und bleibt
    für die Dauer des Anspruchs maßgebend.
    Vergleichsbemessungsentgelt ist auch bei mehrfachem Leistungsbezug stets
    das Bemessungsentgelt, das dem Alg-Bezug nach §§ 137, 144 zuletzt zugrunde
    lag. Der Bezug von Arbeitslosenbeihilfe nach § 86a SVG bleibt bei der
    Prüfung nach § 151 Abs. 4 außer Betracht.
    (3) Das Entgelt genießt nur Bestandsschutz, soweit es rechtmäßig der Bewilligung
    zu Grunde gelegt worden wäre.
    (4) Die Bestandsschutzregelung hindert nicht die Anwendung des § 150
    Abs. 3 Nr. 2 (Erweiterung des Bemessungsrahmens auf 2 Jahre). Ggf. ist
    nach dem Günstigkeitsprinzip zu verfahren.

    Gruß Tina

    • Ja, richtig: Man muss mindestens für einen Tag arbeitlos gemeldet sein.

      Von daher ist das Anmelden und sich „gleich“ wieder abmelden nicht so ganz wörtlich zu nehmen. Obwohl es durchaus auch möglich ist, beides mit nur einem Besuch bei der Agentur zu erledigen. Man muss eben nur darauf hinweisen, dass die Abmeldung zu einem spätern Termin gültig werden soll.
      Dabei kann man (und sollte man) das Motiv ruhig erläutern: Feststellen und Sichern des Anspruches.

      Gruß, Der Privatier

  45. Hallo und guten Abend Privatier,
    mein Plan ist, am 17.07.2017 zum 15. August 2017 zu kündigen. Vom 30.08.-20.09.2017 ist ein Urlaub geplant, den ich auch gerne antreten möchte.
    Dass ich eine Sperre (12 Wochen) wegen Eigenkündigung erhalte, ist mir bewusst.
    Welche Vorgehensweise wäre in diesem Fall sinnvoll?
    Wäre die An- und Abmeldung in diesem Fall anzuraten und läuft die Speerzeit während der Abmeldung weiter?
    Oder sollte ich mich erst ab 21.09. bei der Bundesagentur melden? Welche Nachteile ergeben sich hier?
    Vielen Dank für Ihre Ideen.
    Und Grüße von Andrea

    • Vorab: Den zweiten wortgleichen Kommentar beim Beitrag über das Dispojahr habe ich entfernt. Einmal genügt…

      Ansonsten denke ich, dass eine kurzfriste An- und wieder Abmeldung sicher keine schlechte Idee sein könnte, denn einmal läuft die Sperrfrist auch während der Abmeldung und während eines Urlaubes ist es ohnehin besser, nicht arbeitslos gemeldet zu sein.

      Nachteile ergeben sich ganz sicher immer irgendwie…;-)

      Z.B. ist man in der abgemeldeten Zeit weder kranken- noch rentenversichert. Man müsste sich also selber darum kümmern, sprich bezahlen. Das wäre aber bei einer späteren Meldung zum 21.09. nicht viel anders. Von daher sehe ich keine gravierenden Unterschiede.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort und für die Löschung des Doppelpostings.
        Für die Krankenversicherung müsste ja die einmonatige Nachversicherung greifen. Aber wahrscheinlich nicht im Fall von An-und Abmeldung?
        Ich habe noch eine Frage zur Sperrzeit. Wenn ich mich erst zum 21.09 bei der Bundesagentur melde, wann würde in diesem Fall die 12 wöchige Sperrzeit zu laufen beginnen? Bereits mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses? Also ab 16.08.?
        Vielen Dank für die Mühe.
        Beste Grüße

      • Zur einmonatigen Nachversicherung möchte ich nur sagen, dass es da viele Mißverständnisse gibt. So gilt sie z.B. bei freiwillig Versicherten nicht und auch nicht, wenn der Zeiraum länger als einen Monat dauert.

        Aber noch einmal zur Sperre: Die Sperrfrist beginnt immer mit den Ereignis, welches sie begründet. Also hier mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Es ist daher egal, ob man bei der Agentur gemeldet ist oder nicht. Das Ergebnis ist immer dasselbe: In den ersten 12 Wochen erhält man keine Zahlung und der Anspruch verringert sich um 1/4.

        Es gibt allerdings doch noch einen Punkt, der bei einer späten Meldung zu beachten ist! Eine verspätete (Arbeitsuchend-)Meldung wird mit einer weiteren Sperre von einer Woche geahndet. Die käme dann ggfs. hinzu.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo,

          bezüglich der weiteren Woche Sperrfirst…

          Angenommen drei Monate Kündigungsfrist, eigener Kündigung und damit 12 Wochen Sperrfrist:
          Melde ich mich bei Kündigung, drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses, habe ich 12 Wochen Sperrfrist, bin also 12 Wochen lang arbeitslos und bekomme kein Geld. Dann bekomme ich noch 9 Monate ALG.

          Melde ich mich in der gleichen Situation erst 12 Wochen nach Ende des Arbeitsverhältnisses, ist die Sperrfirst für die Kündigung bereit abgelaufen. Geld bekomme ich aber trotzdem nicht sofort, sondern erst eine Woche später? Für zusammen maximal 9 Monate minus einer Woche?

          Melde ich mich in der gleichen Situation erst z.B. 6 Monate nach Ende des Arbeitsverhältnisses bzw 3 Monate nach Ende der Sperrfirst, ist die Sperrfirst für die Kündigung bereit abgelaufen. Geld bekomme ich aber trotzdem nicht sofort, sondern erst eine Woche später? Wieder für zusammen maximal 9 Monate minus einer Woche?
          Das ganze klappt so bis knapp 12 Monate nach Ende des Arbeitsverhältnisses wegen der Rahmenfrist?

          Grüße
          Andi

          • Richtig, Andi – Deine Annahmen sind korrekt. Zumindest ist dies auch meine Auffassung.

            Interessant ist dann der Zeitpunkt exakt 1 Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisses: Das ist dann genau der Punkt für das Dispojahr, in dem Sperr- und Ruhezeiten entfallen. Wartet man noch einen Tag länger, entfällt auch der ALG1-Anspruch. 😉

            Gruß, Der Privatier

  46. Sehr geehrter Herr Ranning
    vielen Dank für die umfassenden Informationen in ihrem Blog! Ich wurde zum 31 Dezember 2015 fristgerecht mit Abfindung gekündigt und bin nun seit 1.1.2016 für 18 Monaten in einer Auffanggesellschaft arbeitssuchend gemeldet. Ab 1.7.2017 wäre ich nun arbeitslos zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre im Dezember würde ich 58 Jahre alt sein .Nach den Informationen aus ihrem Blog sieht mein Plan nun so aus, mich am 1.7.2017 nicht arbeitslos zu melden (Dispotionsjahr?) sondern erst am 2.1.2018 ab 4.1.2018 würde ich gerne das ALG ruhen lassen. Ich werde die Pflege meiner Mutter übernehmen also von der Pflegekasse meine Rentenbeiträge bekommen und mich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Was habe ich zu beachten (Anwartschaftszeit 2 Jahr) um ALG von meinem früheren Arbeitgeber zu bekommen? Wie wird die Zeit in einer Auffanggesellschaft bewertet? Habe ich hier was übersehen oder falsch geplant? Oder gibt es einen besseren Weg?
    Grüße Rosemarie

    • Hallo Rosemarie,

      zur Thematik von Auffang- oder Transfergesellschaften möchte ich mich lieber nicht äussern. Ich habe hier nur ein mäßiges Halbwissen und somit besteht große Gefahr, dass ich etwas Falsches erzähle.

      Es ist sicher schon einmal keine schlechte Idee, mit der Arbeitslosmeldung bis nach dem 58. Geburtstag zu warten. Für weitere Informationen würde ich mich vertrauensvoll an die Agentur für Arbeit wenden.

      Es tut mir leid, wenn ich dazu nicht mehr sagen kann, aber über 90% meiner Tipps und Ideen auf dieser Seite stammen ausschließlich aus eigenen Erfahrungen und mit Auffang- oder Transfergesellschaften habe ich keine. Ich kann nur sagen, dass es dabei recht viele unterschiedliche rechtliche Konstruktionen gibt, die dann eben auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Muss also jeweils geprüft werden. Aber: Etwas ändern, richtig oder falsch machen können Sie ohnehin nicht.

      Gruß, Der Privatier

  47. Lieber Herr Ranning,

    tolle Sache, ihr Blog. Ich würde Sie gerne um Ihre Einschätzung meiner Situation bitten, von der Agentur für Arbeit bekomme ich gefühlt von jedem Ansprechpartner eine andere Auskunft.

    Ich habe letzte Woche einen Aufhebungsvertrag bei meinem alten AG unterzeichnet, in dem festgehalten ist, dass das *Arbeits*verhältnis bis zum 30.09.2017 besteht. Da meine Kündigungsfrist sehr kurz gewesen wäre, war die Lösung naheliegend, dass ich in dieser Zeit einfach weiterhin mein Gehalt beziehe.

    Heute habe ich mich bei der Agentur für Arbeit nun arbeitslos gemeldet, aber den Antrag auf ALG I noch nicht gestellt. Stellt mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung richtig aus, so habe ich voraussichtlich auch mit keiner Sperrzeit zu rechnen.

    Da das ganze Drumherum um den Aufhebungsvertrag weniger schön war, würde ich gerne eine kleine Auszeit nehmen und mich erst ca. ab August intensiv mit der Jobsuche beschäftigen.

    Wie sieht das denn aus, wenn ich nun ALG I beantrage, den Bescheid abwarte und mich dann abmelde, müsste ich dies doch (wenn keine Sperrfristen eintreten) im Oktober theoretisch problemlos wieder anmelden können, ohne Ansprüche zu verlieren. Was meinen Sie dazu?

    • Oh, ich vergaß einen wichtigen Punkt: Ich musste mich arbeitslos und nicht arbeitssuchend melden, da ich mit Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages unwiderruflich freigestellt worden bin, entsprechend konnte ich mich leider nicht „einfach so“ erst später arbeitslos melden.

    • Ja, Sie können sich jederzeit aus der Arbeitslosigkeit abmelden und zu einem späteren Zeitpunkt erneut wieder anmelden. Der einmal festgestellte Anspruch bleibt dabei bis zu vier Jahren erhalten. Natürlich immer nur der noch nicht verbrauchte Rest.

      Ist der Zeitraum bis zu einer erneuten Arbeitslosmeldung relativ kurz (die Grenze liegt glaube ich bei 4 oder 6 Wochen), dann ist nicht einmal ein neuer ALG-Antrag erforderlich. Bei längeren Pausen dann doch.

      Gruß, Der Privatier

  48. Lieber Herr Ranning,

    Meien Situation ist wie folgt: ich habr vor 3 1/2 einen Aufhebungsvertrag erhalten und habe vor kurzen erfahren, dass mein Anspruch auf ALG1 zum November abläuft. Ich bin momentan unglücklich bei der Arbeit ubd möchte dementsprechend kündigen. D.h. ich würde eine sperre von 12 Wochen bekommen. Nun ist die Frage, wenn ich zum Oktober die Sperre ‚abgesessen‘ habe…würde ich nur den November ALG1 kriegen? Was glauben sie?

  49. Wann soll das Arbeitsverhältnis laut Aufhebungsvertrag beendet werden? Zum 31.07.2017?
    Bei 4 Monaten Anspruchsdauer (August bis November einschließlich) gehe ich von einem Arbeitsbeginn am 01.11.2016 aus, Auflösungsvertrag am 01.03.2016.
    Warum hat der Arbeitgeber da nicht einfach ohne Angabe von Gründen in der Probezeit gekündigt?
    Oder war der da einfach nett?
    Normalerweise sage ich dass wenn der Arbeitgeber sowieso schon zu einem Aufhebungsvertrag genötigt hat es ganz legitim ist sich bei psychischer Belastung nicht nur krank zu fühlen sondern auch ganz offiziell krank zu sein, nur sieht das hier alles etwas anders aus.
    Wie alt bist du?
    Eigenkündigung ist immer blöd.
    Zusammen mit Sperre geht immer eine Verkürzung des Anspruchs um mindestens 25% oder um die Dauer der Sperre einher, je nachdem was größer ist. Hieße hier dass der Anspruch fast komplett entfällt.

  50. Hallo wieder einmal,

    ich habe schon sehr viel Hilfe in diesem genialen Forum/Blog erhalten und habe mich vom ALG1 wie hier beschrieben abgemeldet. Anspruch ist festgestellt, alles wie geplant. Allerdings nehme ich eineinhalb Jahre nach Feststellung des Anspruchs wieder eine Tätigkeit mit Bezahlung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze auf.

    Ich weiß bereits, das wird recht kompliziert. Wie vermischt sich denn der neue Anspruch durch Zahlung neuer Beiträge mit dem alten Anspruch innerhalb der vier Jahre?

    Zusatzfrage: Wenn z. B. das neue Arbeitsverhältnis aufgelöst wird und Fristen (in beiderseitigem Einvernehmen) nicht beachtet werden, wie greift dann ggf. der bestehende alte Anspruch? Oder greift dann eine Sperre, aber der festgestellte alte Anspruch bleibt von der Laufzeit her bestehen?

    Ist sicherlich komplex, aber vielleicht gibt es ja so etwas wie einen roten Faden. Das Ganze ist übrigens im Zuge einer Abfindung so entstanden, die Details finden sich hier in einer anderen Rubrik…

    Danke vorab!

    • Ich versuche einmal, eine Idee zu entwickeln, wie das meiner Meinung nach geregelt wird:

      Ich denke, dass hier der §147 SGB III, Abs.4 entscheidend ist. Dort heisst es:

      „Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind; sie verlängert sich längstens bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer.“

      Oder – um es einmal mit meinen Worten zu sagen: Es wird zunächst der neue Anspruch festgestellt, auf Basis der Beschäftigungsdauer und des Alters.
      Ein noch verbliebener Rest eines alten Anspruches wird hinzu addiert. Die Summe kann aber maximal so hoch werden, wie dies vom Lebensalter her normalerweise möglich ist.
      Ich hoffe, dass ist soweit verständlich…

      Zu der Zusatzfrage kenne ich zwar keine spezielle Regelung, aber dürfte analog zur ersten Frage beantwortet werden: Neuer Anspruch inkl. Sperre, zzgl. Rest des alten Anspruches.

      Gruß, Der Privatier

  51. Bedeuten die 4 Jahre Anspruch auf Arbeitslosengeld, dass man die Arbeitslosmeldung bis Ende dieser Frist machen muss und dann das Arbeitslosengeld auch darueber hinaus erhaelt, oder wird es nur bis Ende der 4 Jahre gezahlt?

    • Es reicht, wenn man vor Ablauf der vier Jahre sich erneut arbeitslos meldet. Das Aufbrauchen des Anspruches kann dann ruhig über die 4-Jahres Grenze hinaus gehen.

      Gruß, Der Privatier

  52. Hallo Privatier

    ich finde den Blog sehr gelungen und ich gehe gerade diesen Weg.
    Zu den 4 Jahren Anspruch:
    Wird ein neuer Anspruch festgestellt wenn man kein Arbeitsverhältnis in der Pause nachweist?
    Und führt das dann dennoch zu der Verlängerung?
    Also einfach gefragt.
    Ich bin Arbeitslos, mein Anspruch wurde für 540 Tage festgestellt. Ich will mich im November abmelden für 2 Jahre ohne Beschäftigungverhälnis. Dann wieder für 1 Jahr anmelden.
    So sollte es werden. Passt das?

    VG

    • Also, den zweiten Teil der Frage kann ich ganz einfach mit „ja“ beantworten. Das wird so funktionieren (lt. heutiger Rechtslage).

      Der erste Teil der Frage ist für mich etwas unklar oder vielleicht auch nur „ungeschickt“ ausgedrückt. Denn es wird bei einer neuen Arbeitslosmeldung kein neuer Anspruch festgestellt, sondern der bestehende, alte Restanspruch kann aufgebraucht werden.
      Und „Verlängerung“?? Da wird nichts verlängert. Der einmal festgestellte Anspruch hat bis zu vier Jahren Gültigkeit. Innerhalb dieser Zeit kann der jeweils noch verbleibende Rest nach Belieben aufgebraucht werden.

      Und zwar gerade dann (und ohne Zweifel), wenn in der Zwischenzeit KEINE Beschäftigung stattgefunden hat. Findet hingegen zwischendurch eine Beschäftigung statt, ist die Frage immer etwas schwieriger.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Danke für die schnelle Antwort.

        Dieser Blog hat mir geholfen, auch die moralische Frage für mich zu beantworten. Danke an alle die hier ihre Erfahrungen berichten oder kommentieren.

        VG Holger

  53. Hallo Herr Ranning !
    Zunächst noch einmal vielen dank hinsichtlich des „Fahrplanes“ zum Dispojahr sowie zum Umgang mit der Agentur für Arbeit. Falls eines Tages möglich werde ich Ihre Homepage als eine der Topempfehlungen im Internet zu diesem Thema setzen.
    Laut Fahrplan habe ich mein Dispojahr zum 01.07.2017 beendet (genau 1 Jahr später zum Ende meines Arbeitsverhältnisses zum 30.06.2016). Hat alles gut funktioniert. Habe jetzt eine schriftliche Bewilligung für 720 Tage ALG 1 vom 01.07.2017 bis zum 30.06.2019. Meine Abfindung bekam ich im Januar 2017 und möchte mich jetzt wieder abmelden aus steuerlichen Gründen. Meine Bescheid wurde am 20.Juli 2017 ausgestellt, beginnend mit ALG 1 vom 01.07.2017. Meine Frage wäre, ob es Erfahrungen gibt wenn man sich wieder abmeldet, ob dies noch möglich ist mit einem Datum vor dem Bewillingungsbescheid, also z.B der 02.07.2017. Bescheid war vom 20.07.2017.
    Viele Grüße und Danke vorab
    Bufu Scout

    • Hallo BUFU Scout,

      abmelden funktionierte bei mir in der Vergangenheit NICHT RÜCKWIRKEND; also immer nur zukünftig. Z.B. morgen schnell noch ab den 24.7.2017 abmelden.

      LG FÜR2012

      • Hallo FÜR2012, Hallo Herr Ranning
        vielen Dank für die schnelle Rückantwort. Hier wird noch am Sonntagabend richtig gearbeitet.
        Werde morgen direkt zum Arbeitsamt gehen und mich zum 24.07.2017 wie geraten abmelden.
        Dieses Portal arbeitet besser wie jede Beratungsfirma. Vielen Dank nochmals, speziell an FÜR2012.
        Viele Grüße BUFU Scout

    • Dann will ich das hier auch noch kurz ergänzen:

      Es wird sicher generell auch möglich sein, sich rückwirkend abzumelden, z.B. wenn jemand ganz kurzfristig eine neue Stelle antreten kann (am Ende des Bewerbungsgespräches: „Sie können gleich hier bleiben!“ 😉 ). Wer dann erst drei Tage später daran denkt, sich bei der Agentur abzumelden, dürfte da kein Problem haben.

      In dem hier vorliegenden Fall würde ich allerdings eine rückwirkende Abmeldung erst gar nicht versuchen. Das erzeugt nur unklare Verhältnisse bei einem eher fragwürdigen Nutzen. Drei Wochen ALG werden sich auf Jahressicht schon nicht so schlimm auswirken.

      Gruß, Der Privatier

  54. Hallo zusammen,
    war heute morgen bei der Agentur und habe mich zum 23.07.2017 abgemeldet. Die Sachbearbeiterin war sich der Sache nicht ganz sicher. Laut ihren Aussagen, wäre wenn so etwas möglich ist, das früheste Datum der 02.07.2017, da die Bewilligung ja erst ab dem 01.07.2017 relevant war.
    Ich habe mich deshalb für den sicheren Weg entschieden und ein Datum (23.07.2017) nach meinem Bewilligungsbescheid vom 20.07.2017 gewählt. Da ich eine relativ hohe Abfindung bekommen habe, macht dies bei mir ca. 800 Euro (!) aus.
    Gerechnet habe ich mit dem folgenden Variantenrechner.
    https://abfindungsrechner.org/#Abfindungsrechner
    Für die schnelle Rückantwort möchte ich mich nochmals bedanken.
    Viele Grüße
    BUFU Scout

    PS: Beobachte nach wie vor den deutschen Anleihemarkt. Eine Entscheidung wird es nach der Bundestagswahl geben mit folgendem Ablauf (Zeitraum: heute bis Ende 1.Qu.2018)

    1.) Frau Merkel gewinnt –> GroKo –> Hr. Schulz wird Vizekanzler (für Europa und Eurobonds)
    2.) Druck der europäischen Südstaaten wird mit Hilfe von Frankreich für Eurobonds immer größer
    3.) GroKo stimmt den Eurobonds zu (sind ja noch weitere 4 Jahre im Amt !)
    4.) Kursverfall der deutschen Anleihen zu Gunsten der Eurobonds (gesamtschuldnerisch)

    https://www.godmode-trader.de/futures/euro-bund-future-8-5-10-5-jahre-langfristig,134018

    • Vielen Dank für die Rückmeldung und die Weitergabe der Erfahrungen.

      Ein kleine Kritik sei aber noch erlaubt: Wenn der Bezug des ALG solche Auswirkung hat, hättest Du ja auch nicht unbedingt den Bescheid abwarten müssen, um Dich wieder abzumelden.

      Ich habe dies zwar selber auch so gemacht, aber ich habe damals ja auch damit gerechnet, dass der Bescheid innerhalb der Sperrfrist kommen würde (also ohne ALG-Bezug). Und inzwischen habe ich hier schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es reicht, nur einen Tag lang arbeitslos gemeldet zu sein.

      Aber egal: Kleine Schnitzer passieren ständig. Man kann nicht alles perfekt machen.

      Gruß, Der Privatier

  55. Hallo Herr Ranning,
    vielen Dank für die Rückmeldung. Mir war auch nicht klar, daß dies so einen Effekt hat. Aber wie Sie schon erwähnten, man kann nicht an Alles denken (Schnitzer passieren). Ich habe auf jeden Fall einen schriftlichen Bewilligungsbescheid mit einer ordendlichen Terminfolge
    Außerdem kommt eine Überweisung vom AA über 1725 Euro für die Tage vom 01.07 bis 23.07 2017. Muß man zunächst gegenrechnen. Vielleicht fällt mir steuertechnisch bis zum nächsten Jahr etwas ein !.
    Viele Grüße nochmals und Danke für das Feedback!
    BUFU Scout

  56. Hallo Privatier, hallo zusammen,
    mit großem Interesse lese ich hier schon eine Weile.
    Ich bin seit dem 01.07.2017 nach langjährier Beschäftigung arbeitslos. Die Abfindung (ca. 5 Jahresgehälter) wird im Jan. 2018 ausgezahlt. Ich werde im Juni 2018 zum 01.07.2018 arbeitslos melden. Um die zusätzliche Steuerbelastung in 2018 zu vermeiden, möchte ich nach der Feststellung des ALG1-Anspruchs wieder abmelden und dann im Jan. 2019 wieder arbeitslos melden und Leistungen in Anspruch nehmen.
    Gehe ich richtig vor? Sehen Sie irgendwelche Probleme?
    Mit freundlichen Grüßen
    Der 57-Jähriger

    • Hallo 57-Jähriger,
      ich möchte gerne zu den Kommentaren von BUFU Scout noch eine Ergänzung machen. Ich bin zum 31.12.2016 bei meinem Arbeitgeber ausgeschieden (zur Zeit Privatiere), die Auszahlung der Abfindung erfolgte im Januar 2017. Ich habe vor, mich erst nach Ablauf (oder 3 Wochen vorher mit Wirkung zum Ablauf des Dispojahres) bei der Arbeitsagentur arbeitslos zu melden. Ziel ist es, in 2017 keine weiteren Einkünfte (ALG 1) zu erzielen, um nicht in der Steuerprogression noch weiter hochzugehen.
      Im Rahmen der steuerlichen Betrachtung der Abfindungszahlung wurde von meiner Steuerberatungskanzlei auch untersucht, ob die sogenannte „Fünftelregelung“ Anwendung finden wird. Hierbei wurde auch die Tatsache untersucht, ob eine Auszahlung im Folgejahr steuerschädlich wäre. In meinem Fall wurde dies verneint. Wurde dies bei Ihnen (wo ja der Auszahlungszeitpunkt deutlich vom Datum des Ausscheidens entfernt ist) auch bestätigt?

      Beste Grüße
      Die 49erin

        • Hallo 49erin,
          ich habe Ihre Frage übersehen. Sorry.
          Ich glaube zu wissen, dass die sogenannte „Fünftelregelung“ im meinen Fall Anwendung finden wird.
          Viele Grüße
          Der 57-Jähriger

    • @57-Jähriger: Die Vorgehensweise hört sich gut an. Ich sehe keine Probleme. Einzelne Details kann man sicher nach persönlichem Geschmack bzw. in Abstimmung mit der zuständigen Agentur gestalten, so z.B. eine vorherige Arbeitsuchendmeldung (s. dazu auch Beitrag: „Hinweise zum Dispojahr: Arbeitsuchendmeldung„) oder die Frage, ob man sich direkt 2 Tage nach der Arbeitslosmeldung wieder abmeldet oder aber den erst den Bescheid abwartet.

      @49erin: Eine Auszahlung der Abfindung im Folgejahr ist nicht schädlich. Keine Sorge!

      Gruß, Der Privatier

  57. Hallo zusammen, Hallo 57-Jähriger !
    da ich ganz ähnlich vorgegangen bin möchte ich meine Erfahrungen und Verbesserungen kurz schildern.

    Ich war ca. 3 Wochen vor dem Dispojahrende (war der 01.07.2017) persönlich auf dem Arbeitsamt und habe mich arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet. Wurde so registriert. Entscheidend hinsichtlich der ALG 1 Leistung war, daß im Antrag stand mit Wirkung vom 01.07.2017. Dieses Datum wurde dann auch später herangezogen. Gemeldet hatte ich mich Mitte Juni 2017. Ich wollte meinen Antrag, dann nach dem 01.07.2017 online stellen, hatte aber Probleme mit meinem PC. Die Arbeitssuchmeldung löste parallel einen Beratungstermin mit Datum 10.07.2017 aus.
    Das Ausfüllen des Leistungsantrages hatte ich vor dem 01.07.2017 online getestet. Da ich Probleme hatte ging ich nochmals zur Agentur und bekam dort eine Hardcopy, welche ich ausfüllte und am 03.07.2017 per Einschreiben und Rückschein an die Agentur sendete.

    Optimaler wäre gewesen: Bei der Rückmeldung auf dem Arbeitsamt (Mitte Juni 2017) direkt eine Hardcopy des Leistungsantrages mitzunehmen mit den Daten (Wirkung vom wurde von der AA eingetragen) und insbesondere bereits mit dem Eintrag „mit Wirkung vom 01.07.2017“) und dann Antrag per Post an die AA – Leistungsabteilung am 06.07.2017
    Die Arbeitssuchmeldung war nicht zwingend notwendig. Wurde von mir ausgelöst. Ich wurde nicht danach gefragt.

    2.) Bewillingsbescheid kam dann am 20.07.2017. Mit der Bewilligung ging ich nochmals zur AA und habe mich dann zum 24.07.2017 abgemeldet. Hatte dort gesagt, daß es nach der Feststellung der Bewilligung steuertechnisch keinen Sinn macht ALG 1 zu beziehen. Da ich momentan noch Geld habe aus der Abfindung und ich erst im Januar 2018 ALG 1 benötige.
    War alles kein Problem. Bei der Abmeldung wurde von der Sachbearbeiterin als Grund „Eigener Wunsch“ eingetragen.

    Fazit: Steuertechnisch den Zeitraum zwischen An- und Abmeldung so kurz wie möglich machen. Bei einer früheren Antragsstellung hätte man vielleicht schon die Bewilligung schriftlich vorliegen. Am PC vorab mal checken, ob daß mit einem Onlineantrag auch von zu Haus aus funktioniert. Ich persönlich (AA ist nur 500 m von meinem Zuhause weg) gehe lieber direkt zur Agentur.

    Viele Grüße und bei weiteren Fragen bitte gerne melden
    BUFU Scout

    • Hallo BUFU Scout,
      vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.
      Ich werde sicherheitshalb erst mit der Bewilligung abmelden wie Sie.
      „Kleine Schnitzer passieren ständig. Man kann nicht alles perfekt machen.“
      Viele Grüße!
      Der 57-Jähriger

    • Hallo BOFU Scout,
      ich bin in diesem sehr (!) informativen Forum aktuell nur Mitleser. Bei mir stehen die Gänge zur Arbeitsagentur Ende dieses Jahres noch an. Ich bin zum 31.12.2016 mit Abfindung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Auszahlung der Abfindung erfolgte im Januar 2017.
      Sie schreiben, daß es optimaler gewesen wäre, den Leistungsantrag vom Arbeitsamt direkt mitzunehmen und dann „Antrag per Post an die AA – Leistungsabteilung am 06.07.2017“. Hätten Sie diesen nicht bereits am 01.07.2017 der Arbeitsagentur zusenden können? Oder gibt es hier noch eine andere Frist zu beachten?
      Was meinen Sie mit „Bei einer früheren Antragsstellung hätte man vielleicht schon die Bewilligung schriftlich vorliegen.“?
      Überrascht bin ich auch über die Tatsache, daß Ihnen ein Anspruch auf 720 Tage ALG 1 gewährt wurde. Ich ging davon aus, daß der Anspruch zunächst über 1 Jahr besteht und dann auf die eigenen Ersparnisse zurückgegriffen wird?

      Ich bedanke mich auch bei Ihnen herzlichst für Ihre Beiträge und freue mich auf Ihre Antworten!

      Gruß Die 49erin

      • Hallo 49erin,
        durch Dispojahr (Arbeitsende war zum 30.06.2016 bis 01.07.2017) gibt es einen Anspruch auf 720 Tage ALG1.
        Die Aussage „1 Jahr“ und „Zugriff auf Ersparnisse“ sind mir neu (ALG2). Hat auch niemand danach gefragt !!!
        Meinen Antrag hätte ich wie Sie richtiger weise sagen bereits am 01.07.2017 zusenden können. Ich war allerdings erst am 03.07.2017 nochmals bei der Agentur und habe mir eine Hardcopy geholt. Weiterhin hatte ich noch am 10.07.2017 ein Gespräch mit meiner Betreuung, sodaß ich mich vor diesem Termin nicht abmelden wollte.

        Fazit: Der sicherste Weg ist einen Bescheid in der der Hand zu haben und sich dann wieder abzumelden.
        Antrag über PC oder per Post ist egal !
        Siehe hierzu auch meinen Kommentar von heute.

        Viele Grüße
        BUFU Scout

        • Hallo BUFU Scout, Hallo Privatier,
          ich habe die Bezugsdauer des ALG I nochmal nachgelesen. Tatsächlich hängt die Dauer – sofern die Anwartschaftszeit von mindestens 12 Monaten innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosmeldung erfüllt ist – einerseits von der Dauer der vorangegagenen Beschäftigung ab UND ausserdem vom Alter der betreffenden Person. 720 Tage werden gewährt, sofern die Dauer der Beschäftigung 48 Monate war UND die Person das 58. Lebensjahr beendet hat.

          In meinem Fall – ich bin noch 49 – wären das 12 Monate. Allerdings werde ich am 27.12. 50, so dass mir dann 15 Monate zustehen (Mindestbeschäftigungsdauer 30 Monate).

          https://www.alg-i.de/bezugsdauer.html

          ALG2 wird nur gewährt, wenn die Hilfebedürftigkeit erwiesen ist (Ersparnissen würden zuerst herangezogen).

          Ist aus Ihrer Sicht meine geplante Vorgehensweise wie folgt schlüssig?

          Aufhebungsvertrag zum 31.12.2016
          Abfindung gezahlt im Januar 2017
          Arbeitslosmeldung am 18.12.2017 (Gang zur Arbeitsagentur) mit Wirkung zum 27.12.2017 (somit deutlich innerhalb des Dispositionsjahres, hardcopy des Leistungsantrags am 18.12. mitnehmen und unverzüglich an die AA per Post Einschreiben/Rückschein zurücksenden).
          Abwarten des Bewilligungsbescheids (vermutlich im Januar 2018)
          Abmeldung sobald der Bewilligungsbescheid da ist
          Vermutlich würde ein anteiliger Betrag an ALG 1 im Januar 2018 ausgezahlt (27.12.2017-Abmeldetermin), aber vermutlich nicht bereits in 2017 (was für mich ungünstig wäre)
          Vermutlich müßte ich auch einen Beratungstermin wahrnehmen.

          @Privatier,
          Wann ich das ALG1 in Anspruch nehmen werde, weiß ich noch nicht. Ich nutze das Dispositionsjahr zur Regenerierung nach 30 Jahren Tätigkeit (Herr Privatier – mein großer Dank gilt Ihnen! Ohne Ihre Informationen hätte ich mich bereits letztes Jahr im Herbst bei der AA angemeldet und wäre ganz schnell wieder in die Mühle von Bewerbungen, etc. hineingekommen!)
          Gibt es Erfahrungen, ob ich ALG1 beziehen kann (nach der Abmeldung Anfang 2018 z.B. Wiederanmeldung im März 2018) und gleichzeitig eine Art Krankschreibung (burn-out Diagnose) vorlege? Ich sehe mich aktuell nicht in der Lage, wieder in das Berufsleben einzusteigen, möchte aber irgendwann das ALG1 in Anspruch nehmen (aktuell leben ich von der Abfindung).

          Herzlichen Dank!
          Die 49erin

          • Hallo,
            alle Ihre Fragen kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da mir einige Detaills nicht vorhanden sind.

            ALG2: Im Bedarfsfalle werden alle Vermögenswerte herangezogen. Sie dürfen meines Wissens nach nur
            2600 Euro behalten (!). Ich habe ähnliches in meiner Verwandtschaft durchgemacht. Vor allen Dingen
            müssen Sie alle Ihre Vermögenswerte angeben. Kann in der Zukunft, auch wenn sie jetzt kein ALG2
            brauchen noch große Probleme erzeugen. Wo wurde das Vermögen verbraucht ? Wie gesagt ich habe
            ähnliches mitgemacht (Rechtsanwalt etc.).
            Mein Ratschlag hier ist wenn möglich nicht diesen Weg gehen. Sie werden transparent !

            Dispojahr:

            Aufhebung zum 31.12.2016 (war auch der letzte Arbeitstag !)
            Arbeitlos ab 01.01.2017
            Persönliche Rückmeldung/Arbeitslosmeldung beim AA am 01.01.2018
            (wichtig bei vorherigem Besuch der AA im Dezember, daß die Arbeitslosigkeit Eintritt mit
            Wirkung vom 01.01.2018.

            Arbeitssuchend: Da sie noch relativ jung sind, werden sicherlich von der AA Vorschläge kommen wie sie aus der Arbeitslosigkeit kommen !

            Zu den restlichen Fragen habe ich leider keine Erfahrung, sodaß ich Ihnen hier nicht helfen kann.
            Viele Grüße
            BUFU Scout

          • Hallo 49erin,

            ich bin weit davon entfernt, jemand zum Dispojahr drängen zu wollen. Dazu bin ich mir zu sehr darüber im Klaren, dass da viel schief gehen kann und viel auf dem Spiel steht. Darum möchte ich ausdrücklich nur die Anregung zum Nachdenken (und weiter recherchieren) geben:

            Was Sie hier vorhaben, möchte ich nicht als Dispojahr bezeichnen. Das ist nach meiner Definition immer ein (exakt!) volles Jahr. Natürlich können Sie Ihre Vorgehensweise wie geplant ausführen, bedenken Sie aber bitte, dass Sie höchstwahrscheinlich eine Sperre bekommen werden wegen Mitwirkung (Aufhebungsvertrag) am Verlust des Arbeitsplatzes.
            Auch wenn die Sperre von 3 Monaten inzwischen abgelaufen ist, so bleibt dennoch die Reduzierung der gesamten Anspruchsdauer von 15 auf 12 Monate.

            Würden Sie den Beginn der Arbeitslosigkeit nur ein paar Tage später terminieren (1.1.2018), würde die Prüfung auf eine Sperre entfallen.

            Wie gesagt: Ich möchte niemand überreden. Bitte selber prüfen, selber entscheiden und nachher selber verantworten!

            Zur Frage Krankheit während ALG-Bezug:

            Eine Arbeitsunfähigkeit während einer Arbeitslosigkeit wird im Grunde so ähnlich gehandhabt wie als Angestellter in einem Unternehmen. Wird man arbeitsunfähig, schickt man der Agentur eine AU-Bescheinigung. Man bleibt (vorerst) weiter arbeitslos und bezieht weiter ALG. Anspruchsdauer und -Höhe ändern sich dadurch nicht.
            Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen, so fällt man aus der Arbeitslosigkeit heraus, die Agentur stellt die Zahlungen ein, die Krankenkasse wird zuständig und zahlt Krankengeld. Nach Genesung ist ein neuer ALG-Antrag zu stellen.
            Wichtig: Zu Beginn der Arbeitslosigkeit (also bei Antragstellung bzw. erster Tag der Arbeitslosigkeit) darf man nicht arbeitsunfähig sein, denn damit könnte man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Eine Arbeitslosmeldung ist dann nicht möglich. Das ist übrigens eins der Risiken des (echten) Dispojahres: Wird man zum entscheidenden Termin ernsthaft krank, ist der ALG-Anspruch vollständig weg. Endgültig.

            Gruß, Der Privatier

      • Auch von mir noch einmal der Hinweis, dass die Befürchtung „…daß der Anspruch zunächst über 1 Jahr besteht und dann auf die eigenen Ersparnisse zurückgegriffen wird?“ völlig unbegründet ist! Dafür gibt es keine Grundlage.

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo BUFU Scout,
      noch eine Frage an Sie: Sie schreiben, daß die Arbeitssuchmeldung nicht zwingend notwendig war. Welche Beweggründe gibt es, sich arbeitssuchend zu melden, wissend, daß man sich ohnehin nach Erhalt des Bescheids wieder abmeldet?

      Herzlichen Dank!
      Die 49erin

      • Hallo,
        habe mich am gleichen Tag „Arbeitssuchend“ und „Arbeitslos“ gemeldet. Warum ? Das ALG1 dient zur Unterstützung/Überbrückung während der Arbeitslosigkeit bis man die nächste Arbeitsstelle hat. Im Antrag auf ALG1 steht ebenfalls, daß man sich mit voller Kraft um eine weitere Arbeitstelle bemüht. Für mich zählt auch hierzu, daß man sich „Arbeitssuchend“ meldet, egal wann man sich dann wieder abmeldet. Man geht hier denke ich einen einfacheren Kommunikationsweg mit der AA. Habe mich am gleichen Tag mit meiner Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ebenfalls als „Arbeitssuchend“ abgemeldet. War alles kein Problem !
        Viele Grüße
        BUFU Scout

        • Hallo Privatier,
          ich danke Ihnen für den Verweis sowie Ihre sehr ausführliche Information und Meinung zu meiner geplanten Vorgehensweise. In der Tat muß ich weiter recherchieren und mir meine Meinung bilden und dann entscheiden. Trotzdem: sehr hilfreich Ihr Kommentar!

          Beste Grüße
          Die 49erin

  58. Hallo zusammen,
    muß mich zu diesem Thema nochmals melden. Habe im Netz jetzt den richtigen Rechner gefunden, welcher berücksichtigt, daß das Arbeitslosengeld ja bereits versteuert ist und nur in den Progressionsvorbehalt mit einfliesst. Habe hier zunächst den falschen Rechner benutzt. Siehe oben.
    Der richtige Rechner ist:

    https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Steuerberechnung/Progressionsvorbehalt/default.php?f=LfSt&c=n&d=x&t=x

    Steuereffekt ist dann nicht mehr so dramatisch. Anstelle bei mir von 800 Euro sind es jetzt nur noch ca. 100 Euro Differenz-
    Fazit: Würde aus heutiger Sicht immer zunächst den schriftlichen Bescheid abwarten und mich dann wieder abmelden.
    Viele Grüße
    BUFU Scout

    • Jaja… die ganzen Steuerrechner sind alle ganz gut und schön. Meistens konzentrieren sie sich aber nur auf eine Haupt-Aufgabenstellung. So berücksichtigen die meisten Abfindungsrechner eben keine Einkünfte, die unter Progressionsvorbehalt gezahlt wurden (z.B. ALG1). Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass der o.g. Rechner keine Abfindungen berücksichtigt.

      Gerade bei Vorliegen beider Situationen ist aber die Kombination von entscheidender Bedeutung. Für eine grobe Richtung reichen diese Rechner allemal. Wer es aber genauer wissen will, der muss dann eben auch genauer rechnen. Und da gibt es nur die Möglichkeiten:
      a) selber rechnen mit einem vernünftigen Steuerprogramm,
      b) selber rechnen mit der kostenlosen Elster-Software,
      c) einen Steuerberater beauftragen

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        leider muß ich Ihnen rechtgeben. Es werden immer nur Teilaspekte von den Rechnern erfasst. Zur Abschätzung sicherlich ausreichend, wenn man den richtigen findet und auswählt !?
        Gruß
        BUFU Scout

  59. Vielleicht kann einer der Mitlesenden eine konkrete Erfahrung zu folgender Situation beisteuern:
    Nach Abfindung in 01/16 und nachfolgendem Dispojahr beziehe ich ALG1 seit 02/17.
    Anspruch laut Bescheid 18 Monate, d.h. bisher 6 Monate verbraucht.
    Da ich mich (gemäß EGB) fleißig bewerbe, gab es schon einige Vorstellungsgespräche,
    und eine akzeptable, konkrete Stellenzusage in naher Zukunft erscheint momentan nicht unrealistisch.
    Diese würde (und müßte) ich dann natürlich annehmen.
    Was würde passieren, wenn sich das während der Probezeit als „Griff ins Klo“ rausstellen würde ?
    Bei Kündigung durch den AG in der Probezeit ist alles klar:
    Erneute AL-Meldung mit sofortigem ALG1-Anspruch für die restlichen 18-X Monate.
    Durch das Arbeitsverhältnis ist ja noch kein „neuer“ Anspruch entstanden.
    Aber was wenn ich selbst kündige:
    Bekomme ich auf meinen „Alt-Rest-Anspruch“ dann eine Sperrzeit aufgebrummt, welche die 18-X Monate verringert ?

    Grüße
    Jürgen (vielleicht bald Ex-Privatier ?)

    • Sorry, aber dazu kann ich weder konkrete Erfahrungen, noch sonstige Erkenntnisse beisteuern. Die Frage wäre sicher besser in einem speziellen Arbeitslosen-Forum aufgehoben. Dort kommen solche Fälle sicher häufiger vor.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Jürgen,
        ich habe zwar keine konkrete Erfahrung, aber würde sehr vorsichtig vorgehen.
        Logisch gesehen hat man keinen Rest-ALG1-Anspruch. Sonst würde es so sein: man arbeitet jeweils zwei Jahre und sammelt immer wieder neuen Rest-ALG-Anspruch.
        Gruß. Der 57-Jähriger

  60. Hallo Privatier,

    ich habe mich fristgemäß arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet und auch meinen Leistungsantrag abgegeben. Dieser wurde sofort bestätigt. Erst danach habe ich vom Dispositionsrecht erfahren, was bei mir insofern interessant ist, da ich in zwei Monaten 50 werde. Ich möchte mich also jetzt gerne wieder abmelden und erst im kommenden Jahr wieder anmelden, um dann meine Leistung zu beziehen. Wird dann neu geprüft und ich bekomme ggf. auch länger Arbeitslosengeld, da ich dann 50 bin oder zählt der Erstbescheid?

    Vielen Dank für eine kurze Rückmeldung!

    • Mir ist nicht so klar, was die Aussage „Dieser wurde sofort bestätigt“ zu bedeuten hat?

      Wenn das heißt, dass der AlG-Antrag bereits bewilligt ist, somit ein Leistungsbescheid vorliegt, dann nützt eine Abmeldung und spätere Anmeldung nichts mehr. Der einmal festgestellte Anspruch ändert sich dadurch nämlich nicht mehr. Auch wenn man zwischendrin ein höheres Alter erreicht.

      Wenn der Bewilligungsbescheid noch nicht vorliegt, besteht eine (ganz) minimale Chance, den ganzen Vorgang bei der Agentur noch zu stoppen. Dazu gibt es aber wohl auch kein offizielles Verfahren und von daher kann ich dazu nicht viel sagen. Außer: Versuchen! Verlieren kann man dadurch nicht viel.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort! Es ist in der Tat so, dass der Leistungsbescheid schon vorliegt (Freitag Antrag abgegeben, Dienstag war der Bescheid schon da). Schade, dann habe ich knapp zu spät von der Möglichkeit des Dispositionsrechts erfahren… Ich habe auch Widerspruch eingelegt, der wurde aber abgewiesen.
        Abmelden werde ich mich dennoch, um aus steuerlichen Gründen erst im nächsten Jahr das Geld zu bekommen.
        Noch eine Frage zum Abmelden: Muss ich mich, auch wenn ich abgemeldet bin, weiter um eine Stelle bemühen und Bewerbungen schreiben/nachweisen? Ich möchte gerne auf Reisen gehen, da bewerbe ich mich voraussichtlich nicht.
        Gruß, die Neu-Privatiere

      • „Muss ich mich, auch wenn ich abgemeldet bin, weiter um eine Stelle bemühen und Bewerbungen schreiben/nachweisen?“

        Nein, natürlich nicht. Wer keine Leistungen von der Agentur für Arbeit bezieht, hat auch keine Verpflichtungen. Die beginnen erst mit einer erneuten Arbeitslosmeldung wieder.

        Gruß, Der Privatier

        • Im Online-Tool der Arbeitsagentur ist ein Pflichtfeld für die Abmeldung die Angebe des Grundes der Abmeldung. Muss ich darüber Auskunft geben?

          Gruß, die Neu-Privatiere

        • Mir ist da nichs bekannt, was eine Verpflichtung begründen würde.

          Ich denke, die Angabe ist eher dazu gedacht, damit die Agentur u.U. auf weiteres Vorgehen (z.B. kein ALG1, aber weitere Vermittlung gewünscht) bzw. evtl. Folgen (Krankenkasse) hinweisen kann.

          Von daher würde ich schon eine wahrheitsgemäße Angabe machen, damit klar wird, ob die Abmeldung erfolgt, weil man eine neue Anstellung gefunden hat oder weil man seine Arbeitskraft nicht weiter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen möchte.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich denke, mit „Ortsabwesenheit“ liege ich dann richtig.
            Gruß, die Neu-Privatiere

          • Wenn es den Tatsachen entspricht, sollte man das so auch so schreiben.

            Falls nicht, würde ich mir lieber etwas anderes überlegen, denn eine kurzfristige Ortsabwesenheit (z.B. für 3 Wochen) könnte ja mit Genehmigung sogar bei weiterem ALG1-Bezug stattfinden, während eine dauerhafte Ortsabwesenheit dann wohl eher ein Umzug ist und mit einer Ummeldung bei der Agentur verbunden wäre.

            Insgesamt klingt die „Ortsabwesenheit“ für mich ein bisschen nach einer Entschuldigung, wie „ich würde ja gerne, aber leider kann ich nicht…“

            Und für eine Entschuldigung besteht keine Veranlassung. Jeder entscheidet selber, ob er Leistungen von der Agentur beziehen will oder nicht.

            Mir fällt jetzt leider gerade auch kein griffiges Wort ein, aber wenn das Formular es zulässt, würde ich „Keine Leistung/Vermittlung gewünscht“ oder „Für den Arbeitsmarkt nicht verfügbar“ schreiben. Das sind klare Aussagen, mit denen auch der Sachbearbeiter etwas anfangen kann.

            Gruß, Der Privatier

  61. Hallo Herr Ranning!
    Vielen Dank für Ihre wertvollen Beiträge zum Thema Steueroptimierung bei Abfindungen! Durch Sie bin ich erst auf die Idee gekommen, verschiedene Varianten durchzurechnen und mir dadurch eine evtl noch etwas längere Auszeit zu gönnen!
    Hier meine Situation:

    -Austritt 31.12.2017
    -Abfindung fließt im Januar 2018
    -bereits festgestellter ALG-Anspruch für Jan 18 – Dez 18 (da ich für April – Juni 17 ALG I bezogen habe, das nun rückabgewickelt wurde)
    – PKV-versichert

    1) Macht es aus Ihrer Sicht Sinn, mich Anfang Januar 18 für das Kalenderjahr 2018 abzumelden um die Steuerlast auf die Abfindung zu reduzieren?
    2) Könnte ich mich in dieser Zeit mit einer Selbständigkeit probieren und dann trotzdem in 2019 (bei Beendigung der Selbständigkeit) das schon festgestellte ALG beziehen?
    3) Könnte ich auch in 2018 (nach erfolgter Abmeldung) eine geringfügige Beschäftigung oder eine Teilzeit-Beschäftigung mit geringerem Einkommen ausüben und dann trotzdem in 2019 das festgestellte ALG (mit den höheren Bezügen) beanspruchen? Oder ist durch eine geringfügige Beschäftigung bzw. TZ-Tätigkeit mit geringerem Einkommen ein neuer Anspruch (geringerer) entstanden und löst den alten (höheren) Anspruch ab?

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

    Gruß,
    Patrick

    • Ich möchte hier einmal nicht auf die spezielle Situation der „Rückabwicklung“ des ALG-Bezuges eingehen, sondern versuchen einige generelle Hinweise zu geben, bzw. Ihre Fragen zu beantworten:

      Zu 1): Wenn Sie in 2018 kein ALG beziehen, wirkt sich das in der Regel positiv auf die Steuerlast aus. Muss man aber nicht zwingend so machen, wie Sie dem Beitrag „Die Rürup-Strategie“ entnehmen können.

      Zu 2): Sie können auch ALG beziehen und weiterhin (nebenberuflich!) selbständig bleiben. Sofern der Gewinn innerhalb gewisser Grenzen (müsste ich jetzt nachsehen, ist aber relativ gering, ca. 160€) bleibt, bleibt er sogar anrechnungsfrei.

      Zu 3): Die Frage der Berechnung des ALG in Verbindung mit einer Teilzeittätigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter bestimmten Bedingungen kann auch ein früheres Vollzeitgehalt berücksichtigt werden. Näheres dazu findet man im §150 SBG III, speziell Satz 2, Nr.5.

      Gruß, Der Privatier

      • Herzlichen Dank für Ihre Hinweise!
        Die Rückabwicklung des ALGs hat m.E. keine Auswirkungen. Aus meiner Sicht ist der einzige Unterschied der, dass bereits jetzt der Anspruch ab Januar 2018 festgestellt wurde und somit (wenn ich Sie richtig verstanden habe) das Dispositionsjahr nicht mehr genutzt werden kann. Und es findet keine Neuberechnung mehr statt, was einen minimalen „Nachteil“ bedeuten kann, da die BBG in 2017 höher ist als in 2016. Aber das ist aus meiner Sicht zu vernachlässigen. Jetzt versuche ich nur noch einen Steuerberater zu finden, der Licht ins Dunkel der verschiedenen Abfindungs- und Einkommensrechner bringt. Denn es müsste mal zuverlässig berechnet werden, welche Steuerlast letztlich auf die Abfindung fällt und wie sich die Verschiebung der Lohnersatzleistung auswirkt.

        Gruß,
        Patrick

      • Wie schon gesagt, möchte ich auf die speziellen Hintergründe der Rückabwicklung hier nicht eingehen, weil dies wohl doch ein sehr spezieller Sonderfall ist.
        Aber ich möchte trotzdem die dringende Empfehlung geben, sich noch einmal bei der Agentur nach den exakten Auswirkungen dieses Vorganges zu erkundigen! Ich wäre mir nicht so sicher, ob der bestehende Bescheid tatsächlich weiterhin (auch in Zukunft) Wirkung hat, oder ob er nicht vielleicht auch rückabgewickelt wird und somit seine Gültigkeit verliert.

        Steuerberater ist sicher immer eine gute Idee, wenn man sich nicht selber in die Materie einarbeiten will. Wer sich doch selber die Mühe machen will, kann mit einem Steuerprogrammm oder der kostenlosen Elstersoftware auch selber verschiedene Szenarien durchspielen.

        Gruß, Der Privatier

  62. Der neue ALG Bescheid wurde aufgrund und nach der Rückabwicklung erstellt, da das AV nicht zum ursprünglichen Termin endete, sondern erst Ende des Jahres. Habe mir das auch noch mal beim Amt bestätigen lassen, da ich überrascht war, dass ich den Formularkram nächstes Jahr nicht mehr machen muss.

    Ich habe schon diverse Rechner bemüht, aber die sind echt unterschiedlich…mal spielt die Steuerklasse eine Rolle mal nicht. Mal konnte man Lohnersatzleistungen, die unter dem Progressionsvorbehalt stehen und mal nicht. Beim FA habe ich leider auch keine vernünftige Auskunft bekommen. Dem SB musste ich erst mal erklären, dass die 5tel-Regelung nichts mit den Einkommen der letzten 5 Jahre zu tun hat. Er betonte dann immer wieder, dass ich doch wesentlich tiefer in der Sache drin wäre als er…ohne Worte.

    Vielen Dank jedenfalls für Ihre Mühe!

    Gruß,
    Patrick

    • „Ich habe schon diverse Rechner bemüht… mal dies, mal das…“

      Darum empfehle ich ja auch immer ein Steuerprogramm oder die Elster-Software. Ist allerdings mit deutlich mehr Mühe verbunden, als nur drei Zahlen in einen Internetrechner einzugeben. Aber für denjeningen, der seine Steuer ohnehin selber und auf diesem Weg macht, bedeutet es kaum Aufwand.

      „Dem SB musste ich erst mal erklären, dass die 5tel-Regelung nichts mit den Einkommen der letzten 5 Jahre zu tun hat.“ 🙂 🙂 Was man hier nicht alles zu lesen bekommt. 🙂 Unglaublich. 🙂 Ich lach‘ mich weg…

      Gruß, Der Privatier

  63. Hallo zusammen,

    aus eigener Erfahrung nur der Hinweis, dass die 5tel-Regelung kompliziert werden kann und der Aspekt“ Zusammenballung“ der Einkünfte unbedingt beachtet werden sollte.Falls nicht gegeben wird das FA die 5tel-Regelung ablehnen.

    Gruß

    Bernd

    • Danke Bernd für Deinen Hinweis. Auch wenn es bereits in einzelnen Kommentaren immer wieder angesprochen worden ist, kann man es sicher nicht oft genug erwähnen!

      Wenn Du möchtest, wäre es vielleicht für manche Leser interessant, ein paar mehr Details zu erfahren, damit sie ähnliche Probleme vermeiden können. Falls Du also mehr erzählen möchtest, wäre vielleicht der Beitrag über die Fünftelregel oder auch über die Fallstricke für einen Kommentar geeigneter, weil er dort sicher eher wahrgenommen wird.

      Gruß, Der Privatier

  64. Hallo,

    ich habe mich einen Tag nach Bewilligung des ALG1 wieder abgemeldet. Möchte zwei Jahre Auszeit nehmen und danach wieder ALG1 beantragen.
    Meine Frage ist: darf ich während dieser zwei Jahre einen 450€ Job ausüben, ohne dass der ALG1 Anspruch verfällt?

  65. Guten Abend Herr Ranning,

    ich habe im Mai 2016 nach intensiver Recherche (insbesondere in Ihrem Blog und Ihrem Buch) „auf Veranlassung meines Arbeitgebers aus betriebsbedingten Gründen“ einen Aufhebungsvertrag zum 30.06.16 mit gleichzeitigem Übertritt in eine externe Transfergesellschaft zum 01.07.16 unterschrieben. Diese hat eine Laufzeit von 12 Monaten (Kurzarbeitergeld 0 zuzügl. Aufstockung) plus meiner idividuellen Kündigungsfrist von 7 Monaten (als normales Gehalt) und endet am 31.01.18. Mit dem Januar-Gehalt erhalte ich dann auch meine Abfindung.

    Ich möchte aus steuerlichen Gründen die Zahlung von ALG in 2018 verhindern.
    Da mir das Dispositionsjahr aufgrund des evtl. Krankheitsrisikos zum Stichtag zu unsicher ist, würde ich das An-/und wieder Abmelden bevorzugen.
    Hier stellt sich mir nun aber die Frage, ob in meinem Fall (Transfergesellschaft – Einhaltung der Kündigungsfrist ?) evtl. Sperr- und/oder Ruhezeiten seitens der Agentur für Arbeit verhängt werden könnten, und ob meine Abfindung von der Krankenkasse bei Festlegung des Krankenkassenbeitrags für die Zeit als Erwerbsloser berücksichtigt würde.
    Meines Erachtens dürfte beides nicht der Fall sein, da ich zwar den Aufhebungsvertrag ohne Einhaltung der Kündigungsfrist unterschrieben habe, aber der auf 19 Monate befristete anschliessende Arbeitsvertag mit der Transfergesellschaft meine ursprüngliche Kündigungsfrist von 7 Monaten berücksichtigt (ist im Sozialplan so beschrieben).
    Wie würden Sie diesen Sachverhalt sehen ? Vielleicht hat ja auch schon mal jemand vor dieser Thematik gestanden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hellmuth

    • Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier (und in meinem Buch) ja in erster Linie von eigenen Überlegungen, Erfahrungen und Erkenntnissen berichte. Und eine Transfergesellschaft gehört nicht dazu. 🙁

      Von daher sind meine Kenntnisse sehr eingeschränkt und es gäbe sicher bessere Möglichkeiten, eine Auskunft zu bekommen, aber grundsätzlich habe ich hinsichtlich Sperr- und Ruhezeiten keine Bedenken.

      Einerseits sollte schon allein die Tatsache der Einrichtung einer Transfergesellschaft Grund genug sein, ein Mitwirken am Verlust des (ursprünglichen) Arbeitsplatzes durch den Arbeitnehmer auszuschliessen und somit keinen Grund für eine Sperre zu bieten.

      Darüberhinaus sorgt die Dauer von 12 Monaten der Transfergesellschaft schon dafür, dass das Ereignis, welches Sperr- oder Ruhezeiten begründen würden, mehr als ein Jahr zurückliegen und somit auch aus diesem Grund nicht mehr geprüft werden dürfen.

      Von daher (mit meinen eingangs erwähnten Einschränkungen) sehe ich keinen Anlass zur Sorge.

      Gruß, Der Privatier

  66. vielen Dank für die schnelle Antwort. Für mich war die Sachlage nach meinen Recherchen bisher auch klar, bis ich vor Kurzem erfahren habe, dass einem ehemaligen Kollegen, der auch meinen Weg gegangen ist, von der Agentur für Arbeit eine Sperrfrist aufgebrummt wurde (ohne dass ich dazu Einzelheiten kenne).

    Vielleicht gibt es ja im Forum noch jemanden, der auf diesem Gebiet Erfahrungen gemacht hat.

    Ich selbst habe Ende September einen Termin zur Leistungsberatung bei der Agentur für Arbeit und werde meinen Aufhebungsvertrag und den Sozialplan zur Prüfung hinsichtlich evtl. Sperrzeiten vorlegen, bevor ich mich für Dispojahr oder An-/Anmelden entscheide. Mal sehen, ob ich dazu eine verbindliche Aussage bekomme.

    Gruß
    BestAger

  67. Hallo Privatier, hallo zu zusammen,
    Ich möchte als Privatier viel verreisen und meine Eltern pflegen. Dann habe ich das Problem mit der „Auszeit“ von 3 Wochen pro Jahr von AA, denn meine Abwesenheit plane ich im Schnitt von 3 Monaten.
    Es ist mir aufgefallen, dass man doch an- und abmelden kann.
    Meine Eckpunkte: Dispojahr 01.07.2017 bis 30.06.2018. Abfindung im Jan. 2018. Anmelden zum 01.07.2018 und abmelden nach der Feststellung des ALG-Anspruchs ( voraussichtlich 24 Monate). Wieder Anmeldung im Jan. 2019, um den Steuerlast zu reduzieren.
    Da der ALG-Festellung für 4 Jahre gültig ist (bis 30.06.2022, oder?), könnte ich doch so planen:
    Möchte ich z.B. 3 Monate verreichen, melde ich mich vorher bei AA ab. Nach der Reise melde ich mich wieder an. Ich wiederhole den Vorgang, wenn ich nicht da bin. Dann könnte ich bis 20.06.2022 insgesamt ca. 24 Monate verreisen, z.B. 3 Monate weg, 3 Monte wieder da…
    Ist die Vorgehensweise problematisch? Gibt es eine Deckelung von der Anzahl der Ab- und Anmeldung?
    Viele Grüße
    Der 57-Jähriger

    • Gesetzliche Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl und Dauer von An- und Abmeldungen sind mir keine bekannt. Solange Sie darauf achten, dass Sie die letzte Arbeitslosmeldung innerhalb des Vierjahres-Zeitraumes nach Erstellung des ersten Bescheides abgeben, ist das also völlig in Ordnung.

      Ob die Vorgehensweise nicht dennoch „problematisch“ sein kann, hängt dann wohl auch mit dem Eindruck zusammen, den Sie bei Ihrer Agentur hinterlassen und wie die Mitarbeiter dort reagieren. Mit ein bisschen Glück nehmen diese die Mehrarbeit durch das ständige Hin- und Her gelassen hin und reagieren gar nicht. Mit entsprechendem Pech wird man Ihnen u.U. ein paar Maßnahmen verordnen, um die Ernsthaftigkeit Ihrer Bemühungen zu fördern. Das kann man schlecht vorhersehen…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        vielen Dank für die Antwort. Welche Maßnahmen können verordnent werden?
        Alternativ denke ich so vorzugehen: Da ich eine gute Position hatte, wird m.E. kein neuer Arbeitsgeber eine vergleichbare Stelle (in meinem Alter) anbieten wollen. Daher bewerbe ich mich in / nach dem Dispojahr um einige Stellen und werde nur Ablehnungen bekommen. Die Ablehnungen kann ich der AA vorliegen, um zu zeigen, dass keine Weiterbeschäftigung möglich ist. Dann würde mir die AA in Ruhe lassen? Wenn ja, kann ich doch die An- und Abmeldungen sparen.
        Grüße

      • Hallo 57-Jähriger:

        „Welche Maßnahmen können verordnent werden?“

        Nun, wenn die Bewerbungen keinen Erfolg zeigen, so könnte man ja mal der Ursache auf den Grund gehen: Vielleicht hilft ja ein mehrwöchiges Bewerber-Training, bei dem man den Umgang mit einem Computer lernt, das Verfassen von Anschreiben und Lebenslauf, die Nutzung von Online-Stellenmärkten und Job-Börsen, Rollenspiele zum Vorstellungsgespräch usw.
        Oder fehlen Ihnen evtl. Kenntnisse, die man heute zwingend voraussetzt? Wie wäre es mit einem mehrwöchigen Auffrischungskurs aktueller Office-Produkte? Oder der Einsatz in einer Übungsfirma?
        Es gibt auch spezielle Vermittlungseinheiten, die sich sehr intensiv und persönlich um ihren kleinen Klientenkreis kümmern. Der Möglichkeiten gibt es viele…

        Gruß, Der Privatier

  68. Es gibt auch im SGB III keinen Berufsschutz.

    Der §140 SGB III regelt die Zumutbarkeit.
    Man kann also auch auf andere Tätigkeiten verwiesen werden und bekommt evtl. Stellenangebote mit Rechtsfolgsnbelehrung.

    Je nach Eingliederungsvereinbarung hat man sich auch zu bewerben.
    In der Praxis steht und fällt sowas mit dem Sachbearbeiter und dessen Ermessensspielraum.

    So einfach wie sich das manche vorstellen ist das schon lange nicht mehr.
    Kann sein, muss aber nicht sein.

    Man muss sich halt ein wenig mit der Materie auseinandersetzen und entsprechend dem Sachbearbeiter und seinem Verhalten handeln.

  69. Hallo Privatier, hallo zu zusammen,

    zur Erinnerung, bin 62 Jahre alt und seitdem 01.01.2017 arbeitslos, Anspruch 24 Monate.
    Meine alte Firma hat mich heute angesprochen und möchte mich für 2 Monat einstellen
    da ein wichtiges Projekt ohne meine Mitarbeit und Erfahrung zu platzen droht.
    Ich persönlich hätte damit kein Problem nach 10 Monaten Arbeitslosigkeit meine Erfahrung gut bezahlt anzubieten. Wenn ich nach den 2 Monaten Beschäftigung dann wieder arbeitslos bin,
    1. wird sich was in der Höhe der ALG1 ändern und
    2. bleibt der Anspruch auf 24 Monate ( minus 10 bereits abgelaufene Monate) erhalten?

    Vielen dank
    Cezar

    • Holger hat ja schon sehr knapp (aber richtig) geantwortet.

      Im Grunde ist es nämlich egal, was man in der Zeit zwischen zwei Arbeitslos-Phasen macht: Ob man nun keiner Erwerbsttätigkeit nachgeht oder doch. Zumindest dann, wenn es sich um so kurze Zeiten von zwei oder drei Monaten handelt. In diesen kurzen Zeiten entsteht kein neuer Anspruch und der alte kann einfach weitergeführt werden.
      Etwas anders kann es dann aussehen, wenn ein neuer Anspruch entsteht. Aber auch da sollte sich kein Nachteil ergeben.

      Gruß, Der Privatier

      • Privatier schreibt:
        „Im Grunde ist es nämlich egal, was man in der Zeit zwischen zwei Arbeitslos-Phasen macht: Ob man nun keiner Erwerbstätigkeit nachgeht oder doch. Zumindest dann, wenn es sich um so kurze Zeiten von zwei oder drei Monaten handelt. In diesen kurzen Zeiten entsteht kein neuer Anspruch und der alte kann einfach weitergeführt werden.“

        Fragen an die Experten:
        1. Heißt das denn jetzt, wenn ich mich im Januar 2018 bei der AfA für ein Jahr abmelde und
        im März eine Projektbezogene, auf 3 Monate befristete Anstellung bekomme, muss ich vor und nach dem Auslaufen der Anstellung der AfA nichts mitteilen?
        2. Wie ist es bei der Neuanmeldung bei der AfA im Januar 2019. Bin ich dann verpflichtet eine Arbeitsbescheinigung über die 3 Monate vorzulegen?

        Danke im Voraus und
        wünsche Allen hier ein frohes Fest
        und einen guten Rutsch ins 2018

        • Zu 1: Wer sich bei der Agentur abmeldet, hat dann auch keine Verpflichtungen mehr. Von daher muss eine Anstellung auch nicht gemeldet werden.

          Zu 2: Bei einer neuen Arbeitslosmeldung werden in der Regel die Daten der vorherigen Beschäftigungen abgefragt. Ob dann für die kurzfristige Tätigkeit eine detaillierte Bescheinung erforderlich ist, wird die Agentur dann sicher schon sagen. Ich nehme an: Ja.

          Gruß, Der Privatier

          • Danke schön….
            …und viel Erfolg und Gesundheit 2018.

  70. Hallo Privatier-Gemeinde,

    folgender Sachverhalt bei mir:
    bin 58 Jahre alt. Habe einen Aufhebungsvertrag mit meinem Arb.geber zum 01.11.17 geschlossen. Erhalte ab dann – bis zum 63. Lebensjahr mtl. ein Vorruhestandsgeld, wobei ich mich dann freiw. KV/PV versichern müsste. Alternativ kann ich mich auch bei der Agentur für Arbeit melden und ALG beantragen, so dass dann – bei Bewilligung – eine Beitragsentrichtung von dort erfolgen würde (24 Mon.) Habe mich im Juli arbeitssuchend gemeldet und hatte jetzt ein pers. Gespräch beim AA bzgl. ALG-Anspruch. Meinen Anspruch könnte ich durch Dispositionsrecht 1 Jahr verschieben. Bleibt mir dieser Anspruch – auch in dieser Höhe/berechnet vom bisherigen Entgelt – dann erhalten, wenn ich in der Zeit v. 01.11.17-31.10.18 eine vers.pfl. Tätigkeit (Entgelt ca. 460,-) aufnehmen würde? Oder würde dann für die ALG Berechnung dieser Zeitrum zugrundegelegt ? (Durch die vers.pfl. Beschäftigung entfiele dann auch die freiw.KV/PV Versicherung.)

      • OK, danke

        ist es dann besser, den Anspruch durch (beim AA) Abmelden und in einem Jahr wieder Anmelden zu sichern? – wenn ja, wann abmelden/wann wiederanmelden?

        Oder sollte ich die mir vorliegende Erklärung des AA zum Anspruchsbeginn, in der es heißt „Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld soll am _______ entstehen“ unterschreiben? – wenn ja, welchen Zeitpunkt sollte ich einsetzen (01.11.18, 02.11.18, …?)

        Nochmal danke.

        Gruß
        Der Insulaner

        • „…ist es dann besser…?“

          Dazu möchte ich keine Aussage machen. Ich kann hier nur mögliche Varianten vorstellen, mit Vor- und Nachteilen. Und dazu gibt es bereits vielfältige Beiträge und Kommentare hier auf der Seite.

          Entscheiden (und verantworten) muss das dann jeder selber.

          Gruß, Der Privatier

  71. Hallo
    in wenigen Tagen erfolgt die Abmeldung vom Arbeitsamt zum 1.12.17 nach 6monatigen Bezug von ALG1.
    Der Grund soll sein: „Mangelde Verfügbarkeit wegen Auslandsaufenthalt“
    Nach Aussage des Amtes wird damit die Zahlung des ALG 1 eingestellt und der Anspruch ruht.
    Ist das korrekt?
    VG

    • Das mag durchaus auch eine Variante sein, bei der man also bereits bei der Abmeldung angibt, wann die Verfügbarkeit wieder gegeben ist. Kenne ich selber so nicht – aber erscheint mir nicht ungewöhnlich.

      Gruß, Der Privatier

  72. Hallo
    Da war ich unscharf!
    Das Thema ist der Abmeldegrund – mangelnde Verfügbarkeit.
    Ich habe mich im Mai arbeitslos gemeldet. Nun nach 6 Monaten Bezug von ALG1 möchte ich mich für ca 1,5 Jahre abmelden. Den Rest der 1,5 Jahre Anspruch möchte ich anschließend aufbrauchen.
    Ich hatte mit der Ausdrucksweise mangelnde Verfügbarkeit´ ein Proplem ob daran eventuell eine Ablehnung oder Neubewertung des Anspruches folgt.

    • Nein, der Abmeldegrund erfüllt wohl mehr statistische Zwecke bzw. soll klarstellen, inwieweit weitere Leistungen der Agentur (Vermittlung) gewünscht sind. Einen Einfluss auf den bestehenden Anspruch gibt es nicht.

      Gruß, Der Privatier

  73. Hallo zusammen,
    ich habe eine Frage zu diesem Unterkapitel. Vorab mein aktueller Hintergrund: Aufhebungsvertrag zum 31.12.17. Arbeitssuchendmeldung ist rechtzeitig Ende September d.J. zum 1.1.18 erfolgt. Daraufhin habe ich einen Termin bei meiner zuständigen AA postalisch mitgeteilt bekommen. Dieser Termin findet morgen statt. Antrag auf ALG I habe ich ebenfalls Ende September auf den Weg gebracht, allerdings fehlt noch die Arbeitsbescheinigung meines AGs, die ich aber gleichzeitig mit Antragstellung dort angefordert habe. Liegt mir aber leider noch nicht vor – man braucht dafür scheinbar etwas länger…
    Mein Plan ist nun, das Gespräch morgen zu führen (keine Ahnung, was mich erwartet, ich kenne mich mit diesen Dingen nicht aus, bisher keine Erfahrung) und mich dann erst zu Ende Dezember oder am ersten Arbeitstag im Januar 2018 arbeitslos zu melden. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird damit erst der Antrag auf ALG I komplett und wirksam, richtig? Um in 2018 aber aus steuerlichen Gründen keine Leistungen daraus zu beziehen, möchte ich mich direkt (am selben Tag?) wieder abmelden. Also das in diesem Kapitel erläuterte „An- und wieder Abmelden“. Es geht mir zunächst nur darum, meinen Anspruch feststellen zu lassen. Die Leistungen daraus möchte ich voraussichtlich, wie erwähnt aus steuerlichen Gründen, erst ab 2019 beziehen. Habe ich das so richtig verstanden oder muss ich noch etwas beachten, habe ich etwas vergessen? Oder wird mein Anspruch bereits bei Vorliegen der kompletten Unterlagen (Arbeitsbesch.) zusammen mit meinem Antrag wahrscheinlich irgendwann in den nächsten drei bis vier Wochen festgestellt und kann/muss ich mich nach dieser Mitteilung (erfolgt diese dann schon in 2017?) bereits wieder abmelden, obwohl ich ja bis dato nur den (unvollständigen) Antrag gestellt und mich nicht mal arbeitslos sondern nur arbeitssuchend gemeldet habe? Kurz gesagt, ich möchte gerne mein Dispositionsrecht ausüben und dabei keine Fehler machen und an alles denken. Vielleicht noch wichtig im Gesamtzusammenhang zu sagen, dass ich, mit allen Vor- und Nachteilen, plane, das Jahr 2018 dann gleichzeitig als Sabbatical zu verbringen.
    Danke vorab für eure hoffentlich baldigen und erhellenden Antworten:)
    Viele Grüße
    Nick

    • Zunächst einmal vorab der Hinweis: Wenn Sie ohnehin vorhaben, das ganze Jahr 2018 weder ALG zu beziehen, noch einem bezahlten Job nachzugehen, wäre ja evtl. auch ein richtiges Dispojahr eine Überlegung wert gewesen. Aber ich will da niemand überreden.

      Zumal es dazu ohnehin bereits (fast) zu spät ist. Denn die Abgabe eines ALG-Antrages ist (aus meiner Sicht) gleichbedeutend mit einer Arbeitslosmeldung. Je nach Agentur und Zeitpunkt der Antragsabgabe ist dann ggfs. später noch ein persönliches Erscheinen in der ersten Tagen der Arbeitslosigkeit erforderlich.

      Es kann also durchaus sein, dass Sie einen vorläufigen ALG-Bescheid noch in diesem Jahr bekommen. Ob Sie sich dann noch einmal im nächsten Jahr bei der Agentur persönlich melden müssen, fragen Sie am Besten direkt dort nach.

      Sie sollten mindestens einen Tag arbeitslos sein, bevor Sie sich wieder abmelden. Bei der Methode des An- und Abmeldens kann man eigentlich nichts falsch machen. Bei einem Dispojahr sind dagegen einige Risiken zu beachten.

      Gruß, Der Privatier

  74. Hallo Privatier und besten Dank für deine Antwort. Ich hatte nicht erwähnt, dass ich bereits beinahe das komplette Jahr 2017 freigestellt bin. Deshalb habe ich mich aufgrund der hier in dem Zusammenhang angesprochenen Risiken für die An-/Abmeldevariante entschieden. An dieser Unsicherheit hat sich doch bisher nichts geändert oder habe ich etwas überlesen?

    Die Dame bei der AA hat im gestrigen Gespräch gleich von sich aus auch die Arbeitslosmeldung angesprochen und direkt entgegen genommen. Somit fehlt nur noch die bereits angeforderte Arbeitsbescheinigung. Es ist vermutlich damit zu rechnen, dass ich dann noch in diesem Jahr den festgestellten Leistungsbescheid bekomme und damit kalkulieren kann. Den Anspruch kann ich über 4 Jahre verbrauchen?
    Wie erwähnt möchte ich eine ALG-Zahlung in 2018 aus steuerlichen Gründen aber vermeiden. Sie schrieben, ich müsse mindestens einen Tag arbeitslos sein. D.h., ich muss mich direkt am zweiten Arbeitstag in 2018 wieder abmelden. Muss so etwas persönlich erfolgen oder reicht auch ein Anruf bzw. online oder per Mail? Und würde damit dann auch definitiv die erste und alle weiteren ALG-Zahlungen in 2018 unterbunden, bis ich mich dann Anfang 2019 wieder anmelde oder wann erfolgt die monatliche Zahlung für welchen Zeitraum? Ich meine, kriegen die das technisch in deren Abrechnungssystem so hin, dass ich schon im Januar kein ALG bekomme? Und wann bzw. wie hat dann die Anmeldung später wieder für 2019 zu erfolgen? Danke für Ihre Mühe und Unterstützung!
    Gruß, Nick

    • Bei einer fast einjährigen Freistellung würde ich auch eher von einem Dispojahr abraten, da ansonsten im Anschluss eine fiktive Einstufung für das ALG zu erwarten ist. Von daher ist das An- und Abmelden schon vernünftig.

      Aus der Arbeitslosigkeit abmelden geht auf allen von Ihnen angesprochenen Wegen. Das ALG wird dann nur für den Zeitraum gezahlt, für den Sie arbeitslos gemeldet waren. Also: Minimum für einen Tag. Da die Auszahlung immer im Nachhinein erfolgt, ist es gut denkbar, dass Ihre Abmeldung noch vor der Auszahlung berücksichtigt wird. Falls nicht, ist das auch egal, dann wird das Ganze eben später korrigiert.

      Für die spätere Wieder-Anmeldung (in 2019) gibt es keine Fristen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, hallo alle,

        vor ein paar Tagen habe ich den Bewilligungsbescheid für ALG I ab Januar 2018 erhalten. Da die AA jedoch noch nicht die Leistungstabelle für 2018 vorliegen hat, ist der Bescheid erst vorläufig. Laut Aussage der AA soll ca. Mitte Januar 2018 der endgültige Bescheid kommen.

        Einerseits möchte ich mich aus steuerlichen Gründen so schnell wie möglich direkt Anfang Januar wieder abmelden. Wäre es aber andererseits nicht besser und ratsam zunächst vor der Abmeldung den endgültigen Bescheid abzuwarten, damit ich mich später bei Wiederanmeldung für den geplanten Leistungsbezug ab 2019 auf den festgestellten Anspruch beziehen und diesen dann auch sicher abrufen zu können?

        Nicht, dass der AA in der Zwischenzeit, ohne dass ich einen endgültigen Bewilligungsbescheid habe, bis 2019 noch weitere Gründe neben der noch nicht vorliegenden neuen Leistungstabelle einfallen und ich später plötzlich einen ganz anderen, womöglich viel niedrigeren Betrag erhalte oder sogar eine Sperre ausgesprochen wird, die es momentan nicht gibt?

        Gruß, Nick

      • Wer auf „Nummer sicher“ gehen will, wartet den endgültigen Bescheid ab. Solange wird das schon nicht dauern. Habe ich damals auch gemacht, bevor ich mich wieder abgemeldet habe. Aus heutiger Sicht eigentlich unnötig.

        Auch ein endgültiger Bescheid bewahrt einen übrigens nicht davor, dass sich bis 2019 irgendwas an der Rechtslage ändert. Das nur mal nebenher…

        Andererseits bedeutet eine Abmeldung bei der Agentur nicht, dass diese jetzt die weiteren Aktivitäten für den einmal gestellten Antrag einstellt. Es wird dennoch einen endgültigen Bescheid geben. Und je nachdem, wann die Abmeldung erfolgt, entweder bereits mit Berücksichtigung der Abmeldung.
        Oder erst einen „endgültigen“ Bescheid, der dann anschließend widerrufen wird. 😀 😀

        Gruß, Der Privatier

        • Lieber Privatier,
          vielen Dank für die Antwort.
          Obwohl ich den letzten Absatz mehrfach gelesen habe, stehe ich auf dem Schlauch. Liegt vielleicht daran, dass ich damit keine praktische Erfahrung habe.
          Entschuldigung, aber wie ist das gemeint?
          Gruß, Nick

        • 😀 Ja, sorry! Ich habe es mir schon gedacht, dass das nicht verstanden wird… 😉

          Gemeint war folgendes:

          Wenn die Agentur z.B. noch bis Ende Jan. benötigt, um sämtliche Daten zusammenzubekommen, die Abmeldung aber z.B. bereits am 5.Jan. erfolgt, so kann die Agentur in ihrem Bescheid die Abmeldung evtl. schon berücksichtigen und einen „endgültigen“ Bescheid über den Anspruch inkl. des Zeitraumes, für den Zahlungen geleistet werden (bis 5.Jan.) erstellen. Mehr kommt dann nicht mehr.

          Ist die Agentur aber schneller, so kann sie die Abmeldung noch nicht verarbeiten und wird ebenfalls auf Basis der aktuellen Daten einen „endgültigen“ Bescheid erstellen, der dann aber einen Zeitraum für die Zahlung des ALG1 bis zur maximal bewilligten Dauer enthält. Kommt dann später die Abmeldung, muss die Agentur diesen Bescheid widerrufen und im Hinblick auf den Endtermin der Zahlungen neu feststellen.

          Ich hoffe, so ist es verständlicher?

          Gruß, Der Privatier

  75. Sehr geehrter Herr Ranning,

    Vielleicht werde ich ja bei Ihnen fündig. Ich melde mich zum 1.12.2017 aus Deutschland an und erhalte im Januar 2018 eine Abfindungszahlung. Die Frage ist wo ich diese Abfindung dann versteuern muss, ich wandere nach Indonesien aus, welches ein DBA mit Deutschland vereinbart hat.
    Mein Steuerberater ist ratlos, das Internet hat schwammige Aussagen, wissen Sie mir hier zu helfen, bzw. Wo ich mich hinwenden kann mit dieser Frage?

    Ganz herzlichen Dank im Voraus.

    • Ich selber kann zu dem Thema nichts beitragen, da sich alle meine Ausführungen hier im Blog immer und grundsätzlich nur auf Deutschland beziehen. Das Einzige, was ich machen kann, Ihnen einmal einen Link zu einem Artikel von RA/STB Frank Dissen zum Thema „Besteuerung von Abfindungen im Ausland“ weiterzugeben. (Achtung: Nicht mehr aktuell!) Dort geht es zwar mehr um grenzüberschreitende Tätigkeiten, aber ein paar Grundzüge dürften trotzdem interessant sein. Und dort wäre sicher auch ein kompetenter Ansprechpartner zu finden.

      Gruß, Der Privatier

  76. Sehr geehrter Herr Ranning,

    ich habe eine etwas speziellere Frage zur Ausnahmeregelung bezüglich Nebeneinkommen bei Bezug von ALG 1, wie sie im SGB III $155 Absatz 2 beschrieben ist, vielleicht können Sie mir ja dabei helfen.

    Mein Fall:
    Ich war für mehrere Jahre als kaufmännischer Angestellter sozialversicherungspflichtig in einem Unternehmen tätig, dieses Arbeitsverhältnis endete zum 31.01.2016 durch eine arbeitgeberseitige Kündigung. Besagte Kündigung war schon im Mai 2015 vom Arbeitgeber ausgesprochen worden, ich hatte dann Kündigungschutzklage eingereicht und es kam zu einem Gütetermin. Ergebnis dieses Termins war eine verlängerte Kündigungsfrist (besagter 31.01.2016), bei vollen Bezügen und Freistellung von der Arbeit.
    Zum 01.08.2015 hatte ich dann ein Gewerbe als Unternehmensberater (nebenberuflich) angemeldet und bezog daraus weiteres Einkommen (ich hatte durch die Freistellung die entsprechenden zeitlichen Kapazitäten für diesen Parallelverdienst).
    Genau ein Jahr später – im August 2016 – bezog ich für einen Monat ALG 1 (also vom 01.08. bis 31.08.2016). Mein aktueller Restanspruch beträgt also zur Zeit noch 11 Monate.
    Seit dem 01.02.2016 bin ich also nur noch als selbständiger Unternehmensberater tätig, freiwillige Beiträge zur AV habe ich seit dem nicht gezahlt. Aktuell ist es so, dass ich – bedingt durch die Kündigung mehrerer Beratungsverträge seitens der Auftraggeber – vermutlich ab dem 01.01.2018 die Voraussetzungen für den Bezug von ALG 1 erfüllen werde. Also werde ich meinen Restanspruch von besagten 11 Monaten nutzen müssen. Ich habe allerdings die Möglichkeit, aus Dozententätigkeit einen Nebenverdienst zu erzielen.
    Meine Frage ist nun: Wie viel Einkommen dürfte ich als Dozent ohne Anrechnung dazu verdienen, wenn ich ab dem 01.01.2018 ALG 1 beziehen würde? Kommen hier die standardmässigen 165 € netto zum Tragen (SGB III $155 Absatz 1) oder komme ich bei meiner geschilderten Konstellation in den „Genuss“ der Ausnahmeregelung von SGB III $155 Absatz 2 ?
    Ich stelle die Frage deshalb, weil ich zwar – wie in SGB III $155 Absatz 2 beschrieben – 18 Monate vor Entstehung des Anspruches (01.08.2016) 12 Monate die Tätigkeit als Unternehmensberater ausgeübt hatte (vom 01.08.15 bis 31.07.16), dies aber nur 6 Monate parallel zu meiner damaligen sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit gelaufen ist (vom 01.08.15 bis 31.01.16).

    Besten Dank im voraus und viele Grüsse,
    Oliver Bock

    • Hmm… die Frage ist schon sehr speziell und wirkliches „Wissen“ habe ich da auch nicht.
      Ich müsste auch raten…

      Und dann wäre ich der Meinung, dass es eigentlich nur darauf ankommen sollte, dass man seine Selbstständigkeit bereits ausreichend lange vor der Entstehung des ALG-Anspruches ausgeübt hat. Von einer Forderung nach „parallel zu einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit“ ist mir nichts bekannt.

      Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass der Wechsel der Tätigkeit vom Unternehmensberater zum Dozenten ein Problem werden könnte. Dass also die vorherige Tätigkeit nicht für die Bewertung der aktuellen Tätigkeit mit gerechnet wird. Ist aber nur so eine Befürchtung – kein Wissen.
      Und das hängt vielleicht auch ein wenig davon ab, wie die selbstständige Tätigkeit früher und jetzt deklariert bzw. eingestuft war/ist: Als Unternehmensberater wahrscheinlich eher gewerblich, oder? Als Dozent eher freiberuflich?
      Ideal wäre hier natürlich eine von Beginn an als „beratende und lehrende“ Tätigkeit deklarierte Selbstständigkeit. Dann hätte im Grunde gar kein Wechsel stattgefunden.

      Sind aber alle nur relativ vage Ideen!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Oliver Bock und Privatier,

        ich schreibe hier was mir noch irgendwie in Erinnerung geblieben ist zum Thema „Nebenjob, 450-Euro-Job parallel zum ALG1-Bezug“:
        … besteht ein Nebenjob schon mindestens 18 Monate (???) vor ALG1, dann wird auch ein höherer Verdienst als € 165,-/ Monat NICHT mit dem ALG1-Bezug „verrechnet“ …
        Die Tätigkeit musste aber die 18 Monate durchgehend ausgeübt werden!

        Sorry, ich kann auch nicht beurteilen ob mein Hinweis hier wirklich passend ist; ggf. meine Zeilen gedanklich löschen!

        LG FÜR2012

        • Hallo FÜR2012 und Privatier,
          erstmal viele Dank für die Antworten und die Gedanken dazu!

          Ich habe mittlerweile noch etwa recherchiert und in einer „Durchführungsanweisung der Bundesagentur für Arbeit“ folgende Sätze dazu gefunden:
          „Die Gesamtdauer von 12 Monaten Beschäftigung kann auch durch mehrere hintereinander ausgeübte Erwerbstätigkeiten erfüllt werden. Tage mit nebeneinander ausgeübten Erwerbstätigkeiten werden für die Berechnung der 12-Monatsdauer nur ein Mal berücksichtigt. Es sind nur Zeiten, die parallel zur Hauptbeschäftigung oder anderen Versicherungspflichtzeiten verlaufen, heranzuziehen.“

          Das würde bedeuten, dass zum einen in dem Zeitraum 18 Monaten vor Entstehung des Anspruches auf ALG1:
          – Nebenbeschäftigung mit einer Gesamtdauer von 12 Monaten bestanden haben muss (könnte z.B. aber auf mehrere Zeitphasen und unterschiedlichen Tätigkeiten verteilt gewesen sein, also auch z.B. zum Teil gewerblich und zum Teil freiberuflich)
          – hierbei nur die Zeiten berücksichtigt werden, die parallel zur Hauptbeschäftigung verlaufen sind

          Nach den Schilderungen wäre in meinem Fall die Parallelität erstmal nicht gegeben bzw. nur für 6 Monate (01.08.15 bis 31.01.16). Was ich aber bei meinen Ausführungen unterschlagen hatte, ist meine weitere nebenberufliche Tätigkeit als Heilpraktiker, die ich durchgehend von 2009 bis heute ausgeübt habe. Das Einkommen daraus war in 2015 + 2016 zwar nur gering, aber sowie ich die oben zitierten Sätze verstehe, erfülle ich damit nun doch die Auflage nach 12 Monaten Parallelität zur Hauptbeschäftigung, nämlich vom 01.02.2015 bis 31.01.16 (am 31.01.16 endete das sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis, arbeitslos gemeldet war ich ab dem 01.08.16 für die Dauer von einem Monat, also entstand der Anspruch am 01.08.16).
          Vielleicht funktioniert es also doch noch mit der Ausnahmeregelung von SGB III $155 Absatz 2 .
          Könnte aber auch sein, dass die Agentur nur mein Einkommen aus Heilpraktikerzeit berücksichtigt, weil nur diese volle 12 Monate parallel zur Haupttätigkeit lief und meine 6 Monate als Unternehmensberater nicht, da nur 6 Monate parallel zur Haupttätigkeit (der zweite Satz meines Zitates verunsichert mich hier ein wenig). In der Konsequenz wäre das für diesen „worst case“ dann ein gesamter Freibetrag bei einem ALG ab 01.01.2018 in Höhe von 330 € (165 € als Mindesthöhe wegen Heilpraktikertätigkeit und 165 € für die Tätigkeit als Dozent).

          Beste Grüsse,
          Oliver Bock

      • Okay -ich habe auch noch einmal nachgelesen und muss somit meine Aussage von gestern korrigieren!

        Es ist tatsächlich im §155 SGB III als Voraussetzung eine selbstständige Tätigkeit genannt, die parallel zu einem Versicherungspflichtverhältnis ausgeübt worden ist.

        Kommt man für den in Frage kommenden Zeitraum von 18 Monaten nicht auf mindestens 12 Monate, funktioniert das dann leider nicht.

        Gerade wenn man aber unregelmäßige, bzw. stark schwankende Einkünfte hat, sollte man als Alternative immer einmal überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, sich während einer Phase, in der ein Auftrag mit entsprechenden Einküften vorliegt, einfach vorübergehend bei der Agentur abmeldet.
        Das ist auch kein „Trick“, sondern entspricht voll und ganz dem Sinn der Arbeitslosenunterstützung: Wenn man Arbeit hat, braucht man keine Unterstützung. Gibt es eine Flaute, beantragt man wieder die Unterstützung.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,

          in diesem Zusammenhang muss man festhalten, dass das Dispojahr die Möglichkeit eines erhöhten Freibetrages aus vorher bestehender Nebentätigkeit / Selbständigkeit ausschließt.
          Da bei mir diese Konstellation vorlag, habe ich vorher die Arbeitsagentur danach gefragt und die genau dieselbe Aussage bekommen.

          Viele Grüße, Hardy

          • Wir hatten diese Frage vor Kurzem an anderer Stelle schon einmal erörtert und von daher vielen Dank für diese „offizielle“ Bestätigung.

            Gruß, Der Privatier

  77. Hallo Herr Privatier,
    ich bin hin und her gerissen zwischen der An- und abmeldung wie Sie es gemacht haben und dem Dispojahr – Ich plane wie Sie nach der Abfindunng Selbständige Tätigkeiten anzugehen – Angestellten Verhältniss höchstens im eigenen unternehmen. Das Dispojahr hatte ich sozusagen als Probezeit/Orientierungs- und Aufbauphase angesehen – Natürlich sind mir auch die steuerliche Vorteile wichtig – bei der An. und Abmeldung habe ich ja dann noch einen verlängerten Anspruch bis auf 4 Jahre. Wenn ich nach dem Dispojahr einen Tag nach der Anmeldung mich wieder abmelde hätte ich dann den gleichen Effekt wie bei der initialen an und Abmeldung nur um ein Jahr verlängert?

    Was würden Sie mir empfehlen?

    Beste Grüße
    Entrepreneur2Privatier

    • Zunächst einmal ist es richtig, dass Sie auch nach einem Dispojahr die Möglichkeit haben, sich nur für kurze Zeit arbeitslos zu melden und danach wieder abzumelden, um diesen Anspruch dann in den folgenden vier Jahren aufzubrauchen.

      Ich möchte hier aber keine Empfehlung geben. Ich möchte einfach nur Möglichkeiten vorstellen, die Vor- und Nachteile herausstellen, ggfs. auf Fallstricke hinweisen. Was dann letztlich zur Ihrer Situation und auch zur Ihrem persönlichem Empfinden besser passt, müssen Sie dann selber heraus finden.

      Gruß, Der Privatier

  78. Hallo zusammen,
    nach intensiver Lektüre der Beiträge in diesem Forum, habe ich mich am 07.12.2017 mit Wirkung zum 01.01.2018 arbeitslos gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt läuft mein Dispositionsjahr ab. Mein letzter Arbeitstag war der 31.12.2016, Aufhebungsvertrag zu diesem Datum. Das Datum 01.01.2018 wurde ohne weitere Fragen systemisch erfasst. Ich ließ mir eine hardcopy des Leistungsantrags aushändigen. Leider stand auf diesem das abweichende Datum 07.12.2017, jedoch wurde mir bei anschließendem Anruf bei der Hotline der Arbeitsagentur das Datum 01.01.2018 bestätigt. Daher: Daten immer überprüfen!!!

    Ich bin nun dabei, den Leistungsantrag auszufüllen. Hierbei sei noch erwähnt, daß die Zeitvorgabe für den online-Antrag 3 (!) Tage ist, für den Versand per Post bzw. persönliche Abgabe 4 Wochen.

    Drei Fragen habe ich aktuell:

    1. Punkt 2e – Angaben zu einer etwaigen zeitlichen Einschränkung für eine zukünftige Tätigkeit: Bei meinem vorherigen Arbeitgeber habe ich seit 2011 Teilzeit 60% gearbeitet. Dies aus gesundheitlichen Gründen (Rückenschmerzen, burn-out-Symptome). Ich möchte auch zukünftig maximal 60% arbeiten.
    -> Wird die Arbeitsagentur hier verlangen, daß ich mich einer amtsärztlichen Begutachtung unterziehen muß oder wird sie sich erfahrungsgemäß mit meiner Begründung (und Beifügung von Unterlagen, z.B. Teilnahme an einer Schmerztherapie) zufriedengeben, so daß ich mich für maximal 60% zur Verfügung stellen muß?

    2. Fragebogen bei eigener Kündigung oder Aufhebungsvertrag: natürlich steht in meinem Aufhebungsvertrag, daß dieser „zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung auf Veranlassung der Gesellschaft“ geschlossen wurde. Hintergrund ist aber, daß ich letztendlich froh war, das Unternehmen verlassen zu können, da u.a. der erhebliche Arbeitsdruck zu meinen gesundheitlichen Problemen geführt hat. Es war meine Initiative, im Rahmen des existierenden Sozialplans gehen zu wollen. Der Arbeitgeber hätte mich nicht gedrängt.
    -> Ist dieser Sachverhalt überhaupt noch relevant in Bezug auf eine eventuelle Sperre nach Ablauf des Dispositionsjahrs? Wenn ja, riskiere ich diese Sperre, wenn ich den Sachverhalt wie oben beschrieben darstelle?

    3. Hat jemand Erfahrungen mit dem sogenannten „Faktorverfahren“ bei Zusammenveranlagung? Aktuell bin ich nach Heirat in Steuerklasse IV, allerdings überlegen wir, eine Zusammenveranlagung (III/IV) zu machen. Oder IV mit Faktorverfahren. Die Annahme ist, daß ich in 2018 nur Arbeitslosengeld beziehen werde. Jedoch ist der Progressionsvorbehalt zu beachten.

    Herzlichen Dank für Ihre/Eure Beiträge!

    Beste Grüße
    Die 49erin

    • Zu 1: Ich sehe da weniger die Gefahr einer amtsärtzlichen Begutachtung, denn noch darf/kann ja jeder selber entscheiden, ob und wie viel er/sie arbeiten möchte. Das sollte also nicht das Problem sein. Das Problem liegt eher darin, dass jemand der seine Arbeitskraft nur teilweise zur Verfügung stellen möchte, auch nur einen teilweisen Anspruch auf ALG hat. Die Grundlage dafür findet sich im §151 Abs. 5 SGB III.

      Zu 2: Die Frage ist wohl tatsächlich nicht relevant, dennoch würde ich sie beantworten. Und zwar so, dass die Antwort nicht im Widerspruch zu den Formulierungen des Aufhebungsvertrages steht.

      Zu 3: Die Wahl der Steuerklasse(n) wirkt sich nur auf die während des Jahres vorgenommenen Zahlungen aus. Nach Erstellung der Steuererklärung kommt immer dasselbe Ergebnis heraus. Ist also nicht so entscheidend. Allerdings wäre es für die Berechnung der ALG-Höhe besser gewesen, eine Steuerklasse mit niedrigen Abzügen zu wählen (hier dann also wohl KL.III). Die Höhe des ALG orientiert sich nämlich am (pauschalierten) Netto-Gehalt. Und das wäre mit Steuerklasse III dann mehr. Was der Partner durch die St.Kl.V im Laufe des Jahres weniger hat, gibt es dann am Ende des Jahres per Steuer-Erklärung zurück.
      Die Frage nach Einzel- oder Zusammenveranlagung ist davon unabhängig, sollte aber auch jeden Fall einmal überprüft werden (mit Steuerprogramm oder durch Steuerberater).

      Gruß, Der Privatier

  79. Zu1
    Das hatte mir Anfangs auch Angst gemacht, ich sehe da kein Problem, denn auch ich habe zum Schluss nur noch 18h pro Woche gearbeitet, also unter 50%.
    Scroll mal hoch.
    Das ALG berechnet sich allerdings auch nur nach deinem letzten tatsächlichen Einkommen.

    • Danke. Ja, die Kürzung auf 60% ALG von 60% (Teilzeit) ist mir bekannt. Welche Begründung hast Du für die 18h im Antrag gewählt?

  80. Nach Rücksprache mit der Agentur für Arbeit habe ich sinngemäß gesagt dass ich natürlich wieder Vollzeit arbeiten werde. Nach einer Wartezeit von 6 Monaten im neuen Job besteht der Anspruch auf Teilzeit ja sowieso soweit der Arbeitgeber mehr als 15 Leute beschäftigt.
    In meinem Bewilligungsbescheid steht: Ab dem 01.04.2017 (Beginn der Arbeitslosigkeit) ist ihr Leistungsvermögen nicht eingeschränkt. Ihr Bemessungsentgelt ist daher nicht vermindert und beruht auf den durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsstunden, welche der Bemessung zugrunde liegen.

    Wenn die Agentur für Arbeit das so haben will dann bekommt sie das auch so, mach‘ dir da keinen Kopf.
    Die Leute die dort arbeiten wissen recht genau was in der Wirtschaft gespielt wird und wie mit ausgelutschten Arbeitnehmern umgegangen wird.
    Du sollst sie deswegen respektieren und nicht ärgern und auch keine Grundsatzdiskussionen mit ihnen führen.
    Informiere dich, hast du ja gemacht, und spiele das Spiel mit.

    • ??
      Dem Arbeitsmarkt zu 100% (40 Stundenwoche) zur Verfügung stehen. Aber nur für Anteilig 18 Stunden ALG1 bekommen?
      Wenn das wirklich so ist.
      Dann das (wenn möglich):
      Als Entgeltersatzleistung orientiert sich das Arbeitslosengeld am versicherungspflichtigen Arbeitsentgelt im Bemessungs-zeitraum (grundsätzlich ein Jahr). Zeiträume einer Teilzeit-vereinbarung (hier: Minderung der Arbeitszeit auf weniger als 80 Prozent der vergleichbaren Vollzeitbeschäftigung mindes-tens um fünf Wochenstunden) sind dabei auszuklammern, wenn in einer Frist von 3 ½ Jahren zusammenhängend mindes-tens sechs Monate lang eine Beschäftigung mit einer höheren Arbeitszeit ausgeübt wurde….

      • Wir müssen hier unterscheiden:

        * Einmal geht es um die Berechnung der ALG-Höhe. Für jemand, der immer in Vollzeit gearbeitet hat, ist das genau so einfach festzustellen, wie für jemand, der schon immer nur halbtags gearbeitet hat: Auf Basis der letzten Einkünfte.
        Wurde die Beschäftigung aber in den letzten Jahren reduziert, gilt die von Dir zitierte Regel.

        * Zum anderen geht es darum, welche Beschäftigung der Arbeitslose zukünftig anstrebt. Wurde der ALG-Anspruch auf Basis eines Vollzeitjobs berechnet, den der Arbeitslose aber zukünftig nicht mehr ausüben kann (oder möchte), so wird der Anspruch entsprechend gekürzt.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke (auch an Kurti). Ich habe im Bemessungszeitraum (2016) und durchgängig seit 2011 (also > 3 1/2 Jahre) durchgängig Teilzeit (24h) gearbeitet. Der ALG-Anspruch wird daher auf Basis dieses Teilzeitjobs berechnet werden. Ich möchte auch weiterhin maximal 24h arbeiten und werde dies entsprechend angeben.

      • Mist, das war mir jetzt wieder nicht bekannt, und ich wäre auch betroffen.
        Gefragt hat natürlich keiner obwohl ich es sogar besonders erwähnt habe.
        Von den letzten 42 Monaten habe ich nämlich Anfangs 9 Monate zusammenhängend 32 Stunden pro Woche gearbeitet.
        Hab‘ ich noch ne Chance zumindest für die Restzeit eine höheres ALG bewilligt zu bekommen?

        • Ich empfehle, dazu einmal den §150 SGB III Abs.1 und Abs.2 Satz 5 und evtl. Abs.3 noch einmal genau zu lesen und mit den persönlichen Daten zu vergleichen.

          Falls sich daraus wirklich die Vermutung ergibt, dass die Berechnung der ALG-Höhe nicht richtig ist, würde ich dies einmal bei der Agentur ansprechen.

          Gruß, Der Privatier

          • Das habe ich gemacht und habe beim ersten mal meinen Standpunkt nicht rübergebracht.
            Dann bin ich zurückgerufen worden und mir wurde gesagt dass das für mich nicht anwendbar wäre weil ich schon so lange Teilzeit gearbeitet hätte dass selbst der zweijährige Bemessungsrahmen nicht ausreichen würde.
            Das ist aber nicht ganz richtig weil dann eben nach dem fiktiven Verdienst berechnet würde.
            Dieser Leitfaden beschreibt das für mich recht transparent http://www.erwerbslos.de/images/stories/dokumente/recht_praktisch/newsletter/recht_praktisch_nr_7.pdf
            Der Verdienst berechnet sich für 2017 und 2018 so https://trabhardt-arbeitsrecht.de/arbeitslosengeld-nach-elternzeit/
            Jetzt wird es spannend.
            Auf Basis eines 40h Vollzeitjobs stünde ich mit der Berechnung besser da als bisher.
            Wenn der fiktive Verdienst allerdings auf 75% gekürzt wird (30h Woche) stehe ich mit der Berechnung aus den letzten 12 Monaten besser da.

          • „…dass das für mich nicht anwendbar wäre weil ich schon so lange Teilzeit gearbeitet hätte.“

            Ja, sorry – da habe ich nicht dran gedacht, dass jemand auch schon vorher in Teilzeit gearbeitet haben könnte. Dann mag zumindest die Aussage der Agentur richtig sein, dass der oben zitierte Paragraph nichts hilft.

            Ich kann das hier im Detail nicht nachprüfen, ob die Agentur da nun richtig gerechnet hat oder nicht. Es bleibt daher bei meiner Aussage aus dem vorigen Kommentar: „Falls sich daraus wirklich die Vermutung ergibt, dass die Berechnung der ALG-Höhe nicht richtig ist, würde ich dies einmal bei der Agentur ansprechen.“
            Und nicht nur „ansprechen“, sondern (wenn es begründ- und belegbar ist) auch einen Widerspruch einlegen. Termin beachten!!

            Gruß, Der Privatier

  81. Da ich nicht auf die letzte Antwort antworten kann jetzt eben so.
    Die Widerspruchsfrist ist schon lange abgelaufen, aber man kann einen schriftlichen Überprüfungsantrag stellen der dann, so die Aussage, wohlwollend bearbeitet wird.
    In meinem Fall kann ich sagen dass ich seinerzeit alle relevanten Angaben gemacht habe und mir ja schlecht vorgeworfen werden kann dass ich nicht das gesamte SGB kenne. Zusätzlich habe ich allerdings festgestellt dass der Arbeitgeber die Arbeitszeitverkürzung im 42 Monatszeitraum NICHT angegeben hat. Man soll also die Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers auf jeden Fall in jedem Punkt auf Richtigkeit überprüfen.
    Gruß Ulli

    • Ja, dann wäre so ein schriftlicher Überprüfungsantrag doch eine gute Möglichkeit!

      Ich kann jetzt hier die Zahlen im Detail nicht nachrechnen, aber wenn das gut begründet ist, wäre es doch zumindest einen Versuch wert, oder?

      Und es wäre natürlich interessant, später einmal zu erfahren, was daraus geworden ist.

      Gruß, Der Privatier

  82. Hallo Privatie,
    ich bin seit einiger Zeit unwiderruflich freigestellt. Habe mich zum 1.12.2017 arbeitslos gemeldet (Wahrung der Frist für die Berechnung des Arbeitslosengelds). Beziehe aber noch bis 31.12.2017 mein Gehalt.
    Wenn ich mich vor dem 1.1.2018 wieder abmelde, wird dann trotzdem mein Arbeitslosengeldanspruch (Annahme alle Voraussetzungen erfüllt) festgestellt und die 4 Jahresfrist beginnt zu laufen oder muß ich mindestens 1 Tag Arbeitslosengeld bezogen haben (Im Dezember würde ein möglicher Anspruch ruhen, da noch Gehaltszahlung)?

    MfG

    Klaus

    • Ich würde mich definitiv NICHT vor dem 1.1.2018 wieder abmelden, sondern würde ein paar Tage abwarten und mich dann im neuen Jahr erst abmelden. Wenn das Abmelden aus steuerlichen Gründen erfolgt, sehe ich in den paar Tagen keinen großen Nachteil.

      Gruß, Der Privatier

  83. Hallo zusammen,
    aufgrund der vielen guten Postings hier verläuft bei mir erstmal alles nach Plan:
    Freistellung seit 22.11. 2016 bis 31.05.2017
    SV pflichtige Auszahlung aus meinem Langzeitkonto 01.06.2017 bis 31.12.2017
    Arbeitsverhältnis endet am 31.12.2017
    Fristgerecht arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet. Heute geht ein bewilligter Bescheid über 15 Monate ein. Keine Sperrfrist, keine Ruhenszeiten!

    Natürlich werde ich mich im neues Jahr gleich wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden.
    Die spannende Frage lautet, wann ich mich wieder anmelden soll?
    Achja ich bin privat versichert und plane die 2,5 Jahre Beitrag in 2018 in einer Summe einzuzahlen.
    Eine Arbeit sehe ich momentan nicht, wenn, dann nur auf 450€ Basis. Würde das meine PKV Vorauszahlung irgendwie
    beeinflussen?
    Hat meine lange Freistellung für insgesamt 13,25 Monate einen Einfluss auf die spätere Wiederanmeldung bei der AfA?
    Danke und Grüße

    • „Die spannende Frage lautet, wann ich mich wieder anmelden soll?“

      Die spannende Frage lautet ja erst mal, was denn der Sinn der Abmeldung ist?
      Wenn dieser nicht mehr gegeben ist, kann man sich wieder anmelden…
      Mehr kann ich dazu nicht sagen.

      Zu den anderen Fragen sehe ich weder einen Einfluss des 450€ Jobs auf die PKV Vorauszahlung noch der Freistellung auf die spätere Wiederanmeldung bei der Agentur.

      Beim 450€ Job ist u.U. etwas Vorsicht geboten, damit man sich den festgestellten ALG-Anspruch nicht zerstört. Habe ich hier inzwischen aber schon -zig mal erwähnt. Einfach mal nach §150 SGB III suchen (u.a. ein paar Kommentare oberhalb).

      Gruß, Der Privatier

  84. …Die spannende Frage lautet ja erst mal, was denn der Sinn der Abmeldung ist?..

    Naja, ich möchte mein Einkommen 2018 so niedrig wie möglich halten.

  85. Ich habe mir die Durchführungsverordnung zur unwiderruflichen Freistellung durchgelesen und „hoffentlich) auch verstanden.
    https://blog.esche.de/artikel/zeiten-unwiderruflicher-freistellung-sind-fuer-alg-berechnung-unerheblich/

    …Nach den aktuellen Durchführungsanweisungen der BfA umfasst der Bemessungszeitraum Entgeltabrechnungszeiträume versicherungspflichtiger Beschäftigungen und außerbetrieblicher Berufsausbildungen, soweit sie beim Ausscheiden abgerechnet sind. Zeiten einer unwiderruflichen Freistellung und alle anderen Versicherungszeiten bleiben ausdrücklich außer Betracht. Abgerechnet ist ein Entgeltabrechnungszeitraum, wenn der Arbeitgeber das erarbeitete Arbeitsentgelt vollständig errechnet hat. Das Arbeitslosengeld ist hiernach also nach dem in den zwölf Monaten vor der unwiderruflichen Freistellung erzielten Entgelt zu berechnen, obwohl das Arbeitsverhältnis während der Freistellungsphase normal abgewickelt wird, also Entgelt abgerechnet und bezahlt wird und Leistungen nach dem SGB III nicht zu erbringen sind, weil der Anspruch auf Arbeitslosengeld während der Freistellung ruht (Gagel/Rolfs, SGB III, § 150 Rn. 18)….

    Wenn mir mein AG die bezahlten Abrechnungen aus 2017 der AfA bestätigt hat und diese mir einen schriftlichen Anspruch ausgerechnet haben, so haben sie die Durchführungsverordnung gar nicht angewendet. War vom 22.11.2016 bis 31.12.2017 unwiderruflich freigestellt.
    Sie hätten von meinem AG die Gehälter aus 2016 anfordern müssen, oder?

    • Ach, da hättest Du jetzt gar nicht so „in die Ferne“ schweifen müssen! In meinem Beitrag über die „Neuen Regeln der Arbeitsagentur“ habe ich die neue Sicht auf Freistellungen durch die Arbeitsagentur ausführlich erläutert.

      Aber egal, deine Schlussfolgerung ist jedenfalls richtig: Entweder hat die Agentur die Durchführungsverordnung bewusst oder nachlässigerweise nicht angewendet oder die Agentur hatte gar keine Kenntnis über die Freistellung (das muss ja nicht zwingend in einem Aufhebungsvertrag vermerkt sein) oder aber die Agentur hat auch die Einkünfte von 2016 vom AG angefragt, erhalten und berücksichtigt. Welche Variante zutrifft, ist für mich nicht zu erkennen.

      Gruß, Der Privatier

      • „SV pflichtige Auszahlung aus meinem Langzeitkonto 01.06.2017 bis 31.12.2017“

        Deswegen wurde das wahrscheinlich berücksichtigt.

  86. Hallo Privatier und alle Interessierten!
    Vor einiger Zeit habe ich hier über meinen Weg berichtet: Ausscheiden am 30.09.2016. Gleichzeitig habe ich mich um eine Stelle als BUFDI (Bundesfreiwilligendienst) bemüht und der AA mitgeteilt ein Dispo-Jahr einzulegen. Abfindung im Januar 2017. Am 01.02.2017 konnte ich den BUFDI antreten (12 Monate), den ich mittlerweile bis 31.03.2018 verlängert habe. Nun werde ich mich am 8.4.2018 (58 Geburtstag) arbeitslos melden und habe somit Anspruch auf 2 Jahre AG1. Für etwas Arbeit (20h/Woche – 284/Monat) und soziales Engagement, hat das gerade für Leute die das 58 Lebensjahr für eine Arbeitslos-Meldung erreichen können, einige Vorteile:
    – Man ist, wenn auch für kleines Geld sozialversichert (Renten- und Krankenversicherung)
    – 2 Jahre AG1 und keine Sperre (24 volle Monate AG1)
    – Das „BUFDI-Gehalt“, was in Wirklichkeit ein Taschengeld ist, wird nicht zum Jahreseinkommen addiert
    – Für ein eventuelles Erreichen der Rente für besonders lj. Versicherte (45J) erhöhen sich die Ansprüche (Rente und Dienstzeit; in meinem Fall um 14 Monate + 24 Monate aus AG1!)
    – das Dispojahr kann so auf 2 Jahre ausgedehnt werden
    – laut Aussage 1 muss ich in den 2 Jahren mindestens 150 Tage gearbeitet haben, um den erhöhten Anspruch auf AG1 aus meiner früheren Arbeit zu bekommen, was in meinem Fall gepasst hätte, 01.04.2016 bis 30.09.2016 = 153 Tage

    Nun zur Crux an der Sache:
    – laut Aussage 2 hätte ich den BUFDI unmittelbar (d.h. am 01.10.2016) antreten müssen. Da diese Unmittelbarkeit bei mir nicht vorliegt, wird § 344 SGB III angewendet. Hier die Aussage der AA:

    „der BUFDI ist ein Versicherungspflichtverhältnis und das „Taschengeld“ wird als Arbeitsentgelt bei der Bemessung berücksichtigt, da wie schon mitgeteilt die Unmittelbarkeit bei Ihnen nicht vorliegt. Die Aussage von Fr. L hätte gestimmt, wenn Sie unmittelbar vom Arbeitsverhältnis in den BUFDI gewechselt hätten. Leider kann ich Ihnen keine positivere Mitteilung geben. Eine genaue Berechnung kann erst nach Einreichung der Antragsunterlagen erfolgen. Sofern Sie mit der dann getroffenen Entscheidung nicht einverstanden sind, können Sie gegen den Bewilligungsbescheid Widerspruch einlegen.“

    Somit muss ich warten, wie das Rennen im April ausgeht, werde aber auf jeden Fall auf „unbillige Härte“ plädieren. Zu gegebener Zeit werde ich wieder berichten!
    Gruß

    • Danke für die Info über den aktuellen Zwischenstand.

      Leider habe ich mich nie genauer mit den speziellen Regeln für den Bundes-Freiwilligen-Dienst befasst, so dass ich auch nicht einschätzen kann, inwieweit die damaligen/jetzigen Aussagen der Agentur zutreffen bzw. welche Auswirkungen sie haben.

      Wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet es im schlechtesten Falle, dass das „Taschengeld“ des BUFDI als Basis zur Berechnung der ALG-Höhe verwendet wird? Das wäre allerdings wirklich nicht so gut!

      Aber – wie gesagt: Ich kann da wenig zu sagen, da ich die Regeln zum BUFDI nicht kenne.

      Gruß, Der Privatier

      • Da greift meiner Meinung nach §150 SGBIII Absatz 2 Satz 2
        (2) Bei der Ermittlung des Bemessungszeitraums bleiben außer Betracht…
        2. Zeiten einer Beschäftigung als Freiwillige oder Freiwilliger im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder des Bundesfreiwilligendienstgesetzes, wenn sich die beitragspflichtige Einnahme nach § 344 Absatz 2 bestimmt

        Ich sehe ein viel gravierenderes Problem.
        Zwischen Ende des Arbeitsverhältnis (30.09.2016) aus dem sich der ALG Anspruch berechnet und Arbeitslosmeldung liegt über ein Jahr.
        Ergo eventuell überhaupt kein Anspruch auf ALGI, unabhängig vom Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen der hier ja auf 2 Jahre erweitert werden kann.
        Bei Elternzeit schon passiert https://www.iww.de/aa/arbeitnehmerrechte/arbeitslosengeld-elternzeit-nach-dem-dritten-lebensjahr-des-kindes-kann-arbeitslosengeldanspruch-ausschliessen-n97843
        Allerdings sind Bufdis komplett sozialversichert, also auch in der Arbeitslosenversicherung. Bei der Elternzeit gilt das nur bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

  87. Bei der Ermittlung des Bemessungszeitraumes bleiben Zeiten einer Beschäftigung als Freiwillige oder Freiwilliger im Sinne des Jugendfreiwilligendienstgesetzes oder des Bundesfreiwilligendienstgesetzes, außer Betracht, wenn sich die beitragspflichtige Einnahme nach § 344 Absatz 2 bestimmt (§ 150 SGB III). Anbei erhalten Sie einen Auszug aus dem SGB III zum § 344 SGB III.

    § 344
    Sonderregelungen für beitragspflichtige Einnahmen Beschäftigter

    (2) 1Für Personen, die unmittelbar nach einem Versicherungspflichtverhältnis einen Freiwilligendienst im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder des Bundesfreiwilligendienstgesetzes leisten, gilt als beitragspflichtige Einnahme ein Arbeitsentgelt in Höhe der monatlichen Bezugsgröße. 2Dies gilt auch, wenn der Jugendfreiwilligendienst oder der Bundesfreiwilligendienst nach einer Unterbrechung, die sechs Monate nicht überschreitet, fortgesetzt wird.
    In Ihrem Fall liegt diese Unmittelbarkeit nicht vor, da zwischen dem Ende des Versicherungspflichtverhältnisses (30.09.2016) und dem Beginn des Bundesfreiwilligendienstes mehr als ein Monat liegt. Somit wird der BUFD in die Bemessung mit einbezogen. Bei Ihnen käme noch die Prüfung der unbilligen Härte nach § 150 Abs. 3 SGB III in Betracht. Hierbei wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre erweitert.
    Dies heißt für Sie, wenn Sie erst nach Vollendung des 58. Lebensjahres (08.04.2018) Alg beantragen wollen wegen der erhöhten Anspruchsdauer, würde die Bemessung wie folgt aussehen:

    zu Ihrem 1.: Ende BUFD 31.03.2018; Bemessungsrahmen (BMR): 01.04.2017-31.03.2018; ggf. BMR bei unbilliger Härte: 01.04.2016-31.03.2018
    Alle bei Ausscheiden abgerechneten Entgelte in diesen Zeiträumen würden in die Bemessung mit einfließen.

    Das Bemessungsentgelt wird aufgrund des BUFD auf jeden Fall niedriger ausfallen.
    Jetzt lass ich mich im Frühjahr mal überraschen!
    Gruß

  88. Hallo, mein Dispositionsjahr geht heute (31.12.2017) zu Ende.
    Vor 3 Wochen habe ich schon bei der Arbeitsagentur persönlich vorgesprochen, um mich zum 1.1.18 arbeitslos zu melden. Die Dame hat verschiedene Daten aufgenommen, Dokumente entgegengenommen und mir Anweisung gegeben, wie ich mich online arbeitslos melden soll.
    Dieser Besuch bei der Arbeitsagentur wurde unglücklicherweise als Arbeitssuchendmeldung registriert (war mir so nicht klar), so dass ich wenige Tage später schon zu einem Gespräch mit meiner Betreuerin eingeladen wurde.
    Dort wurde ich gleich vergattert, was ich ab sofort alles zu unternehmen hätte, um mir selbst zu einem neuen Job zu verhelfen. Ich wurde auf mögliche Selbstständigkeit abgeklopft und bekam dann gleich für Mitte Januar ein Bewerbercoaching umgehängt. 2 Tage nach dem Gespräch hatte ich schon eine Eingliederungsvereinbarung im elektrischen Postkasten, die mich nochmal eindringlich an alle diese Pflichten erinnerte.
    Tipp: nicht unbedingt auf den letzten Drücker arbeitslos melden, aber auch nicht unnötig früh, um das Anlaufen dieser Arbeitssuchendmaschinerie so lange wie möglich hinauszuzögern.
    Vorteil der frühen Meldung war jedoch, dass mir der Bewilligungsbescheid schon vorliegt.
    Fragen:
    1. Aus steuerlichen Gründen möchte ich mich baldmöglichst für den Rest des Jahres 2018 wieder abmelden. Sind da irgendwelche Fristen einzuhalten, oder habe ich richtig verstanden, dass das schon am 2. Tag geht?
    2. Abmeldung heißt auch, nicht mehr arbeitssuchend zu gelten, richtig?
    3. Wie würden sie/würdet ihr mit dem schon geplanten Bewerbungscoaching umgehen. Das macht ja nun keinen Sinn, wenn ich mich abmelden möchte. Freundliche Notiz an den Betreuer über die Nachricht-an-Betreuer-Funktion, das Coaching wegen geplanter Abmeldung doch wieder zu stornieren?

    Gruß
    Jo

  89. Hallo Jo,

    deine Überraschung als Arbeitsuchender geführt zu werden überrascht mich. Arbeitsuchend ist die Voraussetzung von Arbeitslos. I.d.R. muss die Arbeitssuchendmeldung spätestens 3 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit erfolgen (außer du bist im Ausland oder erfährst kurzfristiger von deinen bevorstehenden Abreitslosigkeit …).

    Als Arbeitsloser suchst du eine neue Arbeit, sonst bist du nicht Arbeitslos im rechtlichen Sinne – Vergleiche Beiträge im Kapitel – eine Frage der Moral.

    Zu 1: Im Grund kannst du dich jederzeit an- und abmelden (auch ohne Angabe von Gründen)

    Zu 2: Arbeitsuchend und Arbeitslos ist nicht das selbe (siehe ohen). Arbeitsuchend kannst du auch weiterhin bleiben und die Vermittlungsleistungen der AA in anspruchnehmen.

    Zu 3: Warum wolltest/solltest du das Coaching nicht machen? Es unterstützt deine (späteren) Bewerbungsbemühungen., die auch eine deiner Pflichten sind (bzw. wieder werden, spätestens wenn du wieder ALG beanspruchst). Falls du nicht teilnehmen möchtest sprich lieber direkt mit deinem Betreuer. Nicht dass dir die Ablehnung als mangelnde Mitwirkung ausgelegt wird. Pflege ein gutes Verhältnis zu deinem Betreuer.

    Gegenfrage: warum willst du dieses Jahr kein ALG beziehen, wenn du ein Dispojahr genommen hast und die Ablös somit vermutlich letztes Jahr bekommen hast?

    Grüße und allen ein gutes Neues Jahr
    Stephan

  90. Hallo Stephan,
    danke für deine Antwort.
    Mir ist klar, dass ich als Arbeitsloser auch arbeitssuchend sein muss.
    Da ich erst ab 1.1. arbeitslos gelte, hätte es mir auch gereicht, erst ab diesem Datum zu suchen und nicht schon 3 Wochen früher in diese Mühle zu geraten. Auch gibt es – wie hier festgestellt wurde – keinen Grund sich während des Dispositionsjahrs arbeitssuchend zu melden, auch nicht 3 Monate vor Ablauf.

    Ich bin 60 und mache mir keine großen Hoffnungen, nochmal einen adäquaten Job zu finden. Wie auch der Privatier finde ich es bedauerlich, dass man die 58er Regelung vor 10 Jahren wieder eingestampft hat und uns alten Säcke (und die Personalabteilungen der Firmen) nun mit sinnlosen Bewerbungen nervt.

    Ich erwarte dieses Jahr noch eine größere Einmalzahlung meines Ex-Arbeitgebers, weswegen ich den Bezug von ALG aus steuerlich Gründen in die Jahre 2019/2020 verschieben möchte.

    >> Falls du nicht teilnehmen möchtest sprich lieber direkt mit deinem Betreuer.

    Das ist ein Problem. Es gibt keine Durchwahl, sie wollen nicht angerufen werden. Man soll sich gefälligst an die 0800 4 555500 wenden.

    Gruß Jo

  91. Frage 2 vom 31.12. kann ich mir nun auch selbst beantworten.
    Bei der Abmeldung über Meine eServices / Meldungen / Sonstiges / Sonstige Abmeldung wird man gefragt, ob man trotz Abmeldung weiterhin arbeitssuchend geführt werden möchte. Man kann da dann einen Haken setzen … oder nicht.

  92. Guten morgen,

    Herzlichen Dank für die Antwort.

    Hätte noch noch eine Frage zu dem An und Ab melden bei der Agentur. Dazu noch ein paar Infos:

    Ich werde meinen Abfindungs Vertrag wahrscheinlich dieses Jahr unterschreiben, der dann ab 1.1. 2019 greift. Dann kommt dieses Dispo Jahr und dann ab 1.1.2020 ALG
    AM 1.1.2023 kommt dann die die Rente mit 4,2 Prozent abschlag, da ich 50 Prozent schwerbehinderung habe . Das ist die für langjährige Beschäftigung.
    Ich bin Jahrgang Dezember 1959 und habe daher 24 Monate ALG Anspruch.

    Frage: Kann ich mein ALG auf die Jahre 20/21/22 verteilen mit immer an und abmelden, damit ich in der abgemeldeten Zeit in Urlaub kann?

    Mein Mann braucht öfters Urlaub und meine Kinder wohnen beide weit weg .Wenn Ich dann immer nur 21 Tage bekommen kann ist das schwierig.

    Würde mich über Ihre Antwort freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    • „Kann ich mein ALG auf die Jahre 20/21/22 verteilen?“

      Ja, können Sie. Ein einmal festgestellter Anspruch hat bis zu vier Jahren Gültigkeit und kann in diesem Zeitraum „aufgebraucht“ werden. Bei kurzer Abmeldung müssen Sie später nicht einmal einen neuen ALG-Antrag ausfüllen. Bei längere Abmeldung schon. Aber das wird man Ihnen dann bei der Agentur schon erläutern.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Covahe,
        hallo Privatier,

        es gibt eine Broschüre von der Arbeitsagentur „Merkblatt für Arbeitslose“ Nr. 1 (Ihre Rechte, Ihre Pflichten), in dem erklärt wird, daß eine Unterbrechung der Arbeitslosigkeit von höchstens 6 Wochen keine erneute persönliche Arbeitslosmeldung und Antragstellung nach sich zieht. Beginn und Ende der Unterbrechung müssen im Voraus mitgeteilt werden. Siehe S. 23 u.a. der Broschüre.

        Man muß jedoch meines Erachtens mit seiner Krankenkasse besprechen, wie es sich mit der Krankenversicherung in diesem Zeitraum verhält, da die Arbeitsagentur auch keine Krankenkassenbeiträge während dieses Zeitraums zahlt, da ja auch keine Arbeitslosenleistung gezahlt wird. Man könnte dann z.B. in die Familienversicherung eintreten (soweit existent).

        Beste Grüße
        49erin

  93. Sehr geehrter Privatier,
    ich bin Ihrem Beispiel gefolgt und habe mich arbeitssuchend und schließlich arbeitslos gemeldet und warte nun auf den Bescheid der Agentur um mich dann wieder abzumelden. U.a. durch die neuen Dienstanweisungen scheint dies länger zu dauern als erwartet. Sollte ich mit meiner Abmeldung so lange warten bis die Agentur den Bescheid schickt, oder ist der Vorgang getriggert und käme der Bescheid auch trotz Abmeldung ?

    Gruß Josch

    • Hallo Josch,

      dass es länger dauert als erwartet, hängt auch oft mit dem Arbeitgeber zusammen, der eine Anfrage der Agentur beantworten muss. Ich habe damals auch erst mal bei meinem Ex-Arbeitgeber „Dampf“ machen müssen, damit das endlich was wird.

      Ich wollte damals nämlich auch erst mal den Bescheid abwarten. Ist aber vom Prinzip her nicht nötig. Der Antrag wird auch weiter bearbeitet, wenn man sich wieder abmeldet.
      Man sollte halt nur auf die richtige Formulierung achten! Wir hatten hier vor wenigen Tagen jemand, der seinen Antrag komplett zurückziehen wollte. Das sollte man dann nach Möglichkeit vermeiden, wenn man einen Bescheid haben möchte.

      Auf der anderen Seite kann man aber auch durchaus noch ein wenig warten. Die meisten haben ja ohnehin eine Sperrfrist und bekommen keine Leistungen. Da kommt es dann auf eine Woche mehr oder weniger nicht an, oder?

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier
        deine Empfehlung zur Geduld hat sich gelohnt und ich habe den Bescheid erhalten. Nun möchte ich mich wieder abmelden. Hast du eine Empfehlung wie ich das am Besten durchführe (schriftlich oder persönlich)oder gibt es gar formale Bedingungen ? Danke für dein Statement und viele Grüße

        Josch

        • Abmelden geht schriftlich, per Mail, telefonisch oder auch persönlich.

          Ich selber habe die (zufällig) ohnehin anstehenden Gesprächstermine mit der Agentur dazu genutzt, mich persönlich abzumelden. Hat ggfs. den kleinen Vorteil, dass evtl. Missverständnisse über den weiteren Status (arbeitsuchend oder nicht) gleich unmissverständlich ausgeräumt werden können und (soweit ich mich richtig erinnere) es auch gleich eine schriftliche Bestätigung gegeben hat.
          Ansonsten ist das aber eher Geschmacksache.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            ich hätte eine kurze Frage zur Sicherung des Anspruchs.

            Ich habe ein Abfindungsangebot angenommen und würde die Abfindungszahlung auf nächstes Jahr verschieben.

            Ich habe mich nun online arbeitssuchend gemeldet.
            Persönlich muss ich wohl irgendwann demnächst mal persönlich vorsprechen.

            Ich würde mir nun gerne meinen Anspruch auf das ALG1 sichern und somit mich im Januar arbeitslos melden und den Bescheid abwarten. Anschließend würde ich mich wieder abmelden.
            Muss ich hierbei weiterhin den Status „Arbeitssuchend“ beibehalten, um meinen Anspruch 4 Jahre zu sichern?

            Ich plane nämlich erst einmal im Februar 4 Monate in „Elternzeit“ zu gehen und 2 Monate Elterngeld zu beziehen. Mitte nächsten Jahres würde ich ans andere Ende von Deutschland ziehen. Ich würde mich dann dementsprechend, wenn ich wieder aktiv auf Arbeitssuche bin (Mai) mich wieder arbeitslos melden und meinen Anspruch auf das ALG 1 wahrnehmen.

            Vielen Dank und viele Grüße

          • „Muss ich hierbei weiterhin den Status „Arbeitssuchend“ beibehalten, um meinen Anspruch 4 Jahre zu sichern?“

            Nein, muss man nicht. In der Regel erfolgt eine Abmeldung vollständig, d.h. sowohl vom Status „Arbeitslos“ als auch vom Status „Arbeitsuchend“ (Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Anspruch bleibt auch bei vollständiger Abmeldung bis zu 4 Jahre erhalten.

            Gruß, Der Privatier

  94. Guten abend,
    Vielen dank, für die rasche Umsetzung.

    Hätte noch eine Frage zur Abmeldung beim Arbeitsamt und dann die Nachversicherung bei der Krankenkasse.
    Habe ich das richtig verstanden, daß wenn ich mich 4 Wochen abmelde, das ich dann immer noch versichert bin, ohne einen Beitrag zu zahlen?
    Liebe Grüsse
    Covahe

    • Es gibt hier (mindestens) einen Leser, der dies als regelmässige Strategie im häufigen Wechsel so praktieren wollte. Soweit ich weiß, hat es auch erwartungsgemäß funktioniert.

      Nur eines sollte man wissen (und das wird oft falsch verstanden!):
      Der 4-Wochen Zeitraum gilt nur zur Überbrückung von einem Pflichtversicherungsverhältnis in ein anderes. Folgt danach eine freiwillige Versicherung gilt das nicht.
      Und es gilt auch nicht, wenn der Zeitraum länger als 4 Wochen ist. Also: Bei 6 Wochen „Lücke“ sind nicht etwa die ersten 4 Wochen kostenfrei und die restlichen per Beitrag zu bezahlen – Nein! Die ganzen 6 Wochen fallen in diesem Fall nicht in die Nachversicherungspflicht.

      Gruß, Der Privatier

  95. Hallo,
    bei mir sieht die Sache wie folgt aus und ich würde mich freuen, Meinungen und Hinweise zu meinem Plan zu bekommen.

    Rahmendaten:
    Aufhebungsvertrag unterschrieben wegen Standortschließung im Oktober 2017
    Freistellung im Aufhebungsvertrag vereinbart ab 1.7.2018
    Austritt aus dem Unternehmen lt. Aufhebungsvertrag 31.12.2018
    Zahlung der Abfindung im Februar 2019, daher möglichst max. Verzicht auf ALG 1 im Jahr 2019 aus steuerlichen Gründen.
    Ich werde im Dezember 2018 53 Jahre alt und möchte die Gelegenheit nutzen, von der PKV wieder in die GKV zu wechseln, da meine PKV zuletzt vor allem durch Beitragserhöhungen auffiel.

    Nun der Plan:
    1. Meldung beim Arbeitsamt ( arbeitssuchend ) in der 2. Septemberhälfte 2018, um die 3 Monate einzuhalten
    2. Meldung beim AA im Dezember 2018 als arbeitslos und Antragstellung ALG 1
    3. Übertritt in die GKV ab Januar 2019 absichern, da dann pflichtversichert und das AA wohl gsetzlich seit 8/2017 auch im Rahmen von Sperrzeiten bspw. gleich den GKV-Beitrag auch für den ersten Monat übernehmen muss (keine Prüfung durch AA/GKV mehr)
    4. Mit Erhalt des Bewilligungsbescheides Abmeldung beim AA
    5. Weiterverbleib in der GKV 2019 mit Familienversicherung
    6. Ab 1.1.2020 wieder Arbeitslos melden und Leistungen des ALG 1 abrufen

    Nun die Fragen:
    Zu 2: Wann sollte man im Dezember wirklich den Antrag auf ALG 1 stellen. Möglichst früh, um sich zeitnah in 2019 wieder abmelden zu können und nicht zu viel ALG 1 zu erhalten, falls der Bescheid erst im Januar 2019 kommt und schon Zahlungen auslöst?
    Falls man frühzeitig im Dezember hingeht, erhält man den Bescheid evtl schon im Dezember, könnte sich auch gleich zum 1.1. wieder abmelden. Das wäre aber kontraproduktiv wegen der Pflichtversicherung GKV, die mein wichtigster Punkt zu dem Zeitpunkt ist. Ich müsste dann ja noch ein Jahr in der PKV bleiben.

    Zu 3.
    Wie erfolgt denn die automatische Pflichtversicherung mit ALG-Antrag? Gibt einem das AA da ein Formular?
    Das Ganze steht unter der Prämisse, den Eintritt in die GKV auch sicherzustellen. Wäre es daher sinnvoll, sogar auf eine Sperrzeit zu „hoffen“ und zu fordern, diese dann an den Anfang der ALG-1 Zahlung zu stellen und nicht ans Ende, was wegen der längeren Freistellung auch möglich ist? Die Sperrzeit ist ja wegen Standortschließung und Formulierungen im Aufhebungsvertrag zu betrieblichen Gründen zudem zumindest nicht sicher. Das würde ja bedeuten, dass das AA bspw. bei Sperrzeit ab Januar 2019 bis Ende Sperrzeit die GKV bezahlt und damit der Übertritt wirklich sichergestellt ist.

    Zu 4. Wenn nur der ALG-Antrag gestellt ist, keine Sperrzeit kommt, der Bewilligungsbescheid noch nicht da ist, Pflichtmitgliedschaft GKV aber schon geklärt, sollte man dann schon abmelden zum 1.1.2019 aus steuerlichen Gründen? Oder ist es besser, wirklich den Bescheid abzuwarten?
    Falls schon ALG 1 geflossen ist, bspw. für Januar 2019, weil noch immer nicht alles bezüglich GKV geklärt ist oder das AA sehr schnell war, kann man dann die Zahlung widerrufen und das geflossene ALG 1 zurückzahlen?

    Zu 6. Wann stellt man zum 1.1.2020 den Antrag wegen Wiederaufnahme ALG 1. Ende Dezember 2019?

    Ich hoffe, ich konnte die Fragen klar formulieren, da meine Situation wegen Alter 53 und dem Wechsel PKV/GKV zu dem Zeitpunkt etwas vom üblichen Schema abweicht. Rückfragen gern.

    Herzlichen Dank

  96. Hallo Benny,

    1.“Meldung beim Arbeitsamt ( arbeitssuchend ) in der 2. Septemberhälfte 2018, um die 3 Monate einzuhalten“
    2. „Meldung beim AA im Dezember 2018 als arbeitslos und Antragstellung ALG 1“

    Simmt das Jahr 2018 ?? Wenn ja, was willst Du damit erreichen ?
    Du möchtest doch wohl 2019 als Dispojahr nutzen.

    Meines Wissens muss man sich nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht A-suchend melden, sondern erst ca 3 Monate als Arbeitslos um den ALG 1 Anspruch feststellen zu lassen.

    Gruß Sunny

  97. Hallo,

    du bringst mich jetzt völlig durcheinander. 2019 wie beschrieben kein Dispojahr. Nutzt mir doch nichts, da ich wieder in die GKV will und dazu pflichtversichert sein muss. Möglich ist das doch eher nur mit ALG 1 oder entsprechend niedrigem Einkommen.
    Ich will aber 2019 so wenig wir irgendwie möglich ALG 1 kassieren aus den erwähnten steuerlichen Gründen, denn in 2019 fließt eine, zumindest meiner Meinung nach, hohe Abfindung.
    Da ich einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet habe, der zum 31.12.2018 das Arbeitsverhältnis beendet, muss ich mich meines Wissens 3 Monat vorher schon beim Arbeitsamt melden und dann endgültig im Dezember 2018, kurz vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ab 1.1.2019.

  98. Hallo Benny,

    zunächst einmal klingt dein Plan (Pkt.1-6) vernünftig. Ich sehe da keinen Fehler. Nun zu den Fragen:

    Zu 2: Die terminliche Situation bei der Agentur lässt sich nicht einschätzen. Das kann sehr schnell gehen oder ewig dauern. Ich sehe das aber auch eher unkritisch. Wenn die Bearbeitung lange dauert und tatsächlich für ein paar Wochen ALG fließt, ist das auch nicht so furchtbar dramatisch. ALG wirkt ja „nur“ über den Progressionsvorbehalt und den könnte man sogar noch weg optimieren (über ein negatives Einkommen).
    Den Einwand mit der zur frühen Meldung („…müsste dann ja noch ein Jahr in der PKV bleiben“) habe ich nicht verstanden. Welche Regelung sprichst Du hier an?

    Zu 3: Ob Sperrzeit oder nicht: Die Arbeitslosigkeit ist mit der Versicherungspflicht in der GKV und Beitragsübernahme durch die Agentur verbunden. Und dazu wird dann die Agentur sicher auch nach der KK fragen. Wer hier nichts angibt, landet in der AOK.
    Ich sehe keinen Grund, warum die Versicherungspflicht nicht eintreten sollte (es sei denn, man lässt sich befreien – aber das ist ja hier ausdrücklich nicht gewollt).

    Zu 4: Ob den Bewilligungsbescheid abwartet, ist letztlich Geschmacksache. Man muss es nicht. Und wegen der Steuer würde ich da jetzt nicht akribisch auf jeden Euro gucken. Sooo genau kommt das schon nicht. Siehe auch Pkt.2

    Zu 6: Ja, richtig.

    Gruß, Der Privatier

  99. Hallo Privatier,

    Vielen Dank. Der Einwand müsste noch ein Jahr in der PKV bleiben, würde meiner Meinung nach gelten bei einem Dispojahr oder wenn ich den Bewilligungsbescheid ALG schon im Dezember 2018 bekomme und mich dann gleich zum 1.1.2019 wieder von ALG Zahlung abmelden würde.
    Dann würde ich ja sozusagen den Übertritt in die Versicherungspflicht möglicherweise verpassen oder überspringen.
    Was meinst du mit wegoptimieren und negativem Einkommen?
    Haushaltsnahe Dienstleistungen oder Vermietung aus V+V? Oder noch andere Ideen?

    Ich hatte sogar schon mal an einen steuerlichen Investitionsvorabzug gedacht, da ich mich ab Ende 2020 oder Anfang 2021 selbständig machen möchte.
    Dann kann man wohl 40 % an Gründungsinvestitionen schon in 2019 voraus absetzen, wenn man die Gründung glaubhaft darstellen kann und es innerhalb von 3 Wirtschaftsjahren auch vollzieht.
    Ich würde mich dann in der 2. Hälfte der ALG Zeit vielleicht von der AA noch schulen lassen.
    Gibt es noch andere Steuer- Ideen?

    Vielen Dank

    • Wie oben schon geschrieben, würde ich bei der Frage der Termingestaltung nicht so sehr auf ein paar Wochen ALG-Bezug achten. Ich denke, ich würde eine frühe Arbeitslosmeldung machen, dann abwarten, bis alles geklärt ist (Bescheid und GKV) und mich dann wieder abmelden. (Abwarten heisst: vielleicht auch mal nachhaken).

      Zu meiner Anmerkung zum negativen Einkommen vielleicht noch einmal den Beitrag über „Die Rürup-Strategie“ lesen. Insbesondere den letzten Absatz. Wenn man genügend von der Steuer absetzen kann, kann man sogar das komplette ALG beziehen, ohne einen Nachteil zu haben.

      Und wie setzt man „genügend“ ab? Ein Investitionsabzug ist sicher auch ein guter Weg. Ist aber nicht für jeden machbar. Hier im Blog habe ich im Wesentlichen immer zwei Vorschläge gemacht, die von fast allen durchführbar sind:
      * Eine Einzahlung in die Altersvorsorge (Rürup oder gesetzl. RV)
      * Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen

      Gruß, Der Privatier

  100. Hallo Benny, Privatier

    sorry…habe da etwas falsch verstanden und reininterpretiert.
    Habe aber wieder etwas gelernt.

    Gruß Sunny

    noch 133 Tage bis zur Freiheit

  101. Lieber Privatier,

    das ist sehr interessant mit der Vorauszahlung der KV Beiträge.
    Ich stelle mir das nur schwierig vor. Wenn ich bspw,. bis zur Sicherstellung des Wiedereintritts in die GKV einen Monat ALG 1 und KV Beiträge durch die Agentur erhalten habe und mich danach abmelde, kann ich eine Vorauszahlung mit der GKV evtl. vereinbaren.
    Aber 11 Monate später, ab 1.1.2020, soll doch die Agentur wieder die KV Beiträge übernehmen. Dann wäre ja die Vorauszahlung für die Zeit nach der Arbeitslosigkeit gültig oder würde sogar verfallen oder wie?
    Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen.
    Steuerlich erschwerend kommt bei mir hinzu, dass im Mai 2019 nochmals ein Bonus gezahlt wird rückwirkend für 2018 und der wahrscheinlich unvermeidlich in Steuerklasse 6, im Gegensatz zur Abfindung in 3.
    Das hat sich wohl aktuell mal wieder der Gesetzgeber einfallen lassen. Früher wäre das auch im Dezember 2018 mit dem letzten Gehalt geflossen.
    Somit hätte ich steuerlich noch das Bonusthema, wenn gleich geschätzt ein übersichtlicher Betrag um 5-6000 brutto und bspw. den einen Monat ALG, den ich noch optimieren möchte, da meine Frau ja auch arbeitet und von daher die Steuerlast schon nicht ohne ist.
    Rürup muss ich mir noch ansehen. Das wäre aber eine Einmalzahlung und vielleicht nur bedingt sinnvoll.
    Zudem werde ich mit gut 60 Rentenpunkten arbeitslos werden und habe ungefähr gleich hohe Betriebsrentenansprüche wie gesetzliche. Will sagen, Rente ist eher nicht das Problem sondern mehr die 10 Jahre bis zur Rente, denn ich komme 2018 auf 36 Pflichtjahre und kann daher schon mit 63 in Rente gehen, wenngleich mit Abschlägen.

    Von daher ist die KV Variante mit Vorauszahlung schon interessant. Das muss ich mir noch genau ansehen und dann mal mit der KV vorbesprechen. Die wollen sowieso vielleicht von mir noch 4 Monate KV Beitrag auf die Abfindung, da nur 14 Monate Frist beim Aufhebungsvertrag eingehalten wurden.

    Und Sunny, nichts für ungut. Ich habe jetzt nach nich weniger Tage. 😉

    • „Dann wäre ja die Vorauszahlung für die Zeit nach der Arbeitslosigkeit gültig oder würde sogar verfallen oder wie?“
      Entweder zahlt die Krankenkasse die zuviel im voraus gezahlten Beiträge zurück (steuerlich sehr ungünstig) oder sie behält diese auf einem Guthabenkonto, bis man wieder selber zahlungspflichtig ist. Das muss man mit seiner Krankenkasse absprechen und zwar vor der Vorauszahlung. Haben wir hier aber schon öfters beschrieben. Jede Krankenkasse verhält sich da etwas anders und wir haben hier sogar von Fällen gelesen, wo eine KK mal so und mal anders geantwortet/gehandelt hat.

    • Es verhält sich genau so, wie von BigMac beschrieben: Entweder gibt es die Beiträge zurück oder sie werden auf einem Guthaben-Konto für später verbucht.

      Ob eine Rückzahlung wirklich „steuerlich sehr ungünstig“ ist, hängt dann allerdings davon ab, wann die Rückzahlung erfolgt. Erfolgt sie noch im selben Jahr, in dem die Vorauszahlung geleistet wurde, war das Ganze ziemlich sinnlos.

      Erfolgt sie aber im folgenden Jahr (was in der Regel der Fall sein dürfte), so hat die Vorauszahlung im Zusammenhang mit einer Abfindung ihren Sinn erfüllt. Der steuerliche Effekt im Jahr nach der Abfindung ist dann meistens gar nicht so schlimm.

      Gruß, Der Privatier

  102. Hallo H.Ranning,
    wenn die Höhe des ALG mit Kindergeld festgestellt wurde (das ALG fällt daher höher aus) und man die vier Jahre bis zur Auszahlung wartet, es aber zum Auszahlungszeitpunkt kein Kindergeld mehr gibt, bleibt dann dennoch der erstmalig errechnete Betrag bestehen ? Oder wird dann das Kindergeld nicht mehr berücksichtigt und man bekommt weniger ALG als zunächst berechnet ?

    • Es können sich ja nicht nur die Bedingungen zum Kinderfreibetrag/Kindergeld ändern, sondern eine ganze Reihe anderer Punkte auch. Teils zum Vorteil, teils zum Nachteil des Arbeitslosen. Aber in allen Fällen gilt: Der einmal festgestellte wird nicht mehr verändert und nicht an die neuen Bedingungen angepasst.

      Gruß, Der Privatier

      • Diese Aussage ist sehr interessant. Auch bei mir wurde ALG mit Kindergeld mit schriftlichen Bescheid im Juli 2017 festgestellt. Am nächsten Tag wieder abgemeldet. Ab 08/2018 entfällt das Kindergeld (älter als 25 Jahre – kein Kindergeld mehr). Ich möchte mich aber erst nach 08/2018 wieder anmelden. Alle anderen Parameter ändern sich nicht.
        Gibt es für deinen Hinweis, dass der letzte Bescheid (hinsichtlich Kindergeld) nicht mehr angepasst wird, rechtsverbindliche Vorschriften oder Regelungen auf die man sich berufen kann? Ein kurzer Hinweis auf entsprechende Quellen wäre sehr hilfreich. Besten Dank.

        • „Ein kurzer Hinweis auf entsprechende Quellen wäre sehr hilfreich.“

          Tut mir leid, eine offizielle Quelle dazu fällt mir gerade nicht ein. Meine Meinung stammt da eher aus dem allgemeinen Verständnis der Prinzipien. Und das lautet hier nun einmal, dass der ALG-Anspruch auf Basis der Verhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung berechnet wird und zwar rückblickend auf die bis dahin „erarbeiteten“ Zeiten/Zahlungen und die aktuellen persönlichen Daten (Alter, led./verh./Kinder, Steuerklasse). Und dieser Anspruch bleibt dann erhalten.
          Das kann sich sowohl positiv auswirken, als auch negativ. Spielt aber keine Rolle, denn der Anspruch wird nicht jedes Mal wieder neu ausgerechnet, sondern bleibt erhalten.

          Gruß, Der Privatier

          • Dieses allgemeine Verständnis der Prinzipien wird von der Agentur scheinbar anders gesehen. Ich habe aktuell nochmal nachgefragt und die schriftliche Information erhalten, dass der erhöhte ALG Bezug mit Kindergeld grundsätzlich nur solange gewährt wird wie auch Kindergeld bezogen wird. Danach wird ALG auf 60% reduziert. Egal ob es schon vorher einen Bescheid mit Kindergeld gab oder nicht.

          • Das kommt leider immer mal wieder vor, dass mein Verständnis von dem abweicht, was Mitarbeiter von Agenturen so meinen. 😉
            Wobei von vorne herein nicht immer klar ist, wer am Ende Recht behält. Agenturmitarbeiter haben auch schon des Öfteren ihre ursprünglichen Aussagen zurücknehmen müssen.

            Im vorliegenden Fall will ich aber gerne einräumen, dass mir Regelungen im Zusammenhang mit Kindern aus Mangel an eigenen Erfahrungen nicht so vertraut sind. Bei Bedarf müsste man dies ggfs. durch einen Experten (oder Spezialforum, s. Empfehlungen/Blogs und Foren) noch einmal klären lassen.

            Gruß, Der Privatier

          • @Privatier

            ist es nicht eher so, dass nach der AB- und wieder Neuanmeldung beim ALG-I eine geänderte Steuerklasse die Höhe des ALG-I ändert?

            Gruß

            Bruno

    • Hallo nochmals,
      wenn das ALG berechnet wurde und man sich danach wieder abmelden möchte, muss man sich dann nur vom ALG abmelden oder komplett beim Jobcenter abmelden ?

      • Jobcenter?

        Alg1 nach SGB III ist Agentur für Arbeit.
        Alg 2 nach SGB II ist Jobcenter. ( bekannt als HartzIV )

        Du meldest Dich vom Arbeitslosengeldbezug ab. Fertig.

        Kurioserweise reicht dafür ein lässiger Anruf, ich bin mir sicher der Bescheid kommt zügig. 😉

  103. Wie verhält es sich bei 9 Monaten unwiderruflichen Freistellung mit der Gefahr einer möglichen fiktiven Berechnung ALG1, also ab 30.03.2018 freigestellt bis 31.12.2018
    Das müsste doch noch unkritisch sein, oder? Ist ja deutlich unter 1 Jahr.

    • Eine fiktive Berechnung erfolgt dann, wenn im erweiterten Zeitraum von 2 Jahren vor der Arbeitslosmeldung weniger als 150 Tage mit „normalem“ Gehalt vorliegen.

      Gruß, Der Privatier

  104. Das würde ja heißen, dass selbst eine unwiderrufliche Freistellung bis 1 1/2 Jahre unschädlich wäre. Ist das wirklich so?

  105. Eine Anmerkung habe ich noch dazu: Die Abmeldung vom ALG-Bezug ist auch rückwirkend möglich!

    Bei mir wurde der ALG-Antrag gestellt am 28. Sept 17
    AA hat gepennt und ALG erst Ende Nov 17 bewilligt.
    Habe mich dann Ende November rückwirkend zum 29. Sept 17 vom ALG I Bezug abgemeldet, was problemlos möglich war!

    Zur Sperrzeit: Ich hab (trotz Abfindung) keine Sperrzeit und den vollen Zeitraum von 12 Monaten bekommen. Es kommt vielleicht auch darauf an, wie plausibel man seine Gründe darlegt. Mich hat es selbst gewundert, dass die AA meine Gründe ohne weitere Rückfragen akzeptiert hat.

    • Danke an Lisa für diese beiden Hinweise bzw. Erfahrungen.

      Beides sicher Punkte, die für andere Leser hier von Interesse sein könnten.

      Was die Sperrzeit angeht, so liegt dies immer auch ein wenig im Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters. Insofern ist selbstverständlich eine plausible (und auch nachweisbare) Erläuterung immer sehr hilfreich. Denn eine Sperrzeit darf dann nicht verhängt werden, wenn die Auflösung des Arbeitsvertrages aus „wichtigem Grund“ erfolgte.
      Hier sind die Dienstanweisungen der Arbeitsagentur im letzten Jahr allerdings wohl auch ein wenig gelockert worden und gerade im Zusammenhang mit Krankheiten ist ein Aufhebungsvertrag wohl inzwischen leichter ohne eine Sperre zu begründen.

      Gruß, Der Privatier

  106. Sehr geehrter Herr Ranning, danke für Ihre tolle website und die darin aufbereiteten Empfehlungen.
    Ich würde Ihnen gern meine Sachlage kurz schildern und Sie um Ihre Einschätzung dazu bitten, ob ich das richtig sehe:
    Ich war nach meiner mehrjährigen Selbstständigkeit zuletzt als festangestellte Grafikerin für 14 Monate bei einer Eventagentur als Grafikerin beschäftigt. Nun erhielt ich eine Kündigung aus betriebsbedingten Gründen zum Ende 02/2018. Ich habe mich bereits bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet. Ich habe eine Anwartschaft auf ALG1 für 7 Monate „erwirtschaftet“. Diese möchte ich auch gern in Anspruch nehmen. Allerdings nicht ab März, sondern gern erst im Herbst 2018. Die Zwischenzeit könnte ich evt. anderweitig finanziell überbrücken. Ich würde also einen Anspruch auf ALG feststellen und ausrechnen lassen. Danach melde ich mich wieder ab (wovon eigentlich, wie heißt das genau?) und beispielsweise im Oktober 2018 melde ich mich wieder an und nehme die Leistung in Anspruch.
    Werden dann auch die ggf. erzielten Einkünfte der Zwischenzeit verrechnet? Ich wäre Ihnen für eine Beurteilung meines Vorgehens sehr dankbar.

    • Die Vorgehensweise ist schon korrekt so. Wenn Sie sich bei der Agentur abmelden, melden Sie in erster Linie die Arbeitslosigkeit bzw. den Leistungsbezug wieder ab. Man wird Sie wahrscheinlich nach einem Grund fragen, dies dient aber teils nur statistischen Zwecken, aber auch der Beurteilung, ob Sie z.B. weiterhin als arbeitsuchend gemeldet sein wollen.

      Zu den in der Zwischenzeit erzielten Einkünften: Wenn Sie mit „verrechnet“ meinen, dass Ihnen irgendwas vom ALG verloren geht, lautet die Antwort: Nein, dass passiert nicht.

      Es ist allerdings so, dass (falls Sie länger angestellt beschäftigt sein sollten) u.U. ja ein neuer Anspruch auf ALG entsteht. Hier gibt es dann etwas umfangreichere Bestimmungen, die den Rahmen hier sprengen würden (ggfs. mal bei der Agentur erläutern lassen!), ganz grob kann aber sagen, dass der alte Anspruch innerhalb vier Jahre nicht verloren geht und alter und neuer Anspruch von der Dauer her addiert werden.

      Gruß, Der Privtier

  107. Vielen Dank. Ich würde wahrscheinlich einige Grafikjobs als Freie Grafikerin übernehmen können. Eine offizielle Erklärung könnte aber auch sein, dass ich in dieser Zeit mein Praktikum absolvieren möchte, das ich für meine private, berufsbegleitende Ausbildung machen muss. Oder ginge auch sowas wie persönliche Auszeit, Review über die letzten Arbeitsjahre und berufliche Neuorientierung, Zeit für meine Tochter? Oder ist sowas zu schwammig?

    • „Eine offizielle Erklärung könnte aber auch sein…“

      Sie werden zwar nach einem Grund für die Abmeldung gefragt, aber Sie müssen sich nicht rechtfertigen! Es reicht im Grunde, dass man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen will/kann.

      Wie im letzten Kommentar schon gesagt, dient die Frage statistischen Zwecken und der Beurteilung, ob weitere Beratungen/Dienste erforderlich sind. So gibt es Fälle, die anschließend ALG-II beantragen müssen, andere wollen vielleicht im Rahmen einer Selbstständigkeit freiwillig Arbeitslosenversicherung zahlen, andere möchten ohne Leistung weiter gemeldet bleiben, usw.. Dies heraus zu finden, ist der Sinn hinter der Frage.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Bei einer selbstständigen Tätigkeit gilt das zuvor geschriebene über neue Ansprüche auf ALG natürlich nicht (es sei denn, man zahlt freiwillig ein).

  108. Hallo Privatier,

    ich möchte hier kurz meine Situation schildern mit der Bitte um Ihre Einschätzung.

    Mir wurde im Juni 2017 zum 31.12.17 gekündigt mit Abfindung in 2018. Im September 2017 habe ich mich arbeitssuchend und zum 1.1.2018 dann arbeitslos gemeldet sowie den Antrag auf ALG I gestellt. Am 3.1. wieder von der AA abgemeldet. Ziel war, in 2018 aus steuerlichen Gründen kein – oder nur wenig – ALG zu beziehen.
    Ich bekam leider keinen Leistungsbescheid, denn es wurde festgestellt, dass die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde – ich hätte eigentlich 7 statt 6 Monate gehabt was mir leider vorher nicht so bewußt war. Deshalb Ruhefrist bis 31.1.2018. Weiter stand in dem Brief der AA auch, dass ich danach keine Leistung beziehen kann, weil ich ja wieder in Arbeit bin.
    Ich bin jetzt etwas unsicher wie ich mich weiter verhalten soll. Gespräche mit Mitarbeitern der Arbeitsagentur erbrachten leider auch keine Klarheit. Während der Erste meinte dass mein Antrag 6 Wochen gültig sei, sagte der Zweite dass ich auf jeden Fall einen neuen Antrag auf ALG stellen muss wenn ich wieder arbeitslos bin und ALG beziehen möchte.

    Nun meine Frage: Habe ich Nachteile bezüglich der Höhe des ALG zu erwarten wenn ich jetzt einfach warte und mich zum 1.1.2019 erneut arbeitslos melde und dann den Antrag stelle ?. Es wird ja hierbei eine Neuberechnung vorgenommen und 2018 wird es keine Einkünfte geben. Oder sollte ich anders vorgehen ?.

    Danke und beste Grüße,
    Siggi

    • „Ich bekam leider keinen Leistungsbescheid…“

      Das ist schon sehr ungewöhnlich und ich müsste raten, was die Ursache sein könnte:
      * Es ist wirklich so, dass gar kein Bescheid erstellt wurde? Oder steht in dem Bescheid, dass momentan keine Leistung bezogen werden kann?
      * Vielleicht wollte sich die Agentur ja auch die Arbeit sparen und wollte wegen der drei Tage keinen Bescheid erstellen?
      * Oder vielleicht hat man dort die „Abmeldung“ als Stornierung des ALG-Antrages aufgefasst?

      Die Antwort kann wohl nur die Agentur selber geben. Da kann ich nicht viel helfen.

      Ich sehe allerdings keinen Nachteul in einem erneuten ALG-Antrag, egal ob jetzt sofort oder später. Sie müssen nur darauf achten, dass Sie vom Antrag aus rückwärts gerechnet in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate gearbeitet haben. Also besser nicht bis zum letzten Tag warten.

      Ich selber würde mich aber wohler fühlen, wenn ich JETZT einen Bescheid in den Händen halten würde. Und genau DAS würde ich mit der Agentur noch einmal besprechen: Entweder den alten (3-Tages) Antrag vollständig bearbeiten oder ggfs. einen neuen stellen und anschließend wieder anmelden. Damit aber nicht wieder dasselbe passiert: Vorher absprechen und klar sagen, was man will: Den Anspruch feststellen.

      Gruß, Der Privatier

      • Zunächst mal vielen Dank für die prompte Antwort.
        Ich gehe auch davon aus, dass man sich wegen der 3 Tage – für die ich eh keine Leistungen erhalten würde – gar kein Bescheid erstellt wurde. Das schließe ich daraus, dass der Mitarbeiter der Leistungsabteilung sagte, dass ich bei erneuter Arbeitslosigkeit auf jeden Fall einen neuen Antrag stellen müsse.

        Das mit dem „Vorher absprechen und klar sagen, was man will…“ ist so eine Sache. Mein Betreuer bei der Arbeitsagentur hat das alles genau verstanden, und auch ein Mitarbeiter der Leistungsabteilung hat mir bestätigt, dass mein Vorhaben wie geplant auch machbar ist. Mit der Ruhezeit wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist haben aber weder er noch ich gerechnet. Und leider sind das eben auch nicht die Leute, die dann den Antrag bearbeiten.

        Ich werde aber auf jeden Fall mit meinem Betreuer nochmal einen Termin machen, es wird aber wohl darauf hinauslaufen, dass ich mich erneut arbeitslos melde, einen neuen Antrag stelle und dann mit der Abmeldung warte, bis ich den Bescheid tatsächlich in Händen halte.

        Gruß,

        Siggi

  109. Hallo H. Ranning,
    wenn ich vor Einreichung der ALG 1 Antrags einen 450.-€ Job habe, muss ich diesen angeben und wird das ALG dann gekürzt ? Es war eigentlich so geplant wie in Ihrem Buch beschrieben. Arbeitslos melden, ALG berechnen, dann wieder abmelden und in zwei Jahren das ALG beantragen. Nun habe ich kurzfristig für 5 Monate einen 450.- € Job angeboten bekommen.
    Die Frage ist, ob ich mir durch diesen Job das ALG dauerhaft kürze und wäre es besser in dieser Zeit, bis zur Berechnung keinen Minijob anzunehmen ?

  110. Hallo nochmals,
    ich muss nochmals nachhaken: wenn man sich bezüglich der ALG 1 Zahlung abmelden will, muss man dies beim zuständigen Sachbearbeiter machen oder wo sonst ?
    Oder muss man sich komplett beim Arbeitsamt abmelden ?

    • Hallo, wenn man sich wieder abmelden möchte, kann man das persönlich, telefonisch (Hotline) oder einfach online tun. Dazu gibt es hier oben schon diverse Kommentare. Einfach da mal einiges durchlesen…

  111. Ja OK, Hotline habe ich verstanden aber muss ich dann sagen, dass ich mich nur von den Leistungen abmelde oder muss ich mich komplett beim Arbeitsamt abmelden ?

  112. Gut, danke. Wenn ich nun zwei Jahre bis zur Einforderung des ALG warte, ist es wohl sinnvoller, sich nicht komplett abzumelden, da dann wohl der Bearbeitungsvorgang schneller geht. Stimmt das ?

  113. Nein, das stimmt nicht. Wenn es nur darum geht, kann man sich auch komplett abmelden. Es muss bei Wiederanmeldung sowieso ein neuer Leistungsantrag gestellt werden.

  114. Gut,aber laut Privatier, H.Ranning, bleibt die einmal erstellte Leistungsberechnung 4 Jahre bestehen.
    Ich dachte dass daher kein neuer Leistungsantrag gestellt werden muss.

  115. Vorausgesetzt es gibt hier keine neuen, zu berücksichtigenden Fakten, dann Bestandsschutz zwei Jahre, Erlöschensfrist vier Jahre. Ein Antrag ist nach Abmeldung aber natürlich trotzdem zu stellen, wenn wieder geleistet werden soll (ALG I). Woher soll die AA sonst davon wissen?
    Das steht aber alles auch schon in früheren Kommentaren hier drüber. Am besten also bei weiteren Fragen dazu vielleicht erst dort einmal nachlesen.

  116. @Lothar: Nick hat schon soweit alles richtig beantwortet. Eine kleine Ergänzung noch von meiner Seite: Es gibt tatsächlich eine kurze Zeitspanne (ich meine, es wären sechs Wochen), für die nach einer Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit tatsächlich kein neuer ALG-Antrag gestellt werden muss. Eine Meldung muss aber natürlich trotzdem erfolgen, man erspart sich dann nur das erneute Ausfüllen des Antrages.
    Für alle längeren Zeiträume muss aber immer wieder ein neuer Antrag gestellt werden.

    Gruß, Der Privatier

  117. Also zusammenfassend ist es wohl das Beste, nicht die ganzen 4 Jahre auszuschöpfen, sondern sich nach zwei Jahren wieder anmelden und eine Kopie der ALG 1 Berechnung beilegen damit diese wieder greift.

  118. @Lothar: Der Bestandschutz kommt dann zum Tragen, wenn man nach der Feststellung eines ALG-Bescheides wieder Arbeit findet, einen neuen Anspruch auf ALG erwirbt und dann erneut arbeitslos wird. In diesem Fall sorgt der Bestandschutz dafür, dass ein ursprünglich evtl. höherer Anspruch nicht verloren geht.

    Wer hingegen keine neue Arbeit aufnimmt, kann sich mit der Inanspruchnahme eines festgestellten ALG-Anspruches bis zu vier Jahre Zeit lassen.

    Gruß, Der Privatier

  119. Hallo zusammen,

    Lisa M. hat in Ihrem Beitrag vom 28.1.18 geschrieben, dass eine Abmeldung vom Leistungsbezug auch rückwirkend möglich ist.
    Da ich seit über 3 Wochen auf meinen Bewilligungsbescheid warte und ich eigentlich beabsichtigte, diesen vor meiner Abmeldung vom Leistungsbezug abzuwarten, wäre die Möglichkeit einer rückwirkenden Abmeldung für mich sehr hilfreich, um das bezogene ALG möglichst gering zu halten.
    Bei der Agentur für Arbeit konnte mir diese Frage nicht beantwortet werden.
    Hat noch jemand Erfahrungen mit einer rückwirkenden Abmeldung gemacht ?

  120. Hallo,

    sollte auf jeden Fall klappen. Ich habe mich Mitte Januar nach Erhalt des endgültigen Bescheides telefonisch bei der Hotline rückwirkend zum 2.1.18 wieder abgemeldet. So war ich zumindest einen Tag, nämlich am 1.1.18 arbeitslos gemeldet, was Voraussetzung dafür ist, dass der Anspruch entsteht. Der Mitarbeiter in der Hotline fragte mich noch nach dem Grund und ein paar Tage später hatte ich die schriftliche Bestätigung der Abmeldung im Briefkasten.

    LG, Nick

    • Hallo Nick, Hallo Privatier,

      am Freitag erhielt ich die telefonische Auskunft der Agentur, dass mein Bewilligungsbescheid am 21.2. mit Anspruchsbeginn zum 1.2.18 erstellt wurde und am Samstag war er dann auch in der Post.

      Leider war aber die Auszahlung des ALG für Februar bereits veranlasst und nicht mehr zu stoppen. Könnte das irgendwelche negativen Auswirkungen hinsichtlich der von mir geplanten rückwirkenden Abmeldung zum 2.2.18 und des jetzt festgestellten ALG-Anspruchs haben ?
      Mir fallen zwar keine ein, aber man weiss ja nie.

      Der SB der Leistungsabteilung bestätigte mir telefonisch, dass eine rückwirkende Abmeldung trotz der ALG-Auszahlung noch möglich sei, wies aber darauf hin, dass ich dann nicht nur das ALG (bis auf den einen Tag), sondern auch die von der Agentur abgeführten Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge zurückzahlen müsste, da eine Verrechnung zwischen der Agentur und der Krankenkasse nicht möglich sei.
      Diese Beiträge sind aber wesentlich höher, als die im Rahmen meiner beantragten freiwilligen Versicherung zu zahlenden Mindestbeträge. M.E. müsste, wenn ich die von der Agentur gezahlten Beträge an diese zurückzahle, ein entsprechendes Guthaben bei meiner Krankenkasse entstehen, das dann von dieser an mich ausgezahlt, oder mit künftigen Beiträgen verrechnet werden würde.
      Hat so einen Fall schon einmal jemand gehabt ?

      • Hallo BestAger,

        die Pflichtversicherung in der KV bleibt trotz der rückwirkenden Abmeldung bestehen.

        § 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V:

        Versicherungspflichtig sind […] Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld […] beziehen […]; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist.

        Daher fallen für diese Zeit auch weiter Pflichtbeiträge an. Wenn die höher sind als vergleichbare Beiträge während einer freiwilligen Versicherung, ist das leider einfach Pech.

        Gruß
        Swantje

        • Hallo Swantje B.,

          danke für die schnelle Antwort, die mich leider bezüglich des letzten Absatzes etwas verwirrt. Daher ganz kurz mal meine Situation.

          Ich war bis 31.1.18 über eine Transfergesellschaft in einer gesetztlichen KK pflichtversichert.

          Ab 1.2.18 dann über die Agentur für Arbeit, wobei diese, wie beschrieben, die Beiträge für Februar bereits geleistet hat, bevor ich mich abmelden konnte.

          Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ist klar.

          Mein Plan war ab dem 2.2.18 nach der rückwirkenden Abmeldung vom ALG eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen KK zu beantragen.

          Die dafür zu zahlenden Beiträge müssten dann m.E. ab diesem Datum auf Basis meiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu leisten sein (in meinem Fall der Mindestbeitrag).
          Sehe ich das falsch, oder würde der Beitrag aus der Höhe des ALG-Anspruchs berechnet und wenn ja, dann nur für den Februar (weil bereits abgeführt), oder für die gesamte Zeit der Abmeldung, was aber eigenlich ja nicht sein kann ?

          Viele Grüße
          BestAger

        • Ich möchte hier einmal anmerken, dass Swantje B. sich bisher hier als exzellente Kennerin des gesamten Themenkomplexes rund um die Krankenkasse bewiesen hat und ich daher uneingeschränktes Vertrauen in die Äußerungen und Einschätzungen von Swantje habe.

          Bei der vorliegenden Frage (und Antwort) scheint mir die Sachlage aufrund des zitierten Paragrafen auch soweit eindeutig:

          Auch eine rückwirkende Aufhebung des ALG-Bescheides und die sich daraus ergebende Rückforderung der bereits erhaltenen ALG-Leistungen ändert nichts an der Tatsache, dass für diesen Zeitraum Versicherungspflicht in der Krankenkasse bestanden hat.

          Der Wechsel in die freiwillige Versicherung kann dann erst anschließend vorgenommen werden.

          Ich gehe daher davon aus, dass die Agentur nicht nur das ausgezahlte ALG zurückfordern wird, sondern auch die an die KK überwiesenen Beiträge.

          Mein Fazit aus dieser Erkenntnis:
          Die Ersparnis, die man sich durch solche und ähnliche Aktion erhofft, ist oftmals weitaus geringer, als das ganze Theater, das man sich damit einhandelt, wert ist. Daher: Ich würde so etwas nicht empfehlen. Habe ich aber auch vorher weder bedacht noch gewusst.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            vielen Dank für die Blumen! Den Sachverhalt mit der Versicherungspflicht hast du richtig erkannt.

            BestAger:
            „Mein Plan war ab dem 2.2.18 nach der rückwirkenden Abmeldung vom ALG eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen KK zu beantragen.“

            Der Plan „ab dem 2.2.18“ freiwilliges Mitglied zu werden, funktioniert nicht.

            Die freiwillige Mitgliedschaft beginnt erst mit dem ersten Tag nach der Ende der Pflichtmitgliedschaft (§ 188 SGB V).

            Die Pflichtmitgliedschaft als Arbeitsloser endet mit Ablauf des letzten Tages, für den Arbeitslosengeld bezogen (=ausgezahlt) wurde (§ 190 Abs. 12 SGB V). Für den Februar wurde bereits gezahlt. Damit läuft die Pflichtmitgliedschaft bis Ende Februar.

            Die rückwirkende Abmeldung ändert nichts an der Versicherungspflicht (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V).

            Die Beiträge in dieser Pflichtmitgliedschaft berechnen sich – anders als bei freiwillig Versicherten – nicht nach der „gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, sondern nach 80% des Regelentgelts, das der ALG-Berechnung zu Grunde lag (§ 232a SGB V).

            Die Beiträge werden während des ALG-Bezugs von der Bundesagentur für Arbeit getragen (§ 251 Abs. 4a SGB V).

            Wenn das ALG rückwirkend aufgehoben wird, muss nicht nur das ALG, sondern auch die Beiträge an die Agentur für Arbeit zurückerstattet werden (§ 335 SGB III).

            Unter’m Strich: Dumm gelaufen, aber aus meiner Sicht nichts zu machen.

          • Hallo Privatier,

            mit Ihrem Fazit haben Sie natürlich recht. Es kommt wahrlich nicht auf ein paar Euro an, die man hier oder da sparen kann, wenn man sich für diesen Weg entschieden hat. Das war auch gar nicht meine Absicht.

            Ich habe mich nur mit diesem Thema beschäftigt, weil der Hotline-SB der Agentur für Arbeit mir zugesagt hatte, die Auszahlung des ALG wegen meiner geplanten rückwirkenden Abmeldung zu stoppen, dann aber wohl vergessen hat, den entsprechenden Haken in seinem Programm zu setzen. Blauäugig dachte ich mir, dass man das doch einfach rückabwickeln kann.

            Da es aber tatsächlich darauf hinausläuft, dass man bei Rückzahlung des ALG auch die von der Agentur geleisteten KK und PV-Beiträge erstatten muss,und man dann darauf sitzen bleibt, werde ich das Thema nicht weiter verfolgen und mich erst zum 1.3. abmelden.

            Ihnen und Swantje B., die ich in Ihrem Blog ebenfalls als ausgewiesene Expertin
            bei der Krankenkassenthematik schätzen gelernt habe, vielen Dank für die schnellen Antworten, die mich vor einem „Eigentor“ bewahrt haben.

            Viele Grüße
            BestAger

      • Hallo BestAger,

        bei mir war es im Januar Mitte des Monats als ich den endgültigen Bescheid von der AA bekommen und mich dann rückwirkend zum 2.1.18 wieder abgemeldet habe, da waren die Zahlungen noch nicht veranlasst. Insofern habe ich also keine Erfahrungen mit dem Fall der bereits laufenden Zahlungen.

        Ich würde nun jedoch ganz sicher die Krankenkasse einmal anrufen, den Fall kurz schildern und fragen, wie man dort damit im Falle einer rückwirkenden Abmeldung umgehen würde.

        Ich habe mal gehört, dass eigene Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Krankenkasse denen die die AA für mich leistet vorgehen. Daraus entnehme ich, dass wenn ich mich rückwirkend abmelde, die Zahlungen von Seiten der AA aber schon unterwegs sind, die Krankenkasse die von der AA somit durch die Abmeldung “fälschlicherweise“ erhaltenen Beiträge an diese zurückzahlt und man im Rahmen seiner eigenen Mitgliedschaft die dafür von der KK geforderten Beiträge auch rückwirkend zu zahlen hat.

        Aber da ich kein Fachmann bin und das daher nur laienhaft so beurteilen kann, würde ich wie erwähnt einfach bei der KK fragen.

        Erst wenn das geklärt ist, würde ich abwägen, ob ich mich rückwirkend abmelde oder aber hier erst zu März. Der eine Monat wäre im Zweifel auch kein Beinbruch, denke ich.

        Viel Erfolg!

        Gruß, Nick

        • Hallo Nick,
          der Knackpunkt ist hier tatsächlich die Auszahlung, die die rückwirkende Abmeldung (bei der Krankenkasse, nicht aus dem ALG-Bezug) verhindert. Es gibt tatsächlich vorrangige Versicherungen die dafür sorgen, dass man als Versicherter keine Gedanken über die Erstattung machen muss und mehr oder weniger alles automatisch läuft (z. B. noch ALG erhalten, aber schon beim neuen Arbeitgeber versicherungspflichtig gearbeitet). Bei der freiwilligen Anschlussversicherung ist das Zusammenspiel der gesetzlichen Regelungen leider anders.

        • Ergänzung: Bei der eigenen Krankenkasse nachfragen ist natürlich auch immer eine gute Idee – es werden ja durchaus immer mal wieder Fehler gemacht, und manchmal auch zu Gunsten der Versicherten. Die Rechtslage ist aber eindeutig.

          • Hallo Nick, BestAger, Swantje B. und Privatier,

            was mich persönlich hier wundert ist der Umstand, dass die AfA anscheinend schon während dem Monat die fälligen Beiträge an die KK überweist.
            Eigentlich müssen die Beiträge erst bis zum 15. des Folgemonats bei der KK eingehen. Ist die AfA hier tatsächlich so schnell?

            LG FÜR2012

          • Hallo FÜR2012,

            zum einen ist „15. des Folgemonats“ der Fälligkeitstag für Beiträge aus einer freiwilligen Krankenversicherung – bei Pflichtversicherungen gelten andere Termine (übrigens nochmal teils unterschiedliche für verschiedene Arten der Pflichtversicherung wie Arbeitnehmer/ALG I/ALGII/KVdR/KVdS/etc.).

            Zum anderen ist das Problem hier nicht, dass die Zahlung an die Krankenkasse schon erfolgt ist, sondern dass das ALG schon an BestAger ausgezahlt wurde. Mit der ALG-Auzahlung an den Arbeitslosen ist der Versicherungsstatus zementiert – egal was später passiert.

  121. Hallo Privatier,
    zum ersten Januar bin ich ja aus meiner Firma nach 31 Jahren mit Abfindung ausgeschieden und seit daher arbeitslos.
    Heute, am 17.02.2018 erhielt ich die ALG1 Ablehnung mit der Begründung:
    „Sie können nur weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten“
    Wie soll ich vorgehen ?
    Gruß
    L.Weiß

    • Nun – ich nehme einmal an, es geht um einen Nebenjob, den Sie parallel zur Arbeitslosigkeit ausüben wollen?

      Das ist theoretisch möglich, aber nur innerhalb bestimmter Grenzen (u.a. die Arbeitszeit). Außerdem werden die Einkünfte ggfs. auf das ALG angerechnet.

      Zur Vorgehensweise: Wenn ich die Situation richtig erraten habe, bleiben drei Möglichkeiten:
      a) Sie verzichten während des Nebenjobs auf das ALG
      b) Sie verzichten während des ALG-Bezuges auf den Nebenjob
      c) Sie legen Widerspruch ein und weisen der Agentur nach, dass Sie weniger als 15 Std. in Ihrem Nebenjob tätig sind.

      Gruß, Der Privatier

        • Hallo Lothar,

          Sie schreiben bei der Ablehnung wurde als Grund angegeben:
          „Sie können nur weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten“

          Haben Sie eine schwere Behinderung oder angegeben, dass Sie nicht mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten wollen?

          Wer mindestens 15 Stunden arbeitet ist nicht arbeitslos, sondern versicherungspflichtig beschäftigt. Im Umkehrschluss ist jemand nicht arbeitslos, der nicht mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten kann oder will.

          Grüße Stephan

    • Wahrscheinlich sind die 15h Bereitschaft zu wenig.
      Ich kann nur ganz stark dazu raten sich für 40h zu melden.
      Selbst bei 20h würde das kärgliche ALG nochmal halbiert.
      Ich hatte ja selber nur 18h gearbeitet und den Sachbearbeiter nach der 15h Regel gefragt.
      Der meinte aber (ob das stimmt weiß ich nicht) dass es auch auf die absolute Bezahlung ankäme.
      Wenn man also z.B. trotz <15h Beschäftigung 2500€ Brutto hätte würde die 15h Regelung nicht gelten.
      Es kommt eben darauf an dass Versicherungsbeiträge entrichtet wurden.

  122. Danke für die Antwort. Ich habe inzwischen meinen Fehler bei der Antragstellung entdeckt.
    Ich hatte angegeben, dass ich meine Mutter betreue. Ich meinte das jedoch so, dass ich dies, aufgrund der Zeit die ich jetzt,durch die Arbeitslosigkeit habe, machen kann.
    Ich war der Meinung dies angeben zu müssen.
    Die Frage ist nun ob ich diesen Fehler noch nachträglich korrigieren kann da ich sonst nie ALG 1 bekommen würde.
    Muss ich einen neuen Antrag stellen oder lässt sich das über den Sachbearbeiter klären ?
    Hat diesbezüglich schon jemand Erfahrungen gemacht ?

    • Erfahrungen habe ich da zwar keine, aber ich würde auf jeden Fall vorab ein Gespräch suchen und die weitere Vorgehensweise abstimmen.

      Gruß, Der Privatier

  123. Du mußt auf jeden Fall schriftlich (und nachweisbar) Einspruch einlegen. Du legst dar, daß Du eine Vollzeitstelle suchst, die Betreuung der Mutter ist geregelt, Du stehst dem Arbeitsmarkt vollumfänglich zur Verfügung.
    Weise insbesondere auf die Beratungs- und Informationspflicht der AfA hin (Par. 13 ff SGB 1).
    Diese ist nicht erfolgt, sonst hätte Dir der SB eine „Verfügbarkeits-Erklärung“ vorgelegt (zu wieviel Stunden Du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, mit den entspr. Konsequenzen).
    Nunmehr weisst Du auch, welche „Art von SB“ Du erwischt hast und bist auf der Hut. Unterschreibe niemals (!) sofort vor Ort, nimm alles mit nach Hause und prüfe.

  124. OK, danke. Der SB konnte nichts dafür, da ich den Antrag selbst zu hause ausgefüllt habe.
    Inzwischen wurde das Problem per Email geklärt und die Leistungen bewilligt.
    Wenn ich mich nun, nach Erhalt des ALG Bescheids wieder abmelde, muss ich dann bei Wiederanmeldung in den besagten 4 Jahren, eine Kopie der Bewilligung beilegen oder einen komplett neuen Antrag für das ALG stellen und auf den vorhandenen verweisen ?

    • Ui – das ging aber schnell…

      Es ist sicher immer hilfreich, eine Kopie zu des aktuellen Bescheides zu machen.
      Bei Wiederanmeldung muss dann ohnehin ein neuer Antrag auf ALG gestellt werden. Dort sollte man dann auf jeden Fall auf den bestehenden (Rest-)Anspruch hinweisen und ggfs. die Kopie beifügen.

      Gruß, Der Privatier

  125. Ja das ging jetzt doch schnell. Muss ich den ALG Anspruch nun innerhalb der 4 Jahre nehmen, also nach 3 Jahren beantragen und dann 1 Jahr ALG oder können die 4 Jahre vollständig ausgeschöpft werden. Also 4 Jahre warten und dann 1 Jahr ALG beanspruchen ?

    • Es reicht, den Anspruch innerhalb der 4 Jahre anzutreten. Er muss nicht innerhalb der 4 Jahre vollständig aufgebraucht werden, sondern auch noch über die Grenze hinaus. Nur abmelden darf man sich dann nicht mehr. Dann ist er weg. Gilt auch bei längerer Krankheit: Wer länger als 6 Wochen krank ist, wird Krankengeldbezieher und fällt damit aus der Arbeitslosigkeit heraus. Passiert dies nach den 4 Jahren, ist der Anspruch anschließend weg.

      Gruß, Der Privatier

  126. Hallo Zusammen,
    ich wollte fragen ob es hier erfahrungen in der Community gibt mit Elterngeld während der ALG1 Zeit. Ist es kombinierbar?

    Vorab danke für die Erfahrungsberichte.

    Beste Grüße,

  127. Hallo an alle künftigen Privatiers,

    Auch ich habe vor, in nicht allzu ferner Zukunft finanziell frei zu sein und das Leben eines Privatiers zu genießen 🙂

    Hatte aber nicht vor mich arbeitslos zu melden. Ich stelle es mir ehrlich gesagt ziemlich nervig und entwürdigend vor, von der Arbeitsagentur gegängelt zu werden. Man muss dann doch stets nachweisen, dass man sich um eine neue Arbeitsstelle bemüht (wahrscheinlich muss man sogar Urlaub explizit beantragen). Ist es dann nicht einfacher, gleich auf seine Ansprüche zu verzichten. Klar ist es ärgerlich, wenn man Jahrzehnte gezwungen wurde, in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen und am Ende lässt man alle Ansprüche verfallen, weil man keine Lust hat, irgendwelchen Bearbeitern bei der Arbeitsagentur was vorzuspielen. Hätte ich die Wahl gehabt, hätte ich auch ganz die Arbeitslosenversicherung verzichtet. Bringt doch eh nix. 1-2 Jahre 60% meines Nettolohns kann ich mir locker auch selbst zusammensparen….

    Früher war es wohl mal ganz einfach und unkompliziert gewesen. Wenn man über 58 Jahre war, konnte man einfach der Agentur gegenüber erklären, dass man kein Interesse an einer neuen Stelle hat und man wurde dann auch in Ruhe gelassen. Oder stelle ich mir das alles zu negativ vor? Gibt es da irgendwelche Erfahrungen?

    Viele Grüße,
    Thomas

    • Es lassen sich da keine allgemeinen Aussagen treffen, da hier sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Das fängt damit an, dass Agenturen/Mitarbeiter oftmals sehr unterschiedlich agieren, die Arbeitsbelastung der Agenturen unterschiedlich ist und auch das Verhältnis vom Arbeitslosen zum Mitarbeiter eine Rolle spielt.
      Vieles hängt aber auch von der eigenen Einstellung ab: Wer schon mit der „Faust in der Tasche“ dort auftritt, macht sich nicht unbedingt Freunde.
      Und natürlich werden gewisse Pflichten von jedem unterschiedlich stark als belastend empfunden. Da mag der eine ein Vorstellungsgespräch als interessante Erfahrung abhaken, was einem anderen wochenlangen Stress verursacht.

      Wenn ich jetzt hier also sage: „Ich fand das alles nicht so schlimm“ ist eine solche Aussage nicht viel wert. Ich könnte höchstens versuchen, meine Vorgehensweise und Einstellung zu erläutern:
      Ich habe versucht, die Zeit wie eine Art „Job“ zu sehen, in dem es Aufgaben zu erledigen gilt, die nicht immer Spass machen. Und so habe ich mich bemüht, sämtliche Pflichten ordentlich zu erfüllen (wie ein guter Mitarbeiter eben). Was immer freundlich und nett. Und immer zwei Dinge im Hinterkopf gehabt: Ich erhalte eine Gegenleistung für meine Aktivitäten und zweitens: Wenn mir das Ganze irgendwann zuviel wird, kann ich das jeden Tag beenden. Mich hat diese Vorstellung sehr entspannt… 😉
      Und trotzdem war ich natürlich froh, als es endlich zu Ende war…

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Thomas,

      du kannst vorsorglich den Antrag stellen, den Anspruch feststellen lassen und dich dann wieder abmelden. Somit hast du 4 Jahre Zeit es dir zu überlegen. Andernfalls ist der Anspruch nach 1 Jahr futsch.

      Grüße
      Stephan

  128. Lieber Privatier und alle Forum-Besucher,

    ich hätte eine Frage zu meiner geplanten Situation :

    Habe vor mich mit 59 Jahren aus dem Berufsleben zu verabschieden, arbeitslos zu melden und meine Arbeitslosigkeit auf (18 Monate, da selbst gekündigt) die 4 Jahre bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn (63 mit Abzügen) zu verteilen.

    Mit dieser „scheibchenweisen“ Arbeitslosigkeit hoffe ich etwaigen Maßnahmen zu entgehen.

    Aber : ist es richtig dass ich dann von 61 – 63 Jahren meine Rentenbeiträge selbst erbringen muss, sprich diese werden dann in diesen 2 Jahren vor Rentenbeginn nicht mehr von der Arbeitsagentur einbezahlt ?

    Wäre für eine Info sehr dankbar und vielleicht haben andere Forumbesucher entsprechende Erfahrungen gesammelt.
    Vielen Dank und beste Grüße

    • Ich weiß nicht, woher Sie diese Vermutung/Befürchtung nehmen?? Mir ist jedenfalls keine solche Regel bekannt.

      Evtl. verwechseln Sie das mit der Regelung, dass für die abschlagsfreie Rente (mit 45 Beitragsjahren) in den letzten beiden Jahren vor Rentenbeginn die Zeiten einer Arbeitslosigkeit nicht angerechnet werden?

      Gruß, Der Privatier

  129. Hallo,

    folgende „normale“ Strategie: Sich Arbeitslos melden, den Anspruch feststellen lassen, den Bescheid abwarten und sich nach wenigen Tagen Arbeitslosigkeit (Voraussetzung Bescheid liegt dann vor) wieder abmelden.

    Angenommen der Bescheid ist aus meiner Sicht fehlerhaft und ich muss Einspruch erheben, sollte man dann mit der Abmeldung warten, nicht dass dieser Einbruch gar nicht mehr bearbeitet wird?

    Oder kann man sich trotzdem abmelden, in der Hoffnung der korrigierte Bescheid erfolgt danach?

    Sicherlich wird dazu geraten den korrigierten Bescheid abzuwarten. Wie lange dauert dies aber erfahrungsgemäß und kann dann eine rückwirkende Abmeldung erfolgen, bzw. wie lange kann man das rückwirkend machen?

    Viele Grüße

    • Es tut mir leid, aber ich habe auch keine Antworten für alle erdenklichen Eventualitäten. Oftmals hilft ein direktes Gespräch mit der Agentur viel mehr, als sich im Vorfeld über alles Mögliche Sorgen zu machen.

      Wenn Sie sich lieber vorab in einem Forum erkundigen wollen, schauen Sie doch einmal in ein spezialisiertes Forum (Links finden Sie unter Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).

      Gruß, Der Privatier

  130. Hallo Thomas,
    deinen Wunsch nach solchen Erfahrungsberichten habe ich hier im Blog auch schon gestellt. Leider kommt da nur sehr wenig Feedback. Es scheint aber, dass das – von dir und auch mir gewünschte – „man hat mich in Ruhe gelassen“ die absolute Ausnahme ist. Fast immer wird die obligatorische Vereinbarung mit div. Pflichten – Fortbildung, Bewerbungen, … – für den (eigentlich nicht) Arbeitssuchenden abgeschlossen. Ich sehe das ähnlich wie du, meine Lust denen was vorzuspielen und immer überlegen zu müssen, wie man ohne viel Aufwand, Ärger und „Verlustrisiko“ durch diese Zeit kommt ist arg begrenzt. Auf der anderen Seite sollte man aber nicht vergessen, dass die Leistungen beim ALG1 nicht zu verachten sind. In meinem Falle wären das 18 Monate Höchstbetrag, Übernahme von KV/PV-Beiträgen und drei Rentenpunkte. In Euro ausgedrückt: Min. 40.000, je nach Lebensdauer auch mehr als 50.000. Ich denke, dafür lohnt es sich einige Zeit mit einer Faust in der Tasche rumzulaufen.

    Falls jemand Tipps hat, mit welchem Vorgehen und mit welcher Strategie man die Chance auf eine angenehme ALG1-Zeit erhöhen kann, bitte her damit. Es sieht so aus, dass ich in 2020 davon Gebrauch machen möchte.

    Gruß, BigMac

  131. Hallo Thomas,
    wenn es so „locker“ ist, daß Sie sich „1-2 Jahre 60% Ihres Nettolohns auch selbst zusammensparen können“, erübrigen sich weitere Recherchen wohl. Ja, es kann einem ärgerlich vorkommen, daß man jahrelang Arbeitslosenbeiträge geleistet hat und dann nur einen geringe(re)n Teil hiervon zurückerhält. Andererseits leben wir in einem Sozialstaat in Solidarität. Und nicht jedes Arbeitsleben verläuft erfolgreich und problemlos (Glück gehört auch desöfteren dazu).

    Gruß
    49erin

  132. Lieber Privatier,

    vielen Dank für die Antwort, ja Sie haben Recht, die 2 Jahre vor frühesten Rentenbeginns werden nicht angerechnet für die 45 Beitragsjahre. Ich war mir nicht mehr ganz sicher wie sich diese 2 Jahre auswirken, arbeitslos/Rente.
    Beste Grüße und schönen Abend

  133. Hallo nochmals,
    Alles klar mit den 4 Jahren. so, heute kam nun endlich mein Bewilligungsbescheid.
    Was mich jedoch (positiv) überraschte, war die Tatsachen, dass ich trotz Aufhebungsvertrag, die vollen 18 Monate bewilligt bekommen habe, d.h. keine Sperre sondern „nur“ die Ruhezeit von allerdings vollen 8 Monaten.
    Die Ruhezeit kommt mir allerdings sehr lange vor oder ?
    Des weiteren stand auch nichts von den 4 Jahren Gültigkeit darin. Ist das normal ? Wenn alles so richtig ist, rufe ich morgen bei der Agentur an und melde mich ab.

  134. …eben… deshalb habe ich mich ja auch gewundert dass es zu keiner Kürzung der Bezugsdauer kam. Nur zu dieser besagten Ruhezeit von 8 Monaten. Vielleicht weil im Aufhebungsvertrag „aus gesundheitlichen Gründen“ stand.

    • Es gibt seit letztem Jahr eine gewisse Lockerung bei der Prüfung von Aufhebungsverträgen, insbesondere wenn es um Krankheitsbedingte Gründe geht. Kann also durchaus sein.

      Gruß, Der Privatier

  135. ..und noch eine Frage: ab wann beginnen die 4 Jahre Gültigkeit des Bewilligungsbescheides:
    Tag des Anspruchbeginns
    Tag der Arbeitlosigkeit
    Tag des ersten Leistungsbezugs

  136. hallo H. Ranning,
    Wenn vor Ablauf der vier Jahren alles neu beantragt werden muss, was kreuze ich dann im Leistungsbogen bei Kindergeld an, wenn es zu diesem Zeitpunkt keines mehr gibt ? Ich muss ja irgendwie dasselbe darin stehen haben wie heute, um auf den jetzigen Bescheid verweisen zu können.

  137. Nun, wenn dann kein Kindergeld mehr bezogen wird, gibt man auch keins mehr an. Ganz einfach…
    Und man muss keinesfalls „irgendwie dasselbe darin stehen haben wie heute“. Wozu auch. Um auf den alten Anspruch zu verweisen, gibt es extra eine Frage, bei der man angeben kann, dass man in der Vergangenheit bereits arbeitslos gemeldet war. Dort gibt man die Kunden-Nr. und das Jahr an. Fertig. Den Rest macht die Agentur dann.

    Gruß, Der Privatier

  138. Wenn, wie in meinem Fall, die Ruhezeit des ALG bis zum 01.01.2018 besteht, soll ich dann mit der Abmeldung noch warten ?

    • Einmal abgesehen davon, dass das Datum wahrscheinlich falsch ist, würde ich mir weniger Gedanken um jedes noch so kleine Detail machen, sondern einmal überprüfen, ob denn die Ruhezeit (und andere Parameter des Bescheides) so richtig ist. Offenbar gibt es da ja Zweifel?! Wie man die Ruhezeit berechnet, habe ich meinem Beitrag über die Ruhezeit erläutert.

      Und wenn es da berechtigte Zweifel gibt, heisst es eben wieder: Bei der Agentur nachfragen, ggfs. auch umgehend schriftlichen Einspruch erheben, usw.

      Ich selber würde mich erst dann abmelden, wenn ich mit dem Inhalt des Bescheides zufrieden wäre. Denn: Nach der Abmeldung wird der jetzt erstellte Bescheid wieder aufgehoben (Ja: Das ist normal). Und ich wäre mir nicht so sicher, ob man gegen einen aufgehobenen Bescheid noch einen Einspruch einlegen kann.

      Gruß, Der Privatier

  139. Danke nochmals für die Antwort.
    Ja, das Datum war natürlich falsch. Die Ruhezeit ist vom 01.01.2018 – 01.08.2018,
    aufgrund der Abfindung (25% Arbeitgeberleistung) und Nichteinhaltung der Kündigungsfrist.
    Danach die Bewilligung vom 01.08.2018 – 30.01.2020 für 540 Kalendertage (18 Monate).
    Ich bin eigentlich mit dem Inhalt des Bescheides zufrieden. Was mir natürlich neu war, dass dieser wieder aufgehoben wird.
    Aber wie Sie ja geschrieben haben, kann man ja wieder auf diesen verweisen.
    Dann werde ich mich am Montag wieder abmelden.
    Gruß
    L.Weiß

  140. So, Abmeldung bei der AfA ist erfolgt.
    Kann ich in den nächsten vier Jahren einen 450.- Job annehmen ohne dass es Auswirkungen auf den jetzigen
    Bewilligungsbescheid hat ?

  141. Hallo,

    ich habe jetzt nach einem Monat ALG-Bezug den Aufhebungsbescheid wg. eigener Abmeldung aus dem Leistungsbezug zum 1.3.18 erhalten.

    1. Ist es üblich, dass darin der Restanspruch nicht genannt wird ? Dieser sollte sich zwar aus aus dem ursprünglichen Bewilligungsbescheid und der Gesetzeslage ableiten lassen, aber wohler wäre mir schon, wenn er dokumentiert worden wäre.

    2. Mit dem gleichen Datum des Aufhebungsbescheids habe ich einen Vermittlungsvorschlag erhalten. Da ich wohl weiterhin als arbeitssuchend gemeldet bin, müsste ich mich darauf und auf zukünftige sicherlich bewerben, um Sanktionen zu vermeiden. (Sperrfrist bei Wiederanmeldung ?)
    Da ich mit meiner Abmeldung neben dem steuerlichen Aspekt natürlich auch das Bewerbungsprozedere bis zur Wiederanmeldung verhindern wollte, müsste ich mich wohl komplett aus der Arbeitslosikeit abmelden, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Kann man das noch nachschieben und wie formuliert man das ? Könnten sich dadurch evtl. Nachteile, insbesondere hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Restanspruchs ergeben ?

    Gruß
    BestAger

    • Hallo BestAger,

      das war bei mir vor einem Jahr auch so. Beim AUFHEBUNGSBESCHEID wurde die Bewilligung von Arbeitslosengeld aufgehoben und noch der Grund dafür genannt.
      In ÄNDERUNGSBESCHEIDEN wurden immer die Resttage und die ganzen Rechengrößen hineingeschrieben.

      LG FÜR2012

    • Also, für die Frage nach der Ausweisung des Restanspruches müsste ich mal in meinen alten Unterlagen suchen. Ich halte aber die Aussage von FÜR2012 für plausibel. Ich würde mir da auf jeden Fall keine Gedanken machen. Ist schon okay so.

      Ich habe meine Abmeldung persönlich vorgenommen und wurde dabei gefragt, ob ich weiterhin an den Vermittlungsbemühungen der Agentur interessiert sei bzw. ob ich weiter arbeitsuchend gemeldet bleiben möchte. Ich habe beides dankend abgelehnt.

      Im vorliegenden Fall würde ich einmal kurz bei der Hotline anrufen und fragen, ob derzeit noch der Arbeitsuchend-Status aktiv ist. Falls ja: Abmelden. Falls nein, war es u.U. eine Überschneidung. Egal wie: Ich würde den Vorschlag mit einem entsprechenden Vermerk („nicht mehr arbeitsuchend“) zurückschicken.

      Gruß, Der Privatier

  142. Hallo Privatier,

    mein Arbeitsverhältnis endet am 31.03.18 durch Aufhebungsvertrag (mit Freistellung). Habe mich 3 Monate vorher (im Dezember) arbeitssuchend gemeldet (mit Eingliederungsmaßnahme) und gleichzeitig ab dem 1.4. arbeitslos gemeldet. Den Bewilligungsbescheid für ALG1 über die volle Anspruchsdauer (ohne Sperrfirst, wichtige Grund) habe ich diese Tage bekommen. Ich habe auch in dem Merkblatt 1 für Arbeitslose (Seite 38) gelesen, dass dieser Anspruch für die Dauer von 4 Jahren bestehen bleibt, wenn ich mich bspw nach einer neuen Beschäftigung ODER ANDERER VERSICHERUNGSPFLICHTIGER ZEITEN erneut arbeitslos melde, aber eine erneute Anwartschaft von 12 Monaten noch nicht erfüllt ist.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, muss ich für einen aufgeschobenen Anspruch ab 1.1.2019 während der letzten 2 Jahre 12 Monate eingezahlt haben, dazu zählt auch Krankengeld. Das wäre dann bei mir der Zeitraum 2017: 6 Monate Gehalt + 6 Monate Krankengeldbezug.

    Meine Frage ergibt sich nun aus dem Text und dem angeführten Beispiel in dem Merkblatt 1 für Arbeitslose der Arbeitsagentur: wenn ich mich für 2018 abmelden will (da geplanter Ortswechsel und steuerlicher Aspekt -> Abfindung) und mich ab 1.1.2019 erneut arbeitslos melden will um erst dann das ALG1 zu beziehen, muss ich dann in dieser Unterbrechungszeit (2018) in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben oder wenigstens freiwillig weiter Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben?

    Herzlichen Dank im Voraus

    • Nein, da haben Sie etwas falsch verstanden! Der Text aus dem Merkblatt lautet:

      Erlöschen wegen Zeitablauf:
      Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt Ihnen 4 Jahre ab Entstehung des Anspruches erhalten. Das bedeutet, dass Sie innerhalb dieser Frist auf eine nicht verbrauchte Anspruchsdauer zurückgreifen können, falls Sie durch ein neues Beschäftigungsverhältnis oder durch andere versicherungspflichtige Zeiten nicht erneut die Anwartschaftszeit erfüllen.“

      Das bedeutet, dass Ihnen der Anspruch auf jeden Fall erhalten bleibt, es sei denn, Sie würden durch eine neue Tätigkeit wieder einen neuen Anspruch erwerben. In diesem Fall erlischt der (alte) Anspruch nämlich. Das steht übrigens dann auch auf der Folgeseite des Merkblattes:
      „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt auch, wenn ein neuer Anspruch entsteht.“

      Also: Gerade wenn Sie in der Lücke NICHTS machen, bleibt der alte Anspruch bestehen. Wenn Sie hingegen wieder ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingehen, besteht theoretisch die Gefahr, dass der alte Anspruch verloren geht. In der Praxis geht er meist auch nicht verloren, aber das wäre dann ein anderes Thema (wird in dem Merkblatt ebenfalls drauf hingewiesen).

      Gruß, Der Privatier

      • Noch eine Rückfrage. Die Arbeitslosigkeit begann am 01.04.18. Lt einer Auskunft der Leistungsabteilung entsteht der Anspruch nicht mit dem Bewilligungsbscheid, sondern erst mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Somit habe ich bis nach Ostern gewartet und mich am 03.04. ab 04.04.18 telefonisch abgemeldet. Heute kam der Aufhebungsbescheid. Angegebener Grund: „Eigene Abmeldung aus dem Leistungsbezug“. Am Telefon erklärte mir der Sachbearbeiter, von dem im Bewilligungsbescheid festgestellten Anspruch von 450 Kalendertagen gehen dann 3 Tage (01.-03.04) ab, der Rest bleibt als Anspruch bestehen, bis ich einen Wiederbewilligungsantrag stelle. In dem Aufhebungsbescheid von heute steht jedoch nichts über den Restanspruch drin.
        Ich meine, hier schon mal gelesen zu haben, dass das nicht ausdrücklich drinsteht, finde es aber nicht mehr. Stimmt das?
        Danke und Gruß

        • Ja, alles richtig. Es steht im Aufhebungsbescheid nicht ausdrücklich drin, dass der Rest des nicht verbrauchten Anspruches innerhalb von vier Jahren wieder neu bewilligt werden kann.
          Hier muss man sich dann einfach einmal auf die oben zitierten gesetzlichen Grundlagen und die Bestätigung des Agenturmitarbeiters verlassen. Alles gut!

          Gruß, Der Privatier

  143. Hallo Privatier,

    bin erst jetzt auf Ihr tolles Forum gestoßen, aber, wie ich hoffe, noch rechtzeitig.

    Aufhebungsvertrag zum 30.09.2018 ist bereits unterschrieben.
    Abfindung fließt im Februar 2019
    Geburtstag: Februar 1964

    3 Ziele verfolge ich:
    1. Verhinderung weiteres Einkommen in 2019
    2. Überschreiten der 55er Altersgrenze w/längerer Bezugsdauer ALG I
    3. Verfall von Ruhe-/Sperrzeiten (sollte mit dem Dispostionsjahr erledigt sein)

    Mein Plan:
    – „Dispositionsjahr“ vom 1.10.2018 – 30.09.2019
    – Arbeitslosmeldung erst zum 1.10.2019 (im September 2019) mit der Konsequenz, dass ich dann bereits 55 Jahre alt bin und damit 18 Monate Anspruch auf ALG habe
    – Abmeldung aus Arbeitslosigkeit Anfang 10.2019
    – Erneute Arbeitslosmeldung erst dann Anfang 2020

    Wie sehen Sie „meinen Plan“?
    Und 2. Frage: Vertraglich endet mein Arbeitsverhältnis zum 30.09.2018. Würde es für das Dispositionsjahr eine Rolle spielen, wenn ich bereits zum 30.04.2018 freigestellt würde?

    HERZLICHEN DANK!

    • So weit ich das sehe, hört sich der Plan vernünftig an.

      Zur Freistellung rechnen Sie vorsichtshalber selber noch einmal nach (ich bin nicht so gut im Kopfrechnen 😉 ).
      Es müssen bei Beginn der Arbeitslosigkeit (also 1.10.2019) in den zurückliegenden 2 Jahren mindestens 150 Tage versicherungspfl. Beschäftigung vorliegen (Freistellung zählt dabei nicht mit!). Wenn ich richtig gerechnet habe, hätten Sie bei einer Freistellung ab 1.5.2018 insgesamt 6 Monate vorzuweisen, also mehr als 150 Tage. Sollte also keine Probleme machen.

      Gruß, Der Privatier

  144. Ist es nicht so, dass die Arbeitsagentur bei der Freistellung zwischen widerruflich und unwiderruflich unterscheidet und die 150 Tage nur bei einer unwiderruflichen Freistellung eine Rolle spielen? Ich gehe davon aus, dass mein Arbeitgeber eine widerrufliche Freistellung erklärt und dies somit für mich nicht relevant ist.

    Viele Grüße

    • Ja, richtig. Gefährlich ist nur die unwiderrufliche Freistellung!

      Hintergrund ist dabei der, dass bei einer unwiderruflichen Freistellung der Arbeitgeber seine Weisungsbefugnis vollständig aufgegeben hat und diese wiederum ist ein wichtiges Merkmal einer nichtselbständigen Beschäftigung. Ein unwiderrufliche Freigestellter gilt somit bereits als beschäftigungslos.

      Anders hingegen die widerrufliche Freistellung, bei der der AG jederzeit weiterhin von seinem Weisungsrecht Gebrauch machen könnte und den AN wieder an seinen Arbeitsplatz zurück beordern könnte. Ein solcher AN gilt nicht als beschäftigungslos.

      Gruß, Der Privatier

  145. Hallo zusammen!
    Ich bin jetzt etwas verunsichert wg der unwideruflichen Freistellung…hat diese außer beim Bemessungszeitraum für die ALG Berechnung eine Auswirkung? Muss ich da beim Thema Abmelden und wieder Anmelden vom ALG etwas berücksichtigen?
    Herzlichen Dank für eine kurze Rückmeldung!
    VG Patrick

    • „außer beim Bemessungszeitraum für die ALG Berechnung „

      Naja, das reicht doch wohl schon oder? Immerhin führt das ggfs. zu einer fiktiven Einstufung der ALG-Ansprüche und das dürfte in der Mehrzahl der Fälle eine spürbare Reduzierung bedeuten. Mehr zu den Hintergründen und weitere Details finden sich im Beitrag „Agentur erfindet neue Regeln

      Wenn aber der Anspruch auf ALG per Bescheid einmal festgestellt wurde, sind damit auch sämtliche Fragen zu Freistellungen damit erledigt und vergessen. Bezüglich der Vorgehensweisen zum An- und Abmelden gibt es daher keine Besonderheiten.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Rückmeldung! Im Wort „außer“ sollte keinerlei Wertung von mir rein. Ich habe noch eine Frage. Ich überlege noch, welchen Grund ich bei meiner Abmeldung angeben soll. Ist es aus Ihrer Sicht ratsam wahrheitsgemäß anzugeben, dass die Abmeldung aus steuerlichen Gründen erfolgt? Oder hat damit schon jemand Erfahrungen gemacht? Vielen Dank, Patrick

        • Mein Vermittler hat mir sogar empfohlen mit dem Steuerberater zu sprechen, ob eine Abmeldung aus steuerlichen Gründen nicht sinnvoll wäre.

        • „Wahrheitsgemäß“ ist immer gut. 😉 Die Agentur interessiet sich allerdings weniger dafür, ob man nun Steuern sparen will, ein Jahr lang zur Selbstfindung nach Indien fährt oder einfach nur ein bisschen auf Onkel Heinz aufpassen möchte. 😉

          Die Frage zielt eher darauf ab, welchen Status der bis dato Arbeitslose zukünftig haben wird? Ist er wieder in Arbeit? Will er weiterhin arbeitsuchend bleiben? Beginnt er vielleicht eine Selbständigkeit und ist an einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung interessiert? Braucht er Informationen/Daten für einen anschließenden Hartz IV Bezug? Oder geht er in Rente? Was passiert mit der Krankenkasse u.ä. Dinge.

          All diese Fragen sollten nach Möglichkeit mit einer Antwort geklärt werden. Ich würde daher eher etwas in der Richtung: „Vorerst keine Berufstätigkeit geplant.“ oder „vorübergehend nicht gewünscht“ oder so ähnlich empfehlen.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank für die Tipps! Bin mal gespannt, wie es läuft. VG Patrick

  146. Hallo H.Ranning,
    heute kam mir nochmals eine Frage in den Sinn.
    Nach dem ich mich nun, nach Erhalt meines Bewilligungsbescheides, wieder bei der Agentur abgemeldet habe,
    und ich mich innerhalb der vier Jahre wieder anmelde, kommt es dann nach Antragstellung erneut zu der jetzt verhängten Ruhezeit von acht Monaten ?

    • Im schönen Amtsdeutsch der Agentur heisst die Antwort dann: „Der Ruhenszeitraum läuft kalendermäßig ab“ . Oder im Klartext: Ob Sie angemeldet sind oder nicht, spielt keine Rolle, wenn der festgelegte Zeitraum abgelaufen ist, ist das Thema Ruhezeit beendet.

      Daher: Melden Sie sich vor Ablauf der Ruhezeit wieder an, müssen Sie den Rest ohne Leistung abwarten. Melden Sie sich erst nach Ablauf wieder an, können Sie sofort ALG beziehen. Gleiches gilt im Übrigen für die Sperrzeiten.

      Gruß, Der Privatier

  147. Hallo Privatier,
    ich habe zum 31.12.2017 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und bin so mit 58 Jahre in die Abfindung gegangen.
    Habe alle Fristen eingehalten, mich Arbeitssuchen melden und auch habe ich mich zum 02.01.2018 Arbeitslos gemeldet.
    Nach der Arbeitslosmeldung habe ich mein Antrag auch ALG I gestellt, mit der Annahme das ich wie bekannt eine Sperre von 12 Wochen bekommen und somit für 21 Monate ALG I beziehen werde
    Mit Verwunderung habe ich feststellen müssen, dass es zu der mir bereits bekannten Sperre von 12 Wochen auch noch eine Minderung der Leistung nach § 148 SGB III (Minderung der Anspruchsdauer) von 1/4 der Anspruchszeit zu berücksichtigen ist.
    Also ist meine eigentliche Bezugszeit von ALG I nur 18 Monate (Sperrzeit ist in der Minderung mitberücksichtigt).
    Haben Sie in Ihren Forum dieses Thema schon behandelt? und gibt es Möglichkeiten diese Minderung zu verhindern.

    Mit freundlichen Gruß
    Peter

    • Einen speziellen Beitrag zur Reduzierung der Anspruchsdauer beim ALG aufgrund einer Sperre gibt es nicht. Ich habe aber eigentlich immer, wenn von einer Sperre die Rede war, versucht auf diesen Aspekt hinzuweisen, da mir bewusst ist, dass diese Tatsache weitgehend unbekannt ist. Außer in zahlreichen Kommentaren finden sich diese Hinweise zum Beispiel in den Beiträgen:
      * Arbeitslosengeld: Vorüberlegungen oder
      * Hinweise zum Dispojahr: Vor- und Nachteile

      Eine Möglichkeit, nur die Reduzierung zu verhindern, sehe ich nicht. Es gibt nur die Möglichkeit, eine Sperre ganz zu verhindern. Entweder dadurch, dass man einen wichtigen Grund für die Arbeitsaufgabe benennen kann oder eben durch ein Dispojahr.

      Gruß, Der Privatier

  148. ….und noch eine Frage an den Blog:
    Wenn man sich mit 60 Jahren arbeitslos meldet und zu diesem Zeitpunkt bereits Betriebsrente erhält, wird diese dann am ALG1 wieder abgezogen ? Also bei ein früherer Bewilligungsbescheid gekürzt ?

    • Nach meinem Kenntnisstand werden auf das ALG1 nur solche Einkünfte angerechnet, die mit einem persönlichen Einsatz verbunden sind (auch Arbeitseinkünfte genannt). Die sind in erster Linie Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit oder aus einer Selbständigkeit.

      Einkünfte, die keinen persönlichen Arbeitseinsatz erfordern (wie z.B. Renten oder auch Kapitaleinkünfte) werden hingegen nicht angerechnet. Hintergrund ist dabei, dass es sich beim ALG1 um eine Versicherungsleistung handelt und daher keine Prüfung auf Bedürftigkeit stattfindet.

      Gruß, Der Privatier

  149. Hallo Privatier,

    ich (53) beabsichtige mich auch nach dem Erhalt des Bescheides abzumelden, und dann im nächsten Jahr auf Grund der steuerlichen Thematik wieder anzumelden, so wie Sie es auch praktiziert haben.

    Parallel bin ich als Pflegeperson für meine Mutter eingestuft. Dies mache im am WE, so dass die Arbeitsagentur den Anspruch nicht schmälern kann da ich wie vorab dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehe. Demzufolge zahlt die Pflegekasse meiner Mutter dann ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit (da ich dann unter 30 Arbeitsstunden pro Woche beschäftigt bin ) für mich in die Pflegekasse ein und zahlt Arbeitslosenbeitag für mich.

    Jetzt stellt sich für mich die Frage, ist das nicht ein Widerspruch ich bin Arbeitslos und gleichzeitig wird Arbeitslosengeld von der Pflegekasse für mich gezahlt (wenn auch noch für wenige Tage) konterkariere ich da evtl. mein Vorhaben?

    • Ich bin mir nicht sicher, ob es im Hinblick auf die Pflege von Angehörigen irgendwelche Sonderregelungen gibt (dazu am besten einmal direkt bei der Agentur oder ggfs. in einem spezialisierten Forum nachfragen!), aber generell darf ein Bezieher von ALG1 durchaus in geringem Umfang andere Tätigkeiten ausüben. Das widerspricht sich nicht und ist vollkommen gesetzeskonform.

      Es ist allerdings darauf zu achten, dass
      a) die Grenzen eingehalten werden (unter 15Std./Woche)
      b) das Einkommen ggfs. mit dem ALG1 verrechnet wird
      c) die Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt nicht eingeschränkt sein darf (inkl. für Eingliederungsmaßnahmen)
      d) das ALG gekürzt wird, wenn aufgrund der Nebentätigkeit kein Vollzeitjob mehr ausgeübt werden kann.

      In den Fällen von Angehörigenpflege wird man sicher darüberhinaus darlegen müssen, inwieweit die Pflege an den restlichen Tagen gewährleistet ist.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Antwort.
        Ich denke die Punkte sind berücksichtigt.
        a) um die Leistungen der Pflegekasse zu erhalten müssen Sie mindestens 10 Stunden pro Woche auf 2 Tage verteilt pflegen. Somit bin ich unter 15 Stunden
        b) Nach der herrschenden Rechtsprechung ist das Pflegegeld für den Angehörigen kein Einkommen
        c) und d) Die Pflege ist ausschließlich am Wochenende, und somit die Verfügbarkeit gewährleistet.

        Unsicher bin ich mir mehr, was passiert wenn ich mich im nächsten Jahr wieder arbeitslos melde Mit einem neuen Antrag, den ich ja nach 6 Wochen abgeben muss, allerdings mit dem Verweis auf den alten dokumentierten Ansoruch.
        Hier könnte die Agentur evtl. sagen so wir nehmen mal das letzte Gehalt (Pflegegeld) zur Berechnung des Leistungsentgeldes, was ja minimal wäre. Hier vertäue ich dann dem 3. Sozialgesetzbuch mit dem Bestandschutz der besagt:“4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.“
        Werde das Szenario mit der Agentur besprechen, bin mal gespannt was rauskommt.

        • Ich werde in einem der kommenden Beiträge noch einmal genauer auf die Folgen einer zwischenzeitlichen, gering entlohnten Beschäftigung hinsichtlich der ALG-Höhe eingehen.
          Soviel vorab: Sie liegen da mit dem Bestandsschutz schon richtig! Innerhalb von zwei Jahren bleibt die Höhe des Bemessungsentgeltes geschützt.

          Es wäre trotzdem für andere Leser ggfs. interessant, wenn Sie das Ergebnis Ihrer Besprechung mit der Agentur hier einmal mitteilen würden.

          Gruß, Der Privatier

          • Das mache ich gerne.
            Gestern konnte ich dann erstmal eine Auskunft der Pflegekasse erhalten:
            Diese sieht kein Problem und hat mir die Punkte a)-d) bestätigt insbesondere Punkt b).
            Was interessante war, man sicherte mir zu wenn ich vom medizinischen Dienst (MD) als pflegende Person anerkannt bin und gleichzeitig arbeitslos werde, werden zwar die Rentenbeiträge für mich abgeführt (abhängig von Pflegegrad und im Internet nachlesbar) und eine Unfallversicherung abgeschlossen aber KEINE Beiträge zur Arbeitslosenversicherung! Genau das ist mein Ziel. Wichtig wie Sie oben geschrieben haben ist die Verfügbarkeit. Hier kommt es auf die Pflegestufe an. In meinem Fall ist es 2 und somit die niedrigste als Voraussetzung damit die Pflegekasse die Beiträge übernimmt. Da ich aber auch schon während meiner vollen Beschäftigung diese Pflege nachgekommen bin (WE), und nicht erst seit Freiistellung/Arbeitslosigkeit, bin ich jetzt nicht weniger verfügbar für den Arbeitsmarkt.
            Somit sieht das die Pflegekasse gar nicht als Nebenbeschäftigung. Sollte die Agentur das anders sehen wäre ich über den oben beschriebenen Bestandsschutz „geheged“.
            Schauen wir mal wie die es sieht, ich werde berichten.

  150. Sie beschreiben eine interessante Option. Allerdings weist die Arbeitsagentur darauf hin, dass nach einer Abmeldung, die sechs Wochen übersteigt, ein neuer Antrag auf Arbeitslosengeld eingereicht werden muss. Wie verhält sich dies mit Ihrem Hinweis, der Anspruch hätte vier Jahre Bestand?

    • Hallo Konrad,

      ich vermute mit interessanter Option meinen Sie die von mir beschriebene mit Zahlung von Rentenbeuträgen durch die Pflegekasse?
      Und Ihre Frage in Bezug auf die 4 Jahre ist an den Privatier gerichtet?

    • Ich denke, dass Konrad mit der „interessanten Option“ eher die Möglichkeit der phasenweise Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit gemeint hat.

      Es ist richtig, dass nach sechs Wochen Abmeldung ein neuer Antrag erforderlich ist. Wichtig dabei ist dann, dass in diesem Antrag auf den alten Anspruch verwiesen wird. Wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen (z.B. zwischenzeitlich entstandener neuer Anspruch) kann der Restanspruch aus dem alten Bescheid dann einfach weiter aufgebraucht werden.

      Gruß, Der Privatier

  151. Hallo Privatier,

    das wäre prima und würde sicher die Leser interessieren wenn Sie zu dem Thema „zwischenzeitliche geringere Beschäftigung und Bestandsschutz“ etwas schreiben.
    Bei meiner Recherche im Netz bin ich auf viele wiedersprüchliche Aussagen gestoßen (z.B Veränderte Lohnsteuerklasse oder veränderte Wochenarbeitszeiten- beides höhlt den Bestandsschutz nämlich aus), letztendlich könnte nur das 3. Sozialgesetzbuch verbindliche Informationen liefern.

    • Ich will jetzt hier nicht alles vorwegnehmen, was ich für den angekündigten Beitrag geplant habe, aber da es damit wohl noch ein bisschen dauern wird, hier das Wichtigste vorab:
      Die Aussagen zum Bestandsschutz (und andere) beziehen sich immer nur auf das sog. Bemessungsentgelt. Nur dieses ist geschützt bzw. der Anspruch bleibt bestehen. Dieses wird jedoch vor der Auszahlung noch in das pauschalierte Nettoentgelt und dann ins das Leistungsentgelt umgerechnet. Dabei kann es dann aufgrund geänderter persönlicher Situationen zu Anpassungen kommen.

      Gruß, Der Privatier

  152. Hallo; ich bin 61 Jahre und seid 11 Monaten arbeitslos. Jetzt habe ich die Möglichkeit einen Job auf 450 Euro zu bekommen, wenn ich das Annehme verfällt dann mein restlicher Anspruch von 13 Monaten Arbeitslosengeld ? oder kann ich den wieder Beantragen wenn es auf einmal nicht mit dem Job klappt.

    • Da diese und ähnliche Fragen immer wieder auftauchen, wird es dazu in Kürze einen ausführlicheren Beitrag geben. Vorab aber schon einmal: Innerhalb von zwei Jahren im Anschluss an den letzten ALG-Bezug besteht ein sog. Bestandsschutz, d.h. sollten Sie eine Tätigkeit aufnehmen, die geringer bezahlt wird und erneut arbeitslos werden, so bleibt der ursprüngliche Anspruch erhalten.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Dag,

      Sie haben auch die Möglichkeit den Mini-Job als Nebeneinkommen parallel zum Arbeitslosengeld zu machen. Details, insbesondere zur Anrechnung des Nebeneinkommens auf das ALG stehen im Informationsblatt „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“.

      Wichtig für den ALG-Bezug ist auch, nicht mehr als 14,9 Stunden pro Woche zu arbeiten, denn ab 15 Stunden ist man nicht mehr arbeitslos.

      Viele Grüße und frohe Ostern
      Stephan

      • „Details, insbesondere zur Anrechnung des Nebeneinkommens auf das ALG…“

        Ja, man könnte es auch gleich deutlich sagen: Das Nebeneinkommen wird bis auf einen Freibetrag von 165€ auf das ALG angerechnet. Im Klartext: Was auch immer man hinzuverdient – es bleiben am Ende nur 165€ übrig.

        Gruß, Der Privatier

        • Jein,

          wer innerhalb von 18 Monaten vor dem ALG mind. 12 Monate einen Nebenjob hatte, dem bleibt ein Freibetrag in Höhe des bisherige mtl. Gehalts des Nebenjobs.

          Ich hatte während des gesamten Disp-Jahres einen 450 Euro Job. Ich dachte auch, ich bekomme alles bis auf 165 Euro angerechnet und beim ALG abgezogen, es wird mir aber nichts abgezogen (Geringfügige Beschäftigung und Disp-Jahr hatten beide exakt 12 Monate betragen).

          Grüße
          Stephan

          • Dann hat die Agentur hier einen Fehler gemacht! 😉

            Auch wenn diese Regelung auf „Dag“ nicht zutreffen wird, da ja danach gefragt war, einen 450 Euro Job zu beginnen, so dürfte sie bei Dir nämlich eigentlich auch nicht angewandt werden, denn die Regelung lautet:

            „Ein zusätzlicher Freibetrag kann berücksichtigt werden, wenn Sie in den letzten 18 Monaten vor Beginn des Arbeitslosengeldes neben einem Versicherungspflichtverhältnis mindestens 12 Monate eine Nebenbeschäftigung von unter 15 Stunden wöchentlich ausgeübt haben.“

            Das gilt also nur „neben einem Versicherungspflichtverhältnis“! Und das wird es bei Dir im Dispojahr wohl kaum gegeben haben, oder?

            Von daher: Vorsicht beim Nachmachen…

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Stephan,

            es ist genau so, wie Privatier unten schreibt.
            „…neben einem Versicherungsverhältnis.“; und genau das wird bei einem Dispositionsjahr nicht erfüllt.
            Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht; habe es aber vorher gewusst.

            Viele Grüße, Hardy

  153. Hallo, ich habe mich zum 01.04.2018 arbeitslos gemeldet und mein Bewilligungsbescheid liegt mir bereits vor. Da ich mich aus persönlichen Gründen bis zum 30.11.2018 wieder abmelden möchte hierzu eine Frage:
    Soll ich mich jetzt bereits wieder abmelden oder ist es besser, bis nach Ostern damit zu warten und die Zahlung von ALG 1 für einige Tage in Kauf zu nehmen? Wie ist hier die Erfahrung/Meinung?

    • Man kann die Abmeldung auch jetzt schon in die Wege leiten. Wichtig ist nur, dass mindestens ein Tag Arbeitslosigkeit bleibt. Ich selber halte aber die „Hysterie“, nun ja nicht für ein paar Tage ALG1 beziehen zu wollen, für übertrieben.
      Da Du nach einer Meinung gefragt hast: Ich selber würde das sehr entspannt angehen und mich erst ein/zwei Wochen nach dem ALG-Beginn wieder abmelden.

      Hängt aber vielleicht auch ein bisschen mit den „persönlichen“ Gründen zusammen. Geht es nur um die steuerlichen Auswirkungen, halte ich ein/zwei Wochen für tragbar.
      Geht aber gar nicht um die Steuer, sondern man möchte nur die Vermittlungsbemühungen der Agentur vermeiden, könnte man dies ja auch solange abwarten, bis es tatsächlich stört.
      Kann man hingegen aus „persönlichen“ Gründen dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung stehen (Krankheit, Weltreise. o.ä.) sollte man auf keinen Fall falsche Angaben machen und dies umgehend und termingerecht mitteilen.

      Gruß, Der Privatier

  154. Hallo Peter, du hast vollkommen Recht. Ich werde mir auch einige Tage Zeit damit lassen und mich im Laufe des April wieder abmelden.Es war halt so, dass ich bereits den ersten Vermittlungsvorschlag on-line erhalten hatte und ich mich damit jetzt überhaupt noch nicht beschäftigen möchte. Ich habe meinen Hauptbetreuer kontaktiert und ihn von meiner bevorstehenden Abmeldung informiert und er hat das entsprechend vermerkt.Bei der Leistungsabteilung habe ich auch angerufen, denen genügt eine Abmeldung per mail. Wenn ich mich im Dezember wieder anmelde muss ich dann persönlich erscheinen.
    Liebe Grüße
    Heiko

  155. Hallo,

    bin jetzt gerade im zweiten Teil meiner Ab- und Anmeldung. Hat ausser den wirtschaftlichen Gründen auch noch andere Vorteile: Ich musste in keine Maßnahme, hatte noch kein Vorstellungsgespräch und nach der erneuten Anmeldung mit altem Anspruch gilt wieder: die ersten 3 Monate muss ich nur einen Job annehmen, wenn ich mindestens 80% vom alten Gehalt verdiene und dann bis zum 6.Monat 70%.

    • Hallo,

      das ist ja total interessant. Gibt es eine Mindestzeit, die zwischen Abmeldung und Wiederanmeldung liegen muss, damit die 80%- bzw. 70%-Regelung nochmals greift ? Gibt es eine Rechtsquelle dafür ? Hat sonst jemand im Blog schon Erfahrungen damit gemacht ?

      LG,

      • Tja, da bin ich auch mal gespannt, ob es dazu eine Rechtsgrundlage gibt…

        Ehrlich gesagt: Ich glaube es nicht und ich fürchte, das entspringt eher einem Wunschdenken.
        Die Rechtsgrundlage für die „zumutbaren Beschäftigungen“ finden sich im §140 SGB III. Dort sind auch die Grenzen von 20% bzw. 30% definiert.
        Ich gehe aber davon aus, das die damit im Zusammenhang stehenden Zeiten (3 Monate bzw. 6 Monate) sich immer auf die jeweils in Anspruch genommene Zeit der ALG-Zahlung bezieht. Wer sich also z.B. nach 6 Monaten ALG-Bezug aus der Arbeitslosigkeit abmeldet und irgendwann später wieder neu anmeldet, beginnt direkt mit dem 7.Monat.

        Es wird ja nach einer Neuanmeldung nur der alte Anspruch fortgeführt. Mit allen „alten“ Daten und dazu gehört dann auch die Zumutbarkeitsgrenze.

        Es wäre wirklich zu einfach, wenn man durch kurzes Abmelden von ein paar Tagen die ganze Zeitrechnung neu starten könnte. 😉

        Gruß, Der Privatier

  156. Hallo,
    habe mich am 03.04. aus familiären Gründen befristet abgemeldet. Der Bewilligungsbescheid
    für den Zeitraum 01.-03.04. ist auch schon eingetroffen. Ich beabsichtige mich zum 01.12.2018 wieder anzumelden, mal schaun, ob das ebenfalls so problemlos klappt.
    Da ich zum 01.12.2020 mit Abschlägen (33 Monate/9,9%) vorzeitig in Rente gehen möchte (Schwerbehinderung, 35 Jahre Wartezeit erfüllt), habe ich meinen (fast) kompletten Anspruch auf ALG 1 – Zahlung nach hinten verschoben.
    Ach so: auch mit der Einzahlung für die Rentenminderung hat dank hier beschriebener Tips wunderbar geklappt und sich steuermindernd ausgezahlt – danke.

  157. Guten Morgen Privatier,

    danke für diese tolle Seite und die Mühe und Gründlichkeit – v. a. bei der Beantwortung von Fragen. Respekt!

    Ich habe an dieser Stelle die Kommentare gelesen und mir schon einiges zusammengereimt. Trotzdem hab ich noch etwas Erklärungsbedarf und hoffe auf Ihre Rückmeldung. Ich würde hier einfach mal meinen Ablaufplan reinschreiben und auf ein Feedback von Ihnen hoffen, wenn das möglich ist – ob meine Gedanken soweit logisch sind. Das würde mir riesig helfen!

    Zu mir: Ich bin durch Recherchen auf Ihre Seite gestoßen. Ich habe NICHTS mit einer Abfindung o.ä. zu tun. Ich bin 29 Jahre alt und habe die letzten 5 Jahre lückenlos in Festanstellung im öffentlichen Dienst gearbeitet. Steuerklasse 1, 4,5 von 5 Jahren Vollzeit, 1/2 Jahr zwischendurch 75 %.

    Da ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber sehr sehr unzufrieden und unglücklich bin und eh meinen Arbeits- und Lebensweg umstellen möchte, habe ich gekündigt. Im März. Zum 31.6.2018 (eine der besten Entscheidungen meines Lebens! Ein unglaublich befreiende Gefühl.)

    – Habe mich am 2.3.2018 online arbeitsuchend gemeldet.
    – Habe gestern (20.4.2018) bereits online meinen Antrag auf ALG1 ausgefüllt (warte noch auf Dokumente meines Arbeitgebers zwecks Bescheinigung meiner Arbeitszeiten).

    (Habe in der ganzen Zwischenzeit noch nichts von meinem zuständigen Betreuer gehört—man hatte mir an der Hotline gesagt dass sich dieser telefonisch zwecks Terminvereinbarung bei mir meldet…habe mal ganz vorsichtig online eine Nachricht an ihn gesendet, ob so ein Treffen in der nächsten Zeit ansteht).

    Ich muss natürlich noch die Rückmeldung (Anspruchsberechnung) der Agentur für Arbeit abwarten, rechne aber durch Eigenkündigung vorsichtshalber mit einer Sperre für 12 Wochen. Demnach wäre – rein theoretisch – ein Empfang von Leistungen erst ab dem 1.10.2018 zu erwarten. Korrekt?

    In den 12 Wochen Sperrzeit (1.7.-30.9.2018) wäre ich gesperrt. Würde keinerlei Leistungen empfangen.

    Ich würde mich am 1.7.2018 (bzw. 2.7., da der 1.7. ein Sonntag ist) persönlich in der Agentur arbeitslos melden. (Frage hier: War es korrekt, dass ich den Online-Antrag auf ALG1 bereits gestellt habe, oder hätte ich bis zum 1.7. warten müssen? Die Dame vom Service der Agentur hatte gesagt, ich solle das bereits machen.)

    Ich möchte die 3 Monate Sperre nutzen, um ins Ausland zu fahren und mich etwas von dem strapaziösen Arbeitgeber erholen, Luft kriegen, mir Gedanken über die Zukunft machen, etc.
    Wäre es korrekt, dass ich dazu am 3.7. erneut erscheine, in der Agentur mich abmelde für den Zeitraum bis zum 1.10.2018? Durch die Abmeldung stünde ich dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, würde dann auch keine Vermittlungsverusche erhalten.

    In der abgemeldeten Zeit müsste ich mich selbst um eine KV kümmern. Ich bin aktuell in der GKV (AOK). Da ich ins Ausland reise, würde ich mich aus der KV abmelden und für den Zeitraum eine Auslandskrankenversicherung beantragen. Zudem würde ich bei der Rentenkasse zwecks freiwilliger Einzahlung nachhaken, damit ich später keine Lücken im Rentenverlauf habe.
    Ich beabsichtige, ein zweites kleines nebenberufliches Standbein aufzubauen. Das habe ich zum 1.4.2018 beim Finanzamt beantragt (Rückmeldung FZ steht noch aus). Ich habe noch keinerlei Einkünfte daraus, da keine Aufträge.
    Ich habe das beim ALG1-Online-Antrag auch genauso angegeben. Ich habe geschrieben, dass es evtl. sein kann, dass ich mal daraus Einkünfte habe könnte (die aber 100% unter 15 stunden bleiben und auch die 150 Euro Grenze nicht überschreiten). Also: Habe das Zusatzformular zum Anzeigen einer nebenberuflichen Tätigkeit ausgefüllt und dort nur reingeschrieben, was die Tätigkeit wäre und eben die Anmerkung dass da aktuell noch keine Aufträge da sind, und auch nicht in der Zukunft geplant sind, keinerlei Einkommen erzeugt werden wird.

    Wenn ich nun in der Sperrzeit Aufträge annähme, müsste ich das dann der Agentur unverzüglich mitteilen? Denn eine Idee ist es, dass ich mich nach meiner Auszeit im Laufe des Jahres 2018 oder 2019 freiberuflich selbstständig mache. Wofür ich aktuell die Grundpfeiler lege. Ich würde in dem Fall darauf achten müssen, dass ich ebenfalls die 15-Stunden- und 150-Euro-Regelung berücksichtige, da ich ja ansonsten wenn ich darüber bin nicht mehr arbeitslos bin. Korrekt? Oder habe ich das fehlinterpretiert und diese Umstände sind ausschließlich für die Zeit in der ich auch Leistungen von der Agentur beziehe (also perspektivisch ab 1.10.2018) zu berücksichtigen, aber eben nicht in der Sperrzeit?

    Achja: Ich würde mich, sofern mir die 12 Wochen zum Ausruhen reichen, dann am 1.10.2018 wieder persönlich bei der Agentur anmelden und einen Wiederbewillugungsantrag stellen. Ab dann wäre ich offiziell auch Empfängerin der Leistungen – bis ich eben einen neuen Beruf gefunden habe oder aber entscheide, mich hauptberuflich selbstständig zu machen bzw. würde dem Arbeitsmarkt als angemeldete Arbeitssuchende zur Verfügung stehen.

    Bei meinem ersten telefonischen Kontakt mit der Agentur kam ich mir von der Behandlung her wie ein Bittsteller vor. Ich hatte angedeutet, dass ich im Falle einer eventuellen Sperrzeit in der Zeit z. B. verreisen möchte. Da kam schon ein negativer Kommentar. Das tat schon ein wenig weh – denn ich weiß, dass ich keine Bittstellerin bin. Es ist eine Versicherungsleistung und keine Sozialleistung und steht mir – natürlich dem Rahmen meiner entsprechenden Situation angepasst – zu. Abgesehen davon, dass ich eine Anwartschaft darauf habe und rein theoretisch auch sagen kann, dass ich mich nach arbeitslos Meldung auch rein theoretisch für 1 Jahr oder sogar mehr abmelden kann und mein Anspruch ja trotzdem ab dem Stichtag 1.10.2018 für 4 Jahre gesichert wäre.

    Naja…ich fürchte einfach, dass die Idee, einfach mal frei zu sein und nicht zu arbeiten bei vielen Außenstehenden auf Unverständnis stößt. Und es ist ja auch nicht unbedingt im Interesse der Agentur, dass allzu viele Personen diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen.

    Vielen Dank im Voraus,

    Sonnenschein

    • Lieber Sonnenschein 🙂 (schöner Name…),

      im Prinzip hört sich der Ablaufplan schon sehr logisch an. Man merkt, dass sich da jemand schon gut informiert hat. Und das ist schon mal eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen. Ich versuche einmal, noch ein paar Anmerkungen zu den Stellen zu machen, wo mir noch etwas aufgefallen ist:

      * Die Meldungen als Arbeitsuchend und Arbeitslos waren richtig so. Auch den Antrag auf ALG1 kann man durchaus schon vorab ausfüllen/abgeben. Soweit alles richtig. Die persönliche Meldung zum geplanten Termin ist ebenfalls richtig.
      * Die Sperre von 12 Wochen wird mit ziemlicher Sicherheit kommen.
      * Abmeldung: Nach mind. einem Tag als Arbeitsloser können Sie sich wieder abmelden. Weisen Sie aber darauf hin, dass Sie auf jeden Fall den Leistungsbescheid haben möchten. Hin und wieder ist es schon passiert, dass eine so kurzfristige Abmeldung als vollständige Stornierung des vorherigen Antrages aufgefasst wurde!
      * Vermittlung: Mit Vermittlungsbemühungem müssen Sie immer dann rechnen, wenn Sie bei der Agentur gemeldet sind. Also bereits jetzt als Arbeitsuchender und natürlich auch während einer Sperrzeit. Nicht jedoch, wenn Sie wieder abgemeldet sind.
      * Krankenversicherung: Zur KV bei längeren Auslandsaufenthalten möchte ich nichts sagen. Sprechen Sie am besten direkt Ihre KK an.
      * Selbstständigkeit: Hier wäre zuerst zu prüfen, ob die geplante Tätigkeit eine gewerbliche oder eine freiberufliche ist. Ein Gewerbe muss bei der Stadtverwaltung angemeldet werden, für eine freiberufliche Tätigkeit reicht eine Mitteilung ans FA.
      * Nebeneinkünfte: Wenn Sie der Agentur bereits mitgeteilt haben, dass Nebeneinkünfte möglich sind, müssen Sie diese nur mitteilen, wenn sie auch tatsächlich anfallen. Hier zählt übrigens der Gewinn, nicht der Umsatz.
      * Grenzen: Elementar wichtig ist nur die 15 Std. Grenze. Wenn Sie mehr arbeiten, gelten Sie nicht mehr als arbeitslos. Die 150 Euro Grenze (sind es nicht 165€?) dürfen Sie ruhig überschreiten, allerdings kürzt man Ihnen dann das ALG entsprechend.
      * Bittsteller: Niemand muss sich als Bittsteller fühlen und gar so behandeln lassen. Allerding